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M 65.

Sonntag, 16. Mär; 1924.

Vie viele Parteien?

»,r kommende Wahlkampf wird nicht weniger I .. etron zwei Dutzend Parteien mtt emander I i*2 hie Palme ringen sehen. Der letzt z« Ende ge« k^aene Reichstag batte zwölf Parielen, und zwar I *6.n^rten bei den letzten Wahlen die Sozraldemo-

180 Sitze, daß Zen,rum 72, die Deutlch- ,r tinnalen 68 die Deutsche Volkspartei 65, du LmÄten 40, die bayrische Do'kSpartei 20, d.« kommunistische Partei 11, der Bayrisch« Dauern-

I K 4, Vie Deutschvölkische« 3, die Unabhängigen « die Deutsch-Lannoverschen 2. JBet keiner Partei just« rum Teil Kommunisten) 5.

U Außerdem batten Listen aufgestellt: Tu Deut« f4e Mittklstandtparler, die Deutsche Wrrtschasts- ! Lh Aibeitspariei, die nationaldemokrausche Volks« “Lei der Deutsche Wirtschaftsbund für Stadt und a«nd Christliche Voikspartei, Deutsch-Sogallstlsche Ba.tei, LauNtzer Voikspartei, Polenparter, Reform- ,ruynC, Christlichsoziale Dolkspartei. .

■ ® Diesmal kommen bestimmt neu hinzu: Die Republikanische Partei, ferner die Wirtschaftsparte» des Deutschen Mittelstandes. .

B ■ Weiterhin mutz man berückstchtrgen, daß Partel« {hiitterunaen auch in den vorhandenen Partien m Wahlkampf sich voraussichtlich geltend, machen treiben. So gedenkt die nationalliberale Vereinigung, die sich jetzt von der Deutschen Voikspartei abge« iondert hat, eiaene Kandidaten aufzustellen, im Westen ist eine Christ-soziale Partei entstanden die mu eigenen Kandidaturen hervortritt und derglerchen mehr. Man wird also mindestens mit zwei Duyend Parteien im kommenden Wahlkampf sich zu befassen haben. _____________

Veamtenfragen.

— vie ltommnnaldeamten tw Yeffen-Naffa«. Am Sonntag fand inKirchhain ein stark aus allen Teilen der Provinz und ihren besetzten Terlen besuchter Ber. tretertag der Bezirksgruppe Heffen-Naffau und Waldeck des Verbandes der Kommunatbeamten und Angestellten Preußen» statt. Den Vorsitz führte Ber- waltun-Soberrnspektor Gerrng.Frankfurt a. M. Mittelpunkt der Tagung stand ein längerer Vortrag des GeschäitSführens de» Gesamtverbandes, Meurer« Berlin, der als Vertreter de» Gesamtvorftande» er­schienen war. Redner verbreitete sich über dre zurzeit brennendsten Beamtenfrapen: Besoldung, Personalabbau, Arbeitszeit und Organisationsfragen. Der Abbau des Reickes könne nicht automatisch auf dre Gemeinden übertragen werden, da die Organe der Selbstvenval» tung ohnehin schon auS finanziellen Gründen eine sorg­fältige und sparsame Personalpolitrk verfolgt hatten. Zur .viane der Arbeitszeit sei zu bemerken, dah dre meisten deutschen Länder, hierunter auch Preußen, dem Vor­gehen des Reiches in bezug auf die öt-Stundenwoche nicht gefolgt feien. Schließlich behandelte Redner noch die großen OrganisationSfragen der deutschen Beamten«

W - Zwei neue Laufbahn« iw «senbahubettleb. ■Otoet neue Laufbahnen werden jetzt bei der RerchS. bahn durch Verfügungen deS RetchSverk-hrministerS ge« schaffen, einmal eine neue für die Zugbeg-eitbeamten, die Schaffner, Oberschaffner und Zugführer. Dann find Bestimmungen für die Heranbildung von Nachwuchs für die Stellen der Führer und Schaffner bei Triebwagenzügen, der Führer und Schaffner bet Einzeltrrebwagen und der Führer elektrischer Lokomo­tiven sowie für deren Laufbahn getroffen worden. Als Dlenst-mtänger für die Stellen der Schaffner,m Zug- begleitdienst kommen versorgungSberechttzte Perionen und Zivilanwärter in Betracht. Die Stellen der Ober- schaffner nnb Zugführer find BeforderungSst-llen. Wegen des Abbaues bleiben aber dre Pormerkltsten für Lohnbedienstete geschloffen.

