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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.

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Verantwortlich ür die Eltriitlenuns: Dr. Sobmiueä Ä tarnet. Ameigeni I. B arteller. Nuido. SlotationLdruck »nd verlas der .: Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. FeruivreLer Nr- 9. ::

Berussvre'»: «ouat Sarnar 2.50 Loldmark *rei Sank-

Sonntag, 27. Januar 1924.

Sin Jemen «dienet Sietmeile (tfolonei) leta. 0.16 tooibmatt audwLrtS ÜLO Boldwark: Reklame,eile lokal 0.60, »oldmark auswärts OLO Goldmark. : -

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51. Zatzrg.

LEW 6tt LöNMS.

Aus Berlin roiri) uns von besonderer Teile ge­schrieben:

Die Frage- des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund ist in der deutschen Oessemlichkett und nameniiid) im Anstande in der letzten Zeit vielfach erörtert roooden. Namentlich hat Lord Grey in einer grotzen Versammlung in London sich zu die- sem Gegenstand^ wieder geäußert. Lord Grey ist nicht der nächste Beste, sein Emf- aus die Gestal- tmrg der politischen Geschicke Englands ist heute noch unvenmindert vorhanden. Lord Grey halt den Dölkerbunü in seinem gegenwärtigen Zustand allerdings nicht für das geeignete Frie- densinstrument. Er meint aber, daß der Völkerbund diesen Charakter erhalven könne, wenn Deutschland Hm beitreten und die Satzungen des Bundes unrer- jschreiben würde. Unter dieser Voraussetzung würde «ach Lord Grey's Ddeinung auch die Frage der .Sicherung" für Frankreich ihre Lösung finden können. Denn dann würde England ein Angebot an Frankreich machen, das folgendermaßen bestimmen würde: England würde strikteste Neu­tralität wahren, wenn in einem Konflikt Mischen Frankreich und Deutschland beide Parteien gegen bie Satzungen des Völkerbundes verstoßen hätten. Würde in einem solchen Konflikt nur eine von den beiden Parteien die Satzungen des Bimdes ver­letzen, dann würde England bereit fein, denjenigen Staat, der sich einer Verfehlung nicht schuldig ge­macht hat, nicht nur zu unterstützen, sondern den anderen Staat, der die Satzungen verletzt hat, zu ihrer Achtung mit Waffengewalt zwingen.

Die Worte Lord Erey's sprechen sicherlich für die hohe Auffassung des Wertes eines, durch Deutsch­land ergänzten Völkerbundes. Wir können ver­sichern, daß es auch der Reichsregierung und der redrückenden Mehrheit des deutschen Volkes eine ehrliche Genugtuung bereiten wiirde, wenn sie sich kn der Lage sehen könnten, dem Völkerbünde beizu- treten. Aber dann muß die Mich von Lord Grey ausgesprochene Voraussetzung erfüllt werden, daß dieser Völkerbund a'le Teilnehmer gleichachtet, daß jedes Mitglied gleichberechtigten Anteil an der Der- hondlungsn nehmen kann und daß niemanden Zu­mutungen gestellt w'rden, die sich mit der nationa­len Würde seines Volkes einfach nicht vertragen. Und hier liegen die Hindernisse auch schon umschrie- ben. die Dsutsch'and einen Beitritt zum Völkerbund gegenwärtig unmöglich machen. Im besonderen sind es zwei Gründe:

Die für die Zulassung Deutschlands von der deutschen Regierung geforderte Anerkennung der Rechtsgültigkekt des Versailler Friedensvertrages kann unmöglich zuge- standen werden.

Und daraus ergibt sich der zweite entscheidende Hinderungsgrund: Eine solche Anerkennimg würde bedeuten, daß wir auch den durch diesen Vertrag und feilte spätere Ergänzungen geschaffenen Besitz, stand des Reiches anerkennten. Wir müßten also unter anderm die Abtretung Oberfchlesiens als end­gültig hinnehmen und aus diesen Gründen wird Deutschland, solange man ihm nicht eine bestimmte Garantie für eine Gleichberechtigung gibt, sich vom Völkerbund fernhalten müssen.

Deutschland und Amerika.

