kindlicher Daseinsfreube inmitten von Dornen tmb Gefahr.
Von Schlangen.
Herr Professor Schillings hatte an den Ndjiriseen in Deutsch-Ostafrika mit Pythonschlangen folgende Begegnung. Er erzählt: „3m Begriff, einen jener periodischen Seen zu durchqueren, entstand, als ich bereits etwa zehn Minuten vom Ufer entfernt war, plötzlich vor mir im Wasser eine überaus, heftige Bewegung. Weithin pflanzten sich die entstandenen Wellen fort, und im größten Durcheinander entflohen meine Leute rückwärts aufs Ufer zu, mich im Stiche laßend, mit dem Rufe Mamba! Mamba!
3ch glaubte auch tatsächlich zwei große Krokodile vor mir zu erblicken, die sich auf mich zu bewegten, — nicht wissend, mit welcher Anzahl ich es zu tun hatte, ergriff ich nun auch schleunigst die Flucht.
Diese war indessen für meine Leute sowohl als für mich in dem drei Fuß tiefen Wasser begreiflicherweise höchst anstrengend. In seichteres Master gelangt, ver- suchte ich meine Leute zum Stillstand zu bringen. Das hatte jedoch bei ihrer großen und gerechtfertigten Angst vor den gefährlichen Wasserechsrn nicht den geringsten Erfolg.
Am Ufer hielt ich eine Beratung mit einigen meiner Masai ab, und nunmehr gewann ich die Ueberzeugung, daß es nicht Krokodile, sondern riesige Schlangen gewesen, die uns so erschreckt hatten.
Don neuem näherte ich mich der Stelle, wo wir die Tiere bemerkt hatten, und erlegte hier mitten im Wasser nach längeren Bemühungen dann auch drei außerorter«. lich große, etwa vier Meter lange Pnth an schlang, welche wohl den Eiern der Sumpfvögel und bieten KMs nachgestellt hatten."
Wettervoraussage
für den 14. März 1924:
Noch vielfach heiter und trocken. Nachtfrost. Morgen- dunstig, milde Tagestemperaturen.
Kircher-Ludwig
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in infamen, von allen Verkehrsmitteln entblößten Landstrichen war. Daß nach solcher weit über da«.gewöhnliche Pslichnnaß hmausgehenden selbstlosen HM oabe nun derlei Unsinnigkeiten und Denmgltmpsungen in Umlauf gesetzt werden, wie es Herr B runftchgetan zu haben scheint, ist beschämend, vermag aber das Gefühl dankbarer Anerkeennung bei allen Wlssenden nur zu stärken."___________
Schule und Volksbildung.
— her Kelchrlianzler über dar Ichulaeletz. Anläßlich de» katholischen SchulionNtagS am Sonntag in Berlin fanden neben der kirchlichen Veranstaltung auch m Berlin mehrere oroße Elternversammlunzen statt. An der Versammlung im Gemeindehaus St. Hedwig nahm auch R e i ch s k a n z l e r M a r x teil. Er wie» ,n einer Ansprache den Vorwurf zuruck daß da» Schulgesetz vom Zentrum verschleppt worden sei, und schilderte dre Lan,-wieri„keit der pulameniariichen Verhandlungen. Die Frage dcS Schulgesetzes sei eine Kraue, der der die Katholiken niemals rasten noch ruhen dunen Der Reichskanzler versichert« sch'.ietzlicki, daß kein Schulgesetz angenommen werden würde, dad dre fntbohfdien (Srunp* sätze nicht anerkenne. Der Wille der Eltern muffe tn dieser Frage über den Willen des Staates gehen, und der Einrichtung der Bekenntnisschulen durfte keinerlei Beschränkung auserlegt werden.
Vermischtes.
