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uldaerZertung

AmlNcher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

Mittwoch, 6. Zebruar 1924

Nr. 31

Um Oie vaierichast Oer Rentenmark.

LngUIche Politik

reffen, ihr erbitterster Gegner nicht daran, in allen Dingen,

sfragen

: eine R o g g c

>n, fin den Rogg

heißt: ,

Die Zustände, die sich in der französischen Zone I zv w' dem auf Grund des Dertraaes von Derfailles 1,3i

Wer ist nun aber der Vater von dem Kind? Herr fielfferich hat eine Roaaenmark vor-

"Entwurf vorlegen, in dem auf die von der Kom­mission geäußerten Bebenten Rücksicht genommen werden soll. *

* Der sächsische Ministerpräsident in Berlin. Rach einer Meldung aus Dresden begibt sich der sächsische Minffterpräsidet Heidt am Dienstag zum Besuch des Reichspräsidenten und des Reichskanz­lers nach Berlin.

neterer Form geltend zu machen und sich damit einen Einfluß w sichern, der ihnen auf andere Weise glatt versagt bliebe.

Ramsar, Mac Donald, der als Premierminister ein Gehalt von 10 000 Pfund Sterling bezieht, bat beschlossen, auf die Hälfte dieses Betrages zu ver­zichten. keinerlei'« teilt Lord Haldane, der dos Amt des Lordkanzlers versiebt, mit, daß er biit 10 000 Pfund, die ihm zustehen, sich mit nur 6000 Pfund begnügen werde. Man rechnet damit, daß noch eine Reihe anderer Minister, soweit eS ihnen ihre Mittel erlauben, pekuniäre Opfer bringen werden.

«eranttvortiüb lür die SckriMeuung: Dr. Sebatme» Jl tarn et. Anzeigen: I- $ arretier. Saldo. Rotationsdruck und Verlag der

Fuldaer AcUendrnckerei in Fulda. Sernivrelber Ar- 9. ::

Be«n«§vreiS: Monat Februar 2.00 «oldmark lrei Saus.

Deutsches Reich.

* Der Venvalknngsabbtm in Preußen. Wie da, 8.1." hört, wird diepreußischeRegierung in allernächster Zett, nachdem ihre Verhandlungen mit dem Landtagsausschuß über den Gesetzentwurf zur Durchführung von Abbaumaßnahmen in Preu-

In bttGermania" lesen wir:

Die Suche nach der Vaterschaft, dierecherche de la patemit-" der französischen Jurisprudenz, pflegt sontt von einem Kind oder dessen Mutter aus zügeyon, wenn ein Vater sich feinen BerpMiuwn «reicht. In der deutschen Oefiencuchkeit vou^wh sich nun der umgeiehrre Vorgang: em Wann^ wüt unter allen Umständen als Vater eines Kinde- an­erkannt werden, das zwar einige Zuge von rh n trägt, aber nicht die wesentlichen. Warum bsmuhr num sich in politisch ganz Dr.

Helfferich als den V

man sich in politisch ganz bestimmten Kreisen Dr. Helfferich als den Vater der Renten- mart hinzustellen? Warum bemüht sich es ist etwas peinlich, dies zu sehen Herr Dr. Heller ich periönlich und publizistisch um die Anerkennung die­ser Vaterschaft?

Allerdings: das Kind, um das es sich handelt, ist aut gediehen. Man könnte jetzt mit ihm Staat machen. Wäre es anders, dann würde man es prompt verleugnen. Dann würde man all Die me- senklicken Unterschiede zwischen dem chetlsenaischer, Roagenprojekt und der Rentenmark haarktein auj- xäblm. Hätte die Rentenmark Mißerfolg gehabt, dann wären auf dem nämlichen Zeitungspapier, wo heute die Vaterschaft Helfferlchs an ihr reklamiert wird unter Vorwürfen an die Verfälscher des Helsfe- rich-Entwurfes nachgewiefen worden, daß diese Ren- tenmark natürlich mit Dr. Helfferich gar nichts zu

ist. Das hindert aber nicht daran, m allen Dingen, die den gemeinsamen Interessen des Landes und der Derttettmg und Wahrnehmung dieser Interessen nach außen gewidmet sind, eine schier u n g e b r o. chene Front der Angehörigen aller Bevölkerung-klassen zu bilden.

