SamStag, S. Februar 1924«
- -yuldner Leitung 0»^ Druck der Fuldaer Slctreudruckerei iu Kuid«
Eingesandt
vom
frankfurter Värse
letzt. Kurs
Deutsche Slaatspaplere.
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zeit der oberen Dynastie des MeneS. Menes oder Mena gilt als der älteste König Aec yptens. Er verstand eS bereits, den Nil abzudämmen, und soll auf einer so gewonnenen Stelle die Stadt Memphis gegründet und hier einen Pfahltempel erbaut haben. Tie Ausgrabung und Untersuchung der Gräber wird von der Verwaltung der ägyptischen Museen vori.enommen werden.
Wissenschaft und .Forschung.
= da. 200 Gräber aus der ältesten ächvtiscken Geschichte wurden bet Elwosta entdeckt Sie haben ein Alter von 5000 Jahren und stammen aus der Regieiun'?»
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Urania nnd Perkeo.
In unserer jetzioen schweren fielt, In der die .~or herum eines schnellen handelns an jeden »ückstchis'vs beranttltt, hat sich eine weitgehende No'Wendigkeit auch hmsichtiich des schnellen Schteibens eigeben. Vor ollem prompt, deutlich und übersichtlich schreiben zu können Ist nicht ni r die
Segen. Darauf Blasiussegen.
Gvanqelisckier Kotte-bienst.
Sonntag. 3. Svebr. ffitlba Vormittags 9'/, Sup Rubi, 11 Kinder ot'esdienst, nackmittaos 2 Pfarrer Weber. — Großenlüder. Vorm. 9*, Pfarrer Weber.
D i e n S t a ft, 5. Febr. Fulda. Abends 8 Kirchenchor.
Mittwoch, 6. Febr. Fulda. Abends 8 Bibel' stunde (Gemeindehaus).
Lvanqel. landerftirchl. «emeknl»att, ifnlda. Buttlargr. 17.
Sonnta -, 3. Febr. Rackrn. 5 Evangelisation. — Dienstag abends 8 Bibelstunde iPfarrer Weberl. — Mittwoch abends 8 Fu^endbundstunde. — Freitag abends 8 SBibrl» und Gebetstunde.
Lvangestscher $raiten6tt«b.
Montaa, den 4. Februar, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung des evangelischen Frauen- bundeß im Schwesternhaus.
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Samstag. 2. Febr. (Mariä Picktmeß.Z Mor-enS */«8 Segen,messe. — Severikir»e. Ewrne Anbetuna: AnSsrtzuna des Allerheilissien '/,7 Ubr. <heH Messen 'M, 7«. */<9 Uhr. Hochamt 9 Uhr. Von 10 Uhr ab Betstunden. 6 Uhr Sckft'standackt. Nach der Schlußandacht Erteilung des Blaliusse-enS. — Franenberg. V»9 Kernen Weibe. Licktervrozession und Levitenamt. nachmiitaaS 2 feier!. Vesper m. sakram.
Das Wassergeld. Mo das Wassergeld gehört
1. Februar ab zu den Betriebskosten, di« der Hauswirt aus den 15 Prozent Zuschlag für Betriebskosten, d'e er seht in der Miete erhebt, befahlen muß. Das ist eine Regelung, die dem Vermieter Sorge machen kann. Wenn ein Mieter das teure Naß leichten Herzens verströmen läßt, der Hausherr wird es aus der schmalen Hausrente bezahlen müssen. Aber er tejint ja den bisherigen Verbrauch und wird wohl von reinem vernünftigen Menschen gehindert werden, starken Mehrverbrauch an Wasser, der sich künftig zeigt, seinen Mietern zur Last zu legen. Aber nun kommt eine sehr ernste Frage. In Fulda sst seinerzeit durch den Antrag des damaligen Stadwerordneten B a ch a r a ch auf das Wasser ein fi u- schlag gelegt worden, der den allgemeinen städtischen Einnahmen an Stelle von Steuern zussleßt. Dieser fiuschlag dürfte in der leßten fieit eine bedeutende E r - Höhung erfahren haben, denn ein Wasservrtts von 25 Goldpfennig für den Kubikmeter ist sicherlich durch die Gestehmms- und Verwalttmaskosten des Was- serwerks nicht bedingt. Wird dach in Nachbarstädten, wo kostspielige Pumpwerke für die Wasserversorgung nötig sind, noch nicht die Hälfte des Be'rages Erlangt. den wir jeßt für Wasser bezahlen müssen. Die Hausbesitzer aber werden jeßt künftig diese Wal- sersteuer, die schon an sich als roheste Kopfsteuer leder Steuergerechtiokeit ins Gesicht schlug, allein bewhlen müssen. Gerade diesenlgen Hausbesitzer, die viele Mie's- parteien, allo viele Wossernerbraucher in ihr-tn Haufe haben, werden das größte Opfer bringen müssen. Das wird ein unhaltbarer firftonb werden Es ist nur zu hoffen, daß unsere Gemeirdenertreter mit aller Beschleunigung auf eine Herabsetzung des Wosser- preises, d. h. auf eine Besftt'gimg eher Sondersteuer, bei der Stadtverwaltung drängen werden.