* (Ein reuevoller Sünder. Der „Frankfurter Zeitung" wird geschrieben: Eine Ehren-Er' klärung, die sich gewaschen hat, veroffentücht der Arbeiter G. Schmidt aus Ebenheim m zwei auf- einanderfolgenden Nummern der „®- • • Neuesten Nachrichten. Sie lautet wörtlich: „Die von mir völlig aus der Luft gegriffene und böswillig weiter- verbreitete, schließlich in einem unsittl. gemeinen Pro- gramm-Anfchiag ausgemündete öffentliche Beleidigung gegen Erich Fleischhauer und Frau Berta Schilling, Oskar Schwenk und Frau, sämtlich m Ebenheim, nehme ich hierdurch mit Ausdruck des tiefsten Bedauerns über mein freches, gemeines Aer- halten reuevoll zurück und warne jedermann vor Weiterverbreitung, da sie ohne weiteres gerichtlich verfolgt wird. Ferner erkläre ich solche Sorte Menschen, die in jetzigen Zeiten noch an Gedanken für solch ruchlose Taten ihre Freude haben, solche Programme zu schreiben und auszuhängen, für blödsinnig und fürs Irrenhaus reif. Ich verspreche dem, der mir die Person, die den Programm-An- schlag ausgeführt, derart namhaft macht, daß sie gerichtlich belangt werden kann, eine Belohnungj von 50 Rentenmark." Das ist wirklich deutüch und gründlich!
♦ Die wunder des Meeres. Aus Rangoon ihinterindien) wird gemeldet, daß eine vulkanische Insel, die im vergangenen November in der bengalischen Bucht aus der Meerestiefe au stauchte, plötzlich wieder versunken ist.
Mot MniitD unä Ne MM
Man schreibt uns:
Mitte Dezember vorigen Jahres bat der bekannte Wanderprediger des Evangelischen Bundes. Pastor Bräunlich, tn den protestantischen Kirchen zu Fritzlar. Gudensberg und an anderen Orten des Kreises Fritzlar eine Predigt gehalten, in der er in gewohnter Weise Stellung zur katholischen Kirche nahm und u. a. behauptete, von den Rhein- und Ruhr-Spenden seien 26 katholische Kirchen gebaut worden. Die Behauptung war so ungeheuerlich, daß man sie nicht ruhig hinnehmen konnte. Durch die Hand des Reichstags-Abgeordneten Schwarz in Frankfurt a. M. wurde die Sache dem Minffterium vorgelegt und um Aufklärung gebeten. Kurz vorher war beim Ministerium die- ielbe Klage über Pastor Bräunlich aus Hof an der Saale und vom Bayerischen Ministerium des Aeußeren eingelaufen.
Der Reichsminister für die besetzten Gebiete übersandte nun am 20. Februar 1924 dem Abgeordneten Schwarz zur Antwort die Erlaße des Reichswirtschaftsministers vom 8. Februar 1924 — H/3 456 — und des Reichsarbeitsministers vom 9 Februar 1924 — I 781/241 —, die im Hofer Fall bezüglich des Pastors Bräunlich ergangen sind. Der Reichsminister für die besetzten Gebiete bemerkt dazu: „er habe Schritte unternommen, um führende Herren des Evangelischen Bundes, in dessen Dienst Pastor Bräunlich steht, von der Sachlage zu verständigen."
Der Rsichsorbellsminister sagt in dem erwähnten Erlasse: ..Die Behauptung (des Pastors Bräunlich), daß aus den Mitteln, die durch freiwillige Sammlungen für die Bevölkerung des besetzten Gebietes aufgebracht worden sind, Kirchenbauten im besetzten Gebiet unterstützt worden seien, ist nach meiner Kenntnis der Dinge vollkommen unwahr."
