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M 21.

Freitag, 1. Februar 1824.

- Fuldaer Leitung ~

Druck der Kaldaer 2lctieudruckerei in Fulda

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ßrüchle Ler Verhetzung.

In bayerischen Zeitungen lesen wir:

Tie vollständig aus der Luft gegriffenen und schon oft widerlegten Ausstreuungen üb r ein angeb­liches politisches Eingreifen des Herrn Kardinals Faulhaber beim Hitler-Putsch von 8. Nov. 1923 und über angebliche Pläne und Unternehmungen des Herrn Kardinals zur Abtrennung Bayeens vom Reich und Errichtung eines kacholr chen süddeutschen Staates stellen teilweise für sich fchon eine schwere Beleidigung des Herrn Kardinals dar. Gewiffe Leute begnügen sich aber nicht damit, sondern liefen sich auch sonst zu allerlei Schmähungen und Drohungen gegen Seine Eminenz binreißen. Man hat den Herrn Kardinal seinerzeit aus offener Strotze angerempelt und beschimpft. Bon studentischer Seite wurde er als Landesverräter bezeichnet. In einer Studenten veisammlung in Dresden erklärte ein aus dem Weltkrieg sehr be­kannter Marineoffizier, es sei in München auf den Straßen bekannt, daß Kardinal Faulhaber zur An ­stiftung eines Meuchelmordes fähig sei. Bon anderer Sette wurde er mit dem Tode be­droht, wenn er nicht dafür sorge, da« d>e verhaf­teten Teilnehmer des Putsche? innerhalb bestimmter Frist aus der Hast entlassen werden. Man sollte es nicht für möglich halten, daß Deutsche, die angeblich das Beste des dcutichen Volkes anstreben, einen auf­rechten deutschen Kircheufürsten mit solchem Hasse verfolgen, der in Wort und Tat leine treudeutsche Gesinnung stets bewiesen und dem deutschen und bayerishen Bolle gerade m der schlimmsten Zett so

Hände erfaßt und sie gegen die Stirn brückend, sie still vor sich hin.

„Wir müssen uns in unser Los schicken, mein murmelte jene.

„Das ist nicht gerade leicht, wenn man das

vor dem Gedanken zurück, ihm gegenübertreten zu müs­sen. Sie wußte, daß er sehr jähzornig und hartnäckig war, und erachtete es für überflüssig, mit ihm zu strei­ten und damit seinen Zorn zu reizen. Zudem schien es ihr, als hätte ihre Großmutter noch nicht alles ge­sagt, was ihr selbst über die Machenschaften Simonnets, den Sohn seines Schuldners zu zwingen, sich mit seiner Familie zu verbinden, bekannt war; sie wollte näheres erfahren und bestürmte daher die alte Dame mit Fragen Frau Regnard sah keinen Grund zum Schweigen und teilte ihr alles mit, was sie aus dem Munde ihres Schwiegersohnes vernommen. Ihre Enthüllungen ver­setzten Gilberte in die größte Bestürzung und lieferten ihr einen neuerlichen Beweis für die maßlose Rücksichts­losigkeit ihres Vaters. Wenn sie sich auch fchon feit langem keinen Illusionen über ihn hingab, emp'and sie in diesem Augenblick doch einen brennenden Schmerz, als sie konstatieren mußte, daß ihr Vater noch schlimmer war, als sie bisher gedacht hatte.

„Wir sind doch recht unglücklich, meine gute Groß­mama," sprach sie blutenden Herzens, als die alte Dame verstummte. Sie war vor ihr niedergekniet, hatte ihre

viel Gutes getan hot.

Die Vorgänge in München und in manchen Univeisilätsstädten sind für uns Katholiken eine er n ste Mahnung, auf der Hut zu fern, und gewissen Strömungen, die sich jetzt vielfach an die Oberfläche drängen, ein gerütteltes Maß von Vorsicht ent- gegcnzubringen. Es wäre unveraniwo-tlich, tmr selbst roch den Leuten den Bügel halten len, die ihren Haß gegen den Katholizismus

Line Märtyrerin der Pflicht.