(Folgt Unterschrift.)
Nach -Mlln*. V Sekt. kill,. Bert, krank. R u. IN. Magre». 5euer».
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Neuguinea für deulfche Koloniften.
5n einem Bericht aus Amsterdam wird mitgetew, die niederländische Press« einen Plan veröffentlicht, Den Herzog Adolf von Mecklenburg, den Bruder des ^lländischen Prinz-Gemahls, ehemaliger Gouverneur
Deutsch-Togo und der niederlöndisch-indische Wirt- «rhaiter Helfferich, einen Bruder de» früheren deutschen danzministers, zu Urhebern hat. Er betrifft die Ko- Innssierung eines Teile- von Niederländisch Neuguinea. LJ Projekt sieht die Erschließung eines riesigen, un- ebener produktionsfähigen Gebietes vor, das viele Male arößer ist als Holland. Dieses Gebiet, das ganz West- und Nord-Guinea umfaßt und unter der Bezeich- nung „Autonomes Gebiet von Tidore" bekannt ist, be- iikt unermeßliche Naturreichtümer; er hat prächtige Was- erstratzen und zeichnet sich durch besondere Fruchtbarkest sowohl an den breiten Küstenflächen, wie in den bts aur Schneegrenze aufsteigenden höheren Teilen aus. Bis- her blieb dieses ertragfähige Land vollkommen unbewirtschaftet. Die niederländischen politischen Interessen wurden durch einige verwaltungsbeamte der niederländisch-indischen Regierung wahrgenommen. Der innere Test des Landes, das eine auf tiefster Kulturstufe ktehende Einwohnerfchast bevölkert, ist bisher durch einige Forschungsreifende in höchst unzulänglicher Weife bekannt geworden. Den einzigen Ertrag bildet di« Jagd auf Parodiesvögel.
Der Plan erstrebt eine Konzession für die Dauer von 75 Jahren über die zur Selbstverwaltung von Tidere gehörigen Gebiete von ganz West- und Nord-Neuguinea, welche insgesamt ungefähr 200 000 Quadratkilometer mit einer Bevölkerung von schätzungsweise 100 000 Einwohnern umfassen. Für die wirtschaftliche Erschließung dieses Gebiets soll eine Gesellschaft gegründet wer- den, die das Monopol für den gesamten Handel, für Landwirsschaft. Bergbau und Fischerei besitzt. Dar Mo- nopol erstreckt sich auf alle Handelsunternehmungen und auf die gesamten Dergbauschürsrech'e, sowie auf den Ankauf der Erzeugnisse der Eingeborenen zum „Ptarkt- preis" unb auf die Vogeljagd. Für die Vereinfachung des Kultivierungswerkes fordert die Gesellschaft Zustimmung zur Zulassung sogenannter Kontrakt-Kulis au» dem benachbarten Archipel. Ebenso wird freie Heran- Ziehung der Eingeborenen des Kon-essionsgebletes zur Arbeitsleistung und Eerichtsbarkett über die Kulis und Eingeborenen verlangt. Ueberdies will sich die Gesellschaft das Recht zur Bildung eines eigenen Polizeikorps zum Schutz der Unternehmungen sichern. Ms Gegenleistung fiihrt die Gesellschaft einen noch zu vereinbarenden Pachtvertrag an die Selbstverwaltung von Tidere, sowie eine Summe in Höhe von 10 Proz. de« Reingewinns an die niederländisch-indische Regierung ab. Die Gesellschaft erhält also eine Art Mandat über diesen Teil des niederländsschen Kolonialbesitzes. Die Finanzierung des Projektes soll mit deutschem und niederländischem ^Kapital erfolgen. Die Gesellschaft soll den Namen „Niederländisch-Deutsche-Neuguinea-Gesellschaft' führen Herzog Adolf von Mecklenburg und Mr Helfferich beabsichtigen für die Verwaltungsstellen und das Aussichtspersonal^ sowie für das Polizeikorps deutsche Beamte, di« in den früheren deutschen Südsee-Kolonien tätig waren, einzustellen, weil dieses Personal die erforderliche Kokonialpraxis besitzt.