6ns dem Nachbargebiet.

— Bünfelb. Am Sonntag, den 16. März, abend» v,8 Uhr, wird Herr Kaplan Henkel im großen Saal des Gesellenhau,es über das Thema: .Die Stellung der kath Kirche zum Judentum und zu dem deutsch, völkischen Bund- sprechen. Der kath. Meister- und Gesellenverem lädt zu diesem Vortrag herzlichst em.

— Gersfeld. Mit Ablauf deS Schuljahres kann die hiesige höhere Privatschule auf ihr 20 jähriges Bestehen unter der Leitung des Herrn Pfarrers Dr. Stute zurückdlicken. Durch eine schlichte Feier in der Schule soll der Tag festlich begangen werden.

-- GerSseld. In Sandberg, Mosbach und Spar­brod sind {leine Elektrizitätswerke für den Ortsbedarf durch Ausnutzung der Wasser- kraft im Entstehen begriffen. In Sparbrod sind , die Hausanschlüffe bereits fertiagestellt.

— Brückenau. AuS dem Dampf,ägewerk Bern­hardt sind in einer der letzten Nächte mehrere Leder­treibriemen gestohlen worden, sodaß das Werk nicht mehr arbeiten kann. Mit Hilfe eines Polizeihundes hat man die Suche nach den Dieben ausgenommen.

— Gelnhausen. In Davenport (Omaha) starb im Alter von 83 Jahren Pastor F. $). Schmidt. Er mar in Gelnhausen geboren imd kam im Aster von 14 Jahren nach Amerika. Den Bürgerkrieg hat er als Freiwilliger mitgemacht und die Schrecken ber Militärgefän gnisse von Libby, Dell Island und Andersonville durchlebt. Nach dem Kriege kam er nach Davenport, wo er bald zu Wohlstand gelangte.

— Hanau. Dor emigert Tagen nahm in den Nachmittagsstunden ein leidenschaftlicher Schwimmer an der Mainbrücke nach Steinheim sein erstes Lad in diesem Jahre. Nachdem er den Körper dann durch Dauerlauf und Steinstoßen wieder er­wärmt hatte, tauchte er abermals unter und ver­gnügte sich hn Wasser.

---- Don der Bergstraße. Bei Wisloch brachen wildernde Hunde in einen Schafpferch ein, zerfleischten mehrere Tiere und zersprengten die übrigen, von denen noch 43 in dem nahen Leim­bach ertranken. Ein kleiner Teil der Herde konnte gerettet werden.

----- Aus Thüringen. In den Färbereien in Greiz sind die Maschinisten und Handwerker wegen Lohnforderungen in einen wilden Streik getreten, sodaß die Betriebe ganz oder teilweise "ruhen müssen. — In Gera setzten einige Schul­knaben die bei dem Sommerbadneubau stehenden Feldkippwagen in Bewegung. Plötzlich wurde einer der Knaben durch zwei Wagen eingeklemmt, sodaß ihm der Brustkorb eingedrückt wurde. Au dem Wege zum Krankenhaus ist der Junge gestor­ben. — Die Gewerkschaft Rastenberg liegt seit einigen Wochen still, wodurch 500 Arbeiter brotlos wurden. Das Wirtschaftsminffterium hat Verhand­lungen angeknüpft, um einen Teil der Arbeiterschaft ’n einem andern großen Kalikonzern uuierzu- bringen. ____________

Neues aus Frankfurt.

= Die Frankfurter Sadiofiatton Mittwoch nber-.b «urde die «Mdestalion des Frankfurter Nundfunk- ^Nstes m der SLrftstrabe im Postscheckamt zum ersten

Fuldaer Helmng

r. »lalt.

