Von Otto Gerig, Mitglied des Deutschen
Der größte Teil — vor allem der regsamere und pofitifcb wertvollere — aller Berufstätigen Deutschlands ist organisiert. Für die Bestellung der mnenpolitischen Kräfte ist es deshalb nicht unbedeutend, zu wissen, nach welchen Grundanschau- « n g e n die großen Berufsorganisationen eingestellt sind und in welcher Richtung sie sich sortentw'-ckeln. Wir kennen „Richtungen" m den Organisationen der Landwirtschaft, des Mittelstandes, der Arbeiter, Beamten, Lehrer und Angestellten, während sie bei den Interessenvertretungen von Handel und Industrie weniger hervorrteten. Hier wollen wir uns mit dem neuesten Stand, den unsere moderns kommerzielle und industrielle Entwicklung hsroorgebracht hot, dem der Angestellten in Handel und Industrie, beschäftigen. Den neuen Mittelstand nannte man ihn vielfach, da er sich zwischen die Handarbeiterschaft und dem Prvduktionsruittelbesttzer einfchob, diesem viele Teile seiner leitenden und verwaltenden Tätigkeit im Produktionsprozeß abnehmend, kulturell sich dem alten Mittelstände nähernd, sozial — in seiner wirtschaftlich abhängigen Stellung — aber sich dem Stand der Arbeiter nähernd, also auch Arbeitnehmer.
Diese letztere Erkenntnis hat sich erst allmählich Zahn gebrochen und kam in Form und Willen der Berufsorganisationen nach und nach zum Ausdruck, beschleunigt aber und endgültig geworden nach der November-Umwälzung.
Nach dieser einigermaßen abschließenden Entwicklung kann man heute eine klare Gruppierung erkennen Sie ergibt dasselbe Bild wie in der Arbeiterbewegung. In dieser haben sich drei Gruppen herausgebildet:
1. die freien Gewerkschaften, die ihre Spitze im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB.) finden: sie sind sozialistisch gerichtet, heute vielfach kommunistischen Einflüssen unterworfen, unbedingt dem internationalen Klassenkampf verschrieben;
2. die christlich-nationalen Gewerkschaften, die im Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften zufammengefaßt sind und nn Gegensatz zum internationalen Klassenkampf die nationale Ar- beitsgemeinschaft anstreben;
3. die Hirsch-Dunkerschen Gewerkvereine, die zwar den internationalen Klassenkampf ablehnen, aber ein klares Bekenntnis zur nationalen Arbeitsgemeinschaft vermissen lassen, im übrigen „freiheitlich nationalen" Tendenzen, etwa im Sinne der Deutschen Demokratischen Partei hul- digen.
In denselben Richtungen bewegt sich die Angestelltenbewegung, nämlich:
1. der Allgemeine freie Angestelltenbund (Ufa), verbündet mit den freien Gewerkschaften;
2. der Gesamtverband Deutscher Angestelltengewerkschaften (Gedag), verbündet mit dm christlichen Gewerkschaften im Deutschm Gowerkschafts- bund;
3. der Gewerkschaftsbund der Angestellten (G. d. 21.), verbündet mit den Hirsch-Dunkerschen Gewerkvereinen km Gewerkschaftsring.
Während in der Arbeiterbewegung zahlenmäßig noch die, freien Gewerkschaften stark überwiegen, die christlichen die zweite Stelle einnehmen und die Hirsch-Dunkerschen Gewerkvereine diesen beiden Großbewegungen gegenüber verhältnismäßig klein sind, ist das Verhältnis in der Angestelltenbewegung wesenüich anders.