Herzog Adolf von Mecklenburg hat nach einer ein- gehenden Studienreise durch Niederländisch-Neuguinea imd sehr erfolgrei*en Verhandlungen mit dem General- Gouverneur und Mstglledern des Rakes von Niederlän- difch-Jndien, sowie mit den Präsidenten der Javaschen Bank und der Niederländischen Handelsge'ellschast vor kurzer Zelt Niederländisch-Jndien verlassen, um nach Densschland zurückzukehren und hier die weiteren Verhandlungen zu führen.
Tie niederländische Vresse steht den d-u'lchen Plänen für die Erschließung N iederlä. idisch-Neu guineas im allgemeinen durchaus wohlwollend gegenüber. Ein Teil drr Blätter äußert i doch Bedenken gegen die beanspruchten großen Machtbefugnisse der RsederkSiidisch-Teutschen Neiiguineaaesellsch'ft, vor allem gegen di« Bildung eines beurftfien Polizeikorps, das zwar unter Aussicht der niederländisch-indischen Regierung stehen soll, aber wodurch doch unter UmfiSnb-n unangenehme international« Kam- plikationen entstehen könnten. Iteberbies wird in führenden politischen Kreisen befürchtet, daß viclleichi Ena- land, Australien and die Vereinigten Staaten gegen die r-rn der niederländssch-m Regierung sanktionierte Grün- dura einer modernen Dstmdischen Compagnie Einspruch e>beben könnten. D - Blätter bestätigen, ditz der Plan des Herzogs Adolf und Helfferichs die Snmpathie der ir.'derländssch-indische.i Regierung findet und zurzeit von den maßgebenden R-gierungsstellen einer eingehenden Piüfung unterzogen wird.
vriMaften der SKriftleitnna.
L. M. Besten Dank für den Zestunasausschnift. ®’e Schlußfolgerung der M. A fi. ist u. E. ganz falsch. Gerade wer die Gefahr des Radikalismus des Re'bts- und des Linksradikalismus, siebt, muß auf inne*1« Der- ftändigungsp"litik sich einstellen imd hen Klossen- kämvfern' den Wind aus den Segeln nehmen. Weil das fientrum sich der andauernden Gefahr der Radikalisierung weiter Volkskreile und damit katastrovhaler Entwicklungen bewußt sst. treibt es die Politik der mittleren Linie. Es verlört sich nickt allein auf Polizei und Belagerungszustand. Die sind oft ausreichend. Aber sie haben auch manchmal oerfaat. als niemand so etwas f"r möglich hielt. Eine christliche Battei fetzt ihre Hoffnung auf die Macht ckristftcher Ideen. ' Spott und Derkennuag werden sie in dftf'r Hoffnung nicht irre machen Unterrichtend über d'efe Zufammeobänge ist der Artikel von Prof. Grebe in der heutigen Nummer. __________
Gottesdlenyordnung.
Katholifcker Gottesdienst. ,
Die Kotierungen oerflehen gch In Billionen Prozent
letzt. Kurs 81.1
Berliner Kursbericht
(Alles in muiiorbcn.)
Golbantelhe Dollanchaii-flnm.
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Eine Msrtmerin der pflicht.^
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„Da wir also eines Sinnes sind," sagte er. „erscheint es mir an der fieit, uns mit dem morgigen Tag zu befassen. Ich glaube bereits erwähnt zu haben, daß es mein ausgesprochener Wille ist, daß der Empfang, den mir Herrn Fosieuse zuteil werden lassen, nichts zu wün- scheu übrig lasse. Er langt mit dem Schnellzug des Morgens aus Paris an, wo er die endgiltige Unterredung mit mir hatte, und ick hole ihn vom Bahnhof ab. fiu diesem Zweck habe ich Dubosc's Wagen gemietet und ihm streng aufgetragen, seinen Kutscher in die Parade- lioree zu stecken. Die Pferde sind prächtig. Gegen zehn Uhr werden wir hier fein. Ich werde euch den East vorstellen, unb ihr werdet ihn hosfentlich freundlich unb liebenswürdig aufnehmen. Nach einer sich in den herkömmlichen Bahnen bewegenden Unterhaltung werde ick einen Vorwand finden, um Gilbette mit ihm allein zu lassen. Diese erste Unterredung kann sich auf etwa zwei Stunden erstrecken; mehr fieit benötigt es nicht, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Um die Mittagszeit wird das Gabelfrühstück eingenommen. Ich brauch« wohl nicht erst zu sagen, daß alles auf den Tffck kommen soll, was nur gut unb teuer ist; Blumen dürfen auch nicht fehlen; was unsere Schränke an Silber und schöner Tafelwäsche bergen, soll aufgeboten werden. In Rouen habe ich zwei der tüchtigsten Kellner bestellt. Was die Speisenfolge betrifft, so habe ich sie bereits zusammen- geftettt; meine Weisungen sind getroffen. Ihr dürft unbesorgt sein. Im Laufe des Nachmittags wird uns unser Gast verlassen, um nach Rouen zu gehen, wo ihn seine Mutter erwartet, natürlich voll Ungeduld zu erfahren, wie er über seine Verlobte denkt. GH bette und ich werden ihn zur Bahn begatten. Dies ist mein Programm. Seid Ihr damit einverstanden?"
