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verantwortlich lür bte G&rtftieituna: Dr. Sobmtwe» »tarnet, «meiaen: 3- $ arretier, Sulda. Rotalwirtbruck tmb «erlas be$ 4 Fuldaer Äctiendruckerri in Fulda. Serulvrecher Wr-9- *

ve,««rdreiS- Monat Februar L.00 »old«art frei Lau».

schlüffen zieht, wenn noch

[tn an» seinen Ent- röglichkeit des AuS.

Sieg Hendersons.

Henderson, der aus der Arbeiterparl^ hervorge- gangene englische Innenmimster, hat bekanntlich eine scharfe Rede gegen den Versailler Vertrag gehalten. Die Rede wurde gehalten im Wahlkamps, den Henderson, der bei den allge­meinen Wahle,: kein Mandat errungen hatte, jetzt geführt hat. Die scharfen Debatten im Unterhaus, die vor allem von den franzosenfreund' liche« Mitgliedern des Parlaments oer- anlaßt waren, um die Arbeiterregierung biotzzuftel- tert, haben das Echo der Henderson-Rede noch ver­stärkt unD die Aufmerksamkeit auf den Ausgang des von Henderson geführten Wahlkampfes besonders hmgelenkt. Jetzt Eommt folgende Meldung:

wtb London, 28. Aebr. Ja der heutigen Nachwahl in Burnley hat der Minister des Innern Henderson (Arbeiterpartei) 24571 und Lamps (konservativ) 17 534 Stimmen erhalten.

weichens besteht. Die Hoffnung, die Einwohnerwehren in Gestalt von Pseifenklubs usw. noch im Geheimen weiterzuführen, hat sich damal» atS trügerisch erwiesen. Infolge der Ausdehnung der Einwohnerwehren, mutzte ich mich auch mit der österreichischen Frage be­fassen. <<6 hoffe, daß Bayern dereinst sein alter Solonialland ivieder mit sich vereinigen werde. Zch bin aber grotzdentsch genug, um z« wissen, datz wir diese Möglichkeit der politischen Erziehung durch Preußen verdanken. Man warf mir vor, ich wolle eine Donau- Monarchie errichten, was mich so verärgerte, datz ich aus der Einwohnerwehr auSschied. Im Jahre 1922 arbeitete ich dann in anderer Weise, ohne Satz ich in die Oesfent- lichkest Hot Ich kam damal« mit dem Deutsche» Kampfbund in Verbindung. Ich bin zu Hitler nicht durch seine Reden gezogen worden, sondern au» einem anderen Grunde. Ich wurde militärischer Führer de» Kampfbunoe», wodurch ich in meine jetzige Lag« ge­kommen bin."

i^iir die weiteren Aussagen Kriebel» bestimmt daS Gerächt, ein^m Wunsche de» Angeklagten entsprechend, den Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Ge­fährdung der Staatssicherheit.

Auch die Nachmittagsfitzung war mit den AuSfüh- rnngen des Oberstleutnants a. D. Krirbel auSgesullt, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand. Die Pressevertreter hatten keinen Zutritt.

Am Freitag wird der Angeklagte, General a. D, Ludendorff, sich über sein Verhalten in den Tagen des 8. und S. November 1923 zu rechtfertigen haben.

wtb München, 29. Aebr. (Id). Am Freitag wendet sich ein RochtsanwM gegen die Preffebe- hauptmtg, wonach die Angeklagten darauf hinzielen, die Schuld besonders auf Kahr, v. Lossow und Seis- fer a b z n w S l z e n. Es sei ein Unding, datz Herr von Sahr, nachdem er glaubt, ein Unternehmen politisch nicht mehr mikmachen zu können, es jetzt mit juristischen Mitteln versolgen laste. Sodann wird die Vernehmung des Oberstleutnants a. D. Srtebel fortgesetzt. Der Angeklagte gibt zunächst eine Darstellung seines Verhältnisses als militäri­scher Führ« des Kampfbundes zur politischen Lei­tung. Sriebel führt aus, datz in einem Verband, der auf dem Grundsatz des Gehorsams aufgebaut sei, die Verantwortung auf den Führer zurückfalle, der die Befehle und Weisungen erteile. Er bittet deshalb, datz man die L e u t e, die jetzt noch für solche militärischen Ausführungen nn Gefängnis sitzen, fofortfrelgebe. Darauf schildert er im einzelnen die Ereignisse. Die Besprechungen am 28. und 30. Septbc. haben sich nn allgemeinen so zuge- frcgea, wie sie durch PSHner geschildert wurden. Al« Pöhner mit Frick und mir bei Sahr eintraten, wurde ich von Sahr gefragt, was ich bei der Sitzung wolle. Erst auf die Antwort pöhners, datz ich als Vertrauensmann mitkomme, wurde ich em­pfangen.

