Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.
51. Zahrg
Zrettag, 1. Zebruar 1924
Nr. 27
da?U'ch berbetgefügTt, daß Bayern zu 83 Pro;. bal MiitiqenrumSrechr erhält an den in Bayern llezen- Den T ilen. Dreier Vorschlag, Der dem Reich erhebliche Opfer auferlegt, ist aber auch von Bayern nicht gerade lerchren Herzen» angenommen toomen. Die Berhand'ungen mit den anderen Ländern sind noch nicht abzeschiossrn.
L-ber die vermutliche Eestaltunq der Finanzen des Reiches im Etatsjahr 192 4 errechnet die Denkschrift, daß die Gesamtausgaben de, Reiches (allasmeine Reichsverwaltung und Ausführung des Friedensvertrages van Derfailles) 5712 Millionen Go'dmark betragen, denen E'ssnahmen m Höhe von 5254 Eo'dmark gsgenüberstehsn dürften. D.-s würde alfo einen vermutlichen Fehlbetrag von 458 Millionen Goldmark «ergeben. Die Schätzung der Zinnah-men geht davon aus. daß d:e Wirtschaftseinheit und die Derwaltiungs- und Steuerhoheit des Reicher und der beteiligten Länder in den besetzten Gebieten wieder hergestellt wird. Lei Fortdamr des gegenwärtigen Auslandes würden die Einnahmen rund 950 Millionen Gold- mark weniger einbringen als der Doransthlag angibt. Die Ausgaben für den unmittelbaren Reichs- bedarf sind bei der Schätzung so knapp bemessen, daß sie u n t er dem tatsächlichen Bedarf bleiben. Aufwendungen für wirtschaftliche und kulmrelle Zwecke sind nahezu ganz unberücksichtigt geblieben. Nicht berücksichtigt sind di« Budget» für Post und Eisenbahn.
Ueber die dritte SteuernoLverordnung lassen sich jetzt erst Angaben machen, die auf fester Grundlage beruhen. Das Reichskobinett hat nunmehr dem Entwurf der dritten Steuernot- verordnung z u g e stimmt. Er ist bereits dem
SerontieortUd) ür bie G<fcrtftlettuna: Dr. Johannes Rtarnet. Sinjeißen: 3- Serieller. Liuda. SivUU-onkdrnct und XSetloa bet 4 Sulbatt Ärtienbruderei in Luida. Retnl6red)er wt- 9. ::
Borat Samar 2.50 6'oltwart frei San».
2er Reichskanzler begrüßte die Herren de» Komitees, worauf der Dorfitzende de» Komitees, General Dawes erwiderte:
Am Reichskanzler! Das Äomltet beauftragt mich, ?einer Genugtuung darüber Ausdruck zu geben, daß ihm b»utf(ben Reaierrma kennen zu lernen. Als gemein famer' Abschuß empfinden wir die große Bedeutung der ' gemeinsamen Verständigung der Witterten über be Pö* fung der vor uns liegenden Probleme, und es «rlchr nt i!ÄÄ
, Reichsrat, dem Ausschuß des Reichstags und dem . Drs tlHOUGGC CCS titlGLr. Reichswirtschafisrat zugegangen.
Der Entwurf, der die Unterschrift des Reichs- finanzministers und he» Reichsjustizministers trägt, regelt das hart umstrittene Gebiet der Auf wer- tung privater Schulden und sucht eine I Lösung, die mit dem überwiegenden und mit stet» verschärftem Nachdruck vertretenen Wünschen wet- ter Kreise der Bevölkerung im Grundsatz überein- stimmt. Der Entschluß ist nach eingehender wieder- Holter Erwägung von Gründen und Gegengrunden, die angesichts seiner Tragweite für die Gesamt- wirtschaft beide schwer wiegen, gefaßt worden, Da ein Zögern nicht mehr vertretbar erschien.
