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Einzelnummer lft Pfennig.

FuldaerZertung

, Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stabt Fulda.

51. Zcchrg

§reifag, 22« Februar 1924

fir. 45

Beamtenfragen

snllende Wöhrung

Zum verfall des französischen Zranken

ujro.

3t :nfvei4e .

Schule und Volksbildung.

Das

litvlanb«

- Be.

:, wie

wirtschaftliche rcampfbewegungen.

— Streik im Wiener Sankgewerbe. Infolge Streits und Aussperrung der Bankangestellten ruht der Betrieb in sämtlichen Wiener Bankinstituten einschließlich der Nationalbank vollständig. Damit ist mit Ausnahme der Postsparkaffe und der übrigen Sparkaffen jeder Geld- umsah aus geschaltet.

losenfürsoroe, Reichsmietengcsetz, Wohnungsnot kam nicht zu Ende.

Donnerstag: Beamten 7.5bau.

preußischer Landtag.

Liuc Demonstration gegen den Staatsrat.

Auf der Tagesordnung am Mittwoch stand di« Bor­lage, welche die Reisekosten und Aufwandsentschädigung für den Präsidenten und die Mitglieder des Staats- raiss auf Goldbasis stellen will; eine Zufallsmehrheit mir den Stimmen der Sozialdemokraten und Kommu­nisten lehnte die Vorlage in allen Teilen ab.

Ein Antrag auf Unterstützung von Privatschu­len, sowest es die Finanzlage gestatte, wurde ange­nommen.

Die Debatte über die Anträge betreffend die Ercverbs-

832 G' C: Mann bei einer Bevölkern.lg von ZV r Mill -------- . 474 _

«nreinen-Preiic: Äieimedt (llolonel) Iota; u.lü tiioiDmatr auswärts 040 Soldmark: Äetlemeitile total 0,60, Soldmari u auswärts 040 Soldmark. r,

Bei Wiederdoknnaen Rabatt- voiticheckkonl» Frankfurt a. «- 4051.

368

494 keine.

rd-'60000 120000 430000 1COOOO

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Berantwortiuv iür die SckriitlcUnng: Dr. JobanneS Kramer. Anzeigen: I- Dorzeller, Fulda. RoiatwnLdruck und Perlag der >: Fuldaer Actiend'.uüerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. ::

Berugsvreir: Monat Februar 2.00 Eoldmark frei dauS-

amtengchälter sollen für den Monat Marz . .

in den letzten Monaten in zwei Hälften, sondern mit zwei Dritteln zu Beginn dcS Monats und mit einem Drittel um 17. März bezahlt werden. Die ge. nannte Abschlagszahlung von zwei Dritteln soll dem Wunsche der Beamtenschaft entsprechend mit Rüasicht auf die schon am MonatSerften zu begleichenden größere» Ausgaben bereits am 29. Februar geleistet werden.

6US der Sentrumsparid.

- Sorgt für Mnniiisn. Aus Streiten der Partei wird uns geschrieben: In wenigen Monaten, vielleicht schon in wenigen Wochen werden die Neuwahlen zum Reichstag vor.icnommen werden müssen. Wenn mir unter den denkbar schwierigsten Veihältniffen innenpolitisch und innerloirtschaftlich zu einem Zustande gekommen sind, der unS allen unser berufliches und persönliche» Schaffen wesentlich erleichtert, so ist daS ein Verdienst der Negierung Marx. Unter einer Z en- trumsregierung ist daS möglich gewesen, was selbst Kreise, die weltanschaulich weit von uns entfernt stehen, als ein „Wunder- bezeichnet haben. Dem tat. kräftigen Schaffen der Partei, ihrem hohen Verrott- wortllchkeitsgefühl und ihrer Opferbereitschast ist es zu danken, daß wir aus dem furchtbaren Eiend der letzten Wahres jetzt in geordnetere Verhältniffe gekommen sind. DaS darf der Zentrumkpartei im ganzen Lande nicht vergessen werden. Die Wahlen stehen bevor. Wahlen aber verschlingen ungeheure Summen, und darum mutz schon heute die dringende Mahnung an alle Partei­organisationen im Lande ergehen, für Munition zu sorgen. Damit allein darf es aber nicht getan fern. Die ganze Parteiorganisation mutz zu neuem Leben und neuen Schaffen erwachsen und vor allem muffe« wir daS beste Kampfmittel stärken: Unsere Presse!

Frankreich 3840

England 1210

Italien 2160

Deutschland 280

katholische Welt.