Bei einem Empfang, den der Sbat der Stadt Leipzig für die amerikanische Kommission für die Rück abe deS in den Dereini"ten Staaten beschlag. «ahmten deutschen Vermögens veranstaltete, erklärte der Führer der Komwrsion, William, daß die Deleoierten die besten Eindrücke von Deutsch- land gewonnen hatten. Die Kommission werde helfen, soviel sie könne, und er sei überzeugt, daß auch die Regelung weitergehender Forderungen zu einem befriedigenden Ergebnis führen weide.

Zum Schluß sprach William die Hoffnung auS, daß die Arbeiten der Kommission zur Festigung der freundschaftlichen Beziehungen zwi­lchen den beiden Nationen beitragen wurden.

Börsen-Manöver.

Wie man von einer wirtschaftspolitischen Seite Aitteilt, wird gerade gegenwärtig mit Börsen- Manöver« der unglaublichsten Art gearbeitet, um die an der Börse und besonders auf' dem Effekten­markt herrschende Lustlosigkeit anzufachen. Soweit es sich um Gerüchte handelt, bei denen die Speku­lanten sich gegenseitig hineinlegen, braucht das ja nicht unsere Sorge zu sein, aber viel ernster, ja geradezu volks- und vaterlandsschädlich sind solche Gerüchte, bei denen Operationen gegen die Ren- renmark, wie überhaupt gegen die jetzige Stabilität unserer Währung gemacht werden. Diese jetzt etwas gefestiaten Berhältnisse sind manchen, die im Zeichen der Inflation auf Kosten Anderer zu Rie- lengewinnen kommen konnten, allerdings ein Dorn im Auge.

Neuerdings arbeitet man nun mit Mitteilungen, die, wenn sie auch einander widersprechen, doch gleichzeitig ganz bestimmte Zwecke verfolgen. So wurde in weiten Gebieten Westdeutschlands an» peblich auf bolländische Mitteilungen hin die Ge» schästswelt dieser Tage beunruhigt durch Nachrich­ten, daß der Reichsbankpräsident Dr. Schacht sofort nach seiner Rückkehr von der Pariser Re'se beab­sichtige, die feigen Devisenkurse um die Hälfte zu senken. Nach einer anderen Miteistmg wollte er genau das Gegenteil, nämlich die Devisenkurse um die Hälfte erhöhen. An Gründe für solche Maßnahmen hoben die Erfinder fo'tfr'r Gerüchte sich noch niemals aek-brt, die Hauntsache ist ibum, eine bestimmte Wirkung zu erzielen, und d'"se scheint augenblicklich durch eine Vermshrung dw Unsicherheit erreichbar zu fein. Selbstv-rständlich kann von solchen Maßnahmen gar keine Red» f»in. Di« Reichsregierung und die Reichsbank richten

vielmehr ihre Kräfte gemeinsam daraus, die gegen­wärtige Stabilität unter allen Umständen und unter schärfster Abwehr aller Machenschaften zu erhalten, und alle Kreise, die es gut mit dem Volke und dem Lande meinen, haben die Pflicht, die Regierung bei diesen Bemühungen tatkräftig zu unterstützen.

Der umtzämpsie PsincE

Air Entwicklung der innerpolitischen Lage in Frankreich.

wtb Paris, 26. Jan. (Tel.) DasJournal Industriel" schreibt zu der gestern in der französi­schen Kammer ausgsnommencn Finanz- d e b a t t e: Es handelt sich darum, ob die Regie- rung poincare gestürzt werden soll oder nicht, nichts mehr und nichts weniger. Es liege auf der Hand, daß, welche individuellen Verdienste dieser oder jener auch haben möge, das Ministerium poineare vollständig verbraucht fei, wenn nicht in der Person des Mniskerpräsibrnten, so wenigstens in seinen Mitgliedern, und daß poln- rare selbst den Dogen in gefährlicher Weise über- spannt habe, dadurch, daß er sich zwei Jahre jeder inneren Politik enthielt.