Für Bermögensanlagen, d. h. insbesondere f ür Hypotheken und andere dingliche Lasten, für Schuldverschreibungen und andere Darlehensciw. sprüche gegen private Schuldner tst «rundsaß ich eine Aufwertung auf 10 v. H. de» Goldwert e s der Forderung vorgesehen. Besonder, ungünstige Verhältnisse des Schuldner, berechtig'' I ihn zu g e r i n g e r e r Aufwertung. Eine Sonder regelung ist für P f a n d lx i e f -gegeben, die den Ausschluß der Spekulatwnserwerber und eine Br- günstiqung von altem Besitz von Mündeln, aemem- nützioen Anstalten, Stiftungen, sowie ähnlichen zu mündelsicherer Anlage gezwungenen Glaubern vorsehen. Für die Regelung von Ansprüchen au» Svarkasfenguthaben und Leben»- Versicherungsverträgen gelten andere Besonderheiten, die eine angemessene Verteilung der aufgewerteten Dermogensmassen sich-rsteuen. Der zugelassenen Aufwertung dient ein besonder» verein sachte» Verfahren. Für 5 ff ent- 1 iche An 1 agen ist bis ^r Abdeckung aller Re- parationsverpslichtungen der Anspruch auf Kap a und Zins au f g e h o b e n worden. Ob uberb^unt und wann, in welchem Umfang und,zi> welchem Zeitpunkt der Zinken- und Tilgungsdienst wieder ausgenommen werden (oll,wird!iu fputerer . durch ein besondere» Reichegesetz geregelt. Die I Auswertung gibt dem Gläubiger nur «men le be, Geldwertimterschfed«, zwischen der (Solomart forberuna und deren Pavierwert.
Die Gründe der Gerechtigkeit ebenso wie die be, dringenden Finanzbedarfs von Reich, Landern und Gemeinden zw'ngen dazu, den verbleibenden Gelben twert unas geroinn b e, Schuldner, I zu besteuern. So werden Dbligationsschul.ner, die vor dem 51. Dezember ihre Obligationen geti'gt haben mit 12 Proz. des Eoldmarkwertes der Schuld- Verschreibungen besteuert. Die ®*»aer ist grundsätzlich in Halbiahresraten von je 2 Pro'ent zu zahlen. An diesem Zeitpunkt noch nicht getilgte SchuDver- schreibungen tragen 2 Pro-ent Steuer, weil hier die Auswertung noch h'nzutrstt. Die Desteuewmg der Insiafionsaewinne aus Krediten, aus der Aus- aabe von Notgeld und aus öffentlichen Zi^chussen zum Dau von'Wohngebäuden iowie , schließlich de, Gechentwertungsgew'nn» der Eigentümer bei dem Wateten unbebauten Grundbesitz ro:rb Dor'ereitet. Sei unbebautem Grundbesitz wird hn Interesse d-r Sicherung der Do'k»ernährung di« erst« Rate
Hilfe und Mitarbeit.
Der „Borroarte" veröffentlicht einen Auszug aus der Denkfchrift der Reich-regie- tung, Ve der ersten interalliierten Sachverstand,, genkommifsion als Material für ihre Untersuchun. «en in Berlin übergeben worden ist. Die Denk- schrist enthält nähere Angaben über den Hau», halt des Reiche» und seiner Fmanzenimcke- lung. Mit der vorläufigen Stabilisierung der Mark feit Mitte November 1923 ist eine erhebliche Besserung der Re i ch »f i n a n ze n tmge- treten. Der Zufchußbedarf, der in der letzten No- vemberdekade noch täglich 30 Millionen Goldmark betrug, ist m der letzten Drzemberdekade aiif knapp 11 Millionen Eo'dmark zurückgegangen. Der Le- famtmschußbedarf für die Zeit vom 16. November bis 31. Dezember 1923 betrug 670 Millionen Goch- marL Er tft gedeckt worden durch die Kredit« tzes Reiches bei der Rentenbank.
Lern?chu!e und 8r eitsjchule.
Einige Lehrer und Lehrerinnen schreiben uns zu dieser Frage:
’■ Wir hatten durch den Art. .Lernschule und Arbeit», schule" in Nr. 25 der Fuld. Zig., Beibl., Oclegenbeit, ins von dem erfreulichen Interesse zu überzeugen, da, Eltern unserer Volksschule, sogar unterer Arbeitsweise entgegenbrinaen. besonders angenehm berührte es uns. »an einem längst der Schule Entwachsenen rührende Dankbarkeit und Anerkennung der Schularbeit seine» alten Lehrer, vernehmen zu können.
