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(2. Blatt.) 25.

Sonntag. 27. Januar 1924.

rsulvaer Heilung

Druck der Fuldaer Actirudruckerri m Fulda

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die

1922 108090

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1913 1* *7000

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) Die damals im Druck erschienenenErinnerungs- bläLer an die Feier des Einzuges und der Konsekrati'n Sr. Gnaden des Hochw. Herrn Georg, Bischof non Fulda", von Dr. I. W. Arenhold, beschreiben das nus- sührlich.

1920 50000 33500 60(K)0

«her Europas wie folgt: Lane Deutschland England

Köln einem Diamantenhändler m Rotterdam ange- S'm en worden sei. Es handelt sich bei dem in tterdam angedotenen Rubin um einen Stein in der enormen Größe von fast 75 Karat. Der Stein war von schönsterTaubendlutfarbe" und in Eisonn geschliffen. Als der Rotterdamer Imoeienhändicr die Kriminalbehörde von dem seltenen Angebot in Kenntnis fetzte, und dem Oesterreicher der Boden in Holland Mi heiß wunde, und er die Flucht ergriff» waren die kriminalistischen Nachforschungen ergeb­nislos. Einige Monate später tauchte ein riesiger Rubin, über dessen Herkunft legendäre Berichte in der Presse erschienen, in London auf. Er wurde hier für einen verhältnismäßig billigen Preis an einen französischen Juwelier verkauft, der ihn als Mttelitück für einen an einen exotischen Fürsten be­stimmten Schmuck verwenden wollte. Später stellte sich der für den Preis van 5000 Pfund erstandene Rubin als eine außerordentlich geschickte Fäl­schung heraus. Obwohl künstliche Rubine bereits seit Jahren hergestellt werden, hat sich die Fabrika­tion r-on synthetischen Rubinen in der Größe von über 5 Karat bisher als Unmöglichkeit erwiesen, ^udem zeigen künstliche Rubine immer eine eigen­artige rote Anilinfä-rdrmg. Es handelt sich bei dem gefälschtenGahlenschen" Rubin also um ein durch­aus bewundernswertes chemisches Farbsteinerzeug-

Die Tatsache, daß die schweren wirtschaft­lichen Störungen infolge des Rrchreinbruches ge­nügten, um einen so scharfen Rückgang der Kupfer- einsrchr herbeizusühren, beweist, daß Deutschlands Kupferernfuhr einzig rmd allein durch den frie­denswirtschaftlichen Bedarf beeinflußt wird. Diese ist durch die Gewaltpolitik an Rhein und Ruhr gedrosselt worden, wie die angeführten Mengen und Bergleichszahlen deutlich zeigen.

s. Mancherlei Erinnerungen aus vergangenen Ze ten.

in.

Es ist wohl niemals auch nicht in fürftbischöf- kichcn Zeiten in Fulda ein neuer Oberhirte mit sol­chem Jubel begrüßt und unter Anteilnahme Fuldaer Bürger der verschiedenen Konfessionen, unzählbarer Volksmengen von nah und fern empfangen und in oer Drabeskirche de» hl. BonifcÄus konfekriert worben *) ole Bischof Georg Kopp. Zur Leitung der Feier hatten sich sechs Komitee's gebildet. Schon acht Tage vor dem Einzug« des neuen Bischofs wurde mit den Dekorierungs­arbeiten in Stadt und Dom begonnen, ein ganz« Föh­renwald wurde nach Fulda verpflanzt: alle Straßen der Stadt, nidg nur diejenigen, durch welche die festlichen Aufzüge gingen, wurden mit großen und kleinen Fich­tenbäumen beftelü, mehr als taufend Fahnen wurden von den Bürgern neu angefchafst, dreizehn Triumph­bogen wurden errichtet. Die Krone der Dekoration bil bete der Dom mit einem Vorbau von Fichten und Gir­landen, im Innern war unter der Laterne der Kuppel eine riesige Krone angebrackst u. dgl. mehr. Fulda war gefchrnücki wie eine schöne Bra.it zum Empfange ihres geliebten Bräutigams.

Am 26. Dezember, dem zweiten Weihnachtsfeiertage, sollte der feierliche Einzug in die alte Bischafsstadt Fulda und am 27. Dezember, dem Feste des hl. Johannes, die kirchliche Konsekrationsfeier des neuen Oberhirten statt­enden.

