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Mldaer Heilung

Katholiken Zuldas

lapstfeier

beteiligt Euch rahlrsich an der

am Sonntag ]|J0 Uhr im Dom.

Kus -em RachSamehkt.

-- Tetettbetg. Stnrge«, S»nnt»g den 10. b. Mts., hält der hiesig« Tartrnbauoerein hn ®wle der oberen Schul« seine dtessäbrige Teneralversammlimg «d, zu der alle Mi'qlleber irf-fielnen möchten. Is<,e$',*b« nung: 1. Dorstnndswahl. 2. Tüngungsveriuche mit Km- moniaf und Phosphor. 8. Dns (?rb^f, seine fiertunff, Gewinnung. Serar&eihtnfi und dessen Bedeutung für des Wirtschaftsleben. Die Bersammlimq beginnt Punkt 3 Mr unb dauert einernheib bis zwei Stunden. Säfte sind willkommen.

Vad Orb. Die Stichfosrortzneirn genehmigten bw Ausnahme einer kur»fnstigen Anleihe in der

Höhe von 3550 Mark bei der Landeskreditkasse __

Die Fremdenwohnsteuer wurde auf 15 Prozent fest­gesetzt.

= Lohr. Die Lungen Heilstätte Maria- Theresia-Heim, die fett Oktober vorigen Jah­res geschlossen ist, soll angesichts der starken Nach­frage im April wieder geöffnet werden. Das Heun wuri» seinerzeit gegründet, um insbesondere unbe­mittelten weiblichen Lungenkranken Erholung und Heilung zu ermöglichen.

--- Aus Thüringen. Im Alter von 75 Jahren verstarb in buhl der Oberbriesträger Jäger, der 1370 tn 18 Gefechten mitgekämpft und an dem Todssntt von Mars-la-Tour teilgenommen hat. __

Sei einem Brande auf dem Rittergut Ramerode fmd 300 Zentner Heu ein Raub der Flammen ge­worden. Don den streikenden Metallarbeitern in Halle sind etwa 500 nicht wieder an ihren früheren Arbeitsplätzen eingestellt worden.

JK 35.

Sonntag, 10. Fedrirar 1924.

Dv»S der Fnwacr Aettenvruckerei in gnrbe

2. Blatt.

Keife und Wanderung.

= Ende Februar erscheint eine zweite Winterousgabe 10^/24 des Reichs-Kursbuchs zum Stückpreise von 7 Stentenmarf Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Frühzeitige Bestellung wird empfehlen, weil ionst bei der beschränkten Zahl dieser Ausgabe auf Lie. ferung mcht zu rechnen ist. Die neue Ausgabe enthält anher den vollständigen Berichtigungen der vielfach ge­änderten Dinteriahrpläne der deutschen Eisenbahnen die neuesten Fahrpläne von Rußland, Polen Belgien, Frankreich. Spanien und Italien; neu aufgenvmmen sind die F a h r p l ä n e d e r Regie- bahnen imd der Eisenbahnen in Aegvmen und Klein- Asien. Bei 755Schnellste Reiseverbindungen'" werden °,e "EU e n, ab 1. Marz gültigen Fahrpreise bereit' berücksichtigt werden.

Gotterdienftordnung.

Kntliolücher Gottesdienst.

