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Dienstag, 12. Fedraar 1924.

- Fuldaer Zeitung

^♦-^i Druck der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda

2. Blatt.

W MWW sese« Sie M.

Am Freitag und Samstag hatte die deutsch« Devisenpolitik einen kritischen lag. Sw Samstag nachmit ag zeigte, wie aus dem fiandelsteil dieser Nummer zu ersehen ist, wieder ein günstigere. Bild. Zu den Vorgängen schreibt uni unser wirt, schaft-politischer Mitarbeiter aus Berlin:

Wie in den ersten Tagen de» Januar, biennal jedoch in wesentlich stärkerem Matze, ist em heftiger Ansturm gegen die Devisenpolitik de» Deiches in vollem Gange. 5m Laufe der letzten Docken hat die Spekulation von innen und außen, die lange an das Wunder der Rentenmark nicht glauben wollte, alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Stabilitätsfront zu durchbrechen. Das ist bis jetzt nicht gelungen, und man darf wohl hinzrr- fügen, daß, falls nicht ganz außerordentliche Um­stände eintreten, die in außen- und innenpolitischen Entwicklungen ihre Ursache hätten, auch weiterhin, wenn auch unter schweren Anstrengungen, die Stabilität erhalten werden kann.

Man darf sich aber keinen Augenblick einem Zweifel darüber hingeben, daß der gegenwärtige Ansturm der e r n st e st e ist, der feit der Stabilität der Währung unternommen worden ist. Die schwar­zen Börsen im Inland arbeiten in «nheimlich enger Verbindung mit der Spekulation des Aus­landes. Die große Zunahme der Nachfrage auf dem Devisenmarkt, die gegenüber dem bisherigen Verhältnis um das drei- bis vierfache gestiegen ist, bezeichnet keineswegs legalen Bedarf. Da man ohnehin mit scharfen Rapartierungen rechnet, wer­den weit über die normalen Bedürfnisse hinaus ungeheure Anforderungen an die Reichsbank ge­stellt. Aber es wirft sich doch die sehr berechtigte Frage auf, ob die Banken auch alles tun, um diese Nachfrage mit den immer noch bestehenden gesetz­lichen Bestimmungen in Einklang zu bringen. Ins­besondere besteht noch die Vorschrift, daß die De- visen-Anforderungen durch Guthaben ge­deckt werden müssen. Wir sind aber sehr im Zweifel, daß dieser Bestimmung gemäß gehan­delt wird. Die Reichsregierung muß hier zu Maß- nahmen kommen, die spekulative Machenschaften, die nichts anderes als die Zerstörung der Renten­mark bedeuten, mit aller Schärfe ausschalten. Aber noch ein weiteres ist zu tun: Sowohl die Reichs­bank wie aber auch namentlich die Privatbanken sind in letzter Zeit viel zu freigebig mit der Kre- dit-Gewährung gewesen. Es ist fa richtig, daß gerade die soliden Existenzen in der Wirtschaft unter der Geldnot und der Kredit-Knappheit äußerst litten. Man hat sich deshalb sehr wohl da­mit einverstanden erklären können, daß die Kredit­schraube gelockert wurde. Aber es hat sich wieder herausgestellt, daß eine Kontrolle über die Ver- wendung dieser Kredite nicht ausgeübt wurde. Der große Ansturm auf dem Devisenmarkt wird in der ^uptsache finanziert mit den durch Kredit ge­wonnenen Mitteln. Wir sehen hier wieder das­selbe Schauspiel wie seinerzeit mit den Papiermark» krediten. Die unlauteren Elemente benutzen diese letzten Endes doch zu Lasten der Gesamtheit de» Volkes gehenden Kredite zu spekulativen Manöver» mit dem Ziel, die Währung zu sabbotieren und eine neue Inflations-Periode, bei der sich mühelos Ge­winne erwerben lassen, hervorzurufen.

Diese üblen Dinge, die da im Werk sind, muß ble Reichsregierung mit allem Nachdruck bekämpfen. Der Reichsbank wird die Aufgabe zufallen, eine weitere Verengung des Geldmarktes herbeizuführen. Die Rentenbank wird mit der Reichsbank zu prüfen haben, ob die gewährten Kredite auch wirklich den produktiven Zwecken nutzbar gemacht werden, und diejenigen Kreditnehmer, die solche Kredite zu speku­lativen Machenschaften auf dem Devisenmarkt be­nutzen, müssen von jeder weiteren Kreditgewährung ausgeschlossen werden. Man wird sich auch überlegen muffen, ob man nicht gegen solche Ele­mente, die geradezu verbrecherisch an Volk und Vaterland handele», mit ganz anderen Mitteln vorgehl.

