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^„Mnummer PfettE»

Fuld aerZertung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

Sonntag, 24. Sedruar 1924

Nr. 47

des Komitees Dawes

ver-

iltermins noch

Letzterem gab

wenn er

durch Herbeiführung reisabbaues erleichtert

J

1

eine Abänderung des vorgeschlagenen Textes langten, angenommen.

Letzte Nachrichten

«ohlenstaubexplofion.

Zur Rettung der Franken.

Wtb Paris» 23. gebt. (Ict) Die Sammer hat fn ihrer Rachkfihung, die um 5 Ahr 30 2Mn. noch andauert. nach und nach von Artikel 48 ab sämtliche Artikel des Finanzgesetzes angenom­men. Ebenso hak die Sammer einige Anträge, die

Wtb kehl. 23. Febr. (Id.) In der Brikett fabrif entstand durch Selbstentzündung von Koh­lenstaub dne Explosion. Bon den Arbeitern wurde einer gelötet und neun schwer verletzt. Bon diesen sind noch drei gestorben. Das entstandene Feuer konnte gelöscht werden. Die Besatzungs­behörde hat den Hinterbliebenen und den Ver­letzten ihre Anteilnahme ausgesprochen.

Im preußischen Landtag hat die deutschnationale Fraktion einen Antrag eingebracht, der eine Er­leichterung der Gewährung von Renten- markkrediten an die Landwirtschaft fordert.

steuerrmg der Konsumvereine beseitigen will, wird in na­mentlicher Abstimmung mit 161 gegen 145 Stimmen ab­gelehnt.

Samstag: Anfragen, Anträge, kleine Vorlagen.

bour und der Völkische Hennin

Hofmann-Ludwigshafen trefflich WUI «

im Schlußwort ausführte: Der Ausgang dieser Debatte entsprach nicht dem Ernst der Sache, denn nichts wem«

in Rom ansässige Vertreter der am stärksten beteiligten Nationen angehören. Deutschland ist dabei durch den in Rom ansässigen Rektor des deutschen Campo fanto, Mons. David, und durch den Präsidenten des deutschen Zweigvereins, Fürst Mois Löwenstein, ver­treten. Bei der ersten Verteilung richtete man sich möglichst nach der Methode, wie sie bisher vom Generol- rat in Lyon beobachtet wurde, um eine gewtsfs Konti­nuität zu erzielen; dabei wurde aber auf veränderte Derhältniste und besonders dringende Bedürfnisse einzel­ner Miflionsgebiete und Miflionsgenosienschaften Rück­sicht genommen. Einer Sitte gemäß, die auf die Zeit Leos XIII. zurückgeht, wurden dem Papste 400000 Francs für den Orient überwiesen.

Der erste Rechenschaftsbericht des neu organifiertea päpstlichen Werkes der Glaubensrerbreitung, das der Initiative unseres jetzigen Hl. Vaters zu verdanken ist, wird auf der ganzen katholischen Welt sicher mit Beifall ausgenommen; er wird dazu beitrugen, das Interesse für das heilige Werk der Missionen neu zu entfachen und weiter auszickreiten. Zum Pessimismus ist irotz mancher Trümmer auf dem wellen Missionsgebiete jedenfalls kein Grund Pius XI. selbst gibt uns das Beispiel mutigen Gottverlrauens bei dem Apostolat der Seelenrettung, wenn er in der Audienz des General­rates auf Grund persönlicher Erfahrungen so über­zeugend betonte: „Wir tragen kein Bedenken, die viel­versprechenden Anfänge dieses neuen Abschnittes im Werke der Glaubensverbreitung ans Licht zu setzen. Wir zweifeln auch nicht, daß dieses Werk dieselbe Er- fahrung machen wird, wie wir selbst. Oesters haben wir in der Vergangenheit unserer nicht kurzen Lebens die Güte Gottes und die Hilfe der Vorsehung in kleinen und armseligen Anliegen erprobt. Als aber Benedikt XV. heiligen Andenkens uns seine ersten Aufträge gab und uns Interessen anvertraute, welche nicht mehr die unsrigen, sondern einzig die der Kirche und des Hl. Muh­les waren, da konnten wir neue Beweise der göttlichen Güte und Vorsehung erleben. Wir sahen es mit eigenen Augen, fühlten es in tausendfacher Weise, erfuhren es bei vielen Gelegenheiten imd es offenbarte sich auf so wahrhaft göttlich-herrliche Art, daß man nicht zweifeln konnte, daß Gottes Hand zwffchen uns und den Dingen wirksam war. Und wir zweifeln nicht, daß das Werk der Glaubensverbrettung dieselben Erfahrungen machen wird." ___________________

wirtschaftliche Rampsbewegungen.

