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AmMcher Anzeiger für den Kreis und die Lkadt Fulda.

^inielnummer 10 Pfennig

Nr. 35.

Setcntwottud) ür b.e ELrlitleilung: Tr. Johanne» Kramer. Anrelgen! I- S arte litt, fiulba. Rotationktruck und Betlae der r Fuldaer »etlendrulkerei in Fulda. RerniSrecfcet Rr. 9- ,i 8e<ne88reil: Nonai Februar 2.00 tzsllmrrk frei van»

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Sonntag, 10. Februar 1924.

«nieittM»$rene: Äieiatetie (Lo.oae) lote, 0.16 (So.Omari eelmärt» <X20elbtxert. Se?l«meieile total 0.60. Oolbmart K au*wört» 0.10 Oolbmart :.

Bei Aiederbilnnien Rabatt- Veliitbuffonio Franstnrt a. M 4051.

51. Zahrg/

Regierung und Parteien.

Es läßt sich nicht leugnen, so wird uns aus dem Reichstag geschrieben, daß zwischen der Reichsrcgie» rung und den Reichstagsparteien, und zwar a l l en, ohne Ausnahme, eine recht empfindlich« Spannung eingetreten ist- Der Grund liegt in der Stellungnahme des Fünfzehner-Ausschusses zu der Frage der Aufwertung der Hypotheken einer- feite und der Nicht-Auswertung der öffentlichen Anleihen andererseits.

Die Regierung hat erkennen [offen, daß sie auch ohne Zustimmung des Fünfzehner- Ausschusses auf Grund des Ermächtigungsgesetzes die Verordnung herauszugeben beabsichtigt, da sie die darin festgesetzten Maßnahmen für unerläß- l | ch hält, um unsere Währung unter allen Um­ständen zu sichern. Die Parteien ihrerseits Haben eine gesetzliche Regelung, also eine Behand­lung dieser Fragen im Parlament und in den Aus­schüssen gewünscht, und sie haben teilweise zum Ausdruck gebracht, daß sie, auch wenn die Verord­nung von der Negierung veranlaßt würde, sofort Anträge im Reichstag auf A u f h e b u n g der Ver- ordnung einbringen würden. Augenblicklich arbei­tet man auf beiden Seiten aus ein Kompromiß hin, der es ermöglichen wurde, um zu verhindern, daß das unerfreuliche Schauspiel, das sich anläßlich dieser Dinge ergeben würde, vor aller Welt sich abrollt.

Die Reichsregierung verweist insbesondere dar­auf, daß gerade die Verhandlungen mit den Sach­verständigen die schwersten Probleme aufgeworfen haben und zwar sowohl hinsichtlich der allgemeinen Finanzen, der Steuer- wie der Währunasfragen. Wenn die Reichsregierung schon über eine General- Dollmacht verfügt, dann müssen auch von feiten her Parteien Opfer gebracht werden.

W-nn irgend möglich, breiten wir über die Blößen, Sie sich deuyche Volksgenossen in Bennern ober ohne A em ter geben, den Mantel der Nächstenliebe. So wollten wir e« jetzt auch mit einem Zwtchenfall machen, bet in Washington an« Anlaß bei Todes Wiltons ftb zuctetragen hat. Aber die Sache wtrbeli |U viel Staub auf. Uli sich kürzlich bei rem Unglück del sranwütchen Lustlckufste »T'xwuive" die deutsche Bertretunq in Paris an dem Beileid beteiligte, fiel »ir betiffchnatignale Press« wütend über dal deuNche Auswärtige Amr der. Die Wirkung war die, daß bet deutsche Botschafter m» Washington, al» Wrllon iarb, sich von der üblichen Beileidlkundgedung aul- chloß und die Fahne auf der deutschen Botschaft n Washington nicht auf Halbmast setzte. Natürlich ür die Teutichlandfeinde in Amerika ein gefundenes Fressen! über diel in al schimpft auch die dentsch« nationale Presse auf den Boischafter. Tie hätte »ahnckeinltch aber auch über nationale Würdelosig­keit geschimpft, wenn der Botschafter die Fabne aus Habmast gesetzt hätte. Schlußfolgerung: Außen- Politik muß ohne Rücksicht auf radikale deuische Parieren gemacht weiden. ,Wilde Diännet" können nn Verkehr der Völker keine Nolle spielen. Sonst ziehen sie ihrem Volke bieielbe Mißachtung zu, die in der Geseü,chaft ein Hmierwalüler einernten Würde.