= Msttlche Nloperfrauen. Unter den Novizinnen der Sacre-Coeur-Schwestern, die am SamStag im Kloster dieser Schwestern zu Blumenthal bei VaalS druck den Aachener Weihbischof Dr. Ströter daS Or- denskleid erhielten, befand sich auch Prinzessin AgneS zu Löwenstern, die zweite Tochter des bekannten deutschen Katholikenführers Fürsten AlohS zu Löwen­stein. Bekanntlich haben auch zwei Schwestern des Fürsten den Schleier genommen; eine bei den Franzis, kanerinneir zu Aachen, die andere bei den Penedik- tinerinnen.

ist im höchsten Grade beachtlich. Man tut dem Reichstag gewiß nicht wehe, wenn man in aller Oef- fentlichkeit feststellt, daß er in seiner jetzigen Zu- ammensetzung gar nicht imstande gewesen wäre, alle diejenigen Fragen zu erledigen, die jetzt unter dem Zwang der Verhältnisse entschlossen in Angriff genommen werden mußten.

Seit Jahren handeln wir in all unserem poli­tischen und wirtschaftlichen Schaffen viel mehr unter Zwang als in freiwilligem Schaffen. Wenn nun etzt die Negierung an diesen Reichstag, dessen Tage gezählt sind, ganz bestimmte und kategorisch For­derungen erhebt, so handelt sie nicht etwa aus irgend­welchen offenen oder versteckten diktatorischen Ge­lüsten heraus, sondern einzig und allein gelrieben von der Sorge, der geradezu entsetzlichen Gefahr vorzubeugen, die eine neue Verwirrung, ein neues Schwanken und Wanken bringen müßte. Die Reichs­regierung Lsnkl nicht daran, von dem Reichstag ein neues Ermächtigungsgesetz zu fordern. Aber sie verlangt von dem Reichstag, daß er ihre Notmaßnahmen ,zum Schutze der Währung deckt und daß er keine Schritte unternimmt, die das in mühseliger Arbeit Geschaffene wieder zertrüm­mern. Man wird wiederum diesem jetzigen Reichs­tage nicht unrecht tun, wenn man sagt, daß er die Regelung all dieser Dinge nicht in vielmonatlicher Tätigkeit durchgeführt haben würde. Es wäre das verhängnisvollste, wenn jetzt in dem Reichstags- ausfchusfe ober m der Vollversammlung das alte parteipolitische Gegenspiel einsetzte, das nur zu ort von allerlei interessenpolitischen Einftüfsen beherrscht ist.

Wenn auch die Verordnungen in Einzelheiten gewiß Anlaß zu berechtigter Kritik geben, so muß man sich immer vor Augen haften, aus welchem Grunde und zu welchem Zweck sie erlassen wor­den sind: Schutz der Währung, Vermeidung einer neuen Inflation, Sicherung der Existenz des "ganzen Volkes wie iedes einzelnen Staatsbürgers. Das sind die Motive, die die Regierung zu ihren Ein­griffen veranlaßte, die naturgemäß nicht ohne schwere Opfer von den verschiedensten Seiten durch- aeführt werden konnten. Die Bevölkerung ist in ihrer weit erdrückenden Mehrheit froh dieser starken Zügestührung, die ihr nach langer Zeit wieder ein­mal eine klare Ljjpie zeigt, und die es ihr ermöglicht, wirtschaftlich wieder etwas aufzuatmen. Diesen Zu­stand herbeiqeführt zu haben, fft em Verdienst der Regierung Marx, Las nicht hoch genug emgsschätzt werden kann.

Neber die völkische Bewegung

in Bayern fällt die „Deutsche Allgem. Zeitung" folgendes Urteil, das rin wesentlichen zurreffen durfte:

„Dis Httlerbewegung sieht man in Bayern in immer weiteren Kreisen jetzt mit anderen Augen an, als vor dem Hitlerputsch. . . . Mehr und mehr läuft die politische Entwicklung m Bayern noch drei Linien: links die sozialistische, in der Mitte die starke Volkspartei mit Bauernbund, und rechts de völ­kische, die die Volkspartei auszuhöhlen sucht. Zu einem beherrschenden Einfluß wird die völ­kische Bewegung aber auch beim besten Wahlaus­fall in Bayern nicht kommen. Daran wird der Hitlerprozeß gar nichts ändern. Hitlers Be- weguug war in ihren Uranfängen bodenständig bayerisch, frei von Katholikenhaß, großdeutsch. Unter Ludendorffs Einfluß, sagt man in München, ist sie kleindeutsch-preußisch, antibayerisch, «mäwttteis- bachisch und antikatholisch geworden. Daran ist der Hitlerputsch am 9. November gescheitert. Mit einem Hitler konnte event. auch Kahr Arm in Arm gehen, mit Hitler und Ludendorff niemals, denn das ganze katholische Volk, das ganze Land, die kath. akademische Jugend, das Beamtentum in den Klein­städten hätten die Gefolgschaft versagt. Auf diese politische Entwicklung in Bayern wird der Hitler- Prozeß geringen Einfluß ausüben."