— Sum Berliner v'.üllerstreik. Im Streik der Berliner Mühlenarbeiter ist ein Eingreifen des Wehrkreiskommandos III erfolgt. In einer Streikversammlung erschienen im Auftrag des Wehr­kreiskommandos Kriminalbeamte, welche die Papiere 2er Anwesenden einer Prüfung unterzogen und schließ. Lieb ein Mitglied deS Betriebsrats der Berliner Dampf- mühlen-A.-G. für verhaftet erklärte. DaS Eingreifen stützt sich auf die Verordnung vom 25. Oktober 1923 betreffend den Streik in lebenswichtigen Betrieben.

langerung. Selbstverständlich freilich ist, daß die Frage geklärt werden muß, ob auch der Bevölke-

wirtschastsstagen.

Vie Lage auf dem Geldmarkt hat sich in den

Wtb Alaska u, 23. $ebr. (Tel.) Der anläß­lich des Nichterscheinens des erkrankken Trotzki zu dem Jubiläum der roten Armee ausgegebene amtliche Bericht stellt fest, die B e f s e r n n g hält an, jedoch fei eine weitere Schonung notwendig. Der ihn behandelnde Arzt, Prof. Dr. Alexandrow, hofft entgegen falschen Gerüchten auf eine Wieder­herstellung in einigen Wochen. Trotzki Hal dem Berichterstatter eines Abendblattes erklärt, er habe in den letzten Monaten beständig erhöhte Tempe­ratur gehabt und bedürfe weiterer Behandlung und Erholung.

wtb Washington, 23, Febr. (Tel.) Der Senats-Ausschuß für auswärtige Mngdegen- heiten Hal sich zugunsten eines Abkommens mit Holland, das die Fortsetzung der Schieds. gerichksvere'mbarung vorsiehk, ausgesprochen.

poincares Sriegsral.

Wtb Paris, 23. Aebr. (Tel.). Ministerpräsi- tent Poincare verhanddke gestern mit dem »riegsminister Maginot und dem General De- goutte. Nach dem »Echo de Paris- wurde die Sage in Deutsckstand besprochen und im Hinblick auf den Bericht der Sachverständigen die Frage erörtert, welche Konzessionen man machen könne, ohne ent­waffnet zu werden.

werden soll.

Es folgt dir erste Beratung der Notverordnung über die G e w erb e st e u er. In namentlicher Abstimmung wird die Vorlage, die auch die Besteuerung der Äfcnjvmoereine ausspricht, mit 160 gegen 150 Stimmen angenommen.. Der von den Sozial- .'jenumgtoi einqebr achte Aenderungsantrag, der die iSe»

Vas Werk -er Glaubensverbreftung.

Bekanntlich wurde durch Motuprvprio vom 3. Mai 1922 das Werk zur Glaubensoerbrettung in Lyo n auf eine ganz neue Grundlage gestellt und sein Sitz nach Rom verlegt. „Dieses Werk, welches die Erfahrung eines Jahrhunderts besaß und'große Verdienste sich um die Ausbreitung des Evangesiums erworben hatte — rote Pius XI. in einer Ansprache des letzten Jahres hervor- hob — ist jetzt näher an den Apostolischen Stuhl gerückt und wird so wahrhaft katholisch. Und während dieses Werk früher den Söhnen der Kirche gehörte, ist es jetzt in gewissem Sinne Eigentum der Mutter, ein Werk der Kirche selbst, geworden." Dor allem werden es die Erfahrungen des Weltkrieges und der noch immer von Völkerhaß durchtobten Nachkriegszeit gewesen fein, welche Pius XI. veranlaßten, in groß­zügiger Weife das größte Mffionshilfswerk in ein internationales umzugestalten und zu diesem Zwecke es mit der obersten Missionszentrale 'm Rom, der hl. Kongregation de Propaganda Fide, lose zu ver­binden. Ende Dezember 1923 ist der erste Rechen­schaftsbericht unter dem Titel „Acta Pontificii Operis a propagatione fidei" in der vatikanischen Drucke­rei fertiggestellt und herausgegeben worden, welcher über die bisherige Tätigkeit des Werkes feit der Ver­legung nach Rom in großen Zügen berichtet.

