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Freitag, 29. Februar 1924.

Wahlen »ehe« vor der Tür!

Wer behauptet, bei diesen Wahlen würden nur wirtschaftliche Fragen eine Rolle spielen, der verkennt ganz und gar die wirkliche Lage. §s wird in erster Linie eine Scheidung der Gei­ster werden. Nach Weltanschauungen wird sich der Aufmarsch vollziehen. Gleichgesinnte müs­sen sich deshalb sammeln zur festgeschlosienen <^ront Jeder muß wissen und erfahren, was auf dem Spiele steht. Der Presse harrt die ent­scheidende Aufgabe gründlicher Aufklärung.

In jeder katholischen Familie inuß in den nächsten Wochen und Monaten ein katholisches Blatt gehalten und gelesen werden. Jetzt ist es noch Zeit, für den Monat März sie Müll MW B WM. M^DMWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWM

Ausbau der Hierarchie in den Wffionslandern.

Rasch schreitet die Bildung von neuen Kirchenspren- geln in den Missionsländern voran, ein Zeichen, mit welcher Tatkraft die oberste Misstonsleitung in Rom an der Bekehrung der Heidenwelt arbeitet. Im Konsistorium vom 20. Dezember verkündete der Hl. Vater feierlich die Errichtung der Hierarchie in der syro.malabarischen Kirche an der Südwestküste Indiens. Das Vikariat Ernakulam wurde zum Erzbistum erhoben: ihm unterstehen die drei Bistümer Drtchur, Kottayam und Changanacherry. Die Auszeichnung ist wohl ver­dient. Die ehrwürdige Kirche, die in di« ersten Jahr- hundert« unserer Zeitrechnung, vielleicht auf den Apo- stel Thomas zurückgsht, zählt 415 000 mit Rom unierte Gläubige und besitzt einen ausschließlich einhei- mischen und dazu recht zahlreichen und tüchtigen Klerus. Mit den Gläubigen der lateinischen Bistümer Verapoli, sCochin und Quilon zählt somit die katholische Kirche in Den Schutzstaaten Cochin und Traoancore sowie in der britischen Stadt Cochin 770 000 Seelen, fast ein Fünftel der Bevölkerung. Gewiß werden setzt di« vier syro- walabarischen Oberhirten mit erneutem Eifer an der Zurückführung ihrer noch schismatffchen Dolksgenosien zur wahren Kirche arbeiten.

In China ist jetzt das erste Missionsgebiet dem einheimischen Klerus anvertraut worden. Dom Vikariat vst-Hupsh (Hankou) wurden drei Gebiete abgetrennt. Eine neue Präfektur H a n y a n g geht in die Derwal- tung des irischen Missionsseminars St. Kolumban über, die neue Präfektur W u t s ch a n g ist den amerikanischen Franziskanern übertragen, und dir Leitung der neuen Präfektur Pukt übernimmt der chinesische Kle- rus. Damit hat man auch in China begonnen, den tüchtigen Landesklerus zur Regierung der Kirche heran» zuziehsn. In der Provinz Fukien wurde das Do- mrnikanervikariat Futschou in drei Teile geteilt. Die Mission Tintschou unter den deutschen Domini­kanern wurde zur Präfektur erhoben und außerdem ein neues Vikariat Funing gebildet, da» wie Tutschou den spanischen Dominikanern untersteht.

Vorbildlich arbeitet das katholische Holland in R i e- derländifch-Indien. Immer mehr Genossen- slchasten des Mutterlandes beteiligen sich cm der Missio­nierung der Inselflur. So wurden von der Kapuziner­präfektur Sumatra (künftig Padang genannt) zwei neue Präfekturen abgetrennt, Denkulen für die Priester des hlst. Herzens und Danka-Billiton für die Picpusväter.

Mit besonderer Genugtuung begrüßen wir schließlich die Erhebung der vor kaum 2)4 Jahren errichteten Prä­fektur Zulu land in Südafrika zum Apostolischen Vikariat und die Vergrößerung des Gebiets. Die in Deuifch-Ostafrika erprobten Benediktiner von Et. Ottilien unter ihrem Bischof Bonifatius Sauer werden das noch wenig entwickelte Gebiet sicher bald zur Blüte bringen.