Das ist eine Methode, die sich in England gewiß m iahrhunderte langer Ueberlieserunq hsrausgebildet hat und die man freillch nicht von einem Lande ver­langen kann, das erst einige Jahrzehnte em einheit­liches Gebilde ist, in welchem sich eine Tradition noch gar nicht entwickelt haben kann. Aber bei aller Zer­rissenheit, die Krieg und Unruhen bei uns schufen und die eine derartige innere und äußere Geschloffen- beit nicht auskommen ließen, könnten wir doch von gennffen Methoden der englischen Politik lernen. Wenn man sich noch daran erinnert, wie bei uns in Deutschland die mit Rußland vor etwa drei Jahren eingeleitete wirtschaftliche Verständigungspolitik be­kämpft wurde, wie man die betreffenden Männer um dieser Taktik willen auch persönlich auf das Er­bittertste angriff und wie einer von ihnen sogar von einer mörderischen Kugel jum Opfer fiel und wenn man sieht, wie solche Ding« in England bear­beitet werden, so kommt uns doch der krasse Gegen­satz erst recht zum Bewußtsein.

Auch in England wird es viele Kreise geben, die mtt dem jetzigen Schritt der Arbeiterrrgierunq nicht einverstanden sind, aber sie hüten sich, der Außen­politik ihres Landes Schwierigkeiten zu machen, lassen es auf den Erfolg ankommen und suchen im übrigen ohne viel Aufhebens nach außen, ihre Be­denken und Einwende in anderer, aber viel geeig-

geschlagen. dit pK'schön, an 15?n Roggenpreisen bitte abtefen, um 30 Proz. schlechter wäre als im No­vember. Also kann Herr Dr. Helfferich der Vater der Rentenmark nicht gewesen fein. Die Vaterschaft könnte er hat es nicht getan auch Herr Dr. Hilserdma in Anspruch nehmen; denn unter feiner Finanzministerschast entstand aus dem Holsferich- schen Rogaenentwurf der Rentenmarkentwurf. Aber auch hier ist die Vaterschaft nicht eindeutig; es be­stätigt sich der alte Juristensatz, daß nur die Mutter

Der Unterausschuß für Währungsfragen beschäftigte sich wetter mit den Vorbereitungen zum Plan« der Gokdnotenbank. Der Unterausschuß für das Budget hat den deutschen Haushaltsplan für 1924 geprüft und von der deutschen Regierung wei­tere Informationen hierzu verlangt. Man gedenkt, mit Staatssekretär Fischer und weiteren deutschen Sachverständigen die einzelnen Einnahme- und Ausgabeposten durchzugehen.

Der Zweite Ausschuß, der überhaupt nur einige Tage in Berlin verweilen wollte, hofft Ende der Woche mtt seinen Arbeiten in Bersin fertig zu fein. Höchstwahrscheinlich wird er Ende der kommenden Woche neuerlich in Paris zusammen treten.

DerBerl. Lokalanzeiger" berichtet, daß die Buchhaltungssachverständigen des 2. Sachverständigen ausschusses vorläufig noch in Berlin bleiben werden, da bei der Schwierigkeit der von der Kommission gestellten Fragen noch nicht alle Ant­worten von fetten der Regierung eingegangen seien. Die Untersuchung, die bei der Deutschen Bank am Samstag chren Abschluß gefunden habe, werde im Lause dieser Woche fast a uf sämtliche Groß-

D-ie bedingungslose Anerkennung der Sowjet-Regierung durch England hat alle Wett überrascht. Gewiß war es ein wahlprogramrnattscher Punkt der englischen Arbeiterpartei, diese Anerken­nung durchzusetzen, falls die Arbetterpartei an die Macht käme. Das Verlangen danach wird schon seit Jahren betrieben, doch glaubte alle Welt, daß es sich hier mehr oder minder um eine taktische An­gelegenheit handele. Wenn nun der englische Mini­sterpräsident so verblüffend rasch die Anerkennung der'nisstschen Sowjet-Regierung im englischen Ka­binett beschließen «, so lagen dafür besondere Gründe vor. Man war unterrichtet darüber, daß Italien seinersetts unmittelbar vor einem Be­schluß der Anerkennung Sowjet-Rußlands stehe. Es hätte gewiß für die englische Arbeiterpartei und ihre Führung einen empfindlichen Schlag bedeutet, wenn das faszisttfche Italien, das Italien des nationalistt- fchen Diktators Mussolini s r ü h e r mit der Anerken­nung Rußlands zur Stelle gewesen wäre als die gegenwärtige englische Regierung mtt ihrem sehr starken sozialistischen Einschlag.