3m MAm MRMkMM mußte Me Verhandlung cm Donnerstag eine Stunde später beginnen, weil der Angeklagte General Ludenborfs verspätet eintraf infolge einer Panne, die fein Automobil erlitten hatte.

Dann erfolgte die Vernehmung von Oberst­leutnant Sriebel. Er rühmt sich in schwungvollen Worten seiner Tätigkeit.35et der politischen Umwäl- zung im März 1920, al» Kahr an» Ruder kam, habe ich mir meineStaatSstreichsporen verdient. Die Beziehungen der Einwohnerwehr zu Norddeutschland führten zur Gründung der Organisation Escherich. Ich erkannte, datz Kahr der Mann der offenen Hinter­

und Opfern errungene Ordnung der Verhältnisse ^Das darfÄch°fein! Wir müssen jetzt alle Kräfte zujammennehmen, um unsere Währung zu hatten- In solchen Zeiten müssen wir alle perfönlichenRochte preisgeben und uns Eingriffe in unsere perfönuche Handels- und Bewegungsfreiheit ^fallen lasten.

Aber der Reichstag hat auch gar ferne Lust, so materialistisch das nach außen lstn auch aussehen 'mag, um dieser Fragen willen es letzt zu einer Krise her Regierung oder zu einer Krise seiner selbst kom­men zu lassen. Er weiß, daß er dann selber am schlechtesten abschneiden würde.

Inzwischen geht der Redestrom im Reichstag weiter. Run hat auch der Außenminister Stress- mann vor einem großen Auditorium, auch unter Anwesenheit ausländischer Diplomaten, das Wort ergriffen, um die Außenpolitik der Regierung zu rechtfertigen. Der geschickt« Redner ist sich der Wir­kungen fernes fließenden Vortrages wohl bewußt, aber er hat auch Anspruch darauf, seine Ausführun- gen inhaltlich mit stärkstem Nachdruck gewürdigt zu wissen. Es ift charakteristisch, daß seine Worte wie­derholt von sehr starkem Beifall unterbrochen wer- den, der sich nicht allein auf die Regierungsparteien erstreckt.

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stadl Fulda.

en»eiaeit«»teife Menuette (Solonel) letal 0,15 (Solbtnarf.

awtotihrts 0L0 eoOwerf: Äellameietle Idol a«l Eoldmart 51. IdflTCL tc oiuwürt» 080 «oldmark.

Samstag, l. tTiärz 1924

Nr. 53

lenteamatt nnö MMMM

A»s Öertt Re ich skag tSMf MS gefchMhsn:

als Retter und Heiland ge° Und heute wird das Auf-

Zankapfel gemacht, der zwi- und her geworfen wird und die mit unsägliche« Mühen

priesen worden wäre, wertimgsproblem zum schen den Patteien hin der nachgerade droht.

rungekrste. ------ ----- . . _ . .

die Rede fern ka-mr, dann nur von emer Reichs

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SM «feWMroen Rabatt- Vostsckeckkmrto grmrffart a.«. 4051.