Die Lage für die Reichsbank ist gegenwärtig Nicht leicht. Die im Zeichen der Stabilität an ge­sammelten Devisenbestände ermöglichen ihr aller­dings, schon einem sehr starken Ansturm standzuhal­ten. Und so ist zu hoffen, daß sie auch diesmÄ der Lage Herr wird. Die Vorgänge zeigen aber, daß wir uns einer gesicherten Währung nochnichter­freuen können und daß es der Anspannung aller Kräfte bedarf, um das fürchterliche Unglück zu ver- hüten, das bei einer neuen Inflation drohen würde.

Sine Märtyrerin der pflicht.

17] --

4.

Nachdem der sonderbare D«fluch gegangen, perharrch« Mutter und Sohn eine Weile schweigend, wahrend sie dem Wagen nochblickten, der alsbald hinter der Biegung der Allee verschwand. Staunen und Ueberraschung ver­schloß ihnen den Mund, und der Gast hatte das Schloß schon langst hinter sich, als sie sich noch immer fragten, ob sie nicht bloß geträumt hätten. Dieser Gläubiger, der gekommen mar, um ihndn sozusagen das Messer cm die Kehle zu setzen, wurde mit einem Male mild und umgänglich, kehrte den besorgten Familienvater hervor und bewarb sich um die Gunst, mit ihnen in verwandt­schaftliche Beziehungen zu treten. Dar das nicht un- glaublich? Und wirklich trauten sie weder ihren Augen noch ihren Ohren.

Franz war der erste, der sich von feiwnn St «uw en einigermaßen erholte.

„Mama," fragte er, „verstehst du da»? Dieser Sten« uniß geradezu verrückt sein, um vorauszufetzen, daß ich seine Tochter heiraten tonnte."

„Sie hat zur Zeit zwei Millionen und noch viel «ehr in der Zukunft," wandte die Marquise sinnenden Tones ein.

Die Ruhe seiner Mutter sttzte Frmez nenerdtNFs m Staunen.

„Das ist alles, was du über den un, gemachten Bo» schlag zu sagen hast?" rief er in höchster Derwamderung aus. „Du bist gar nicht entrüstet?"

„Zur Entrüstung liegt kein Grund »er, denM der Vorschlag ist kein beleidigender, und wenn ein sv reicher Wann wie der, der uns soeben »ertasten, seine Tochter und sein Geld einem jungen Menschen wie du, der keinen Boten Heller im Vermögen hat, anbietet, so sehe ich gar nicht ein, worüber wir verletzt sein sollten! Erbinnen von sechs Millionen taufen nicht zu Dutzenden umher ynb da wir eine solche juchen . . .“

Ihr Sohn fiel ihr ins SB ort.

„Man hat mir meine Mutter ausgetauscht," klagce er; erkenne sie picht mehr. Mir tut nur das eine leid,

Geistesverwirrung.

der .Srvkdeutschen Warte', dem Organ der devtschtzölstschen Ffreiheilspartei, veröffentlichte Ab«. Reinhold Wnlle einte Artikel, nt dem folgende Krafisttlltn vorkemmen:

