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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

greitag, 21. Mär- 1924

fit. 69

ment dann aus»

jetzig für die eigenen Wahlen auszuschlachten um

Beschlagnahme.

Paris.

es am Rückenfell und Rach Hause zurückge- Häschen einem meiner befreundeten deutschen

Er nahm seinen kleinen, in die Arme, und wir Haus. Unsere fröhlich«

so schön, einmal muß sie

aufs neue klagte er weinend, onch lebenswannen Liebling gingen langsam zurück ins Stimmung war dahin.

Der kleine Sungura erhielt als Stall eine geräumige Kiste, die auf der Veranda des Hauses ihren Platz fand. Des Häschens Nahrung bestand zunächst nur in Milch; später wurden trockene Semmel hineingebrockt. Dabei gedieh „SBräundien*, wie mein junaer Freund das

in feiner grauen Umgebung.

Rasch bückte ich mich, faßte barg es in meiner Rocktasche, kehrt, schenkte ich das niedliche Schüler, dem Söhnchen einer Familie.

Tierchen nannte, ganz prächtig. In der ersten Zeit nahm es sein Futter allerdings nur in der Nacht; tagsüber saß es in der dunkelsten Ecke des Stalles nutz rührt« sich nicht.

Da sich fein Pfleger dauernd mit ihm beschäftigte, wurde Freund Löffelmann bald zutraulich und schfteß- llch ganz zahm. Nach einigen Wochen war er bedeutend größer und stärker geworden und erhielt nun auch derbere Kost: Gras und Kcchlblätter, gekochte Kartoffeln und Drotabfälle. Auch die Strünke des Kohls unh grüne Zweige süßen Holzes wurden ihm gereicht; daran fanden feine meißelartigen Nagezähne genügend Arbeit. Dräunchen sorgte durch fein drolliges, liebes Wesen für die Unterhaltung der ganzen Familie; er war aller Freund geworden.

Eines Nachmittags machte ich einen Besuch, um bei dieser Gelegenheit auch den Hasen zu besichtigen. Wäh­rend wir am Kaffeetisch faßen, sprang und ja"te der Junge mH feinem kleinen Gespielen auf der Veranda hin und her. Plötzlich schrie das Kind laut auf: wir hörten einen dumpfen Fall. Dräunchen mar im liebe", mut durch die Sprossen des Derandageländers gekrochen und vom ersten Stockwerk hinab auf die Straße ge­sprungen. Dort lag er und rührte fein Glied.

Eilend strebten wir alle nach unten und standen bald bei chm. Er war tot. Mein kleiner Freund war untröstlich; Tränen entströmten unaufhaltsam seinen Augen. Wir suchten chn zu beruhigen, aber immer

unser Höschen tm Hausgarten der Erde übergehen. Unter rauschenden Palmen und großen afrikanischen Blumen liegt es dort in feinem letzten ßr^er.

(Fortsetzung folgt)

Die Reparationskommission bat be­stimmt, daß Deutschland für den Monat April tv'e in den vorn 'Sreciangenen Monaten 1 800 000 Tonnen Ko I- auf Rep-irot-vn Skonto zu liefern habe.

In einem offiziösen Dementi der französischen Regierung werden die Mitteilungen des „Berliner Tageblatts" über ein Geheimabkommen zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei für von An­fang bis Ende erfunden bezeichnet. Es bestehe in dieser Hinsicht zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei kein anderes Slbfommen, als der Vertrag vom 25. Januar 1924, der veröffentlicht und soeben von dem französischen Vertreter Hano- teaux und dem tschechischen Vertreter, Außenmini­ster Dr. Benesch, satzungsgemäß dem Völkerbund mitgeteilt worden sei.

Die Aufnahme in Italien.

Aus Rom wird gemeldet: Alle Blätter nehmen kn ihren Leitartikeln Stellung gegen die Verdäch- tigatng der ita'iemschen Politik durch den „T e nt p s". Gleichzeitig veröffentlicht die gesamte Presse die Ent­hüllungen des „Berliner Tageblatts". Die ,.Jd-a Raffonale" verlangt Aufklärung über den Versuch Frankreichs, Italien zu isolieren, ein Ver­such, der für Italien Beweis und Warw'ngzugleich fei. „Agenra Volta" weift auf die in Reaierungs- rrekfen herrschende Zurückhaltung gegenüber den Enthüllungen des „Berliner Tageblatts" hin, gibt aber den Emdruck auf die öffentliche Meinung Ita­liens zu und spricht die Erwartung aus, daß Frank­reich und die Tschecho-Slowakei in der Lage fein weichen, eine solche Aufklärung zu geben, die den üblen Eindruck zerstreuen könnten.