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„Beruht dies alles auf Wahrheit, Großmama, was du mir da gejagt?" fragte sie mit zitternder Stimme.

„Ich denke doch," lautete die Antwort; „denn ich wie­derhole bloß, was ich soeben aus dem Munde deines Vaters vernommen habe. Es tut mir selbst leid, daß meine Worte kein Phantastegebelde schildern." '

„Dann will ich überhaupt nicht mehr von dieser Heirat sprechen hören." Damit wandte sie sich zum Gehen; allein die Großmutter hielt sie zurück.

„Warte noch, mein Kind, und beeile dich nicht, deinen Entschluß zum Ausdruck zu bringen, denn er würde dei­nen Vater nur neuerlich in Zorn versetzen. Weit zweck­entsprechender ist es, Zuflucht zur List zu nehmen, und, wie du selbst gesagt, sich den Anschein zu geben, als wolltest du gehorchen und prüfen, ob dieser junge Mann deinen Beifall findet oder nicht. Auf diese Weise ge­winnen wir Zeit und deine scheinbare Fügsamkeit wird uns die Möglichkeit bieten, über Mittel und Wege nach- zudenken, die uns ermöglichen sollen, diese Pläne zu durchkreuzen, gegen die sich dein Gewißen auflehnt."

„Aber wozu soll ich mich für den Moment verstellen, da ja doch die Stunde kommen muß, da ich mich offen auslehnen werde?"

„Wer weiß, ob es soweit kommen wird? Der Be­such des Herrn von Fosseuse soll morgen stattsinden. Ist er, wie ich glaube, ein Mann von Takt und Gemüt, so wirst du dich mit ihm auseinandersetzen können; und es sollte mich doch sehr Wunder nehmen, wenn ihr in beiderseitigem Einverständnis nickt ein Mittel finden wür­det, um eure Verbindung unmöglich zu machen, ohne daß dein Vater dich beschuldigt, das Scheitern seiner Pläne herbeigeführt zu haben."

„Da hast du recht, Großmama," gestand Gilberte. „Vielleicht ist es wirklich besser, wenn ich mim wenigstens äußerlich füge bis zu dem Augenblick, da ich im Ein­verständnis mit Herrn von Fosieuse besser in der Lage «ein werde, über die Wahl der Waffen zu meiner Ver­teidigung zu entscheiden."

Sie dachte jetzt nicht mehr daran, sich zu entfernen und ihren Vater -»iseuluchen: sie schrak sogar ein roenia

das man erduldet, nicht verdient hat. Aber schließlich werden wir diese Qualen nicht mehr lange zu ertra­gen haben. In sechs Monaten bin ich großjährig und dann . . ."

Sie konnte nicht vollenden, denn in dem an den Salon grenzenden Raum wurden Schritte vernehmbar.

„Dein Vater!" sagte Frau Regnard hastig und machte sich mit sanfter Gewalt aus den Armen ihrer Enkelin los.

Diese hatte sich bereits erhoben und ihr Gesicht, das eine Welle die heftigsten Erregungen widergespiegelt hatte, zeigte wieder seinen gewohnten, aus Ernst und Melancholie zusammengesetzten Ausdruck.

Auch die Miene Simonnets verriet nichts mehr von dem Zorn, der ihn vorher bewegt halte, als er in Ser Türe des Salons erschien, sondern drückte bloß Frohsinn und Heiterkeit aus. Während der wenigen Minuten.

Htier Oie Seit 6es großen Cpfers treibt die „K. D." treffend folgendes: ™ «uweilen wird vergessen, daß wir den K rre g „» r l o r e n haben. Hätten wir uns alle dies nn- * % und unter allen Umständen vor Augen gehal- ** dann wären uns furchtbare Enttäuschungen er- Inart ee-licben. Es ist wahr: nach dem Kriege ist lie Gelamtarbeitsleistung in unserem Volke erstaun-

,urückaeaangen. Es gab Zeiten, m denen m ducken Betrieben die Maschine leer lief. Nicht Sk war es der um die Zeit der Revolution am «srfften fühlbare Mangel an Arbeitswrlle. Schlechte Mining, Erschlaffung, Erschöpfung vollendeten das unalück, das.eine verwegene Prophezeiung von der «"fünft einer neuen Aera des Glückes und des «u,hlergehsns hsraufbejchworen und das schwache Regierungen nicht meistern konnten.

