WMWNler lvW.MWm. mage la W
Sonntag, 23* IHärz 1924
Nr. 7t
Kurland.
über das Vaterland stellen.
klafft.
Vie Arbeit der Sachverständigen.
Das Komitee Dawes hat am Freitag eine Vollsitzung abgehalten, Mn mit der Prüfung des bereits vom Reüaktionsunterausfch-uh abgefahten Teiles des Berichtes zu beginnen. Es hat beschlossen, seine Sitzungen für drei Tage einzustellen, um seinen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, während dieser Zeit eine gewisse Anzahl von internationalen Studien auszuarbeiten über die Emissionsbank, die Anleihe, die Eisenbahnen ufw. Es ist wahrschem- liih, daß Dr. Schacht dem Dank-Unterausschuß erst am Dienstag oder Mittwoch die schriftlichen Ausführungen übergeben wird, die von ihm verlangt worden sind. Der revidierte Bericht der Eisenbahn- sachverständigen wird gleichfalls am Dienstag oder Mittwoch übergeben werden. Der Bank- und der Budget-Unterausschuß werden vor Dienstag nicht znfammentreten. Der zweite Unterausschuß wird die Einwirkungen prüfen, welche die Erklärungen der deutschen Delegierten, die heute vormittag gehört worden sind, auf die von ihm abgefaßten Kon- i klusionen haben können. ,
Das Komitee Mac Kenna hat seinerseits seine Arbeiten am Freitag fortgesetzt.
Staatssekretär Fischer, Ministerialrat Dr. Po- pitz und Geheimrat Kastl vom Reichsfinanzmmiste- rium hatten Freitag vormittag eine Verhandlung mit dem Budgetunterausschuß des Komitees Dawes. Es wurden im Anschluß an die Besprechungen mit den Sachverständigen in Berlin und an die in der Zwischenzeit aufgetretenen Fragen die I Einnahmen- wie die Ausgabenseite des deutschen I Haushalts und die Entwicklungsmoglichkeitm I innerhalb der kommenden Zestraums erörtert.
Kriebels Einstellung ist durch sein Rundschreiben klar. Er hat am entschiedensten auf eine gewaltsame Lösung der deutschen Frage gedrängt. Er hat Militarist Befehle gegeben und war Ludendorffs Stabschef. Knebel ist der Mittäterschaft des Hochverrats schuldig. Pohner war der Posten eines Ministerpräsidenten angeboten. Er nahm ihn an. Er überrumpelte Kahr, Loffow und Seiher, redete dann in seinem Sinn auf sie em. Er beteiligte sich weiter an politischen Besprechungen, versuchte das Polizeipräsidium zu nehmen und hat sich somit des Hochverrats schuldig gemacht. Zu seinen Gunsten spricht, daß er die Plünderungen zu verhindern suchte. Aber als Beamter hatte er sich dem Freistaat verpftchtet und es ist unschön ausgefallen, daß er als oberster Ruyter sich des Hochverrats noch rühmte. Nun zu Frick, der mit Pöhner eng befreundet war. Die Kombination, daß Frick beim Umsturz Polizeipräsident werden sollte, lag in der Lust. Er ist auch von dem Vorfall im Bur- gerbräukeller sofort benachrichtigt und von Pöhner dann Herrn von Kahr sofort als Polizeipräsident vorgeschlagen worden. Da er eine Alarmierung der Polizei und Reichswehr unterlassen hat, hat er sich der Beihilfe zum Hochverrat schuldig gemacht, zumal er als Jurist wissen mußte.
Vie Kbreise -es Kanzlers aus Wien.
