Einzelbild herunterladen
 

fl--

EM ginieTnwniner 10 Pfennig.

FuldaerZertung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stabt Fulda.

51. Zahrg

Samstag, 26. Januar 1924

aulwärt« 030 Oolbmart

fir. 22

u

Sei IBitbetbolunatn Rabatt- Vo'tl-beckton'« ffrtmfrrrf a. M. 405t.

können.

Dom Reichstag.

Februar vormittag? 81/* Uhr im Sitzungssaal 5 deS Amtsgerichts am Mariahtlfsplatz.

« Ter sächsische Landtag Hal den Antrag auf Auflöiung des Landtages mit 51 ettmmen der Deuischen Volkspartei, der Teutscbdemokratilchen! Partei und der Mehrheit der V. S. P. D. gegen 37 Summen der Deutsch-Nationalen, der Kommu­nisten und der linken Minderheit der V. S. P. D. ab gelehnt. Der Antrag der Deutjchdcmokra-.iscben Partei auf Derschälsung der Geichäfisoronungsde- batie wurde vom Hauie angenommen.

*) Direktor des .staatsqeführllchen' Knadensominers war damals Freiherr Clemens v Korkf. früher preußischer fmfarenoffhier. Er trat in ein bayerischer Aapuzinerkloster.

*) Fulda rind Mainz gehören bekanntlich zur ober» rheinischen Kirchenprvvinz. Die beiden Bischöfe standen in intimen sreundnackbarlicken Beziehungen.

ein wahre» und lebendiges Zentrum für den ganze» Diözesanklerus, er suchte, soweit es in seinen Kräften stand, den Angehörigen der erledigten Pfarreien zu er« setzen, was ihnen durch den Tod ihrer Inhaber ent­rissen worden war, indem er Rundreisen unternahm uni bald in dieser, bald in jener verlassenen Gemeinde da» hl. Opfer feierte, predigte und die Sakramente spendete. Was Wunder, daß seine unverwüstlich scheinende Kraft durch solch« Anstrengungen bald aufgerieben wurde. Eine Brust- und Rippenfellentzündung hatte seine Kraft gebrochen und feine frühere Gesundheit in Siechtum verwandelt, dem er am 3. Roo. 1880 unterlag. Run war die Diözese gänzlich verwaist. Mit Herrn Hahne hatte das Domkapitel selbst ein Ende, da die Kapitulare Dr. Laberenz (12. März 1875), Dr. Malkmus (13. Juni 1877), Dr. Reinerding (24. Febr. 1880) vom Tode bin- weggeraffk worben waren. Herr Domkapitular Karl Kalb war das einzige überlebende Mitglied.

Der nunmehrige Zustand unserer kirchlichen Verhält- nifse war überaus traurig, er schien hoffnungslos und mancher Kleingläubige rang verzweifelt die Hände: bte weitaus große Mehrheit verlor aber das vertrauen nicht, sie harrte der Hilfe von oben. Die Gebete des Volkes zum Himmel um baldig« Erlösung wurden er- hört. Das Jubiläum, welches Papst Leo XIII. für bas Jahr 1881 verkündet hatte, war noch nicht zu Ende, al» nach längeren Verhandlungen zwischen dem Abgesandten des deutschen Kaisers und Kordinalstaatssekretär Jako- dini der Diözese Fulda ein neuer Oberfjtrte gegeben wurde in der Person des Derrn Generaloikars Georg Kopp von Hildesheim. Es war wie so oft in unserer Kirche nach Karfreitag wieder einmal Ostern gekommen für Stadt und Diözese Fulda, nach schwerem Sturm Sonnenschein, nach schweren Lei- den Freude.

IMS

Ä Die MM SlkMWM wtb Paris, 25. Jan. (Id.) Aach einet Mel­dung de» .Nervyork-herald" hak sich das Suchver- ftän-igenkomilee Same, in feiner gestrigen Sitzung in erster Linie mft der Frage der deutschen Sleuerquellen beschäftigt. 3m Komitee herrsche darüber Aebereinstimmung, datz die Ve- steuerung Deutschlands sichweituaterdem in anderen Ländern bestehenden Jli- veau haste, aber er frage sich, ob dies nicht auf die schwierige Arnam,Position zurückzusührsn fei auf die Deutschland durch dir Veränderung der europäi- schen Posikik in 6tm letzten 3ahren gebracht worden sei. Dar gestrige Derhandlungrprogramm hat sich aus folgend« drei Punkte bezogen:

1) Die Fraise, ob die direkte vefieuerung soweit reformiert werden könne, daß die Ve- sahungskosten u. Reparationszahlungen für die nach ften 3ahrr mUmifgenommen werden können.