Mit dem Zusammenbruch des passiven Wider- I ltandes gegen die Ruhrpolitik Frankreichs tst auch d-r Achtstundentag versunken. Die Zeit des grogen allgemeinen Opfers ist gekommen. Die Lage ist «klärt. Die Arbeiter und Angestellten kennen gut mic Arbeitgeber den Stand der Dinge und sind be­reit. zu ihrem Teile die Konsequenzen aus dem Zu­stande zu ziehen, in dem sich die deutsche Wirtschaft hefiiriiet. Sie wissen, daß die deutsche Wirtschaft konkurrenzfähig erhalten werden muß, und n, wissen ferner, daß angesichts der ungeheueren Lasteu, die aus der Erfüllung des Friedensoenra- «s erwachsen und die letzten Endes doch von der Gesamtwirtschaft getragen werden müssen, stär­kere Anstrengungen nötig sind, als s i e i n -er Vorkriegszeit verlangt rpurden. Der besonnene Teil der Arbeitnehmerschaft — und er ist doch wohl der größere Teil — hat sich, soweit er m der Gefahr lag, von ihr ersaßt zu werden, dem Ein­flüsse der radikalen Agitation längst entzogen und innerlich und resigniert diese und jene Errungen- kchaft der Nachkriegsjahre preisgegeben. Ruhig und ohne stärkere Zuckungen hat sich eine Umstellung vollzogen. Aber es ist unbestreitbar, daß die fesli- flhe Verfassung der breiten Massen der Arbeitneh­merschaft von manchen Unternehmer nicht in Rech­nung gestellt und daß über sie in einer Art hinweg­gegangen wird, die weder soziales Verständnis noch bescheidenes Vermögen, psychologisch zu denken und zu handeln, erkennen läßt. Es sind Fälle bekannt geworden, in beiten der Machtstandpunkt eine üble Betonung erfahren hat; so übel, daß das Ausblei­ben einer Reaktion eigentlich Wunder nimmt. Dis Rückkehr zu gswiffen Usancen aus der Vorkriegszeit fft aber ausgeschlossen. Jeder Versuch würde eine schwere Erschütterung im Gefolge haben

Wir könnten eigentlich gelernt haßen. Sehr viel aus dem großen Kriege. Der deutsche Soldat des großen Krieges war ein herrlicher Kerl. Treu und gehorsam von Hause aus, zur Hin­gabe an das Ziel durch seine Ueber,zeugung erzogen, adß es um Haus und Hof und das ganze Vaterland gehe, war er unermüdlich und immer frei von Eigennutz. Da, wo er hingestellt wurde, blieb er wie ein Felsblock stehen und z w e i M i l l I o n e n Grabkreuze verkünden der Welt, wie er feine Pflicht aufgefaßt. Schweigend und ohne Ruhm­redigkeit tat er feine Pflicht; auch dann, wenn ein Vorgesetzter jenen Funken sozialen und demo­kratischen Gefühles vermissen ließ, ohne den ein Mann ein Unglück ist, in dessen Hände Befehls­befugnisse gegeben sind. Männer aber, welche mit chm fühlten und mit ihm lebten, konnten ihn zu den unglaublichsten Leistungen aufrufen.

