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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

MelnmrMer 18M. MM Beilage 15 Bla?.

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Serantoovtli» für die Sibriitleitung: Dr. JobanueS Kramer. Ameisen: I. B arretier, Sulla. RotatfonLdruck rmd «erlag bet - Fuldaer Sctitnbiuderei in Sulla. Sernivreiber Nr. 9. ::

BernsLvreiS: Monat MLr» 1,8V Svwmark.

Sonntag, 30. Marr 1924»

Anzeiaen-Preiic: Sleinreile (Colonel) lokal 0,15 Sollmarl auswärts 0S0 (Sollmark: Reklame,eile lokal 0,60, Soldmark :: auswLrts 0.80 (Sollmark. r.

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51. Zahrg.

Moratorium und

Der Ser cht der Sachverständigen. -

Aus dem Bericht der Sachverständi­gen sind nun einige Mitteilungen der Oeffentlich- keit bekannt geworden, die freilich noch keinen An- spruci) auf Vollständigkeit erheben können, im all­gemeinen aber wohl zutreffend die Lage charak­terisieren dürften. Es wird vorgeschlagen, Deutsch­land ein Moratorium von drei Jahren zu gewah­ren. Innerhalb dieser Zeit soll Deutschland ledig­lich Sachlieferungen vornehmen, doch ist über deren Gegenwert eine Emigwig noch nicht erzielt wor­den. Die vorgeschlagenen Summen bewegen sich zwischen 400 und 800 Millionen Gold mark jährlich. Nach Ablauf des Zahlungsaufschubs, also im vierten Jahre, hält der Sachverständigenbericht einen jähr­lich von Deutschland zu zahlenden Betrag von 2'/- Milliarden G o l d m a r k für tragbar und zwar verrechnet auf Sachlieferungen wie auf bare Zahlungen Aber auch über diese Ziffer ist noch keine Einmütigkeit erzielt. Barzahlungen sollen durch direkte Ablieferung der Zölle und Bereit­stellung besonderer Steuern erfolgen, aus denen man insgesamt etwa 1,2 Milliarden erwartet.

Aus Obligationen, die von Industrie und Land­wirtschaft gestellt werden sollten, werden 300 Mil­lionen Goldmark und aus Obligationen, für welche die Reichseisenbahn ihren Besitz verpfänden müßte, etwa eine Milliarde Mark erwartet.

Für die Belastung von Industrie und Land­wirtschaft ist eine kprozentige Hypothek von 1 0 Milliarden auf 40 Jahre vorgesehen. Die Sicherung des Pfandes der Reichsbahn soll da- durch geschehen, daß eine Reichsbahn-Gesellschaft als deutsche Gesellschaft unter deutschem Vorsitz und deutscher Verwaltung mit internationalen Kontroll­rechten gegründet und mit einem Kapital von 26 Milliarden Goldmark ausgeskalier werden soll. Die Konzesstonsdauer beläuft sich auf 50 Jahre. Zur Voraussetzung für die Durchführung dieser Bestim- nnmgen wird vom SachverstLndigenbencht die Her­ste llrmg der wirtschaftlichen und Verwaltungs­einheit rmd vor allem die Wisdereinsügung des Ruhrgebiets in den gesamtdeutschen wirtschaftlichen und politischen Organismus gefordert.

Die Aufnahme.

Zu, den Mitteilungen aus dem Sachverständigen­bericht, die vielfach nur als Versuchsballon bewertet werden, sagt das Berliner Tageblatt, daß die deut­sche Wirtschaft nicht imstande ist, die in dem an­geblichen Plan erwähnten Summen aufzubringen. Die Deutsche Tageszeitung fragt: Will man uns verhöhnen, wenn man von einem Moratorium spricht und gleichzeitig neben den Besatzungskosten, die mindestens 400 Millionen jährlich ausmachen, noch Sachlieferungsn im Werte von 400800 Mil­lionen fordern? Ebenso phantastisch sei die Summe, die vom Matin als deutsche Leistung nach Ablauf des sogenannten Moratoriums angegeben werde. Der Berl. Lokalanz. stellt fest, daß die angeblichen Ergebnisse der Sachverständigenarbeiten nichts wei­ter als die Wiederholung des b e r ü ch t i g- ten Londoner Ultimatums bedeuten würde, dessen Unerfüllbarkeit von allen wirklich ernst zu nehmenden Autoritäten längst anerkannt worden ist.