Das »Journal Jndnstriel" ist der Ansicht, daß der Stur, poincare» ein Unglück für Frank­reich fei, solange die Ainanzentwürfe nicht ange­nommen seien, poincare besitze heute ausreichende Autorität, um das Land zur Uebernähme von Lasten ,u bestimmen, die die Ergänzung der auswärtigen Politik der Unabhängigkeit dar­stelle, die er durch die Besetzung des Ruhrgebiet» eingeleilet habe. Was die L i n fs p a r f e i e n an­fange, so würden sie schwere Enttäuschun­gen erleben, wenn sie dir Regierung übernehmen wollten, nachdem sie die finanzielle Sanierung zum Scheitern gebracht hallen. .

Die englische Politik.

Mmisterprästdent Macdonald empfing am 25. Januar im Foreign Office in Anwesenhell des Unter« staatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten Ardur Ponfonby die Botschafter des Deutschen Reiches, Amerikas, Italiens, Belgiens, Spaniens, Japans und Frankreichs.

*

Mac Sienna hat auf der unter feinem Vorsitz abgshalbenen Generalversammlung der Midland Bank erklärt, er fei saeben aus Pari» zurückge­kommen und er freue sich sagen zu können, daß die in Paris getane Arbeit seiner Ansicht nach erfolgreich sein werde und daß das Ergebnis des Berichtes des Untersuchungsausschusses wenn sich seine Hoffnungen erfüllen sollten, zu einer Aenderung der Mentalität in der Behandlung der Reparationsfrage führen werde, was unentbehrlich sei, um einen dauernden Frieden zu schaffen. *

wtb London, 26. San. (let). Die Regierung hak b^chlosien, Larmoor die Vertretung Englands im VSlkerbundsrat zu über­tragen. Um eine engere Zusammenarbeit zwischen Foreign Office und Völkerbund zu erreichen, werde Lamoor ein Büro in Foreign Offcie erhallen.

Das Bündnis zwischen Par s und Prag.

Der französisch tschecho-slowaki> sche Bündnisvertrag ist vom Ministerpräsi- oenten Poincare und dem tschecho-flowakischen Außenminister Benesch am 25. Januar in Paris unterzeichnet worden. Die Veröffentlichung seines Wortlautes wird für Sonntag angekündigt und soll in Paris und Prag gleichzeitig erfolgen. Die beiden Mächte geben in dem Vertrag die Erklärung ab, daß sie bereit seien, sich über die auswärtigen Fra­gen, die dazu angetan, ihre Sicherhest in Gefahr zu bringen, ins Benehmen zu setzen und sich über die im Falle der Gefahr zu treffenden Maßnahmen zu verständigen. Sie bekundeten, daß sie den in Artikel 88 des Vertrages von 6t Germain ausgesprochenen politischen Grundsätzen treu bleiben wollten und eine gemeinsame Haltung gegen jeden Ver­such einer Restauration der Hohen» zollern und der Habsburger einzuneh- MLN wünschten. Der Vertrag werde gemäß Art. 18 der Völkerbundssatzung dem Völkerbund tolttgeteiü werden.

Belgrad und Rom.

Der sugoflavische Ministerpräsident P aschi tfch traf in Begleitung des Ministers des Aeußern Nintfchitfch in Rom ein. Beide wurden von Mussolini, Unterstaatsfekretär Acerbo, den Spitzen der Behörden, dem fitgoslavischen Generalkonsul und den Gesandten Rumäniens und der Tschecho­slowakei empfangen. Nach der Begrüßung begaben sie sich unter Beifallskundgebungen der Menge ins Grand-Hotel.

Rechtsfragen.

= Zur Zloilprozeßreform. LautB. k." ist kn Be- Iprechungen des Reichsjuftizminifters mit den führenden Mitgliedern der Relchstaasstvktionen eine dahingehende Der ständig ung erzielt worden, daß der vom Reichs, juftizminister ausIearbeitete Entwurf einer Zivilprozeß­reform nicht auf dem Verordnungswege auf. gründ des Ermächtigungaefetz erlassen, sondern zunächst dem Rechtsausschuß des Reichstages zuM- leitet wird, von wo er an das Plenum gelangen feil, sodaß eine reichsgesetzliche Neuregelung der Zioilprozesse erfolgt. Nur für den Fall, daß eine Verständigung mit den Parteien nidjt zu erzielen ist, bat der Reichsjustiz­minister sich die Möglichkeit eines Rückgriffs auf das Er- mächtigungsgesetz Vorbehalten,

