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51. Zahrg.

Sonntag, 17. Zebruar 1924

- Nr. 41

gründ und Zw

(Tel.) Die Verhand-

bäude in

en Reichseinheit

Souveränität, zum zwei-

ngen in den Augen des nn, auf denr Münchener

die Separatisten sich zum jedenfalls find ihre Posten gkväude bereits eingezogen.

wtb Speyer, 16. Febr.

Abrücken vorbercite», vor dem Regicrungs-

Um Pfalz und Rhein.

lieber Besprechungen des von der Rhemlanü

den Geist der beiden - Kreuzzeitungsmannes?

Die Separatisten in Pirmasens sind von der Besatzungsbehörde im Amtsgerichtsge­bäude in Schutzhaft genommen worden. Die deutsche Gendarmerie wurde unter französischen Befehl gestellt.

langen zwischen dem interalliierten Komitee und dem Kreistagscmsschuß unter Vorsitz von Dr, Bayersdörffer zwecks Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in der Pfalz find gestern früh wieder ausgenommen worden. Die Verhandlungen haben einen günstigen Verlauf genommen, sodaß man wohl annehmen darf, datz die vorläufigen Verhand­lungen der pfälzischen Bevölkerung bald wieder geordnete Zustände bringen werden. Die Beratun­gen sind heute früh 10 Ahr in Speyer fortgesetzt worden. Es wird noch einige Tage dauern, bis dieselben beendet sind. 3m Laufe des heutigen Ta­ges soll eine Kundgebung erlassen werden, in der die Einzelheiten über das Ergebnis der gestrigen Be­ratungen bekannt gegeben werden.

wtb Ludwigshafen, 16. Febr. (Tel.) Separatisten find heute nacht aus Kaiserslautern und Neustadt sang- und klanglos abgezogen.

Die Befreiung der Pfalz.

wtb Speyer, 16. $ebr. (Tel.) Die bisher gefangen gehaltenen Mitglieder der pfälzischen Re­gierung in Speyer, darunter Oberregierungsrat 3akob, find alle wieder freigelassen worden. Er scheint, datz die rechtmätzigen Beamten, soweit sie aus der Pfalz sind, heute ihre Tätigkeit wieder aufnehmen Alle Anzeichen deuten daraus hin, datz

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Wie dieDass. Ztg." aus Speyer meldet, wer­den sich die Mitglieder des Kreisrats und die Inter» alliierte Unterfuchungsko-mmifsion nach Heidelberg gegeben, um dort mit der pfälzischen Regierung zu verhandeln.

arbeiteine weise Zurückhaltung und eine Warte»' stellung in zweiter und dritter, Linie" empfehlens Das glauben wir gern. Für diese Leute täte das Zentrum am besten, solange und soweit zurückzu­treten, dis es ganz von der Bildfläche verfchwmr-i den wäre. Wir haben aber nun einmal eine echtz katholische Auffassung von unseren Pflichten gegen! die Allgemeinheit, gegen das Volk, und davon roer^ den wir nicht abgehen, wenn auch noch so viele unq große Opfer von uns als Partei verlangt werden.. Das Volkswohl ist und bleibt uns der Ur»

eres Daseins,

Berantwortlich für di« Schrtftlettuns: Dr. JobauneS Stautet Anzeigen: I. $ arretier. Fulda. Rotationsdruck und «erlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernivrecber Nr- S. :: BezugSvreiS: Monat Februar 2XN) Goldmark frei SauS-

Schusses für die Pfalz mit Vertretern des pfälzi­schen Kreisrats meldet dasB. T." aus Speyer, tue deutschen Vertreter hätten die unzweideutige Er- Närung vage geben, daß der Kreisrat keineswegs befugt sei, irgend einen Akt vorzunehmen, der die xechlmäßige Pfalzregiemmg ausschalte. Der Kreis­rot könne unter keinen Umständen als Regie- «mg angsfprochen werden. Im Laufe der Ver­handlungen fei dann folgende Vereinbarung zum Zwecke der Wiedevaufrichtung des Verwal- Umgsapparats getroffen worden:

Die von den Separatisten ausgewiesenen Beamten sollen unverzüglich wieder zurück­te hren. Die Rückkehr der von den Dffcrtzungs- bshörden während des Ruhrkampfes ausgewiese- nen Beamten soll nach Prüfung von Fall zu Fall ^erfolgen. Die in der Pfalz verbliebenen Beamten ^sollen unverzüglich ihre Tätigkeit wieder anfneh- men. Die von deutscher Seite gestellte Forderung, 'Laß die Separatistenherrschaft restlos beseüigt wird, M Berücksichtigung finden. In allen diesen Fra­gen soll der Berhandlungsausfchuß des Kreisrats hie Vermittlerrolle zwischen der Interalliierten Kom­mission, der Bevölkerung, der Reichsregierung und 'Ster bayerischen Regierung übernehmen. Diese zu­

einbaren zu können, daß sie Hitler und den zahl­reichen anderen anerkannten Umstürzlern im Lager der Rechtsradckalen bereitwillig Gefolgschaft leisten. Diesen ihr bedeutend näher als uns stehenden Leu­ten könnte dieKreuzzeitung" 'mit vollem Recht die katholischen Grundsätze über die Revolution ins Ge- dächtnis rufen. Aber sie wird sich hüten, denn hier handelt es sich um Umsturz inihremSinne, und da gilt wohl für sie die bequeme Ausrede, die der Katholizismus nicht gelten lasten kann: Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe!

Und was hat Herr X. sonst noch am Zentrum auszusetzen? Es ist ihm nicht monarchistisch genug. Denn der hl. Augustinus, Thomas von Aquin und Dante stehen auf dem Standpunkte, daß die Monarchie dis beste Staatsform fei. Ja, die Formel der Kirche, im Falle sie einen König krönt, beweisen,wie die Kirche denkt". Wenn das alles ist, was der Mann über die Lehre der Kirche von der besten Staatsform gelesen hat, ist wahrlich nicht zur Aufklärung seiner Glaubensgenossen be­rufen. Dann hätte er wohl sagen dürfen: Das Zentrum gefällt 'mir nicht, weil es nicht monarchi­stisch genug ift, aber er durste nicht glauben machen wollen, und das gar noch unter Berufung auf unsere großen Führer der siebziger Jahre der Katholizismus verlangedie monarchistische Welt­anschauung". Der große Papst Leo XIII., der ge­wiß auch die Lehren des hl. Augustinus, des heiligen Thomas von Aquin und der ganzen Kirche kannte, hat uns in seinen unvergänglichen Schriften über diese Dinge so gründlich belehrt, daß wir keinen Au­genblick zu zögern brauchten, auf dem Boden der Republik zu treten, als wir erkannt hatten, daß sie die einzige Möglichkeit bot, aus dem Chaos der Re­volution heraus zu kommen. Und diese Auffassung teilen heute mit uns sehr viel überzeugte Monar­chisten.

Aber es bleibt doch das Zentrum fluchwüvdges Zusammengehen mit den Sozialdemokraten! Zu diesem Zusammengehen bekennen wir uns. Es war und bleibt auch in Zukunft, wenn es wieüer- kehrt, em rein taktisches, ohne Aufgabe auch nur eines unserer Grundsätze, zur Rettung des deutschen Volkes. Wäre eine solche aus der Not geborene Tat eine Sünde, wie könnte dann der Papst selbst dazu gekommen sein, Riesensummen zur Rettung des Volkes im sowjetistischen Rußland zu opfern?! Die Kreuzzeitung" möchte uns statt solcher Samariter-

Die Aufwertung

Bon unserem Berliner Vertreter.

Kacholikentag hat Kardinal Faulhaber gesagt:Die Revolution war Meineid und Hochverrat" das Zen­trum aberpraktiert" mit Sozialdemokratie und Demokratie! Was diese beiden Dinge, nämlich die grundsätzliche Verwerfung der Revolution und das zeitweise Zusammenarbeiten 'mit der Sozialdemokratie zur Rettung des Vaterlandes mit einander zu tun haben, ist uns, offen gestanden, nicht recht erfindlich. Wenn Eminenz Faulhaber namens der, deuffchen Katholiken zu München aussprechen konnte: Die Revolution war Meineid und Hochver­rat, dann hat Herr Gröber namens der deutschen Zentrumspartei gleich zu Beginn der Nationalver­sammlung zu Weimar am 10. Februar 1919 die November-Ereignisse nicht 'minder deutlich verwor­fen, genau dem Beispiel eines Ketteler, der Reichens­berger und allen Karholikenführer von 1848 flogend.