Bei Meier Frage, mit der er die Reihenfolge feiner Sorberettungen abschloß, blickte Simonnet seine Tochter und Schwiegermutter ttturnphierend an, als erwarte er bereit Lobsprüche. Gilberte antwortete nicht, mußt« aber an sich hatten, um die Geringschätzung unb Verachtung
nicht merken zu lassen, die sie über den anmaßenden Aufwand empfand, mit dem der ermattete Gast empfangen werden sollte. Frau Regnard, die ihre Empsinbun- gen minder gut zu beherrschen verstand, lieh ihnen freien Laus.
„Wozu dieser ungewohnte Pmnk, Lukas?" fragte sie. „Ist es wirklich nötig, unserem Gaste schon beim Empfange Sand in die Äugen zu streuen? Wäre es nicht viel klüger und auch würdevoller, ihm unsere Lebensweise in ihrem gewöhnlichen Rahmen vorzuführen? Zwei Kellner, an die du nicht gewöhnt bist, eine zwei- fpännige Kalesche, während du sonst nur einspännig fährst, ein Kutscher in Paradelivree, während du dich stets mit einem Lenker in grauer Arbeitsbluse begnügst — wozu das alles? Wir sollten uns doch zeigen, so wie wir wirklich sind, unb dem Gaste keinen Anlaß zur Heiterkeit geben, indem du dich auf den bürgerlichen Edelmann hinausspielst!"
Die spöttischen Wort«, die Gilberte niemals auszu- sprechen gewagt hätte, zu denen aber das Atter der EroZ- miriter ermächtigte, trafen Simonnet an feinem schwächsten Punkt.
„Sparen Sie sich die Spöttereien, Schwiegermama!" rief er sehr unzufrieden aus. „Ich weiß was ich tue. Es gilt, Herrn von Fassens« schon bei feinem ersten Besuch den Beweis zu liefern, daß unsere Lebensweise nicht in dem Maße, wie er vielleicht meint, von der (einigen abweicht, und daß wir, obschon nicht von Adel, auch vor den Kosten einer glänzenden Lebensführung nicht zmückschrecken."
„Und wird er, wenn du ihm diesen Beweis erbringst, darum eine größere Achtung vor dir haben?"
„Vielleicht. Jedenfalls wirb er sehen, daß wir keine Knauser sind. Zudem wirb es nicht seine Srch: fein, flch unseren Gewohnheiten anzubeguemen, sondern wir werden den seinigen Rechnung tragen müssen, unb Sie tonnen sich doch denken, daß, wenn er mein Schwiegersohn unb Gilberte Marquise geworden sein wird, her allerlei Veränderungen platzgreisen werden. Damit wird Eelegenhett geboten sein, sich zu erinnern,^ daß man in diesem Sause ein Jahreseinkommen von über zweihun
derttausend Franken hat, unb daß man dieses ein wenig vollständiger genießt, als wir cs bisher getan.
„Genießen wirst wohl nur du, Lukas, denn ich werde mich von deinen Veränderungen ganz gewiß nicht be- einslussen lassen," erklärte die alte Frau. „Ich werde genau so leben, wie ich bisher gelebt habe."
Simonnet deutete nur durch eine Bewegung an, welche Meinung er von einer Person habe, die eine solche Sprache führte; doch fügte er dieser bezeichnenden Gebärde kein Wort hinzu. Es trat eine Pause ein, die alsbald so drückend wurde, daß Simonnet der Sache kurzerhand ein Ende machte.