Sonntaa, 10. Febr. Tom. »/°6, 6, V,7 u. 7 bl. W., V.7 hl. M. u. Korn. f. d. Mitglieder beg Iungfr.» weretnS t. d. Marienk. u. b. ckristenlehrvst. Iungrr. im D« n, 8 Pfarramt m. Pr., >/,10 Katheeralaint m. Pr., *11 <br.'f. d. TfünoL,/.12 lebte fei. M. m. Pr, >-,2 Herz-Manä-Bruoerschast, »/.» Pers. d. Iungsr.-Verein» u d Marien!., 4 yr. m A. u. Se en, 6 tzerz-Marlä. Bruberschatt mit Preb und ssegen t. v. Maricnkapelle. Montan 5 And. m. Se en. Stadtvfarrkirche. 5/, K--m 5'/. fei. M., 6« . hl. M. u. Ko n. o. jung e., ' S erster Schulgb. u. P-eb 9V. Pfarramt u. Pres., 11 5>«eiter Sciulgd. u. P^eb., 91/. Tor. f. b. Iunnl. t. d. Geverikirche, 2*/, Bruderschaft von der Tobesanist bei fierrn,f. b.Zunafr «Seo.Pfarrkirche znm heiligen Oetft. 7 Früfem» 8 Amt m. Pr, U,5Chr 5 --t. Severi. kirche. Sonnt. 7, tverkta S >',7 hl. M. Nonnenkirche. ('Veit der hl. Scholastika.) 9 feiert. Amt m. Te eum Hert-Jesu-Heim. 8 Pr. u. Amt, nachmitta-s 2 Segens- anbacht. Mittwoch abends 7'/« Se ensandachw Frauenberg t. -/,1, 6, */,7 u. 7 hl. M., 8 Bruder- schaftsm., y Hochamt m. Pr., nachm. 2 feiert. Seiber m sakram. Sesen.

Heues aus §rankfutt.

$T6*et Kvtsdiebftahl. Vor einiien Tagen tvurd» tnmttten bc$ stärksten Strazenverkehrs vor der Dresdner Dank ein arotzeS Personenauto gestohten Der Wagen wurde jetzt in einer Scheune bei Gießen ermittelt Die Diebe wollten anscheinend den Wagen ^^entieren, denn es fehlten bereits die wertvollsten

. Ult ®re$hefrfleee. Einem uralten Gaunertrick sielen tm Stadtteil Dockenheim mehr als 60 ,Sa« tntlien zum Opfer, Ein Gauncr nahm Bestellungen auf Dildvergrösierungen entgegen und ließ sich al5 Anzahlung sofort 36 Marc auSiändi., cn. Da-' war vor taugen Monaten. Als der Schwindel herans- kam, wurde der Reisende ve-haftet. Sein Nachfotgei horte von Geniestreichen seines Vorgängers uns besuchte nun die betroffenen Familien, denen er erzählte daß et nun die Bilder liefe in wurde. Allerdings koste es letzt wieder einige Mark Anzahlung. Willi , gaben die meisten abermals Geld und hatten wieder das Nach, sehen. Denn auch der z-oeite Reisende ist jetzt auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Ob wohl nun ein brittet Reuendei der Berliner Brldeifirma mrt gleichem Glück arbeitet wie die beiden Vorgänger?

raschen Eindringen, wie 1914 in Belgien und Luxem- bürg, um die Nordleeküste zu erreichen und die vereinig- ten Königreiche zu bedrohen, um die natürlichen Bertel- >ieungsmittel Frankreich», Rhein und Mosel, zu flau- kleren, die nördlichen Provinzen zu erobern und in da, vertier Gebiet einzudringen. Tie, ist für die Segen- Mert und die nahe Zukunft eine unerläßliche Garantie für den Frieden wegen:

1) der materiellen und marasischen Lage Teutfchland,,

2) feiner numerischen lieberlegenbeit gegenüber den demokratischen Ländern Westeuropas.

E, ist darauf hinzuweisen, daß e, Sache de, Frie. »en,»ertrage, ist, den Statuz der Bevölkerung des linken 1tbeinufer,, soweit diese nicht in die französischen oder belgischen Grenzen einbezogen wird, sestzusehen. über «eiche Form diese Organisation auch annehmen mag, sie muß, wie folgt, die oben dargeleg en wesentlichen mili- tärischen Faktoren in Rechnung ziehen:

1) Die völlige Verhinderung des Zutritts deutschen Mi- litör, und polstischer Propaganda in die Gebiete des linken Rheinuser», vielleicht sogar den Schutz dieser Gebiete durch militärisch neutrale Zonen auf dem rech- ten Ufer.

