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M 4Z-

Sonntag, 24. Februar 1S24.

Fuldaer Zeitung

Druck der Fnldaer Acttendruckerei i* F«ld« 3. Blatt.

W Opfer U sie WWesseii

I mutz am kommenden Sonntag, dem Fuldaer Caritas-Sonntag, jeder übrig haben. .Den M freudigen Geber Hal Gott lieb." Wer sich von einer Spende ausschließt, würde einen bebauet» ljchen Mangel an Gemeinsinn vertaten. 0

Die Not ist grotz!

W oerelnfe Wl tonn Helfen.

Das Zentrum und die prioatschulen.

Im Preußischen Landtag hat dieser Tage die Zen- trumsabgeordnete, Frau Wronka. hr bemerkenswerte Ausführungen über eine die Elternschaft in höchstem Maße interessierende und angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage ganz bedeutsame Frage gemacht. Es handelt sich um die konfessionelle Privat» schule. Frau Wronka führte unter anderem folgen­des aus:

Der Antrag des Unterrichtsausschufsts spricht mit Recht von den unentbehrlichen Prioatschulen, und es scheint mir nach den Erfahrungen der letzten Monate notwendig zu sein, der Staatsregierung noch einmal zum Bewußtsein au bringen, wie notwendig uni) wie unentbehrlich die Privatschulen sind.

Dem Elternrecht wird auf dem Gebiete der Jugend- «7-eblmg durch die Verfasilmg Geltung verschafft, und 3!- -m Elternrecht gehört naturgemäß auch das Recht b. -.wähl der Schule, in welche die Eltern ihre Kin­der schicken wollen. Gerade aus diesem besonderen Recht und dem Willen der Eltern, ihren Kindern die Er» ziehung zu geben, die sie für die beste halten, sind ja die Privatschulen entstanden, und es ist nicht ein Zufall, daß sie im Gegensatz zu den meisten öffentlich höheren Schulen konfessionell sind, katholisch wie evan­gelisch.

Ich möchte auch daran erinnern, daß dle Privat- fchulen immer geeigneter waren als die öffentlichen Schulen, neue Ideen zu erproben, und daß wir ohne Privatschulen um manche pädagogische Errungenschaft armer wären. (Sehr richtigl im Zentrum.)

Und schließlich, meine Damen und Herren, wenn di« Privatschulen nicht existierten, würde der Staat eine ungeheure Menge von Kosten mehr zu tragen haben. (Sehr wahr! im Zentrum.)

Sehr stark befremdet hat uns 6er Erlaß des Kultus­ministeriums vom 25. Dezember 1923, der die Zuschüsse on den Prioatschulen bedeutend herabsetzt und sogar in Aussicht stellt, daß sie ganz aulhören würden. Zu allem Üeberfluß hat er den Städten auch noch die An­regung gegeben, auch ihrerseits die Zufchüsie herabzu­fetzen und sich von der Unierftützrmg der Prioatschulen möglichst freizumachen. (Hört, hört! im Zentrum.)

Der Erlaß vom 4. Januar 1924 hat den ersten in etwa abaelchwächt. Er hat zunächst die Zuschüße bis zum 1. April gesichert. Aber eine sehr wichtige und für uns unerträgliche Bestimmung des ersten Erlasses hat er nicht aufgehoben, nämlich, daß di« Privatschulen ein Schulgeld erheben müßen, das 25 bis 50 Prozent über das an staatlichen und städtischen Schulen erhobene hin- ausgehen soll. (Hört, hört! im Zentrum.) Hat denn der Staat ein Intereß« daran, die minderbemit­telten Kreise von der höheren Schulbildung miszu. schließen? Ich muß hier erwähnen, daß gerade die Kreße, die zu meiner Partei gehören und ihre Kinder in diese konfessionellen Schulen schicken, zu den minder- bemittelten gehören. (Sehr richtig! im Zentrum.) Für dies« und die Erziehung der aus diesen Kreisen stammen- den Jugend trete ich ein, wenn Ich hier di« Regierung auffordere, von dieser Bestimmung Abstand zu nehmen. (Bravo! im Zentrum.)