Es herrscht hier also volle Uebereinstimmung zwischen Zentrum und dem grundsatztreuen Katho­lizismus. Leider hat aber der Kreuzzeitungsmann darin recht, daß er sagt, die Mehrheit der Katholiken stehe dieser Auffassung weit näher als dem Stand­punkt ihrer Widersacher. Leider nämlich nur die Mehrheit, nicht alles, was sich katholisch nennt; es fehlen aber hier in Reih und Glied nicht die Zen­trumsleute, sondern jene zahlreichenKatholiken", die es mit den katholischen Grundsätzen glauben ver­

Ma. Mliition und N«M.

Von einer besonderen, seit Jahrzehnten int Kampfe mit die Wahrung der Zentrumsgrund- sätze stehenden Seite wird uns geschrieben: Je mehr tvir uns den Zeiten näheren, in denen die Wahlschlacht wird geschlagen werden müssen, desto eifriger besinnt man sich.auf der Rechten, wie man an die bravem Katholiken heranlommen könne. Es scheint da§ wirklich nicht so ganz einfach zu sein; denn man siejht, daß neben den gewiß sehr tüchtigen Katholikenausschüssen der Dentschnationalen wieder zu den abgebrauchtesten Mitteln gegriffen werden muß, wie z. B. in allen kritischen ZeUen die sog. Kreuzzeitnngs-Katdoliken es waren. Diesen gefälligen Leuten wird das Wort gegeben, damit sie aus ihrem reinen katholischen Herzen heraus der Welt immer wieder zeigen, eine wie abgrundtiefe Unkatholizität das Zentrum beherrscht.

So läßt sich dieKreuzztg." (Nr. 72) neuerdings von einem Herrn I.aus katholischen Kreisen" eilte Zuschrift senden, die wieder einmal hinweist auf die Differenzierung m dem Geiste, der auf den Partei­tagen der Zentrumspartei weht und dem Geiste auf den deutschen Katholikentagen". Schau, schau! Früher konnten sich diese Kreise nicht genug darüber aufregen, daß die Katholikentage nichts weiter seien, als verkappte Zentrumsparteitage, und heute, wo man bei ihnen glaubt, einen Unterschied herausge- funden zu haben, da ist es auch wieder nicht recht. Die Logik, von der man sagt, sie sei eine der höchsten politifdjen Tugenden, ist halt in unserer aufgeregten Zeit seltener den.» je. Aber, was differenziert denn

drittens: die Wiederherstellung einer vollständigen deutschen Zolleinheit. Diese Auffassung ist, wie gesagt, einstimmig gewesen, die franzö­sischen Mitglieder haben sich völlig mit ihr ein­verstanden erklärt.

Daraus ergibt sich ohne weiteres, daß, da wir aus unserer eigenen Wirtschaft Möglichkeiten für Kredite nicht ausschöpfen können, vielmehr der aus­ländischen Kredithilfe bedürfen, eine internationale Anleihe nur erzielt werden kann, wenn diese drei Erfordernisse erfüllt sind. Wir würden ganz sicher­lich von der größten Kapitalsmacht der Welt, von Amerika, nicht einen Cent erhalten, wenn bei­spielsweise die französische Regie im besetzten Ge­biet bliebe und wenn der wichtigste deutsche Reichs­besitz, die Eisenbahn, in zwei Teile zerschlagen würde. Es gibt eine internationale Anleihe nur aus der Grundlage des ungeteilten und unteilbaren Reichseisenbahnbesitzes. Denn darüber kann man sich klar fein, daß der Besitz der Reichs- eisenbahn die Basis für alle kommenden finan­ziellen Operationen abgibt.

Und nun steht Frankreich vor der Frage, ob es an dieser Politik der sogenanntenproduktiven Pfänder" festhalten will, oder ob es im Interesse seiner eigenen Wirtschaft, seiner Finanzen und sei­ner Währung Deutschland die Möglichkeit zu geben bereit ist, über die Einheitlichkeit seines Wirtfchafts- unb seines Verkehrsgebiets in voller Souveränität zu bestimmen.

in welcher Form, unbedingt wünschen, mir. müsse die Unsicherheit an sich beseitigt werden.