2) Tie Sicherstellung der mklitärifchen Besetzung der Gebiete dr» linken Rheinufer, durch alliierte Streitträfte.

3) Tie Sicherung der für die wirtschaftliche Aktivi st der Gebiete des linken Rheinufers notwendtgen Aus­gänge, indem man sie mit den anderen wesentlichen Staaten zu einem gemeinsamen Zollsystem zusammen, schließt.

Unter diesen Beengungen ur6 kn öebereinRimnnmg mit den von allen anerkannten Grundsätzen der Freiheit der Völker ist ee möglich, an die Errichtung neuer autonomer Staaten auf dem linken Rheinufer zu denken, die sich mit den oben dargelegten Ein- schränkungen selbst verwalten, eine Einrichtung, die unter dem Beistand einer natürlichen Grenze, de» Rheins, das einzige Mittel sein wird, um den Friede« Westeuropa, zu sichern."

Gerade in diesen Tagen, da ausländische Sach­verständige den wirtschaftlichen Zerfall Deutschlands prüfen, haben wir ein Recht, darauf hinzuweifen, daß unser Vertrauen, das wir seinerzeit Wilson entgegengebracht haben, schmählich getrogen wurde und daß es darum an dem deutschen Volke vieles gutzumachen gilt.

b« AM W ker M!AM in der W» ch-aqen die Katholiken Ne yanze Last und ^uoers dss Kamps«-. Die pfSl-ejcyen kachaLscha« ^stlichon Haden jetzt chrem Bischof Dr. Setza- ftjan eine Eruschüerzung überreicht, in der sie t|m kn Dank aussprschen für ixe dauernden Verdienste, nie er sich seit seinem Amlsantrüt um bU pfälzisch« geööiferurig erworben hat. Vor aller Walt werd «nspruch erhoben gegen di« Vergewaltigung der jteinuK, sowie gegen die Dnprifse m die kindlichen U Maßnahmen, die keiner tvZrüchrn Instanz -ustrhen.

ßn Dem Protest toiri) ferner auf das entschiedenste slKgelefint, sich von irgendeiner weltlichen Minorität, he kann heilen, wie si« will, darüber Vorschriften fturchM zu lassen, wann und wie die BertüH> >tmg h-r Glaubens- und »iuenlehre an die Giäubiz.n zu xrfolgsn habe. Zum Schliesse der Entschließung üM zum wlederholtemnale zum Ausdruck gebracht, t-äg die kathol. pfälzische Geistlichkeit bereit sei, unter fiPchrung der unbedingten Treue an Sayern und zum Reich loyal mit den De- Ktzungsdchörden zusammen zu arbeiten, soweit e, das Wohl der Bevölkerung erfordert. Sollten dir Vefatzungsbehörden, wie es den Anschein habe, einen Kulturkampf heraufdescbwören, so würden sie die kaltzplischen Geistlichen zu feiner Abwehr auf dem Posten finden. Bischof Dr. Sebastian betonte in fei« «ter Envrderung, daß sich aerade gegen die ^Katholiken der franAsische MMari-nru» mit besonderer Scharfe gezeigt habe. Ebenso fei es mit der Separatistenbswegung, die u. a. auch einen Kulturkampf gegen die Kalhosiken beabsichtigt. -Wenn auch unsere katholische Presse mundtot ge- rnrcht worden ist, so wollen und müssen wir doch /dafür Sorge tragen, unser Volk auf die ernsten Er- ffahven, die ihm drohen, aufmerksam zu machen. Wir wollen einstehen für Wahrheit und Recht. Er fei ebenso wie die gesinnte Geistlichkeit der Pfalz, so­wie die pfLlzLsche Bevölkerung bereit, loyal wie disher mh der Vefatzungsbehörde zusammenzuarbei- ßm, isdoch in unwandelbarer Treu« zu Bayern und Reich.