Reichskanzler Dr. Marx und Minister des Aeu- hern, Dr. Strefeman-n, sind am Freitag nachmittag 1,35 Uhr mit dem österrr. Gesandten in Berlin abgereist. Vom Bundeskanzleramt begleiten Legationsrat Hauenfchild und Konsul Bischof die Herren bis Passau. Zur Verabschiedung auf dem Westbahnhof, wohin die Herren von dem Gesandten Dr. Pfeifferund den Mitgliedern der deutschen Gesandtschaft geleitet worden waren, hatte sich trotz seiner Erkältung Bundeskanzler Dr. Seipel eingefunden. Ferner waren anwesend Vizekanzler Dr. Frank, Minister des Aeußern Dr. Grünberger, der Präsident des Nationalrates Miklas und die höheren Beamten des Bundeskanzleramts. Namens des Bundespräsidenten Hämisch überbrachte Sektionschef Löwenchal dem Reichskanzler und dem Minister des Aeußern Dr. Strefemann besondere Grüße und die besten Wünsche für die Heimreise. Als die Herren am Zuge entlang zu ihren SonLerwagen schritten, scholl ihnen aus vielen Abteilen des Zuges ein fröhliches Hurra von den deutschen Kindern entgegen, die nach nrehrmonatiger Erholung in den österreichischen Ländern nach Breslau zurückfuhren. Der Abschied der deutschen Herren von ihren Gastgebern war außerordentlich herzlich. Dr. Marx und Dr. Strefemann sprachen dem Bundeskanzler und jedem einzelnen Anwesenden wiederholt den wärnrsten Dank für die herzliche Aufnahme aus und betonten mehrfach den überaus günstigen Eindruck, den sie bei dem Besuch empfangen haben.
Der haushalt -er Reiches.
Der Münchener Hochverratsprozeß.
Die Via» dovers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung
Die Blätter veröffentlichen eine vorläufige lieber» ficht über den Reichshaushalt für das Rechnungsjahr 1924, die allerdings die Wiederherstellung der Wirtfchaftseinheit und der Steuerhoheit des Reiches und der beteiligten Länder im besetzten Gebiet zur Voraussetzung hat. Die Gesamteinnahmen des Reiches betragen danach 5,71 und die Gesamtausgaben 5,27 Milliarden Goldmark. Im ordentlichen Haushalt werden die Einnahmen mit 5,144 Mil- .--------—„ „„-----„--------_ _ ... ...
stauen Goldmark ver onjchtagt, Leden fast eben jo hohe daß ein legaler Putsch nicht möglich sei. Eigennützige
Deutscher Reich.
* Vom Staatsrat. Der preußische Staatsra tritt am 26 März zu einem neuen Tagungsabschnttt zusammen Zur Verhandlung stehen neben ver- schiedenen größeren Vorlagen das Gesetz über die Verwaltung des katholischen Kirchenvennogens so- wie der Entwmf der Ausführungsbestimmungen
°°r
katholischn Vereine der Pfalz hat dem Bischof von Speyer, Dr. Ludwig Sebastian, den Dank für ferne Haltung in einer Adresse zum Ausdruck gebracht, um damit gleichzeftig zu beweisen, daß die kathol. Bevölkerung der Pfalz hinter ihrem Oberhlrten steht.__
oemnacqn aujgtvuucu ---- - „ , -
I dürfen bereits jetzt verkauft werden. Der Verkauf I von Branntwein soll aber von der Regierung
kontrolliert werden. Nach einer, Erklärung des Finanzministers ist die Regierung tm Prinzip damit I einverstanden, daß ein Alkoholmonopol erngeführt | wird. ________________
rnurf^mit 374 gegen 175 Stimmen an. Der ^setzen twurf geht nunmehr wiederum an den Senat xurüct Der Senat seinerseits wird Stellung dazu nehmen rmd die Kammer wird sich Samstag nach- einer auf 5 Uhr einberufenm Sitzung nochmals mit dem aus dem Senat zuruckgekomme- nen Gesetz beschäftigen.
Die französische Kammer
hat am Freitag vormittag die Einzelberatung über bas Cadregesetz des französischen Heeres, das 59 Artikel enthält, beendet und schließlich den gesamten Gesetzentwurf, der rein techmfchen Eharar- ter trägt, mit 505 gegen 64 Stimmen a n ge n o m- m e n. Am Nachmittag ist die Kammer in die Diskussion des vom Senat zum Test abgeandert zuruck- aekommenen Gesetzentwurfes eingetreten, der die Schaffung neuer Steuern und die Durchführung von Ersparnissen vorsieht. Es entspiimt sich eine interessante Debatte, m der der Abg. Bonnet feststellt, daß der Ministerpräsident geglaubt habe, vor dem Senat die Vertrauensfrage stellen zu mus- fen. damit die hauptsächlichsten Bestimmungen des Desetzes angenommen würden. Er persönlich wuroe es beklagt haben, wenn sich das Ministerium Pmn- care als durch den Senat gestürzt erklärt^ hätte. Wenn die Regierung, so fuhr der Abgeordne-.e fort, nicht die Mehrheit des Senats für sich gehabt hatte, wäre es antikonstitutionell gewesen, wenn sie demissioniert hätte. Poincare erwiderte: Der Senat hat tatsächlich nicht das Recht, die Regierung zu stürzen, aber eine Regierung hat das Recht, zu er- kläreru daß sie nicht weiterregieren will, wenn sie nicht die Mehrheit der beiden gesetzgebenden Versammlungen für sich hat. Ein sozialistischer Abgeordnete erklärt, der Senat habe das Recht, ein anderes Bichget anzunehmen als die Kammer.