Und nun erleben wir das schier Verblüffende, daß nämlick die englische Oeffenilichkeit, auch die englischen bürgerlichen Parteien mit dem Beschluß des Kabinetts sich im großen und ganzen einver­standen erklären. Man ersieht daraus die ganz anders geartete außerpolitischen Einstellung des Engländers, gleichgültig auf welchen Parteibänken er sitzt, eine Einstellung, die dem kontinentalen Eu­ropa nur sehr schwer verständlich ist. Selbst die äußersten Rechts-Poliliker, die Hochkonservativen in Englanv haben gegen die Anerkennung an sich kaum etwas einzuwenden, sie machen nur Formal-Gründe j für ihre Zurückhaltung geltend, fo bett Umstand, daß Macdonald diesen Kabinettsbeschluß^herbei- führen liefe, ohne vorher mit den Parteien Fühlung zu nehmen. Warum aber rasches Entschließen not- ' wendig war, ist eben bereits dargetan.

Daß England nun mit einem Male eine völlige Schwenkung in seiner Haltung zu Rußland eut« nehmen werde, ist mit diesem Böschluß der offiziellen Anerkennung Sowjet-Rußlands indessen nicht ge- I sagt. Schon bisher haben alle englischen Regie­rungen in sehr engen wirtschaftlichen und politischen Verbindungen zu Sowjet-Rußland gestanden. Die englischen Kapital-Konzessionen, an denen za auch sehr weite Kreise der Hochkonservativen in England mit beteiligt sind, haben zwischen den beiden Län­dern schon manche Verbindungen geschlagen, öic sich jetzt lediglich formell auswirken. Denn der Zustand, der letzt geschaffen wird, ist im Grunde nur eine Besiegelung des bisherigen Verhältnisses. Es ist charakteristisch, daß eine Arbeiter-Regierung bezüg­lich der sowjettstischen Propaganda im Ausland mit nicht geringerer Schärfe alle zweckdiensichen Vorbe­halte machtt als sie von den früheren englischen Re- I gierungen schon erhoben worden sind.

Aber auch dieser Vorgang zeigt uns wieder di« gerade bei uns zu Lande so wenig bekannte vr6 I doch so notwendige Betrachtung aller politischen und wirtschaftlichen Lebensfragen einer Ration unter dem Gesichtswinkel der Außenpolitik. Hier ist uns das von einer Arbeiterregierung geleitete England nicht minder ein Vorbild als das von jeder I anderen früheren Regierung geführte Britische I Reich. Es gibt eben für England außenpolitisch be- I stimmte Abhängigkeiten, Notwendigkeiten, auch I alte Ueberlieferungen, ja förmlich politische Gesetze, die von ke n em Engländer, wie immer außenpoli­tisch er auch stehen mag, mißachtet werden und an I die er sich in seiner ganzen Einstellung zu denFr^- I gen seines Landes unbedingt hält. Den klassischen I Beweis, daß dem so ist, üefert gerade jetzt die Re- I gienmg des Arbeiterführers Ramsey Macdonald.

Die grundlegende Verschiedenheit des englischen I politischen Charakters zu dem Charakter der festlän­dischen Nationen und nicht zuletzt zu dm uns Deut­

wirtschaftliche Uampsbewegrmgen.

5um Streik ht Llbrrfel». Die Angestellten bez Schwrbeoahn una bet elektrischen Straßenbahn in Slberfel» haben bebinuinaSlol die Arbeit wieder oufiienomme«, ebenso di- Angestellten dec bergischen Kleinbahnen für den inneren Stadtverkehr. Dageg -n haben oie Gemeindearbeiter von Barmen und Elberfeld b-schlcsicn, im Streit zu verharren und den Schiedsspruch abzuwarten.

Zusaiimenbrechrnder «rneralstrelk. .Aufwärts-" das Crgan der Christlichen Gewerkschaften, meldet: In den Mannesmann.Walzwerken haben die Arbeiter die Wiederaufnahme der Arbeit erzwungen. Runs 1000 Mann haben die Arbeit bereits wieder auf- pcnommeng Auch in ande-en Betrieben wir die Arbeit wiever oufgervnimeri. Bei der Rheinmetall-Gesellschaft mbeiten bereits 3000 Mann. In Benrath ist der Geaeralstreck ebenfullS »uiammengebrochen.

banken ausgedehnt werden.