*** Druck der Fuldaer Actteadruckerei ht Fulda.

Ai dis deM M!

Wahlaufruf der deutschen 2entrumspartei.

Der Reichstag hat durch Auflösung sein Ende gefunden. Das deutsche Volk ist zu Neuwahlen aufgerufen.

Bittere Notwendigkeiten und hartes Schicksal schloß der wechselreiche Gang der polstischen und wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre in sich ein. Unter dem ungeheuerlichen Druck von außen drohten Staat und Gesellschaft auseinanderzubre­chen. Die unsagbaren Leiden unseres Volkes zu mildern, die Einheit des Reiches und den inneren Frieden als kostbares Erbe und Unterpfand zu er­halten, war das Ziel ber Zentrumspartei.

Einer großen Dergangercheit des Vaterlandes gedenkend, galt unsere Arbeit der Not der Gegen­wart und dem Wiederaufbau. Der Verfassung Geltung zu verschaffen, die Staatsautorität neu zu begründen und sie allen zerstörenden Kräften ge- gegenüber zu halten, war unser Wille. Das ist wahr­haft nationale Tat.

Dienst am Vaterland

ist ber Inbegriff unserer nationalen Gesilmung. Darum haben wir seit den unglücklichen Tagen des Umsturzes in allen Wirrungen helfend Mit Hand angelegt, wo andere verantwortungslos versagten. Unsere Volksgenossen in den besetzten und bedräng­ten Gebieten trugen in bewunderungswerter Geduld Leiden und Dual ohne Zahl. Ueberall standen Zentrumsangehörige m der vorderen Linie der Abwehr. Sie legen Zeugnis erb für uns alle.

Der Weg zur inneren Ordnung und äußeren Freiheit ist hart und dornenrchei. Unser Volk ist ihn unter Not und Entbehrungen heldenmütig ge­schritten. Unser Schicksal verlangt, daß wir ihn weitergehen. Alle diejenigen, die außerhalb der Verantwortung blieben, haben mit ihren Angriffen und aufreizenden Schlagworten keinen anderen Weg zu zeigen vermocht.

Die Leidenszeit unseres Volkes ist noch nicht vor­über. Noch ringen wir mit der öffentlichen Mei- nung der Welt um sine gerechte Gestaltung und Anwendung des Versailler Friedensvertrages. Noch stehen wir vor unerfüllbaren Verpflichtungen, und untragbaren Lasten. Hier eine Lösung zu finden ohne Preisgabe von Ehre, Recht und Freiheit ist die alles überragende Aufgabe der deutschen Politik.

Alle Bemühungen such indes vergebens, wenn es uns nicht gelingt, die Grundlagen für unser wirtschaftliches Leben zu sichern. Im Mittelpunkt steht v-uÄi

die Erhaltung der feste« Währung.

lieber fei von namenlosem Elend und zerstörtem Le­bensglück fft der Weg, den unser Währungsverfall genommen. Kem Opfer darf uns zu groß erschei­nen, um einem neuen Verfall vorzubeugen. Er­haltung der schwer errungenen Währung ist L e- 6 en, neue Inflation ist Tod.

Aus diesen Erwägungen heraus hat die Zen- trrnnspariei dem Ermächtigungsgesetz zu- geftrmmt und entschlossen alle Folgerungen für ihre Stellungnahme gegenüber den erlassenen Notver­ordnungen gezogen. Diese Verordnungen enthüllen Ungleichheiten und furchtbare Härten. Wir wissen es. Was untragbar an ihnen fft, muß geändert werden.

Der Beamtenabbau ist nur durch die ge­genwärtige Notlage verständig. Er muß durch sie begrenzt sein. Vor den wohlerworbenen Rechten der Beamten steht die Zentrumspartei schützend im festen Willen. Wir werden strenge darauf achten, daß bei dem Abbau sachlich und gerecht verfahren wird, unnötige Härten vermieden unb nicht gerade jene Stellen davon betroffen werden, die zur Mil­derung schreiender Imparität geschaffen wor­den sind. Die Beamtengehälter sind ttmlichst bald angemessen zu erhöhen.