Die Krisis, die das deutsche Wirtschaftsleben zur­zeit durchmacht, geht tief. Auf zwei Schultern ist die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf der Neuordnung gelegt. Arbeitgeber und Ar- beitnehmer müssen Opfer bringen. Das schmerz­licher Opfer liegt beim Arbeitnehmer. Die Allge­meinheit, der S-aat, das Volkstänze hat ein In­teresse daran, daß im Sinne des Gemeinschaftsge- dcmkens gehandelt wird, und das ganze Volk hat ein Recht darauf, zu verlangen, daß diejenigen, in deren Hände Macht gegeben ist, einen Gebrauch da- davon machen, wie ihn die deutsche Verfassung im Artikel 153 im Auge hat: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich Dienst sein für das Ge­meine Beste." Wir wollen in neue, bessere Verhält­nisse, in die endgültige Gesundung hinüberkommen ohne schwere Erschütterungen. Wir können dies, wenn wir wollen. Cs gelingt, wenn diejenigen, welche besitzen, bestrebt sind, jenen noch etwas zu retten, welche dabei sind, alles zu verlieren.

bändigen können.

Reichsarbettsminifter Dr. Brauns hat sich in Hage n vor einer von mehr als 800 Personen besuchten Konferenz der führenden Kreise des Deutschen Eewerkschaftsbundes über das Thema „Wirtfchaftskrife und Sozialpolitik" geäußert. Auch durch eine allgemeine Wirtschafts­krise dürften das Prinzip der Sozialpolitk selbst und deren grundsätzliche Notwendigkeiten nicht an­getastet werden. In der Frage der Sozialver­sicherung sei die Beitragspflicht angepaßt wor­den und eine Vereinfachung der Organisation und eine Beschränkung der Leistungen in dem nötigen Maße erfolgt mit dem Erfolg, daß heute das Ver­sicherungswesen als gerettet betrachtet werden könnte. Weniger befriedigend sei die gegenwärtige Lage und die Aussichten für die nächste Zeit auf dem Gebiet der Beschäftigung der Er­werbslosen. Nachdem die rechtzeitige Ein­führung der Erwerbslofenoersicherung gescheitert sei, fei durch die Verordnung vom 15. Oft. 1923 Ersatz geschaffen morden. An dem Grundsatz der Pflichtarbeit müsse sestgehalten werden, schon um Notstandsarbeiten vornehmen zu können. So­bald die Finanzen es erlauben, sollten dieUnter- stützungssätze beraufgesetzt werden, aber nicht um den Preis einer neuen Inflations­periode. Der Minister versprach, nach Kräften auf die Steigerung des Realeinkommens hinzuwirken durch weitere Senkung der Preise. Bei größerer Bewegungsfreiheit müsse die Wirtschaft wieder zu den 'früheren Grundsätzen zurückkehren. Scharfe Kalkulation, große rUmsatz, kleiner Nutzen, das sei auch das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der Arbeitsnot.

Auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege habe sich das Neichsarbeitsministerium bestrebt, die Selbstbilfe zu fördern. Zur Arbeitszeitfrcme wies der Minister darauf bin, daß die Gewerkschaften und politischen Parteien orundsätzlich der Arbeits­leistung auch auf dem Wege der Arbeitszeitver- längerung zugestimmt hätten. Der Höhepunkt der Krise habe einen entscheidenden Schritt unver­meidlich gemacht- Die Verordnung vom 21. De­zember entspreche gewiß nickt hem sozialpolitischen Ideal, sei aber auch nur als Notverordnung gedacht. Das Hauptgewicht bleibe bei der Regelung der Ar­beitszeit den organisierten Arbeiterparteien im Tarifvertrag überlaffen.

Zur Lohnfraae bemerkte der Minister, die Friedenslöhne konnten zwar noch nicht wieder er-

Veulfche Staatspapiece.

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Ausländische Werte.

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Gottesdienstordnung. '

Satholiidiec (SottcSdiemt.

Freitag, 1. Febr. (Herz-Jes il.Freitag.) Dom Mor ens von 1,6—‘/iS Gele enbeit zur hl. Beichte. s/48 Se.-ensmeffe, nachmittags 5 Herz- Zesu-tlndacht — Sreucnbsrg. Ich'tündtie Aussetzung de» Ällerherligsten. Nachuutt. 2 feierliche Vesper.

Israelitische Gemeinde.

Samstag, 2. Febr. Vorabend 4.55, mbren» 8.30. nackmittagS 4, Sabbat'qauSqan i 15 05 Uhr. — Woche r> gottesöienst: Morgens7,nahm.4 45, abends605 llhr

Montag,4. Febr. Fasttag. Gottesdienst 12 20 Uhr.