Die deutsche Rot. Das Urteil eines Schweden.

Der schwedische Volkswirt Dr. Karl Hilde­brand, der kürzlich in Berlin weilte, um sich im Auftrage des schwedisch en Roten Kreuzes von der wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung durch eigene Beobachtungen ein Bild zu verschaffen, erklärte vor seiner Heimreise einem Mitarbeiter derDeutschen Allgem. Zig." u. a., wer von einer Not in Berlin nichts gesehen haben wolle, sei den Orten des Elends absichtlich oder unabsichtlich aus dem Wege gegangen. Tiefen Eindruck habe an­gesichts der großen Not die zuversichtliche Haltung der deutschen Führer auf ihn gemacht, mit denen er habe sprechen können.

Großen Respekt habe er von der deutschen Selbsthilfe bekommen. In dieser Beziehung sei das Ausland schlecht informiert. Zum Schluß faßte Dr. Hildebrand seine Eindrücke folgender­maßen zusammen: Die N o t in Deutschland ist noch immer riesengroß. Die deutsche Selbst­hilfe tut, war sie kann.

Unn-gedungen für die Pfalz,

Aus den verschiedensten Volksschichten wurde in allen Teilen des Deutschen Reiches in der letzten Zeit vielfach gefordert, der unlös­baren Zusammengehörigkeit aller deutschen Stämme mit den Pfälzern einen sichtbaren, macht­vollen Ausdruck zu verleihen. Wie wir erfahren, findet am 17. Februar i m g a n zen R e i che ein Pfalztag als machtvolle Kundgebung der Brü- iertreue und als Opfertog für die deutsche Pfalz statt. Die Kundgebung geht aus und wird getragen von den politischen Parteien, von den großen wirt­schaftlichen Verbänden und von den sonstigen gro­ßen kulturellen charitativen und landsmannschaft­lichen Vereinigungen. Es wurde ein Arbeitsaus­schuß gewählt, der alle Vorbereitungen treffen wird, um den Pfalztag in ernster, würdiger Weise durch­zuführen. Gleichzeitig wird aufgefordert, in allen Städten und Gemeinden örtlicheAusfchüsse zu bllden, die sich die Vorbereitung und Durch­führung der Pfalzkundgebung angelegen fein lassen.

Der ftanzösischen Regierung ist durch die deutsche Botschaft in Paris wegen der Zustände in der Pfalz eine Rote übergeben worden, in der es u. a.

schen anhaftenden Eigenschaften w:-"d aber erit red£ gezeigt durch das Verhalten dsriemgen politischen Partei in England, die in starkem Gegensatz zu> der Arbeiterpartei, zu den Sozialisten überhaupt, steht. Das englische Bürgertum, auch das hochkomerva- ttve, sagt nicht etwa der Arbeiterpartei den entso-ws- senen Kamps an. Die konservativen Blatter ertlarten vielmehr, daß sie ihrerseits, der Arbeiterpartei keinerlei Schwierigkeiten zu machm ge­denken, daß sie vielmehr zu ihrem Teil m'chehen würden, auch unter einer solchen Regierung den Interessen des Landes zu dienen. Es mag ia fern, daß man in England auch diese Dinge gewisser­maßen von einem sp örtlichen Interesse aus be­trachtet, und daß man daher gespannt darauf ist, wer in diesem polittschen Rennen den Sieg davon trägt. Aber diese Einstellung zeugt andererseits doch auch von einer politischen Reife, und auch einer dein Gegner gerecht werdenden Gesinnung, die an­derswo nur lehrreich wirken kann. .