„Äerrtiwul und ^ehttfWwne sind die Todfeinde de» deutschen Reiches. RI» rnt ]t. F«nu»r 1871 des tz,henzo0e> nicht Keiferreich in Versailles entftanh, st enden «kftiM »iejüdrschtn Marxisten un - diese, nti'chen Ultra* entawex Ist es tvn Zu-ell, test cm Schicksais» jahr 1811 di» Vertreter die,er beiden Richtungen, der Marxist Hermenn Muller und der ultrewentane Vell ihre Unterschrift unter be» Schenddekument von 9 er« feiGet setzten, das des Hotzenzellernsche Kaisertum be- »rub? SBetbe Grnpven arbeiten mit verteilten Rollen. Am fl. November schienen die jüdischen Marxisten gesiegt zu haben, daS Zentrum hielt ihnen den Steigbügel. Es konnte warten, eS seh bru Zusammenbruch deS Marxismus kommen, und el hat gewartet, bis seine 8eit erfüllt wer. Die Merxrsten mußten erst die kauern des alten Reiches u»stoßen, damit nunmehr der Jesuitlsmu» sein neues Gebäude aufrichten konnte. Man beachte dre .Kanzlerfvlxe. Erst die Sozialisten, Echetbemann, Müller, Bauer, bann der ZenbumSwann Aedrendach, eine Strohpuppe, dann der radikaleZentrums. mann Dirth, dann 6une, der Vertreter bei Groß­kapitals, dann der vertrauensmenn des Juden« tnml etrefe*«nn, der den Marxisten und virth di» Btnentwertung für den nnrtflchastachen Zusammen, brach ebnatz» nnd schließlich btt typische Zentrumsmann Marx tn Berbmbun, mit 6en Vertretern »er Arvßßnanz." Sich mit solche« Suffaffnngnt ouseinanderzusetzen, bat natürlich nt*t dm geringsten Wert. Mr regi­striere« solche Ereüfse einer schönen Seele nur immer deshalb wieder um zu zeigen, wie der Geistes­zustand der Deutschvölkische« deute beschaffen ist und nm unseren freunden zu beweisen, daß es mit dieser Richtung und allem, was damit versippt ist, kein Paktieren geben kann.

»endwerksmetsttr, «echt etree Geselle« rmd Lehrlinge aus die technischen UeSnnaen in der volssbochschnlt ansmertta«. Vrestn« Lienstag, der» 12. gebe. Gewerbtschnle, Stabtschulben.

ßus dem Nachbaroeblet.

Kassel. Die außerordentlichen großen Ver­dienste, die sich der erste Geistliche der Rosenkranz- kirche, Herr Pfarrer Burchard, um die Gemeinde Wehlheiden erworben bat, sollen in einer Ge­denktafel in der Kirche der Nachwelt überliefert wer­be«. Der Gedenkstein wird von der Aktiengesellschaft Connefekder Kalk-, Gips- und Marmvnverke Kassel in dsnkmtrwertLr Weise gespendet.

— Wltztnhense«. Zn dem benachbarten Erm­schwerd hatten Telegraphenarbetter JnstandfetzungS- arbeilen an der elektrischen Seitunn vorgenommen. NlS bet zerriff-ne Draht wieder in Ordnung gebracht werden sollte, blieb ein SOjähriger Maurer daran hängen und war sofort tot.

Heues ans $ranftfart.

= Vie letzte Ssflucht bet verbrecherr Ws wir vor kuraem mitteilten, würbe ber eine der Raubmörder, die in Hannover den aus tkrankfuri a. M stammenden Prokuristen Joseph Strauß ermordeten und beraubten, im besetzt-n Gebiet ermtttclt und feft-enommen. Es bandelt sich um den Drogisten Gräs^. Der andere Raubmörder, ber Kaufmann Wilhelm SSäbre aut Peine, sevte sich auS dem besetzte» Neblet nach Frankfurt ae- stücktet beben, tzetzt wurde festeestevi, baß sich Bahre aller Wahrscheinlichkeit nach auch im besetzten Gebiet aufhält nnb »wer in der Bialg, wo er im Dienst der Separatisten tätig ist.

— ver vrstÄ-n-KeuSau. 8» steht nunmehr fest, baß die neue Brücke, die en Stelle ber alten Drücke ersteht, sofort nach Eintritt normaler Verhältnisse «ebaut wirb, und zwar nach den Plänen ber Architekten von Heven und Haderer, also -enau so, wie sie ursprünglich ge­plant war. Rur wird das Bauwerk statt l't Metern 14 Metern breit Doch werben die Pfeiler und Aufbauten so gebaut, daß sich später mit Leichtigkeit eine Verbrei­terung ber bei führen läßt. Was die Finanzierung an« gebt, so dürste wahrscheinlich eine Brückenbau.-I..G, ge. bildet werden, die die noch erforderlichen Gelber auf. brin t. Die geplante Brückenbau-Lotterie bürste nicht zur AuSfühmtng kommen, da die Regierung die Go» nehmigunz versagen wird.

katholische Welt.