So tröstlich es für den Augenbsick ist, daß die Zu­schüße bis Mim 1. April gezahlt werden, so wenig möglich scheint es uns aber auch, daß nach dem 1. April an eine Einstellung der Zuschüße überhaupt gedacht wer- den kann. (Sehr richtig! im Zentrum.) Ich bitte, die Unterstützungen so hoch festzusetzen, daß das Wirken der Schulen nicht gehemmt wird, und daß auch die Be­soldung der Lehrkräfte, wie das ja in dem Antrag des Ausschußes zum Ausdruck kommt, so erfolgen kann, daß sie mit der nötigen inneren und äußeren Spannkraft ihrer hohen Aufgabe der Erziehung der Jugend gerecht werden können. (Bravo! im Zentrum.)

Der «ardinal-Lkzdi'chas von Toledo und Prima« von Svanien hat beschloßen, demnächst in sämtlichen katholischen Kirchen Spaniens eine Sammlung füt die armen deutschen Kinder zu veranstalten. Die Sammlung findet nicht an ein und demselben Tage statt, weil die verfchiedenen Diözesen bereit» eine Reihe von Sonntagen für andere Sammlungen besetzt haben. Der Kardinal-PrimaS hofft auf ein recht günstiges Er» gebnis. Die Nachricht von dem hochherzigen Entschluß des spanischen Kirchenfürsten wird in Deutschland mit lebhafter Fieude und tiefer Dankbarkeit begrüßt wer­den. Die HilfStäligkeit, die das edle spanische Volk in Deutschlands großer Not entfaltet, bleibt un» vergessen.

Eine Märtyrerin der pflicht.

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Zum Glück veranlaßte er den Gast, sich mit ihm in das im ersten Stock gelegene Toilettezimmer zu begeben, und so wurden sie für einige Minuten von feiner Ge­genwart befreit.

Ein sehr netter junger Mann,' sagte Frau Reg­nord jetzt. ;

Obschon Gilberte der gleichen Meinung war, wDer- sprach sie doch:

Wie rasch du urteilst, Großmama! Woraüf stützt sich dein Ausspruch?"

Auf feine Stimme! Die Stimme, mehl Kind, ent­hülst den wahren Charakter des Menschen. Nur festen hat ein beschränkter Mensch die Stimme einer geistreichen Mannes, und die (einige ist die eines Mannes, der ein Herz im Leibe hat. Glaube mir, ich täusche mich nicht!"'

3d) wünschte aufrichtig, er verdiente deine Anerken­nung nicht und gliche so vielen anderen", seufzte Gilberte. Wenn du dich wirklich nicht täuschest und er das ist, wofür du ihn hältst, wäre mir der Gedanke, daß er mich verachtet, ungemein peinlich."

Was sprichst du von seiner Derachtung? Weshalb jsollte er dich verachten?"

Weshalb? We-l er der Meinung fein muß, ich hätte gemeinsame Sache mit dem Papa gemacht, um Ihn hier­her zu locken."

Meint er das, so wirst du ihn sehr bald aus dem Irrtum führen. Dazu werden nur ein paar Warte nötig sein, zumal wenn du offen und aufrichtig mit ihm sprichst. Hat er wirklich irgend welchen Verdacht ge gen dich gehegt, so wird er diesen sehr ic ) fahren laßen. Dein bloßer Anblick muß ihm sagen, oaß du unfähig bist, an einer taktlosen, unzarten Handlung teilzuneh- men."

Was nicht ausschließt, daß ich mich schon gerne mit

J$tn auseinanbergeje^t hätte,"

! Haus, Hof und Garten. i

«

Der Lleinkierhof.

Ml Dinkereiern ist bekanntlich das beste Geschäft zu machen. Dies« Eier legen die Kücken leichter Raßen, die im zeitigen Frühjahr, April, Mat, ausgeschlüM sind. Also soll man auf Frühbruten großen Wert legen und die jungen Tiere reichlich und kräftig füttern, damit sie auch zeitig zu legen anfangen und die gewünschten Wintereier bringen.

Der welche Stopf bei Hühnern ist eine Folge von verdorbenem Weichfulter. Vielfach kommt er von Brot, welches lange Zeit eingeweicht war. Denn Brot so hart geworden ist, daß es sich weder schneiden noch in kurzer Zeit in Wasser amweicht, bann ist das beste es zu rösten und in der Knochenmühle zu mahlen. Stampskartofseln mit Kleemehl oder Heusamen, das gemahlene Brot mit etwas Salz zu einem Brei vereinigt ist ein gern genom­menes Futter. Durch das Rösten werden alle Schimmel­pilze unschädlich gemacht. Ein Nachteil für die Tiere kann dann nicht folgen. mk.