Wir müssen diese Dinge im Gesamtbild un­seres Wirtschof?5Problems sehen und dieses Bild unserer Wirtschaft ist heute noch genau dasselbe wie vor Monaten. Wir sind noch immer in genau der­selben Weise wie damals genötigt, unter außer­ordentlicher Anspannung der Steuerkraft das täg­liche Gleichgewicht des Haushalts von Reich, Län­dern und Gemeinden herzustellen. Es ist nicht mehr möglich, wie früher, einen Haushaltsplan für ein Jahr im voraus festzusetzen in der Gewißheit, daß die Ziffern fast durchweg eingehalten werden können, sondern mir müssen von einem Tag zum andern disponieren. Das Entscheidende für Reich, Länder und Gemeinden ist, daß wir überhaupt keine Möglichkeit,mehr Haden, Anleihen zu be­geben. Für das Reich und Gemeinden ist sie äußerst beschränkt. Es bleibt daher dem Reiche gar nichts anderes übrig, als einerseits die Ausgaben unge­heuer zu drosseln und andererseits diese gedrosselten Ausgaben lediglich mit Steuern zu decken. Das alles ist schon lange feine Finanzfrage mehr, sondern eine Frage von Sein ober Nichtsein des deutschen Volkes. i

Man hat vielfach die Beobachtung machen kön-- neu, daß in letzter Zeit wegen der anhaltenden Stabilität eine gewisse allzu optimistische Stimmung aufgekommen ist, als seien wir nun über alle Hinder­nisse hinweg. Man sollte 'meinen, daß bieienigen, die so denken, durch die letzten Erkenntnisse auf dem Devisenmärkte doch eines andern belehrt worden sind. Was sich hier darbot, war ein Bild, das uns mit Entsetzen und Grausen erfüllen mußte. Wäre es jetzt nicht möglich gewesen, die bereits beginnende neue Entwertung unter Anwendung der aller, schärfsten Mittel noch einmal abzuwenden, so hätte es ein entsetzliches Unglück gegeben, dessen Folge« wir heute nur ahnen können. Gerade diese Dingq haben letzten Endes mit dazu beigetragen, um man* cherlei Bedenken in allen Lagern noch im letzte« Augenblick zu zerstreuen. Wir stehen immer noch am Abgrunde und die Erkenntnis, daß es so hat auch gewiß sehr ernste und berechtigte, bei not* malen Verhältnissen absolut gültigen Bedenken zurückstehen lassen.

lieber zweierlei 'müssen wir uns vollkommen, klar sein: Einmal daß wir die Ausgaben des Rei­ches bis auf weiteres nur noch auf dem steuerlichen Wege decken können und daß zweitens alle normalen Steuerquellen, mit denen man in früheren Zeiten- die Bedürfnisse von Staat und Ländern befriebigen- fonnte, heute samt und sonders erschöpft sind. Ausl dieser Zwangslage heraus, die, wie noch emmat nachdrücklichst hervorgehoben fei, nur zu würdigen ist unter Berücksichtigung des Gesckmtproblems un­serer Wirtschaft, ist die gegenwärtige Regelung ent» standen, die gewiß mancherlei durchaus berechtigtes Interessen nachdrücklich unberücksichtigt lassen muß, die aber doch prinzipiell das Anerkenntnis der Aufwettung feierlich festlegt und mit ihrem, heute freilich noch unzulänglichen Aufwertungsmaßstwff immerhin doch den Anfang macht, der bei Besserung unserer Wirtschaftslage erfolgreiche Weiterfirhrung! finden kann. . .. .. . .,4

gebiet sich zufrieden geben würde/»wenn es geeig­net märe, den französischen Interessen zu entspre­chen. Diese Ermächtigung ist eine der wichtigsten Folgen der Berliner Beratungen der Sachverständiaen-Ausschüsse, die nun S" tzt in Paris fortgesetzt werden. Innerhalb dieser usschüsse hat sich nämlich Einstimmigkeit darüber ergeben, daß es irgendwelche Möglichkeiten für eine Lösung der Reparationsfrage überhaupt nicht gibt, wenn nicht dreierlei Voraussetzungen erfüCt find. Einmal: die vollständige Si­cherung der deutschen Reichseinheit ^rnd damit der deutschen Souveränität, zum zwei­ten: die vollständige Gewährleistung ttr deutschen Verktzbrseinheit und

Ms MWM öes WWW.