. «n der .Front" in der Pfalz gerate Katholiken, rote obige Ausführungen be- sivetien, das Schwerste für Deutsästand tapfer er- [tragen, wird es doch nicht aufhören, daß gemiste Lsr^bsfern vom Schuß" die nationale ZuoerlSsiia- kert der Katholiken annveifeln und twT&fiiieen. Em erbärmliches Beginnen!

gehen; zwei von Wien, einer von Innsbruck aus. Es haben sich schon viele Teilnehmer gemeldet.

Mitte Januar hielt Burcheskanzler Seipel in Wien eme Rede, die vielfacher, wenn auch verschie­dener Echo fand. Er sagte, in Zukunft werd« er nicht mehr so ost über rein poetische Angelegenheiten, sondern mehr über Fragen der Moral und der ®e» sei schoftrordnung sprechenDamit kommt in mir, ich gebe e» zu, etwa» zum vorslljein, dar nicht ganz zum Geschäft und zur Arbeit de» Bundeskanzlers gehört. 6» kommt dabei der Profesior der Morsltheoiogie und der Eesellschastswisfen schäften und auch stark der Geistliche heraus. Ich habe eben nicht aufgehört, auch diese» neben dem Politiker zu sein, und ich hake nicht den Ehrgeiz, al» der Staatsmann geschil­dert zu werden, der nur die Finanzen sanieren ge­holfen hat; sondem mir kommt vor, daß wir auch das andere, dieSeelen fanieren müssen."

Km meisten bedürfen natürlich die Haupt­städte der einzelnen Bundesstaaten einer Seeien- fanieruna. Dies« aber ist in erster Linie Aufgabe der Seelsorger. In Wien hielt darum der Klerus vor Reuiahr eine zweitägige Beratung ab (täglich 3 Vorträge mit Wechselred«) über die wichtigsten Zvitaufgader Stad-seelsorge. Die Einheitlichkeit und di« ©tbecn'enfüüe der Darbietungen wirkte be­zwingend und begeisterte zu neuem Eifer. Auch für die Zukunft sind äkMliche Tagungen geplant, vom 18. bi, 25. Januar wurde in den meisten Kirchen Wien, bi« bekannte Weltgebetsoktav als Glaubenstosche" begangen, indem täglich vor allem apologetische Predigten gehalten wurden. Die Teil­nahme des Volkes war sehr erfteulich. Der Zudrang zm Kirck-eAm Hof", wo Pater Slonner S. J. in feiner packenden Weise Andersgläubigen und Zwei­felnden Gelegenheit bet, bk Schönheit der katholi­schen Weltanschauung kennen zu lernen, war fast le- bensgesährlich. In Salzburg wurde in der Weihnachtszeit für weite Kreise Dimm'ersWeih- nachlsspio!" mehr als zehnmal aufgeführt, um den Glauben an da» göttliche Kind in der Krippe neu zu beleben. Ebenso sind P. S. D. Konferenzen über Christus ttnb die liturgifdxn Verträge seines Dr» densbmder» P. Schulte «l« außerordentliches Seel« lorgemfttel gedacht. Aus dem gleichen Bestreben heraus wurde zu Weihnachten in Innsbruck eine Krivprnwsche abgehalten (Predigten, Kindsr-Krip- rw^iem, populäre Deihnachtslpiese, Vorträge über Krlvrenbau, reiSrbesucfits Krippemmsstellunz und Khnsichrs). Sie hat dir Grippen"'eroegimg bedeu» knö gefördert und relitziösen Cmfiuft auch auf Kreise gewonnen, die durch bit gewöbnliche Seel­sorge nicht zu erreichen sind. Linz rüstet zu einer gewaltigen marianU«sien Feier. Der herrliche Linzer Marienborn, zu bem ber ehrwürdige Diener G-otks Bishos Ri Digier srsion 1851 ben Wr.mbfkm gelegt hat, ist ntm endlich nach unqe- heuern Opfern des gmrrn Volkes von O'oeröstrr- reich euspebs"t. Am l. stMai 1924 soll er bttreh den Diözesank4^^of Dr. Iohemnes Gföllner konfekriert werden. SDon hoben über 70 Bischöfe und Stift,- äbk, darunter 4 Kardinäle, ihre Teilnahme zuge- lagt. Der Hl. Vakr to'rb einen Karbinal-Legaien af? v'rtreter fchick-n. KarbInol Fonlsisber wird bk Fe^fmedigt hal'en. De ®i"ftnH>e Karell- tr», Rom besorgt den Gelang bei der Vesver. Drei Tage vor dem 1. Mai wird da, berühmte Dilsbur- grr Msrienfestspiel aufgeführt werden.