Dar bayrische Volksbegehren.

wtb München, 26. Jan. (Id.) Die bat)e- tifdje polkspartei veröffentlicht einen Au f- r u f, in dem das bayerische Do'.k ohne parteiunter- schied aufgefordert wird, zunächst durch Waffenein- fchreibung in die beiden Unterstühungslifkcn fein Volksbegehren zu befunden, daß cs einen neuen Landtag und eine neue von stacken bayerischen Staatsmännern im christliÄ-vatertandi- f ch e n Geist ertoffene Verfassung will. Die Sozialdemokrafifche Partei Dayerns fordert in einem Aufruf ihre Mitglieder auf. die beiden Volks­begehren nicht zu unterstützen.

Der Kampf gegen die Zsnderbündler.

wtb Berlin, 26. Jan. (Tel.) Dem «Lok.- An;." zufolge geht durch die ganze Pfalz nach dem Besuch des englischen Generalkonsuls Clive eine neue Bewegung, die durch eine Abstim­mung in den einzelnen Ortschaften die voll­ständige Ablehnung der Separa­tisten durch die pfälzische Bevölkerung aufs neue darlegen soll. In vielen Orten der Rordpsalz haben nicht einmal 1 Prozent für den erschossenen Separatistenführer Heinz-Orbis gestimmt. Die Bürgermeister von 43 Stadtgemeindsn der 3torb- pfal; haben einstimmig den Beschluß gefaßt, daß sie dieRegierung der autonomen Pfalz" nicht anerkennen, ferner erklärten diejenigen Bürger­meister, die die Loyalitätserklarung an die soge­nannte autonome Regierung abgegeben hatten, daß sie diese Erklärung nur unter Zwang abge­geben haben. Der Beschluß ist von sämtlichen Bürgermeistern eigenhändig unterzeichnet.

Vie Angst um den Franken.

wtb Paris, 26. Ian. (Tel.) Rach einer tzavasmeldung an» Koblenz hat die Rhein- landkommiffion vurch Verordnung jede Erhebung von Steuern in belgischen und französi­schen Franken verboten, vurch eine zweite Ver­ordnung wird die Ausfuhr französischer and belgischer Banknoten au» dem besetzten ln dasunbefehteventschland untersagt. Die an der Grenze zwischen dem besetzten und unbe­setzten Gebiet beschlagnahmten Banknoten sollen konsi»ziert und an die pfänderkasfe abgeführt werden und dem belgischen bezw. fran­zösischen Staat anheimsallen.

Um öle Arbeitszeit.

Verhandlungen n. Streifs In Rordwestdeutschfand.

Au» Elberfeld und Remscheid wird Verschärfung der Ausstandsbewe- g u n g gemeldet. In Elberfeld wurde in einer Versammlung des Allgemeinen Deutschen Gewerk­schaftsbundes von verschiedenen Seiten der Ge­sa m t st r e i k befürwortet. Der Streik hat sich neuerdings dort auch auf die chemische Industrie ausgedehnt. In Remscheid ist auf den grö­ßeren Werken die Arbeit fast vollständig zum Er­liegen gekommen. So liegen die bergische Stahl- industtie und die Glockenstahlwerke vollständig still.

Nach einer Meldung ans Dortmund luden Reichsarbeitsminister und Reichs- und Staatskom- misiar Mehlich den Arbeitgeberverband der Nord- westgruppe der Eisen- und Stahlindustrie und die Verbände der Metallarbeiter zu Verhandlungen über die Auslegung des Berliner Abkommens über die Arbeitszeit ein. Don den Verbänden der Ar­beitnehmer waren nur der Christliche und der Hirfch-Dunckerfche Metallarbeiterver­band erschienen, der größte, der sozialdemo­kratische Metallarbeiterverband, war der Ein­ladung nicht gefolgt- Bei den Verhandlungen wurde zwischen den erschienenen Verbänden die Auslegung be» Arbeitszeitabkommens festgelegt, die folgendes besagt: ») Wo in der weiterverarbei­tenden Industrie vor ober während des Krieges weniger als 10 Stunden täglich, aber mehr als 57 Stunden in der Woche gearbeitet worden ist, gelten 57% Stunden als Wochenarbeitszeit. Wo vor oder während des Krieges weniger als 10 Stunden täg­lich und auch weniger als 57% Stunden in der Woche gearbeitet wurde, gilt diese kürzere Gesamt- arbeitszeit weiter, b) Wo vor ober während des Krieges eine unterschiedliche Wochenarbeitszeit be­stand, gilt die kürzere Arbeitszeit.

preußischer Landtag.