Wir halten e, aber für angebracht, über unsere Ar. Heimschule im Anschluß an den genannten Artikel einige aufklärende Bemerkungen zu machen. Woher Hot die Arbeitsschule eigentlich ihren Namen? Der Verfasser meint, wir wollten mit diesem neuen Wort untere Schularbeit der alten Schule gegenüber in ein besonderes Licht rücken; wir wollten Damit tagen, wir arbei en. wahrend früher nicht gearbeitet wurde Damit zeigt daß er mit der Arbeitsweite unserer Schule nicht recht vertraul ist, überhaupt den Ursprung de, Worte, Arbeitsschule nicht kennt. _ ...
Wohl ist da. Dort Arbeitsschule al, Revolution,, gedilde aufgetaucht: e, wurde von den Vertretern de, Werkunterrichte» geprägt Diese ertreme Richtung stellte Die Hanbdelätigung Der Kinder in den Vordergrund, um in ihnen manuelle Fertigkeiten auszubilden mit Rücksicht auf den späteren 'Beruf. Dieser eigentliche Arbeitsunter, richt sollte Lehrfach der Schule fein. — Wir haben biete, Lehrfach nicht und halten diele Forderung dem Zweck der Volksschule nicht entsprechend. Wir pflegen aber die Handbetätigung Wir erzielen dadurch aus leichtere Weise klare Begriffe unter Berücksichtigung möglichst aller Sinne und werden damit den verschiedenen Äin« dertypen eher gerecht. Die Erfahrung leh-f uns. daß sich hierbei gerade in den schwachbegabten Kindern, die besondere Rücksicht verdienen, Kräfte regen, b:e zur Mitarbeit ermutigen Da, Bewußtsein der eigenen Geisteskraft wird auf diese Weite geweckt und gefördert E, gilt, möglichst jedes Kind zur freien geistigen Tätigkeit gnjuregen. Da, ist der eigentliche Kern der Arbei.s-
etne besondere Bestimmung über ihre Bewertung m der Steuerbilanz getroffen. Wetter bringt btt Ber- ordnung Vereinfachungen und Derbtlltgnngen.des Besteuerungsversahrens und des Steuerstrafvenah- ren,. Den Gemeinden ist auf den Gang des | Derfahren» rveitergehender Einfluß gewährt wor- den. ^2. I
/ Ver Reichstag.
Ter «eltestenrat de» Reichstage» v-schästigf« sich mit der Frage de» Wiederzu jamm en tritt» bei Plenum». Man kam überein, mit Rücksicht aus die Arbeiten der beiden Sachverständigenausichüsse, durch welche auch di« ReichSmtn'fterien stark in_8ln- spiuch genummen werden, Vorläufig von der Fest« I fktuing eine» Termin» für die nächste Plenarsitzung Abstand xu nehmen. Ter P'äsident wurde lediglich ersucht, am 10. oder 12. Februar den Aeliettenrat noch einmal zusammenzuberufen. Ter AuSwöttige I Au» chutz soll tn der nächsten Zeit guiammentreten. Zn der preutzissen Srllnds.euer-zrage haben sich die Gegensätze, über die wir beratet haben, inzwischen gemildert. Die Vorschläge de» Zentrum», I auf eine gerechtere Staffelung der Steuer, haben ihren Eindruck nicht ver,ehlt. Tie bisherigen Be« stimmuugen ergaben, daß der kleine Grundbesitz I tn'oige bet böheren Pewe.tung itn Kataster verhalt, nik-maßig höher belastet ist all der im giogen und ganzen viel letftunaliädigere Großgrundbesitz. Ter HauptauSschuh einigte sich auf eine Ermäßigung her Setze für die Landwirtschaft, tt» winden folgende Sätze festgeietzt: tür die ersten 10000 Mk. 10 Pfe,., für die nächsten 30000 Mk. 15 Pm„ für die nächsten 60000 Mk. 20 Pfq., für die näch len 100000 25 Pig. Ueber 200000 Mk. gilt der allgemeine Eotz von 25 Pfennig.