4°-o 6olö-Rente 4 türk flömin.

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Gilberte war nicht daraus vorbereitet gerne en, daß ihr Vater so rasch auf ihren Willen ein-,eben werde, und ! ihr Staunen hielt nur mit ihrer Befriedigung über bi»;en ; Umstand Schritt.

„Festigkeit und Energie haben alo doch ihr Gutes," : ft« fick. »Vor kaum einer Bathen Stund- aebärdeft I

er sich wie ein Despot und jetzt ist er saust und nach- giebig wie ein Lamm."

Dessenungeachtet blieb sie auf ihrer Hut. Langjährige Erfahrungen und die Mitteilungen der Großmutter hat­ten sie den wahren Charakter des ränkesüchtigen Man­nes, dem sie das Dasein verdankte, genau kennen ler­nen lassen. Zu.häufig hatte sie ihn an der Arbett ge< sehen, wie er Ränke spann, Heuchelei übte und sich u-e- tsng.it Listen hodienle, um seinen Zweck zu erreichen als daß sie an eine plötzliche Umkehr hätte glauben kön neu. Sie erriet, daß es sich für ihn bloß um eint ]er/r kleinen Komödien handle, in deren Aufführung e! sich jederzeit als Meister erwiesen. Ganz sicher führt« er schlimme Absichten im Schilde, die im gegebenen Moment schon zum Durchbruch kommen würden. E- galt also, aus der Hut zu sein, und das lat sie auch, nickst ohne Unruhe hinsichtlich der Folgen, die es nach sich ziehen würde, sobald sie erklärt, daß sie den jungen Marquis rücht heiraten wolle. Denn sie war nunmehr fest entschlasien, seine Werbung unter keinen Un ständen anzunehmen; die Mitteilungen der Großmutter über den wahren Sachverhalt hatten diese Aeriderurn in ihren ursprünglichen Absichten unschwer herdeigesühri.

die er mit sich zu Rate gegangen, hatte er verschiedenen Erwägungen Raum gegeben. Er bereute, daß er seinen Zorn nicht zu unterdrücken vermocht. Indem er diesen zur Geltung kommen ließ, beging er eine bedeutende Ungeschicklichkeit. Er wußte aus Erfahrung, daß seine Tochter nicht zu jenen gehörte, die sich durch Heftig eit einschüchtern lasten und die man durch Drohungen len­ken kann. Diel klüger schien es zweifellos, es mit Sanft­mut zu versuchen und ihr die verlangte Bedenkzeit zu gewähren. Zu anderen Mitteln zu greifen, bliebe dann noch immer Zeit, wenn sie nach ab gelaufener Bedenk­zeit ihre Einwilligung versagen sollte. Und entschirl- fen, etwas Geduld zu haben, kehrte er wieder zurück, um den begangenen Fehler gut zu machen.

„Na, da bist du ja, Hitzkapf du," sagte er in einem Ton, der jeden Gedanken an Gewalt ausschloß, und näherte sich lächelnd seiner Tochter. „Wirst du jetzt ein wenig vernünftiger sein als vorhin? Und wirst du end­lich begreifen, daß ich nur bein Glück will und mein Vorschlag wenigstens ernstlicher Erwägung wert ist?"

„Ich will ihn nicht ohne eingehende Prüfung ableh­nen,' erwiderte Gilberte. „Die Art und Weife, in bei du ihn mir gemacht, schien daraus hinzuweisen, daß du mir das Reckst der eigenen Prüfung versagen und mir eine sofortige Zusage entreißen wolltest. Mögllcherweie war meine Antwort ein Echo der Deutung, d:e ich deinen Worten gab. Aber noch bevor ich in diesem Sinn ant­wortete. hatte ich dir bereite gesagt, daß ich bereit sei.

ärankt Bank rankt, fjnp. Bank rankt.pianöbr. Bank

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zu sesfeln.