== eariteratbeit ht bet vfespora Marburg. Am Gvnntag, den 13 Januar, fand öte Weihnachtsfeier beS Akademischen Binzenz-Beretns Marburg zum Besten der armen ftinber im Lbürin-erhause statt. Kaum konnte der Saal die große Menge derer fassen, die auf die Kunde von der Darbietung eine» Volks-Schauspiele» von Pfacrer Nüdlina hin herbeieilten. Nach dem Siebe „O du fröhliche" hielt der erste Vorsitzende be» Nkad. Dinzenz-VereinS, HerrLtudienrat Direktor Dr. Müller die BeLrühungSansprache. Mit ernsten Worten schilderte et die große Not vieler Familien unserer Stadt, die sich auch auf die lieben Kleinen erstreckt und appellierte an die bisherige Opferfreudcgkect ber Marburger Bürger. Au» dem reichhal igen Programm find ferner noch hervorzuheben: „Die vier Jahreszeiten-, borpetranen von vier Schülerinen be» hiesigen Lyzeum», ferner zwei Weihnachtslieder: „Die Hirten' und »Mariae Wiegen, lieb-, vorgetragen von Frau AmtlgerichtSrat Ruhl. Nach dem Gedicht von Pfr. Ludwig Rüdling ,?ln meine tote Mutter-, »orgeiraeen von Frau Dr. Müller kam man zu dem G anzpunkt de» Abend», dem Theaterstück von Ludwig Nüdlcng. Weihnachten bei Dchlichtemann». Die Darbietungen übertrafen jede Erwartung und nahmen die. aufmertfnmfeit bet Zuschauer voll und ganz tn Anspruch. Den Schluß de» Abend» bildete die Be. fr enkung der armen Kleinen durch die hl. 3 Könige. Gckon Monate lang hat der Akad. Binzenz-Derein unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Müller unermüdlich Gaben gesammelt, die an diesem Abend zur Verteilung kamen Manches Kinderau-ie leuchtete auf beim Anblick be» Weihnachtsbaume» und der reichhaltigen Geschenke. Alle» in allem aber kann man sagen, daß der Verlauf de» Atzend» für alle ein segensreicher gewesen ist.

Soziales

flkendenzktzfe Gerüchte Es ist da» Gerücht verbreitet worden, daß da» Schwerbefchädigtengesetz infolge der Bestimmungen »er versonalabbauverordnung feine Gültig keit für die Behörden verloren habe. Diese» Gerücht ist unrichtig. Im Gegenteil ist den Behörden ausdrücklich zur Pflicht gemacht, bei bet Durchführung de» Personalabbau» die Bestimmungen de» Echwerbe- schädigtengesetze» genau zu beobachten. Alle Behörden find nach wie vor verpflichtet, >tn peczeschriebenen Hundertsatz von Schwerbeschädigten unter ihrem jeweiligen Personalbestand« zn beschäftigen «ine Entlastung tonn nur bei Etehwerb'schäoigten tn gra»e kommen, die über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus eingestellt worden sind, aber euch auf solche »chwerbe- schödtgten ist wettgetzend Rücksicht zu nehmen. Ihre Sntlafluna ist erst in letzter Linie und nur an», zusprechen, wenn die XatNer.bigiett be» Äbbau, e» dringend erfordert.

daß ich diesen stechen Menschen nicht sofort hinaus,e° worstn oder ihm nicht wenigstens gleich gefegt habe daß ich von seinem steündkichen Angebot lebten Gebrauch machen kann. Kannst du dir vorstellen, Mama, daß ich, Franz von Fosieus«, dessen »offahren an den Sktufr Sögen teilgenommen haben, ber Schwiegersohn eines Simonet werde?"

„Ach, mein Kind," wandte dir Marquise ein; „die Kreuzzüge liegen weit hinter uns, und die Nachkommen jener, die an ihnen teilgenommen, spielen heutzutage eine »echt klägliche Roll«, wenn sie nichts weit« ihr eigen nennen, als den Ruhm, den sie ihren Dorfahren oet» danken. Und du hegst nicht wenig« al, ich diese Ueber- zeugung, denn vor gar nicht langer Zett warst du be­reit, di« Tochter eines Amerikaners zu heiraten, der auch nicht dem Haupte Jupiter, entsprungen war. Daß du sie trotzdem nicht heiratetest. gffchah nicht des Satrn »egen, sondern weil sie dir nicht gefiel."

„Dieser Dator war ein rechtschaffener Mann."