Usber die Arbeitszeit in Amerika.

Man schreibt uns:

Unter dieser Ueberschrist brachte dieFuld. Ztg." in Str. 48 am Dienstag den 26. Februar einen Aufsatz, der derReuen Züricher Zeitung- entnommen war. In der Einleitung bemerkt die Fuldaer Zeitung, daß die «darin vorgetragenen Ansichten in weiten Kreisen der deutschen Wirtschaft für richtig gehalten würden, und i weiter:Als antisozial dürfen sie (die Ansichten) wohl nicht mißdeutet werden, da sie ja auch i einen Weg zu sozialem Denken und Handeln zeigen wollen, den über die intensive Wirtschaft. Sie erkennen damit an, daß auch die Weltwirtschaft nicht Selbstzweck ist, sondern nur der M-nlch, bie von Gott und sür Gott geschaffene Menschenseele.' ,

Man muß sich wundern, daß jene Aeußerungen von der Fuldaer Zeitung al. Weg zu sozialem Denken und .Handeln für möglich gehaltey werden. C, ist da, alte Lied, das man nach dem Kriege fortwährend von Scharf, macherkreisen hat singen hören:Die Arbeiterschaft ist

Fuldaer

schuld an dem verlorenen Krieg, sie ist schuld an dem Darniederliegen der Wirtschaft, sie ist schuld an dem Rückgang der Produktion usw." Man braucht wahr­haftig kein studierter Volkswirt zu sein, um sich dar­über klar zu werden, daß Amerika das Land sein mußte, das am ehesten aus der Wirtschaftskrise der Rachkriegs- zeit imgeschrvächt heroorgehen konnte, trenn überhaupt txroon gesprochen werden kann, daß die Wirtschaft in Amerika während und nach dem Kriege in einer ernst­haften Krise gewesen ist.

In dem Aussatz heißt es weiter:Der Europäer seufzt und sagt, ja ja das Land der unbegrenzten Mög­lichkeiten. Der Amerikaner aber lächelt und arbeitet, und wie arbeitet er! Er ist nicht angekränkelt tmn unseren vielen sozialen und schwächlichen Theorien, die in jeder Arbeit, jeder Kraftanstrengtmg nur Ungesun­des und Schaden sehen. Er kennt auch dashübsch langsam'. In den amerikanischen Werkstäten wird in einer Weise intensiv und angestrengt gearbeitet, daß dem europäischen Zuschauer, der je einen Blick hinein getan hat, die heimatliche Arbeitsweise bekanntlich wie ein Kinderspiel vorkommt." Wer so etwas schreiben kann, hat noch keinen Blick in die deutschen Arbeits­stätten getan und ganz bestimmt noch niemals durch eine solcheKinderspielerei" sein Brot verdienen müfpm.

In dem Aufsatz heißt es noch:Und wir? Wir philosophieren, tun uns auf unser sogenanntes soziales Denken etwas zu gift und vergessen, daß einzig wirt­schaftliches Denken und Handeln wahres soziales Den­ken und Handeln ist." Dazu kann bemerkt werden, daß die amerikanischen Industriellen im Gegensatz zu vielen deutschen Standesgenossen wirtschaftlich denken und han­deln, indem sie der Arbeiterschaft einen gerechten Teil am Produktionsgewinn zukommen lassen.

Ein deutscher Arbester könnte bei der jetziaen Ent­lohnung jahrelang 20 Stunden am Tage arbeiten und würde es nach langen Jahren noch nicht fertig brin­gen. sich ein Automobil aus feinen Ersparnissen anzu­schaffen. Wenn die deutschen Arbeitgeber sich gleich dem amerikanischen auf den Standpunkt stellen wollten, daß sich eine vermehrte Produktion nur bei angemessenem Lohne und nicht zu hohem Gewinn erreichen läßt, dann würden auch wir in Deutschland bald die Zeichen einer Produktionsvermehrung wohrnehmen können.