Um den Tag der Heichskagswahl

«orfchläge für den 6. «pril und für den 4. Mai. De. Steefemaun 66er die Berftäudigung mit Frankreich.

derjenige, der damals. Äs es nur noch wertloses Papiergeld gab, sine »Aufwertung in Gold" in Aussicht gestellt Härte,

Wie aus Berlin gemeldet wird, fand Donnerstag <^eni) zwischen dem Reichskanzler und den Parteiführern eine Aussprache über die Frage der gyffijfung des Reichstages statt. Beschlüsse suchen nicht gefaßt. Der Reichsminister des Jn- nern Dr. Jarres erklärte nach der Besprechung

Mitarbeiter desS. T.", daß die Frage der Auslösung des Reichstages von der weiteren Hal­tung der Parteien zur Frage der Spezialdebatte über die Notverordnung abhängen werde. Ein von her Deutschen Volkspartei bechlostener g« itia tioantrag, wonach der Reichstag am z. Mai aufgelöst und i*e Wahlen für den neuen Reichstag am 4. Mai stattfinden fal­ten, ist noch nicht emgebracht worden. Die D eut sch- nationalen beabsichtigen, demBeri. Lokal- anzeiger" zufolge, zu beantragen, daß der Reichstag am 5. April aufgelöst werde und dieReuwahlen

6. April stattfinden sollen.

Der Tag Strefemanns.

Sm dritten Tag der großen Reichstagsdebatte «ahm vor allem eine Rede des Außenministers Dr. Sftefernenn die Aufmerksamkeit in Anspruch. In der deutschen Außenpolitik stehen wir unter dem Eindruck der Sachoer st ändigenausschüsse. Die Sach­verständigen dürften sich von der Irrigkeit der Be­hauptung eines betrügerischen Bankerott» Deutschlands überzeugt hoben. Man fdjeint sich davon überzeugt zu haben, daß ein Moratorium für uns notwendig ist, ebenft, aber, daß während dieser Zeit eine interna­tionale Anleihe insbesondere für Frankreich einen Er­satz für die ausfallenden deutschen Zahlungen schaffen soll. Die Abtrennung der Rhein-Ruh r- Zahnen hat mit aller Deutkchkeit gezeigt, zu welchen katastrophalen wirtschaftlichen und finanziellen Folgen eine Zersplitterung des deutschen Eisenbahnwefens füh­ren muß. Wenn die französische Regierung bereit sein würde, für die Regiebahn die Regelung anzunehmen, die zwischen Bayern und dem Reiche besteht, so würde Deuffchland gern bereit sein, darüber zu ver­handeln. Wenn es Frankreich um eine wirtschaftliche Lösung der Reparationsfrage zu tun ist, so werden ihm Möglichkeiten geboten sein, die es kaum zurück- weisen könnte. Mir erscheint die Frage der internatio­nalen Anleihe als unzertrennbar verbunden mit der Möglichkeit der Befreiung von Rhein und Ruhr mbezug auf ihnen angelegte, vertragswidrige Fesseln. Die Kredittiot in Industrie und Landwirtschaft ist so stark, daß wir mit starker Minderung der Produktivität zu rechnen haben, wenn ihr nicht abgeholfen wird. Deshalb dürfen wir an auslän­dischem Kapital nicht vorbeigehen, wenn wir es erhallen können. Eine finanzielle Mitwirkung vom Bu- ßnes-Stanpünkt aus erscheint mir besser als eine solche vom politischen Gesichtspunkt aus. Politische Gesichtspunkte könnten dahin zielen, Deutschland aus die Dauer niederzuhalten. Wirtschaftliche Gesichtspunkte werden darin