Das Schlachlen des Geflügels führt man am schmerz­losesten aus, wenn man mit einem scharfen Messer oder Beil den Kopf vom Rumpfe trennt Soll auch der Kopf in der Küche Verwendung finden, so durchschneidet man den ersten Halswirbel unmittelbar hinter dem Kops mit einem scharfen und breiten Messer.

Die Sihstcmgen der Hühner sollen nicht aus runden Stangen bestehen, wie man sie oft antrifft, sondern aus Latten, die je nach der Größe der Hühner 47 Zmtr. breit sind. Die obere Seite ist stach abzurunden, ebenso die scharfen Kanten, damit sie nicht einschneiden, auch gespaltene Stangen können, entsprechend zugerichtet, dazu verwendet werden. Außerdem sollen die Sitzstangen möglichst frei von Rissen sein, um dem Ungeziefer keinen Unterschlupf zu bieten, ferner auch entsprechend stark, damit sie eine Anzahl von Hühnern tragen können.

Die lange ist eine Häsin zuchlfählg? Es ist ein sehr verbreiteter Irrtum, zu glauben, daß ein Kaninchen noch zwei Jahren abgewiris.haftet fei. Dieses ist nur der Fall, wenn mit den Tieren Raubbau getrieben wor­den ist. Gute Zuchttier« können 67 Jahre zur Zucht benutzt werden. Erfolgreich« Rassezüchter haben in ihren Stämmen oft ganz alte erprobte Häsinnen, von denen sie sich mehr versprechen als von jungen Tieren. Be­sonders Anfänger können sich schwer dazu verstehen, die Würfe zu reduzieren auf 46 Stück, was für eine gute Nachzucht unerläßlich ist. Der erfahrene Züchter weiß, daß Tiere von kleinen Würfen besser gedeihen und mehr Nutzen in Fleisch und Fett bringen, als ein großer Wurf, der trotz guter und teurer Fütterung nicht gedeiht, mk.

Ohrenräude bei Kaninchen wird nur da anzutreffen sein, wo Unfauberteit und schlechte Pfleg« herrsch. Da die Räude ansteckend ist, trenne man sofort die kranken von den gesunden Tieren. Die an Ohrenräude erkrankten Tiere kratzen sich beständig mit den Hintersüßen an den Ohren und schütteln mit dem Kopfe. 3n der inneren Ohrmuschel bildet sich ein Grind, der durch eine Milbe erzeugt wird. Zur Heilung ist das billigste und beste Mittel: Schwefelblüte. Mit einem stumpfen Ge- genftanb entferne man den Grund und gibt eine Messer­spitze Schwefelblüte ins Ohr. Diese wird nach einigen Tagen wiederholt, bis alles abgeheilt ist. Ein Auskal­ken d«s Stalles mit öproz. Kreolinlösung ist sehr zu empfehlen. mk.

Die Snochenweiche ist bet Ziegen öfters zu be­obachten. Sie entsteht durch schlechte Ernährung und mangelhafte Pflege. Solche Tiere treten meist stark durch und haben einen schlechten Gang. Die Tiere zeigen mehr oder weniger Neigung zur Aufnahme erdiger Sud- stanzen und zum Benagen hölzerner Gegenstände. Ost lockern sich auch die Zähne. Es treten Auftreibungen an den Rippen und Gelenken auf. Bei geringfügigen Anläßen entstehen Knochenbrüche, da die Widerstands­fähigkeit der Knochen stark vermindert ist. Die Knochen- weiche ist in vorgeschrittenem Stadium unheilbar, nur bei jüngeren Tieren lohnt sich eine Behandlung mit guten, Knochen bildenden Futtermitteln. Bei Erwerb von Ziegen sehe man deshalb auf gute Knochenbildung, um sich vor Schaden zu bewahren. Heißt doch dos Sprichwort beim Tierkauf:Augen auf oder den Geld­beutel". mk.