legt werden, die die Arbeitsgemeinsäzaften der Lehrer- kollegien auszuarbeiten hoben, fcdaß jede Schul« gewiß ermaßen zu einer einzelnen Persönlichkeit wird.

Durch Festhalten an der Kurzstunde hofft man auf den Nachmiktacis'-Mterriäst verzichten zu können. Die körperliche Ausbildung der Schüler soll durch Ausgestal­tung der Spielnachmittage gefördert werden.

Einzelheiten über die Durchführung des Programms können noch nicht gegeben werden, da noch keine end­gültigen Beschlüsse vorliegen.

Gibt es einen krasseren Abstand als den zwischen bet Friedensstärke der Weltmächte und der augen­blicklichen deutsche» Friedensstärke? Uno vor einer solchen Armee zitiert das Frankreich von heute!

Aus den obigen Angaben geht schon hervor, daß Frankreich heute die stärkste Armee der Welt hat, und zwar nicht nur zahlenmäßig, sondern auch 'n Bezug auf Organisation, Ausbildung, Material und Zusammensetzung. Sie allgemeine Dienstzeit ist zwar im Jahre 1923 auf 18 Monate herabgefetzt. Das will aber gar nichts besagen, wenn man hört, daß heute über 200 farbige Bataillone mehr vor­handen sind als 1914, und daß 10 Tank- und 14 Fliegsrregimenter mit insgesamt 3000 Kampfwagen und 1500 Flugzeugen ohne Einrechnung von Re­serven und Mobilisationsbeständen neu aufgestellt worden sind. Technisch ist die französische Armee auf den denkbar höchsten Stand gebracht. Der Etat

D«iffches Reich.

* Erhöhung der Dcamkcngehälfer? Wie die „Voss. Zig." wissen will, soll das Reichsfiuanzmim- fterium für den 1. April des Jahres eine nicht unerhebliche Erhöhung dcr Beamtengehälter in Aussicht gestellt haben. Das Ausmaß der Er« höhtmg solle von der Gestaltung der Reichsein­nahmen in den nächsten Wochen abhängen. Im G e g e n f atz zu dieser Mitteilung meldet der „So?-* Miz.", daß zwar eine Erhöhung der Beamten- gehälter im Rahmen des finanziell Möglichen ge­plant fei, daß man aber über den Zeitpunkt und das Maß der Erhöhung im Reichskabinett noch keine Beschlüsse gefaßt habe.

* Das Ergebnis der bayerischen Dolksabstim- mting. In sämtlichen bayerischen Städten sind bisher 289 442 Stimmen für die Auflösung des Landtages und 261737 für eine Verfassungs­änderung abgegeben worden. In 36 bayerische» Bezirken hat die Abstimmung 227 911 Stimme» für die Auslösung und 221 539 für die Verfassungs­änderung ergeben. _________________

KmtMd.

* Japan und Rußland. Der neue ja panische Minister des Asußeren, Baron Matsui, erklärte, die Polittk Japans gegenüber Rußlands bleibe unvec* ändert. Japan wünsche seine vollen Beziehungen zu Rußland wieder aufzunehmen, vorausgesetzt, daß die noch ausstehenden Fragen geregelt werden.

Der kürzlich erfolgte Abschluß eines politische« । Bündnisses zwischen Frankreich und der Tschecho­slowakei, bac zweifellos von einem militärischen Ge­heimabkommen begleitet war, lenkt den Blick wieder einmal auf die Rüstungspolitik Frankreichs und der Kleinen Enlente und jenes Systems politisch-mili­tärischer Einkreisung, unter dem Deutschland nun schon seit Jahren leidet.