Der Erlaß des Reichswirtschastsministers aber hat folgenden Wortlaut: „Wenn Pastor Bräunlich die aus Hof kn Bayern gerichtete Aeußerung in der Tat gemacht hat, so hat er sich damit in sehr unerhörter Weise gegen die Wahrheit vergangen. Auf die Unsinnigkeit seiner politischen Aeußerungen brauche ich nicht einzugehen. Daß mit den Geldern der Rhein- und Ruhr-Hilfe oder Ruhr-Abgabe im Rheinland 23 katholische Kirchen und Klöster gebaut worden wären, kann Ich, soweit es sich um diejenigen Mittel handelt, die dem Herrn Reichs- kanzler Dr. Cuno zur Verfügung standen, aus eigenem genauen Einblick als baren Unsinn bezeichnen. Was an Geldern zur Verteilung kam, ist stets unparteiisch unter dem Gesichtspunkt Derteilt worden, die seelischen Kräfte des Vaterlandes gegen den Ruhr-Cinbruch wirksam zu stärken. Daß nach dieser Zweckbestimmung auch an Organe und Organisationen der katholischen Kirche Geld gegeben wurde, ist selbstverständlich, da der kotho- lische Klerus in ganz besonderem Maße an der Stärkung des nationalen Widerstandsgeistes beteiligt und in westen Gegenden die wirksamste Stütze dieser nationalen Arbett, insbesondere auch der Nachrichten-Uebennittelung
gurwanderungrfieber.
In Rheinland und Westfalen herrscht ein ausgedehntes Auswanderungsfieber, das insbesondere b?rd) die Werbetätigkeit zweier S'edlungsunler- nehmungen gefördert worden 'st. Der deutsche Siedlerbund „Ausland und chetmat La no en berg (Rhld.) behauptet, in der Lage zu>en, alle 'bis zum 8. Februar aufgenommenen Mitglie- §r ohne eigene Mistel nach Brasilien befördern zu können: die deutsche Regierung werde die Kosten der Fahrt bis zum Hafenport imb der Ueberfayrt Twen. Es handelt sich üm^ betrug er. fche Dersvrechungen, die auf den Leiter des Bundes, «lein, eine wenig vertrauenswürdige Person, zurückzuführen sind. Die erforderlichen Schritte zur strafrechtlichen Verfolgung Kleins und zur Unter« drück'mg der gemeinschädlichen Werbetattgkest des Bundes sind in die Wege geleitet. .
Ferner sind zahlreiche B erst ne m Rheinland und Westfalen entstanden, die im Vertrauen auf un- verbindliche Zusagen eines brasilianischen Konsulats mit baldiger Ausreise nach Brasilien rechnen. Von der ersten Gründung dieser Art, dem „Bund für Siedrlvnaen in Brasilien" in Hagen, sind schon größere Trupps ausgerefft, andere haben sich vorzeitig in Marsch gesetzt und kamen in Hamburg in 'Bedrängnis. weil keine Schiffsplätze belegt und die nach Brasilien ausgehenden Dampfer für längere Zeit voll besetzt sind. Eine drahtliche Mitteilung des deiitfchen Konsulats in Sao Paulo über die Ankunft des ersten Trupps der Hagener Auswanderer besaat, daß die Unterbringung der Leute die größten Schwierigkeiten bereite und der Ausreise weiterer Personen dringend zu widerraten sei. Wie es scheint, hat der Führer der Bewegung, ein Lagerhalter Langenbach, der ebenfalls schon die Ausreise angetreten hat, den Mitgliedern betrügerische Ver- sprech'Mgen auf Grund eines angeblich mit dem brasilianischen Konsulat geschloffenen Vertrages ge- mackft.
Es muß immer wieder betont werden, daß eine überstürzte Auswanderung ohne ausreichende Klärung aller Unterlagen den Auswanderern Enttäuschungen, Verliffte und größtes Elend zu bringen geeignet ist, und daß allen Versprechungen gegenüber betreffend freie Fahrt oder freies Land und sonstige weitgehende Vergünstigungen größte Vorsicht am Platze ist.
neues aus zrankfurt.