Trotz der schwierigen Zeitlage hat sich diese segens­reich« Einrichtung in jeder Hinsicht gut entwickelt. Bis jetzt ist ein Nationalrat, wie er von den Statuten vorgesehen tft, bereits für Oesterreich, Belgien, Kanada, Frankreich, England, Deutschland, Italien, Holland, Schottland, Spanien und Venezuela eingerichtet. In anderen Ländern, z. B. in der Schweiz, Portugal, Tsche- choflowakei, Irland, ist man mit den nötigen Vorberei­tungen im Gange, ebenso in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Einnahmen des Werkes sind nicktt, wie man zuerst befürchtete, zurückgegangen, son­dern gestiegen. Weil die Organisation noch in den ersten Anfängen ihrer Entwicklung ist, konnte die erste Rechenschaftsablage nur über die Einnahmen gegeben werden, welche bis Ende April 1922 eingelaufen find. An Einnahmen verzeichnet dieser Bericht cm runden Summen und in ttalienffcher Währung im ganzen 25 Millionen Lire; davon wurden verausgabt z. B. für regelmäßige Beihilfe für die Reifen der Missionare in das Missionsgebiet über 2 Millionen Lire. Der Heilige Vater überwies bei der feierlichen Audienz des General­rates im März des verfloffenen Jahres dem Werk der Glaubensverbreitung die ansehnliche Summe von einer halben Million Lire.

Die schwierigste Aufgabe des (Seneralrates ist natür lich di« gerechte Verteilung der eingelaufenen Gaben. Dafür bürgt aber die Kongregation der Propa­ganda, welcher das Werk untersteht und der inteniatio- nale Charakter des Generalrates, welchem unter anderen die Präsidenten der einzelnen Landesvereine und einige

preußischer Landtag;

Annahme der gestasteUeu Grundsteuer. — Annahme der Abbau-Verordnung. — Die Gewerbesteuer auf Konsum- Vereine ausgedehnt.

Zlresemann

halinDresdeu im nationalliberalenReichs« verein gesprochen. Den vielen Vorwürfen gegenüber, die man seinem Kabinett gemacht habe, könne man nur antworten, daß im Schützengraben der Versantwortlichkeit die Verluste stets stär­ker seien als in der Etappe der Revolution. Er sehe in unserer augenblicklichen Politik keine Epoche, sondern nur eine Episode und vergleiche unsere Zeit mit der französischen Revolution bis zum Wiener Kongreß. Man steht mitten im Kampf nm neue Weltorientierungen. Um den Sieg zu retten, müsse vor ollen Dingen der deutsche Mittelstand wieder in seine Rechte eingesetzt werden. Es sei eine moralische Isolierung Frankreichs im Werden und man werde vielleicht sehr bald mit einer völligen Umgestaltung der Weltpolitik gegenüber der Frage des Versailler Vertrages rechnen könnnen.

Die Rede des Ministers wurde von der Ver­sammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen.

Deutsches Reich.

* Politische Personennachrichten. Der Staats­sekretär im preußischen Ministerium des Innern Dr. jur. Friedrich Freund ist im Lichterseider Kran­kenhaus an einem schweren Darmleiden gestorben. — Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist wieder in Berlin eingetroffen.

* Die landwirtschaftliche Skeuerleisiungsfähigkeit. Das preußische Landwirtschaftsrnmisterium nimmt am Dienstag eine Prüfung der landwirtschaft­lichen Sieuerleistungsfähigkeit vor. Geladen sind dazu außer Angehörigen aller Parteien des Larrd- tags der Präsident des preußffchen Statistischen Landesamts und Mitglieder der landwirtschaftlichen Berussoertretungen.