vom kirchlichen Leben GefterreLchs.

Kott Austricteu». 1

Das junge Oesterreich stcht im Zeichen der Sa­nierung, angebalM und durchgeführt von einem katholstchen Priester, dessen Name in ber ganzen Welt bekannt ist: Bundeskanzler Prälat Dr. Ignaz Seipel, von Beruf Profesior ber Morallhroivgi«. Natürlich gereicht der Umstand, daß Defterreidj» Rettung ber Klugheit und Tatkraft eines kacholsichen Priesters zu verdanken ist, der koch. Bewegung dieses Landes verscl/edentlich zu großem Boneil. Wie weit di« finanzielle Sanierurtg fefjon gediehen ist, da­für zeugt vor allem dis eifrige Sammelläligkeit zu­gunsten der armen Stammesbrüder im Deutschen Reich. Wohl wurde die von den Sozialdemokraten im Parlament aus reinster Demagogie beantragte Unterstützung von Staatsregierung zu Slaatsregie. rung aus gewichtigen, naheliegenden Gründen von ber Regierungsmehrheit abgeschlagen, beim was würden z. B. die Entente-Siaaten (zumal Frank­reich) sagen, wenn das von ihnen mit Krediten unter­stützte Oesterreich von ftaatsroegen Deutsclstanb finanziell zu Hilfe kommen wollt«? Zudem bieibt eine solche Hilfeleistung immer kalt, offiziell. Um so mehr betätigt sich im Volke ber von wahrer Herz­lichkeit getragene Opfersinn für bas leidende Stuber- voll braußen: viel tausende von unterernährten Kin­dern werden in Pfleg« genommen, mit Lebensmit­telpakeien beloben« Züge rollen über die Grenze, bk meisten Leitungen haben eine Sammelstell« er­öffnet, in ben einzelnen Diözesen werden von Ordi­nariate wegen Kollekten in ben Pfarrkirchen und von Haus zu Haus angeorbnet, Kinder in ben Schulen fam'meln für ihre kleinen Altersgenossen im Nach- barlaub ein wahrhaft hrrzephrbendes Bild. Das ist aber nur möglich, weil Oesterreich tatsächlich be­reit, finanzielle Festigkeit eilangt hat. Dies beweist unter anderem auch bk Tatsache, daß im kommen­den April drei Pilgerzüg« nach Rom ab-

M Ä elf MWUW in MMM.

Lust an dem gleichen Tage, an bem Wilson, her frühere Präsident der Vereinigten Staaten, ver- starb, »st von seinen Erinnerungen über bk Frie- densnerhandlungen in Versailles, bie sein Presse­chef Baker bearbeitete, ber britte Banb (Verlag V-ul Lift-Leipzig) erschienen. In biesen Erinne- rungen offenbart sich Wilson al, ber ahnungslose MeaUsf, der gewiß mit guten Absichten, bepackt mit Kisten voll Dokumenten und Landkarten, nach Europa gekommen ist, ber sich aber in Versailles als unfähig erwies, ben Machtpolitikern entgegen- 3Utreten. Schritt für Schritt gab er bas Felb preis, Stritt für edjritt opferte er leben einzelnen feiner vierzehn Punkte", obwohl unter Berufung barauf bie b-magogische Reichsregierung ben Frieben zu schließen bereit war und bie Waffen aus ber Hand gelegt wurden.