= Unter 6er Straßenbahn. Der Äüfer geriet unter em en Mow wagen der Straßenbahn unl wurde dabei so schwer verletzt, daß er kurz nach de, Einlieferung in daS Krankenhaus."erstarb — Derm Ueberschreiten der Straße wurde eine Hausangestellte von einem Lastauto eroriffen und überfahren. Da ei wurde ihr ein Bein völlig abgcqne.scht.
= Uellereinbrüchr. Eine außerordentlich gut organisierte Bande hat es seit einigen Wochen au, die Beraubung von Kellern abgesehen und f^ht dabet m der Art vor, daß sie alles, was nicht niet, undv-rgel. fest ist, mitnimmt. Wo die Bande cinfallt, muffen. ie- roeilä sämtliche Keller eines Hauses daran glauben. Keiner bleibt verschont. So wurden aerobe "" Nordend letzthin zahlreiche Keller au^eraumt. Den mit großer Kühnheit vorgehenden Einbrechern konnte man noch nicht auf die Spur kommen.
= Internationale Betrüger. Augenblicklich mache« zwei Bet-üger. die sich Weigand und Werner Ernst nennen, die -mnze Itinne. enb unsicher. Sie fumen auf gründ von Zeitun.Sanzeiaen Verkäufer von Schreibmaschinen. Finden sich Verkäufer, so bezahlen sie^ die Maschinen hoch, durchweg weit über Wert und geben den Leuten ungedeckte Sckecke auf die Leipziger Volksbank in Zahlung. Die Schwindler.haben schon zahlreiche Leute in der Umgebung um ihre Schreib» Maschinen gebracht.
— weitere Ausbreitung der Tollwut. In Frankfurt breitet sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen die vunbe» tollwut werter aus. Neuerdings wurden drei wertere Fälle von erlranlten Hunden festgeiiellt. Emer der Hunde wurde ohne Maulkorb auf offener^ Straße an» petroffen und von Hundesängern auf de> «teile petotet. Die Polizei hat die VorsichtS- und Vorbeugungsmatz, nahmen ganz autzerordentlich verschärf t; unb stellt die Hundebesitzer, deren Tiere ohne Maulkorb ange. troffen werden, unter schwerste Strafen.
>M HZ.
Freitag, t4. März 1924.
aus dem Nachbaraebiet.
----- Marbach (Kr. Fulda). Nach etwa 20 Jahren wird hier vom 16. d. Mts. ab wieder eine Volksmission a'ogehalten. Die erste Predigt ist morgens V-8 Uhr während der Frühmesse, die zweite um 9 Uhr für Männer. Die Gläubigen werden sich in der neuerbauten geräumigen Kirche wohl zahlreich beteiligen.
— Schliß. Eine erhebende Feier beging die katholische Diasporagemeinde Schlitz am vergangenen Sonntag. Das ’n der Schachienburg, befindliche, dem kath. Gottesdienste dienende Zimmer, in welchem bisher ein aus einem Lattengestell notdürftig hergerichie- ter Altartisch aufgestellt mar, haben die in Schlitz unb Umgebung wohnenden Katholiken, darunter ein großer Test aus der rheinischen Heimat vertriebener, in einen würdigen Kapellenraum umgewanoeu. Stilvoll dem Charakter eines Gotteshauses angrpahi, ist nunmehr die Bemalung und der Anstrich der Wände und Decke. Den Glanzpunkt bildet jedoch der in romanischem Stil gehaltene, mit großer Kunstfertigkeit aus Eichenholz hergestellte neue A liar. Durch ein ansprechendes Herz-Iesu-Bild in der Mitte des Altars, soll die Gemeinde wie jeder Einzelne im Befondern zur Verehrung des göttlichen Herzens Jesu angeregt werden. Außerdem schmückt den Altar das Bild der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind und ein Bild des hl. Joseph. Die 3 Bilder sind kunstvoll in Oel gemalt Zum ersten Male wurde am vergangenen Sonntage sn dem neu hergerichteten Kapellenraum auf dem neuen Altere das hl. Meßopfer dargebracht. Die kath. Gemeind-mitgliedor betraten an diesem Tage in freudiger Ueberraschung ihre nunmehr würdige Kapelle und nahmen frohen Herzens an dem feierlichen Dankgottesdienste teil. Die Freude der Schützer kath. Gemeinde ist vollauf berechtigt und sie kann stolz sein auf das, was geschaffen worden ist.