Hier sind der sozialistische Afabund und der christlich-nationale Gedag zahlenmäßig ungefähr gleich stark, der G. d. A. ungefähr ein Drittel kleiner als jede der beiden andern Gruppen. In der Zusammensetzung und innern Struktur sind die drei Richtungen wesentlich verschieden. Die Stellung zum Klassenkämpf oder Arbeitsgemeinschaft ergibt sich aus dem oben zur Arbeiterbewegung Gesagten. Unterschiedlich ist aber hier auch die Stellung zum Berufsgedanken. Im Gedag wird dieser am reinsten vertreten und tritt organisatorisch am deutlichsten in die Erscheinung, indem die kaufmännischen Angestellten nach männlichem und weiblichem Ge- schlecht im D. H. V. (Deutschnationaler Handlungs- gehllfen-Derband) und im V. w. A. (Verband weiblicher Handels- und Büroangestellten) zulammengeschlossen sind, die akademisch naturwissenschaftlich vorgebildeten Angestellten im Bund angestellter Ehemiker und Ingenieure, die Techniker im Verband Deutscher Techniker, die Werkmeister im Deutschen Werkmeisterbund (Essen) usw.
Im Afabund ist der Berufszedanke fchon stark verwischt, obwohl es noch nicht zu der früher bereits beabsichtigten vollständigen Verschmelzung der in ihm vereinigten Verbände gekommen ist. Der größte dieser Verbände, der Zentralverband der Angestellten (Z. d. 21.), organisiert Angestellte aller Art männlichen und weiblichen Geschlechts; bei ihm findet der Berufsgedanke kaum noch feinen Ausdruck. Er wäre vollkommen aufgehoben, wenn richt die sozialistischen Techniker und Werkmeister in dem
lichst langen Arbeitszeit. Durch die Zugoerlegung wird für den Arbeiter die Entfernung von feiner Familie auf täglich 12—14 Stunden unnötigerweise ausgedehnt. Daß diese Vorgänge die ohnedem ichori vorhandene starke Erregung innerhalb der Arbeiterschaft noch mehr stärkt, dürste ohne weiteres jedem klar sein. Es ist uns unver- stündlich, daß die Eisenbahnverwaltung die Züge in einer solchen, in das Familienleben der Arbeiterschaft einschneidenden Weise verlegt hat, ohne die Vertreter der Arbeitnehmer anzuhören. Denn man schon die Arbeit- ßeber und Handelskammer bei der Verlegung um Rat gefragt hat, so hätte man billigerweise auch die Vertreter der Arbeiterschaft hören müssen. Wir fragen hiermit die Eisenbahndirektion, ob diese unhaltbare Regelung ein Dauerzustand sein soll. Ferner fragen wir, ob bei notwendigen Verlegungen von Arbeiterzügeki auch in Zukunst nur die Arbeitgeberseite gefragt werden soll, und man die Hauptbeteilifiten, daß ist die Arbeiterschaft, ausschließen will und damit vollständig rechtlos macht. Es ist notwendig und wir fordern dies mit allem Nachdruck, daß die Eisenbahnverwaltung sich mit den Vertreiern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen setzt, um eine Regelung zu finden, die in Einklang mit der notwendigen Arbeitszeit zu bringen ist und auf dos Familienleben der Arbeiterschaft Rücksicht nimmt.
Kartell der christl. Gewerkschaften.
El» Aokschrei vom Daldschlößchen. 5m Herbst vor. Jahres wurde, als die Arbeitslosigkeit beängstigend wurde, von der Stadt beschlossen, die Straße „Am Waldschlößchen" durch die produktive Erwcrdslosensürsorge auszubauen. War schon der Zustand der Straße bis zu diesem Zeitpunkt recht trostlos, so ist er durch den
Reichstages und des Preußischen Landtages.
Bund technischer Angestellten und Beamten (Butab) und dem Deutschen Werkmeisterverband (D. W. 2. Düsteldorf) organisiert wären.
In der dritten Gruppe, dem ®. d. 21., hat man den Berufsgedanken bewußt fallen lassen, indem man eine Einheitsgewerkschaft von Angestellten aller Art und beider Geschlechter schuf.