In dem erwähnten dritten Band der Wilson- schen Erinnerungen ist nun von besonderem In- tereffe die Schilderung des Kampfe, um den Rhein. In einer Denkschrift des Generals Fach wirb ber unmittelbare Besitz bes Rheingebktr mit Nachdruck gefordert' und wörtlich heißt es:

-DieWacht cm Rl)«in" muß von mm tm zum Kampfruf Frankreichs werden! In Zukunft sollte ber Rhein die westliche militärifdje Grenze der deutschen Länder werden. In Zukunft sollte man Deulschland aller Zwänge und Aufivarschgeblete, d. h. jeder terri­torialen Oberhoheit auf dem sinken Ufer be» Strome» berauben, mit anderen Worten, jeder Möglichkeit eine»

Kbendr $8 Uhr Zest Versammlung im StaStsoal.

Eins Mrlyrerm der pflicht.

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MerÄings, versisr«, werde ich iHv, nicht «See »hn» kn offener G erichtsv erhandlung dis Korrespondenz tzhrr« Vaters zur Verlesung gedracht zu haben, diese Korre­spondenz, die er als Verwalmngsrat der Bant von Na­varra führte unL» die ihn uns in ganz eigentümlichem Lichts zeigen wird, nicht ohne die Gerichrsoerhandlllng wortgetreu in den Zeitungen zu vsrösienlllchen und aller Welt vor Augen zu jähren, baß, während di« fcabamrn». werten Menschen, die er in» Unglück gestürzt har, darben müssen, feine Witwe und fein Sohn im Wohlleben schwelgen und alle Vorteile eine» Vermögens geniegen, das sie nur einem geschickt inszenierten Bankkrach zu oeifianten haben."

Man wird Ihnen bcweisen, mein fiert, daß all diese Dinge ersunden und erlogen sind", enetbeiie Franz ock/selzuckend.Men wird sehen, bah bles« darbenden Menschen, deren Ailb Sie h»rau|besch»är«n, nicht be­friedigt werden, indem man Ihnen bezahlt, e>a» Sie «erlangen, daß Lie die ganz« fiexenküche nur »on neuem ins Leben rufen, um ftibft dabei reich ju werden, und daß die ursprünglichen Gläubiger nach wie vor leer ausgehen würden. Zudem kennt tm» jedermann; man weiß allenthalben, mit welchem vtut und welch« Wurde meine arme Kutter allem Unglück bie Slime gebeten hat. Laden Sie uns immerhin »er Gericht, wenn Sie w »ajm, »erlern«den Vie un» nach fierzen». lüft; wir werden un» schan »u »erteOi|en wifsen und es wird Ihnen nicht gtlin|tn, unsere khre gu bcsubeln."

Emen Skandal wirb e» dessen ungeachtet abftzen", beharr« Smionn«j-r«eht, »inen Skandal,

wie er im Buche steht, einen Skandal, der nicht gan, wirkungslos verpufft. Sr wirb vrdee zur Scleich.erun, Ihrer Karriere, m«n fierr G*(andtjchastsftkeetär, n»ch Hur Förderung Ihrer fietratsadsichkn beitrage«. TchuD werden ©k indrffm «wschsteßsich sich seihst zu« zuschrsibsn haben, wie ich Ihn«, mehl nicht erst xu sagen brauche.. Auf Wisdechehen, fiwr Marquis; Ihr Diener, Frau Mmquchr!"