Der Landtag debattierte am Freitag ebne Ergebnis über flnträie über Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten und über die Unterstützungen für die Erwerbslosen, über die Herstellung von Kleinwohnungen und über die Wohnung smieten.

Am Samstag geht die Besprechung weiter.

Kurland.

* Ueber 200 kommunistische Zeitungen gibt e3 jetzt in Europa, die alle von Moskau aus finanziell unterstützt werden. In 5'cu'ieblanö erscheinen 40, in Jialien 28, in England 13, in Frankreich 12 solcher Zeitungen uiro.

* Vorbildlich. Tos englische Landwirtschafts- Ministerium verteilt kostenlos jetzt auf 256 Stationen Brnteier und Kücken, um die Gef.ü.elzucht durch kleine Leute zu fördern. Im Boijastre wurden 104000 Eier und 38 000 Kücken abgegeben-

Letzte Nachrichten.

Ein Raubmörder und Mordbrenner.

wtb. Moorburg, 25. Jan. (let.) hier wurde gestern ein lang gesuchter Raubmörder und Mordbrenner Olio fiagetbauet verhaftet. Er hat bisher einge­standen, in den Jahren 19201923 mit Hilfe feines Den­ders drei Raubmorde begangen zu haben. Sein Stuber befindet sich zurzeit unter dem Verdacht de» Kindsmordes in Landshut in Untersuchungshaft.

Die Deutschen in Südafrika.

wtb. London, 26. 3an. (Tel.) Einer R-nlcrmel- dung aus Kapstadt zufolge ist dort zwischen der Regie­rung der Snoajrüanischen Union und einer beutjajeu Delegation aus Südwestafrua die Regelung hinjich.lich der Raiuratiiieruug und siaatsrecht.ichen Stellung der früheren deutschen Siaaisangegöi.gen zustande g-tom- meiL Die AUeastüae hierüber wurden am 28. Januar verosfemiicht.

Ueoersiußlge ttns.anösrel,en.