Wir wissen beute, daß Militärabkommen nicht nur zwischen Paris und Prag, sondern auch zwischen Frankreich und Polen, Südslavien und Rumänen bestehen. Französische Militärmissionen halten sich dauernd in der Tschechoslowakei, in Polen, in Süd« flavien, Rumänien, ja selbst in Dänemark zur mili» tarischen Ausbildung der dortigen Heere auf. Mit Wahrscheinlichkeit ist ferner anzunehmen, daß Mili­tärverträge zwischen Frankreich, England und Belgien, Frankreich und Italien, und Frankreich und Lett­land bestehen. Es kann gar kein Zweifel darüber sein, daß alle diese Verträge ausschließlich gegen dieehemal'.gen Mittelmächte, vor allem gegen Deutsch­land gerichtet sind, gegen ei« Deutschland, das völlig entwaffnet ist und militärisch gar keine Be­deutung bat Die militärische Gruppierung aller dieser Mächte, vor allen Dingen aber Frankreichs und seiner Vasallenstaaten, läßt den offensiven Cha­rakter aller dieser Bündnisse und Abkommen ganz klar erkenne».

Wie stellt sich nun der t a t jä ch liche R ü stu » gs- zustand der europäischen Großmächte und der wichtigsten vyn ihnen abhängigen Vasallenstaaten? Halt man die Ziffern gegeneinander, dann erstaunt man über den ungeheuren Umfang der Rsisiungs- stärken und über die riesige Heuchelei der meisten Großmächte, die dauernd von Abrüstung reden, aber nicht im geringsten eine solche Abrüstung praktisch zur Ausführung bringen. Es beträgt die augenblick-, liche Friedensstärke

--- Die Reform des höheren Schulwesens.

preußische Kultusministerium bereitet eine Denkshrist

Geschütze: Fluzzeuge: . ----- 1550 Friedensbestand

(4000 KriegSgarnitur)

--- var Verfahren -ege» teopelb Seligmiw«. Dre .Kölnische Zeitung- veröffentlicht folgende Mitteilung der Reichsbankstelle in Stöbt: Nach dem Ergebnis der Feststellungen wird daS Neichsdankgirokonto der Firma Leopold Seugmann in Koblenz am 1. März wieder er- öffnet. Das Girokonto der Firma Leopold Sekigmann tn Köln bleibt bestehen. Die ReichSbank habe sich zu obiger Erklärung enischtoffen, nachdem eS sich herauS- gestellt habe, daß die beanstandeten Devisenaufträge von einem Beamten der Firma ohne Mitwiffen der Direktion eigenmächtig nach Berlin gegeben wurden. Hoffentlich bat die Direktion ihre Angestellten jetzt an. der» instruiert.

für 1923 wies nach dem „T.mps" einen Betrag von 870,8 Millionen Franken für Instandhaltung des Materials auf gegenüber einem solchen von 174,3 Millionen Franken für 1914.

Ganz besonders bemerkenswert ist die lieber- legenheit Frankreichs an Flugzeugen und Ge­schützen auch unter den Staaten der großen Entente.

Geschütze und Flugzeuge 1923:

vor, die sich mit der Neuregelung des höheren Schul-' mefens befaßt. Nach Erkundigungen, Vie das „Bert. Tagebl." an zuständiger Stelle eingezogen hat, enthalten die Reformplöne folgende Grundgedanken:

Zunächst soll auf das Jagen nach dem Phantom der allgemeinen Bildung verzichtet werden. Es sol­len vielmehr bestimmte Ausschnitte des Wissens ver­tieft und neue Arbeitsmethoden erschlossen werden. Die bestehenden vier Formen der höheren Schule (Gymna­sium, Realgymnasium, Oberrealschnle und deutsche Ober­realschule) sollen erhalten bleiben. Die Eigenart dieser einzelnen Schulen soll schärfer herausgearb-eit-et werden. Jede soll eine ihrem Typus angemessenen Gesamtunter­richt vermitteln, unter Verstärkung der kulturkundlichen Fächer. Für Philofophie, Erdkunde und für Kurrst- unterricht muß genügend Raum verbleiben, da man der Ansicht ist, daß grade die schöpferischen Kräfte für den Wiederaufbau kräftigste Förderung verdienen.

Die allgemeinen Lehrpläne sollen der persönlichen Jnstiative größeren Spielraum lassen. Dos Schwer­gewicht, soll 'm die Lehrpläne der Einzelanstalten ver-

Die französische Flugroaffe soll künftighin 21 Lustregimenter umfassen, davon 19 Fliegereregi» mrnter mit 220 Abteilungen und 2 Luftregimenter mit 19 Kompanien. Hiernach ist Frankreich also unter den Möchten Europas tatföchlcch der Herr in der Luft, es ist weiter der nach ihm stärksten Macht der Luft noch ungefähr um das Dreifache in der Zahl feiner Flugwaffen überlegen. Frankreich ist weiter der einzige europäische Staat, der mehr als 2 Prozent feiner Bevölkerung ständig unter de» Fahnen hält.