Seine Zuversicht nach dieser Richtung war so groß, daß er an einem Erfolg gar nicht mehr zweifelte. Doch wollte er nicht frühzeitig triumphieren, und begnügte sich, Gilberte ob ihres Gehorsams zu loben und seiner Schrsirpermutier zu danken, deren Ernt' " c st.mf siicht Wunder zuschrieb.

(Fortsetzung folgt11

reicht werden, eine Befferung fei aber zu erwarten, sobald das Wirtfchaftsleben wieder in Gang komme. Das Schlichtungswesen solle Arbeitgeber und Ar­beitnehmer wehr und mehr zur verständnisvollen Zusammenarbeit bringen Der Minister versprach ferner, die Notwendigkeit eines gewissen sozialen Schutzes der Mieter und Pächter beizu- hebalten, aber auch schrittweise Miet- und Pacht­zins dem Friedenszins anzugleichen. Zum Schluß sprach der Minister die Hoffnung aus, daß der riefst- Punkt unserer wirtschaftlichen Not über­wunden fei, wenn es zu einer E n t w i r r u n g der außenpoli t i sch e n Pr o bleme komme. Im Interesse der Völker und Stämme sei ein solches Ergebnis der nun beginnenden Untersuchungen und Verhandlungen zu suchen.

Die Darlegungen des Ministers fanden grund­sätzlich volle Anerkennung. In der anschließenden Besprechung kam das starke Dertrauensverhältn s der christlich-nationalen Bewegung zu dem ihr nahe­stehenden Arbeitsminister zum Ausdruck. Der Lei­ter der Versammlung, der Vorsitzende des Deut­schen Gewerksckaftsbundes, Stegerwold, faßte das Eroebnis der Konferenz dahin zusammen, daß zu p e's s i m i st i s ch e r S t i m m u n g k e i n A n l a tz vorlieae. Er betonte, daß sozialdemokratische An- oriffe und Verdächtigungen das in 30jahriqer treuer Verbundenheit geschaffene Vertrauen zum Reichs- arbeitsminister in keiner Weife erschüttert hatten.

♦

Wie sehr der ch r i stl' ch - s o zi a l e Geist, wie ibn Arbeitsminister Dr. Brauns vertritt, heute 'M öffentlichen Leben verteidigt werden muß, zeigt uns eine Nummer des „Holzmarkt . die man uns übersandt bat. Dort lesen wir:

5orf mit der ganzen Sozialversicherung!

Anders kann die Parole nickt lauten, und wenn mir auch die Ueberzeugung haben, daß bei dem ganzen »!e- bertum im Reiche und bei dem ausgeprägten Futter- krippensinne, den die Beamtenschaft in der Versicherung zur höchsten Blüte entwickelt hat. wahrer d ihre Leistungen den tiefsten Tiefstand einnahmen,, nur mit größter Anstrengung und rück­sichtslosem Vorgehen der ganzen Wirtschaft etwas zu erreichen ist. so meinen wir doch, daß diese Sqlachi ge- schlaaen werden muß Aber niemand bilde sich ein, oan ein Brief an den Herrn Reichsiaqsabgeordneten 'den wir nicht viel höher bewerten und der genau fo an feinem Stühlchen fleht und darauf genau st wenig leistet) zum Ziele führen kann Der Reichstag ist nichts wert, und die Reichsregierung würde sich auch v-m, Reichstag gar keine Vorschrift machen lassen, die Sozial­versicherung zu beseitigen. Die kann niir mit Gswair znm Sturz gebracht werden, etwa indem die Wirifchatt cs ablehnt, diesen Unstig von Versicherung auch nur n-ch mit einem einzigen Pfennig zu unterstützen , Wenn die Krippe leer ist, bann verschwinden die Kripyenlaufer fluchtartig; denn was ste an der Knippe stell, 'ft nur Inhalt; wenn nicht mehr aufgefch'sttet wird, ist dos ganze „Infereffe", von d-m man bei den Am^hand- lunven wahrlich vick.tr merkt, kutsch. Und ist die Sozial- ümiiikrtma oi-^eftogen. d-nn ist die Wobmingsnet um'em bettö-histches pem'N>-ri. denn Hunderttaufende von Räumen find damit zu Wohnzwecken frei. Urb dann trvff»n dir Hvnderitaikkende von qosunden Leuten, die sich in der Sozir.Irerfichenmg bisher ein bequemes Le­hen bereiteten, einmal seinen, ob ste sich durch vrodick.ive Arb-it auch ihr Brot verdienen können. Em paar hun­derttausend fir’nperläufer roeniaer zu hoben, mirbe hie deiillche Wirtfchaft immerhin fordern. d>e Not würde die Leute schon zwingen, sich einen Brotverstenst zu suchen und sich produkilv, also nuttlich. zu betätigen.