Am 26. Dezember kurz nach 12 Uhr vormittags traf btt erwählte Herr Bischof in Bebra ein. Im Fürsten- zimmer des Bahnhofs daselbst hatten sich zu feiner Be­grüßung Deputationen aus Fulda, Kassel, Fritzlar, Eisenach, Hersfeld, Neustadt, Rinteln und Volkmarsen eingefunden. Herr Dompräbend« Engel als Vertreter des Klerus der Diözese und des Empfangskomitees, als vorzüglicher Redner bekannt, fand tiefempfundene herz­liche Worte der Begrüßung und verstand es, dem eigen­artig großen kirchenpolitischen Ereignis das richtige Re-

ten das meiste Kupfer aus Amerika entführte, ob« schon die Einführung aus Amerika auf weniger als em Drittel der Vorkriegszeit gefallen ist.

Zusammensassend kann gesagt werden: Deutsch­land war von jeher bei weitem der größte Käufer amerikanischen Kupfers. Dm Jahre 1922 halte es trotz stark gegen die Vorkriegszeit zurückgegangener Einfuhr diese Stelstmg offensichtlich wieder einge­nommen. 1923 ging Deutschlands Kupferetnfuhr aus Amerika auf weniger als ein Drittel der Vor­kriegszeit und nur weniger mehr als die Halste des Jahres 1922 zurück. Wenn Deutschland auch noch 1923 der größte europäische Käufer amerikanischen Kupfers geblieben fein sollte, dies ist möglich aber nicht sicher zu sagen, da die einschlägigen Sta­tistiken der fremden Länder frühestens in einem halben Jahre vorliegen werden, so wäre dies bei seiner sonst ganz überragenden Bedeutung als Einfuhrland amerikanischen Kupfers verständlich.

MMHM

vermischter.

Eine Fälschung des gestohlenen Rubins

tief zu geben; so erinnerte er daran, wie durch Gottes Vorsehung vor mehr denn 1100 Jahren der Gründer Fuldas, der hl. Sturmius, den Weg die Ufer der Fulda entlang zurücklegte, um dem Volke Buchoniens mit der christlichen Wahrheit die Schätze der Bildung und Ge­sittung zu eröffnen, einen Feuerherd christlicher Wissen­schaft und Sitte für Jahrhunderte zu gründen und führte dann des Nähern aus, wie nun wiederum durch Gottes Vorsehung nach jahrelanger Verwaisung Fulda einen Oberhirten erholte, der durch sinnige Fügung denselben Weg zurücklege bis zu jener Stätte, wo Sturmius in wilder Waldesnacht das einfache Holzkreuz aufrichtete. Der Herr Bischof erwiderte in ebenso geistreicher rote herzgewinnender Weise, wie er denn auch für alle Her­ren, die ihm der Reihe nach vorgestellt wurden, ein passendes Wort fand. Wir alle, denen es vergönnt war, beim Empfang zugegen zu fein, hatten das erhebende Gefühl, daß unser neuer Oberhirte ein Mann von ganz hervorragenden Geistesgaben, großer Liebenswürdigkeit und feinster Lebensart Pi. Die Zukunft hat tiefe Auf­fassung als richtig bestätigt.

Der festlich geschmückte Extrazug mit Salonwagen verließ um 12 Uhr 35 Minuten Bebra und erreichte um

1 Uhr 53 Min. die Station Fulda, nachdem er noch in Hünfeld um 1 Uhr 20 Min., wo schon feit 12 Ubr mittags eine unabsehbare Menge harrte, gehalten hatte. Auch hier wurde er von Herrn Dechant Engel, den 5w- noratioren und einer Deputation aus Geisa begrüßt. Der Herr Bischof dankte gerührt für den liebevollen Empfang und versprach, daß di« Stadt Hünfeld die erste der Diözese soin sollte, welcher er seinen Besuch als Bischof abstat.en werde.

Am Bahnhofe zu Fulda herrschte lange vor Ankunft des Zuges ein nie gesehenes Leben. Die Feuerwehr n:ußte alle Kraft aufbieten, um die drängenden Men- fchenmasfen einigermaßen in Schranken zu halten. Ms aber der Extrazug einlicf und im Schloßgarten die Böl­ler donnerten, ging durch die Taufend« eine so mächtige Bewegung der Freude" unb~ des Jubels, daß es kaum gelingen wollte, das Geleise frei zu halten und großes Unglück zu verhindern.