Die Not des Vaterlandes hat uns auch gezwun­gen, einer vorübergehenden Neurege­lung der Lohn- und Gehaltsfestsetzung, der Ar- beitszeitftage und der Fürsorgemaßnahmen zuzu­stimmen. Damit hat die Zentrumspartei ihre so­ziale Ueberlieferung nicht preisgegeben. Sie steht zu ihr unverrückbar. Wir wissen, daß die Arbeits­kraft des werktätigen Volkes das wertvollste, uner­setzliche nationale Gut und die Grundlage des Wie­deraufbaues ist. Darum muß auf Hebung der Le­benshaltung der breiten Masten des Volkes ent­schieden hingewirkt werden. Die Zentrumspartei wird bleiben, was sie immer gewesen: Der zuver-

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lästigste Sachwalter der Schwachen und Hilfsbedürf­tigen, chrer 'menschlichen und sittlichen Würde und ihrer unveräußersichen Rechte. Wir bleiben riick- ichtslose Gegner sowohl des sozialistischen Materialismus und seiner unmöglichen Ziele, wie des neuheidnischen Mammonis- m u s. Für die Hinterbliebenen derer, die ihr Le- -ben für ihr Vaterland bingegeben, für die Kriegs­beschädigten und für alle jene, die von der grau­samen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ent­wurzelt und ht ihrer Existenz erschüttert worden sind, verlangen wir baldigste Besserung ihrer Ver­sorgung.

Die besondere Not unserer deutschen Land­wirtschaft verlangt besondere Fürsorge. Die Notlage bedroht in gefahrvoller Weise unsere Dolksernährung, die auf der opfervollen Leistung unserer einheimischen Landwirtschaft beruht. Sie zwingt zu raschem Handeln.

Der Schutz der nationalen Arbeit in Industrie und Landwirtschaft und die Erhaltung eines gesunden Mittelstandes, die Vereinfachung unserer Steuergesetzgebimg und die Wiederherstel­lung steuerlicher Gerechtigkeit sind Forderungen des Zentrums.

Dem nächsten Reichstag werden Lebenslagen von Che und Familie, Schule und Kinder- erziehung, Bildung und Jugendschutz zur Lösung überantwortet fein. Sie im Geiste christlichen Denkens und christlicher Sitte zur Enffcheidung zu bringen und kostbare Güter vor Zersetzung zu schützen, fft Ehrenpflicht und Herzenssache für die Zentrumspartei. Wir fordern, daß die Bekennt­nisschule reichsgesetzlich gesichert und ausgebaut wird. Der Einfluß des Christentums und der Kirche auf das öffentliche Leben muß gewahrt bleiben.

Die Zentrumspartei wM

die deukfche Volksgemeinschaft.

Wir setzen bewußt beiseite alle trennenden Unterscheidungen, die unser Volk zerklüften. Wir wehren uns gegen eine neue Spaltung, hervor- gerufen durch eine sogenannte Geisteswelt, die unser Volk verwirrt. Die Nation m all ihren gesunden Kräften, in allen Stämmen und Stän­den zusammenzufaflen und ihren Blick über die schmerzlichen Verluste hinweg auf ehr klares, be­sonnenes, verantwortungsbewußtes politisches Handeln hinzulenken, ist unser Ziel.

Wir wenden uns an alle Deutschen, die mit uns der Ueberzeugung sind, daß es für ein unglückliches Volk darauf ankommen muß, die ihm verbliebene Kraft zu sammeln und weise für feine Befreiung und feinen Ausstieg zu nutzen. Das deutsche Volk ist bedrängt, aber feine Zukunft fft nicht verschüttet. Ein Volk, das in tausend­jähriger Geschichte durch wechselvolle Schicksale strahlender Größe und tiefen Verfalls sich hindurch gerettet Hai, wird nicht untergeben.