Vie Mcnm-VerLräae.

In der zwischen Vertretern der Reichsregierung md der Industrie geführten Berliner Besprechun-

Micum-Bertriige. - vor entscheidenden gngendlicken. gen über die Frage der Micumverträge ist eine Einigung bis jetzt nicht erzielt worden. Die Vertreter des Bergbaues haben der Reichsregierung gegenüber die Unmöglichkeit erklärt, daß der Berg­bau die jetzigen Micumverträge über den 15. April hinaus verlängern kann. Sie machten geltend, daß sie bei der finanziellen Lage der Werke ab­solut nicht imstande wären, die angeforderten Re- pavcrtionskohlen ohne Vergütung weiterhin zu lie­fern. Von Seiten der Bergarbeiter ist gegen die Verträge Einspruch erhoben worden, weil sie die Lage der Bergarbeiterschaft auf das empfindlichste bedrücken.

Trotz der Micumverträge ist eine größere Be­lebung des Arbeitsmarktes nicht erfolgt, und die jetzt noch Beschäftigten müssen sich mit empfind­lichen Abstrichen in ihren Einkünften bei verlänger­ter Arbeitszeit afrfmben. Der Standpunkt der Reichsregierung in dieser Frage ist unverändert der, daß es für die Reichsregierung ganz untrag­bar ist, die aus den Verträgen sich ergebenden Lasten auf den Reichshaushalt zu übernehmen. In diesem selben Augenblick würde die unter den jetzi­gen Verhältnissen mit größten Mühen aufrecht er­haltene Stabilität wieder gefährdet wer­den, und die Reichsregierung ist entschlossen, keinen Schritt zu tun, der die Gefährdung der jetzigen Verhältnisse irgendwie' zur Folge haben könnte. Bei dieser Sachlage ist im gegenwärtigen Augen­blick noch nicht abzusehen, wie diese für die dem- nächstige wirtschaftliche, aber auch innenpolitische Entwicklung außerordentlich bedeutsame Angelegen­heit geregelt wird.

Die Besprechungen mit der Reichsregierung sind noch nicht abgeschlossen. Die Interessenten der Industrie werden sich noch zu weiteren Aussprachen zusammensinden und die Reichsregierung darüber auf dem Laufenden halten.

Die englische ^andelswelt

Für schleunigste Verminderung der Besetzung Deutschlands!

Der englische Schatzkanzler empfing eine Abord­nung der Vereinigung der britischen Handelskammern mit ihrem Präsidenten Sir Artur Balfour an der Spitze. Balfour, der die Abordnung vorstellte, führte aus, die Ver­einigung umfasse 125 Handelskammern in Groß­britannien und vertrete 46 0Q0 Mitglieder. Dis Abordnung sei der Meinung, daß eines der schwie­rigsten Probleme für das Land die Frage der Arbeitslosigkeit sei, und sie sei überzeugt, daß das einzig wirkliche Ziel zu einer befriedigen­den Lösung des Slrbeitslosenproblems in einer Steigerung des Handels liege.

Als Wirtschaftler.und als Glieder der Gemein­schaft erwarteten sie eine Verringerung der militärischen Besetzung Deutschlands zudemfrühmöglichstenTermin. Ihrer Meinung nach sei die Besetzung deutscher Gebiete nicht der Weg, um zu befriedigenden Reparationen zu gelangen. Solange Frankreich uns 900 Mil­lionen und Italien 232 Millionen Pfund Sterling schulden, ist es unfair, daß wir in unserem Handel mit fremden Ländern unter dem franzö­sischen und italienischen Wettbewerb leiden.

Parteitag der Deutschen volßspartei. Der Zenkralvorsiand hinier Dr. Str ermann. Die Treibereien der nalionallibsralen Vereinigung.