Gerade bei uns zu Lande hat man sich vielfach, und in neuerer Zett mehr als je zuvor, die uve Gewohnheit angeeignet, in dem politischen Gegner ein Subjekt zu sehen, das man auch nut per- sönlichen Mitteln ungehemmt bekämpfen dürfe. Das fft eine rückständige Auffassung, die dem Wesen, Sinn unb Ziel der Politik zum Segen des Volkes und der Wohlfahrt des Landes in keiner Weise ge- recht wird. Das englische Bürg-rium weiß ganz genau, daß die Arbeiterpartei in innerwirtschaft­lichen Fragen, namentlich in. denjenigen, die den Produktionsprozeß betret

Bette WMWlsMm? 1

Aus London wird gemeldet, daß in einer als sehr wichtig bezeichneten Sitzung des neuen englischen Kabinetts außer dringenden inneren Problemen die Frage der Vereinbarung einer neuenReparationskonferenz er­wogen worden sei. Der britische Botschafter m Paris, Lord Crewe, sei in London eingetroffen und werde eine Unterredung mit Macdonald haben. soll wichtige Vorschläge überbringen.

Reichsfinanzminister Dr. Luther machte, nach einer Berliner Meldung, am Montag Vertretern Der am Handel mit England interessierten Wirt- schaftskreise folgende Mitteilung über den Stand ber Verhandlungen mit der britischen Regierung wegen der englischen Reparationsab- gaben.

Die Verhandlungen mit England über das Ger­man Reparation Recovery Gesetz sind auch nach der Rückkehr unserer Delegation aus London fort­gesetzt worden. Wir tun alles, was in unserer Möalichkeit steht, um eine E i n i g u n g zu erzielen. Die Wiederaufnahme der Barzahlungen unter der ferneren Beibehaltung des Gesetzes ist ledoch für uns unmöglich, weil unser Budget diese monat­liche Belastung von 1517 000 Goldmark gegen- wärtig nicht trogen kann. Wie bedeutsam dieser Posten im Budget ist, erkennt man, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Gesamtsumme der Ge- hälterallerReichsbeamten monatlich 45 Millionen Goldmark ausmachen. Zahlun- gen in verhältnismäßig fo bedeutender Höhe wur­den sofort den jetzt erzielten Zustand wieder m .Frage stellen, was auf jeden Fall vermieden werden »muß. Wie haben bereits in London der engli- kchen Regierung eine Aenderung vorgeschla- gen. Diese Vorschläge haben wir jetzt ergänzt und hoffen, daß es England nunmehr möglich sein wird, sie anzunehmen und damit alle Schwierigkeiten, die dem Handel entgegenstehen, zu beseitigen.

Sie WfflhiHn-AMM.

Der Plan der Goldnotenbank. Prüfung des Haushalts. Besuch bei sämtlichen Großbanken.

Warum verichweigt man aber heute diese Un- terschiede, warum will man die Rentenmark als Lösung der WLhrungsfrage und als geistiges Kind helfferichs hinstellm? Es liegt dem ein richtiger politischer Instinkt zugrunde. Man weiß, daß die Stabilisierung des Geldes, die wlederhergestellle Rechtssicherheit der irn Geldzeichen ausgedrückten Güteransprüche, eine ungeheure Wohltat, der ent­scheidendste Fortschritt der Nachkriegszeit gewesen, ist. Für das Volk drückt sich dieser Fortschritt un D-ffem der Rentenmark aus; das Volk pflegt über woh- rungstechnffche Dinge schon deshalb nicht mehr nach­zudenken, well es von der Nationalökonomie meist anspruchoollen Unsinn darüber zu hören bekam. ,~5 Olt also, Vater der Rentenmark zu jein, um eine parole und einen Glorienschein zu besitzen; das Volk ist dann instinktiv für die Wohltat der neuen Rechtssicherhrit des Geldes dankbar.

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besetzten deutschen Gebiete infolge der separa­tistischen Umtriebe herausgedildet haben und die Förderung, die den landesverräterischen Elementen bei ihrem Vorgehen gegen die deutschen Behörden und gegen die Bevölkerung seitens der französischen Desatzungsbehörden zuteil geworden ist, haben bereits wiederholt den Gegenstand von Beschwerden der deuffchen Regierung bei der ftan­zösischen Regierung gebildet. Inzwischen haben die Verhältnisse in der Pfalz eine Entwicklung genom­men, die von der deuffchen Bevölkerung und der Regierung nicht länger ertragen werden kann. Die deutsche Regierung sieht sich deshalb veranlaßt, neuerlich mit allem Ernst die Aufmerk­samkeit der ftanzösischen Regierima auf diese Zu­stände zu lenken, und sie auf die schwere Ver­antwortung hinzuweisen, die sie auf sich nimmt, wenn sie nicht gemäß der ihr als Be­satzungsmacht völkerrechtlich und verttagsmäßig ob­liegenden Verpflichtungen alsbald dafür sorgt, daß die Bevölkerung von den Bedrückungen einer klei­nen, noch dazu arößtenteiks landfremden Minderheit, die gegen den ausgefproch-nen Dillen einer überwältigenden Mehrheit die öffent­liche Gewalt mit ftemder Hiffe an sich geriffen hat, befreit wird und es ermöglicht, daß hie deutschen Behörden in der Pfalz gemäß den Wünschen der Bevölkerung ihre Funktionen wieder frei und un­gehindert ausüben können.