Zur Pflege der Tauben. Es ist bekannt, daß alle Vögel neben ihrer Nahrung auch gern Sand, Statt oder Salz freßen. Man steht oft, wie Tauben mit Vorliebe an Mauern picken, besonders wenn solche salpeterhaliig sind. Es scheint dies für die Tiere ein Naturbedürfnis zu fein, das zur Reinigung des Magens bient, be­sonders erpicht sind die Tauben auf eine solche Zugabe, die man ihnen in Form von Sand und Solz reichen famt. Den Untersatz eines großen Blumengeschirrs füllt

Es währte nicht lange, so kehrten die Herren zurück. Gilberte bemerkte sofort, daß die Stirne ihres Vaters ein wenig umwölkt fei, und einige Worte, die er beim Eintreten sprach, klärten sie auch über den Grund feiner Verstimmung auf. Der Regen strömte noch immer mit unverminderter Heftigkeit herab und machte wenig­stens für den Augenblick einen Spaziergang durch den Garten unmöglich. Auch der Sturm wollte sich nicht legen. Machte das Unwetter nicht bald hellem Sonnen­schein Platz, so mußte dieser Spaziergang ganz ausfal- len und was fing man bann mit dem Gaste an? Durch welche Mittel konnte man ihn innerhalb der vier Wände des Salons festhalten und zerstreuen? Diese Frage trat umsomehr in den Vordergrund, als das Gabelfrühstück erst um die Mittagsstunde aufgetragen werden sollte, und Sirnonnet hatte keine Ahnung, womit man die Zeit bis dahin ausfüllen konnte.

Sein« Tochter, die feine Gedanken erriet, näherte sich ihm und beruhigte ihn mit leiser Stimme, während Franz von Fofstuse mit der Ritterlichkeit, die ihm angeboren war, sich mit Frau Regnard beschäftigte. Diese war nicht unempfindlich für einen solchen Beweis von Ehr­erbietung. und da es ihr geichfalls klar geworden, daß man die Zett hinbringen müsse, fragte sie ihren liebens- würdigen Gesellschafter, welche fjauptftäbte er im Laufe seiner diplomatischen Tätigkeit kennen gelernt habe. Er nannte Wien unb Rom. Don Wien wußte sie nichts zu sagen, denn sie war niemals dort gewesen. Allein ihre Hochzeitsreise hotte sie nach Rom unternommen und drei Monate in der Siebenhügelstadt verbracht. Sie kannte deren Sehenswürdigkeiten, in deren Schönheiten sie wie sie nicht ohne Rührung bemerkte ihr Gatte eingeweiht hatte. Sie sprach voll Begeisterung davon, bemerkte aber offen, daß sie den Meisterwerken der Kunst, die sie bewundert hatte, die der Natur vorzog, und er­ging sich in, einer lebhaften Schilderung der Herrlichkei­ten der römischen Campagna, die einen unvergeßlichen Eindruck auf sie gemacht habe.

Diese Erinnerungen erwiderte Franz mit einer Aus­zählung feiner eigenen, roeniae: am mit ihnen zu glän

man mit reinem feinen Flutzsand und Salz und begießt die Mischung mit Wasser. Dies löst das Salz auf, das dann mit dem Sand beim Trocknen eine mäßig harte Masse bildet, die von den Tauben gierig weggepickt wird. Es ist erstaunlich, wie gern Tauben diese Beigabe neh­men, die gewiß auch vorteilhaft auf ihre Gesundheit und ihre Fruchtbarkeit einwirkt, well sie durch die Natur des Bogels begründet ift Wer feinen Tauben eine will- kommene Beigabe reichen will, der gebe ihnen Sand und Salz.

Kleingarten.

Cafrinenbung ist im Winter in den Sorten zu bringen und bei offenem Wetter einzugraben. Durch feine Hitze macht er den Boden ohne die unangenehmen Neben­wirkungen der Sommeranwendung mürbe und frucht­bar. Von künstlichen Düngern werden im Winter Tho­masmehl und Kainit eingegraben, d. h. leicht unterge­bracht. Sie verbinden sich so aufs innigste mit dem Boden und sind im Frühjahr gerade recht.

Erzlehungswessn.