Marx in Wien.

Reichskanzler Marx und Reichsminister des Aeußern Strefemann sind in Begleitung des Staatssekretärs Bracht eingetroffen. Auf dem Bahn- Hof in Wien fandm sich zur Begrüßung ein: Bun­deskanzler Dr. Seipel, Vizekanzler _ Dr. Frank, Bundesminister des Aeußern Dr ®vünberger, der österreichische Gesandte in Berlin Riedl. Rach ge­genseitiger Dorstellung begaben sich die Gäste mit den österreichschen Ministern, einer Einladung des deutschen Gesandten in Wien Dr. Pfeiffer folgend, in die deutsche Gesandtschaft, wo ein Tee gegeben wurde.

Sväter statteten Reichskanzler Dr. Marx und Dr. Strefemann dem Bundespräsidenten, dem Brmdeskanzler, den Ministern des Kabinetts, dem Dürgermeffter der Stadt Wien, dem Polizeipräsiden­ten, sowie dem Kardinal Piffl ihren offiziellen Be-

„ScheiM die Sonne noch untergeben.* Als die Tageskönigin am Abend alles mit einem rotgoldenen Schein überflutete, haben wir

und war sofort in Gras und Dornen verschwunden, lieber den Unterarm des Alten aber zogen sich zwei lange Mutige Kratzwunden, die das „arme" Häschen feinem Retter dankbarst gerissen hatte.

Die Hand hielt noch krampfhaft ein großes Büschel Hasenwolle als letztes Andenken an den EMfprungenen. Schimpfend und feine Armbinde leckend, von feinen Genossen aber weidlich verhöhnt und ausgelacht, hum­pelte der alte Opa von bannen.

Etwa eine Stunde später ging ich in der Dämmerung nach der Stadt. Auf halbem Wege sah ich im Straßen­graben eine Gestalt liegen. Ich trat näher und er­kannte meinen alten Steinbrecher. Er war total be­trunken. Um ihn herum lagen einige Tüten, gefüllt mit Reis, Hirse und sonstigen Sachen.

„Was machst du hier im Graben, Mzee?"

„Herr, hier ist's doch wunderschön, ich ruhe mich nur etwas aus.*

„Sieh lieber auf und gehe nach Hauke; es wird dunkel, und deine Mama wartet auf dich."

„Ach, Herr, es geht nicht gut; der Hase, dieses ver- ftuchte Geschöpf, dieser Sctyeitani, o, er hat mir meine Beine verhext, warum mußte ich das Teufelsvieh auch berühren! Hätten wir ihn doch ersaufen lassen!*

„Ich verstehe dich nicht, Alter. Wieso hm das Häs­chen deine 5?eine verhext?*

„Herr, die Kraft ist aus ihnen verschwunden; sie knicken einfach ein. Hier bin ich plötzlich zusammen- gesunken, als hätte mir jemand die Beine unterm Leibe weggemäht. Die ganze Hand hatte ich voll Hafenwolle, als er uns entwischte. Seinen Schwanz hätte ich ihm ausreißen sollen; das wäre ein Ganga (Zaubermittel) gewesen, gegen das der Sungura selbst nicht ankämpfen kann. Dann läge ich gewiß nicht so hilflos hier."

„Mzee, wo hast du deinen Lohn, den ich dir vorhin ausgehändigt habe?*

„Herr, ich habe alle diese Sachen für die Frau ge­kauft, der Rest des Geldes muh noch im Schuka (Lenden- tuch) einaebunben sein."

W BslMttts SonnenloaD.

Charakter-, Tier- unb Iagdbilder aus Deutsch-Ostafrika. Don Rektor Rudolf S e n b f e, Fulda.

Freund Wjselmann Sungura, der Hase.

II. ;

Wieder einmal kamen die Leute lachend und scher- zend durch den Busch langsam auf meinen Standort zu. Am brande saß ein ganz alter Steinbrucharbeiter und ruhte sich von der Arbeit aus.' Da ging ein Hase hoch, . sagte den Strand entlang unb stieß plötzlich unvermutet auf den dort liegenden Alten. Entsetzt prallte er zurück, machte vor den nach ihm greifenden Händen einen gewalligen Seltensprung und sauste die Steilküste hinab ins Meer.