Vor Beginn der öffentlichen Sitzungen des Par­teitages der Deutschen Volkspartei in Hannover trat der Zentralvorstand der DVP. zu einer Sitzung zusammen. Als Vorsitzender des Zentral- vorstandss erstattete der Minster des Aeußern Dr. Stresernann ein kurzes Referat über die poli­tische Lage und die Politik der Partei.

Zur Gründung der nativ nalliberglen Bereinigung wurde gegen vereinzelte Stim­men folgender Beschluß gefaßt: Der Zentralvor­stand stellt fest, daß politische Organisationen und ähnliche Verbindungen von Mitgliedern innerhalb der Partei nur möglich sind, soweit die Satz­ungen dieses gestatten ober die zuständigen Par- teiinst.nlzen sic ausdrücklich genehmigen.

Zu diesem Beschluß des Zentralvcrstandes er­klärten die anwesenden Mitglieder der natio­nalliberalen Vereinigung, daß sie nach der von dem Zentralvorstande festgestellten Einmütigkeit in den politischen Auffassungen bei ihren Freunden für die Ausführung des Beschlusses des Zentral- vorstcmdes ein treten würden. Diese Einmalig­keit zeigte sich auch bei der einstimmigen Annahme ?es Wahlaufrufes.

Der Beschluß der Zentralvorstandssitzung der Deutschen Volkspartei über die Frage der Rafio- ralliberalen Bereinigung wird von demBerl. Lo- 'atanz." als eine noch nicht endgültige Bei- egung des Konflikts innerhalb der Partei bezeich- Ki, da an der Zentralvorstandssitzung einige füh- -ende Persönlichkeiten der Nationalliberalen Der- inigung, so die Herren Q u a a tz und Bögler, sicht teilgenominen haben. Die Mitglieder der Ver- .inigrmg werden am Montag darüber beschließen, »b sie die Bereinigung auflösen oder in eine Form »ringen wollen, die den Anschauungen der Partei «tkpricbt. Die Cntscheidimg soll am Donnerstag x einer Besprechung mit dem Parieioorstand der heutschen Volkspartei erfolgen.

Em Separatist vsr Gericht.

aürif Jahre Zuchthaus wegen Spionage und Hochverrats.

Der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik in Leipzig verurteilte den jugendlichen Reisenden Simons aus Wickrath (Rheinland) wegen Hochver­rats und Spionage zu fünf Jahren Zuchthaus, 500 Goldmark Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust.

Der Staatsgerichtshof sieht als festgestellt an, daß der Angeklagte im Frühjahr 1923 mit Leu- ten der Smeetspartei in Verbindung ge­standen hat. Er hat sich Vertrauensmännerkarten dieser Partei ausstellen lassen, um damit Verbin­dungen mit Belgien zu erhalten und Spio­nagedienste zugunsten Belgiens zu leisten. In Oberkassel wollte er sich Geheimbefehle und Ge­heimnisse der Reichswshr verschaffen. Mit der glei­chen Absicht trat er an den Bürgermeister in Wick­rath und an den Regierungspräsidenten in Düssel­dorf heran. Außerdem klebte er Plakate an, die bekannt machten, daß Leute belohnt werden soll­ten, die für separatistische Interessen arbeiteten. Die Tat des Angeklagten fällt unter die Verord­nung des Reichspräsidenten vom 23. März 1923.

Wissenschaft und Zorschnng.

Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft. Unter Be­teiligung von Vertretern der Reichsregierung, des Par­laments, der Wissenschaft, des Handels, der Industrie, der Landwirtschaft und der Banken fand im großen Saale des Oberverwaltungsgerichts in Berlin eine Festsitzung der Deutschen Weltwirtschaft­lichen Gesellschaft anläßlich ihres 10jäh- eigen Bestehens statt. Der erste Vorsitzende, Reichs­minister a. D. Dr. Koeth betonte in seiner Begrüßungs­ansprache, bis Endadsicht der Arbeit der Gesellschaft fei, den Sinn für die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge zu wecken und die Wahrheit über unsere weltwirtschaft­liche Lage zu verbreiten. Den Hauptvottmg hielt Mini­sterialdirektor z. D. Dr. Kurt W i e d e n f e l d, ordent- fidter Professor an der Universität Leipzig, über Deutschland uni) Weltwirtschaft".