— Gießen. Nach kurzem Krankeninster ist hier der ehemalige Musikdirektor dell ^nf.-Rgts. Nr. 116 Karl Krauß e, der auch manchem Fuldaer bekannt fein dürfte, gestorben. Er war Veteran von 1866 und 1870/71 und hat die Schlachten bei Dctßen» bürg. Wörth, Sedan und die Belagerung von Paris mitgemacht. Im Spiegelsaal des Schlosses zu Versailles war er Zeuge der deutschen Raifetproua- mation. Vom Jadre 1872 bat er 37 Jahre lang die Kapelle des Jnf.-Rgts. 116 geleitet.
— Gelnhausen. Infolge eines Herzleidens starb in Berlin Fabrikdirekior Hauptmann a. D. Friedrich Hahn. Als Offizier der Mifttär-Luftschiffabteilung hat er sich während seiner aktiven Dienstzeit große Verdienste um die Entwicklung der Luftfchiffahrt und der drahtlosen Telegraphie erworben. Nach seiner Berabschiebung war der Verstorbene im Dienste der Firma Goerz-Berlin tätig. Mit großer Liebe hing er an seiner Heimatstadt Gelnhausen, der er bewn» derS durch die von ihm begründete „Geschwister Hahn-Stiftung" Ausdruck verlieh.
— Bad Homburg v. d. h. Der Au-fsichtsrat der Kur-Aktiengesellschaft Bad Homburg v. d. S). faßte den Beschluß, vom 1. April d. I- ab von den Be- sttchern Homburgs keine städtische Wohn- {teuer mehr zu erheben, eine Neuerung, die bisher in keinem deutschen Bade eingeführt ist. Ferner sollen die historischen Räume des Kurhauses renoviert werden und eine ihrer Bedeutung entsprechende Ausstattung erhalten. Der amerikanisttw Botsihafier tn Berlin, houghton, ist bereits zur Kur eingetroffen.
= Würzburg. Der Stadtrat beschloß, um der immer stärker werdenden Verlausung, die sich besonders unter den Schulkindern stark bemerkbar macht, entgegenzuwirken, die Einrichtung einer Entlausungsanstalt. Es wurde bemerkt, daß besonders die K l e i d e rl a u s, bfcfe „Errungenschaft" des Weltkrieges, weit bis in die Mittsl- standskrerfe verbreitet ist. Die Kosten für die Einrichtung betragen 20 000 Mart.
= Vom Main. Der Schiffsverkehr auf dem Main ift bei dem derzeitigen Wasserstande äußerst
recie Sanp sächlich sind es Kohlen und Briketts, die Holzverkebr ruht, vermutlich wegen der Zoll- und Einfuhrlchwierigkeiten. noch ganz.