Johlend kam die gesamte Ardeiterschar herzugelaufen. Wir schauten über die Klippen hinunter ins Wasser des Ozeans. Auf sich rythmifch schaukelnden Fluten lag das Häschen und versuchte an der steilen Felsenwand ver­geblich festen Fuß zu fassen. Die Wellen trugen ihn hoch unb nahmen ihn wieder mit zurück. „Rasch, laufe ins Hous unb hole mir einen Sandkorb und ein langes Kokosseil," befahl ich einem der Leute. Nach kurzer Zeit war der Mann mit dem Gewünschten wieder zurück. Wir befestigten den Korb an dem Strick unb ließen ihn hinab auf das vier bis fünf Meter unter uns wogende Wasser. Nach langem Bemühen hatten mir bas Häschen endlich auf gefischt und zogen es herauf.

Klatschnaß unb zusammengekuschelt saß es in dem Dastkorb. Neugierig beugte sich die ganze Gesellschaft über bas arme verängstigte Hafcherl.

Der alte Steinbrucharbeiter faßte es am Fell im Genick, hob es empor, lachte über bas ganze Gesicht unb sagte grinsend: „Haben wir dich, du Schlauberger!" Plötzlich ein Schrei, ein Hochwerfen des Armes; Sun- gnra, der Schlauberger, huschte zwischen all den Men- schenbemen binburdi raste in gewaltigen Sätzen dabm

Reichstag der „Reichstay der '^evan-ye fein werde und daß Frankreich darum auf der Hut ein und dem zu erwartenden Sieg der deutschen „Rafionalisten" sofort die entsprechende Antwort geben müsse. Auch die Potsdamer Stadtvero^ne-,

Der Umstand, daß die deutschen. N'lchstagswah. len noch vor den französischen'Neu­wahlen zu liegen kommen, erfüllt den ,,-üoc national" Pomcares mit starker Zuversicht. Denn diese Kresse hoffen, daß die Wahlen m - — •- m--*ien erbringen wer-

Peranlworttirb ür b-.e ectriltleiiuw Dr. Sobanne» «tarnet. Anzeigen: I $ tirteller, Fmda. Rotationsdruck und Verlag der - Fuldaer »dienbiutfetei in Nulda. Nerulvrechrr Nr. S- %

Ve-unKvrei8: SToitaf Sißt» 1.80 Noldmark-

„friedensfeindliches" Deutschland in die Hand zu geben. Ein Sieg des Rechtsradikalismus aber würde, wie die französischen Pressestimmen zur Ge­nüge erkennen lassen, als ein solcher angeblicher De- weis ausgemünzt werden. Es ist allerdings an- 'chtig, daß die „nationalistischen" itschlcmd einen mächtigen Antrieb

Ich sah nach — nicht ein Heller war zu finden. „After Freund, jetzt kenne ich den Zauberer, der deine Beine verhext hat; du bsst wieder mal bi eine Palm- weinschenke geraten unb hast in ganz kurzer Zelt ein paar Flaschen des süßfauern Getränks durch deine stets durstige Gurgel gejagt.*

Mzee ließ den Kopf auf die Brust sinken. „Herr, Ich bin verführt worden; mein Freund Rajabu war schuld.*

Es ist doch zu schön, wenn man jemand hat, auf den man alles abwälzen kann. „Ich glaube dir, Mzee. Jetzt komm, es Ist dunkel, gehe heim zur Mama. Sie erwartet dich sehnlichst, unb sie hat auch die Macht, dich wieder zu entzaubern.*

Nur zu oft schallte die Äommanboftlmme der schreck­haften alten Tantippe wie bes Zerberus Gebelle bis zu meinem Haufe herüber. Ich half dem tatterichen Lebegreis auf die Beine, gab ihm feine Tüten in die Hand unb sah ihm nach, wie er im Zickzack die Straße binabmanberte, feinem Schicksal entgegen.

Der Zauber feines Hausdrachens Manafcha hat ge­holfen; am folgenden Montag morgen war Mzee ganz lleinlaut und arbeitete wie „e geschlagener Mann.*

Es war kurz nach der großen Regenzeit, anfang Juni. Da fand ich eines Tages zufällig unter einem Dornstrauch tm Busch einen etwa vierzehn Tage alten Hasen. Die Löffel dicht an den Körper gelegt, saß das Tierchen geduckt und mäuschenstill unb verschwand ganz

51. Zahrg.

auswärts 0.80 «olbmatt ••

Deutscher Reich. Der französische Dahlkerrnfd.