In der Vollsitzung del Landtages am Mttt woch erläuterte der preußische Fittan-minister Dr. v. Richter den auf Goldmark basierenden HauSbal'Sp'an, den er vorlegte Wenn die Verband- lunqen Dr. Schacht» in Paris zu einem Erfolg fuhren sollten, so führt er an», wenn wir die Hille des Auslandes, auf die wir angewiesen sind, erhalten sollen, dann ist dal nur mö sich, wenn die L nle, die im Ausland dazu bereit sind, die an einem Zusammenbruch Deutschland» fein Intei esse haben, leben, daß wir selbst wil lenl sind, da», was wir leisten können, attl eigener Kraft auch ,n teilen bereit find. El bleibt in der Tat nichts weiter übrig, als daß I wir uni m>t eiserner Energie bemüh, n, unsere Ein- nahmen und Auleben in Uebeieinftimmung zu bringen.
Tie Weitetberalrtng er'olgt am Donnerstag.
Neue Organisation der Neichspost.
SSte wir hören, wird bo'au6ficbtltdi vom 1. A pril ab die Neichkpostverwattung auf eine neue ocganijatarische Grundlage gestellt. Tie Post wird all eigenes BermögenSobjekt fungielen,dessen Besitzer dal Rnch bieibt. Eine Umuellung der Reichspo t in eine Aktienaeiellichaft oder in eine | andere Form juristischer Persönlichkeit kommt danach nickt mehr in 'rage. Auch künftig wird an der Cp'tze der Reicklpost ein Minister stehen, der ge- I wisseimasien all Treuhänder deS Reichel I amtiert. E- bleibt auch we te hin dem ReichSrat und dem Reick Stag für s ine Amtsführung v-rant- woi-l ch. Jnoess-n wird für olle Fraoen der Tarif- I und Verkehrepolitik, wie überhaupt üb r die Ange- leoenheit.n d.I Etats, ein Verwaltungsrat bestellt, der selbständig entfrfieiben kann. Dieser I V iwal uugliat w"d aus ReichSrat, Reichstag und aul Kreisen der Wirtschaft zusammen e etzt. Nur wenn el zu Tiffeienzen kommt, mutz das Reichs- labinett ang^yifeu werden.
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Gegenwärtig verbandelt da? ReichSm'n'tsterinm mit Bayern nnd Württemberg wegen der Ab- findung auf Kruno der Staatlverti äze. Eine erheb- liche Erweiterung der Kompe'enzen der Länder im Po -betriebe ist vorgesehen. Ein Ausgleich für dte ReichlichuId an Bayern wird voraussichtlich
Letzle Nachrichten.
Die englljchen Aonfervativen.
wtb Conbon, 31. Jan. (Tel.). Nach Blätter Meldungen ist eine lebhafte R eorganija tior der konservativen Partei im Gange. Demnachjl werd« in einer großen Parteisitzung bieje Srage und di, der künftigen konfervaliven Politik erörtert. Bals- win werd« feine Ansicht barlegen. Er hat mitge- iellt, daß er sich vordehalllos zur Verfügung der Partei stellen und falls es gewünscht wurde, fmen Rücktritt in loyaler weife anbieten unb feinen coenfl. Nachfolger rückhaltlos unterstützen werbe. Emer ber ersten Schritte be» neuen Führers bet ftoniet-, valioen, gleichviel ob es Baldwin ober eine andere Persönlichkeit fei, werbe bovin bestehen, fjou,!on Chamberlain unb Horner einzuladen, neben ihm auf ber ersten Oppositionsdank Platz zu nehmen. Dem Dernehmen nach find beide bereit, dieses Anerbieten anzunehmen. Ihre Rückkehr in den engeren Parteikreis würde nach Ansicht ber konservativen große Bedeutung für die Konfolibierung ber Partei haben.