Italien und Zü-slawien.

wtb K o m, 23. Aebr. (Tel.) Heute nachmittag liub im Palais Chigi von Mussolini und dem süd­slawischen Gesandten die Ratifikationsurkunden des am 25. Januar unterzeichneten Abkommens ansgekauscht worden-

bie ® r u nb ft euer. Der Staatsrat hat gegen Ne Steuer Einspruch erhoben. Nach der Verfassung ist die­ser Einspruch hinfällig, wenn der frühere Beschluß des ^Landtages mit ZweSÄttelmehrheit erneuert wird. Die .namentliche Abstimmung ergibt Annahme der Vor­tage mit 256 gegen 102 Stimmen, also mit der erf erber- lüften Zweidrittelmehrheit.

Hierauf letzt das Haus die Aussprache zur preußi- ischen PerLonatabbau -Verordnung und zu den dazu vorliegenden Uranträgen und Ausschußanträgen frei. Die Verordnung wird in allen drei Lesungen ge­gen Deutschnationale, und Kommunisten, Wirtschaftspartei und Hannoveraner angenommen.

Annahme finden ferner die Ausschußanträge. daß die «nzureichenden Bezüge der Beamten, Staatsan-

Deutscher Reichstag.

Am dritten Tag der Pfalzdebatte

machte der Außenminister Dr. S t r e f e m a n n die Mit­teilung von der Zurückweisung einer wetteren deutschen Note über die pfälzischen Separatisten durch die franzö- fische Regierung. Frankreich lehne es ab, sich in inner­deutsche Verhällnisse einzumischen. Ach, wenn sich doch Frankreich an diesen Dingen nicht beteiligen wollte, dann wäre der ganze Separatistenspuk in 24 Stunden erledigt. (Lebh. Zustimmung.)

Den Schluß der Rednerreihe machte der alle Lede-

gestellten und Staatsarbeiter schleunigst auf ge­bessert werden sollen, daß hierbei im einzelnen ge­rechte Berücksichtigung des Familienstandes stattfindet und die Lebens!

MWWge-kkSilWkWiliW

Das Komitee Mac Kerma hat feine Sitzungen bis zum 3. März vertagt. Vis dahin werden die Mitglieder endgültig ihre Berichte über den ersten ihrer Aufgabe fertiggestellt haben. Die feft» gelegte Ziffer wird die unbeweglichen Werte mit einschlleßsn. Das Komitee wird dm zweiten Teil feines Werkes erst dcmn in Angriff nehmen, wenn Sie Arbeiten des Komitees Dawes weiter fortfchrei-

iten werden.

Der Erste Unterausschuß jDtrt» an das Studium der Eisenbahnfragen Herangehen, wenn das Komitee die Berichte der technischen Sachverständigen gehört hat. Diefe An­hörung wird am Montag vormittag stattfinüen.

Den Blättern zufolge hielten die Deutschnatio­nale Dolkspartei und die Deutsche Bolkspartei nach der Plenarsitzung des Reichstags Fraktionssitzun­gen ab.

In der Fraktionssitzung der Deutschnationalen Volkspartei, zu der auch die Mitglieder der Frak­tion des preußischen Landtages hinzugezogen wor­den waren, wurde befchlosien, außer den bereits für die große politisch« Aussprache eingebrachten Anträgen noch eine Interpellation wegen der Krise der Landwirtschaft einzubringen. Die Reichs­regierung wird darin u. a gefragt, ob sie bereit sei, Maßnahmen zu treffen, die eine Herabminderung der auf der Landwirtschaft ruhenden Steuerlast herbeizuführen, zur Behebung der Kreditnot in der Landwirtschaft beitragen und den Schutz der in­ländischen Lebensmittelerzeugung und die Sicher­stellung der Dolksernährung ermöglichen.