nie ein Glück für die europäische Wirt- fchastsentimckelung sehen. Da, frembe Kapital wird die Perziiffungsmöglichkeit des geliehenen Kapitals nur m der wirtschaftlichen AufwärtsentwickeLmg Deutschlands erblicken. In diesem Sinne kann eine wirtschaftliche Be­tätigung des Auslandes in deutschen Unternehmungen direkt zur gemeinsamen Abwehr gegen eine etromge Differenzierung Deutschlands im internationalen Wirt­schaftsverkehr werden. Eine schleunige Verständigung über die Frage ist notwendig, denn am 15. April, an dem Me Micumverträge ablaufen, ist ein kritischer Termin. Das Deutsche Reich kann eine weitere Finan- Aierung der Miomnverträge nicht leisten, und wenn eine Verständigung nicht erfolgt, so würden neue Erwerbs­losigkeit, Hunger und Ehaos im besetzten Gebiet, wirt- ,|d)aftfid)er Niedergang, vielleicht eine wirtschaftliche Kata­strophe die Folge sein. Die Nichtverständigung bringt andererseits für Frankreich mit dem Aufhören der Ein­nahmen aus den Wticutro ertrügen einen Einnahme- iausfall, dessen Wirkungen auf die Währung nicht cmsbleiben würden. Seitdem ich an der. Spitze des Auswärtigen Amtes stehe, hat es von unserer Seite nicht an Versuchen gefcblt, mit Frankreich zur Verständigung zu kommen. Wir können mit Ge­nugtuung feststellen, daß in weiten Streifen Frankreich tfie Stimmung sich gegen früher geändert hat. Doinir, daß Btt unsererseits den Versailler Vertrag für zerrissen erklären, schafft man in der Realpolitik nichts weiter. Frankreichs Entscheidung wird maß­gebend sein für bte wettere Entwicklung der europäischen Derhäwttsie, die Entscheidung über die Frage, ob Frank­reich Reparationen oder nur politische Macht und wirt­schaftliche Ausbeutung will. Jeder vernünftige Mensch m Deutschland wird bereit sein, sich mit Frankreich zu verständigen, aber es dient der Verständigung nicht, wenn der französische Ministerpräsident unsere Reparationen leugnet. Man stellt die Frage der Sicherheiten ht den Vordergrund, Äs wenn DeutMand daran denke, Frankreich zu überfallen. Wenn man eine national- radikale Entwicklung in Deutschland fürchtet, so möge man sich in Frankreich doch daran erinnern, daß bisher alle Politiker an der ftanzöfischen Politik gescheitert sind. Sonst hätten wir auch -keine radikÄ-nÄionale Bewegung in Deutschland gehabt. Eine völlig fÄsche psychologische Einstellung des Auslandes war es, wenn les glaubte, moralische Eroberungen in Deutschland da­durch zu machen, daß es das alte Deutschland in den .Staub legte. Eine ruhige konstitutionelle Entwickelung m Deutschland ist am besten gewährleistet, durch eine Außenpolitik, die Deutschland leben läßt und nicht alle leine Anstrengungen zur Ergebnislosigkeit verdammt. Wir begrüßen mit Genugtuung die Beteiligung der Ver- setnigten Staaten an den Sachverständigenkomitees und ftie jetzt erfolgte Unterzeichnung des deutsch-amerikanischen Hmrdelsverttager. Inzwischen ist auch durch ein d e u t sch- Dngltfches Abkommen di« 'Reparation* jabgabe von 26 auf 5 Prozent herabgesetzt worden.