Wir wenden uns an die deutschen Männer aller Stände, die ihrem Daterlande dienen wollen, an die deutschen Frauen, die Hüterinnen christ­licher Zucht und Ordnung, an unsere Jugend, in der ein neuer christlicher und nationaler Lebens­wille aufbricht. Sie alle rufen wir auf: ,

Erfüllt gewissenhaft Eure Wahlpflicht! Ermun­tert die Verdrostenen! Stützt die Wankenden! Sorgt dafür, daß alle wählen, würdig des Bürgerrechts, das ihnen verliehen wurde, im Sinne einer dem Vaterlande dienlichen Politik, deren zuverlästigste Trägerin die Zentrumspartei stets war, heute ist und immer bleiben wird.

Mit Gott in den Kamps für Wahrheit, Recht und Freiheit!

Für den Reichsparteivorstand de. 7 i'chen Zentrumspartei:

Der Vorsitzende: M orr x.

Die fteÖDertretenben Vorsitzenden: Dransfeld, Fl. Klöckner, Mönnig, Stegerwald.

Die Ehrenvorsitzenden: Fehrenbach, Herold, . Dr. Porsch, Dr. Spahn.

Für den Vorstand der Reichstagsfraktion: Feh­renbach, Becker-Arnsberg, v. Guerard, Andre, Dr. Bell, Blum, Dr. Bolz, Dr. Brauns, Diez, Drans­feld, Giesberts, Herold, Dr. Hoefle, Dr. ten Hom- pel, Klöckner, Marx, Schulte, Dr. Spahn, Steger­wald, Teufch, lllitzka.

Male in Betrieb tief egt und ein Versuch unternommen, vie bis zu einer Ent i ernung von l50KiloMetern pelepenen Empfangsstation zu bedienen. Mit bestem Erfolg wurde Vas auf einem Grammophon gespielte „Ave Maria" weitergegeben.

— folgenschwerer Steinwurf. Auf der Straße von Groß-Welzheim nach Kahl bewarfen halbwüchsige Bur­schen ein frankfurter Auto mit Schottersteinen. Der Autosührer hielt daS Auto an und versuchte die Burschen j festzuitellen. Unterdessen ve. fiel seine rm Wagen zurück- 1 gebliebene Gattin in ein markerschütterndes Geschrei, I sodaß Stratzenpaffanten zur Hilfeleistung herbeieilten - ijiim Entsetzen mutzte man reititeHen, datz der Dame ein Auge vollständig aus eworfen worden war. Das Auto machte sofort nach Frankfurt Kehrt und brachte die Schwerverletzte in die Behandln» i eines Augen­arztes. Die rohe» Burschen tonnten noch nickt er­mittelt werden. *

Vermischtes.

* Opfer ber Lahn. Der am Ausgang der 30er Jahre stehende städtische Oberbausekretär Schmandt aus Gießen hat den Tod in der Lahn gesucht. Mon vermutet, daß immer wieder auftretende Folgen der Malaria, die ihn während seiner mchr- jährigen Tätigkeit beim Bau der Bagdadbohn mehrfach überfiel, den in guten Verhältnissen Le­benden in den Tod trieben. Dieser neue Fall ver­ursacht in der ganzen Stadt und in der Umgebung große Erregung, ist es doch bereits das sechste Opfer, das die Lahn innerhalb einiger Wochen ge­fordert hat.

y Der Kampf gegen den Opiummitzbrauch. Durch sie vom Reichstag beschlossene Abänderung d-s

Opiumgesetzes ist die Regierung in der Sage, scharf gegen den immer mehr sich ausbreitenden Miß­brauch mit Opium, Morphium, Kokain vorzugehen. Die Kontrolle soll sich jetzt auch auf die Abgabe in den Apotheken erstrecken, wenn ein zu großer Ver­brauch in einer Apotheke mißbräuchlicher ärztlicher Verschreibung oder unrechtmäßiger Abgabe durch den Apotheker naheliegt. Zuwiderhandlungen kön­nen jetzt mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft werden.

* Klub der Toteuköpsc nannte sich eine Bande junget Burschen, welche sich in M.-G t ab b ad) gebildet und eine Reihe von Diebstählen gemeinsam cnisgefühvt hat. Sämtliche Mitglieder der Bande waren noch so jung, daß sie vor dem Jugendgericht zur Aburteilung kamen. Nur der Rädelsführer war über 18 Jahre und wurde von ber Strafkammer zu 15 Monaten Gefängnis verirr- tritt Er erklärte vor Gericht, burch Lesen s ch l e ch. ter Bücher auf bie schiefe Ebene gekommen zu sein.