Vie kommunistische welle.

Starter Stimmengewinn der Kommunisten beiden Delriebsralswahlen im Ruhrgebiet. Verluste der Sozialisten. Die christlichen Gewerkschaften behaupten sich.

Bei den Wahlen zu den Betriebsräten auf den Schachtanlazen des Ruhrgebiets wurden nach den bisher vorliegenden Ergebnissen aus 19 Schachtantagen für die Union (Kommunisten) 5736, für die alten Verbände (Sozialisten) 2330 tmd den Gewerkoerein chrssllicher Bergarbeiter 2177 Stim­men abgegeben. Das bisherige Ergebnis stellt einen gewaltiger: Stimmenzuwachs für die Kommunisten dar, während der alte (soziaftstische) Verband mehr als die Hälfte seiner Stimmen ver­loren hat. Die Stimmen der christlichen Ge­werkschaft halten sich ungefähr auf ihrer bisherigen Höhe.

Die Lage in Bayern.

Verbotene Zeitungen.

Die beiden völkischen Organe,Gr oßderttsche Zeitung' und .Deutsche Presse" sind wegen Aufforderung zu Gewalttaten, zusammenhängend mit den Strafan tragen im Hitler Prozeß, auf eine Woche der (boten worden.

Mit Erholnngsurtaub nach Italien.

Saut privaten Informationen sind Kahr, Lassow und Seißer zu einem vierzehntägigen Er­holungsurlaub nach Italien abgereist.

Die Wahlen in der Pfalz.

Wie die Blätter zuverlässig erfahren, steht nun­mehr endgültig fest, daß die Wahlen zum bayerischen Landtag in Der Pfalz ge­meinsam mit den Reichstag swahlen am 4. Mai stattfinden werden.

Sie Ware ter Mr. Mrmwlk.

vtb msnchen, 29. März. (Tel.) Das baye­rische Justizministerium wird eins Bekanntmachung über die Anfhebupa der bäuerischen Volksgerickke erlassen, in der eine Frist für die AeöergangsöestrmMungcn festgesetzt ist. Mit dem Ende der Volksgerichte wird auch die Todes­strafe durch Erschießen beseikiat. an deren Stelle wieder die Hinrichtung durch das Fallbeil tritt.

Zentrum und Aarteüsrage.

Bon einer führenden Mittelstandsseite, die auch in der Zsntrumsbewcgnng eine hervorragende Rolle spielt, wird uns geschrieben:

Im gegenwärtigen Wahlkampf spielt die Frage, welche Haltung die Zentrumspartei gegenüber den Kartellen und Syndikaten eingenommen hat, eine nicht geringe Rolle. Namentlich sind die mittelständischen Kreise daran lebhaft interessiert. Ein vorzügliches Material zur Beurteilung der Stellung des Zentkums gegenüber den Kartellen i-jro. findet sich in der vom Reichstagsabgeordneten Thomas Esser geschriebenen Broschüre Zentrum und Mittelstand", die vom Reichs-General-Sekretariat in Berlin herausgege- ben worden ist, und deren Bezug wir allen Partei- Organisationen dringend empfehlen.