Die deutsche Arbeiterschaft, die die Rot und Lasten des Krieges am meisten zu spüren bekommen hat, hat auch in den Nachkriegsiahren eine gwße Net und wei­tere Verelendung iiber sich ergehen lassen müssen. Wenn nun trotz allem die Arbeiterschaft in den Hauptindustrie- zentren gezwungen worden ist, 12 Stunden hn Tage vor dem Hochofen oder der Walzenstraße zu ft eben und in ungeheurer Hitze zu arbeiten, wenn überall Arbeits- zeftverlängerungen eingetreten find und wenn feststeht, daß trotz der festgelegten Arbeitszeit von 8 Stunden nach dem Kriege in fast jedem Betrieb Ueberstunden eingeteot wurden, sodaß für viele Betriebe ein Stenn« bis Zehnstundentag bestand, so muß man zu der lieber« zeuguna kommen, daß dieser ganze Aufsatz ebenso un­zeitgemäß wie unverständlich ist.

Eine Produktionsvermehnmg wäre auch möglich, wenn bie deutsche Industrie das nach dem Auslände verbrachte Kapital zurückholen und in der eigenen Wirt­schaft verwenden würde.

In einem Land, das den größten aller bisher geführ­ten Kriege verloren hat. muß man sich endlich darüber klar werden, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei­derseitig Ovfer bringen müffen, um die darnieder­liegende Wirtschaft gesund zu machen. Dieses kann aber auf kein->n Fall dadurch erreicht werden, daß man nur einem Teil und zwar dem wirtschaftlich schwächsten alle Opfer aufzubürden versucht.

Unter vollster Beachtung der berechtigten Interesien des Einzelnen müffen alle das Gesamtwohl stets in erster Linie vor Augen haben und ihm dienen:

.Arbester fein, wir alle muffen's, Arbsit'r fein, wir alle wisien's. Daß mtr die Arbeit aus Not und Nacht Das deutsche Volk ans Licht gebracht. Und daß nur der die Wahrheit bucht. De? unser Volk bei der Arbeit sucht.

Karl Schmitt.

Wir geben diese Zuschrift aus einer Reihe ähn­licher Aeußerungen, die uns aus gleichem Anlaß Zugegangen sind, wieder mit dem Hinzufügen, daß bei dem großen Interesse, das heute der Frage der Arbeitszeit entgegenaebracht wird, sowohl von Ar- beitgeber« als von Arbeitnehmerseite, es uns am Platze erscheint, die Frage von allen Seiten zu beleuchten und ihre Wichtigkeit ins volle Licht zu rucken. Daß die Frage von ver- fchiedenem Standpunkt aus verschiedene Be­urteilung erfährt, ist natürlich. Der Auf­satz des Züricher Blattes schien uns die Auf- fasfung der Arbeitgeberseite besonders deutlich er­kennen zu lassen. Wir selbst vertreten, wie wir hier wiederholt dargelegt haben, den Standpunkt, den jetzt wieder Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, der erfahrene und weitschauende Sozialvolitiker der Zentrumspartei, im Reichstage dargelegi hat und der in den Kernsätzen gipfelt: Einmal:In solchen Zeiten, wo wir unsere Wirtschaft sanieren und außerdem für die Reparationen. arbeiten müssen, ist der Achtstundentag in vielen Berufen wirtschaft­lich ungenügend." Zweitens:Die Notwendig­keit der Sozialpolitik halte ich nach wie vor aufrecht. Dor allem bleibt das Gebiet des Arbeitsrechtes und des Tarifrechtes unberührt." Mögen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erkennen, daß ihnen auf dieser Linie, dis Dr. Brauns trotz scharfer Anfeindungen aus den extremen Lagern mannhaft vertritt, am ehesten das von allen ersehnte Ziel der wirffchaft« | liehen Aufwärtsentwicklung des deutschen Volkes winkt.

Leitung

ßus dem Uachdüraediet.