„Sa wären wir denn mit allem im Reinen, fagie er. „Die Damen kennen meinen Willen und werden sich ihm hoffentlich fügen.” Und zu Gilbette gewendet fügte er hinzu: „Was dich anbelangt, Kleine, so möchte ich dir den Rat geben, dich ja nur recht schön zu machen unb deinen Geist leuchten zu lassen. In deinen Jahren genügt es, schön fein zu wollen, um es auch wirklich zu sein. Du wirst beinern Verlobten gefallen, wenn du ihm gefallen willst, und du mußt ihm unbedingt g-faüen.“
Die Beharrlichkeit Simonnets hätte die Widerspenstigkeit Gilberts gewiß nicht besiegt, wenn sie nicht gefürchtet hätte, ihren Vater zu beleidigen, indem sie seine Ermahnungen unbeacktwotttt Netz. Es enssprach aber ihrer Absicht nicht, sich in Feinseligkeiten mit ihm einzulassen. Cr durfte nicht einmal eine Ahnung haben, daß sie von neuem einen Entschluß gefaßt habe, und mußte von der Aufrichtigkeit ihrer Fügsamkeit überzeugt fein. Um ihm diese Veber.geugung beizubringen, sprach sie:
„Ich werde alles tun, Papa, was von mir abhangt, damtt du mir, falls diese Verbindung nicht zustande kommt, nicht den Vorwurf machen könnest, sie sei durch mein Verschulden gescheitert."
Er veilangre nichts besseres als diese Zusage unb gab sich mit ihr zufrieden, wenn gleich sie ihm nichi genügend bindend erschien. Während des Diners, das während dieser Besprechung aufgetragen wurde, vermied er es, aus em Thema zurückzukommen, das er nach jeder Richtung h'.n genügend erörtert zu haben glaubte. Es war weder von Herrn von Fosseuse. noch von seinem bevor- stehenden Besuche die Rebe trotzdem die bei Tische sitzen-
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ben drei Personen an nichts anderes dachten. Auch nach den Speisen berührte er ben Gegenstand nicht mehr. Ei wollte seine Ausführungen wirken lassen und um dsi Debatte nicht wieder eröffnen zu müssen, zog er sich früher als sonst zurück und ging zu Bett. Gilberte fotgti seinem Beispiel, nachdem sie ihre Großmutter zur Ruhr gebracht, wie sie das jeden Abend tat.
Doch die Nacht brachte ihr weder die Ruhe, noch den Schlaf. Gewiß, was sie seit der Rückkehr ihrei. Vaters erfahren, war nach jeder Richtung hin geeignet sie aufzuregen und wach zu erhalten, zumal sie gleich zeittg auch ben unwiderleglichen Beweis dafür erhalten, daß sie für Simonnet bloß ein Werkzeug zum Reich- werden, einen Behelf für feinen Ehrgeiz dorstellte; allein was ihre Erregung fast ins Ungemessene steigerte, war der für den nüchskn Tag zu gewärttgende Besuch. War wird sie diesem jungen Manne sagen, wenn sie sich mit ihm allein sehen wird? Mst welchen Absichten sand er selbst sich im Hause ihres Vaters ein? Fühlte er, nach- dem ihn der Vater in feine Karten blicken ließ, sich nicht schon vettucht, in der Tochter eine Verbündete feiner niedrigen Machenschaften zu erblicken? Und wird sie sich gegen seine Verdächtigungen verteidigen müssen? Und wenn er zufälliger Weise bi« feste Absicht hotte, diese Verbindung einzugehen, die ihn schließlich zum reichen Manne machte, würde sie sich gegen seine Bemühungen, sie für sich zu gewinnen, trotzdem er sie verachten mußte, zu wehren haben?
Dieser Frage enssprang eine andere, die sich Gilbettc angesichts einer Gefahr oufbrängte, an die sie bisher noch gar nicht gedacht. Was sollte aus ihr n^ben, wenn sie dem jungen Marquis gefiel und sie an ihm me Sor- züge unb Annehmlichkeiten entdeckte, di- lungen Mädchen gewöhnlich zusagen? Würde ihr die schmerzliche Pftich-. zufallen ihn abzuweisen, während sie unter anderen ilm- stänben seine Werbung sofort annehmen wurde? Sie wußte fick auf alle diese Fragen keine antwort und wälzte sich schlaflos auf ihrem Lager, um erst gegen Morgen in einen unruhigen, wenig erquickenden Sckliun mer zu versinken.
(Fortsetzung folgt)