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MWaer Zeitung

Wo bleibt die Abrüstung?

Von einem militärischen Mitarbeiter unserer Zeitung.

letzt. Kurs

Berliner Kursbericht

Deutsche Staalspapiers.

Industrie-Aktien.

entzückend, mein Kind!" flüsterte ihr di«

t. Kurs 6. 8.

teilt uns Zentrum

als das jung« Mädchen wie unter dem unwiderstehlichen Sympathie, aus sie zu- in unbefangenster Weise die Stirn zum

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eine Hurenpartei genannt habe. Ein derartiger AuÄruck fei ihm nicht in den Mund gekommen. Es sei weiter unwahr, daß er Herrn Außenminister Dr. Stresemann internatioaler Handlungen be­schuldigt habe. Er habe lediglich betont, was dis Deutschnationalen von der von Stresemann ver­tretenen Außenpolitik trenne. — Die Mitteilung des Herrn Bürgermeisters Lind bezieht sich auf die von den rechtsstehenden „Frankfurter Nach- richten" und ihren Ablegern gemachten Mittei­lungen über eine Rede des Herrn Lind in

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Gottesdienstordnung.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 9. März. Fulda. Vormittags 9*/, II. Pfarrer Weber (Hl. Abendmahl), 11 Kinderloses, dienst, nackmitt. 2 Pfarrer Reich. — Bad Salzschlirf. DormittaeS 9*/, U. Sup. Rubi. — Schloß Bieberstein. Vorm. 9 U. Pfarrer Reich. Amts wache Pfr. Weber.

Dienstag, 11.März. Fulda. Abends8Kirchenchor.

Mittwoch, 12. März. Fulda. Abends 6 PassionS. gottesdienst (in der Kirche) Pfr. Reich.

Loangel. landerkirchl. «emein?»aft, Mda. vuttlarstr. IT.

Sonntan, 9. März. Abends 8 II. Evangelisation (Pred Iäck-Soislieden). — Dienstag abends 8 Bibel- stunde (Pfarrer Weber). — Mittwoch abends 8 Jugend- bundstunde. — Freitag abends 8 Bibel- und Gebetstunde.

Hus dem Nachbargebiet.

= Hersfeld. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich wesentlich gebessert. Die Zahl der Erwerbslosen, die ihren höchsten Stand mit 250 hatte, ist auf 140 zurückgegangen. Kurzarbeiter sind nur noch in ganz geringer Zahl vorhanden.

— Schenklengsfeld (Kr. HerSfeld). Zu dem Holz- bersteigerungstermin, der am Mittwoch hier abgehallen wurde, hatten sich über 200 Käufer ein­gefunden. Diese waren sich darin einig, daß die sest- geietzte Taxe von 9 Mark für einen Raummeter zu hoch, vielmehr ein Preis von 6—7 Mark durchaus angemessen sei. Da niemand den geforderten Preis bot, mußte der Termin abgebrochen werden.

— Darmstadt. Der Mord an dem Polizei­wachtmeister Günther in Darmstadt fand vor der Strafkammer seine Sühne. Angeklagt war der 31jährige K- W. Kinkel aus Frankfurt a. M. wegen Mordes, Mordversuchs und schweren Diebstahls. Das Gericht verneinte die Frage auf vorsätzliche Tötungsabsicht und gelangte zur Feststellung des versuchten bezw. vollendeten Totschlags. Der Ange­klagte wurde für den Totschlagsversuch in Gießen'zu 6 Jahren Zuchthaus und für den an dem Polizei- wachtmeister zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Marquis« zu, «ährend sie ihr einen Kutz auf die blühen­den Wangen drückte. Dann fiel ihr Blick auf ihren Sahn, der nach Gilberte eingetreten «ar. 2hm war die kleine Szene nicht entgangen. Er schien förmlich be«

Deutschland ist entwaffnet und völlig wehrlos, und doch wird gegen dieses nisdergeworfene Deutsch­land eine militärische Abwehr aufgeboten, wie sie auf dem Kontinent überhaupt noch nicht bestanden hot.

Aber sehen wir uns doch einmal in der Welt um, wie es dort mit der Frage der Abrüstung steht. W>r verfügen in diesen Dingen über ganz außeroroent- lich wichtiges und interessantes Material.