= Hünfeld. Auf der Hünfeld-Dachaer Straße geriet ein mit Säcken schwer beladenes Fuhrwerk des Mühlenbesitzers Fink Roßmiihle (bei Burghaun) auf dem steil abfallenden Teil der Straße bei der Abzweigung nach dem Dorfe Roßbach ins Nutschen. Bei dem Versuchs, die Pferde an,zuhalten, kam der Knecht, der den Wagen führte, zu Fall und dieser ging ihm über beide Beine. Er erlitt mehrere Oberschenkelbrüche und wurde in das Landkranken- haus Fulda gebracht.

Burghaun. Der Landjäger W e tz e st e i n ist zum 12. Januar d. I. planmäßig angestellt worden.

= Aus Thüringen. In emer der letzten Röchle wurde in die Windmühle in T a n g w i tz ein gebro­chen. Die Diebe wurden überrascht rmd von, dem Mühlenbesitzer und dessen Sohn bis Bad Kosen ver­folgt. Dort konnte der eine gefaßt werden, der aber seiner Festnahme starken Widerstand entgegen­setzte. In dem Handgemenge griff der Sohn des Besitzers nach einem Revolver und tötete den Ein­brecher durch einen Kopfschuß. Die bei dem Toten gefundenen Papiere waren gefälscht, so daß die An­nahme besteht, daß es sich um einen schweren Ver­brecher handelt. In Erock wurde nach einem Bericht desEisfelder Tageblatts" die 23jäl)rige Tochter eines Gastwirts, die mit ihrer Mutter auf der Dorfstraße ging, erschossen. Als Täter wurde ihr früherer Liebhaber ermittelt, der sich nach der Entdeckung im Walde erschossen hat.

Aus Mderhosien.

# Fritzlar. Ein Fuhrmann aus Oderhausen fand einen Handwerksburschen, der im Schnee erfroren lag.

H- Treysa. Der Knüllgebirgsveretn will auf dem Knüll zwischen dem Schwarz,en'-örner Teich und der Efzemtelle ein eigenes Heim schasien. Um die nötigen Mittel aufzubringen, hat sich eine G. m. b. H. gebildet und auch die Regierung wird die Sache unterstützen. Die Einwohnerschaft Treysas hat sich bei der Uebernahme von Anteilscheinen ä 5 Mark fleißig beteiligt.

# Homberg. Im benachbarten Gombeth wurde bei einem kranken Hunde tierärztlich Tollwut festgestellt und über eine Anzahl Orte des Kreises die Hundesperre aus 3 Monate verhängt. Ein Land­wirt, der von dem Hunde gebissen wurde, mußte sich zur Behandlung nach Berlin begeben.

Ku§ Gberheffen und den hessischen Remtern.