= Kassel. Dolksverein für das k ° t h. Deutschland. Vom 5.-9. März sanden in eine Reihe von Volksvereinsveranstaltungen stau zu denen zwtt Redner von der Zentrale tn ^-Gladbach eriebienen waren, nämlich die Herren Landessekretar Dr. Kremer und Rektor Sampert Z>ie Solt6Derdn»= arbeit wurde eröffnet durch eine Konferenz der gesamten Stadtqeisüichkeit, bei der man sich eingehend über die Bedeutung des Polksvereins in unserer Zett und seine neue Arbeitsweise aussprach. Angesichts der Bedeutung, die die Religion für die Neugestaltung unseres ganzen össenUichen Lebens, speziell des Gemeinschasts lebens hat, wurden dieses Mal die öffentlichen Versammlungen als D o l k s v e r e i n s p r e d i g t en m den einzelnen Pfarr- Nrchen gehalten. 3m Anschluß an diese Predigten fand man sich in Volksvereins-Konferenzen zusammen, um das Problem der kleinen Arbeitsgemeinfchasten zu besprechen. Man war allgemein überzeugt, daß «ine wirksame Erneuerung des Gemeinschaftslebens von foüben_ Zellen ausgehen muffe, in denen die gememschaftsb-ldende Kraft christlicher Bruderliebe warm geweckt werden kann. Der Besuch der Vorträge und der Konferenzen war gut, sodaß zu erwarten steht, daß gerat« durch diese Per. anstaftimg des Volksvereins etne ©aat gesät worden ist, die reiche Früchte tragen wird. oawnfirfirf
= R>"tr,n. Am Oberlyzeum zu Osnabrück bestand Fräulein Maria Stufe Beck, Tochter dell Kantors und Lebrers Beck von hier dle ^thrertnneu. Prüfung. Auf Grund ihrer vorzüglichen fchrtfi chen Arbeiten wurde Fräuletn Beck von der mündlichen Prüfung bett eit. _.
----- Aus Thüringen. Das Fortbestehen der Eisenbahndirektion Erfurt fft ernstlich in Frage gestellt, da gegenwärtig Verhandlungen schwelten, die sichichüringffchen Bahnen und die ehemalige Werra- bahn mit ihren Seitenlinien aus dem Bezirk der Retchsbahndirektion Ersurt auszuscheidsn und diese Strecken dem Bezirk Nürnberg anzugftedern. Die Retchseifenbahnverivaltlmg soll sich auch mit dem Gedanken tragen, die Eisenbohndirektton Halle nach Leipzig zu verlegen. — Beim Abladen eines Lang- bo-zwagens wurde der 28jährige Arbeit^ Schroder in Arnstadt durch herabfallende Blocke auf der Stelle getötet — Einem Betriebsassistenten m O s- mannstedt wurden beim Rangieren beide Beine abgefahren. Auf dem Wege zum Krankenhaus ist er seinen Verletzungen erlegen. — Bei einem Streit in einer Wirtschaft in Mühlhausen wurden auf den Wirt mehrere Schüffe abgegeben. Er mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus ge- bracht werden. Der Täter wurde verhaftet. — Für den Posten des ersten Bürgermeisters in K o b u r g haben sich bereits über 30 Bewerber gemeldet. — Durch em Auto, das kein Signal gegeben hatte, wurde in Mellrich st adtder Landwirt Hochberg überfahren und getötet. — Die Gewerkschaft „hohenzollern" in D 8 s a u hat die auf die Erimtt- lung der Täter, die den Schachtmeister Pveutz er- schossen haben, ausgesetzte Belohnung von 500 auf 3000 Goldmark erhöht.
= Kpolda. Hier fand eine Versammlung des Volksvereins für das ka tholische Deutschland statt Der Redner, Herr Dr. W e n z au8 Fulda, sprach über unsere wirtschaftiiche Lage nnd bezeichnete als die Ursache ihrer Depression den verlorenen Krieg, unsere überaus schwierige Volksernährung und die Konkurrenz de» Auslandes. Wir müßten uns durch Verbilligung unserer Erzeugnisse auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig machen, indem wir durch Erhöhung des NormalardeitStageS auf 9 bis 10 Stunden die Produktionsmenge steigerten. Auch sei im Haushalt des Reiches und des Staates geordnete Finanzwirtschaft von nöten. Außer der Reorganisierung unserer Wirt- schäft sei auch ferner eine Erneuerung deS Volkes in nationalem Geiste, d. h. im Geiste wahrer VolkSgernein. schift notwendig, sowie auch eine religiöse und sittliche Wiedergeburt Redner fand auch scharfe Worte in der Zurückweisung der Angriffe deS Generals Lude nd ort f auf den hl. Stuhl und auf die nationale Zuverlässigkeit der deutschen Katholiken. Den sachkundigen und temperamentvollen Ausführungen wurde reicher Beifall zu teil,
Aus Geisa und Umgebung.