Ein amerikanischer Oelskandal.
wtb Washington, 31. Jan. (Tel.). Präsiden« E o o 11 d g « hat den Demokraten Gregory nnb den
| Republikaner 5lernt mit bet eventuellen A n - klagenerHebung in der Frage der Pe. troleumkonzession beauftragt, in die neben dem früheren Staatssekretär des Innern auch d« Tsiarinemlnister Deby und andere hohe Beamte verwickelt sind. Von dem mit der Untersuchung beauftragten Senolsausschuh werbe geprüft, ob bie Behauptung richtig sei, daß Staatssekretär Strall die pciroleumteferoen des INarinedepartements einem Spekulanten überlassen habe. Eine ber Persönlichkeiten bestätigte, ihm am 30. November 1921 ICO 000 Dollar geliehen zu haben. Doch hanbele es sich nicht nm eine Summe für bie Zlzbctlaffnng von Petroleum, sondern um ein privates Darlehen, um ben Anbau gewisser Landgüter in Ren-Rlexiko zu ermöglichen. Die Angelegenheit hat in ganz Amerika ungeheueres Aussehen hervorgrrusen. 3m Hinblick auf bie bevorstehende Präsidentenwahl ist einer Vrahtmeldung zufolge von den demokratischen IRitßßebern be# Senat» ein Antrag betreffend den obligatorischen Rücktritt des INarinsminister» und des Generalstaatsanwalts Vanghberty eingereicht.
gaben erlernt unb geübt Ganz richtig ist e», wenn gesagt wirb, wenn die Kinder Bescheid wissen sollen, müssen sie such beim Sandkasten lernen, sonst wissen sie keinen Bescheid. Es gibt allerdings auch Kinder, die trotz der anschaulichen Arbeitsweijef unb trotz aller Mühe be« Lehrers nicht Bescheid wissen, wie vom D. zugegeben. Leider ist die Beurteilung der durch die Arbeitsschule gegangenen Schüler zum mindesten verfrüht, da wenig, stcns hier in Fulda die Arbeitsschule noch kerne Kinder ZUM Abschluß gebracht hat Auch wissen wir, daß e» nicht ganz ohne Mühe unb Arbeit geht, wenn „aus der Schule geschulte unb guterzogene Menschen hervorgehen sollen".
Aber es ist uns viel geran gelegen, die ganze Schularbeit mit Freude zu durchdringen. Daß uns bas gelingt, ersieht man des öfteren aus ganz spontanen Aussprüchen einzelner Kinder.
Der Eindruck bei „baß tn der Schule von heute nicht so intensiv wie früher gearbeitet wird, unb man sie Arbeitsschule nennt, um ba» zu verbergen", wird hosient. sich durch unsere Ausführungen behoben fein. Und wenn die Arbeitsschule auch nur dieselben Erfolge — ferne besseren — wie bie alte Schule haben sollte, dann tft allein damit ihre Notwendigkeit schon erwiesen, daß sie auf den neue ft en Ergebnisfei» bet Kinderforfchung auf gebaut ist-
Zu ber gleichen An ^lezenyett erhalten w r eine Zuschrift von Fräulein Lehrerin ÜJl. Grlppcn-> tiog, bie gleichfalls für die Arbeitsichule euitttiL Wir heben bie tn vorstehenden Aufsatz nicht er- wähn en Punkte hervor:
Zunächst sind zuviel Pausen in ber Arbeitsschule. Run, die „vielen Pausen" sind schon dagewesen, ehe der Av» beitsünterricht eingeführt wurde, ebenso bie Kurzstunden' — Dielleicht erinnert sich der Verfasser, daß der Unter- ossizier früher doch auch von Zest zu Zeit ein „Rührt Euch!" kommandierte (nicht bloß alle 45 Mim), und batet ejet sierten dort Erwachsene — noch dazu in frische« Lust!' 3n der Schule aber exerzieren A njänaei itzu»
Tarifwesen.