Bei der geistigen Entwicklung soll bas Kind selbst das Tempo angeben, in welchem es vorwärts geht. Die Mutter hat es gar nicht nötig, das Kind in feiner Ent- Wicklung vorwärtszubringen. Nicht vorwärtsdrängen, fonbem eher hemmen; bas ist die Ausgabe ber erziehe­rischen Ueberwachnng. Man soll sich nur immer bewußt bleiben, welche Fülle von Eindrücken bas Kind zu ver- arbeiten hat, ehe es sich eine Vorstellung von feiner Um- gebung macht, ehe ihm die Gegenständ« und Personen allmählich vertraut werden. Es gibt keine Zeit im menschlichen Leben, in ber so viele absolut neue Ein- drücke aufzunehmen unb zu verarbeiten sind, wie die erste Zeit des Sprachverständnisses unb ber Sprachend Wicklung, und barum darf man bas Kind nicht noch unnötig belasten. Die Mutter darf nur leise unb un­merklich nachhelfen, wenn sie Schwierigkeiten und Hemmnisse steht.

Die Einigkeit der Eltern hat in allen Erz'ehungs- fragen eine ganze > außerordentliche Bedeutung! Aber man darf die Einigkeit auch nicht falsch ausfassen und falsch anwenden. Ist der Vater streng, so darf die Mutter nicht auch ebenso streng fein; sie mag ruhig bei Gelegenheit ihr Herz reden lassen und ihre Amre öffnen, um dem gestraften Kinde einen Unterschlupf zu bieten unb einen Trost in seiner kleinen unb doch so großen Bedrängnis. Oder sollte das Kind niemand, gar nie. manb auf ber Welt haben, wohin es sich flüchten könnte vor dem gerechten Zorn bes Vaters? Allerdings, und das ist so schwierig, darf die Mutter die gute Absicht auch nicht wieder zu wett führen, sie darf nie dem Vater unrecht geben in Gegenwart des Kindes unb so in diesem die Meinung Hervorrufen, es werde vom Vater unge- recht behandelt, es habe die Strafe nicht verdient, es brauche keine Reue zu empfinden. Straft der Vater mit der Tat, so möge die Mutter die nötige Ergänzung unb Belehrung geben und dem Kinde begreiflich machen, daß es auch dem Vater und wie sehr es ihm wehe tut, wenn er strafen muh. Die meisten Kinder sind kleine Philosophen, sie fragen nach demWarum", und gibt man ihnen nicht Bescheid, dann suchen sie sich selbst un­bemerkt eine ihrem jungen, noch unerfahrenen JBerftanb einleuchtende Antwort.

Praktische Mnke.

Sprünge und Risse im Hol; sind sehr unangenehm. Ihre Ausfüllung kann man mit einem Kitt vornehmen, ben man selbst herstellt. Seidenpapier wirb in Wasser vollständig aufgeweicht unb durch tüchtiges Durchkneten mit Leim zu einem Teig geformt den man mittels Erd- färben färben kann. Endlich setzt man noch etwas ge- brannte Magnesia hinzu. Dieser Kitt, ber fest in die Sprünge und Löcher gedrückt wird, verbindet sich sehr innig mit dem Holz unb behält auch nach dem Trocknen eine glatte Oberfläche.

Daschleinen zu reinigen. An frisch gewaschener Wäsche bemerkt man zuweilen gelbe ober graue Strei. fen. Diese rühren von den unsauber geworbenen Wasch- leinen her, aus denen man die Wäsche trocknete. Um sie zu reinigen, kocht man von Seife und etwas Soda eine glatte Lauge unb Übergießt damit die Seine in einem nicht zu tiefem Waschfaß. Nach einer Viertelstunde reibt man die Seine mit einem wollenen Lappen trättig in ber Seifenlauge ob, nimmt nochmals reines Seifen- wasser unb spült sie zuletzt in klaren» warmem Wasser aus. Wenn man einen großen, staubfreien Raum zur Verfügung hat, spannt man die Seine darin aus, damit sie schnell trocknet. 3n Ermangelung eines solchen Rau- mes wickelt man sie um ein Brett glatt und gleichmäßig unb stellt sie an ben Ofen ober In die Sonne.

gen, als um den Schwung unb die Lebhaftigkeit dieser ehrwürdigen Greisin anzissachen, deren gütiges Gesicht ihn vorn ersten Moment angezogen hatte gleich dem Spiegel einer reinen, eMen Seele, die er im Hause St- monnets am allerwenigsten anzutreffen gehofft. Er wußte, daß Frau Regnard ihre Enkelin erzogen habe, und indem er sie zum Sprechen veranlaßte, studierte er eigentlich Gilberte. In den Gesinnungen und Empfin- düngen der Großmutter glaubte er di« der Enkelin ken- nen zu lernen, indem er nicht mit Unrecht vorausfetzte, daß erstere ihr Denken und Fühlen auf das junge Mäd­chen übertragen habe.