Au» Bersin wirst rm» dazu mitgeteilt:

Die Stellungnahme des amerikanischen Botschaft jhafters W i e d f e l d t aus Anlaß de» Todes und ier Beisetzung Wilsons hat seht peinlich im In- und Ausland gewirkt. Es ist ja richtig, daß, wenn nach streng diplomatischen Gebräuchen oersahren wor­den märe, dessen Tod keinen« «»iireichende offizielle stunidge-tungen bedingt hätte. Es such gerade in Amerika schon viele Präsidenten al» Privatleute ver­storben, ohn« daß die Diplomatie in Aktion getreten wäre. Im Fall Wilson war aber unbedingt darauf Rücksicht zu nehmen, wie sich ote Regierung seiber und das amerikanische Dock einsttllt. Da» war un- knbglich von Serbin au» zu beurteilen, da» mußte die Botschaft in Washington selber übersehen und da­nach ihre Enischrießungen treffen. Die Unterlassung der Flagyung der deutschen Botschaft in Washington und noch dazu die sehr merkwürdig« Begründung, die vom Dorschastspersonal gegeben wurde, hat i n Amerika ungemein verstimmt, und da» uns tmfreundiich gesinnte Ausland hat diese Gelegen­heit sofort auf gegriffen, um gegen u n » Stirn« mun g zu machen. Wir Haien wieder einmal in

(Ein gekreuzigtes Leoen.

Den deutschen Äatbohfen geziemt es, am 9. Februar 1921 eines Lebens zu gebrnfen, ba5 vor hundert Jahren an diesem Tage feinen iron'chen Abschluß fand, nachdem es fünfzig Jahre lang unter bem Zeichen des Kreuzes geilanden baue.' Es ist eine Dankespflichl aller Äutgesinnien, ber Götter­blume des 'Jtiünfterlanbel, Anna Katharina Emmerrch, ein Gedenken zu weihen, denn wenn je eine Seele opferfreudig und heldenmütig oie Liebe ausiechttrhalten vai, |o war sie es.

Lagen mit noch das ewige Sireiien, ob die Auf­zeichnungen Klemens äreiuano» üuer thre öeficbte auf Wahi heil berufen oder irrfinoungen find, wir Haven nidjil nut thmn zu tun, wenn mir dal Bild der Goiisetigen betrachten wollen. (Sie fino aul dem Rahmen De» Seitg piechunoSpivststes ansgeschicben, als nicht von rtzr diktiert oder letoft aufgeschrieben, lassen toir sie also beiieite und betrachten wir ein heldenhafte! Dulderleben nach Dem, was unan­fechtbar darüber berichtet ist in den Akte r der bifci ös« lichm Unrersuchnngskommission, in dem Tagebuch bei Arztes Dr. Wesener und in den Erinnerungen Lui e Hensels. Das genügt! Denn aus diesen Zeugnissen tritt un$ ein Bild entgegen, wie es schöner, inniger und rührender kaum zu benken ist. Ein Bild, wie von einem «itbcutfcben Künstler auf Goldgrund

der kritischsten Zeit e» fertig gebracht, b i e öffent­liche Meinung gegen un» aufzubringen. Dar war umso peinlicher, al» die internationalen Sachverständigen, noch dazu unter dem Vorsitz de» uns durchaus günstig gesinnten amerikanischen (Sen« rate Dcnvs», in Berlin versammelt waren. Die ur­sprüngliche Haltung Wiedseldt», der offenbar glaubte, mit dieser Demonstration einen freilich falsch verstandenen deutschen Siandpuickt zu vertre­ten, ist ja freilich alsbald revidiert worden und die deutsche Botschaft in Washington hatte auch bei der Beisetzung Wilson» die Flagge auf Halbmast gehißt.

Wenn wir gut unterrichtet sind, dann ist dem Botschafter Wiedseldt der Vorgang gar nicht einmal ungelegen gekommen, denn e» ist ja schon lange in unterrichteten Kreisen bekannt, daß er den E r« neuerungsoertrag mit Krupp in der Tasck-e hat und schon zmn 1. April wieder in da, Krupp-Unternehmen einzutreten beabsichtigt. Wenn er geglaubt hat, sich durch das fetzige Verhalten einen guten Abgang zu sichern, dann dürste er sich doch sehr getäuscht haben.