deutsch-englischen Verhandlungen haben sich trotz der Schwierigkeiten in der freundschaftlichsten Form abge- Mit den deutsch-polnischen Derhandlun- ten ist das leider nicht der Fall gewesen, und im pol- Wfc&en Parlament sind sogar Anträge eingebracht wor­

Don unserem wirtschaftspoktischen Mitarbeiter.

Wer hinter die Kulissen schauen kann, wirt, in diesen Tagen wieder sehr böse Vorzeichen ^obod)- tet haben, die ernst stimmen müssen. Es sind nam- lich wieder unterirdische Kräfte am Werke, um der Rentenmark einen Stoß zu versetze.

Die Anforderungen auf dem Devisenmarkt gaben sich in den letzten Tagen m bemerkenswerter Weise

sich in den letzten Tagen m bemerkenswerter -vroie gesteigert. Eine n e u e T a k t i k ist wahrzimEen. Man verlegt sich nicht mehr so sehr auf die Nach­frage nach den großen Valuten wie Newyork und London, die Kaufaufttäge erstrecken sich neuerdings insbesondere auf die Nebenvaluten. Das Ziel ist ganz offenbar, von einem Seitengebiet her einen Stoß nach der Mittelstellung des Devisenmarktes

den, große deutsche Bevölkerung-steile -mszuweisen und die Vgrhantstungen obzubrechen. (Hört! Hörti) Die polnGche Derwottungsproxi» entsprich: gleichfalls nicht den völkerrechtlichen Verpflichtungen Polens. Der eng­lische Premierminister hat die Frage der 6tntritts Deutschlands in de» Völkerbund erörtert Di» Reichsregisrung steht auf dem Boden der dem Völ­kerbund zu Grunde liegenden Idee der internationalen Solidarität Diese ist aber in der gegenwärtigen Form des Völkerbundes nur unvollkommeu verwirklicht. Trotz­dem lehnt ine deutsche Regierung den Eintritt nicht rundweg ab. Allerdings liegt gegenwärtig ferne Em- ladung zum Eintritt vor. Sollte die Frage akut wer­den, so wirt» die Reichsregienmg zu prüfen haben, ob die Behandlung Deuffchlandr al» vollberechtigte« Mit­glied, insbesondere feine Aufnahme in den Lolkerbund- rat, gewährleistet ift Der Minister schließt mit Worten des Dankes für die außerordentliche Hilfs tätigkeit des Auslandes gegenüber der deteschen Not Er gedentt in dieser Beziehung besonders der Tätigkeit des Papstes, Mittel- und Südamerikas. Alle haben große Beträge aufgebracht, auch Kuba. Besonders hervorzu­heben ist auch die Tätigkeit der amerikanischen Hllss- organifationen. So besteht bie Hoffnung, daß m künf­tigen Zetten das Zusammenleben der DM«' «ff der Grundlage gegertfeifleer Achtung gewahrfefftot wirb. (Ledh. Beifall.)

~ Abg. Dr. Loch, der Sprecher der Demokraten, kenn- »eichnete die Jnkonfeguenz ter deuffchnotionalen Taktik. Sie nehmen die Vaterschaft der Rentenmark^ für sich in Anspruch: sie zeigen sich aber hier al« Raben- »ater, denn ihre Anträge werden nur oeff dem Wege einer neuen Inflation durchzuführen sein. Der Abgeordnete chergt hat verschwiegen, daß fein verlangen noch Zerreißung de» Versailler «"^0- «es nicht ohne einen neuen Krieg erfüllt wer­den kann. Das Scheitern des Herrn v. Kahr hat wie­derum bewiesen, daß mit der Diktatur auch nicht» «- reicht wird. Das von den Deutschnaftonalen als Mekka und Jungbrunnen gepriesene Bayern zeigt sich heute in der fnrchtbarsten Anordnung und Desorgani- lation. (Sehr wahr!) Es ist ungeheuerlich, daß ter im übrigen Deutschland steckbrieflich verfolgte Ehrhardt in Bayern ungehindert austreten tonn. (Sehr wahr!)

Abg. Domkapitular Dr. L-lchl-Bamberg, der Führer ter Bayerischen Dolkspartei, wünscht eine Zusammen­stellung der verschiedenen unter dem Ermächtigung?- gffetze erlaufenen Verordnungen. Die Auf» er- tunasbestimrnungen mögen mel Krttik verdienen, aber wenn die Rentenmark nicht stab« bleibt, dann wer­ten bte Jnteresienten noch weniger al, tS Prozent er- halten. Wn- danken dem Kabinett Marx dafür, daß es überhaupt das Prinzip der Aufwertung anerkanm hat. Wir wünschen, daß ter innere Ine- den nicht durch konfessionellen .h^er gestört, werden möge. Wir wollen mit rotieren Anträgen die Aus- wüchse ter Kartelle und Syndikate energisch, be­kämpfen. Um die Kriegs-, Revolutions- und Jnflcttwns. gewinnler steuerlich zu «fassen, sollte sich die Regierung neue Vollmachten nem Reichstag geben lq- fen. (Beff. b. d. Bayer. Dpt.)

