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.V 29.

Sonntag, 3. Februar 1824.

-- Fuldaer Wertung

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Denkmal. 250

Reiche Auswahl :: Preisttsieii graft« franz Rappel, Kunstschmiede ^utda, Tkikalonssirah« 20 Telephon 489.

sie ihre Papiere behielten, mit der sich aus dem jähr­lichen Gefchöftsnutzen ergebenden Dividende sich be­gnügten und der Versuchung widerstanden, diesen Nutze« zu erhöhen, indem st« die Kurse durch Spekulanten künst. lich in die Höhe treiben ließen.

Ein volles Jahr vermochten sie die Disziplin unter ihren Truppen zu erhalten und dis Papiere der Dank von Navarra gerieten nicht in die Krallen der Spekula­tion. Allein nach dem ersten Geschäftsjahr lernte man die «rzrelten Resultate kennen: man erfuhr aus dem ber Generalversammlung der Aktionäre satzungsgemäß am Jahresschluh vorgelegten Bericht, daß die erzielten Ge­winne die Ausschüttung einer mehr al» zehnprozenti­gen Derzinsung des gezeichneten Kapital» gestatteten, und nun war der Verwaltungsrat nicht mehr fiert de» Marktes. Infolge der großen Nachfrage, die jetzt ein­trat. erreichten die Aktien alsbald einen Kur», wie ihn niemand für möglich gehalten hätte, und um sich diese Preissteigerung recht rasch zunutze zu machen, beeilten sich einzelne Aktienbesitzer, ihre Papiere zu verkaufen, die an der Börse zu einem ihren Nominalwert um das Fünf- oder Sechsfache übersteigenden Kurs notiert ww- den.

Schon da konnte man leicht erkennen, wie sich die Dinge gestalten würden, und wie sie sich dieser steigen­den Richtung wegen auch tatsächlich gestalteten. Es kam ein Tag, da die Haussebewegung mit einem Ruck inne­hielt. Diejenigen Leute, die ihre Aktien zu hoch be­zahlt Haven, begannen zu fürchten, diesem plötztichen Stillstand her Kurssteigerung könnte ebenso unvermittelt ein Sinken der Preise folgen, und suchten Käufer: die Papiere wurden massenhaft ong?boten und dies zeugte beredt genug für den panischen Schrecken jener Elemente, die bereits erkannt hatten, daß sie betroaen worden feien. Um einen weiteren Kurssturz zu verhindern und dadurch ein<? Katastrophe vorzubeugen, beschloß die Bank nun­mehr, die auf den Markt geworfenen Papiere um reden Preis auszukausen Doch ganz avge'ehen davon, daß st« satzungsgemäß eine derartige Operation nicht vor­nehmen durfte, hatte diese naturgemäß zur Folge, daß sie den Vorrat an flüssig-m Geld erschöpfte und die Bank gerade in dem Augenblick. da es am nötigsten gewesen wäre, in ihren Auskäufen fortzufahren, um einem wei­teren Sinken der Papiere Einhalt zu gebieten, m ihrem Vorhaben inne halfen mußte. (Fortsetzung fafgt)

3. Blatt

Die Aufwertung

werden.

MSB

runq tnroestellt werden, ims retten.

Eine Märtyrerin -er pflicht.

10. -----------

Von unserem Berliner --Vertreter.

Die Verhandlungen im Schoße der Reichsregie­rung über die sogenannte Auswertung sind nun zu einem gewissen Abschluß, aber noch nicht zu einem endgültigen Abschluß gekommen. Die Fülle von wirtschaftlichen, rechtlichen und vor allem auch sozialen Fragen, die mit der „Aufwertung" zusam­menhängen, lassen es doch geboten erscheinen, daß noch nähere Verhandlungen nicht nur innerhalb der beteiligten Ressorts, sondern auch in Fühlung­nahme mit den Parteien selber und den in Frage kommenden Wirlschaftskreisen gepflogen werden Die Reichsregierung hofft aber, die Arbeiten soweit fördern zu können, daß der F ü n f z e h n e r - A u s- schuß des Reichstages etwa am 8. oder 9 Februar mit der dritten Steuerverordnung befaßt werden kann.