Da die kaufmännischen Angestellten sich zum großen Teil schon vor dem Kriege weltanschauungs- mäßig organisierten, gaben deren Organisationen auch den endgültigen Bewegungen Richtung und Ziel an. Der zur Gedaggruppe gehörige D. H. L. gehörte schon seit 1906 dem Deutschen Arbeiter- ksngreß an, der als Vorläufer des Deutschen Ge- werksckaftsbundes bezeichnet werden kann. Seit 1911 hat er ein VertragsverhSitnis zum Berbanb der katholisch-kaufmännischen Vereinigungen. Er hatte also von vornherein einen christlich-nationalen Charakter. Mit ihm verbündeten sich die schon oben erwähnten Organisationen, während die andern Verbände, soweit sie schon früher durch ihre Zugehörigkeit zum Hansabund ihre Sinnesrichtung zum Ausdruck brachten, sich im G. d. A. vereinigten.
Der Afabund ist ein Kind der Revolutionszeit i in ihm fanden sich neben dem Zentralverband der Angestellten die weniger weltanjchauungsmätzig orientierten Technikeroerbände, zum Teil nicht opne inneres Widerstreben zusammen. Der Butab stand schon früher erheblich links; daran änderte auch die Verschmelzung mit dem anders gearteten Deutschen Techniker-Verband nichts. Kaum war dieser cmfge- ssgen, als man auch schon mit fliegenden Fahnen ins freigewerkschastl.-sozialfftische Lager einschwenkte, i Der USP.-Abgeordnete Aufhäuser ist sein und des Afabundes Führer. Auch der Wsrkmeistei verband ist, ohne eine Klärung der Revolutionswelle abzu- »arten, zur Afagruppe gestoßen, obwohl auch in seinen Reihen nicht unerhebliche Kräfte dagegen waren und noch heute sind. Der Zusammenschluß solch auseinanderstrebender Elemente ist die i: nere Schwäche des Afabundes. Neben den kommunsti- fchen Zellenbildnern und organ'fiercen radikalen Oppositionsgruppen sind sowohl im Butab, besonders aber im Werkmeisterverband noch Kräfte, die vom Sozialismus und erst recht vom Kommunismus nichts wissen wollen. So haben Dutabbeurnte jetzt eine neue „Deutsche Arbeitnehmer-Partei (allerdings ebenfalls linker Richtung) gegründet. So versucht der Werkmeisterverband noch den Berufs- und Arbeitsgemeinschaftsgedanken zu wahren, obwohl der Afabund, dem er doch nun einmal auf Gedeih und Verderb angehört, seinen Austritt aus der Zentralarbeitsgemeinschaft erklärte. Diesem Vorgehen ging auch der G. d. A. bereits vorauf, sodaß ihr nur noch die mit den christlichen Gewerkschaften verbundene Gedaggruppe angehört.
Für den wirtschaftlichen, sittliche:: und nationalen Wiederaufbau, der die innerpolitische Aufgabe des deutschen Volkes heute und für dis nächste Zukunft ist, wird neben den Berufsgedanken, der doch die höchstmöglichste Derufsleistung zum Ziel hat, ter Arbeitsgemeinfchaftsgedanke unsrläß- liche Voraussetzung fein, weil nur m ihrem Geiste politische Aufbauarbeit von bleibendem Wert geschaffen werden wird. Will man den praktischen Wiederaufbau, so muß man deshalb wünschen, daß neben der christlichen Arbeiterbewegung auch die christliche Angestelltenbewegung sich weiter verbreitet. Man wird insbesondere von all d m Standes- ,zugehörigen, dis in ihrer staatsbürgerlichen Auffassung auf dem Boden dieser Anschauung stehen, erwarten 'müssen, daß sie die logisch Folge aus dieser Erkenntnis ziehen und sich diesen Gruppen im Deutschen Gewerkschaftsbund restlos an schließen. Diele sind noch insbesondere in den technischen Organisationen des Afabundes, die gesinnungsmäßig zmn Gedag gehören. Ganz abgesehen von den Gewissenskonflikten, denen besonders k o t h o l i s che Angestellte angesichts der Stellungnahme des hochw. Episkopats gegenüber den freien Gewerkschaften bei ihrer Zugehörigkeit zu solchen unterliegen, sind aber auch die materiellen Gründe, die für ein Verbleiben vielfach Veranlassung waren, weggefallen. Die Ansprüche an alle Woylfa.,rts- kassen usw. sind durch die Inflation von selbst zerronnen und die beiden im Gedag befindlichen Technikerorganisationen („Verband deutscher Techniker" und „Deutscher Werkmeffterbund", Sitz Essen-Ruhr, Heinrichstraße 6 und Verlin-Wikmersdorf, Kaiserallee 25) sind heute zu beachtlicher Stärke angc wachsen. Sie haben beide die MitglieLerzahl erreicht, die z. B. der Butab vor dem Kriege aufwies und sind an allen Tarifen beteiligt, die der Gedag im Reiche zum Abschluß gebracht hat.