Im Damensalon des Empfaagszebäudes iprach Herr Oberbürgermeister Franz Rang, umgeben von dem Stadtrat, eine tiefempfundene herzliche Begrüßungsrede, die eine ebensolche, recht geschickte Erwiderung fand.

Nun bestieg man die Wagen. Neben dem Herrn Bi­schof nahm der Herr Oberbürgermeister Platz. Bor und

flits dem Uachbaraetiet.

= Bad Orb. In Neuenschmidten bei Geln­hausen verstarb an den Folgen eines Schlaganfalls der langjährige Leiter der dortigen Möbelindustrie Baurat Andreas Schneeweis. Der Verstor­bene, der auch 49 Jahre im Dienste der Wächters­bacher Steinautfabrik stand, hat mit Eifer und Tatkraft die Möbelindustrie in Neuenschmidten aus kleinen Anfängen zu der heutigen Größe gebracht.

p Rückingen (K-eis Hanau». Eine 66 Iahte alte Frau von hier, die zwei Söhne im Weltkriege verlöten bat und feitöem ein tiefsinniges Wesen zeigte, hot sich bei Dörnigheim im Main ertränkt. In Hanau hat sich ein 36 Jahre alles Fräulein aus dem 4. Stocke ihrer Woimung herabgestürzt. Sie war folort tot. Ktcnuhaste Veranlagung war auch in diksem Folie die Uc oche des Selbstmordes.

Höchst a. HL Das unter Denkmalsschutz stehende Höchster Schloß ging vor längeren Jahren aus dem Besitz des Reichsfiskus durch Kauf in das Eigentum der v. B r ü n i n g f ch e n F a milien st iftung über, nachdem die Stadt Höchst auf den ihr zustehcnden Ankauf verzichtet hatte. Nun hat sich aber die Familie Brüning schon seit langem nicht mehr um das Anwesen, das jetzt Desaßungszweckcn dient, gekümmert. Die Folge ist, daß das Dach durchlöchert ist und die Balken verfaulen und daß der Aufenthalt im Ge­bäude mit Lebensgefahr verbunden ist. Die Po- lizeiverwaltung Höchst hat den Eigentümern die Aufforderung auf Wiederherstellung des Gebäudes zugcstellt. Die von der Familie Brüning dagegen erhobene Widerklage wurde jetzt vom Bezirksaus­schuß zu Wiesbaden abgewtefen.

* «u» dem Liebe-Waid. Bei Emmerichenhain kam der Monteur Senil Flick mit der Statk'irom« leitunq in Berührung un., wurde sofort getötet. Die Leiche mußte vorn Leitungsmast herunter geholt werden.

Rüstet Deutschland?

Don einer besonderen Seile wird uns ge-

Münsterschrn Dom-Monstranz. In 'Verbindung dem vor einigen Monaten erfolgten Diebstahl goldenen sogenanntenGahienschen" Monstranz Les Lonnes zu Münster tauchten in der ausländischen und deutschen Presse Meldungen auf, daß der be­rühmte Riefenrubin, der das Kreuz der Monstranz ziert, durch einen österreichischen Juwetenhändier aus

lagen.

Ob Deutschland im Jahre 1923 tatsächlich feine traditionelle Stellung als Hauptkäufer, amerikani­schen Kupfers beibehielt, kann heute nicht gesagt werden, da die Statistiken der fremden Länder noch nicht vorliegen. Die Einfuhr von amerikanischem Kupfer stellte sich für die drei wichtigsten Derbrau- (Deutschland, England, Frankreich)

lauSnamteinf. 225OOO io.davon 197 000 to. aus Amerika 1020 59 500 . , 50 000 , ,

1922 128000 , 108 000

Diese Uebersicht zeigt deutlich, daß die Kupfer­einfuhr Deutschlands auch in der Zeit des wirtschaft- kchen Scheinaufstieges 1922 noch weit von der Vor- krisgssinftchr entfernt war und daß sie im Jahre 1923 infolge der mit dem Ruhrsinbruch zusammen- hängenden schweren wirtschaftlichen Störung wieder tzharf sank, also rein wirtschaftliche Fragen für den Kupseroerbrauch Deutschlands maßgebend mären und Deutschland war ferner von jeher für Amerika der grüßte Kupferabnehmer der Welt. Es deck« dort etwa 80 Prozent seines gesamten De- barfes. Dieser Bedarf war verhältnismäßig sehr hoch, was am besten durch die Tatsache beleuchtet wivd, daß 1913 etwa 25 Prozent des gesamten Weltkupferverbrauches in Deutschland