Diese dritte Steuerverordnung stellt den Ab­schluß derjenigen Sleuerverordnung dar, die vor­läufig zum Zweck ber Sanierung der deut­schen Währung veranlaßt worden sind. Wäh­rend die bisherigen Steuerverordnungen die Auf­wertung der bestehenden Steuern und die Einkorn- menfteuer-Zahlungen für 1923 und 1924 regeln, soll jetzt eine Einnahmequelle für das Reich dadurch geschaffen werden, daß die durch die „Auswertung" erzielten Beträge zu Gunsten des Reiches, der Länder und der Gemeinden einer Abgabe unterworfen

Vorurteile auf beiden Seiten aufgeräumt, und ich darf sagen, daß gerade die männlichen Kollegen ganz anderer Berufskreise mir besonders freundlich gesinnt und bestrebt waren, mich in den Dingen zu unterrichten, die mir bisher ferne lagen. Welcher fähige Arbeiter würde sich nicht freuen, seine Kennt­nisse in einem viel größeren Betrieb verwerten und vor allein erweitern zu dürfen, dabei viele neue Einrichtrmgen und Möglichkeiten kennen zu lernen? So ergings mir bei der Mitberatung über Anschaf­fung und Aufbewahrung von Nahrungsmitteln,

Der Hauvtnnsfibuß nahm sodann nahezu ein­stimmig ein»n Beschluß an, bei der Reichsree'ermig dahin vorstellig Ul werden, d"ß in der ® o t b • bilanzverordnnna b«r M i n d e ft b e t r ag her Aktie nur 20 festaeseßt wird. Für die kommenden Verbandlungen über bas neue beusiche Zalltariffchema bat her Reichsm-rband eine han- drisnofitische Komw'üion unter Vorsitz des Staats­sekretärs a. D. v. Simson eingesetzt.

lanien, die durch die große Menge ihrer Aktien eine um so größere Macht ausübten, als sie selbst nur wenige an der Zahl waren. Dies« Leute bereiteten sich in aller Stille darauf vor, all die vielen naiven und vertrauens­seligen Gemüter, die bis an den Hals in gefährlichen Unternehmungen staken, zu überfallen und zu plündern.

Unter den verschiedenen Banken, deren Aktien der Spielwut als Beute hingeworfen wurden, schien nicht eine einzige ihren Aktionären so bedeutende und unzwei­felhafte Gewinne zu gewährleisten wie die mit einem Stammkapital von fünfzig Millionen gegründete »Bank von Navarra". Bei ihrer Gründung dachten ihre Schöp. fer nicht daran, auch sie zu einem Werkzeug der Speku- lation zu machep. Satzungsgemäß Halle sie den Zweck, der Industrie und dem Handel durch Kreditgewährung unter die Arme zu greifen, indem sie nur solchen Kauf- leuten beisprang, die ihre eigene Ehrlichkeit und die Ber- trauenswürdigkeit ihrer Unternehmungen nachzuweisen vermochten. Das Programm nahm sich sehr verlockend aus, und die Gründer gestalteten es noch verlockender, indem sie sich zu feiner Ausführung mit Männern um. gaben, die sich durch ihren Namen, ihren Reichtum und die Stellung die sie in der Gesellschaft einnahmen, hohen Ansehens erfreuten und die dadurch, daß sie sich an die Spitze der Geschäfte stellten, geichsam die Gewähr für deren streng reelle nud unantaftbare Durchführung über­nahmen.

Unter dieftn Namen, die ausnahmslos hoch geachtet und berufen waren, das größte Vertrauen einzuflößen, befand sich auch der des Marquis von Fosteuf«, des Vaters Franz', und fein makelloser Name, der unter den Prospekt gesetzt wurde, trug nicht wenig dazu bei, um Kapitalien heranzuziehen, die durch ihre Höhe die Grün­dung des Unternehmens bedeutend erleichterten.