Aus Düsseldorf wird gemeldet: Nachdem die Besatzung kürzlich für 70 Büroräume, die nicht zur Verfügung gestellt werden konnten, das hie­sige Gerichtsqebcw.de beschlagnahmt hatte, forderte sie neuerdings 120Wohnungenvon einem bis , !wei und 140 Wohnungen von vier bis fünf | l immer, _.

ganz sicher ist.

Womit sich aber der ganze Streit erledigt: die Rentenmark ist als solch« überhaupt nich t die Ur­sache der entsiheidenden Wendung zum Besseren; für die Zuteilung des Verdienstes an dieser Wen­dung ist es völlig gleichgültig, wer die Rentenmark erfunden hat. Die entscheidende Wendung beruht vielmehr auf der Begrenzung des Notenumlaufs aller Arten, auf der Währung?- und F-nanzpoliük also, deren Urheberschaft wohl niemand Herrn Dr. Schacht entreißen kann. Efft in der Pflege dieser Währimgspolittk konnte das Rentenmarkkind ge­deihen. Ohne diese Währungspolitik bliebe die Rentenmark vorläufig eine denominierte Papiermark mit etwas besserem Kredit, und die Wirkung dev Fundierung mußte man erst abwarten. Denn jetzt anerkennt das Ausland die Rentenmark auf Grund der Stabilisierung des deutschen Geldum­laufs, die das Wesentliche ist, nicht aber auf Grmch irgendeiner Vortrefflichkeit, die aus dem Rog­genentwurf Hslffrichs in das Rentenbankstatut her» übergenommen wurde.

Neben der Stabilisierung des Geldumlaufs war noch die Drosselung der Notgeldwirt­schaft uni) der entscheidende Schritt zu wertbestän- diaen Krediten maßgebend für die gute Wendung unterer Währungsentwicklung. Selbst dann, wenn Herr Dr. Helfferich das wäre, was er nicht fft, der Vater der Rentenmark, dann hätte er noch immer k e i n D e r d i e n ft an der tatsächlichen Entscheidung zum Besseren, die man nur deshalb ihrem Ur­sprung nach verwischen kann, weil gesundes Urteil über Währungsfragen selbst in Fachkreisen eine Rarität geworden ist.

Im übrigen fft die Rentenmark ja nur die Raupe, aus der der goldene Schmetterling einer endgültigen Dollwährung entstehen soll; erhöbe sich nicht hinter der Rentenmark das alte Gold­notenprojekt Dr. Schachts, dann würde vielleicht Verschiedenes anders aussehen, weil die i Rentenmark heute einen Teil ihres Kredits aus der Tatsache bezieht, daß sie als gesunder Ueber- gang zu Gesünderem geschaffen wurde.

Die Suche nach der Vaterschaft fft jetzt viel un­interessanter geworden, weil wir nachweiien konn­ten, daß ihr Ergebnis über ein tatsächliches Verdienst nicht entschiede. Roch bleibt aber die unbefriedigte väterliche Zärtlichkeit Dr. Helfferichs übrig, die wohl aus wahltechnischen Gründen von politischen tfreun« brn noch gestachelt wurde. Nun kann man aber beim besten Willen die Rentenmark Herrn Dr. Helsferich nicht als sein Kind ^usprechen; sie hat überhaupt keinen zweifelsfreien Vater. Sie hat nur die Mutter, der sie ihr Gedeihen verdankt: die Währungspolittk Dr. Schachts. Dennoch mußte Dr. Helfferich seine väterlichen Gefühle nicht brach liegen lassen. Es gibt in der Geldsortenfamilie ein stehen­gelassenes Kind, deffen Vater der sein muß, der 1 im WeMswa her Vater und fan Ruhrkrieg der ent*