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In später Nachtstunde de» Freffag ist in Berlin au» N e w y o r k die Meldung eingegangen, daß an der Newyorker Börse das Gerücht umgeht, General Dawes Herde den D o r s i g der Ersten Sachverständigenkommission niedergelegt. Da, Wolffbüro ist von dem Bruder de, Generals, j>errn Rol>ert Dawes, auf telephonische Anfrage zu der Er­klärung ermächtigt worden, daß an diesem Gerücht kein wahre» Wort ist.

Mac Kenttas Ansicht.

London, S. $ebt. (Td.). Angessch?» der Rückkehr des brikifchau Sachversiändigen INac kenna nach London sind folgend« in der »Daily Mall" an hervorragender Stelle gemachken Anga­ben von Interesse:

In der Llly bestehl die Hoffnung, daß die beiden Sachverständigenausschüsf« der Repa- ralionskommisflon ihre Berichte ßtgs« Ende de» 2Honaf» fertig stellen werden. Da» Gerücht sei unbegründet, daß dem zweiten Uurschuh. der sich mit den deutschen Aurlandrsukhaben befoßk. Schwierigkeiten in den Weg gelegt worden seien. L, bestehe im Gegenlril guter Grund zu der Annahme, daß er die Informationen erhalle und eriMen habe, die vernüafligerrveisr erwsrlet ivecden könnten.

französische Vorschläge in Lonöon. Pfalzfrage. Die Kölner Zone. DeuksHkand und der Völkerbund.

»ib London, S. Febr. (Tel.) Der diploma- klsche Lcrichlerstaller de» »Daily Telegravh- schrelbl:

Die französische Xegtenmg habe in Sachen der Verwaltung der Pfalz ein, neue An- regung unkerbreiket, die in London einer freund­lichen LrwZgung begeznekm. Sie sehe enter an­derem eine Rückkehr der regulären Beamten au» dem Reiche oder au» Bayern nach der Pfalz vor, soweit sie nicht auf besonderen Befehl der Ober- kommlssiou ausgewiesen worden seien und die Un - g! l t i g k e i t der Anweisungen, die von den Se­paratisten selbst ans eiscne Initiative oder durch dis örtlichen BrsahimgssrhSrdru bszrs. im Verein mit ihnen durchgefShit worden feien. Dem Be­richterstatter zufolge sind die Verhandlungen zwi­schen der franzsfisch-belglschen Regie und den ört­lichen brilifch-n Behörden zweck» Erzielung eine» Riodu» vivendi zwischen der Kölner Sisen- bahnvecwaltung und der unter der Scn- frotte der Regie befindlichen Linien jetzt auf Grund­lage des Vertragsentwurf, vom 24. Dezember 1921, den die französisch, Regierung bi,her zur Rakis!- zierung abgelehnt hak, wieder ausgenommen worden.

Ferner sei es nicht unwahrscheinlich, daß di« französische Regierung bald wieder die Frage der alliierten Kontrolle über di, deut­schen Rüstungen aufnehmen werde. Gestern in London eingefroffene Informationen gehen da­hin, daß Frankreich der Aufnahme Deutsch- y1"" " ei1 ..............

ES ist bte funfttqe bemidje Heilige! Snll, be» scheivin, einfachen S anbei, in ber weltfernen grün« umbuichien Einamkeii threr Heimat ausgewachsen, von goitelfürdjttgen Eltern ei zogen, taglüber bet harter Aideit, nachts im (Sehet und immer in bie Liebe Gottes unb bte Nachten versenkt. In threr glaubeniarmen v.rnunfluolzen Zell wollte Gott in Anna Katharina wenigsten! eine Seele ganz sein eigen nennen, eine Seele haben, die sich selber voll brennender tilut zum Sühnopfer dardöte, um b.e Kalle und Lauigkeit der anoetit in e,was gut zu machen. Eine Seele, bte unentwegt, unter beit aller chwcrften Bedingungen, der Liebe neu bliebt unb aus dem Kreuze, auf das tiott sie gelegt, aul' hielte bte zum Enve.