Dian schreibt uns: Es ift etwas Großes um d i e Freiheit des Verkehrs, aua.) über die ivrenM des eigenen Lanoes yrnaus. Was dich« jzrecheii des Verteyrs beOetuct, das ist uns erst voll zum Vewugtiein getouunen, ars sie uns fehlte unter der Vlortaoe des Krieges und als si« jtart eingeengt blieo durcy die mamr-errei iseyrau- ten der Rachtrl^gszeü. !wir freuen uns, dag es durch die Einsührung des Verrveftändigen Erotdes wieder leichrer geworoen ist, nouvendige Reifen ins Ausland zu maa-en, um go^chafttia-e Angelegenheiten voran zu bringen oder eine vom Arzt jur normen« big befundene Äur an einem ausländischen Kurort durchzusühren. Hätten wir schon wieder einen ganz norma en Zustand der Wirtschaft, so wäre a/ucy Da­gegen nichts zu jagen, daß Deutsche zu ihrer Er­holung und zu ihrem Vergnügen ins Ausland rei­fen. Aber leider sind ja die Verhältnisse der deut­schen Vockswirtschaft noch alles ander« als normal. Deshalb gilt es, diesen zur Zeit noch herrschenden besonderen Mioerhchtnisfen Rechnung zu tragen und persönliche Opfer zu bringen im Interesse der All­gemeinheit! Wer nur aus persönlichen Rücksichten und aus augenblicklichen Interessen heraus kalku­liert, mag vielleicht zu dem Ergebnis kommen, daß zur Zeit ausländische Devisen verhältnismäßig billig zu haben sind und daß man jetzt eine Eryo- lungszeit billiger im Ausland verbringen kann. Aber eine solche Rechnung ist kurzsichtig, und der so rechnende, kleinliche Egoist wird auf die Dauer selbst mit den Schaden zu tragen haben! Deutschland hak eine große Zahl ausgezeichneter, vorbildlich einge­richteter Kurorte. Das vermag jeder deutsche Arzt zu bestätigen. Und wer krank oder erholmtgsoedürf» tiig ist, dem wird fein Arzt in den allermeisten Fällen leicht einen Platz angeben können, der feine beson­deren Bedürfnisse m jeder Werse zu befriedigen ver­mag. Die Zahl der Fälle ist verhältnismäßig doch recht Een. wo der Arzt zu einem Aufenthalt an einem ausländischen Kurort raten muß. Dazu kommt, daß unser deutsches Vaterland unendlich reich ist an Naturschönheiten mannigfaltigster Art. Zur Zeit prangen draußen unsere deutschen Gebirge im Winterschmuck, und wundervoll ifts, da draußen zu wandern oder im frischen Wmtersport sich zu er­gehen. Und in den deutschen Winterkurorten wird alle» aufgeboten, es den Gästen behaglich und an­genehm zu machen. Nur einige Wochen noch, und Äe Dorfrühlingssaison beginnt, und wir erfreuen uns zahlreicher, herrlich gelegener Kurorte, wo der Frühling sehr früh seinen Einzug hält. Wie viel« gibt es, die alle die reichen Schönheiten des deut­schen Vaterlandes wirklich schon kennen? Zuerst gilt es, die Schönheiten des eigenen Vaterlandes aufzusuchen! __

Deutscher Reich.

* Politische Perfonennachrichten. Der Vorsitzende bet Berliner ständigen Kommission des Garaniie- ausschufseS, Haguenin, ist in Paris am Herzschlag gedeihen. ___________

wirtschaslssragen.

Dom Stahlwerkverband. In der ordentlichen Generaloersammluna des StahlwerkSverbandeS am 23. Januar sind anstelle der auf ihren Wunsch au5 dem Aufsichtsrat scheibenden August Thyssen und Geh. Bergrat Hilger die Heuen Fritz Thyssen (Mül. hetm-Ruhr) und Direktor Karl Ohly (Berttu) zu Mitgliedern deS AufstchtSratS gewählt worden.

llapilalerhöhunz der preutztscken Zenlr-lgenossen- schgstrkaffe. Durch Verordnung des preußischen Staats, mimfieituml vom 18. Januar ist vorbehaltlich der Ge­nehmigung des Landtage» das Grundkapital der Preußischen ZentralaenossenschaftSkaffe um 20 Millionen Goldmark erqöht. Der Fmanzmininer wirv errnäcttigt, die Einlage des Staates bis zu insgesamt 80 Millionen Goldmari zu erhöhen, wenn dies erforder­lich ist, um anderen Beteiligten gegenüber die Mehrheit deS Grundkapitals für den Ltaat zu erqalten. Ein entsprechender Betrag von wertbe ständigen «chuld- verschreidungen kann verausgabt werden.

-- Rn fischer Petroleum für Frankreich. Nach einer Meldung der Russischen Telegraphen-A ientur hat daS Rotölshndikat 1 einen Vertrag über Lieferung von 3 Millionen Pud Bakuer Petroleumrückstände nach grank- reich abgeschlossen.

- Englische en» deutsche zarbfloss-Jnduftrie. .Man. chester Guardian' teilt mit, oatz der Bertra gsen t- Wurf zwischen der britischen Farbstoff-Corporation und dem großen deutichen chemischen Konzern, nämlich der .Nntereffengemeinschastt' zustanoe gekommen sei. Dazu veröffentlicht die britische Farb'toff.Corporation eine Mitteilung, in der e» heißt die Meloung sei nicht antoiisiert und verfrüht. Verhandlungen über eine Per» einbarung mit der deutschen Falbstofflndustrie seien seit lan icm tat Gange. Die Direktoren würden den Aktionären sofort das Ergebnis der Verhandlungen Mit­teilen, javald etwas EntgiUige» fcltstehe.