Niederkkein (Kr. Kirchhain). Zu einem Erlebnis besonderer Art gestaltete sich die Feier des silbernen Priestersublläums unseres Herrn Pfarrer Alois H i l d; bewies sie doch die innige Verbundenheit des katholischen Volkes mit feinen Priestern. Aeußeren Ausdruck dafür bieten einmal die Geschenke der bürgerlichen Gemeinde: Meßbuch und 2 Kirchen sahnen, dann der Gemeindeange- börigen: Gobelingarnitur, hergcstellt in der Werkstätte Konrad Görge-Alleudorf, ein Beweis für die boden­ständige Handwerkskunst Oberhessens. Unter den Klän­gen des neuen herrlichen Geläutes, das dem Herrn Pfar­rer zu verdanken ist, übermittelte am Sonntag abend der Kirchenvorstand die Glückwünsche der Pfarrei. Am Margen des Festtages opferten die Pfarrangehörigen die hl. Kommunion ihrem treubesorgten Seelenhirten. Zu dem um 10 llhr stattfindenden Festgfttesdienste hol­ten die Vereine unter klingendem Spiele den Jubilar im Pfarrhause ab, der inmitten der Schulkinder und der Gastlichkeit zur Kirche schritt. Bei dem Iubelhochamte assistierten die früheren Kapläne des Herrn Pfarrers, Herr Kaplan Haas und Herr Registrator Paul. Ein treuer Frermd des Jubilars, Herr Pastor Dunkel aus Witzenhmrfen. zeigte in feiner Festpredigi den katholischen Priester als den gottbegnadeten Führer zu Jesus Ehri- stus, der Ehrfurcht, Liebe und Gehorsam der Gläubigen verlange. Der viersttrnmige Gesang des Gesangvereins Liederkranz" unter der Leitung des Herrn Lehrers Schreiner bewies technisches Können und feelenvolles Einfühlen und erhöhte wesentlich die Andachtsstimmung im überfüllten Gotteshause. An den Gottesdienst reihte sich die Beglückwünschung der Schulkinder mit ihren Lehrern und Lehrerinnen, ein liebliches Idyll: die far- b-mfrohen, oberhessischen Trachten inmitten der weißen Winterlandschaft, die glückstrahlenden, unschuldvollen Kinderaugen dem Jubilar zuqewandt. Festgedichte und mehrstimmige Gesänge, selbst der Mittelstufe, unterstrichen die Glückwünsche, denen Herr Lehrer Schreiner namens der Schule Ausdruck gab. Der Jubilar dankte den Lehr­kräften für die treukatlwsilche Erziehung der Jugend Niederkleins und emnrai)t die Kinder der Gnade des göttlichen Kinderfreundes. Ein gemütliches Festmahl vereinte die Dekanat-geistlichen, Vertreter der Staats« und Kreisbehörde und Freunde des Jubilars aus Rah und Fern. Herr Geistlicher Rat Dechant Dr. Weber überbrachte feinem ehemaligen Kaplan die Glückwünsche des Dekanats mst lleberreichuna sinniger Geschenke. Herr Landrat van Gilsa feierte die Verdienste des Herrn Jubilars als Mstgsied der Kreiskörnerfchaften, dem es zu verdanken fei, daß die Zeit der Revolution gar bald einer ruhigen Entwicklung kn Kreise Platz machte. Das Ueberlandwerk fei besonders feinem Wagemut und ziel« bewußten Arbeiten zu verdanken. Sein großes soziales Verständnis für alle Interessen der Bevölkerung, vor allem für die Röten der Landwirtschaft und der Ar« bettcrklasie, fei der Kreisverwaltung unentbehrlich. Eine

» . Druck der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda,

2. Blatt.

herrliche Blumenfpende der Kreisb-amten und -Ange« stetllen. die der Herr Landrat überreichte, ehtte das selbst« lose Wirken des Kreisausfchußmstaliedes Pfarrer Hud. Die Vertreter des wisienschastiichen kath. Stud-nten« Vereins U n ita s-M a r b urg, die schon beim Got- tesdienst chargierten, feierten ihren «runder und allzeit treuforgenden Berater in studentischer Weise. Am bewegte sich ein imposanter Fackeizug der Vereine: ^.rie« gerverein, Gesangverein ..Liederkranz', Arbeiter- und Gesellenverein, durch die Dorfstraßen zum farrhose. um ihrem Pfarrer unb Präses in einer stimmungsvollen Feier ihre Glückwünsche darzubrinoen. Der Jubilar dankte und versprach, die ihm bezeugte Lieb- und Treuei auch fürder in gleicher Weise zu vergelten. Baran schloß sich eine Festversammlung im Saale desDeut- schon Hauses", der sich als viel zu klein erwies, «e- lanasvorträge des Gesang- und Gckellenverems umrahm« ten Sie Theaterausführungen der Kinder und der Jung« frauenf ongreoation. Lebhaften Beifall löste di- -l c-onnt« gäbe des' bischöftichen Handl.chreibens sowie der G'uck- wunschfchrechen des Vorsitzenden des Landes- ausschusses der Z e n t r u m e p a r t e t in Kur lies« fen. Herrn Amtsgerichtsrat Rbiel. und des Verbands- anwaltr Schüler aus. Zum Schlüsse dankte der Iubckar allen in tiefbewegten Watten Er wi-s bm auf bte Ge- meinschast bildenden Kräfte di-sts Festes und forderte Liebe nm L'-be und Treue um Treue. Alles dos wachst auf hem Boden unseres heil koth K'-ubens. Möae Got- t-s Gnade über dem Wirken des Pfarrers von Rieder- klein, das bisher sichtlich von feinem reichsten Soqen be­greifet war, auch weiterhin walten zum Wohle der Ge- ineinde und des Kreiles.