Eine Stärkung gerade dieser Gruppen aus den in ihrer Gesamtheit ziemlirch brüchig gewordenen sozialistischen Organisationen ist durchaus möglich und im Interesse einer klaren Scheidung der Geister notwendig. Im Sager der kauftnännischen Angestellten hat sich diese Scheidung ?:ar vollzogen, sie muß im Lager der Techniker und Werkmeister bald folgen.
angefangenen, später jedoch infolge Geldmangels abgebrochenen Ausbau geradezu himmelschreiend geworden. Hat man von dem Innern der Stadt kommend die Ciienbahnunterführung durchschritten bis etwa zur Waidesbrücke, so erwartet einem ein Schlammbad. Weitergehend bis zu den Häusern des Spar- und Bauvereins sieht man die halbseitige Straße, die für j e b en Verkehr ein Hindernis ist. Von hier bis Ecke Wörthstraße ist es noch schöner. Der Untergrund ist zur Legung des Packlagers tief ausgehoben. In buntem Durcheinander liegen hier Steine, Baumaterial, Geräte, sodaß die on diesen Häusern Wohnenden z. Zt. kein? Gelegenheit haben, etwa Kohlen, Holz u. dgl, heranbrin- gen zu lassen. Alte Leute sind hier auch schon zu Scho- den gekommen. Biegt man um die Ecke Wörthstraße, so sieht man die zum Bau der Straße benötigten Steine über den größten Teil der Straße ausgebreitet, daß es einem Fuhrwerk, so weit sich solche überhaupt noch in diese Gegend wagen, nicht möglich ist, ohne den Bürgersteig zu befahren, hier vorbeizukommen. Noch weiter nach oben, in der Richtung nach dem „Watschet", ist durch die Legung des Abwasserkanals und teilweise Zuschüttung des Grabens ein Verkehr überhaupt nicht mehr möglich. Die dortigen Anwohner sind, zumal bei diesem Weiter, schon von weitem an der Farbe ihrer schönen gelbbraunen Schuhe kenntlich. Diesen Weg rnüsien doch die meisten jenseits des Bahndammes Wohnenden mehrmals am Tage passieren, um zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen, nicht zu vergessen diejenigen, die dem Ruse der Finanzamtes willig Folge leisten. Wir fragen an: ist dem Stadtbauamt dieser Zustand bekannt und was gedenkt man zur Abhilfe zu tun?
Mehrere Bewohner.
Mldaer Leitung
Sonntag, 9, März 1924,
Hus dem Nachbargebiet.
s Rückers (bei Flieden). Der hiesige D ar lehn s .-ffenDetein hielt dieser Tage seine Frühjahrs- ■’ «mtfilieder-Bersammlung ab. Hauptgegenstand der Ta- a-sordnung war Neugründung des Vereins und Fest- ,"Lunq neuer Geschäftsanteile. Die überwiegende Mehr- »abl der Mitglieder war dafür, daß der Verein weiter- hefteben soll. Als Geschäftsanteil wurden zehn Goldmurk neu festgesetzt, die je zur Hälfte am 1. April und 1. Oktober d 3s. einzuzahlen find. Gleichzeing wurde daran «innert, daß unser Verein in diesem Jahre auf eine rojährige Tätigkeit zurückblicken kann. Am An- tona des Jahres 1884 wurde er von unserem damaligen t>ochw. Herrn Pfarrer Gnau mit 35 Mitgliedern be» Andel, wovon fetzt noch 3 am Leben sind. Zum Schlusfe Lr Versammlung wurde die Hoffnung ausgesprochen, „nler jetzt wieder neu gegründete Raiffeisen-Verein möge eine rege Tätigkeit entfalten zum Nutzen der hiesigen Landbevölkerung und in befferer Zeit den fünfzigsten gahreÄag begehen.