„Weher weißt du da,? fiattest du dem Ursprung feine# verwegen, nachzessrscht? Ist es Üb«Haupt möz- kich, eine selche Menge Geldes anzuhäufen, ohne sich mehr aber wenig« gegen die Getzate der Moral zu ver­gehen. Mir erscheint e, durchaus glaubhaft, bej er nach dies« Richtung hin den vergleich mit Simennet kühn. Uch aufnehmen durst«. Und trotzdem wäre seine Tech. ter heute deine (freu, wenn sie in Bezug auf Geist und Herz etavas weniger stiefmütterlich ausgsstaewi gwoeien »ä*r

Frenz muhte nicht, »es er antworten sollte, denn was seine Mutter sagte, entsprech ber vollen Wahrheit. Tech irrte sie, wenn sie in seinem Stillschweigen einen l«»eis dessen, daß er sich mit ihrem Sdeengernge eins fühle, zu erblicken meinte, denn schon nach bieget Pause begann er von neuem:

„Soll ich aus bei new Berten den Schluß ziehen, daß du mir den Rat erteilst, Fräulein Simonnet zu Hel- raten, die Tochter eine« Mannes, von dem wir noch niemals sprechen gehört, von dem wir nichts anderes wisien. als was aus dieser Karte steht?" Sr hatte sie, so sprechend, wieder zur Hand genommen und las mit lauter Stimme: „Gheennfiger Notar, ehemaliger Ab-

Ans G-erhesien und den hessischen Aemtern.

. = Kircsihain. Im hiesigen Streife befinden sich 530 Erwerbslose, die Untersiutzung erhalten. Daneben erhalten etwa 900 Familienangehörige die §uschlnge. Im ganzen sind ti etwa 6 Prozent der cvölferun», die infolge ber Wirtschaftslage auf Unterstützung auS öffentlichen Mitteln angewiesen sind, — Kirchhain. Der Preis für den au8 dem städt« TlektrizitätSwerk im Januar abgegebenen Strom ist auf 30 Goldpfennkg für Licht- und 25 Gsidpsennig für Krsstslrom festgesetzt worden.

vermischter.

* Wieder ein Opfer der Grenze. Dem „Telegraaf" zufolge wurde am Freitag abend, bei Rimburg an der deutsch, holländischen Grenze «in deutscher Swnzwächter von einem au, f)otlanb kommenden Schmug gier erschosien. Der Mörder ist entkom­men.

* Ein« SchreckenSfahrl. Ms auf dem Bahnhof Beauvais Lokomotivführer und Hetzer einer ab­fahrbereit stehenden Maschine diese vor der Fahrt nochmals ölten und zu diesem Zweck unter der Lokomotive tätig waren, setzte sich diese plötzlich auf dem starkes Gefälle zeigenden GlerS in Bewegung. Die beiden Männer klammerten sich an das Brems, gestänge an und machten in dieser verzweifelten Sage eine Fahrt von etwa 15 Kilometern, bis eS dem So otnotivlührer gelana, den Führerstand zu erklettern und die Maschine zum Sieben zu bringen.

* Lenln-Vriefmarken. Das russische Posttom- miffariat hat die zum Gedächtnis Lenins herausge­gebenen Trauermarken bereits in 54 verschie­dene Staaten des Auslandes versandt.

* Der Sturz in den Vesuv, vor «inignn Tagen stürmt« ein« junge Dame, die ohne Führer den Desuv bestieg, in den Krater. Es handelt sich um eine Schwedin, namens MustrLm, die offenbar Selbst­mord begangen hat.

* Die srSßten WSlder der wett, yn ganz Eu­ropa gibt es kein Land mehr, in de« man noch wirk­liche Rtefemvälder antreffen könnte: Mißwirtschaft hat Millionen von Werten vernichtet und obendrein in klimattscher Desiehung gwße Nachteile gebracht. Auch in den Vereinigten Staaten von Nordamerika wurden ksichrzshnte lang auf unverständigste Weise meilenrvsite Wälder abgeholzt, ohne für Ersatz zu forgen. Aber hier gibt es immerhin noch genug

«erbweter, Mitglied mehrerer gelehrter Sessllschast«,, Besitzer verschiedener Orden . . . fifinew solchen Stenn wünscht du mir als» zum Schwie^rvater, einen Th*, flchen, ber feto Schuld«n anderer Leute auskaufi?"

„SedenstlSs tont man auch zu erfahren such», wo­her er kommt und auf welche Weife er zu feinem Gelds gelangt ist."