Seine nicht vorbereiteten, sondern bloß durch die Um- stände herbeigeführten Bemühungen hatten indessen ein Resultat, bas er nicht vorausgesehen. Indem er Frau Regnard und Gilberte veranlaßte, ihren Charakter vor ihm zu enthüllen, enthüllte er ben (einigen vor ihnen. Seine warmen, edlem Denken und Fühlen entspringen­den Worte sprachen so beredt für seine Rechtschaffenheit, seinen hochfliegenben Eesst. für feinen geläuterten Ge- schmack unb echten, unverfälschten Ehrgeiz, baß, ehe eine Stunde vergangen war, zwischen diesen beiden Parteien, die sich, von gegenseitigem Mißtrauen erfüllt, entgegen, getreten waren, ein Band der Achtung und Hochfchätzung geschlungen hatte, das die Bedingungen ihres Zusam- menlreffcns alsbald in ein anderes Licht rückte. Die unverkennbare geistige unb sittliche Höhe, auf der bie e beiden Frauen standen und die sich sowohl in der Zu rückhaltung der jüngeren, wie in ben Worten der älteren funbgab, mußte Franz unbedingt zu ber Uedeizeugung bringen, daß sie nicht die Mitschuldigen Simoimets fein könnten. Sein ursprünglicher Verdacht verstummte; er sah nur mehr die Opfer des unbändige" Ehrgeizes des Vaters in ihnen, unb indem er dies in seinem ganzen Benehmen immer mehr zum Ausdruck kommen ließ, zwang er sie förmlich, daß sie sich über seine eigene Rolle eine gleiche Meinung bildeten.

Diese beiberf eiligen Gedanken, die ber Unterhaltung eine oertraulübere Rote gaben, ließen die Zeit schnell

Gottesdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag,24.Febr. CaritaSsonntag. Dom. (Kollekte f. d. Armen der Stadt.) 7»6,6, 7>7 u. 7 dl. M., 6 hl. M. u. Kam. d. Müttervereins, 7 bl. M. u. Kom. d. Aane«- gruppen u. d. christenlehipfl. Iungfr. i. d. Marienkap, 8 Pfarramt mit Prev., 7.10 Katheüralamt mit Pred, ' .11 Ehr. f. d. Iüngl., 7.12 letzte hl M. m. Pr., 7,1 A. z. E. d. hl. Erzengels Michael, 2 Ehr. f. d. Iungfr^ 7«8 Vers. d. christt. MütterveretnS, 4 Pr. m «., 6 A. i. d. Marientapelle. Nach allen Hauptgottesdiensten an ben Kirchentüren Kollekten. Montag nachmitt. 6 Andacht für die Abgestorbenen. Stadtpfarrkirche. (Kollekte für notleidende Familien.) 57, Stom 5/. hl. M., 61/« HI. M. u. Kom. d. Frauen u. Mütter, 8 erster Schulgd. u. Pied., 97» Pfarramt u. Preo., 11 zweiter Schulgd. u. Pced., 9V« Chr. f. d. Jünglingei. d.Severikirche, 17, Ehr, f. d. Iungfr., 27, Bruderschaft vom dl. Erzen el Michael, 37, A. f. d. Mütterverein. Pfarrkirche aum_6eilige« Geist. 7,7 HI. M. m. Generalkommunion d. Sodalilät, (,<rühm. fällt auS), 8 Amt m. Pr., 7,5 Chr., 5 «. Severikirche. Sonntags 7, werktags */,7 hl. M., Ober» reatschulgottesdienft: Sonntags 8, werk agS 7'". Michnelskirche. Nachmittags 2 Uhr: Bruderschaft von den 7 Schmerzen Mariä, Predigt und Andacht. Herz-Jesu-Heim. 8 Pr. u. Amt, nachmittags 2 Segenr­andacht. (Mittwoch abends 77« Segensandacht.) Frauenberg. 5, 7,6, 6, 7,7 u. 7 hl. M., 8 ©ingm. tn. Pred., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 Kreuzwegandacht u. sakram. Segen. (Während des Monats März wird leben Morgen eine Andacht zu Ehren de» hl. Zofeph gehalten und zwar an Werktagen nach der 7 Uhr-Messe, an Sonn» und Feiertagen während der 8 Uhr-Meffe.)