--- Gersfeld. Die Scheune mit Nebengebäuden fce5 Landwirts Müller 'm dem benachbarten Neus- M a r t s tft, vermutlich infolge von Kurzschluß, niedergebrannt.
---- Schlüchtern. In dem benachbarten Breiten- hach durchschnitt sich der Zimmermann Leipold mit einem Rasiermesser die Halsschlagader, sodaß der Tod bald eintrat. Die Ursache des gräßlichen Selbstmords ist unbekannt.
= Wächtersbach. In einer der letzten Nächte wurde in das Haus der Firma Wallich e i n gebrach e n. Nachdem die Diebe zuvor die Wachhunde vergiftet hatten, drangen sie in den Flur des Hauses und nahmen die dort befindlichen Kleider mit. Als die Hausbewohner auf die Diebe aufmerksam wurden, ergriffen diese die Flucht unter Mitnahme des Haustürschüssels.
---- Aschaffenburg. Im Alter von 84 Jahren starb hier Exz. Generalleutnant von Sor eil du Vernay. Der Verstorbene, der die Feldzüge 1866 und 1870-71 mitmachte, hat seit dem Jahre 1896 in Aschaffenburg gelebt. Er war ein tief- gläubiger Christ, der durch seine tätige ^Beteiligung mn katholischen Leben ein Muster und Beispiel für die katholische Männerwelt war.
ans Geisa und Umgebung.
— Tiefenort. Das Thüringische Staatsministerium hat dem Schachtarbeiter Joh. Gebhardt von hier die Ehrenurkunde für Lebensrettung verliehen.
Soziales.
— 38. Deutscher Fürsorge tag. Bei einer Beteiligung von nahezu 700 Abgeordneten aus allen Gebieten Deutschlands wurde Freitag vormittag in der Universität in Frankfurt a. M. dis 38. Jahresversammlung des „Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge" durch Dr. P o l l i g t e i t-Frankfurt eröffnet. An den Verhandlungen nehmen teil Vertreter des Reichsarbeitsministeriums, des Reichsministeriums des Innern, Delegierte aller deutschen Länder und Regierungen, Abgeordnete zahlreicher Körperschaften aus Stadt und vor allem dem Lande, Abgesandte der großen Vereine für freie Wohlfahrtspflege: ein Gremium, wie es bisher kein deutscher Fürsorgetag sah. Im Mittelpunkt der Beratungen stand „Die Neuregelung der öffentsichen Fürsorge unter dem Druck der Finanznot". Am ersten Derhandlungstage behandelte man die „Die Durchführung der neuen Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht". Es sprachen Staatsrat Dr. Lohs e-Hamburg über die „Reichsrechtlichen Grundlagen der künftigen Fürsorge für Hilfsbedürftige", Ministerialrat Dr. Maier-Dresden über .Landesrechtliche Ausführungsbestimmungen zum Reichsrecht". Heber die praktische Durchführung der Reichsverordnung sprachen schließlich vom Standpunkt des städtischen Fürsorgewesens Dr. H e i in e r i ch-Nürnberg und vom Standpunkt des ländlichen Fürsorgewesens Landrat Dr. K r a ch-Heide. Die Nachmitürgsverhand- hingen waren mit ausgedehnten Aussprachen über die am Vormittag gebotenen Vorträge ausgefüllt. Mit der Ta- gung ist eine Ausstellung über das Fürsorgewesen im „Römer" verbunden. Neben den Hauptverhandlun- gen laufen verschiedene Sondertagungen her.
von den Hochschulen.