Sobald die Derwaltungsräte ihre Tätigtest beginnen konnten, beschränkten sie sich auf die strikt« Einhaltung dcs vorgezeichneien Programms; sie gingen allen Bör- feiispekulationen sorgsültif aus dem Wez und hielten sich streng an di« Unternehmungen der Industrie und des Handels, sowie an Dperotirnen, wie sie von Banken ge­wöhnlich durchgcführt werden. Sie waren bemüht, zu verhindern, daß die Gesellschastraktirn aus den Händen der wsprünglichen Zeichner an die von Spekulanten über­gingen, und suchten chren Aktionären immer wieder be, greiflich zu machen, daß es dringend notwendig fei, daß

$ie M? MM in Den AnWnniiW.

Unter dieser Ueberschrift führt ber „Bayer. Ku- ^^Die^lleberzeugung, baß es in ben alten Gleisen nicht mehr weitergehen kann, bndjt sich auch in Den radikalsten Freidenkerkre! s en immer mehr «alm. Man sieht immer klarer, baß für große Lluivauardeit, vor der heute die Menschheit steht, -i« Humanitätsphrasen nicht bie nötige Schwunglraft verleihen, baß nur ausgebaut werben fonn aus dem festen Loden ber Religiosität, ber Kirch«. Wie diese Erkenntnis selbst ehemalige Re- liaionsgegner angeweht, zeigen folgenbe Tatsachen: Profeyor Dr. Plate, E. Haeckels Schüler unb Nachfolger, einst auch Vertreter |einer Haupt- memungen. gesteht jetzt in einem Auffatz über „Welt­anschauung in ber „Mittelbeutfchen Zeitung": „Es liegt ein tiefer Sirm tn bem alten Satz, baß die Re­ligion bem Volke erhalten bleiben muß. Ein reli­gionsloses Volk geht über kurz oder lang an innerer Fäiunis zugrunde, eine bloße Moralerzie­hung genügt nicht. Ich hoffe gezeigt zu haben, baß ber Kampf ber Materia.isten unb Acheiften gegen bie Gritnbanschauungen bes Chri­stentums keine Stütze findet in ben Ergeb- niffen ber RaturWissenschaft."

Noch auffallender ist, bah ber ehemalige Mit-

vom Reid}SD?rbaitb der deutschen Industr e.

Der Hauptausschuß des Reichsverbanbes ber deutschen Industrie hat in Berlin getagt. Geheim­rat Bücher erstattete ein Referat über bie Stel­lung ber Industrie zu den geaenwärtigen wirt» schaftlichen und währungspolitischen Fragen. Er sagte u. a.t

Wir stehen im Zeichen großer Arbeitslosig­keit Hoffentlich führt darüber hinweg da« Bestreben der Unternehmer und Arbeiter zur B e r st ä n d i a u n g. Leider hat die innerlich widerfpruchsvnlle Politik des Arbeit<?»estgefet-es diese Wege f-hr erfbwert. In ber Lohn frage geben einerseits Ne Entscheidungen der ^-blichtunasstellen üb»r das wtttfckxiftlich tragbare Maß hinaus. Anderseits ist der Preisabbau noch nicht über­all in dem notwendigen Umfange erfolgt. Die Ren­te n m a rk hat beruhigend gemirft Das Gold- notenbankproiekt. dessen Durchführung kommer muß und von dem Rei bsverband der deuts-l'en Indu ftrie stets gefordert worden ist. Ic6t sich erst verwirk- [irhen, wenn die wirtschaftlichen B<-rau?letzunaen, vor allem oesicherte Wettb-wertt-kähl-tte't und rftioe Zoh- lungsNlanz, erreicht sind. Ohne den notwendigen inne­ren Vereinimmo-nrozeß ist die b-irt'ch» Wirt'baft von den arök-ten Gefahren bedroht. $ur die Landwirtschaft sowohl. Ne erst ein Drittel des Dünacrmitt--r»-edrre'<- hgi beschaffen können, wie für die Industr'- wüsten billiger« Kredite ermöglicht werden. Um d»n m»iich-iU^n-.h<rlt ins Gleichgewicht zu brinoen, w'"sten üb-rflüfl'gen Aus« oohen vermieden werden. Wir müst-n Ne nottner-diaen Steuerlasten mtf uns nehmen. D-r Beamtenabbau muß durchaeführt werden mit der Wirkung, d'h die im Dienste behaltenen Beamten ordent­lich bezahlt werden.