Bei der Ueberflille des Stoffes hat der Autor leider übersehen, daß auch der Abgeordnete Schlack in seiner Eigenschaft als Mitglied des volkswirtschaftlichen Ausschusses nach dieser Rich­tung eine sehr lebhafte und erfolgreiche Tätigkeit be­wiesen hat. Am 5. Juli "1921 veranlaßte Abgeord­neter Schlack einen Beschluß des Ausschusses, in dem die Reichsregierung ersucht wurde,zu prüfen und Vorschläge zu machen in welcher Weist das Kartell- und Verbands wesen in Industrie und Han­del einer fortlaufenden Beobachtung zu unterziehen sei." Später veranlaßte eine Eingabe des von Herrn Schlack geleiteten Reichsoerbandes Deutscher Kon­sumvereine an den Reichstag, die sich gegen den Mißbrauch der wirtschaftlichen Macht in Kattellen imd Syndikaten wandte, wiederum eine ergiebige Aussprache im volkswirtschaftlichen Ausfchusse. Ab­geordneter Schlack war hierbei Mitberichterstatter. Die Eingabe wurde der Regierung zur Berücksich­tigung überwiesen. Zu gleicher Zeit stellte Abge­ordneter Schlack mit Unterstützung seiner Freunde vom Zentrum den Antrag, die Reichsregierung zu ersuchen, möglichst bald dem Reichstag ein Kartell­gesetz vorzulegen, durch welches die Auswüchse in der Tätigkeit der Kartelle beseitigt würden. Ge­fordert wurde die Errichtung eines Kartell- Registers, die Bildung eines Verbraucher-Bei- rates bei den Kartellen tmd das Einspruchsrecht der Reichsregierung gegen die Beschlüsse der Kartelle auf Ansuchen des Beirates. Dieser Antrag fand ebenfalls Anahme. Bei der Bildung des Der­braucher-Beirates war stlbstoerständlich nicht nur an die Endverbraucher gedacht worden, sondern auch an den Handel und die weiter verarbeitende I n- dustrie. Auch bei der Teuerungsdebatte im Reichstag unter dem Kabinett Cuno befaßte sich Ab­geordneter (schlack eingehend mit den Kartellen. Infolge seiner energischen parlamentarischen Tätig­keit auf diesem Gebiet ist Abgeordneter Schlack nach Erlaß der Notverordnungen zum Mitglied des Kar- tellgenchtshofes ernannt worden.

Diese Mitteilungen sind jedenfalls eine sehr wett­volle Ergänzung der Broschüre des Abgeordneten Esser und beweisen wiederum, daß in der Zen- trumsfraktion des Reichstages nichts weniger als ' inseitige Politik betrieben wurde.

Poincare

hat ein neues Kabinett so ziemlich zusam­men. Rur über einzelne Personen schweben noc| Verhandlungen. Ein Telegramm besagt:

wtb"'pari6, 29. März. (Tel.) Die Lruen nmtg der neuen Minister wird erst morgen in Journal offiziell erfolgen. Die erste Deratunk des Ministeriums findet aber schon heule vormit­tag halb 10 Uhr statt. Unter den Fragen, die habe geprüft werden, findet sich auch die Frage der Un- tersiaalssekretariate, die erst geschaffen werden follen nachdem das Kabinett gebildet ist. Rach der ersten Beratung wird sich das Kabinett in seiner Gesamt­heit ins Eiyfse begeben, wo bereits heute uachmit- lag der erste Kabincttsrat unter dem Vorsitz von Poincare slakkfinden wird, in dessen Verlaus die ministerielle Erklärung festgesetzt werden soll, die am Montag vormittag durch den Min-sscrpräsidcn- ten in der Kammer und durch den Jusiizminister im Senat verlesen wird.

Die Parteien im neuen Kabinett.

wtb p a t i s, 29. März. (Tel.) Das neue Mi nisterium Poincare fetzt sich aus vier Senatoren und neun Abgeordneten zusammen. Von den Se­natoren gehören drei, nämlich Poincare, de Selver und Marsal der Gruppe der republikanischen Union einer, Jouvenel, der radikal-sozialistischen Par­tei an. Von den neun Abgeordneten sind zwei Mitglieder der republikanisch - demokratischen Entente, nämlich Lesevre du Pren und Louis Ma­rin; drei gehören der Gruppe der republikanisch- sozialen Aktion an: Bokanowski, Fabry und Eapus, einer der Gruppe der Links-Republikaner, Le Troc- guet, zwei der Gruppe der republikanisch-demokra- lisch Linken: Mazinok und Loucheur und einet der radikal-sozialistischen Partei, Daniel Vincent.

Das Ende des Redellenführers.