Sehr wirkungsvoll schritt er auf Me Türe zu; all-in die Marquise kam ihm zu»»r und ihm bei Beg ter«^ stellend, sprach sie in einem Sen, dec weder gebieterisch noch bittend klang:

.Wa» sollen diese Drohungen, da 61 e ja dach wissen müssen, daß sie Ihnen nicksts nützen? Deichen Dor'eil wollen Sie aus dem Uebel ziehen, das Sie uns zuzu­fügen gedenken?"

Ich war von den friedlichsten Absichten «-füllt, als ich hierher tarn*, behauptete Simonnet, ber langsam, Schritt für Schritt, zurückkam;nur bie Anmaßung Ihres Sohnes brachte mich um meine Selbstbeherr­schung."

Mein Sohn Ist jung, habet eine edle, ehrliche To- tut, die angesichts Ihrer Übennäßig n Forderung sich notwendig empören mußt«. Mich selbst überraschte sie auch, trotzdem ich die fiärte und Rückfichtrlosigkeit der Geschästrleute kenne. E» kann Ihnen unmöglich unbe­kannt sein, daß wir bit Summe, die Sie fordern, nicht besitzen . . ."

Entschuldigen Sie, Frau Merquffe, dies» Lchletz. *

-Sft bi» auf den letzten Ziegel meinen persönlichen Gläubigern verpfändet. E» stellt auch gleichsam eine Garantie für meine Milgift bar, die mein Gat!« bei seinen Unternehmunren verbraucht«, und e« muß dech jedermann einleuchten, daß ich meinem Sohne wenig­stens da» fiau» seiner Vorfahren retten «iS. Sie haben mir einen Vorwurf au» der Leben»»ehe gemacht, die wir hier führen. Kennen Sie diese Existenz überhaupt? Haben 6i, die Tränen gezählt, bie ich im Schatten dieser Mauern »er,eß. die Entbehrungen gemerkt, die ich mir daselbst aufrrlegt«? Besichtigen Sie diese» kchi»ß »em Giebel bi» zum Keller und Sie werden fi h üherzeu en, da?« darau» alle, »erschwuckden ist, w«, ihm einst zum Stzcmuck gereichte. Silberzeug, antike Möbel. Kunst- gegenstände, alle, hat seine«, Weg zu den Äaufleu'en ginemmen; wa» Silber anbglengt, se sind nur mehr di« der 5 em Ute übrig. Kennte ich mich auch ihrer ev.tledi- «en, sie den TrSMern überlasten? Die Blumen, die tm Park, die Gemüse, die im Obstgarten gedehcn, werden leben Sterten auf dem Markt zu Reuen »erkauft; in den Ställen sind- kein« Pferde, m den Kempen ieüie 1

Segen mehr zu sehen. Ich hebe alle» zu Geld gemacht, «a» mir im Bereich meiner Macht stand, um die Zinsen für die auf dem Schieß lastende fiypeihek zu bezahlen. Iawehl," fügte die Marquise hinzu,ich lebe zwar in einem Schloß, aber in einer kleinem fiütte würde ich mich glücklicher fühlen."

Ihre Stimme klang voll und vibrierend und Simon- net vermochte trog seiner angeborenen Rücksichtslosigkeit eins gewisse Bewegung, bie ihm diese Worts bereiteten, nicht zu bemeistern. Franz, ber ihn aufmerksam beobach- leie, um sich ins Mittel zu legen, wenn er eine beleih,- gende Bemerkung machen sollt«, war ganz überrascht, zu sehen, daß bkfer Mann von Rührung erfaßt ward, und suhlte ben Zorn schwinben, ben bie unbebachten Worte soeben noch In ihm wachgerufen.

Wenn Ihre Sage wirklich eine derartige Ist, wie Sie sagen, Frau Marquise," sagte der Besucher mit einemmaie,aus welche We se gedenken Sie sich und Ihren Sohn aus ihr zu befreien?"