= Politische Personennachrlckiten. Der au» der I Die Entscheidung, roann m Frankreich die Wah- deutscheu Volkspartei nu8netretene Landtag?- I len stattfinden, ist noch nicht gefallen. Man rechnet obgeordnete Niedemann-Spandau ist nach ein« I mit dem 27. April. Allerdings müßte in diesem stimmigem Fraktionsbe chluß in die deutsch. I Falle die Kammer ihre noch ziemlich starken Rest- nationale BolkSpartei ausgenommen worden. I arbeiten beschleunigt erledigt haben. Der darauf

Der amtliche Preußische Pressedienst verbreitet aus dem Vorbericht über den nunmehr fertiggestell- tcn E n twu r f des preußischen Etats für 1924 eine Reihe von Angaben, denen zu entnehmen fft:

Die Einnahmen sind auf 2 309 407 723 Goldmark verairsthlagt, die dauernden Ausgaben aut 1038 694 636, die einmaligen Ausgaben auf 370803 037. Die Einnahmen und Ausgaben hal­ten sich also das Gleichgewicht. Verglichen mit 1913 erhöhten sich 1924 die laufenden Einnah­men um rund 38,45 Millionen, die dauernden Aus­gaben verminderten sich um 262,28 Millionen. .Ins­gesamt weist der Haushalt für 1924 eine Derbeffe- rung in Höhe des Ueberschusses der Eisenbahnver­waltung für 1913 mit 2343 Millionen nach.

Die Ausgleichung des neuen Etats war nur durch äußerste Ausschöpfung aller staat­lichen Einnahmeauellen und durch schärfste Spar- amkeitsMaßnahmen möglich, ferner da­durch, daß als neue preußische Steuereinnahmen in den Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung rund 322,15 Millionen eingestellt wurden.

Ans den der Etatsa'fffteNuno zugrunde liegen’ jen allgemein-finanzpolitischen Erwägungen ist her» orzuheben: Bei der Aufstellung des Haushalts­planes stand der Gesichtspunkt im Vordergrund, daß die Balansierung des Haushalts zwingende Varaussetzimg für die Aufrechterhaltung unserer Währung ist. Die Aufbringung der Geldmittel dürft- eine Anleihe für den laufenden Staatsbedarf stoßt, ganz abgesehen von der entgegenstehenden Bestim-mung des Art. 65 der Verfassung, auf die größten Schwierigkeiten. Äm Auslande bildet die Reparationshypothrk der Ententestaalen ein un­überwindliches Hindernis, im Jnlande fft die Lage des Geldmarktes so gedrückt, daß die Auflegung einer Anleihe für absehbare Zeit einen Erfolg nicht verspricht. Auch durch den Verkauf oder die Ser- vfändung des an sich sehr wertvollen Staatsbesitzes n Geldmittel nicht fluffig, crnmacht

werden. Hinzu fontint, daß die vom Reich bisher gewahrten Reichsbesoldungszuschüsse nach der drit­ten Steuernotverordnung mit dem 1. April in Weg­fall kommen. Sei der Bemessung der einzelnen Haushaltsansätze ist — soweit die zum Teil stark veränderten Verhältnisse es zuließen — von dem Ist-Ergebnis des Haushaltsjahres 1913 ausgegan- gen worden.

Der Etat enthält einige bemerkenswerte Reu- regeltmgen: Die Einnahmen und Ausgaben der auf eine Aktiengeselffchaft zur «Verwaltuna und Aus­beutung des staatlichen Bergwerksbesstzes über- gegangenen Werke sind im vorliegenden Haushalt nicht mehr veranschlagt. An ihre Stelle ist das von der Aktiengesellschaft zu entrichtende Entgelt

... AtxtxA , Die Reichrlagrwahlen Der preußische Haushaltsplan für 1924. im außenpolitischen richt

WMrnmer 18 W. (mit WM. Mm? 15 M)

Fuld aerZettung

WS Ml> Wg lkMkS O.

Zur EnfhLllung über den Gcheimbund.

Die hier veröffentlichten Mitteilungen über einen ßnilitärisch-politischen Geheimvertrag zwischen Frank­reich und der Tschechoslowakei haben in Prag und Paris das zu erwartende Echo gefüllten.