Amerika ließ in der Zeit vom 16. bis 22. Jan. 1924 in der amerikanischen Kanalzone Manöver stattsmden, die nach dem Urteil unterrichteter Mili­tärs folgenden dreifachen Zweck verfolgt haben:

1) Festzustellen, ob die Armee imstande ist, mit dem ihr zur Verfügung stehenden Material den Kanal im Kriege offen zu halten. Die ununterbro­chene Benutzung des Kanals ist von lebenswichtiger Bedeutung. Die Seeverteidigung der Vereinigten Staaten ist absolut abhängig von einer jederzeit mög­lichen Konzentrierung der amerikanischen Flotte in einem der Ozeane. Die Armee hat neben dem Schutz der Küstenstädte die Aufgabe, die Konzentrie- rung der Flotte entweder im Atlantischen oder im Stillen Ozean, je nachdem wo ein Angriff erwartet wird, zu sichern.

2) Festzustellen, welche Zeit erforderlich «st, um bei Benutzung des Kanals die Vereinigung der Flotten auszuführen. Diese Zeit auf geringst mög­liches Maß zu beschränken, ist sehr wichtig; deshalb ist die engste Zusammenarbeit zwischen Armee, Flotte und den Kanalbehörden notwendig. , Es soll angenommen werden, daß die denkbar schwierigsten Kriegsoerhältnifse vorliegen, um zu sehen, was von der Ausnützung der bestehenden Möglichkeiten er­wartet werden kann. Dis Erfahrungen werden .auch für die Beurteilung der Verwendungsfähigkeit des Kanals für den Handelsverkehr von großem Werte fein.

3) Festzustellen, inwieweit eine Oberausiicht über die Armee- und Marinestreitkräfte durch Vertreter beider Waffen von praktischem Wert ist bei einer Kriegshandlung, die die gemeinsame Ausnutzung aller vorhandenen Verteidigungsmittel erfordert.

England hat vor kurzem seine Feld-, Reitende- und Fußartillerie in eine einheitliche Artil­lerie umgewandelt.

Die englifchen Fabriken für Herstellung von Das» schutzmasken arbeiten mit Hochdruck, um eine ge­nügende Anzahl Masken für die Zivilbevölkerung Südenglands herzustellen.

In Belgien wurde jetzt die Heeresstärke für 1924 auf 74 000 Mann und 6000 Offiziere festge­setzt. Deutschland, das doch so viel größer ist, als sein kleiner Nachbar, darf nur 100 000 Mann unterhalten, und nur 3000 Offiziere, also gerade halb soviel als Belgien.

Während Deutschland über 2 Armeekorps mit 7 Divisionen verfügt, hat Belgien 4 Korps mit 8 Divisionen und 8 Reserve-Divisionen.

Solange Frankreich in Belgien herrscht, wird dort die Waffenrüstung sicher nicht vermindert werden.

Die Rüstungen Frankreichs liegen förmlich vor unseren Augen. Im besetzten Gebiete konnte man den Aufmarsch an. einheimischen und Kolonial- truppen aller Schattierungen unmittelbar beobachten. Welche Anstrengungen Frankreich auf dem Gebiete der Luftrüstung macht, und wie sehr gerade diese

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„Dieselbe Meinung, die zweifellos ein feder über sie hot, der sie kennt," erwiderte die Marquise, indem sie sich setzt« und Simonnet einen Sesiel sich gegenüber anwies.

„Sie entspricht vollkommen der Schilderung meines Sohnes und es scheint mir durchaus begreilich, daß er sich ihrem Zauber nicht zu entziehen vermag. Sie gefällt mir viel mehr, als ich zu sagen vermöchte."

„Sie erscheint Ihnen also seiner würdig?"

„Ich glaube nicht, daß er eine glücklichere Wahl tref­fen könnte."

„Sie haben also keinen Grund, um sich dieser Per­bindung zu widersetzen?" Und als sie nidjit sofort ant- wortete, fragte er dringend: „Oder haben Sie doch einen solchen?"

„Einen solchen Grund erblicke ich allerdings in der Verschiedenheit unserer Situation," gab die Marquise zur Antwort. „Er würde genügen, um mir, käme nur mein Wille allein in Betracht, eine verneinende Antwort zu diktieren. Allein ich habe Rücksichten zu üben; ich muß mich Ihren Anforderungen fügen und unter solchen Umständen gebe ich meine Zustimmung, wobei ich noch Gott loben muß, baß er der Schwiegertochter, Ne mir aufgedrängt wird, so hohe und so zahlreiche Tugenden verlieh."