-- Würzburg. Der bekannte Historiker, Professor Dr. Chroust vollendet am 10. März das 60. Lebens- jahr. Er ist in Graz geboren und studierte dort sowie in Berlin und Wien als Schüler Weizsäckers, Wattenbachs und Sickels. 1887 habilitierte er sich an der Universität (einer Vaterstadt. 1898 wurde er außerordentlicher Professor in Würzburg als Nachfolger von Wegele und erhielt 1902 die Ernennung zum ordentlichen Professor.
Turnen und Sport
= Schiedsrichter-Vereinigung Fulda. Sonntag, den 9. d. Ms., 10 Uhr vorm-, findet in der „Alten Post" die pflichtmäßige Monatsoerfammlung statt. Es wird erwartet, daß die Schiedsrichter sich vollzählig einfinden. Nichterscheinen wird bestraft.
■*= Germania. Zu dem am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, auf Waldheim ftattfinbenben Spiel „Helvetia Frankfur t—G ertnania Fulda" gibt Helvetia die in letzter Zeit erzielten Resustate gegen bestbekannte Vereine bekannt. Unter anderem erzielte Helvetia gegen F.-V. Nürnberg zu Gunsten Nürnbergs ein 4:3 Toren; Mannheim Waldhof 5:4; T.-B. Eimsbüttel 2:1 und 3:1; Sportverein Bremen 5:2; Eintracht Frankfurt 2:1; Fußballsportoerein Frist. (Mainmeister) 1:0; oerl.; Kickers Offenbach 5:2; Sportklub Bürgel 3:3 und 2:1; Hanau 93 4j2 und 4:1; Viktoria Aschaffenburg 3:2 und 2:0 Toren, -sämtliche Spiele wurden von Helvetia einwandfrei gewonnen. Vor diesem Spiel tritt Germania 3. M. gegen Viktoria Bronnzell 1. M. an und tn Salzschlirf spielt die 2. M. gegen die dortige 1. Mannschaft. _
Eingesandt.
Unglaubliche Zustande. Die Eisenbahndirektion hat in letzter Zeit auf den Strecken Hünfeld, Flieden, Hilders und G e r sf e l d Fahrplanänderungen not- genommen, die jede Rücksichtnahme auf die Arbeiterschaft vermissen lassen. In der Richtung Hünfeld, Flieden und Großenlüder hat man die Arbeiterzüge, welche um 5 Uhr non Fulda abfuhren, ausfallen, laffen. Der Arbeiter- schäft bleibt nichts anders übrig, als die Personenzüge 6,58 Uhr nach Hünfeld und 7,20 nach Flieden zu be» Nutzen. Die Züge in der Richtung Hilders und Gersfeld fahren jetzt statt 5 Uhr um 7,20 von Fulda ab. Die Eijenbahnoerwaltunfi begründet diese Veränderungen mit der Verlängerung ber Arbeitszeit, die nach Angabe de» Arbeitgeberverbandes eingetreten jei. Wenn man da- gegen die Arbeitermasien beobachtet, welche sich von 5 Uhr ab am'Bahnhof flauen, so kommt man zu der Auffassung, daß eine derartige Veränderung des Fahrplanes Unbegründet war. Die Arbeiterschaft betrachtet die ganze Sache al» ein Druckmittel zur Durchführung einer mög-
Druck der Fuldaer Actreudruckerei i« Fulda.
2. Blatt.
«osjufl aus öea LeMeni des Standesamts Zllwa.
Sterbej äße vvm 29. Februar bis 6. März. 1924.