Nach einer längeren Aussprache tritt die Kammer in die Einzelberatung der vom Senat abge-
Äm Freitag begründete Staatsanwalt Stenglein die qestellten Strafanträge. Er führte u.a. aus: ©m Staat, in dem keine Achtung vor den Gesetzen besteht, ist schwe ren Erschütterungen ausgesetzt. Die GeMersäM geg hl» Nerkalsuna mag sie auch m den er reifen oer klagten berechtigt erscheinen darf niemals zum Derbre- cken führen. Der Angeklagte Hitler felBjt yai ausaefübrt daß der Hochverrat stets nur bestraft rotrb, wmn er nicht restlos gelingt, und tos ist hier der Fall. Ob fidi Kahr Lossow und Seißer an diesem Unterneh- menbeteiligt' Hadem ist für das Urteil belanglos In dem eingehenden ErmMungsverfahrenwurdeau^s Verhalten der drei Manner geprüft, -obre vrecyi ftrtigung, daß sie nur beigestimmt hätten, um bann den Putsch niederschlagen können, wm glaubwur!^. 8u einer Ausfühnmg der Derfassungsanderung 'st es Kahr Loffow und Seißer nicht gekommen. Ls wir» neuerdings die Straffälligkeit der drei Herren flepruf. Das geschieht mit aller Sorgsalt.
Hitler sei kein Demagoge im schlechten Sinnedes Wortes. Anfänglich hielt er sich frei von perfönKchsn Efrehen nach Macht. Später aber unter der Verhimmelung gewisser Krmse hat er besinnung^os u^r seinen zugewiesenen Krers hmausreißen lassen. Er hat sich als Diktator
aufaefpielt Aemter verteilt und sich die Leitung der Reichsvolitik angemaßt. Er hat Geiseln festgenommen und Kasernen besetzt. Er hat Gelder beschlagnahm^und er und Ludendorff gaben den Ausschlag dem bewafs neten Zug in die Stadt, der blutte Zusammenstöße aualöfte Der tzua war der letzte Versuch, das llnter- nehmen zu halten Hitler hat sich dadurch des^Hoch- verrats schuldig gemacht und schwere politische ^"olfien i heraufbeschworen Verluste an Menschenleben sind mcht entstanden.
General Ludendorff, wurde anr 8. ^November vernommen und ich faffe memen Eindruck Zusamm«,. Don der Absicht des Putschen will Luden- borff nichts gewußt haben, und das kann ihm nicht rot» derlegt werten. Aber Ludendorf' tat vorher deutlich zu erkennen gegeben, daß er eine völkische Atabung mitmache und er wußte, daß es sich wneine Gewalttat handelte. Er stellte sich sofort auf Hftlers Selle rmd redete Kahr, Loffow und Seißer zu und übernahm das Amt als Führer der nationalen Arm«. Luden- borst wußte um die Festnahme der Mmlster Bei der Jnfanterieschule wurde offenbar mit ßiÄenborffs Name I Mißbrauch getrieben, aber er hat die Offiziere dann doch I verwandt. Er gab Befehl zur Besetzung des Wehrkreis- I kommandos. Ausschlaggebend ist seine Wlllensr'chtung. I Er trat nicht in die neue Regierung ein, sondern er I wollte nur die Armee befehligen. Er hat sich also der I Beihilfe schuldig gemacht.
Reichstagswahl un- Kusgewiesene. |
D,,rch Derorimung vom 17. März hat der Reichsminister des Innern für die Reichstagswahl angeordnet, daß die Ssimmberechttgten, die aus bem besetzten Gebiet ausgewiesen oder durch Mahnass men der Besatzungsmächte verdrängt sind, auf ihren Antrag in die Stimmliste ihres Segenwartlge Aufenthaltsortes einzutragen stich. Erfolgt we Ausweisung oder Verdrängung erst nach Ablauf der Frfft zur Auslegung der Stimmliste, so erhalt der Ausgewiesene oder Verdrängte von der Gemeindebehörde seines neuen Aiffenthaltsortes auf Antrag einen Stimmschein, der ihn zur Teilnahnn an der Reichstagswahl berechtigt^ In Preußen erhalten Ausgewiefene oder Verdrängte mit Ruchich i auf die Bestimmungen des preußischen Wahlrechts, das in solchen Fällen nur die Ausstellung eines Stimmscheins kennt, auch für die Reichstagswayl m allen Fällen, also auch bei der Antragstellung vor dem Ablauf der Auslegungsfrist, einen Stimmschein.