Er beachtete nicht, was man in diesen Worten als Borwurf öeirten konnte, und gab sich den Anschein, als hätte er nur vernommen, was seinem väterlichen Stolz schmeicheln mußte.

„Ihre Worte machen mich stolz unb glücklich," er­klärte er; „und da wir derart einig sind, bleibt uns nichts weiter übrig, als uns endgiltig über die näheren Punkte des Vertrags, den ich Ihnen übrigens schon skizziert habe, zu verständigen und den Zeitpunkt der Vermählung festzusetzen."

„Fräulein Gilberte hat ihre Meinung noch nicht ab­gegeben," bemerkte die Marquise ein wenig beunruhigt, daß sie sich gebunden zu haben schien.

„Sie w«d sie in dem uns erwünschten Sinn abge­ben," versicherte Simonnet.

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Vermischter.

* Fiergejprochen wegen Notwehr. Vom Volks- gelicht München II wurde der Landtagsabgeordnete Balthasar Eichner, welcher im November 1923 den Bauern Johann Burgmayr aus Jasberg nach kurzemWorilvechfel erschossen hatte, freigesprochen. Das Gericht nahm an, daß Eichner in Notwehr ge­handelt hat.

* Eine hartnäckige Milchfälscherin. Die Oeko« nomenstochter Katharina Möstl von Parsdorf (Bay­ern), die aus Habgier bereits wiederholt die Milch fälschte und mehrmals bestraft wurde, schüttete im Juni wieder 20 Prozent Wasser in die Milch. Tas Landgericht München I verurteilte die Angeklagte zu sechS^Monaten Gefängnis.

* Zum Tode durch den Strang wurde in Prag die Hauptmannsfrau Hilda Hanika verurteilt, weil sie ihren Mann durch einen 19jährigen Bauprakti­kanten ums Leben bringen lief.

Eine Märtyrerin der pflicht.

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Mit der der Jugend eigenen hoffnungsvollen Zuver­sicht zweifelte er keinen Moment an einem vollen Erfolg, zumal sich die Ueberzeugung immer mehr in ihm festigte, daß ihm die Vorsehung dieses herrliche Geschöpf nicht in den Weg geführt habe, um es ihm gleich wieder zu entreißen.

Etwas nach sieben Uhr und nachdem das erste Glocken­zeichen das Diner verkündet hatte, verfügte sich die Mar. quife, die ihre Toilette beendet hatte, in den Salon. Sie wollte als erste zur Stelle fein, um ihre Gäste zu emp» fangen. Zu ihrem nicht geringen Erstaunen traf sie Simonnet bereits dort an. Ein wenig steif in feinem stmkelnagelneuen Frack, der ihm eine ebenso ungewohnte als lästige Tracht zu fein schien, mit weißer Halsbinde und einem breiten, violetten Band im Knopfloch, faß er vor dem offenen Fenster, durch das di« letzten Strah­len der Iusisonne eindrangen, und las eine Zeitung. Als er die Frau des Hauses eintreten sah, erhob er sich und schritt lächelnd auf sie zu.

„Ich schätze mich glücklich, Frau Marquise," ver­sicherte er, daß ich einen Moment allein mit Ihnen sprechen fern Bisher bot sich zu meinem Bedauern noch keine Gelegenheit dazu, obschon ich eine solche gerne herbeigeführt hätte."

„Nun kommt's!" sagte sich die Schloßfrau und laut fügte sie hinzu: „Ich hege den gleichen Wunsch wie Sie und stehe Ihnen zur Verfügung."

Sie empfand keinerlei Verlegenheit, denn ihre Nolle war ihr genau vorgezeichnet nach alledem, was ihr von dem liebereintommen ihres Sohnes mit Gilberte bekannt war.

„Dor allen Dingen möchte ich wissen, Frau Mar- quife," fuhr Simonnet fort; „welche Meinung Sie nun­mehr über meine Tochter haben, nachdem Sie sie kennen gelernt haben?"

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„Immerhin muß sie sie erst abgeben, und was wir vorher auch beschließen mögen, hat doch gar keinen Zweck."