Kus wett und w sien.

* Ueber Druckfehler, richtiger Setz h'-r enthält die .Tbüringer Waltposst folgende niedliche Plauderei. Wer sich über Druckfehler aufhält, möge beherzigen: Druckfehler sind Irrtümer, die weöer der Seher noch der Korrektor i nttecki, sondern nur der Leser. Während manche Böiker sür die Fehler der Regierung büße« müssen, muß für den Druckfehler feines Blattes, den er nicht gemacht bat, der Schriftleiter doppelt büßen: erstens ärgert er sich selbst und dann ärgern ihn sieben gescheite Sefer. Druck-ebler geboren zu den unvermeidlichen Eigenschaften jedes Druckerzeugnisses, das in fliegender Eile und Hast hergestellt werden muß. Cie verhalten sich wie Rost und E'ien, tote Hefe zum Wein, mit dem Unterschied, daß vor dem Druck noch niemand weiß, ob sie fehlen oöer ob sie da fein tocrden. Mancher Satz totrb überhaupt erst lesenswert durch einen Druckfehler. Der Schriftsteller freilich kann davon sagen: ,/Jiur wer die Prax s kennt, weiß, daß ich leide." Solange musiziert und gelungen wird, wird es falsche Töne, fo lange geschrieben und gedruckt wir-, wird es Schreib- und Druckfehler geben. Es scheint ein alter Kalenderreim am bejiea darauf zu passen: ~

Gib, Leser, nicht so scharf auf alle Fehler acht, Denn niemals ist ein Blatt und der, der es gemacht, Und der, der es geleien

Bon Fehlern srei aetoeien-

* Diel Unglück auf einmal ersann ein angeb­licher Kriegsbeschädigter, ein 23 Jahre aller Mecha­niker aus Sachsen, um Mitleid zu erwecken und Geld zu erhalten. Der Schwindler, der in Mün - chen festgenommen wurde, bezeichnet sich bald als Fliegerleutnant, bald als Leutnant zur See, bald wieder als fttrd. ing. oder ftud. chem. Manchmal ging er mit einer weißen Kopfbmde, manchmal mit einer schwarzen Schutzbinde, angeblich, weil er etnen schweren Kopfschuß erhalten habe. Manchmal hatte er einen lahmen Arm, dann wieder konnte er nut schwer gehen, da ihm die Beine dreiinal gebrochen worden seien. Alle Gebrechen waren erdichtet. Der Schwindler erzählte, daß seine vier Brüder im Felde gefallen seien, daß seine Mutter aus Gram darüber gestorben und daß se'n fünfter Bruder als Kriegs­blinder in Eglfing oder in Erlangen aus dem Leben geschieden sei. Man glaubte ihm und gab ihm reich­lich Unterstützungen. Er dürfte fett Sunt v I., seit dem er aus dem Gefängnis entlassen worden ist, von diesen Schwindeleien gelebt haben.

* Mit wertvoller Ladung versunken ist am Frei­tag ein vollbeladenes Schiff im Rhein. Es war mit 11 000 Zentnern Ton und Eisen befrachtet und be­kam in der Nähe von Aßmannsbausen ein derarti­ges Leck, daß es versank. Das Schiff ist an emer be­sonders tiefen Stelle untergeaangen, sodaß keine Spur wehr davon zu sehen sit. Infolge des Un­falls können sich an der Stelle Berg- und Talfahrt nicht mehr begegnen.

Israelitische Gemeinde.

®am8taa, 1. März. Vorabends 540, moraenS Morgens Predigt 8 Uhr, na bmitta s 4 llhr, Saboat» auSfiang 6.50 Uhr. Mittwoch den 5. März Fasttag 12 20. WocheugotteSdieust: Morgens 6 45, nach­mittag? 5.30, abends 6,?0 Uhr. Donnerstag und Freitag Rosch-Chodesch mor-erS 6.30 Uhr.

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