Die wirtlchastliche Lgae ro,rt> sich halten lassen unter der Vergnesetznna. iwß an Rbein und Rulrr normale Zustände bergefeUt werden. Bei ben unmittelbar be- verstehenden Verbandlunaen mit den internationalen Sachverständiaenausfchüssen wirb leitens

der Industrie bie Paar in O*tenhest vh-e sede Verfchlei«- Nur ein offenes Bild kann

3.

Das Ungüid des Hauses Fofseuse reichte in die Zeit der alten Republik zurück. Zu jener Zeit mußte der Urgroßvater Franz von Fosieuse mit seinem Leben, dem seiner Frau und zweier Söhne seine Königstreue " be­zahlen. bann wurden feine Güter beschlagnahmt und zum Verteile der Nation verkauft. Das jüngste seiner Kinder, ein Knabe und einziger Erbe des berühmten Namens, war nur dank seiner großen Jugend — er mar damals noch nicht dreizehn Jahre alt — dem Blut­gerüst entronnen; den Kinderschuhen kaum entwachsen, stand er aller Hilfsmittel entblößt unb hotte es nur der Fürsorge einer Schwester seines Vaters zu bauten, daß er nicht Hungers starb.

Als unter bem Konsulat die Opfer ber Schreckens­herrschaft wieder in den Besitz ihrer Güter eingesetzt wurden, so weit dies überhaupt noch tunlich war, fiel dem jungen Manne das uralte Schloß Fassens' zu. Er hätte dies als einen großen Glückszufall betrachten kön­nen, wenn sich das Gut in nur einigermaßen erträglichem Zustand befunden hätte. Allein man stellte es ihm ver­wüstet, zerstört zurück, ein Teil der Baulichkeiten lag in Trümmern unb erheischte kostspielige Reparaturen, die Kmriditung mar fast unbrauchbar, Grund u. Boden ver­nachlässigt unb verwildert. Man mußte Anlühen ma­chen, bie ganze Besitzung mit Hypotheken belasten, nur um einige Einkünfte zu erzielen, die lange Zeit hindurch zur Deckung ber Zinfenlast und fonftiger Erfordernisse kaum hinreichten.

Trotzdem hatte der Eigentümer seinen Besitz sich zu erhalten gewußt, wenn-'leich er durch dessen Erträgnis kaum sein Leden zu fristen vermochte. Seine Verbin­dung mH einem jungen Midchm. bas eine kleine Mit­gift besaß und das er aus Liebe heiratete, gewährte ihm die Möglichkeit, nicht so glänzend wie seine Vorfahren ober wenigstens ruhig und bescheiden zu leben und feine beiden Söhne zu erziehen.

Der ältere der beiden widmete sich dem geistlichen Stande und war kurz nach der Priesterweihe gestorben. Der jüngere, dessen Sohn Franz hieß, ging eine reiche Heirat ein, bei der aber auA bas Herr auf feine Kosten

für Wohnungsbauzwecke nutzbar zu machen. Die Regelung kommt letzten Endes darauf hinaus, daß das Reichsmietengefetz vollständig ver- chwindet, während aber das Mieterschutz» ; e f e tz in bestimmten Teilen erhalten bleibt. Ent- prechend der Entwicklung der allgemeinen Wirr- fchaftslage sollen allmählich die Mieten den Frie­densverhältnissen angeglichen werden. Bei denjeni­gen Anwesen, die mit Reichszuschüssen gebaut mür­ben und bei denen die Rückzahlung mit entwertetem Geld« erfolgte, soll eine Zwangshypothek ausge­nommen werden, aus deren Erträgnissen die Mittel für Wohnungs-Neubauten gewonnen werden lallen. Die Zwangshypoihek würde unterschiedlich sein je nach dem Jahre der Gewährung des Zuschusses.