Macdonal- und poincare
Dem Pariser Vertreter des Wolff-Büros ist Freitag vormittag in englischen Kreisen erklärt worden, daß von einer von R-a-msay Macdonald emge- leiteten neuen Korrespondenz, wie die "Chicago Tribüne" sie ankündigt, mchts bekannt ist. Der diplomatische Redakteur der Havas-Agentur besta- tiqt auf Grund von Informationen von autonsier- ter L diese FesfftelluW In Wirklichkeit siig er hinzu, habe Poincare fett dem am 2. Marz ver öffmtlichten Schriftwechsel kemerlet persönliche Schreiben seines englischen Kollegen erhalten und ihm seinerseits keines zugehen lassen., Dagegen Ede zwischen den beiderseitigen KanKien em eifriger Meinungsaustausch über die Sicherhnts- und Reparationsfrage gepflogen. Abgesehen von die- sen Unteichandlungen, die durchaus norma er Art seien existiere jedoch kem neuer Schriftwechsel zwischen den beiden Ministern. Es ist unverkennbar, daß zwischen der Mitteilung des Havas-Redakteurs I über den Meinungsaustausch über dte Reparatwns- und Sicherheitsfrage von Kanzlei zu Kanzlei emer-, und der an anderer Stelle wiedergegebenen Kritik des ebenfalls gut unterrichteten »Temps an dem völlig passiven Verhalten der französischen Regte- rungspolitik andererfests ein starker Widerspruch
Ausaaben aeaenüberstehen. Im autzerordentlichen fSaiigfaalt werden 130 Millionen Goldmark Einnahmen erwartet, denen Ausgaben für verschiedene Uwecke, so zur Beseitigung von Kriegsfolgen,^fur öffentliche Bauten ufw. gegenubeistehem Fur Ans fübxung des FriedenLVertrages sieht der Entwurf
L"L d-» L
450 Millionen vorgesehen.
Die WWW WMW. I: "Den französischen IRattmuifiTten ;
hie aerissene Regie Poincares bewunden. ££ mußtem verhüten, daß sein Widersacher NNerand mit dem Plan durchdrang, den Zet-
ser Wahlen auf einen unbestimmten Termin I ^Maen^e aus Kammer und Senat zusam- «l-naesetzte Nationalversammlung nach Wrsmlles I mrd sich durch sie ein ®nn*^ Letz bewilligen zu taffen. Dann hatte Pomoare «,-wefvielt gehabt. So ergab sich das groteske SMaufpiel, daß die Linke, die sonst MM erheblich I Mßtm Teil im oppositionellen Lager steht, m die- I jcraac mit Poincare an einem Strange zog, I ©eil sie, wenn auch aus anderen Deweggru - I E keine Verlängerung der Lebensdauer der K am —6» hes nationalen Blocks wünschte. Dieser zu- I Miaen Interessengemeinschaft hatte es Poincare I kürzlich zu verdanken, daß sich mt Senat mehrere Männer der Linken auf feine Seite schlugen und I tn feinen Sturz abwendeten. „ I
Andererseits hat Poincare auch alles, Interesse daran, die ftanzösischen Wahlen unter keinen Um« ständen vor den deutschen Relchstagswahlen tatl- aen zu taffen, denn er erhofft sich von einem in ^ankreich erwarteten und gewunschten Sieg de putschen Rechtsradikal,s-mus eure günstige Paro.e Ur den französischen Wahlfeldzug, ben er ata Ministerpräsident leiten darf, -vn der Woche vom | 4. bis 11. Mai, frisch unter dem Eindruck des Aus- , fttttes der deutschen Wahlen, läßt sich allerhand «mternehmeii m der chauvinist. Erhitzung der franz ' I fischen Gemüter. Wie sehr man an der Seme alle Fragen diesem Gesichtspunkt unterordnet zMgt eme Darstellung des Pariser Berichterstasters k^r firnes", welcher ausführt, daß man m gewissen amtlichen französischen Kreisen der Ansicht sei, es müßten weitere Verhandlungen zwischenhin Alliierten stattfinden, angesichts der MWlMest, daß Deutschland die Anempfehlungen der Sachvm- ständigen -Ausschuss e nicht annehme. Es wnde darauf hingewiesen, daß die Tendenz in Deutschland nach Rechts weise, und daß die bevorstehentan Wahlen die deutsche Reaküon stärken konnte. Dte Wirkung einer derartigen Entwicklung m Deutschlcmd werden die Stärkung der Rechten be, den fran^st- schein Wahlen, die kurz nach den deulschen staüf'.n- den, zur Folge haben. Aus diesem Grunde fei man in Paris der Ansicht, daß eine Zusammenkunft französischer und englischer Vertreter abgehalten werden stlll, bevor irgend welche öffentbchen Vorschläge an Deutschland gemacht würden.