Nach einigen kümmerlichen SorfAfaaen. ste der „floh- markt" auf Gri nd feiner fozialv-litifcken Sachverständ­nis aus dem Bermel fck-"ttell, st-ißt es dann: Wir haben über dieses unleidliche Thema hier fchon so ost und Io viel aeschrieben, daß wir heute faqen möckten: Es muß van der Holzwiittschast eine renolutianäre Bewemma aus» aehen, die die Reichsreaierung zwingt, d-e Sozialver­sicherung entweder abzusch-fsen, denn andere Lander kennen'auch keine solche Einrichtung, oder aber nach Gedanken umzugestatten, die frei von Tausenden opn Paragraphen ein vernünftiges, billiges aber ungutA besser Ziel und Zweck erreichendes Arbeiten ermbqlicken. Das ist leicht zu ermöglichen, man braucht nur die bis- hörigen verfehlten Organisationen zum alten Gerumpel zu werfen, wohin sie gehören; und neue Gedanken zu fassen soll man nur den Männern der Praris überlasten, denn die Bürokraten sind dazu nicht fähiq. auch üben flüssta dabei, wie sie zur Genüge in Jahrzehnten der Sozialversicherung bewiesen haben.

Die Ueberhebung, die aus diesen Zeilen spricht, mutet fast k o m i s ch an. Aber es erweckt dock auch ein niederdrückendes Gefühl, daß in Deutschland, dem Lande, das einen Bischof von Kettelsr, einen Dr. Hitze, einen Frhr. v. Berlepsch, einen Dr. Franke als sozialpolitische Führer gehabt, das die sozial­politischen Kundgebungen der Katholikentage wie die evangelisch-sozialen Kongresse gesehen hat, Der­artiges geschrieben werden kann.

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Srankfurter Dürfe

v'.e Notierungen üerleben sich in Billionen Präsent letzt.

Glas, Porzellan, Küchengeräte.

hernr 773. Conr. W.egand Ww., Fulda. Marklsfr. 19.

Berliner Kursbericht,

(Altes in niiltiarö en.l

Was Sirnormet anbetraf, so war ihm das Seelen­leben seiner Tochter von jeher ein Buch mit sieben S'e- geln und er merkte auch jetzt nichts von a edem, wa- sie bewegte. Befriedigt durch ihre fcheinbare Fügsam, feit, betrachtest er es sür einen Sieg, daß sie seinen deinen Schützling zu empfangen" I Schützling wenigstens empfangen »oHte Er dacht-.

„Dann sind wir ja einig," erklärte ©imonnet. „Es | Franz von Fosieuie sei endgültig^nd N«.

kommt immer darauf an, sich mit einander zu verstau- gersohu zu werden, und “*nete ° Widerstaub zu bre-

digeu. Morgen wirst du Franz von Fosseuse kennen ganz und Bildung, um Gilbertes n^nl,l 3auf 6ie lernen Du wirst dir ein Urteil bilden können und sollte chen, gleichwie er aur die N-ize u d „ Cnnrf:e-

ÄS Besuch zu diesem Zweck nicht genügen, so | Mitgstt seiner Tochstr pochst, um den iungen Kavalier

wird er nochmals kommen. Ich will dir Zeit lasten, denn ich weiß, daß die Meinung, die du dir schließ ich über ihn bilden wirst, eine nur günstige sein muß "

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