Fronkceieb

Diese Usberstcht zeigt die ganz überragende Rolle, die Deutschland im Vergleich zu England und Frank­reich in der Vorkriegszeit als Käufer auf dem ame­rikanischen Kupfebmarkt spielte, daß Deutschland im Jcchre 1922, in dem es den Höchstverbrauch an Kupfer in der Nachkriegszeit erreichte, nur 55 Proz. der Vorkriegsmenge aus Amerika bezog, während für Frankreich die gleiche PrvFentzcchl sich auf 80 Prozent stellte, daß Deutschland 1922 trotzdem fast doppelt so viel Kupfer aus Amerika bezog als der zweitgrößte Kupferkäufer Europas: Frankreich, daß es sehr wohl möglich ist, daß Deutschland auch im Jahre 1923 noch von allen europäischen Staa-

J^der auswärtigen Presse kann man vielfach ^nrünbme Darstellungen darüber Horen, öag AuÄand große neue Rüstungen betret Man ickiießl das aus cmgeb.ichen großen deutsiyen Kupfer-Einkäufen in Amerika. Es braucht «ickt besonders betont M werden, daß diese Estr- kLufe von bestimmter Seite als ein Beweis für die Notwendigkeit der internationalen Müimrkontwlle angeführt wird. _ , .

J»der aber, der sich aus der Handels-Statistik fiter" die Verhältnisse auf dem amerikanischen Kuchermarkt und dem Anteil Deutschlands daran etwas genauer unterrichtet, wird sofort diese Dar­stellungen a.s bewußte Irreführung einer skruprl- losen Propaganda für bestimmte impenanitischL In­teressen erkennen. Denn tatsächlich ergibt sich aendes Bild:

Deutschlands Kupfereinfuhr stellte sich 1923 eto>a 75 000 Tonnen. Davon etwa 80 Prozent Amerika etwa 60 000 Tonnen.

Vergleichsweise seien folgende Zahlen für Kupsereinsuihr Deutschlands aus früheren Jahren

nis, das sich äußerlich in keiner Weife von dem cnes echten Rubins unterscheidet. Die kriminal stischen Untersuchungen ergaben, daß derRubin" durch Derrn tilt r-g eines Antwerpener Diamanthändlers zunächst an einen Bankier in London-South- Ken­sington dl? kauft worden ist. Wahrscheinlich stieß dieser Bankier, nachdem er_ durch einen chemischen Sachverständigen, der den Stein einer spektral-ana- lytffchen Untersuchung unterzogen hatte, von der Fälschung in Kenntnis gesetzt worden war, den R^om an den ahnungslosen Pariser Juwelier ab. Der Sachverhalt ist keineswegs aufgeklärt; nach Auf­fassung französischer Kriminalisten handelt es sich um ein ganz raffiniertes S ch w i n d e t m a n ö- v e r, bei dem der angeblich geschädigte Pariser Ju­welier vollkommen im Bilde war. Rach Meinung der französischen Kriminalisten sollte die exotische Fürstlichkeit mit dem gefälschten Rubin betrogen werden. Auffallenverweise wurde die Fälschung erst nach Ablieferung des Schmuckstücks durch den Bevollmächtigten des erotischen Fürsten festgestellt. Infolge der kriminalistischen Nachforschungen wur­den Spuren nach Dortmund und Köln festgestellt.

* Das große Los der neuen wertbeständigen Staatslotterie ist nach T e m p e l h o f bei Berlin gefallen. Zchn Familien, die das Los gemeinsam hatte, erhallen je 21000 Goldmark. Die glück» sichen Gewinner sind Leute aus dem kleinen Mittel­stand, die das Geld gut gebrauchen können.

* Ein schweres Lportunglück. Auf der Schierker Bodleighbabn stürzte bei einem Trainingtennen für die deutsche Bobleiah meister fch aft ein Schlitten mit dem Verteidiger der deutschen Meisterschaft, Herbrechter-Tortimmd, in einer Kurve auf Felsgesiein ab. Die aus 6 Personen be lehende Mannschaft wurde zum Teil schwer verletzt.