Das mußte er selbst einsehen. Er fügte sich mit recht saurer Miene, innerlich abermals aufgebracht über den Widerstand seiner Tochter, während vonseiten der Familie Fosseuse alles wie am Schnürchen ging. Da man aber das Eisen schmieden muß, so lange es warm ist, fragte er: „Ermächtigen Sie mich, Frau Marquise, ihr zu sagen, daß Sie bei mir um ihre Hand angehalten haben?"

„Ja, Herr Simonnet, ich ermächtige Sie dazu."

Das Gespräch wurde unterbrochen, denn die Türe ging auf und Gilberte erschien auf der Schwelle, hin. reißend schon und bezaubernd in einem weißen Kleide. In der Hand hielt sie einen Zweig weißer Rosen, den Franz ihr aufs Zimmer geschickt hatte. Ihr« ganze Er. fcheinung trug so das (Sepräge der Vornehmheit, aus ihren Äugen strahlte soviel Reinheit, daß Frau von Fosseuse, buchstäblich geblendet, ungefähr denselben Ein­druck in sich aufnahm, wie ihr Sohn anläßlich feines Befuches in Vernon. Sie blickte Simonnet an und er­wog die Frage, welche Laune die Ratur wohl veranlaßt haben mochte, diesem gewöhnlichen, gewalttätigen Men- fd)en ein so herrliches Kind zu geben.

„Welch ein Glück märe es doch, dieses schöne Reis auf den alten Stammbaum der Famllie Fosseuse auf­pfropfen zu können!" sagte sie sich.

Und diese Empfindung, die sich in ihr schon geregt hatte, als Gilberte im Schloß anlangte, wurde noch mäch-

M 58.

SamStag, 8. März 1924.

Angelegenheit das Mißtrauen Englands hervo.cuft, haben die jüngsten Presseerörterungen zur Genüge erwiesen. Da,zu kommt, daß Frankreich über einen ganz ungeheuren Nachrichten- oder deutlicher «pro- nagendienst verfügt. Für den noch in der letzten Zeit gern ungewöhnliche Mittel angefordert worden sind.

Eine Herabsetzung der Ausgaben für Heer und Flotte sehen wir bis jetzt eigentlich nur m Schweden. Anfang Februar ist im schwedischen Reichstag ein Vorschlag Für die Heeresreform vor- gelegt worden, der das Budget für die Wehrmacht von rund 182 auf 138 Millionen Kronen, das Bud­get für das Heer von rund 122 auf rund 80 Kronen herabsetzt. Außerdem smd für das Flugwesen, das von Heer und Flotte getrennt als dritte selbständige Waffe unter das Verteidigungsministerium treten soll, 7,2 Millionen Kronen angesetzt.

geistert und deutlich las die Mutter die bange Frage aus seinem Auge:

„Wirst du mir deinen Segen verweigern?"

Während und nach dem Diner bis zu dem Augen­blick, da man sich trennte, trugen Haltung und Sprache der jungen Paine nur dazu bei, die Empfindungen, die sie Mutter und Sohn eingeflöht, zu stärken. Simonnet gab sich darüber keiner Täuschung hin und er schöpfte die Ueberzeugung, daß sich der Zustimmung der Famllie Fosieuse nunmehr wirkliche Freude und Zufriedenheit b?i- geselle, daß sie ihm zu verzeihen beginne, weil er ge­walttätig vorgegangen, und daß sie nicht wenig enttäuscht wäre, wenn jetzt feine Tochter Schwierigkeiten bereiten würde. Als er sich daher wieder mit Gilberte allein sah, vermochte er dem Verlangen, nochmals in sie zu bringen, um ihr das entscheidende Wort zu entreißen, nicht zu widerstehen; aber schon bei den ersten Motten fiel sie ihm in die Rede.

„Erbarmen, Papa!" bat sie. „Beginne nicht von neuem. Ich will und muß noch nachdenken. In einigen Tagen, sobald wir nach Vernon zurückkehren, werde ich dir enbgiltig Bescheid sagen."

Er ließ es sich gesagt sein und ging. Allein an dem Gelingen seines Projektes zweifelte er nicht mehr. Roch weniger hätte er daran gezweifelt, wenn er die Worte vernommen hätte, die zur selben Zeit zwischen Frau von Fosseuse und ihrem Sohn gewechselt wurden.