2) Die Mittel der Privatbanken und die Stage, in welchem Umfange diese Mitte! für die Zwecke der Reparationen Verwendung finden könnten.

3) Die Einnahmen aus den Eifen­bahn en, die nach Ansicht einiger, besonders der belgischen Sachverständigen, durch eine Erhöhung der Personen- und Gütertarife aus Gold­niveau gebracht werden könnten und fo erst den Ta­rifen in anderen Ländern entsprechen würden.

s. Mancherlei Lrimiernngen aus vergangenen Zeiten.

n.

Reichskanzler Marr sagt in feinem JuvilkKimsgruß an die Fuldaer Zeitung schön und treffend, daß wir zum Werke der Befriedung unseres armen Vaterlandes nicht zuletzt die Liebe zu Deutschland brau. Heu. Um diesem Gebot der Stunde gerecht zu werden möchte ich bei Schilderung der Zeitoerhältnisse in der häßlichen Kulturkampfsperiode, wie sie sich auch im Ful. baer Land auf religiösem, politischem und sozialem ®e« biet in Kirche und Staat auswirkten, möglichst alle» vermeiden, was verbitternd oder trennend wirken könnte, dagegen mehr das Gute und Tröstliche, d i e Entwickelung zum Besseren auf den ver­schiedensten Gebieten hervorheben. Geht doch heute eine große Sehnsucht nach Völkerfrieden durch die Welt und die gut organisierten Bestrebungen zur kirchlichen Wiedervereinigung mit ihrer narb Millionen zählenden Anhängern besonders in Amerika, England, der Schweiz und den nordischen Staaten entfalten durch ihren Dauerausschuß in Washington (World Conference on Faith and Order) üne staunenswerte Tätigkeit.

Gerade auf religiösem, ethischem und sozialem Ge- biet hat sich nicht zum wenigsten als Frucht des Kultur­kampfes so manches besser gestaltet, als man je zu hoffen wagte. Gedanken der Gemeinschaft und nicht des Kampfes gewinnen heute immer mehr und lei hier Boden. Der rücksichtslose Wirtfchaftskampf der alten Liberalen wie der blinde Klaffenkamps der Sozialisten finden in einer abgeklärten, vom christlichen Geiste getragenen

tholiken, wie solche gelegentlich feine» Heimgang, zu Tage traten; anbererfeit» ist mir unvergeßlich des Bi­schof, stattliche Erscheinung, wenn er vor und nach dem Hochamt die Hallen de, Dome» in feierlichem Zuge segnend durchschritt und au» seinen Augen eine so un. oerkennbare große Liebe zu seinen ihm in kindlicher Treue zugetanen Diözesanen ausstrahlten. Für Fulda war nun eine Hirten lose traurige Zeit gekommen.

Da, hochw. Domkapitel setzte sich damals aus folgen» den Herren zusammen: Domdechant Dr. Gottfried La b er en z, Domkapitulare: Dr. Jos. Malkmus, Kon­rad Hahne, Karl Kolb. Dr. Franz I. Reinerding Da, Domkapitel wählte den erstgenannten Herrn zu seinem Kapitelsvikar, stellte dem zwischen der kathol. Kirche und dem Staate geschlosienen Konkordate gemäß eine Kan­didatenliste für den bischöfl. Stuhl auf und reichte die­selbe bei der Staatsregierung ein, da dem Staate da. Recht zustand, die Kandidatenliste zu prüfen und nach Belieben di« Namen derselben bi» auf drei zu streichen. Da aber keiner der fünf benannten Herren es waren Domkapitular Hahne, Regens Dr. Georg Komp, Asses­sor Dr. Karl Braun, Dechant Wilh. Kleespie, zu Orb und Dechant Wilh. Kreisler zu Fritzlar sich herbei­lassen wollte, die sogenannten Maigesetze anzuerkennen, so kam feine Bischofswahl zustande. Am 3. März 1874 mußte der Kapitularvikar Dr. Laberenz wegen schwäch- licher Gesundheit fein Amt nieberlegen. Sein Nachfolger in diesem Amte wurde Domkapitular Konrad Hahne. Er otrmoltete die Diözese mit großer Kluoheit und un- ermüdlichem Eifer. Freilich konnte er die Aufhebung der Klöster in Fulda. Salmünster und Fritzlar nicht ver­hindern, noch Vie Anwendung des sogen. Sperrgesetzes, such vermochte er nicht das Priesterseminar zu erhalten, noch die kommisiarische Verwaltung de» kirchlichen Der- mögen, abzumerden, konnte die verwaisten Pfarreien nicht mit neuen Hirten besetzen. Immerhin war er doch