* Der Tod im Brunnenschacht. Aus München wird gemeldet: Lei Ausbesserungsarbeiten an dem Bnmnenschacht der Gummifabrik Metzeler u. Co. wurden die beiden auf der Schachffohle tätigen Maurer Schwend und fieeb burch Erbmassen verschüttet. Dl« Feuerwehr unb eine Pionierabteilung haben bie Bergungsarbeiten ausgenommen.

* Die Brücke über den kleinen Belt. Der däni­sche Reichstag hat ben Gesetzentwurf übet den Bau einer Eisenbahnbrücke über den kleinen Belt ange­nommen. Die Kosten des Baues werben aus etwa 44 Millionen Kronen veranschlagt. Die Viücken- pfeiler sollen so angelegt werden, daß später in Ver­bindung mit der Eisenbahnbrücke eine Verkehrs- brücke angelegt werden kann

* Kino in ber Eisenbahn. Auf der Eisen- bahn st recke zwischen London und 2)ork werden neuerdings kinematographische Vorführun­gen vercnlstaltet. So führte der London verlas­sende Zug einen Salonwagen mit einem eingebau­ten Kinernatographen, und ungefähr vierzig Rei- sende wohnten jeder der Vorstellungen bei, die bis zur Ankunft in Bork mehrmals wechselten. In Bork wurde der Kinowagen abgehängt, in dem wiederum zwei Vorstellungen statlsanden.

* Auf der 3agb nach einem Riefengorilla. Am 26. März verläßt eine Jagdexpedition die englisch« Haupfftadt, um im Tanganjikagebiet ein lebendes Exeimplar des außerordentlich seltenen Riesen» gorillas zu fangen. Auf dem Wege nach den Vulkanischen Bergen, in denen der Gorilla lebt, muß die Expedition noch unerforschte Gebiete durchziehen. Es soll ferner versucht werden, auch einen lebenden Okapi für den Londoner Zoologischen Garten zu erjagen. _________________________

MWg ans iM Wern des SlMMWls Ma.

Stcrbejälle vam 7. März bis 14. März. 1924.

7. März. Ernst Farnung, 10 M. 12 T.: Ehefrau Margaretha Welle, 43 I., 7 M., 11 I.; 8. Hermann Weber aus Burghaun, 3 I. 1 M. 5 T.; 9. Maurers­witwe Abekheib Derbort 76 I. 9 M. 19 T.; 9. Hebwig Hartmann, 11 T.; 10. Rentenempfänger Gebharb Reutz, 64 I., 3 M. 8 T.; Gastwirtswitwe Maria Schab, 88 I. 2 M. 14 I.; Otto Failenschmib 1 ©tunbe; 11. Charlotte Decker, 10 M. 29 T.; 12. Auszüger-Witwer Augustin Heil, Rückers, 73 I. 2 M. 18 T.; 13. Rentenempfänger Nikolaus Göb, 63 I. 11 M. 1 T.; 14. Rentenempfän- gerät Eva Bohl, 83 I. 5 M. 4 T.; Schreinerlehrling Heinrich Hahner aus Flieden, 15 I., 3 M. 13 T.

Uirchliches.

Mit Bezug auf bie nn letzten Kirchl. Amtsblatt be« tanntgegebenen Kirchensteuererlasse unb Anweisungen für 1924 werben bte Herren Vorsitzenden ber Kirchen»or» ftänbe noch einmal ersucht, mit ber Ausführung ber Er­lasse unverzüglich zu beginnen. Um ben schnellen Ein­gang ber Sirdjenfteuererträge zu sichern, dürft« es sich hn allgemeinen empfehlen, baß die Kirchengemeinben bie Er­hebung ber Kirchensteuern selbst übernehmen. Für die Ausstellung ber Verzeichnisse ber Steuerpflichtigen wird die Aktienbmckerei auf Grund der neuen Steuererlasse eingerichtete Steuerlisten herstellen unb auf jeder Seit» dieser Liften können je 10 Steuerpflichige eingetragen werden. Danach möge man die Zahl ber benötigten Steuerlisten feststellen unb den Bedarf umgehend bet Alfienbruckerei-Fulba melben.