Bayern stattfinden. Die die Regier Parteien Haden sich wegen des Wahl nicht entschieden, sie warten die weitere Entwick­lung der Dinge im Reichstag ab. Cs ist nicht aus­geschlossen, daß der Reichstag vor seinem natür­lichen Ende aufgelöst wird. Die Entscheidung über diese Frage wird aber schon in den nächsten 14 Tagen fallen müssen. Sie wird sofort spruchreif werden, wenn die von der Reichsregierung als „le­benswichtig" bezeichneten Verordnungen angetastet werden sollten. Ein parlamentarisches Gerücht, wonach innerhalb der Regierungsparteien eine Strömung bestehe, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, das Mandat des fetzigen Reichstages um em halbes Jahr zu verlängern, ist nichts weiter als baltlofe Kombination. In den maßgebenden Kreisen der Regierung und der Par­teien denkt niemand an eine solche Mandatsver-

ger als politische Debatten, rote sie dem deutschoölkischen Redner beliebten, sind hier am Platze. Hier kann nur irte Tat, die stille Arbeit zur Geltmm kommen. Wer Empfindungen für das Deutschtum hat. und be­sonders für die Bedrückungen der Pfälzer, der beweise es durch die Tat. Wenn Herr Henning hier gesagt hätte: Xhrfere Partei hat das und das für die Pfälzer getan, r>_ hätte uns das imponiert. Wir bebauten uns ür Kampfmethoden, wie sie Herr Henning emp- ßiehtt, wenn er zum Beispiel die Einstellung der Zah- Jung der Befatzungskosten verlangt. Wir verbitten es «ns, daß man die Franzosen noch mehr auf «ns hetzt, als es bisher schon geschehen ist, und uns -die Lasten der Besatzung allem ausbürden will.

Ein Stntrag des Oberreichsanwalls auf Genehmigung 3ur Strafverfolgung des deutschoölkischen Abge­ordneten v. Gräfe wegen Hochverrats wird angenom- Wien, nachdem Abg. v. Gräfe selbst darum ersucht hat.

Zu einem Ersuchen auf Genehmigung zur Sttasver- folgung der kommunistischen Abgeordneten Fröh­lich, Koenen, Remmele, Stöker und Frau Zetkin wegen Hochverrats beantragt der Ausschuß, die Genehmigung zur Strafverfolgung zu erteilen, zur Verhaftung zu ver­weigern. Die wettere Auseinandersetzung über diesen Streitpunkt wird durch die Annahme eines Vertagungs­antrags des Abg. Dr. Bell (Ztr.) beendet.

Nächste Sitzung: Dienstag 2 Uhr. Auf der Tages- erbnung stehen der Notetat und die große »oii- tische Aussprache.

gemacht.

Die Sozialdemokraten bezeichnen den Tag des Erlasses des Reichs-Innenministers als den ersten Mobilrnachimgstag für den kommenden Wahlkampf! Die Deutschnationalen haben dem Reichskanzler mitgeteilt, daß sie als Wahl­termin den 6. April für geeignet hielten. An die­sem Tage werden auch die Landtagswahlen in Bayern stattfinden. Die die Regierung stützenden

Ausland.

* Oesterreich rmd Rußland. Zu den verfchie- denen Pressemeldungen über Verhandlungen wegen Anerkennung der russischen Sowjetrepubliken durch Oesterreich erfährt die amtliche Nachrichtenstelle, daß die Aufnahme der normalen diplomatischen Beziehungen in Kürze bevorsteht und damit die beiderseitigen bisherigen Handelsvertretungen in Ge­sandtschaften umgewandelt werden.

* Die britische Reichs-Ausstellung, die nach zehnjähri- gen Bemühungen nun endlich Mitte April eröffnet wer­den soll, hält schon jetzt ganz London in ständiger Aufregung, trotz aller politischen und wirtschaftlichen Nöte. Erwartet man doch mindestens 25 Millionen Be­sucher von auswärts, so daß es schon wahr fein mag, daß in allen Londoner Hotels auf Monate hinaus alle Zimmer vorausbestellt sind. So müssen sich denn tau­fende von Familien zur Aufnahme von Gästen aus allen Weltteilen einrichten. Zwar sind die Londoner schon oft durch ihre Ausstellungen enttäuMyt worden, well es ganz wie bei uns allzuviel Iahrmarktsrummel, Restau­rants und nüchterne Verkaufsstände gab. Diesmal aber erwartet man etwas ganz Besonderes, nachdem der Kö­nig selbst sich an die Spitze des Komitees gestellt. Man will der Welt den Ruhm und Reichtum des ganzen britischen Reiches vor Augen führen. Alle Dominien haben ihre eigene Ausstellung und zeigen ihre Produkte, die Erzeugnisse ihrer Industrie, die Eigenart ihres Lan­des. Nicht Häuser allein sind im Entstehen begriffen, sondern auch lange Straßen, Dörfer und ganze Land- schäften, von Eingeborenen aller denkbaren Art bewohnt, soweit sie Untertanen des britischen Reiches sind. Das Mutterland Haut zahlreiche Riefenpaläste, von denen der Industriepalast das größte Gebäude der Welt sein wild. Mes und jedes wird in geschichtlicher Entwicklung zu sehen sein, um zugleich zu zeigen, was (Großbritannien für Ne Kultur geleistet hat. Schulwesen, Verwaltung, Heer und Marine, Handel und Verkehr, Kunst, Technik, Wissenschaft, Kolonialwesen, Gesundheitspflege, Spiel und Sport, nichts ist nergeffen auf dieser „British Empire Ex­hibition", deren Eröffnung in einer „Allbritischen Woche" mit riesengroßen Festlichkeiten gefeiert werden wird.