Technik und Verkehr,

= Ma«t!t!tttz-rokomotttU«. Die Süd-Paüfic.Bcchn in Amerika hat jetzt Sumpf lotomottben in den Be­trieb i eiteilt, die bn einer eteigerun t von 1 zu 39 falt 16000 Zentner schwere Zche bezördern. An biife Mammuth-Lokomotw.n, die übrigens Oeljeuerun,, haben, reichen in der Leistun.sfähiqkeit unsere neuesten rind schwersten Loiomot Den nicht annähernd heran. Ebenso giianlifcbe, aber elektrisch betriebene Lokomo­tiven baut die Chika^o- und Milwaukee-Bayn.

hinter dem Btschösl. Wagen ritten je 4 Reiter in Schwarz mit grün-weißen Schärpen. Das Geleite gaben zwanzig Equipagen mit den Deputationen. Der imposante Zug bewegte sich durch die Bahnhofstraße, Lindenallee in die Petersgassle. Dom Eingänge m die Petersgasse be­gannen die geordneten Spaliere der Schulen, der Ver­eine urä., die mit ihren Fahnen der Reihe nach 'Auf­stellung genommen hatten. Kinder Überreichten an ver­schiedenen Punkten Blumensträuße, die Glocken läuteten, die hinter den Spalieren stehenden dichten Menschen- nmssen jubelten dem Oberhirten mit Hochrufen entgegen.

Am Portale des Domes stieg Bischof Georg aus dem Wagen, um von feiner festlich geschmückten Kathedrale Besitz zu ergreifen. Herr Domkapitular Kalb stand da­selbst mit dem gesamten Klerus der Stadt, um deZ neuen Bischof den vergoldeten Schlüssel zu überreir ,<i uni rührende Worte der Begrüßung zu sprechen. Dem ehrwürdigen alten Herrn erwiderte der Bischofmit herzgewinnender Bescheidenheit und ttebeatmenber Huld", wie es in denEnnnerungsblattern" heißt. Darauf wurde er von dem Klerus mit dem Pontisikalkreuz an der Spitze an den Hochaltar und bann an das Grab des hl. Bonifatius gebracht. Der Wagen, in welchem er in Begleitung des Herrn Domkapitular Kalb nach dem Michaelsberg fuhr, war wieder gefolgt von Reiter­und Wagen-Eskorte, während viele Taufende auf dem Domplatze uni in der Allee zufammengeirängt waren, sodaß nut eine Führte für den Wagen blieb.

Der Tag der Konsekration bildete einen ganz hervorragenden Glanzpunkt in der Geschichte Fuldas. Ich unterlasse es, die Blschossweihe, eine der erhabensten her aus den apostoli'chen Zeiten stammenden kirchlichen Funk­tionen, näher zu beschreiben. Dick' meisten der Leser bat­ten ja mehrfach Gelegenlzekt, einer solchen beizuwohnen. Kcnsekrator war Wilhelm Jakobi, Bischof von Hildesheim, Assistsitten waren Dr. Joseph o. Stein, Bischof von Würzburg, und Dr. Felix Korum von Trier. Die außertirchliche Feier übertraf, wie schon be­merkt. olles Aehniiche, was jemals in Fulda gesehen wor­den ist. Die aus den verschiedenen Richtungen abgelas- feneu Ex.razüge hatten schon große Menschenmengen gebracht, dazu tarnen alle, die zu Fuß und zu Wagen herbeigeströmt tarnen. Allein 138 Priester nahmen an der Feier teil. Oberpräsident Gras Botho "zu Eulen­burg, Regierungspräsident o. Vrauchiksch, Fürst Karl von Birstein. viele Prälaten und distinguierte Persönlich- kcsten waren zugegen. Nach der üblichen G r a t u-

EingesaM.

Wohnungsnot und Sledelung. Was die Siedlungs­bauten an der Edelzellerstraße gegenüber dem israe­litischen Friedhof betrifft, so ist dort unserer Ansicht nach der denkbar ungünstigste Platz. Zunächst ist der Einkauf von Lebensmitteln hier umständlich, ferner müßten die Anwohner weite Wege zur Kirche und Schule machen. Es sind nach unserer Meinung noch andere, günstiger gelegene Plätze vorhanden. Wäre es nickt möglich, am Waldschliißchen, am Wasserpaßweg oder Kleegarten, oder wenn es dort nicht möglich ist, an der Maberzellerstroße oder Franksiirterstraße die Bauten berzustellen? Man könnte ja die Siedlungen je nach Plätzen teilen.