Geld spare« ist die Solang des Jahres 1924. Damit kann zuerst begonnen werden bei den Sachen, die täglich gebraucht unb abgenutzt werben. Das Wichtigste und Un» entbehrlichste ift das Schuhreug. Stift bes teuren Leber« follie man nur noch Hanfa-Aummiabfätze unb -Gummisohle« verwenden, die um 507» billiger sink) a's vor dem Kriege. Els lolibe Qualitätsware haben sich bie garantiert echte« Han a-Gummisoh en unb tzansa-Gnmrntadsätz« ber Aalrnanwerke A. ®. Hamburg überall einaeführt. Wege» ihrer überlegenen Haltbarkeit unb Güte werden sie von alle« Streifen ber Bevölkerung getragen Deshalb achte ma« genau auf bie FabrikateHansa", die mit befonberer Sorg» falt unb aus ben besten Materialien hergestellt weide«. Die Fabrik berHanfa"» - ummifohten unb -Abläße, bie auch bie rüfjm'idjft bekannten Hansa-Tuenschuhe her stellt, liefert nur Qualitätsware in technischer Vollkommenheit. Ma« achte daher genau auf bie FabrikmarkeHrnsa", damit einem nicht bie tat che Ware in die Hanb gedrückt wird. Alle maß» gebenden Leberhandlungeri, Schuhgeschäfte und Schuhmacher führen CalmonsHanfa"-Gummssohten unb »Absätze.

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vergehen. Sirnonnet wenigstens war ganz überrascht, als ber Ton ber Glocke, bie bas Gabelfrühstück meldete, ihn belehrte, daß bie so gefürchtete Stunde, während welcher er mit seinem Gaste nichts meinte anfangen zu können, bereits verstrichen sei. Seine Zuversicht nahm noch zu, als er bemerkte, daß sich bie Wolken zu zer, streuen begannen; auch der Sturm legte sich.

Simonnet beutete durch bie Fenster, die man bereite geöffnet hatte, auf ben Garten, der völlig umgeroanbeü unb wie in frifches Grün getaucht zu sein schien untz sagte:

Während bes Speisens wirb bie Sonne das Wasser in ben Alleen getrocknet haben und wir werden unsere« Spaziergang unternehmen können. Es hätte mir sehr leib getan, mein lieber Marquis, wenn ich Ihnen meine kleine Besitzung nicht hätte zeigen können. Sie ist nicht groß; doch werden Sie ein paar schöne Bäume zu sehen bekommen, bie noch aus der Zeit ber Mönche herrühren, denn wir befinden uns hier wie ich Ihnen bereits gejagt zu haben glaube in einer ehe» maligen Abtei."

Man merkt es an den Bogenfenstern unb den dicke» Mauern", erwiderte Franz.

Damit war ein neues Gesprächsthema gegeben unb Simonnet, der feit einer Stund« die anderen spreche« ließ, hatte Gelegenheit, zu bewessen. daß er nicht ftumm sei unb etwas Geschichte studiert habe. Es wurde ihm aber' sehr rasch klar, daß feine Wissenschaft einzig unN allein auf dar aufmerksame Studium seiner Eigentum«- dokumente zurückzuführen fei, unter denen sich einige alte Pergamente befanden, die er übersetzen ließ. Nachdem er deren Inhalt wiedergegeben und berichtet hatte, daß die Abtei im vierzehnten Jahrhundert erbaut worden fei, daß sich am Ende des Gartens noch ein Stück bw Klosters befinde, das seither in ein Gewächshaus Der» wandelt wurde, und daß bie Denebiktiner, denen b*t» Haus ehedem gehört, durch bie Revolution aus ihrem Heim vertrieben worben seien, stockte er.

tForrjetzung folgt)