Das kleine Belgien hat nach einem Gesetz vom Jahre 1923 im Kriegsstande eine erste Armee von 225000 Mann im Alter von 18 bis 24 Jahren, eine zweite von der gleichen Stärke der Altersklassen von 24—28 Jahren, eine Nachschubreserve von 250 000 Mann, eine weiter« zum Schutze der rückwärtigen Verbindungen und schließlich 500 000 Mann Re­serve für die militärische industrielle Mobilmachung.

Dazu holte man die finanziellen Ausgaben der wichtigsten Großmächte für ihre Rüstungen. Nach einer amerikanischen Statistik entfallen von den Kosten für die Armee auf den Kopf der Devolke-

in den Bereinigten Staaten 2,99 Dollar in En land..... - 11,90 „

in Italien........13/9

dagegen in Frankreich. . . 20,60 „

Die Gesarntausgaben Frankreis fm seine Armee betrugen nach der letzten erfaßbaren Zusammenstellung für 1922 — 3,5 Milliarden Pa- pierfr. = 1,2 Milliarden Goldsc.

hält man alle diese Zahlen zusammen, dann kann man in der Tat von einem Triumph des Militarismus in Europa sprechen. Wer aber * betreibt diesen Militarismus? Niemand anders als das „friedliebende" Frankreich Clemenceaus und Poincares!

Rein« F r e u d e hat Frankreich freilief) nichts» feinen starken Bataillonen. Der Verfall des Franken, den mir erleben, ist ein „Memento mori" für die waffenklirrende „Grande Nation". Auf militärische Kraft allein kann ein Staat heute nicht mehr feine Stellung aufbauen. Das wird durch den „Fall Frankreich" wieder einmal aller Welt klar gemacht

Der Auftakt im Reichstag.

Die Bedrückung der Pfalz.

Die feit zwei Monaten in Kälte starrenden Hal- frn des Reichstags find wieder von warmem Leben «isgefüllt. Die Räume haben wieder ihr altes Gesicht angenommen, nachdem man die Zwischen­zeit benutzt hatte, einmal gründlichen Hausputz zu ^"^Fr'eilich will den Beschauer doch ein leises Ban­nen beschleichen. Zündstoff ist ja gerade genug auf« aehäuft. Das schlimmste hat man fremd) in den Besprechungen der „Köpfe" mit dem Kanzler oor- Weq genommen und stundenlange Fraktionsbera- tungen vor dem Beginn des ersten Sitzung des Reichstags im neuen Jahre waren alle den Erörte­rungen der schwebenden Probleme gewidmet.

Auch jetzt gibt es Kräfte genug, die eine Krise «nffachen möchten. Aber gar so plump rote es die ^Kommunisten durch ihren Sprecher Bartz ange- ffangen haben, durste man es doch nicht machen! Die Kommunisten fanden auf ihre Anträge auf so­fortige Aushebung des Ausnahmezustandes wie der Notverordnung der Regierung außer ihren selber in geringer Zahl erschienenen Vertretern nicht die geringste Unterstützung. M ü l l e r - F r a n k e n er- teifie im Namen der Sozialdemokraten, auf tue die Kommunisten in ihrer Taktik offenbar spekuliert haben, einen noch nicht einmal liebenswürdigen K°Dsr hauptgeqenstmw der Sitzung war die Psalz- ■Snterpettation. 'Am Minrstertffchr Job man den Außenminister Stresemann, den Minister für die beietz- ten Gebiete hoste, den Reichsjustizmincster Emminger unb den Reichsin.nenminrster Dr. Jarres. Der Rerchs- Kanzler erschien im Saufe der Debatte, aus der er aber -immer wieder zu Besprechungen abgerusen wurde gn der Diplomatenloge haben die Vertreter verschiedener ISntenteftaaten Platz genommen.

Nach einer kurzen Aussprache, die der Retchsmnen- minffter führte, wurden di« deutsch-österreichischen Rechts- chilfe-Verträqe angenommen, nachdem unter dem Bet- Ball des Harffes der Minister Oesterreich den Dank des deutschen Volkes dafür aussprach, daß es unbekümmert um eigener Sorgen große Hilfsaktionen zur Linderung des deutschen Elends in die Wege geleitet habe.