Durch eine reich« fietret," g-stend bie Marquise. Unb kann mein Sehn eine selche eingehen, se st.en Sie »ersichert, baß wir nicht erst Ihr« Aufforderunz ab- werten werben, um bie Schulden meines Gatten zu be­gleich«»."

Ti«f«s versprech»» haben Sie bereit» dem $«rr- biku» gegeben; allein »erfprechen und halten sind zwei Verschiedene Dinge, und der junge fiert scheint »on einer fieiret überhaupt nicht, wissen zu wollen. Er hat sich schon «in« M«nge »ortellhafter Gelegenheiten entgehen lassen."

Dell fk ihm au, bem emew aber anderen Grunde nicht pe'.kn,* erw^erte b:e Mutter.Er wirb aber schon eine finden, die ihm entsprechen wirb."

Und bann werbe ich gewiß nichtnein" sagen," versicherte Frenz, der bie Bemühungen seiner Mutter, diesen sreben noch so unzuzängtichen Gläubiger zu et- weußen. unterstützen wellte.

Auch dann nicht, fiert Marquis, wenn Ihnen d'ese Gelegenheit durch mich gebeten werden sollte?" fragte Simonnet, wie einet plötzlichen dinget ung Felge leistend.

Sollten Cie mir tatsächlich eine zu bieten haben?" ertunti* sich Franz, bet <m be« (kn(t ber Stege nicht

lllauben konnte und beinahe überzeugt war. daß bei Mann bloß scher;«.

Lachen Sie nicht," sprach dieser:was ich sage, ifi seht ernst gemeint. Jawohl, ich wüßte Ihnen eine Dam« von zwanzig Jahren, reizend, anmutig, vortrefflich er. jagen, geistvoll, mit herrlichen Augen, beinahe eine Schönheit. Am Tag ihrer Vermählung erhält sie Zwei Millionen bar ausbezahll, die ihr durch eine Erbschaft zugcsallen sind, und mindestens nochmal soviel beim Tode de, Vater,, der, damit man sein fiinscheiden ohne Un­geduld erwarte, seiner Tochter vertragsmäßig fünfzigtau­send Franken jährliche, Taschengeld zusichern würde. Rur nebenbei sei der Grotzrnut.er mütterlicherseits ge­dacht, bie achtzig Jahre alt ist, nur bieje einzige Enkelin besitzt und bereits zu beten Gunsten testiert fiat Wie Sie, sehen, ist die Sache so übel nicht."

Wie heißt diese junge Dome?" fragte Frau von Fosseuse, die nunmehr feibst glaubte, daß Simonnet im Emst spreche.

Sie ist meine Tochter," erwiderte er.

Sine peinlich« Pause trat ein. Der Mann harte die, zweifellos vorausgesehen, denn ohne der Marquis« und deren Sohn Zeit zu einer Erwiderung zu lassen, beeilte er sich hinzuzusiigen:

Leußern Cie sich noch nicht! Mein Vorschlag ist e, wert, überlegt unb erwogen zu »erben. Tenten Sie also über bi« Sache nach unb sagen Sie mit Dejcheib, wenn wir un, wiedersehen. Ich mache nur noch bie Bwnerkimq. fiert Marquis, baß Sie, indem Die mein Schwiegersohn werden, gleichzeitig auch die Schuld Ihre» Baier» au» der Welt schassen, was einer kolossalen Er» sparni, qte'ch zu erachten wärel" ,

Er sprach bi«s« Worte bereit, in ber Türe be» Talon» und seine Gastsreunbe waren zu erstaunt, um einen Versuch zu machen, ihn zurückzuhalten. Offenbar kantz ihm bie, ganz erwünscht, beim ohne zu warten, bis fie* fernen Gruß erwiderte», stieg er in seinen Wagen, ber am Fuße ber Freftreppe aüf ihn wartete

(Fortsetzung folgt)