In diesen Absichten liegen nach jeder Richtttng hin, sowohl für Hausbesitzer wie für Mieter erheb­liche Gefahren. Es wäre kaum damit zu rechnen, dckß die Hausbesitzer bei der gegenwärtigen Steuer­lage über 30 Prozent der Miet-Einkünfte erhalten würden. Den Rest würden die Steuern und die Abgaben für den Staat in Ansvruch nehmen. Frei­lich weist man darauf hin, daß früher für Hypo- rhekenzinsen zwischen 70 und 80 Prozent der Miels- einnahms, in großen Städten sogar noch mehr, auf­gewandt werden mußten.

Andererseits fordert die geplante Steuer auf un­bebaute Grundstücke, die als Gegenstück der Miets­steuer in den Städten gedacht ist, den starken Ein- spruch der Landwirtschaft heraus. Diese weisen darauf hm, daß die Grundsteuer schon be­steht. Man muß sich auch vergegenwärtigen, daß die Hypolheken-Aufwertung für die Landwirtschaft ganz etwas anderes bedeutet als für den städtischen Grundbesitz. Dieser letztere hatte Schulden, die Landwirtschaft aber hatte Guthaben auf den Spar- kasien usw. Die gegenwärtige gewaltige Kreditnot bedrückt d'e Landwirtschaft in besonders schwerer Weise. Es besteht tatsächlich die Gefahr, daß dte Landwirtschaft zu einem extensiven Betrieb über­geht. und wenn das der Fall wäre, würden wir im Lause der Zeit hinsichtlich unserer Volksernährung vor einer Katastrophe stehen. Wenn in den Madien immer nocst über die hohen Vreise der latt^wirk- schaftsichen Produkte geklagt wird, so muß man doch auch nachdrücklich darauf Hinweisen, daß die Land­wirtschaft selber für ihre Erzeugnisse seit Jahrzehn­ten nicht so iMecht bezah't wurde als gegenwärtig. Die große Spannung vom Produzenten bis zum Konsumenten wird an ganz anderer Stelle als bei ber Landwirtschaft hervorgerusen.

Die Auswertung ist in jeder Farm ein zwei- schneidiges Schwert. Man muß es ruhig ausfpre- chen, daß es eine einigermaßen gerechte Lösung die­ser Aufwertungsfrage überhaupt nicht gibt. Wir sind der Meinung, daß man doch nach einmal an maßgebenden Stellen die Frage ernstlich prüfen sollte, ob nicht auf anderem Wege für das Reich die­jenigen Mittel gewonnen werden können, die für die Erfüllung seiner Verpflichtungen nach innen und außen notwendig sind. Allerdings dürfen wir nicht verkennen, daß wir unter einem ungeheuren Zwang stehen und daß wir keine Zeit zu ver­lieren haben, um Maßnahmen zu -ressen, die dazu angetan sind, unsere Währung und Wirtschaft zu retten. Alles, was jetzt geschieht, muß in der Tctt unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, daß wir unter keinen Umständen zu einer Inflation kommen dürfen, die das Unglück Deutschlands nur besiegen würde. Zur Erringung dieses Zieles müssen gewiß schwere Opfer gebracht werden, aber man hat doch auch dabei zu prüfen, ob nicht durch gewisse Maßnahmen letzten Endes die Wege zur Sanierung erschwert, wenn nicht gar verbaut werden.

Einrichtung der städtischen Milchküche, bei Woh­nungsneu- und Anbauten, Einrichtung von elektri­schen Anlagen. Ueberall spürte man die Berührung mit dem Einzelhau-halt, und ganz von selbst kommt die Erkenntnis, daß dieser eben nur ein Teil des großen Ganzen ist, und auf Gedeih und Verderb mit ihm zusammenhängt. ,