— Ole ftrteltijeit bei brr Eisenbahn g^ifhen Vertretern oe» Rei ysverkeorsmtniueriums und bewerb- tchaslSoertretern fan) am Milt ooch eine riultpra t)« über bte,frage del Nennckunoentagel bet de» Eisenbahn statt. Dal ReichSoerkehrl nintitenum ertiärte sich bereit, für den 9 stanDentag 8V, Arbeit»« stunden zu bezahlen. Die (Aelverkschifllvert eiet forderten iüt die neunte Arbeitsstunde nicht nur de» vollen -riundenlohn. sondern noch einen Ueber stunden. 4 u । d) la g. Da eine 6tni iu:ia nicht erzielt werden tonnte, wird jeyt wahrscheinlich die vom stte.chSvertehrS. mmiiterium vor eschlagene Lohnregeiun < auf dem Berorsnunglwege durchrref.ihrt werden.
w^rtschastttche ttampsbewegungen.
= Oet Streit int rheinischen llohiendergbau hat sich noch vericharst. der letzten noch aioeiteten Grube Tonatu», Atzeinis.i>e Äktien-Gksellschaft. haben ortl- fremde AuSiiändige tn groyer Zahl die arbeitende Belegschaft von ihrer Arbeitsstelle vertrieben und den Betrieb stillgeie.it.
Weitere Sachverständige sind in Berlin em« «etroffen, nämlich Mac Kenna, Generaldirektor der Maland Bark, Henry Novinson, Präsident der Rationaldank in Los Angele», Dr. Mane Alberti, Direktor des Eredito italiano und Albert Janssen, Direktor der belgischen Nationalbank.,
Die Mitglieder des Sachverstandtgenausschuss.» für Budget und Währung mürben vorn Reichskanzler im Beisein des Minister, des Aeußern Dr. Stresemann, des Finanzmm>stcrs Dr. Luther und be» Wirtschaftsministers Dr. Hamm onoen Anwefenb waren auch der Staats- fefretär im Wieberaufbauministerium Müller und ber Vorsitzende der Kriegslastenkommission Staats-
Anreiaen-tvrerie: «itiuietU lUeloneO Iota. 0.16 »v'dmml etimirti 0,20 «olbmart: fietiameietie intal 0.60. ©olbmarf » au,«ürt- OchO aolbntorL t •
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bieten vermag. Ist dar nicht Lernschule? Auch in der Arbeitsschule wird noch gelernt.
Es wird auch noch auswendig gelernt — besonder» im Reltglonsunterrlcht. Nur sind wir vn» bewußt, daß wir viele Kinder haben, deren Geist ver- sogt, wenn wir alle» zu Lernende von ihnen verlangten, so wie wir es vom Durchschnittschüler erwarten können. Solchen Schwachbegabten könnte leicht die Freude an der erhobenen Religion getrübt werden. Wir erleben im Religionsunterricht mit unfern Kindern frohe, oft er. greifende Stunden und werden gerührt durch kindliche Ausdrücke, die uns Aufschluß geben über eigenste Her- gensbetntipung. Wir kommen damit ganz dem Wunsch unserer e>ock)würdigsten Herren Bischöfe nach, die im Religionslehrplan der Grundschule sagen:
„(Fs braucht nur noch die natürliche Fähigk-tt, die eigenen Gedanken unb Gefühle be» Herzens einfach und ungekünstelt zum Ausdruck zu bnngen, an ben gelernten Elaukensivahrheiten geübt zu werden": unb an anderer S:elle- „So wird er bie Kinder zunächst im freien 'Seiet üben, um sie allmählich zu einem andächtigen Beten bestimmter Gebetsformeln hinzuführen."
Was den Aussahunterricht angeht, fo sind wir über bie Ansickst des D. sehr erstaunt, Bemerken möchten nur nur, bah die angegebenen Themen sicherlich in ber Lern- schule ebenso bekannt waren wie heute. Wir selbst wüß- ton denselben, ber «rbeitsschusidee gemäh, eine andere Fassung zu geben. (Es handelt sich wohl um Erlebnis- aussätze, bie, oft mit Begeisterung niederg.schrieben, auch von Schwachen nach ihrer Art; bie aber in ihrer kindlichen Ausdrucksweise manchem Vater nicht wissmschast- lich genug sck>einen, sodah er feine eigenen Gedanken dem selbständigen Produkte seiner Kinder vorzieht. Wir schätzen es ungemein, wenn bie Hausaufgaben ohne väterliche Hilfe zuftanbe kommen, denn bann sind sie erst eigene Geistesarbeit; biefe befriedigt das Kind und wirb auch dem nicht voreingenommenen Pater Freude bereiten.