Sichrere eingeschriebene Baulustrge.

mieten. Der Einsender des mit der Unterschrift Mehrere Mieter" gedecktenEingesandt" in der gest­rigen Nummer derFuldaer Zeitung" überrascht die Leser mit sonderbar oumutenden Ausführungen, die auch in Kreisen gerecht denkender Mieter Kopsschütteln erregt haben. Würde dieser Mieter heute Vermieter, sofort würde sich seine.Ansicht ändern. Diese Fälle haben wir schon viel erlebt und werden wir mit .zunehmender Baulust noch mehr erleben. Die Mieten in Fulda waren im Frieden durchschnittlich gewiß nicht zu hoch und jetzt? Wie viele Vermieter verzichteten seither und verzichten noch immer auf diehohe Miete", weil sie ihren Kindern noch nicht einmal ein Brötchen dafür taufen konnten. Und viele Mieter, s"gor in besseren und guten Verhältnissen, nahmen rmd nehmen diese Großmut" an, statt daß sie freiwillig und aus Gerech­tigkeit ein Ueiniges täten. Wenn der gestrige Einsender meint, die Mieter (er sagtwir") seien gerne bereit, die Berechnung (also der Miste, der Steuern, des Wasier- geldes, der Schornsteinreinigungsgebühren, der Strahen- reinigung u[ro.) ohne Vergütung zu machen, so mag das für einzelne Mieter, die viel freie Zeit haben (was heim gestrigen Einsender anzunebmen ist), die nötigen Kenntnisse besitzen und die Schreibmateria­lien umsonst erhalten, zutrefsen. Ist das aber bei allen Mietern der Fall? Dos glaubt der Einsender doch rocljl selbst nicht. Wie viele kleine und mittlere Hausbesitzer (und bas ist in Fulda die Mehrzahl) befinden sich in einer noch schwierigeren Lage als ihre Mieter, denn jene haben burch langjährige Sparsamkeit und eisernen Fleiß sich ein eigenes Heim geschaffen, ihr ganzerReich­

tum" steckt im Besitz, während viele Mieter, vielleicht mit dem gleichen Einkommen, des Lebens Freuden nach Herzenslust genossen und sich kein Vergnügen versagten. Nun blicken sie fast mit Neid aus ihren Vermieter, dem sie ja auch gleich stehen könnten und wollen ihn drücken, und chikanieren ihn vielfach, was in eingeroeibten Krei­sen genügend bekannt ist. Und da wagt man zu sagen, die Vermieter möchten ihre Forderungen mit den Gren­zen des 7. Gebotes m Einklang bringen?

(Folgt Unterschrift.)

»H8 ons öen Wltern des Slam-Ms Ms-

Stcrbefälle Dom 18.25. Januar 1924.

19. Januar. Invalide Witwer Leopold Vogel. 77 I. 6 T. 19. Schneidermeister Martin Joseph Zim- wer aus Neuenbero. 66 I. 11 M. 12 T. 20. Ehefrau Veronika Dietrich, 75 I. 5 M. 12 T. 20. Arbeiter Jo- bann Konrad Vritzer, 59 I. 10 M. 8 T. 20. Eoefrau Eva Büchner, 20 I. 8 Ak. 26 T. 20. HandclSmann David Machone, Hannover, 53 I. 10 M. 19 T. 22. Stell macker Heinrich (Butbcrlet, 51 I. 7 M. 28 T. 22. Kaufmann Leonard Heller. 18 1.10 M. 1 T. 22. Land. wiitsckaftSgebil'e Joseph Heil, Giesel. 14 I. 7 M. 14 T. 23. Kurt Kari Werner, 11 T. 23. Ehefrau ,rlo$a Salomon, geb. Bosold, 68 I. 4 M. 17 T. 24. Kauf, mann Friedrich Till, 48 I. 4 M. 28 T.

Sottesdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 27. Jan. Dom. Vt6, 6, Vi7 u. T M. M.. 6 hl. M. u. Korn. f. d. Mitglieder d. Mütter. Vereins, 8 Pfarramt m. Pr.,/»IO Kathedralamt m. Pt., 3 <11 Ehr. f. d. Jungt.. */<12 letzte bl M. rn. Predc ck, V,2 St. Michaels-Bruderschaft. 2 Chr. f. d. Jungst */<3 A. f. d. Mütter-Beccin, 4 Prcd. m. 81., 6 A. i. d. Manenkapelle m. Aues. Dietershan: */<9 Amt m. Pr. Lehnerz: 10 Amt m. Pr. Stadtpfarrkirche. 5'/, Kom 5/< bl. M.. 6 < hl. M. u. Kom. d. Frauen u. Mütter, 8 erster Schulgd. u. Pied., 91/* Pfarramt u. Pred., 11 zweiter Sckulgd. u. Pi cd., 9'/< Chr. f. d. Jungl. t. d. Severikirche, IV, Chr. f. d. Jnngfr., 2> Bruderschaft bom bl. Erzengel Michael, 3V« 81. f. d. Müttcrverein. Pfarrkirche zum beiligen Grift. 7 Frühm.,8 Amt m. Pred., '/-5 Ehr.,5 2t. Modalität. V,10. Severikirche. Sonnt. 7, toetftu s/,7 bi. M. Herz-Jrfn-Heim. 8 Predigt u. Amt, nackmittais 2 Segensandacht. iMrttwoch abends 7V« Se .ensandacht.i Frauenberg. 5, V,6, V,7 u. 7 hl. M., 8 (öinjm. m. Pr.. 9 Hochamt m. Pr, nachm. 2 Pr. u. Umg. f. d. Marian. Bruderschaft, 5 Pr. u. A. f. d. Terziaren der Stadt Fulda.

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lotionskur der offiziellen Persönlichkeiten, flöht. Be­hörden. vieler Vereine und Deputationen, fand um 3 Uhr im Priesterjeminor das Festessen zu 196 Ge­decken statt, an dem außer den Genannten der gesamte Klerus, die Alumnen und die Spitzen der Behörden teilnahmen. Den ^ersten Toast brachte Bischof Georg aufdie zwei edlen Greife", den hl. Vater Leo XIII. und Kaiser Wilhelm I. aus. Aus einen warmen Trink- spruch seines seitherigen Bischofs Wilhelm von Hildes­heim. erwiderte Bischof Georg nut dankbaren Worten und dem Ausdruck des Bedauerns, aus liebgewordenen Freundeskreisen scheiden zu müssen. Auf den Herrn Oberpräsidentrn. der früher Chef der Provinz Hannover war. widmete er einen, von tiefem umso angenehmer empfundenen Trinkspruch, als der Herr Oberpräsident einen solchen, wie er sich ausdrückte, nicht erwartet habe und er davon überrascht sei. Bilchos Georg sprach zum vierten Maie, um feinem Klerus, der so musterhaft in den schweren Zeiten der letzten Vergangenheit sich ge­zeigt habe, einen Trinffpruch zu widmen. Zuletzt toa- stiert« er noch auf die Herren Bischöfe, den Herrn Bischof Dr. Felix Korum feierte er als erste Friedenstaube, den Henn Mschof Dr. Jos- v. Stein wegen der großen Ver- dienste, die er sich während der bischofslofen Jahre da­durch erworben habe, daß er die hl. Firmung an der Grenze der Diözese vielen Tausenden von Firmlingen spendete.

Ein glänzender Jackelzug mit 311 u m i n a t i on belchloh den Tag. Im Namen der Begrüßungsdeputation sprach Herr Gymnasialdirektor Dr. Goebri mit bekann­ter Meisterschaft begeisterte und begeisternde Worte, nachdemdie vereinigten Sänger Fuldas" mit dem zwei­ten größeren Musikkorps ihren Sangesgruß dargebracht hatten und ein zehntaufendstimmiges Hoch, hoch, hoch erschollen, das sich bis auf den Domplatz und die Fried­richstraße hinein fortgewälzt hatte. In herzlicher Weise sprach er der Deputation und ihrem beredten Sprecher seinen Dank aus; ober es drängte ihn auch, ungeachtet der unbeschreiblichen Anstrengungen, denen ~ er vom frühen Morgen an sich hatte unterziehen müssen, trog der kühlen, winterlichen Abendluft, zu den Tausenden vom Fenster aus noch Worte der Anerkennung und der Dankes zu sprechen. Er schloß mit den Worten:Möge der Allmächtige Gott geben, daß dieser Tag für die Stabt und die Diözese Fulda eine Zeit des Segens und der mähren Wohlfahrt eröffnet (Erinnerungsblätter.)