= Bultlar. Am vorigen Sonntag Abend sprach hier in einer Versammlung des Volksvereins und der kath Schulorganisation Herr Studienaffeffor Dr. Ranft aus Geisa in sachlicher Weise über die Schulfrage als Schicksalsfrage des deutschen Volkes. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache seitens der Er- schicnenen an. Zum Schluß brachte bet Versammlungsleiter, Herr Pfarrer Ra mb, ein kräftiges Hoch au» auf unseren hochverehrten Reichskanzler Marx, den weitblickenden Vorsitzenden der beiden katholischen Or« ganifationen, und Seine Heiligkeit Papst PiuS XL, den gütigen Wohltäter des deutschen Volkes.
--- Pferdsdorf. Das Thüringer Ministerium hat die Einsprüche der Gemeinde Pfevdsdorf und Spichra als unbegründet zurückgewiesen. Jetzt ist bereits 'mit der Anfuhr des erforderlichen Baumaterials begonnen worden. Man rechnet damit, daß die Erdarbeiten bis zum Sommer abgeschlossen sein werden und das Werk ins zmn Herbst im Rohbau fertiggestellt sein kann.
Nene Bücher.
Da» innerliche Leben. Gedanken und Erwägungen. Bon Dr. Johannes B. L e s ch n I k, Salesianer. tL 12*. (VIII und 134 S.) Freiburg !. Br. 1923, Herder. Geb. G.-M. 2,10. Führer und Handbücher des innerlichen Lebens gibt es eine Unzahl. Man nimmt sie nicht immer gerne zur Hand. Ihre Dickleibigkeit ermüdet, das Ausbreiien aller möglichen Schwierigkeiten entmutigt, das Doranstellen persönlicher Auffassungen verwirrt. Hier führt uns ein Meister des innerlichen Lebens in schlichter, aber ungemein warmer Sprache aus den Pfaden der, gott- liebenben Seele von Höhe zu Höhe. Das Büchlein fft klar in feinen Aufstellungen. Daß fein Verfasser lange Jahre Professor der Dogmatik und Moral war, kann es bet aller Bescheidenheit nicht verbergen. Dieses gute Fundament einer gesunden Dogmatik und Moral gibt dem ganzen Aufbau des „Innerlichen Lebens" ein» wohltuende Sicherheit
Technik und verkehr.
= „Leningrad". Halbamtlich wird darauf hinge, wiesen, daß Poft, und Tetegrapbensendungen nach dem früheren St Petersburg fett dem 1. März. d. I. ausschließlich unter dem neuen Namen „Leningrad* befördert werden.
Viffenschast und Zorschung.
-- «eh. »rchivrat Dr. 3otepb weiß in München feiert am 12. März feinen 60. Geburtstag. Der der, dienstvolle Gelehrte hat Ian iere Jahre dos ^Historische Jahrbuch der Görresgesellschastt und ba$ .Daverland' redigiert. Er ist der Hauptschriftleiter der Monats, schrift des Äartellverbandes der kathotisch-Seutschen Der- bindung „Acadernia-. Aus Anlaß seines Geburtstage r hatte bet Vorstand eine Feier veranstaltet, bei der di» Liede und Verehrung der Kartellangehörigen für Dr, Weiß in schönster Weise zum Ausdruck kam.
Afrikanische Tierbiiver.
vom Leoparden.