* Die neue Türkei. Nach einer Havasmeldung aus K o n st a n t i n o P e l wird nach Blättermeldungen aus Angora eine Aenderung des Ministe­riums als wahrscheinlich bezeichnet, die deffen Ver­stärkung herbeiführen soll.

* Tie Plünderungen nach dem Erdbeben i« Japan. Nach einer Havasmeldung aus Tokio sind 17 Personen, denen Plünderung und Hausfriedens- brnch in japanischen und ausländischen Häusern in Negische und Yokohama nach den Erdbeben nachge­wiesen ist, vor das Geschworenengericht gestellt worden.

in Sicht!

rung der besetzten Gebiete die Möglichkeit ge­geben wird, vollständig frei und unbeeinflußt ihren politischen Willen kundzutun. Denn diese Bevölke­rung bat gerade das erste Anrecht zu sagen, welche politische Führung sie beansprucht.

Für die Dahlpropaganda.

Wie die Blätter melden, hat die deutsch- nativ n a l e Reichstagsfraktion folgenden Anttag im Reichstag gestellt: Der Reichstag wolle be­schließen, die dritte Steuernotvervrd- nung aufzuheben.

Wahlen

Von parlamentarischer Seite wird geschrieben:

Mit dem Wiederzusammentritt des Reichstages ist im Grunde auch schon die Wahlbewegung in Fluß gekommen. Die Anordnung des Reichs- Innenministers, wonach die Landesregierungen er­sucht werden, die W ä h l e r l i st e n bei den Kom­munalverwaltungen so rasch aufstellen zu laffen, daß sie spätestens am 23. März auflegungsfähig find, hat nunmehr das ganze Parteigerriebe mobil

Rede fein. Die etwas günstigere Beurteilung der politischen und wirtscbaftllchea Sage, namentlich im Hinblick auf die Berichte über eine steigende Anregung in verschiedenen Industriezweigen, haben eine Belebung verursacht. Doch darf man sich nicht darüber hinweg­täuschen, daß die Verknappung auf dem Geldmarkt auch weiterhin anhalten muß, um zum Schutze der Währung jeden nur denkbaren Damm aufzurichten. DaS Börsen­geschäft dürfte sich demnächst wohl etwas lebhafter gestalten, doch sind die Zeiten sprunghafter Enttvicklungen wohl ein für allemal vorbei.

= lieber die Lage der Lisensteinbergbcrner im Lahn- «ad WlaeMet wird geschrieben: Die Verhältnisse haben sich im Laufe deS Monats Januar gegen den Vormonat wetter verschlimmert. Die noch nicht stillgelegten Grubenbetriebe wurden so weit emgeschränkt, daß kaum noch gefördert wird. Die Hoffnung, daß nach toteber« holt erfolgter Preisermäßigung der Versand wieder m Gang kommen würde, hat sich leider bis jetzt mcht er­füllt. Bei den Siegerländer Gruben war die Ge» schäftSIage schlecht. Da ein Teil der wenigen noch in Betrieb befindlichen Hochöfen gedämpft wurde, waren die Gruben gezwungen, auch ihrerseits die Produktion einzuschränken und zwar umsomehr, als die rheinisch- westfälischen Hütten vorläufig erst geringe Mengen be- ziehen. Die Aussichten für die nächste Zukunft smd sehr schlecht.

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