Folgende» fei noch kurz gestreift. Auch heute noch W»rd»p in uniinr Volksschule dl» schweren Rechenauj-
zeitstch h'nausgeschoben.
In eingehender Weis« sst b« Desteuertmq be» Geldentnrevttmgsnewmne» bei be^atttem, mrbesoti- b»re städtitch-m Grundbesitz im Anschluß an We Ste:g»nmss ber Mieten geregÄt. Diese S'euer foH, eb<m'fo wie die von imbebairiem Gmmd'esitz, den Landern vor'-ehosten breiben; ihnen wird auch b’e Besteuerung der Ge'dentwertungsnewtnne zugr- wiegen, dr« hei Hol'verkäufen ans Forsten öffent- sicher Körperschaften entstanden sind.
Neben d'esen ne-»en Steuern, d-e die finan'küe Selbständigkeit der Länder und Gemeinden stärken, werden den Ländern die durch die irrte Verteilung bestehender S'euerauellen erforderlichen Mitte' zur D^ck'Mg ihrer dringendsten Hanshaltsbedürfniss« zur verfügunq aestellt, insbesondere zur selbständigen Aufbringung der Desochungen. um die aus dem Außpertungsner- fahren sich ergebenden Bewertungsschwierigkeiten für b:e Steuern der nächsten Zeit au.szuschließen, ist schul«. Heber sogenannte Dumme. In denen auch Kräfte [fegen, einfach bas Urteil ber DlldunasunfSh-akeit obzu- geben nnb st« damit von b?r gemeinsamen Arbeit au», zuschließen, wäre recht unvödagogisch, und schließlich würbe in dem Kind ein Widerwille geoen alle Schul- arbeit aufkommen. Auch in ber Lernschul- hat der echte Pädagoge Maßnahmen zur finrberung ber Schwachen gefunden, und er würde b’e Wege, die bie Arbeitsschule uns zeigt, als große Erleichterung begrü- fen. In diesem Zusammenhang wird es wohl verständlich, wenn ein alter Lehrer der sogen. Lemschule vor kurzem ausfaate, ..bedauern zu müssen, daß er einige Jahrzehnte zu früh geboren fei'.
Die v^dagagssche W»lt ist sich klar darüber, daß bie heutige Methche eine Erleichterung für die Kinder be- beutet, hingegen eine Erschwerung der &b*e rar bett. Wir wollen untere unterernährten, schwächlichen Kindern bfefe Erleichterung gönnen unb umsomehr dem Grund- । fatz folgen:
Pädagogik vom Kinde au»!
Eie will dem Kind die Arbeit nicht abnehmen. Auch will sie nicht nur I'anboetätigung treiben, denn damit wäre bie Frage ber Ardei.sschule nicht gelöst. Kneten und Formen, Holz-, Papve- unb Papierarbe ten allein lösen noch keine Geisteskraft aus, noch muß bie geistige Ausbildung noch wie vor der Angelpunkt unserer Schule bleiben. Nicht genug kann man es betonen, daß wir deshalb auch kein Jota von dem opfern dürfen, wodurch einst in Vorkriegszeiten unsere Volkslchule groß wurde. Umer Volk würde e» einfach nicht verstehen, wenn mir bie geistige Ausbildung, zu der uns doch die Schüler übergeben werden, vernachlässigen wollten zu Gunsten manueller Ferttgkeüen, die nur ein Bestandteil der Arbeitsschule, nur ein Mittel zur Erreichung ihrer Ziele btlben. Tas gute Recht bet Eltern ist eine Schule, in der die Jugend etwa» lernt, die ein reiches unb sicheres Gei- ftesfonnen vermittelt: eine gute, klare unb richtige Sprache, eine geroanbte Schrift, orthographische Sicher- \ heil, bürgerliches Rechnen, überhaupt bas. w-°s ihnen bie 1 heutige Schule nach jahrhundertelanger Ech^nckeluna ut
—* Mmelnummer 10 Pfennig.
FuldaerZestung