„Genügt fein Auftreten in unserem Hause vielleicht nicht, unt uns ein Urteil über ihn bilden zu können? 6rinnere dich nur, Mama, was er uns gefegt hat. Mir leRügt vollkommen, was ich gehört habe, ich bin mit wir nn Seinen und werde Fräulein Simonnet nicht tjCil fTOi.

„6s tfi unrecht von brr, einen solchen Entschluß zu foffen, ohne Erkundigungen elnzuziehen," beharrte die Mutter „Folge mir und übereile dich nicht, sondern krachte dich erst zu informieren. Du kennst mich zu gut als daß du vorausfetzen könntest, ich möchte dich zu einer heirat »eranlaffen, bi« nicht ehrenhaft wcste; du weißt daß ich im Gegenteil die erste wäre, bie dich »en einer solchen zurückhalten würde. Hier wisien wtr ht- dessen noch jw nichts, weder Gutes noch Gchlechtes, und die elementarste Klugheit erfordert, mit unserem Bescheid noch zurückzuhalten. C, ist ja schließlich nicht unmöglich, daß Siwennet nur den Schein gegen sich hat und daß dar $em viel bester ist, als die Schale vermuten «ht"

„Und wäre er zehnmal bester, der verdächtige Ein­druck, den die von ihm offenbar beliebten Operatio­nen auf den ersten Slict machen, bleibt bestehen."

„Das ist allerdings ein trüber Punkt," gab Frau »an F-steuse zu, „und es steht außer Zweifel, daß wir die Sache reiflich erwägen müsien. Lnderereit, müssen wir aber vor Äugen holten, daß man m unseren Steifen sehr nachsichtig un* duldsam ist, soweit vorteilhafte fiet- roten tn Frage kommen. Was von unseren Großeltern voll Abscheu zurückgewiesen worden wäre, wird heute rchne Bedenken akzepttert."

„Dies ist tatsächlich nicht bie rühmlichste Seite der französischen Adelsgeschichte", seufzt« Franz, besten lieber, zeugung durch die fiannäckigkeit feiner Muster erschüt- tert zu werden schien.

enorme Wälder, so z. B. eine ununterbrochene Wald­fläche von 1600 Kilometer Breite und 2750 Kilome­ter Länge, die in den Provinzen Ouebeck und On­tario liegt, und bis nach Labrador hinaufreicht. Der größte Wald Zentralafrikas zieht sich vom Kongo bis zu den Quellen des Nils und bis zum Zambefi hin. und auch in Asien gibt es einen Riesenwald, wohl bett größten der Welt, mit 4800 Kilometer Länge und 2700 Kilometer Breite, der fick in Nord­sibirien vom Ob bis zur Jana erstreckt, und der zum größten Teil noch gänzlich unerforscht ist, ja über­haupt noch niemals vom Fuß eines Menschen be­treten mürbe.

In Mil SMÄMÄSÜ ~

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. ------... Jeder empfiehlt ihn! —........ ■ •

Aus Sem Gefchastsleben.

25 Jahre „Adler". Schreibmaschine.

$n diesen Tagen feiert die in den weitesten Streifen- bekannte und be lebte „Adler" - Schreibmaschine chr Söjahilge» Jubiläum; sie ist am 17. Februar 1899 als deutsche Schreioma schine von Bedeutung und sich du.chsetzender Lebenskraft auf dem Markt erschienen. Damals stellte man irch auch bei uns auf oiefem, bisyer von Amerika mit Hilfe deutschen Erfinüunzsgeistes be- henjchlcn Gebiete auf die eigenen ,tütze. Bon da an datiert die deutsche Schreibmaschinen-Jn» bujtrie, alle früheren Versuche und Erzeugnisse sind längst der Veroestenheit anheimgesaUen.

Die „Adler" hat an Verbreitungsgebiet fast die ganze Erde erobert und sich fast in allen Verbraucherkreisen Eingang verschafft; sie wird nicht nur tn der engeren Heimat geschätzt, lonöern auch feit Jahren zu den ton­angebendsten Schreibmaschinen der Welt gezählt. Ein Beweis, wie erfolgsicher seriens der sie erzeugenden -21 Öler teerte vorm. Heinrich Kleyer 21. G. in Frankfurt a. M. die Bedeutung des neuen Lchreidmittels, die Eimch.agsahigkeit des in der „Adler" verkörperten Systems erngeschätzt und teie rastlos an der BervoD kommnung und Verbreitung der Maschine gearbeitet worden ist.