Ein trübes Bild, wenn man so will: em „.Kultur - Bild unterer Zeit entrollte sich bei den Darftellungen des Zenrruniabg. Sjofmann-Ludwigshafen, uoer die Vorgänge in der Pfalz in deri leisten Wochen. Hosmann stellte fest, daß die pfälzische Bevölkerung >merschurierl,ch Zstst auf dem Standpunkt steht, daß staatsrechtktche Aendertmgen mnerhalb der Reiches ausschließlich auf dem Rechtsboden der Verfassung sich zu vollziehen hätten, und solche Aenderungen rem innerliche Angelegenheiten seien.'

Die zweite Segrünbttng 6er Jnterpellcmon erfolgte durch den Abg. Karell, der das gezeichnete Bild noch «r bemerkenswerten Einzelheiten ergänzte. Im großen und ganzen ist der Auftakt, mit dem der Reichstag jetzt eröffnet wurde, durchweg hoffnungsvoll. Man mochte nur wünschen, daß die geschlossene Stimmung, d,e das Reichsparlament gegenüber der bedrängten Bevölkerung hn besetzten Gebiete gezeigt hat, auch zur die Behand­lung der kommenden innerpolitischen Probleme sich aus- wrrkt.

Der Vorstoß der Sozialisten.

Der „Vorwärts" veröffentlicht die 5nterpeUation und die Anträge, die die sozialdemokraftsche Reichs- toqsfratndh im Reichstag rmgebracht hat.

In der Interpellation wind die Reichsregierung n. a. gefragt, ob sie bereit sei, in Ueberemftimmung mit der Politik des englischen Arbeitsminffters das Washingtoner Abkommen über den Achtstunden­tag sofort zu ratifizieren, ferner, was die Reichs- negierung zu tun gedenke, um zu verhindexn, daß durch anhaltenden Lohnabbau und übermäßig verlängerte Arbeitszeit erneut die außenpolitisch ge- fghrvolle Auffassimg entsteht, als wäre in nächster Zeit eine Schmutzkonkurrenz von Deutsch- land auf dem Weltmarkt zu erwarten.

Die eingsbrachten Anträge betreffen Abänderun­gen der Verordnung über die Arbeitszeit, die Der- vrdmrng über Abänderung der Strafprvzeßordnung, die Frage der Beamtendesoldrmg. die Personal- abbairoerorbnuhg, die 3. Steuernotverordnung usw.

Schließlich fft noch folgender Antrag .zur A b - iinderun g des Strafgesetzbuches einge­bracht worden: Lcmdesrerrut im Sinne des § 92 Absatz 2 Nr. 1 begeht nicht, wer gesetzwidrige Zu­stände bekannt macht, um ihre Abstellung durch deutsche Behörden herbeizuführen.

Starke Mrung!

Bon einem unserer parlamentarischen Mitarbei­ter wird uns aus dem Reichstag geschrieben:

We ost haben mir im Laufe der letzten Jahre in der Oefsentlichkeit den Ruf nach einer fl a r f e n Führung erheben hören! Er verdichtete sich, nachdem die Dinge geradezu nnleidlich. geworden waren, sogar zu dem Rufe nach einer Diktatur. Ihm erlagen selbst diejenigen Preise, über deren parlamentarisch und demokratisch orientierten Aus« sassungm gar feine Zweifel bestehen konnte.

Run sehen mir seit zwei Monaten die Regie­rung Marx am Ruder, und in diesen Tagen, da der Reickjstag von dieser Regierung Rechenschaft über den Gebrauch der Vollmachten fordert, die ihm im Dezember übertragen worden sind, gibt es sehr reichlich Gelegenheit, sich ein Bild darüber zu rnach-en. was eine feste Führung, die eine klar?, politische Linie verfolgt, dank entschlossenem und wenn es sein muß, rücksichtslosem Zugreisen zu vollbringen vermag.

Mehr noch im politischen rote überhaupt im öffentlichen Leben als im privaten entscheidet der Erfolg. Der Erfolg, den die Regierrmg Marx Mit ihren zweffellos zmn Teil sehr harten, a>r in ihrer Notwendigkeit nicht ext einer einzigen Seite, auch von den schärfsten Kritikern, bestrittenen Maßnah­men mzwischen zur Beruhigung der politischen und «rmerrtticb wirtscha^lHchen Gebiete errungen hat.

Steigende Röstung

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