Er fand diese Seele in Anna Katharina und e» war nichts Kleines, wa» er von ihr fordertel Mehr fast, als ein Mensch ertragen kann. Ist es schon an und für sich ein schweres Kreuz, anders als der Durchschnitt zu (ein, von den andern verschieden, nicht von ihnen verstanden zu werben, ja nicht ver­standen werden können, weil die Grundbedingun­gen fehlen, so wird dies Anderssein doppelt hart durch beständige körperliche Leiden, die sich die Um­welt nicht erklären kann. Dazu gehörte, daß Anna Katharina keinerlei feste Nahrung zu sich nehmen konnte, nur von Wasser und kleinen Mengen ande­rer Flüssigkeiten leben mußte. Deshalb wurde fr verhöhnt uyd verspottet, ja man hielt sie für eine

land» in de« Völkerbund nur zustimmen werde, nachdem Deutschland all, militärischen Be­stimmungen de» Versailler Vertrag» ersüllt habe und auch die Aufrtzhtlgke'ck betreff» Erfüllung sei­ner Reparalionrverpfiichtungen bewiesen habt.

Lloyd Georges Enthüllungen.

Lloyd George hat versucht, im Interesse der Be­ziehungen England» zu Frankreich die hier schon er­mähnten Angaben über das geheime Einvernehmen Elemenceau» und Wilsons im Jahre 1919 atzzu» schwächen. Dazu wird jetzt gemeldet:

wtb London, 0. Jebr. (Id.). Dem »Daily Telegraph- zufolge berichtet Harald Tender, der in der »Rewyork-World- die angeblichen Arutzerungrn Lloyd Georges veröffentlicht hat, daß er ; u j e d e m Worte seins, ersten Artikel» stehe. Er fügt hinzu, daß Lloyd George in feiner Erklärung «sch weiter gegangen fei und dies« in Anwesenheit verschiedener Zeugen gemacht habe. Dem »Daily Telegrsxh- zufolge erklärte Lloyd George auf die Bitte, zu diesen neuen Erklärungen Stellung zu nehmen, er stehe zu jedem Wort seiner MlkrKungen und lehne es ab, sich auf eine weitere Er­örterung über eine Unterhaltung einzulassen, bte er «fit Gästen in seinem eigenen Hause geführt habe.

In der französischen Kammer

wird über da» Ermächtigungsgesetz heftig weiter gestritten. Zwischen einigen Abgeordneten kam cs über die Frage, wer den meisten Patrio- tismus besitze, zu heftigen Zusammenstößen. Der Abg. Offola beleidigt den Abgeordneten Ta- ponnier. Ministerpräsident Poi ncare ruft in dm Lärm hinein: Was kann die Kammer bei solchen Debatten gewinnen! Inzwischen apo­strophieren sich die Abgeordneten und es kommt zu lebhaften Szenen. Kein Redner kann sich Gehör verschaffen. Rur Poincare ist in der Lage, folgen­des zu erklären: Ich flehe di« Abgeordneten Ta- ponnier und Reynaud im Namen des Vaterlandes an, diese Debatte zu beenden. Wenn sie andauere, werde er den Saal verlassen. (Lebhafter Beifall auf zahlreichen Bänken. Heftige Erregung.) Da die beiden Abgeordneten Taponnier und Reynaud ober trotzdem ihre Diskussion fortsetzen, ergreift Ministerpräsident Poincare sein Portefeuille und verläßt, vom Finanzminister gefolgt, dieRegie- r u n gs b a n k. Die L i n k e a p p l a n d i e rt. Auf der äußersten Linken wird gerufen: Auflösung, Demission! E» bemächtigt sich eine große Erregung der Kammer, sodaß der Präsident die Sitzung unterbricht. Der Sitzungssaal leert sich und die Ab­geordneten begeben sich in die Wandelgänge, um zu erfahren, warum Poincare den Saal verlassen habe. Auch die Journalisten begeben sich in die Dandelgänge. da sich da» Gerücht verbreitet hatte, Poincare wolle seine Demission geben. Einige Mi­nuten später sedoch erfährt man, daß diese» Ge­rücht f a l s ch ist und daß die Sitzung wieder aus­genommen werde.

D« trieberttufgenontinme Sitzung »frü em Montag sortgesuhrt werden. Zu ber Vorlage selbst ist noch zu bemerken, daß sie 109 Artikel umfaßt, und daß übet 150 Abändirungsanträg« eingebracht worden sind.

Vorzeichen Ler UsichstagsMahlen.