Ein Tieridyll aus Südwestafrika, das zu beobachten nicht jedermann bas seltene Glück hat, berichtet Herr Hauptmann Steinhardt in seinem lesenswerten Buche: „Dom wahrhaften Riesen imb feinem Reiche." (Alster- Verlag Hamburg, Berlin, Leipzig.)
Dort heißt es: „Im Dollmondscheine konnte ich eine starke Leopardin beobachten, die ihre drei Sprößlinge ans Waffer geführt hatte — eines der hübschesten Bilder, die ich je gesehen. Wie tollpatschig und dabei doch so elegant die Kleinen übereinander kugelten, wie unverkennbar gut gelaunt die Alte ihnen zuschaute; wie sie ihren Schweif zum Spielzeug hergab, sich engelsgebuldig quälen ließ — hier war sie nur Mutter, nur Weib; hier konnte ich kaum glauben, ein Raubtier vor mir zu haben, weit furchtbarer als der felge Löwe.
Die schöne Katze mußte sich wohl sehr sicher fühlen, denn im allgemeinen liebt ihre Art es nicht, länger als notwendig am Waffer zu verweilen. Endlich rüstete sie sich zum Aufbruch, ein leises Knurren beendete die Spiele der Jungen, sie erhob sich, machte einen Buckel, dehnte und streckte die geschmeidigen Glieder — und erstarrte plötzlich mit gesträubten Haaren vor einer mannslangen Cobra, die sich zwei Meter vor ihr erschreckt aufrichtete.
Die anders klang jetzt das Knurren, bas in ihrer Sprache wohl heißen sollte: .Hinkegen, Kinder! Seht euch die Schlange dort an und lernt von mir, nre unser ritterliches Geschlecht mit solch hinterlistigem Mörder -vnspringt."
Die Kleinen lagen imkieweglich, gleich Steinen an den Boden gepreßt. Lanssopi, Zoll für Zoll sank die Aste zur
Sprungstellung in sich zusammen, während die Eobra mit geblähtem Haffe den Angriff erwartete.
Wahrlich, zwei beachtenswerte Gegner! Aber vermag Heimtücke jemals frisch wagenden Mut in Schach zu hasten? Die Leopardin umkroch, scheinbar selbst zur Schlange geworden, den furchtbaren Feind, der bei der ersten Bewegung der Katze fein ßeibesenb» vorsorglich aus dem Bereiche der scharfen Krallen gezogen und im Schutze des starr auf den Angreifer gerichteten, gist- bewehrten Kopfes zufammengerollt hotte.
Wohin sich jene auch wenden mochte, immer tauchte Ange in Auge, bis — ja, ich glaube, daß die Sache sich so vollzog, denn der erste Teil besten, was ich hier berichte, spielte sich selbst für meinen Zeiß zu schnell ab, obwohl mich nur knapp 10 Meier von den Kämpfern trennten — bis also die Schlange für den Bruchteil einer Sekunde den Kopf nach einem der sich bewegenden Jungen wandte:
Da zuckte auch schon ein lang gestreckter Schatten über sie hin; sie flog zur Seite und wand sich mit gebrochenem Rückgrate im Staube; ein zweiter Sprung und Hieb des Leoparden, bann ftanb er plötzlich über ihr — wie es zugegangen, weiß ich nicht, es ging zu schnell. Wohl aber sah ich, daß er mehrfach zubiß, unb daß dann die Lungen von dem herrlichen, zwar kopflcsen, aber noch so munter sich windenden Spielzeuge gar nicht lasten wollten, die tollsten Sprünge machten und immer wieder die Kraft ihrer Milchzähnchen an dem Gift- rourme versuchten.
" Endlich nahm die Aste die Schlange in ihre starken Fänge und verschwand im Busch. Nie werde ich den Anblick vergesten, wie die drei Kleinen nach den rechts und links schweitenden Enden haschten unb griffen — ein rührendes Bild kindlicher Sorglostgkett, sonniger,