begrunder des religonslosen Moralunterrichts Aug Horneffer nun für die Notwendigkeit der Re­ligion eintritt. In der Flugschrift „Heilige Arbeit" schreibt er: „Will man der Ardeitsun'ust unseres I Das Prinzip ist durchaus richtig. Indessen er- Valkes mit wirklichem Erfolge zu Leibe gehen, fo hxhen sich gegen die zur Erreichung geplanten Me­dan man auf das Erziehungsmittel, das die Re- thoden erhebliche Bedenken. Ganz abgelegen davon, ligion darbietet, unter keinen Umständen ver- I daß es sehr frag'ich ist, ob durch diese Steuer wirk- zichten." Ja er, der einstige Bekämpser illen sich jn5 Gewicht fallende Beträge gewonnen werden Kirchentums, findet nun anerkennende Worte für können, wird die Durchführung im einzelnen so un- die Kirche: „Heute greife ich niemand an; heute g-h-uer schwierig sein und so schwerwiegende Fra- will ich gerne bekennen, daß meine Vorwürfe zum gen und Probleme aufwerfen, aber auch so viel neue Großteil ungerecht waren. Die Bekennt- Verbitterung und Verwirrung schaffen, daß man nirkirche gibt ihren Getreuen ein klares Ziel sich bodj ernstlich fragen muß, ob der Aufwand das und einen sicheren Stab. Die konfessionelle Erzie- I Ergebnis lohnt.

fyimg hat Großes geleistet... I £)je Aufwertung ist grundsätzlich beschlossen. Sie

•---------------- I soll aber nur in Kraft treten für diejenigen Schul-

firflH im I den, die bis zum 31. Dezember 1923 nicht zurück-

Vik gtuu im WeniUHÜvpUliUillViU. be.af>lt Daren. Schon abgetragene Hypotheken-

• . '-Ungeychrs der int Frühjahr zu I Mythen sollen also nicht aufgewertet werden. Eine "nb€rf Stellung würden allerdings diejenigen Schul.

toemeinoe-Hiatlaiuent von erheblichem I den entnehmen müssen, bet denen dte Ruckzah, tng Interesse. I unter notariellem Vorbehalt spaterer Aufwertung

Eine deutsche Frau beantwortet in der „Neuen I erfolgt ist. Die Reichsregierung hat siA euch zu

^ürüyer Rettung" so.gende zwei Fragen: einem festen Satz von 10 su/die Au,we

Hai die Frau im öuenttichm Menst euvas E i g e- tung entschlossen. Dieser Satz ist zweifellos roh nes, nur ihr feLft Zugängliches der Attgemeinh.it I und ander er,eitsmuß man geltend machen, dag zu geben? — und dann welchen E i n f lu h hat die QUc^re n le $ „,. - fl

Wirksamkeit im öffenÄchen Dienst auf die Frau 3uf(ril unter[tegt Man draucht sich m m b

feiixft? I stimmte ländliche und auch städtische Zustande zu

Die Fragestellerin ist der Ansicht, daß nur, wenn

die beiden Fragen in einem den grauen günstigen früher, üblich war, daß die leistung^fah genKr l S Sinne beantwortet werden können, das Verengen ^en einsame UinSrionbereQbfe

ncdi ix*? struii xu jm I tDQi)rciiu vtc €nifQ(i)?n tnsu^fonu'Crc ul^

&tS b%rünb?t Jt 9 n im Landwirte eine regelrechte Hypochek eintragen lassen

Bei der Beanttoorttmä wird auf die Grund- "rußten. Nun sollen diese letzteren betroffen wer- »erfchiedenheit der Anlagen van Mann und Frau ift

verwiesen und festgestellt, daß gerade das weibliche I ?>ekr. bedenklich nr auch ber $,on, bie oo^ö.tn In» Feingefühl das initiative Erfassen einer Sache oder I

eines Menschen als eines der größten Vorzüge der I

Frau eingeschätzt wird. Weiter sei den Frauen eigen niT Ihos

SrTmÄÄSSLlch-r A»,-Ih-N. $rin«pieU Isl «In- ipä. H-n-ho!- »on Nutz« fein tann (n>ie B. F-ch. 6„'*„S'XÄ?4 S

kenntnisse beim Ankauf von Lebensrnitteln und I lc<i) 0ar ntd)l "bzusehen.