Die »Adler" ist Gemeingut des internationalen Bürvbetriebes geworden; sie steht je zu Hunderten von Exemplaren der vielen Behörden und Betrieben des In« und Auslandes in Benutzung. An Vielseltigleit wird sie von keiner Schreibmaschine der Welt übertroffen. Es wurden außer normalen Büromaschmen mit einfacher und doppelter Umschaltung, mit und ohne die bekannten Eonderausstattungen wie z. B. Tabulator, extralange Wagen, Billingoorrichtuilg u. a. auch solche mit auswech­selbaren Schriftsätzen, umfteUbare Zteelschriften-Maschi- nen usw. und die Allein-Adler" als Reise- und Prioat- Maschine geliefert. Daß die „Adler" die an einer erst­klassigen Echeibmaschine geschätzten allgemeinen Eigen­schaften aufroetft daß ihre Dauerhaftigkeit und Durch- schlaqsfähigkest unübertroffen und ihre einfache Kon- ftruttion, besonders die durch das Stoßstangen- fystem bedingte absolute Zcilengradheü vorbildlich sind, wird allgemein anerkannt.

An wirtschaftlichen Entwicklungen entscheidet der Er­folg. Der Ausgang gibt den Taten ihre Titel. Der 25jährige Ausstieg der „Adler" trägt die Gewähr des Dorwärtsschrestens und der kraftvollen Weiterentwickluna ht sich.

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Bei Serien Aufträgen genügt Anzahlung.

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Schreibmaschinen

„Die Schuld liegt an der Schwere der Zeiten", er Hätte diese. „Die vornehme Herkunft genügt nicht mehr; das Geld ist alles, und wer keines besitzt, mein gutes Kind, muß darnach greifen, wo sich ihm die Gelegenheit dazu bietet, vorausgesetzt, daß diese Gelegenheit keine geradezu ehrenrührige ist. Cs handelt sich daher einzig und allein darum, ob dieser Lukas Simonnet ein ehr- sicher Mann ist und auf redliche Art zu seinem Vermö­gen gelangt ist. Wenn dies zutrifst, so erscheint mir sein Reichtum groß genug, um über die bescheidene fier- tun ft des Antragstellers hinwegzusehen."

Neue Einwendungen drängten sich auf die Lippen des jungen Mannes; doch ließ er sie nicht laut werden, nicht als hätte er sich endgültig der Ansicht seiner Mut­ier angeschlossen, sondern weil er ihre Fürsorge nicht da­mit erwidern wollte, daß er sich den Anschein gab, als weise er ihren Vorschlag von vornherein zurück. Sie konnte daher meinen, sie habe ihn zu ihrer Meinung bekehrt, und das freute sie. Zudem wäre «s wirklich verfrüht gemefen, schon jetzt einen Entschluß zu fassen. „Wir sehen uns ja wieder," hat Simonnet beim Sehen gesagt; man brauchte also nichts roeiter zu tun, als auf ein weiteres Lebenszeichen von ihm zu warten.

Dieses erhielt man drei Tage später m Form eines Briefes, den er Frau von Fosseuse schrieb und in dem er klar und deutlich den am Schluß seines Besuches gemachten Antrag wiederholte. Dazu bediente er sich aller Argumente, von denen er sich eine Wirkung bei der Marquise und ihrem Sohne veriprach. Er wies aus- drücklich auf die Tugenden und Vorzüge feiner Tochter hin, die eine vorzügliche Erziehung unter der Leitung ihrer Großmutter gen offen, die ihrerseits die Witwe eines angesehenen Richters war, der im Kreise seiner Be-uss- genosien sich der größten Wertschätzung erfreut hatte — „Welche Höhe der gesellschaftlichen Stellung meine Gil- barte auch erreichen wird", schrieb er weiter, „sie wird chr überall zur Zierde gereichen, wird sich nirgends einen Fehler zu schulden kommen lasten. Wer sie kennt, be- wundert und o-rehrt sie. Ihre Intelligenz, ihr Geist, ihre Güte werden ihrem fieim zur Zierde, ihrem Gat- ten zum Stolz und zur Freude geretcher "

(Fortsetzung folgt?