Wth 13 a t i 5. 29. März. (Tel.) Savas meldet rM Pew-Oretans: Wie gemeldet wird, ist der ^WWtz^er General de la Snerta lm Golf von Mel^» n,'. Verlaufe eines heftigen Sturmes mikieinem Segler unkergegangen.

Letzte Fahrt.

Die Reichsregierung wird, wie wir -erfahren, bei der Ankunft der Leiche des in St. Martin-de-Rs verstorbenen Ruhrgefangenen Willi Dreyer auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin einen Kranz am Sarge niederlegen und zugleich dem Toten, der Feldzugsteilnehmer war, militärische Ehren ermci- fen lassen. Den vereinigten vaterländischen Ver­bänden, denen Dreyer angehörte, ist eine ihren Wünschen entsprechende Beteiligung bei der Trauer- feierlichkeit zugesichert worden.

Ausland.

* Unstimmigkeit zwischen Nordamerika unt Holland. Das Niederländische KorresPondenMüro meldet: Der niederländische Gesandte in Washington wurde beauftragt, bei der amerikanischen Negierung aufgrund des Artikels 1 des Traktats von 1852 gegen vas Inkrafttreten des Teiles 28 der Han­delsmarine-Akte bom 20. 5. Einwendungen zu erheben. Der erwähnte Teil der Akte sieht Vor­zugstarife für Güter vor, welche mit amerikani­schen Schiffen befördert werden und auf amerikani­schen Eisenbahnen.

--- Das preußische Eebe'rne Ztaattarchw. -Das Preu ßischc Geheime Staatsarchiv wurde dieser Tage duch einen feierlichen Einweihunpsakt im neuen Heim in Berlin-Dahlem wieder eröffnet. Zu der Veran­staltung hätten sich die preußischen Minister und du Vertreter zahlreicher Behörden einaefunden. Der General, birettor les Staatsarchivs, Geh. Regierungsrat Dr. K e h r, sprach über Ein Jahrhundert preußischer Archiv- Verwaltung. Alsdann referierte der zweite Direktor der Geheim en Staatsarchivs, Klinkenburg, über Aufbau und Ziele de? Geheimen Staatsarchivs. Den Vorträgen schloß sich eine Besichtigung des Archivgebäudes an.

mWgung der vSrsensteu« »nd bet Banlipto- Visionen. Die Vertreter der Banken und Bankiers haben die Vorschläge des Finanzministeriums ange­nommen, nach denen der Aktienstein p el für Kun­dengeschäfte von 3 pCt. auf I V, pCt. und der Händler- stempel von 6 auf 4 pro Mille ermäßigt weiden foll wenn die Effeklenprovisionen der Banken um die Hälft« herabgesetzt werden. Es ist anzunehmen, daß die Er­mäßigung der Steuersätze nunmehr bald durch eine entsprechende Verordnung des Neichsfinanzmimsterrumk in dre Tat umgesetzt werden wird. Vermutlich werden die verringerten Sätze bereits am 1. April in Kraft treten.

Don Öen Hochschulen.

A Marburg. Am 27. März waren cs 100 Jahre daß ein weit bekannter und ^berühmter Marburger Professor der Pathologie, Geh. Med.-Rat Dr. Friedr Wilh. B e n e k e in-Lelle geboren wurde. Der Gelehrte, der im Jahre 1882 starb, ist der Gründer des Vererus für Kinderheilstätten an den deutschen Seeküsten, er wirkte auch als erster Brunnenarzt im Jahre 1857 in Bad Nauheim, wo sich auch im Park sein Denkmal be­findet. Außer feiner großen Verdienste um die Wissen- schait hat Beriete auch für die Entwicklung Marburgs viel getan. Er war z. B. Gründer des Etifabethhauses, in dem elternlose Kiuüer Aufnahme und Pflege finden und ebenso eifrig war er auch besonders dafür tätig, daß die Landesheilanstalt nach Marburg kam. Sehr musikliebend erwarb er sich auch grore Verdienste um das Marburger Musikleben und das Jnslebentreten des Marburger Konzertoereins war r-esonders sein Werk, Fm pathologischen Universitätsinstrtut, als dessen Gründer

gelten darf, fand jetzt eine Gedenk-eier statt.