„So heirate sie denn, da du sie liebst," sagte die Mut- ter. „Ich bekenne mich für besiegt und habe nicht den Mut, mich deinem Glück zu widersetzen, wobei ich nur wünsche, daß es durch die Vergangenheit des Vaters nicht zu häufig gehübt werde!"

„Taufend, taufend Dank, teure Mutter!" erwiderte Frenz mll strahlendem Blick, fügte aber gleich darauf ängstlich werdend hinzu: „Wenn nur sie mir jetzt nicht einen Korb gibt!"

(Fortsetzung folgt.)

Treysa. Wir haben sie unter Angabe der Quelle und mit dem ausdrücklichen Bemerken hier ver­zeichnet, daß wir die Verantwortung für ihre Richtigkeit der Quelle überlassen. Ein Widerruf in jener Zeitung ist uns bislang nicht zu Gesicht ge­kommen. Aus der Mitteilung des Herrn Lind, die er an uns richtet, ersehen wir, daß er Wert auf fachliche Zusammenarbeit mit den Landwirten der Zentrumsfraktion legt. Er wird es dann wohl verstehen, daß feine angebliche Aeußerung über das Zentrum als eine schwere Ehrenkränkung in Zentrumskreisen e'rnpfunden werden muhte. Vielleicht ist der Vorfall eins gute Lehre, Aus­drücke über gegnerische Parteien so zu wählen, daß sie nicht mißverstanden werden können. Denn etwas wird Herr Lind doch wohl in Treysa über das Zentrum gesagt haben? Und daß es etwas Kräftiges war, darf man bei einiger Kenntnis der bisherigen politischen Tätigkeit des Herrn Bürgermeisters von Niederissigheim wohl auch annehmen.

Srankfurter Börfe

»le notterungen verliehen sich In Billionen Prozent.

Übler Mundgeruch

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----- Herr Reichskagsabgeorimeler Lind mit, daß es unwahr fei, daß er das

Die englischen Lustrüsiungen.

Im englischen Oberhaus brachte Lord London- derry, der ehemalige Unterstaatssekrelär für Luft­fahrtwesen, einen Antrag ein, m dem zum Aus­druck gebracht wird, daß Großbritannien eine Luftstreit'macht zum Heimatschutz unterhalten muß, die genügend stark ist, um ~uft= angrifse der stärksten Luftstreitmacht innerhalb des Bereichs einer Küste Widerstand leisten zu kön- nen.

Als der Krieg zu Ende gegangen to, habe Eng­land die stärkste Luststreitmacht der Welt besessen. Seit dem Kriege habe sie allmählich ab genommen, und heute könne London ton der Lust aus in kür­zester Zeit vernichtet werden. Lord Londonderry fuhr fort, seine Worte enthielten in keiner Weise etwas Feindseliges gegen eine andere Macht. Er erklärte, die Franzosen könnten wahrscheinlich zehn Flugzeuge für jede Maschine ausbringen, die England zu seiner Verteidigung in die Lust senden könnte.

Der Herzog von Sutherland erklärte, der Luft- fahrtmimster Tompson habe in einem kürzlich ver­öffentlichten Arükel Ausfälle gegenüber Frankreich gemacht, die ausgesprochen feindselig und milita­ristisch zu sein schienen. Tompson erklärte die Ent­schließung, die dem Hause vorliege, forderte auf, einen Grundsatz zu bekräftigen,^ der tatsächlich auf Geltendmachung eines Einmächte st andards hinauslaufen wurde. Es werde nichts anderes vor- goschlagen als ein Rüstungs w^ ttlauf mit Frankreich. Man betone die Schwäche Groß­britanniens in der Luft, als ob die Arbeiterregisrung dafür verantwortlich fei. Wenn er den Eindruck hätte, daß irgend eine neue Notwendigkeit für die Durchführung der Grundsätze, bie in dem Antrag verkörpert seinen, bestehe, so wurde er bereit sein, Mehr zu tun, um die Luftstreitmacht auszud-hnen. Der Plan für den Heimatschutz, der von der Koali­tionsregierung im Jahre 1922 begonnen wurde und von der letzten konservativen Regierung ausgedehnt worden sei, werde in der bisherigen Weise fortgesetzt werden. Die Vorlage betreffend die Sicherung der Luftstreitmacht werde binnen kurzem dem Parla­ment vorgelegt werden.