Heber das Arbeitsprogramm des Reichstags wurde zwischen ^Parteiführern und Reichsregierung eine Einigung dahin erzielt, daß der Reichstag zu- nächst sich mit den vorliegenden Pfalzinter­pellationen beschäftigen und gleichzeitig den deutschnationalen Anttag auf Verfolgung der Hochverräter im besetzten Gebiet behandelt wird. Neber den weiteren Geschäftsgang wird der Aeltestenansschuß Beschluß fassen.

Vie wahlrechtsstage.

Neber die Frage der Wahlrechtsborlage haben, wie derLokal-Anzeiger" berichtet, zwischen dem Reichsminister deS Innern Jarres und mehreren Parteiführern Besprechungen stattgefunden, die jedoch zu einer Klärung der Frage nicht geführt haben. Es werde sich nunmehr der Aeltestenrat des Reichstages nut der Angelegenheit befassen. Eine endgültige Klarheit über die Haltung des Parlaments zur Wahlrechtsreform werde jedoch erst aus den Fraktionssitzungen zu gewinnen sein, die am Dienstag von fast allen Parteien wieder aufge­nommen werden.

Seit Donnerstag befindet sich der päpslliche Nuntius Testa in der Pfalz. Sein Besuch galt zuerst dem Bischof von Speyer.

Vie Negiebahn.

Dic Verhandlungen zwischen Vertretern der Reichsbahn, der Regie und der englischen Kommis­sion über Verkehrsfragen in der Kölner Zone wur­den in Mainz fortgesetzt. Es ist über wichtige Punkte eine Einigung erzielt worden. Der Per­sonenverkehr, Gepäck- und Güterverkehr werden voraussichtlich vom 1. März ab aus der Kölner Zone nach dem Regiegebiet und umgekehrt und im Durchgangsverkehr ftattfinben können. Gewisse vorübergehende Schwierigkeiten in der Verkehrs- . abwicklung und Unstimmigkeiten bei der Erhebung der Fahrpreise müssen noch in Kauf genommen werden. Inzwischen sind schon durchgehende Züge auf den wichtigsten Strecken eingeführt worden. Westere Vereinbarungen werden auf einer am Montag, den 18. Februar, in Köln beginnenden Fahrplanbesprechung beraten werden. Die Mainzer Verhandlungen werden am Samstag, den 16. Februar, fortgesetzt und, wie man hofft, zu Ende geführt werden.

Nene Opfer.

Einer Meldung aus Dortmund zufolge wurde .der Gelsenkirchener Oberbürgermeister v. Wedel- 'staedt von dem französischen Kriegsgericht wegen -'Beleidigung der Besatzungstruppen zu 10 Mo- .naten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe .-verurteilt. Die Beleidigung wurde in einem Artikel .Wedelstaedts erblickt, der in derGelsenkirchener Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht worden war.

' Die Rheinlandkommission hat infolge der Vor- igänge in der Pfalz eine strenge Verfolgung der ^nationalistischen Verbände im besetzten Gebiet in 'Aussicht genommen. Infolge der jüngsten Unruhen hat die französische Militärpolizei in der Gegend von Pirmasens und Kaiserslautern 14 Personen ver­haftet. Die Haussuchungen werden fortgesetzt. '

wandel in -er pfärröerpolitiL?