Bischöfliches Generalvlkariat. I. V. Günther.

Gottesdienstordnung.

Sonntag, 16. März. Dom. (Kollekte für das Priesterseminar). l/«6, 6, V«7 unb 7 hl. Messen, •/«7 hl. M. m. Ansprache unb Kam. für die Mitglieder des Jugend» u. Jungmännerveretns, 8 Uhr Pfarramt mit Umgang unb Predigt. */»10 Uhr Kathedralamt mit Predigt, '«11 Uhr Christenlehre für bie Jüngl., V«12 letzte hl. M. m. Pr., ,/»2 Quatemberandacht und Beginn des TribuumS z. E. des hl. Joseph, 2 Uhr Chrstl. f. b. Jungfr., 4 ll. Fastenpreb. m. Segen, 7 U. And. i. d. Marienkap. — Stadtpfarrkirche. (Kollekte f. d. Priesterseminar). 51/« Kam., 5'/« hl. M. u. Komm, f. b. Dienstmäbchenkongregation, 63/< hl. M. unb Kam. ber Jüngl., 8 Uhr erster SchulgotteSbienst unb Preb., 9V« Uhr Pfarramt m. Preb., 11 zweiter Schulgd. unb Pred., 9'/., And. f. b, Jünglingskongregation in der Severikirche, l‘/s Christenl. für b. Jungfrauen, 2Vi Anb. zum hl. Joseph, 4 Anb. für b. Dienstmäbchen- kongregation in ber Severikirche. — Pfarrkirche zum heiligen Geist. 7 Frühm., 8 Amt m. Pr., ’/«5 Ehr., 5 Uhr Andacht. — Severikirche. Sonntags 7, werk- tagS ’/»7 hl. M., Oberrealschulgottekbienst: Sonntag» 8, werktags V. — Herz-Fesu-Heim. 8 Pr. u. Amt, nachmittags 2 Segensanbacht. (Mittwoch abend» 7'/* SegenSanbacht.) — Frauenberg. 5, */«5, 6, */»7 u. 7 hl. M., 8 Singmeffe m. Pr., 9 Militärgotiesbienst, nachm. 2 Preb. u. Andacht für die Terziaten mit Einkleibung unb Profetzabnahme. — St. MichaelSkirchr. (Feier des Festes des hi. Joseph). SV, Uhr hl. Messe bes Hochw. Herrn Bischofs, 8 hl. Messe, 10 Hochamt u. Predigt, 2 Prebigt unb Andacht, Prozession um den Michaels- berg. Vor unb nach ben hl. Messen Austeilung ber dl. Kommunion. Von 6 Uhr ab Beichtgelegenheit. — »tonnenkirche. Nachm. 2 Uhr Herz-Jesu-BruderschaftS» versammlung.

Montag, 17. März. Dom. Nachm. 5 ll. And. j. E. b. hl. Joseph. — Stadtpfarrkirch». 8 ll. Andacht zum hl. Joseph.

Kinder - Blutarme

Kranke und Unterernährte finden in Cenovle-Hafer- kakao .ein natürliches Kräftigungsmittel, das infolge seiner stärkenden und blutbildenden Wirkung' ein geradezu ideales Mittel zur Hebung und Gesundung der Körper» und Nervenkraft ist. — Im Entwicklungsstadium — also insbesondere bei Kindern — bewirkt der dauernde Ge­brauch von Cenovls-Haferkakao einen merkbaren Einfluss aut kräftige KöroerkonstituGon; weshalb auch von ärztlicher Seite das Präparat wärmstens empfohlen w;r<l. — Cenovls - Haferkakao soll also in jeder Familie — am besten als Frühstücksgetränk — einen dauernden Platz erhalten, umsomehr, als auch der mässige Pr-!« die Verwendern'- i-riermsnn <yes»attet-