Kleidungsstücken). Endlich fei den Frauen «gen Ein Hauptzweck der m Rede stehenden Steuer- die Abwesenheit von gewissen männlichen Fehlern; j Verordnung gesteht darin, die gewonnenen Mittel sie find nicht doktrinär, nicht so gebunden an die Partei oder früher einmal gefaßte Ueberzeugungen, sie haben auch wenig Sinn, für ihre Berufsklasse »der ihr Geschlecht einzutreten, letzteres ein Zug, den man eher einen Fehler nennen könnte. Die Vor­züge ber Frau aber weisen sie hauptsächlich auf die Arbeit in den Kommissionen hin: Lebensmistelaus» fchnß, Brennstoffoersorgimg, Armen- und Kranken­pflege, Mieteinigungsamt, weiblicher Schulunterricht in allen wirffä>aftlichen Fächern, Jugendamt.

Wie aber wirkt nun diese Tätigkeit auf das We- fen der Frau zurück? Die alte Frage, deren

Beantwortung für keinen Mann unwichtig ist, der bedenkt, baß nicht nur ber größere Teil der euro­päischen Völkern aus Frauen besteht, sondern daß es bie Frauen sind, die die Jugend des Volkes zu erziehen haben. Ich kann nur von mir sagen, daß ich in der Praxis bes öffentlichen Lebens außer­ordentlich o:ü gelernt habe, und die dreijährige Tä­tigkeit in meiner geistigen Entwicklung nicht missen möchte. Zunächst bin ich der Denkweise so ver­schiedener Berufsklassen nahe gekommen, wie nie zuvor in meinem Leben. Das hat mit manchem kam. Das roar gegen 1872. Die Katastrophe, die man 1793 überstanden, war verwunden «mb vergessen und Franz von Fosjeuse, der «!wa achtzig Jahre nach seinem für seine Familie so verhängnisvollen Zellpunkt das Licht der der Welt erblickte, sch.en bestimmt zu fein, den Besitz eines Vermögens anzutretrn, bas nicht viel Heiner war als jenes, dessen {eine Vorfahren unter der Schre­ckensherrschaft beraubt worden waren. Ruhig unb fried­lich hätte er sich seiner erfreuen können, wenn nicht jein Vater mit einem Male auf den unglückseligen Gedanken verfallen wäre, daß dieses Vermögen doch eigentlich recht unansehnlich sei und durch Finanzoperationen vermehrt werden müsie, deren Folgen für fein ganzes Leben fo bedeutsame Folgen nach sich zogen, daß sich an dieser Stelle ein näheres Eingehen darauf ersorderiich erweist.

Es ist allgemein bekannt, welchen Aufschwung alle Arten von Geschäften nach dem deutsch-französischen Kriege in Frankreich nahmen. Als hätten sich die Be- siegten betäuben wollen, strebte alles nur nach Reich- lümern und auf allen Seiten wurden Kreditzenoff--n- schaften gegründet und Fabriken erbaut, denen des reich­lich flüffige Kapital sehr zu ftatten kam. Die auf dies' Weife gegründeten Banken waren zum größten Teil zu einem sehr kurzen Erdenwallen bestimmt und saft alle sind bereits zu ihren Vorgängern versammelt werden. Doch damals glaubte man an ihre Zukunft; man lob« pries Ihr« Nützlichkeit, die Voraussicht und G-fchicklichkeit ihrer Gründer. Das Publikum ward durch eine altts Gehörte und Gesehen« übertreffende Reklame betört, bie ihm noch nicht dagewefene Dorleile verhieß; es brachte den Unternehmungen feine Kapitalien zu und zeichre'e deren Aktien, deren Kuffe durch bas stürmisch: Be­gehren, in ihren Besitz zu gelangen, ins Fabelhafte {Herren.

Was der wahre Wert bes mit schönen Figuren ge- 'chmückton Papieres roar, das man len Leuten im Tausche für ihr gutes Geld gab, desrüm kümmerte sich niemand. Man kaufte diese Aktien ja nicht, rm sie in seinem Schronk zu verwahren, sondern um sie weiter zu ver­kaufen, sobald der dafür gezahlte Preis überboten wurde. Jedermann wollte Aktien besitzen und hatte em 3nt,.r« esse daran, sie im Kurse steigen zu sehen; daraus er'ab sich eine fortwährende und durch nichts gerech fertigte Tiauffeberoegung, an ber alle Well mi.schuldiz war, cm schuldigsten freilich eine kleine Gruppe von Baisiespeku-