Aus diesen Sätzen ze«hnen sich die französischen Gedankengänge klar ab, und die „Germania zteyt die richtige Schlußfolgernug, wennjie schreibt: .Das ängstliche Bemühen der herrschenden Parteien in Frankreich, die Kammerwahlen auf kemen Fau vor den deutschen Reichstagswahlen stattMtan zu taffen, zeigt, welche Hoffmmgen der Nattonale Black auf die „Tendenz nach R«hts m Deuhchland fetzt. Die weiteren spekulativen Gedankengange der' Pariser Regierungskreist in Bezug auf das deutsche Wahlergebnis gehen aus der vorstehenden Meldung deutsich hervor. Man hofft sehnsüchtig bei dem erwarteten Ruck nach Rechts, auch nut Rücksicht auf das Ergebnis der Sachverstandigenkonse- wnz, an der sich die französische Regierung, st. unangenehm ihr offenbar der amerikanische Vorschlag wär, nicht mehr vorbeidrücken konnte. Mau wartet auf einen deutschen Gegenzug geeigne.en Vorwand, um die Empfehlungen der sachverständigen durch em polittsches Kompronnß verwässern rmd Ausoristl) machen zu können. Auf französischer, wie auf deutscher Seite gibt es eben Leute, die einen Ausgleich der deutsch-französischen Probleme furchten, weil sie an dem Zwist der Böller ihr armjeli- «es Parteisüppchen kochen wollen. Mehr denn }e finden die kommenden Reichstagswahlen unter außenpolltisthen Gesichtspunkten statt, und die Wähler werden sich darüber klar fein müffen, ob sie das Vaterland über die Partei, oder die Partei
Beweaqründe werden ihm nicht vorgeworfen, dich Hal er aerata als Beamter feine Staatspflicht gröblich ver- teht6 Weber, der der politische Lefter des Kampfbun- bto war, hat den Befehl zum Losschlagen gegeben. Er hat an allen Besprechungen im Kampfbunde teflgenom- men und stets versucht, die Entscheidung, schwarz-w-iß- rotem Sinne herbeizuführen. Er hat die Müglieder tas Freikorps Oberland alarmiett, war m der Polizndire^ tion rmd im Wehrkreiskommando. Er beteiligte 6* ®“* an dem Demonstrationszug, obwohl er wußte daß «ahr, Loffow und Seißer auf einem anderen Standpunkt stan- den. Er wußte, daß der Putsch nur möglich war, wenn die bayerische und die Reichsverfaffung geändert wurden. Er ist des Hochverrats schuldig. Sein Verbrechen 'st um so größer, als auch er Beamter ist. Der Angeklagte Röhm ist der Setter der „Reichsknegsflagge Er hat der Staatsverfaffung mit offener Gewalt Widerstand geleistet, obwohl er aktiver Reichswehrossizler gewesen mar. Das ist strafverschärfend. Zu seinen Gunsfen spricht nur, daß er an die völkische Sache glaubte. Er hat sich der Beihllfe schuldig gemacht.