Für die Komnnmistsn sprach ALg. Frölich. Er schimpfte haupffächlich auf die Sozialdemokratie, die er tes er­bärmlichsten Verrates beschuldigte. Der Deutsch-Hanno- veran« Abg. Alpers vertrat foteraüftifdje Wunsche. Hannover müsse fern heiliges Recht endlich mfetergegeben werden. Wie einst die Rächer den Darus so haben uns die Preußen Roske ins Land gefetzt. Mmt- sterialdirettor Dr. Meißner protestiert als Vertreter ter preußischen Regierung gegen die Angriffe tes Vorred­ners. Ein zerrissene, Preußen durch^e Abtrennung Hannovers wäre auch dem Reich sch«ltch. (Beifalt.)

Wetterberaüms: Zreitag. ..

Gerüchte über ehre Regierungskrise sind auch jetzt noch nicht verstummt. Zwar redet nn Reichs­tag fetter kaum jemand davon. Die Regierung hat ihre Beschlüffe gefaßt, und auch die fetzt auf m e h r als 70anZahl sich bÄanfenden Snträge im Reichstag werden sie nicht davon abbringen.

Es handelt sich gar nicht um eine Regie­rung e krise. Wenn üLerhaupt von einer Krise

tagskrise.

Und tatsächtich befindet sich der Reichstag im Zustande des allmählichen Absterbens. Seine Aktienschaft ist schon seit lange'm gelähmt, feine jetzige Zusammensetzung hatte sich nicht als dasjerngs Ln- strurnent erwiesen, das angesichts der ungch«ir-n Zerrütttma unserer potitischen und wirtschaftlichen DerhAtmsse die Führung hätte übernehmen und durchführen können. Wenn nun das Reichskabinett als Vertrauensdrstanz des Reichstages in kurzer Frist diejenigen Maßnahmen durchführte, die der Reichstaa schon aus technichen Gründen gar nicht hätte leisten können, dann hat die Reichsregierung allerdings auch einen Anspruch darauf, daß sie, die die Arbeiten zur Ordnung der Derhältnisie unter­nommen hat, rncht gefährdet wird. Denn das kann nicht Sinn der der Reichsregierung erteilten Voll­macht gernefen fern, daß der Reichstag von feiner Verantwortung sich löste, um hinterher diejenigen, die diese Derantroortung übernahmen, zu des­avouieren.

Man hat aber offertbar heute schon ganz verges- jen, wie wir vor drei Monaten noch standen! Wie damals eine Welle der Verzweiflung über das Land groß, der Hoffnungslosigkeit und der Erbitterung zu- gleich! Damals gaben nur wenige auch für itie neue Währung einen Pfifferling. Der Iuftizminfiter Emminger hat ganz recht, wenn er erklärt, daß

Einzelnummer fO Pfennig.

uld aerZeiiung

vorzunehmen. , _

Als vor einigen Wochen die verstärkte Devisen - Nachfrage zu gefahrdrohender Entwicklung zu führen schienen, hat die Reichsbank dem Unheil nur durch schroffe Abwehrmaßnahmen noch Einhalt biete» können. Man schritt zu Kreditsperren und zu Aufa Hebung von Girokonten. Einigen Firmen ist auch der Charakter als Devisenbank abgesprochen worden. Das alles hat zwar für den Augenblick eine heilsame Wirkung, aber die Spekulationskreise sind in ihren Interessen gegenseitig so verwickett und die ,,Ku­lissen" so weit gefächert, daß es doch schwer tft, an die letzten Wurzeln heranzukommen.

Die Reichsbank hat eine generelle Anweisung an sämtliche Filialen im Reiche auf energische Nachprüfung der jeweiligen Kauf» a u s t r ä g e, namentlich auch nach der Seite der Deckung in Guthaben, angeordnet. Dasselbe Versah«, ren ist auch von den Privatbanken gefordert worden, doch wird von dieser Seite vielfach zu Kreditgewäh­rungen geschritten, die dann auf dem Devisenmarkt ihre Auswirkung erfahren. Die Reichsbank selber ist tn der Kreditpolitik wesentlich zurückhaltender ge­worden. Ablausende Kredite werden nur nach neuer gründlicher Durchprüfimg aller in Frage kom­menden Verhältnisse erneuert. Und in der letzter» Zest gab es viele Fälle, in der eine solche Erneue­rung nicht mehr vorgenommen wurde.