In Prag hat der Außenminister Dr. B e n e f ch auf eine Anfrage hin erklärt, er habe große Be­denken, ob er sich trat diesen Dingen befassen solle, da er sich nur ungern mit unseriösen und io törichten Dingen befasse. Wie er schon wie­derholt erklärt habe, schließe er keine geheimen Verträge ab un-d wolle sie auch in Zukunft nicht abschließen. Damit sei das Dementi der Berliner Meldungen gegeben. Was die Angelegenheit selbst betrifft, so erklärte er, daß hier zwei Faktoren nötig seien, der eine, der fälsche und der andere, der solche Fälschungen glaube. Die Fälschung sei in diesem Falle entweder ungebildet oder ver­brecherisch.

Gegenüber dieser Ableugnung hält das „Ber­liner Tageblatt" seine Behauptungen aufrecht. Zu den Ausführungen Dr. Benesch bemerkt das Blatt, der sonst so höflich und auf angenehme Verkehrs- formen Wert legende Herr Benesch mache seiner gereizten Stimmung, die durchaus begreiflich sei, in sehr viel Schimpfw orten Luft. Das Blatt will, da es nicht wie Benesch Ursache zur Nervo­sität habe, die Angelegenheit in dem Ton ruhiger Sachlichkeit weiter verhandeln, der dem Ernst der Dokumente angemessen sei. Zu den Beweisen, die Herr Benesch führt, um den ver­öffentlichten Dokumenten den Charakter einer Fäl­schung zu geben, erklärt das Blatt, daß es sich hier­bei um kleine Uebersetzungsfehler handele. Wie das Tageblatt meldet, ist der B r ün n er T a g es» Bote wegen Wiedergabe der Veröffentlichung über die geheimen Abmachungen zwischen Frank­reich und der Tschecho-Slowakei beschlag­nahmt worden. Die meisten deutschen Blätter in Prag haben die Wiedergabe der Veröffent­lichung unterlassen, offenbar aus Furcht vor der

... _ I dererseits auch richtig, daß die „nationalistischen" such ab. Um halb 8 abends gab der deiusche Ge- I Auswüchse in Deutschland einen mächtigen Antrieb sandte ein Abendessen, an dem außer ^^onXfer I durch den Nationalismus der fanzösi- Marx und Reichsm,nister Strefemann mit ihrer Be° f$en erhalten habe, allein das ist noch

aleiti'ng Bmtdssvrasi^t Hämisch, Bundeskanzler ^in Beweis für die Zweckmäßigkeit des Dr. Seipel und die österreichischen Minister tetlnah- rechtsradikalen Wortheldentums.

men- Dor Beginn der Tafel brachte der reichs- Wir Deuffche müssen, wenn wir auf die Dauer putsche Mannergesan^e^in tm Vorhos bes ®e» I feder eine Rolle in der Welt spielen wollen, eine sandtschaitsge aiches dem Reichskcn^ler em StSnd- I Mehrheit des Volkes dafür gewinnen, Phrasen-

m e ! drescher von vornherein als politischer Führer a b-

f?inen herzsichsten Dan> für dte siebens- I zulehnen. Vorläufig sind wir leider noch nicht

würdige Begrüßung aus. I |0 Weit. Das wird auch der Wahlkampf, der uns

--------------- " I bevorsteht, wieder aufs neue zeigen.

unb der zu erwartende Gewinnanteil getreten. Für die erst im Rechnungsjahr 1924 auf die Aktien­gesellschaft übergehenden Staatswerke wird ein Üebergangshaushalt vorgelegt. Der Staatskommff- iar für dfe öffenlsiche Ordnung und das Landes- »Denn Sieze «rege v“d

poliMamt, die aufgelöst werden, und deren Geschäfte Deutschland einen Sieg ber Rechten zum 1 April auf das Ministerium übergehen, er- I E, und lauern darauf, dteses Mo scheinen im Etat nicht mehr. Zs-big für die eigenen Wahlen au^^^^^.^.