In ein->r Versammlung der Temvkralllchen Panel in (Eyailottenburg sprach der d - mokra - tische Paneivorützenbe R eich 1 m t n t ft er a. D. Koch über bat Tbema »Bvlk in Not". Im Hin­blick aus die Neuwahlen ei Hörle bei Redner, dag er auch für den zukünftigen R-ichslag dir Große Koalition für die einzige RegierunaS- m ögl ich keil halte. Ein Bürgtrblock mit Einschluß der ieutfdmnttonateH würde in Deutschland unsag­bare Zustände schaffen, aber ebenso unmöglich tei ein» Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten, wenn sie mit den Kommunisten, wie in Sachsen, an einem Strang« ziehen.

Die kommenden Wahlen rufen Partei-Neu- grünbungen beivor. Es ist u. a. eine Republi­kanische Partei gegründet worden, an de, en Spitze untrt anderen Pios. Etier-Lomlo unb Friy v. Un-

Betrügerin, die heimlich esse, öffentlich nichts zu sich nehme, um sich wichtig zu machen. Man nötigte ihr mit roher Gewalt schwere Speisen auf, wodurch sie durch Schmerzen, Elend und krampshaftes Wür­gen bis an den Rand des Grabes zeitweise gebracht wurde. M dieses ist schon hart genug, kommt aber dazu, daß die vielverdächtigte Kranke eksta­tische Zustände hat, ein geteilte» Leben führt, halb hier auf der Marterwelt, halb drüben im Geistigen, und wenn sie zum Schluß gar mit dem furchtbaren Siegel Christi, den Wundmalen und der Dornen­krone gezeichnet ist, |o gehört eine übernatürliche Gnade unb ein Heldengemüt dazu, die» alles zu ertragen, ohne in der Gottes- und Nächstenliebe zu ermatten.

Besonders in der N ö ch st e nl 11 b e ! Man muß es in den beglaubigten Berichten Nachlesen, was Anna Katharina seitens ihrer Mitmenschen auszustehen hatte.

SEI- hart, ja grausam war nicht die geistliche Untersuchung! Wie aller Menschlichkeit bar di« polizeiliche! Wie wurde die Leidende von ihrer Umgebung gequält und wie standhaft blieb sie im Gebet, in der Fürbitte und wie harrte sie aus in der Opferliebe! Auch sogar, wenn wir annehmen wollten, daß Gott ein solches Gebet für seine Kirche und die Keinen nicht beachtet hätte, nicht mit Er- -Srrng belohnt, müßte uns doch bis Tatsache er« «rtfiten, daß sich ein Wesen in unterer kalten Selbst-

ruh stehen. Neuerüing! wirb au! Westdentjchlanb von ber Gründung einerChristlich-Soziale«, Volksgemeinschaft" berichtet, bte sich Haupt-: sächlich auf linksgerichtete Zenttumskreffe stützen will.'

Tel Reichlkabinett hat den Entw urf betreffend eint Aeitbernng bei Reichswaylgejetzes genehmigt.

Deutschez Reich.

* PoMlsch« Pecsonsnnachrichke«. Der neue ja­panische Botschafter Honda ist in Berlin einge« troffen.

* Grneralseldmarschall Prinz Leopold va« Bayern, der Senior des Hauses Wittelsbach, feiert heut« feinen 78jährigen Geburtstag.

Kusiand.

* England und Spanien. Rach einer Meldung aul Bar erl »na sind bort sieben To'pedoboots- zernöcer unb ein Werkstattschiff englischer Flagge angekommen.

* «uch Jtalie« hat jetzt die russische Sowjet- Republik 6t jure aneikannt unb bie '»fertige Er­nennung einte Doischaiterl in Aulsicht genommen.

* lieber de« Nachfolger Lenins berichtete die Times: Alexei Iwanowitsch Rykow ist rin Stock- riisse un» stammt aus Saratow. Er steht im 44. Lebensjahre. Sein Vater war ein Kanfmann bäuer­licher Herkunft. Rykow hat bi« üb'ich« Laufbahn eines jungen Mitgltebes ber russischen Intelli­genz durchgemacht. Er ging zur Universität, ent­wickel!» sich zum Aevolntiooär und Bolschewisten un» blieb dann in enger Verbindung mit Lenin, besten Weggenosse er währenb der Zeit seiner SBet», bannung bis zur Besitzergreifung der Macht im Krewel war. Seine Aulbildung oenoZ Rykow auf ber Univrisi 5t von Kasan. Im Jahre 1901 wurde »r wegen seiner «tioluhonSien Tiribereien verhaftet, aus Haraiwv aiisgewirsen und von der Un versiiät aulgeschiosten. Nach ber Spaltung ber ruisischen loziaidemok a ischen Partei im Iabre 1905 trat er auf bie Bette bet Bolschewisten. Im Jah>e 1907 wurde er wieder verhaftet und für zwei Jahre nach Samara ges tickt. Im ganzen brachte er 7 V« Jahre im Gefängnis zu.

veamtenfragen.