Im übrigen verfolgt die Reichsbank gegenwärtig die Taktik, das tägliche Devifengefchäst tunlichst so zu gestalten, daß der Bedarf aus den Eingänger» gedeckt wird. Der eigene Devisenvorrat der Reichs-, bank ist inzwischen fo weit aufgefrischt worden, daß auch ein mit gwhen Mitteln unternommener An­sturm auf dem Devisenmarkt nicht zum Ziel« führen könnte. Heute ist die Reichsbank in der stärkeren Position. Mst einer Schärfe, die man nur billigen kann, geht die Reichsbank gegen alle Devisenspekulanten auf dem Devisenmarkt vor, so­weit sie deren habhaft werden kann. Andererseits wird und Muh natürlich auch dafür Sorge getragen werden, daß der normale Devisenbedarf der Indu­strie und der Wirtschaft, namentlich aber der Le­bensmittelindustrie befriedigt wird.

Man wird daher nach menschlichem Ermeßen auch für die nächste Zeit damit rechnen können, daß die Rentenmark ihre Stabilität behäst. Der Reichsbankpräsident hat in diesen Tagen tm engeren Kreise erklärt, daß auf Grund der getroffenen Maß­nahmen die sichere Annahme berechtigt ist, daß die Rentenmark gehalten werden kann, aber auch gehalten wird.

Das ift aber nur dann möglich, wenn von Re- gierungsseite nach wie.vor mit größtem Nachdruck die Entwicklung der Preispolitik ver­folgt wird. Schon oerfchiedenttich zeigen sich An­sätze, nicht nur die Preise der Fertigwaren, son- item auch der Lebensmittel in die Höhe zu schrauben. Hier muß schon den Anfängen ge­wehrt werden. Nachdem jetzt eine Ermäßigung der Gütertarife eintritt und auch die Kohlen eine Preis­ermäßigung erfahren haben. Muß auf das be­stimmteste erwartet werden, daß die Großhan­delspreise zurückgehen. Andererseits sind Voraussetzung für die Stabilität Ruhe und Sicherheit, damit endlich einmal wieder ein fester Boden für alle geschäftlichen Dispositionen ge­schaffen wird.__________________________

Die Landkagswahlen in der Pfalz.

Meldungen zufolge werden die Wahlen zum bayerischen Landtag in der Pfalz an dem für das rechtsrheinische Bayern festgesetzten Termin (6. April) nicht stattfinden können, well bisher wegen der Verhältnisse in der Pfalz keinerlei Wahl­vorbereitungen möglich waren.

Deutscher Reich.

* Vokiiische Personennachrichfen. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, ist die Nachricht emes Berliner Mttagsblattes, daß H e r g t den Vorsitz in der deutschnationalen Fraktion niederge­legt bäte, falsch. Die Deutschnationalen wollen angeblich Herrn Dr. Cuno, denRuhrkanzler", als Kandidaten für den Posten des Reichs­präsidenten vorschlagen. Die Amtsdauer des jetzigen Präsidenten Ebert läuft bis zum Jahre 1925.

* Zwischen Deutschland und Siam ist em vor­läufiges Wirtschaftsabkommen unterzeichnet worden. Durch das Abkommen werden die noch bislang von Siam misgefchlossenen deutschen Reichsangehörigen dort wieder zugelassen, auch erhalten sie Nieder­lassungsrecht sowie Handels- und Gswerbefreiheit. Deutschland mußte hn Vertrag von Versailles auf ferne Exterritorialrechte verzichten, die Reichsange­hörigen in Siam werden daher den ordentliche» siamesischen Gerichten unterworfen fern.

Die stellen»» Srdeitrlofigkrit. Die ArbeitSlofl^ leit in BreSlau. bte Anfang be» Jahre» noch etwa 40000 Arbeiter umfahte, hat zur Zeit eine Beringe, rung bi» auf rund 20 000 Erwerbslose angenommen. Die Kurzarbeit sei fast aünzlich aufgehört.