Als Stichtag für den in den Haushaltsplan für Stimmung gegen D e u t s ch l a n d M machen 1924 aufzunehmenden Personal st and ist I und so dem „bloc national die btsherDeuberragen« grundsätzlich der 2 Oktober 1923 als der Aus- | Gtelhma in der französischen KanNer wieder ju gangszeitpunkt des Personalabbaues angenommen worden. Rach dem Retto-Doranschlag sollen u. a. die Domänen 4,3 Millionen gegen 15,7 Millionen im Jahre 1913 einbringen. Hier machen sich ms- besondere auch die Folgen der Gebietsabtre­tungen bemerkbar. Die Forsten erbringen 142,8 Millionen, d. h. 78,7 Millionen mehr als . ------ _

1913. Dem für 1913 auf 20,2 Millionen veran- tm-Wahlen werden von der gesamten französischen schlagten Ueberschuß des Betriebes der Berg- bereits als ein Beleg dafür angesehen, daß

werks-. Hütten- und Salinenverwaltung stehen I bie „Revanche-Parteien* wie die „Siberte m ihrer für 1924 nur 5.1 Millionen gegenüber. Diese Ver- I Ueberschriftszeile schreibt, bedeutend an Boden ge. schleckterung ist hauptsächlich darauf zuruckzufuh- I ^bme. -

ren, daß die ertragreichsten staatlichen Gruben an I Mx wollen hier ht keine Untersuchung der mußt- der Saar und Oberschlesien der staatlichen Aus- 1 gen grcrge eintreten, ob die Parteien der deutschen beutung entzogen und nur die schon in der Bor- l Rechten tatsächsich mit „Revanchismus identisch kriegszeit als wenig ertragreich geltenden Berg- I mtr fogat überzeugt, daß manche deutsch- werke des Bezirks Recklinghausen dem Staate vor- I nationale Worthelden, wenn sie in die Zwangslage läufig verblieben sind. m ■ I kämen, regieren zu müssen, auch keine andere

Im ganzen machen die veranschlagten Rem- I Außenpolitik als Wirth oder Marx oder ertrage der Betriebsverwaltungen 118,7 Millionen > Strefemann machen würden. Aber das Un- gegen 127,1 Millionen 1913 aus. Zu ihnen kom- rechtsradikalen Wortgetöses liegt

men noch Steuern und Abgaben im Betrage von . & Don cinem mißgünstigen Auslande als

984,2 Millionen acgenuber 498,3 Mchivnen direkte I » Deutschland genutzt wird. Und in Steuern und Zölle und indirekte Steuern 1913, I ^^^tnis dieser Sachlage findet sich auch in engli- insgelamt also 507,5 Millionen Mehreinnahmen ,, Blättern vielfach der Hinweis, daß ein Wahl- der Betriebsverwaltungen und Steuern aus 19lL. I Deutschnationalen unb der Deuffchvölki-

Die StaatsvrrwachiNgsausgaben machen dem- ein Unglück für Deutschland wäre und alle gegenüber 1132,9 Millionen gegenüber 859,5 Mil- I A^x^gspläne verhängnisvoll beeinflussen würde, lionen 1913 aus. Davon entfallen auf die allge- ( $e8r,fner Dörsen-Eourier" (9tr. 132 vom 1A, meine ^'7^zverwaltung 218,4 gegen 65,6 MU I 1J)2 * r. Unre*t wenn er schreibt: lionen 1913. c k . I „ES «ibt keine stoffliche KriegSmö,,Uchkeit, die von

Don den einzelnen Ministerien erforbert Den l Deutschland, pleickviel von wem es regiert wird, aus. umfangreichsten Zuschuß wie stets das I ginpe; aber es pibt jenseits der Westgrenzcn eine Be- Ministerium für Wissenschaft, K u n st u n d I reitfebaft, an deutschen KrienSwilIen gn glauben, durch- Volksbildung mit 369,9 Millionen, während I die, wenn nicht der Krieg, so doch unabsehbare Fried, daa Finanzministerium mit 93, das Landwirt- I lostgkeit über den Erdteil täme. Nicht KriegSgefähriichke't scbastsministerium mit 33.6, das Handelsminffte- macht die deuifche Rechte so ungeeignet, $um He.l de» fcyastsmiNiiier um Hnnem mit I Landes und Erdteile zu regieren: sondern ihre Un.

rwm mü 13,9, °as Ministerium des .. nnern m t i ruhigen Aufbau und die Unüberwindlichkeij

127,2 Millionen Zuschuß auskommen. Dem Wobl- im Ausland-

fiibrtsmimstermm wird ^ein Zuschuß^v^ l66,5 {ft nidy. leuQtlcn, daß es höchst unklug

Millionen zur .^^iugung g s - i | I0gte t,em Ausland angebliche Belege für ein

der Staatsschuloenverwainrnfl ermatztgre iiu) tm ■ — - - -• - p - - -

Ziisammenhang mit der Verminderung der vreu- I ßischen Schulden nach dem Uebergong der C,fen° bahnen auf das Reich auf 11,9 gegen 95,1 Mil­lionen 1913.