Sine beacht tiiwerle GetlchkrenlschÜbung. Die X5 Iivilkamm.'r der Landgericht» II in Berlin entbiet in einem Prozeß gegen di; Führer einer Dramtenorganr, letten, daß der Vorstand der Grrvkrk'L>asi für die wirt» schasttlöten Schäden, bie au» einem Tssenbohncrstre'tk er­wüchsen, haftbar sei, unb erklärte einen besonberei? Aegreßanspruch gegen bie Streckführer für berechtigt, 3p der lldtilsbegtünbung wird gesogt, daß durch bie Reichst Verfassung den Beamten nur bie SJerelnsfrek heil, nicht aber dar Streikrecht garantiert fei. Deck Ettelk der Eisenbahnbeamten erscheine auch in hohen» Maß« verwerflich, denn der reg-lmä»ige Betrieb ber Eisenbahn fei von seither Bedeutung, daß in einem län­geren Ruhen de» Eisenbahnverkehr» eine Lefährdunt der Ordnung und Sicherheit liege.

wirtschaftliche Uampsbewegungek-

= Neuer Streik inn$l<Kb. Au» London wirb gemeldet: Die veren »gien Gewerkschaften der 'iftafcbuirtu und ®cl)tff«t>auiiibujtne haben eine Forderung auf ein» t'ojnetböjun.i von 10 Srbilling pro Lllowe für all» Dockoivriter ein, »reicht. Liruter meldet: Der St tert »er deutschen Seeleute t|t beendet. 6» ist et« -abfemmen getroffen worden.

von den Hochschulen.

en ««heil,front »er »attz. stnbent»» München». Stink mehr hat «ch airw oie tatt) Jt.-XS. Korporation »Rhena» Bava ta* all letzte tat!). Vereinigung der gewaitu «I Einüeiilfront der kath. Sindentenschast München» bei» gesellt. Damit ist die Einheitlsroni der oefamten kaiho« Irschen Studentenschaft München» hergestellt. Rheno- Vavaria, die viele Mitglieder au» dem Baycrtichcn «del ausmeijt, hat schlirtzlich auch ein leseqen, vag tatho- llsche Äiundsotze auf die Dauer kein Zusammengeye« mit den böitiiajen Studenten geaalten.

fuchlswelt vor inniger Liebe verzehrt unb im from­men Glauben ausharrt, ein ganzes Leben be» Leids, in Geduld und Fürbitte verbracht, fei gut und nützlich für die Menschheit, könne den Segen Gottes auf seine Kirche herabziehcn.

Ein solche» Beispiel tut auch uns not in unserer schweren Zeit. Auch wir müssen daran erinnert werden, daß die Liebe das Höchste ist und daß sie allein un» über alle Lebensnöte hinweghelfen kann.

Für alle, die Nähere» über Anna Katharina wissen möchten, sowie über den augenblicklichen Stand ihres Prozesses und andere aus sie bezüg­liche Fragen, sei ber Emmerichkalender empfohlen, der vom Auguftinerorden im Ritaoerlag Würz­burg herausgegeben wurde, zum Andenken an ihren hundertjährigen Todestag. Er bringt in ge­radezu muftergiitiger Weife eine Fülle an Stoff und ist mit hochoriginellen Schattenrissen unb Bil­dern geziert.

Möge ber Scligsprecht'ngsprozeß bald zu Ende fein, daß unser Volk die ihm zukommende Heilige hat. Dem gekreuzigten Volk eine gekreuzigte Hei- liqe! Ein duftendes Veilchen aus Gottes großem Garten! Freuen wir un» auch, daß aus unserem Blute eine jener begnadeten Seelen hervorge­gangen ist, die am kristallenen Strom der Ewigkeit das'Lob Gottes singen und unserer in Fürbitte gedenkens ' Anna Freiin oon Krane,