Der Angeklagte Brückner hat Beihilfe zm Ver- saffungsänderung geleistet. (
Per frühere Seutnant Wagner war Angehöriger der Jnfanterieschule und lernte als solcher Roßbach kennen Er besuchte dann Hillers Versammlungen, war mit mehreren Kameraden bei Ludendorff und gewann dort den Eindruck, daß die völkische »ache siegen wurde. Er wurde in den Puffch eingeweiht und war bereit, mitzu- helfen. Er gewann die Jnsanterieschuler für das Unternehmen und verheimlichte fernen Vorgefetzten alle Bor- bereifungen in der Jnfanterieschule selbst. Wagner wollte dar Generalstaatskommissariat besetzen. Bemerkenswer ist, daß die Stammoffiziere die Jnsanterieschuler zu überzeugen suchten, daß die Reichswehr nicht miUnache. und viele Offziersschüler haben daraushm von dem Puffch abgetanen. Wagner aber bestand daraus, und er schloß sich sogar dem Zug in die Stadt an mit der Erklärung, man werde ja sehen, ob die Reichswehr und Votisei auf nationale Männer schießen werde. Wagners Verhaften bedeutet Beihilfe zmn Hochverrat. Ihm wird besonders zur Last gelegt, daß er als junger Offizier sich darüber hchweggesetzt Hot, taß -r dem Reich mrd dem Staat Treue, seinen Dorgefetzten Gehorsam schuldig war.
Der letzte Angeklagte, Oberleutnant Pernet, W afa Süesiohn Ludendorffs den Leutnant Wagner zur Beipre.
* chung ins Oberkommando etngelaben. Abends HM er bann feinen Stiefvater in den Burgerbraukeller geholl und hat am nächsten Tag für Hiller Geld beMagnahmt und so Beihilfe zum HochverrM geleistet.
Nach Verkündigung der Strafanträge wurden die Verhandlungen auf 4 Uhr vertagt.
Am Nachmittag sprach als erster Verteidiger Hitlers Rechtsanwalt Roder. Er wendet sich vor allem gege Kahr, der den Kampf gegen Berlin gewollt und erktart habe er verhandele mit der Reicholeitung uberta p nicht' mehr. Er habe den Vollzug des Republrkschutz- gesetze? eingestellt und Haftbefehle des Reiches und Sachsens nicht vollziehen taffen. Kahr und Loffow hätten sich in offenem Kampfe mit Berlin befunden Der Verteidiger verliest dann den Aufruf der Kahr^ Organisation „Bayern und Reich zum Kampf gegen Berlin-. Nach seiner Auffaffung batten sich sch ^m Oktober Kahr, Loffow und seiffer E wesentlich den Plänen und Absichten der heutigen Angeklagten einverstanden erklärt. Die aufgetretenen Zeugen haben nach ferner Meinung keinen Anspruch Glaubwürdig leit Am 8. November seien diese Herren nicht bedroh , LWMZGW klagten hätten nichts weiter getan als m Kahr, den sie als Verkörperung der bayerifchen etaatS- getoalt erachteten, mitzuwirken. Er beantragt du- Freisprecstung Hitlers
«erontworniS
-tUe 8süli>ßcr Ädiettbrudexei ft, Fwda. * 4
“ aSBreiSi Monat März 1.80
* Die Sparmaßnahmen in Frankreich. parlamentarischen Kreisen spricht man davon, daß die im Haushalt vom Parlament festgesetzte Er- sparnis von einer Milliarde die Abschaffung des Gesundheits- und des Arbeitsrnrntsteriuins, sowie die Verschmelzung des Handels- und des Land- wirtschaftsministeriums in em Ministerium der nationalen Wirtschaft, weiter die Umwandlung mehrerer Unterstaatssekretariate in Direktionen und die Abschaffung der meisten Unterprafekten nach sich '• | ziehen könnte. Die Regierung hat hierüber noch - keine Entscheidung gettoffen, aber die verfchiedenen
1 Ministerien prüfen augenblicklich die allgemeine Verschmelzung der öffentlichen Dienste.
— Die moderne Türkei. Nach einer Meldung der .Chicago Txibune' aus Konstantinopel hat du ans fern besetzten Gebiet. IZLÄ'rS.
KÄÄ1 - - ""“ bahndirektion noch nicht erfolgen, da eine E mg . g mit der Regie wegen Veremfachnng des PaßkontroU. wesens bisher nicht zustande S-kowmeii u"d oawft «ine pünktliche Durchführung der Schnellzuge nicht gewahr leistet ist. _________________
mftidier Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda. —--
mtlict) 7 ---" I Ä'Ä'SÄ'iÄ IS SSS 51. Zahrg.
------------ »tarnet. - — — •*1 tlMÄ I attfwa auswärts Goldmark. • Bei Wiederholungen Rabatt. V-Mcheckkonto Frankfurt « 40S1