29. Febr. Wagners-Witwe Maria Hahner 64 3. 5 St 11 T. I. März. Fabrikarbeiterin Veronika Schwab. Petersberg 15 I. 7 M. 13 T. 29. Febr. Kaufmann Clemens Dümmerling aus Hanau 28 I. 5 M. 1. Mörz. Landwll Karl Theodor Bott, Traisbach 23 3- 8. M. 9 I. 1 Prtvatin Witwe Ida Gimzicki 88 3. 11 M. 8 T. 3. Webers-Witwe Anna Gottbehüt 69 3. 1 M. 7 T. 1. Franziska Wasiellr 5 T. 3. Maria Fornoff 3 M. 27 T. 3. Josephine Maria Erb 1 I. 29 T. 3. Schüler Joseph Simon 10 3. 3M. 25 T 5. Michael Benzins 26 3. 9. M. 19 T. 5. Lackierers-Witwe Elisabeth Fröhling 73 3. 4 M. 14 T. 6. Ehefrau Sophia Brähler, Künzell 34 3. 2 M. 20 T. 6. Thea Diegelmann 20 T.
Gottesdienstordnung.
Sonntag, 9. März. Tom. V»6,6, V«7 u. 7 hl. M., >/,7 aemeinf. hl. Som. der Jungfr.-Sodalftät tn der Marienkap., 8 Uhr Pfarramt mit Predigt, */ilO Uhr Kathedralamt mit Predigt, ' dl Uhr Christenlehre für d. Jüngl., */d2 letzte bl. M. m. Pr„ */,2 And. zu Ehren der Mutter Gottes, '/«3 Vers, der Jungfrauen-Sodalitat, 4 llhr Fastenpred. mit And., 6 U. Herz Maria-Bruderschaft m Pred. und Segen. — Stadtpfarrkirche. 5*/» Som., BV, 61. M., 6% bl. M. und Som. der Jungfrauen, 8 Uhr erster SchulgotteSdienst und Predigt, 9*/s Uhr Pfarramt m. Pred., 11 zweiter Schulgd. und Pred., iill. Ehr. d. Jungt, in d. Severikirche, 2l/i Brudersch. von der Todesangst des Herrn, 3V« Andacht für die Jungfrauen . Sodalität. - Pfarrkirche zum heiligen Geist. 7 Frühm., 8 Amt m. Pr., ll-5 Chr., 5 A. — Sodalität. */ilO. — Severikirche. Sonntags 7, werk- tags ll,7 hl. M., Oberrealschulgottesdienst: Sonntags 8, werktags 7’°. — Herz-Jefu-Heim. 8 Pr. u. Amt, nachmittags 2 Segensandacht. (Mittwoch abends 7*/« SegenSandacht.i — Frauenberg. 5, */>6, 6, V,7 itt 7 hl. M., 8 Bruderschaftsmesse, 9 Hochamt m. Pr., nachm. S Kreuzwegandacht mit fatram. Segen.
Montag, 10. März. Dom. Nachm. 5 U. Fasten. Andacht. __________
Frankfurter Börje.
Die notlerungen verstehen sich in Billionen
teilt. Kurs
7.8.
Berliner Kursbericht.
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Prozent.
letzt. Kurs 7.»
Wettervoraussage
für den 9. März 1924:
Nachtfrost, tags milder, zunehmende Bewölkung, allmählig auffrischende Winde, vereinzelt Nlederschtage (in höheren Lagen Schnee).
Kircher-Ludwig
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12,875 1 2,6
22,0 22,0
29,25 29,5
35,0 36,0
19,7 19,75
11,1 16,75
18,75 20,75
11,0 11,0
6,1 5,0
31,0 33,0
0,5 20,75
16,6 17,0
64,375 05,85
41,6 43,0
59,0 57,75
59,0 59,0
81,0 30,0
18,5 19,5
3,9 3,8
20,6 21,25
19,25 20,0
8,5 8,6
82,0 84,75
17,0 17,5
7,0 7,0
5,375 6,6
2,1 8,25
60,0 60,25
17,75 18,87,
7,0 4,1
80,0 80,5
12,1 12,1
36,0 38,1
16,8 16,5
50,75 50,85
85,0 38,0
19,85 19,25
8,8 8,5
18,0 18,0
22,6 22,0
33,0 34,76
7,0 6,6
29,6 30,0
33,75 33,85
4,6 4,6
15,0 16,37! 39,25 40,85
24,75 24,125
8,8 2,1
20,0 »0,6
8,6 3,5
27,0 26,8
18,5 14,1