Tompson fügte hinzu, wenn irgend eine Kon­ferenz in der Art der Washingtoner A b r ü st u n gs- konserenz zugunsten einer allgemeinen Herab­setzung der Rüstungen ein berufen werden sollte, werde die Regierung sich diese Gelegenheit gern zu­nutze machen. — Der Antrag Londonderry wurde indessen hierauf trotzdem angenommen.

„flltramontane“ Kaifettreue.

Der lannjäbrtoe bekannte Zentrumrabpe- ordnete Becker-ArnSberg schreibt unter obiger Spitzmarke:

In der Dolksvereinsversammlung am vergan­genen Sonntag im Reichstag sind die unglaub­lichen Anwürfe des Generals Ludendorff gegen die Katholiken mit Nachdruck zurückgewiesen worden. Der zweite Redner in der Versammlung, Arbeits- minffter Dr. Brauns, machte dabei Mitteilungen über das Verhalten des Zentrums ir­den kritischen Tagen vor der Abdan­kung des Kaisers im Jahre 1918. In einer feer damaligen, oft sehr bewegten Fraktionssitzungen kam unter anderem auch der aus anderer Sette erwogene Gedanke zur Erörterung, dem Kaiser den Rat zu geben, aus eigenem Antrieb zu­rückzutreten und einem anderen Hohenzollern, etwa feem ältesten Sohne des Kronprinzen, den Thron zu überlassen unter der Regentschaft eines Hohen- zollernprinzen bis zu seiner Großjährigkeit. Das fei vielleicht die einzige Möglichkeit, die Dynastie der Hohenzollern zu retten und die Revolution zu unter­binden.

Mit Leidenschaft wandten sich vor allem die Ab- ceorimeten Gröber und Erzberger dagegen. Sie wollten noch nicht einmal etwas von einer Aussprache in der Zentrumsfraktion über solche Pläne wissen. Ich habe Herrn Gröber nie so bewegt gesehen als in jener Fraktionssitzung. Er verglich das Verhältnis eines Untertanen zu fei­nem Landesherrn mit dem Verhältnis eines Sohnes zu feinem Vater, den er zu verteidigen habe auf Tod und Leben. Auch die Zweckmäßigkeitsgründe, feie für die freiwillige Abdankung des Kaisers an­geführt würden, verschlügen nichts. Gröber war allein über die Möglichkeit solcher Gedankengänge derart erregt, daß er fast die äußere Haltung ver­lor.

Minister Dr. Brauns hat zutreffend mitge- teilt; daß die Zentrumsfraktion einmütig war in der Verteidigung des Hohenzollernhauses und auch an der Person des Kaisers festhielt, wenn auch von einigen Fraktionsmitgliedern nicht ohne weiteres der von anderer Seite gekommene Gedanke des erwähnten Ratschlags an den Kaiser abgelehnt worden war.

Die Umgebimg des Kaisers und des Kronprin­zen bestand nicht aus „Ultramontanen". Sst haben somit auch keinen Einfluß auf die Entschlie­ßungen der beiden Herren gehabt. Daß sie nach Holland gingen, war somit nicht Schuldder Zentrumskatholiken.

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3,2

56/o oo "Roas-

4,0

4,8

5 Rog.-Reht. Bk.

4,0

8,8

6»/o ihürfng. R.

4,0

4,0

e westfSl. Kohle

11,6 5

11,75

verstchetungs-AMen

Aach.-Münch. V

24«,0

236,0

Srist. flltg. Perl.

106,0

100,0

Srank. R. u. IN.

75,0

68,0

INagdeb. Seueru.

160,0

160,o

Eisenbahn-Aktien.

kleklr. Hochbahn

45,75

46,25

Oefterr. Sfaatsb

38,0

——

Scharstungbechn

1,6

1,6

Schiffahrt-Werte.

Kosmos Dpf.

39,0

40,0

Neptun Dpstch.

25,0

24,0

rapag

37,5

37,5

fanfa

18,5

18,0

£ Oyd

8,1

7,9

Verein. Elbe

5,0

4,8

Vank-Akiien.

Barm. Crebilbank

0,7

—

Batjr. 6. u. Wbk.

4,8

4,875

Barmer Bank-D.

3,8

4,0

Berlmerfjanöelsb.

47,25

47,5

Commer.bank

7,0

7,0

Danz. Privatbank

3,25

3,25

Darmstädter Bank

13,0

13,125

D. Afiat. Bank

29,25

28,3