Wenn nicht alles täuscht, so stehen wir doch setzt vor einem grundsätzlichen Wandel der fran­zösischen Auffassung in der sogenannten Pfänder­politik. Während bisher die französische Regierung auf dem Standpunkt stand, nicht eher das Ruhr­gebiet zu verlassen, bis Deutschland seinen Verpflich­tungen nachgekommen sei, macht sich nun jetzt ein bemerkenswerter Wandel insofern geltend, als man doch durch die jüngsten Ereignisse davon sich hat überzeugen lassen, daß die Beibehaltung einer sol­chen Taktik zu allererst die französische Wirt­schaft ruiniert. Nach immer häufiger werdenden und bis jetzt noch in keinem Falle abgestrittenen «msländischeu und vor allem französischen Mittei­lungen beginnt sich in den französischen Kreisen ein Wandel in der Auffassung dermaßen zu vollziehen, daß man auch mit einem anderen als dem Ruhr-

Run ist doch noch, kurz vor Tores-Schluß am 15. Februar lies die Geltungsdauer des Er­mächtigungsgesetzes ab auf Grund der rem Reichstag der Regierung gegebenen Vollmachten, die sog. 3. Steuernotverordnung zustandegekommen. Nach sehr schwerigen.Erörterungen,-die die Reichs­regierung auch mit den Parteien führte, hat sich bei der weit überwiegenden Mehrheit die Auffassung durchgerungen, daß es sich tatsächlich um Fragen handele, die nicht auf ganz wirtschaftlichen Wegen in diesem Augenblick geregelt werden können.

Was die Aufwertung selbst angeht, so nimmt in ihr die der öffentlichen Schulden und Anleihen eine ganz besondere Rolle ein. Schon ein früherer Reichs­justizminister, der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Heinze, hat im Reichsrat ausdrücklich erklärt, daß die Aufwertungsfrage gesetzgeberisch überhaupt nicht zu regeln ist. Je mehr man sich mit dem Problem, das eigentlich eine Konzentration der allerschwersten und kritischsten rechtlichen, sozialen, wirtschaftlichen, steuerlichen und finanziellen Probleme, jedes für sich, von weittragendster Bedeutung darstellt, umsomehr kam diese Auffassung des ehemaligen Iustizmim- sters Dr. Heinze zum Durchbruch.

Eine derartige Regierungsmaßnahme, wie wir sie jetzt vor uns sehen, hat in der Geschichte aller Völker und Zeiten überhaupt kein Vor­bild. Es kann also nicht davon die Rede fein, daß es sich um irgendwelche schematische Arbeit han­dele, nur aufgebaut auf einem herkömmlichen rauhen Schema, in das man die den veränderten Zeitverhältnissen anzupassende Aufgabe zwängt. Wir sehen beispielsweise, daß Oesterreich bis heute es noch nicht gewagt hat, an die Aufwertungsfrage heranzutreten, fodaß heute noch in Oesterreich die Krone Krone ist in einem Wertoerhältnis, wie unsere Valuta ungefähr im Mai 1923 stand.

Durch die Entscheidung des Reichsgerichts, daß die Auswertung in bestimmten Fällen grundsätzlich anzuerkennen sei, war die Reichsregierung, wenn auch nicht juristisch, so doch moralisch gezwungen, in diese Frage auch ihrerseits hineinzutreten. Zu­nächst bestand der Plan, lediglich Aufwertungs­stellen zu schaffen, um die hunderttaufende Pro­zesse, die sich als Folge dieser Entscheidung ergeben mußten, zu vermeiden. Wie sich die Dinge ent­wickelten, zeigte der Umstand, daß kurz nach der Reichsgerichtsentscheidung bei einer einzigen Bank in einem einzigen Monat annähernd 200 Prozesse anhängig gemacht worden waren. Man dachte auch daran, die Aufwertung zwar prinzipiell zuzu­gestehen, indessen alles Weitere der freien Verein­barung zu überlassen. Aber auch das wäre ein untaugliches Verfahren gewesen, es hätte den größten Wirrwarr in unser ganzes Wirtschafts­leben hineingebracht. Man muß bedenken, daß da­mals auch die Industrie einstimmig die Gold­bilanzen forderte, während man freilich heute in diesen Kreisen bei weitem nicht mehr so einstimmig der Auffassung ist, daß das damals so notwendig gewesen wäre. Aber es war nun einmal eine Unsicherheit in die gesamte Wirtschaft hineinge­bracht, die sich u. a. auch dadurch ausdrückte, daß sämtliche Kreditanstalten übereinstimmend erklär­ten, daß sie eine Regelung dieser Dinge, ganz gleich

Einzelnummer 10 Pfennig.

uldaerZertung Amtlicher Anzeiger für den kreis und di,e Stadt Fulda. _________