Frank Hidges, Generalsekretär des Bergardei» rerverbandes, wurde zum Zivillord der Ad- rn i r a l i t ö t und Harry G o s l i n a, Dorfitzender . de» Transportarbeiter» und des Allgemeinen Ar» beitervsrbandes zum Verkehrsminister ernannt. * *

Wie gemeldet wird, verbrachte Maebonald den Donnerstao vormittag im Foreian Office.Ene- nina Standard" berichtet, daß Macdonald bereits in Fühlung mit der russischen Regie­rung stehe und daß baldige Schritte zur Aner­kennung der Sowjetregierung wahrscheinlich seien.

wtb London, 25. Jan. (IcL) Der Lan- Amer Berichterstatter des »Manchester Gnardian- nimmk an, daß die Regierung beabflchfigk, im gan­zen visrneuePairs vorzuschlagen, den llnter- staakssekrclär für auswärtige Angelegenheiten Pon- bonby, den Staatssekretär für Luftschiffahrt Drt- gadegeneeal Thomson, AnterstaaksfekrelSr für die Solonien Sir Sichney Arnold, StaaksfekretSr für Indien Oliver. Unter diesen Umstünden wäre es nicht schwierig, einen Parlamentssitz für den Mi­nister Headerfon zn finden. Der Derichkerstak- ter hüll es auch für sicher, daß, fobald Rußland anerkannt wird, 0. Grady zum Botschafter in Moskau ernannt wird, wodurch ein weiterer Sih im Unterhaus frei würde. Ferner fei beab­sichtigt, eine Mitteilung im Auswärtigen Amt zu schaffen, die sich mit den V S l k e r b n n d s a n - gelegenheiten befaßt. Vielleicht werde das Parlament Oswald Mosley als weiteren Unker- staatsfekrekSr an die Spitze dieser Unterabteilung stellen.

«it,eiaen-$retic: Äteinwue ((iolone.) lote. 0,15 ©otDntart aulwlrti 0» ®o!btr.ort Reklame,eile total 0,80. ®elbmart

Deutscher Reich.

* Dir Grundsteuer im LlaatSrat. Bei der Ab­stimmung über die (Srun&fteuiroerorbnung im preußischen biaalSrat stellte sich Beschlußun- fähigleit heraus. Tie Entscheivung fällt daher erst in der nächsten Tagung bei Staatsrat?, die mich der Einbringung de» Staatshaushalt» statt» finden soll.

* Der Prozeß gegen Hitler findet nun doch in München statt. Die Verhandlung beginnt am 18

Wahlgesetzes zur Verabschiedung zu bringen, 1 rst, wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" meidet, lufgegeben worden, nachdem in einer Be- ] prechung am Donnerstag mit den Parleisührern die Führer ftlbst erklärt Haden, daß wegen der Borge« chrittencn Zeit von einer Aenderung der Wahl­rechtes abgesehen werden müsse. Es besteht in par­lamentarischen und in Regiertmgskreisen E i n m ü - tigteit darüber, daß die W ahlen nicht un ler dem Ausnahmezustand oorgensmmen wer­den sollen.

KAs dem Ruhrgebiet.

Reue französische Truppen In Essen.

Im Gegensatz zu den bisherigen französischen Meldungen über die D e r m i n d e r u n g der Trup­pen im Ruhrgebiet und über die Unsichtdarmachmtg der Besetzung sind von der französischen Besatzungs­behörde der Stadtverwaltung neue schwere Einquartierungsiasten auferlegt worden.

Nackchem bereits vor mehreren Tagen 980 Woh- mm gen für Beamte und Offiziere angefordert wor­den waren, sind fetzt nochmals 584 Wohnungen für Unteroffiziere gefordert worden und zwar 318 Woh­nungen für Unteroffiziere mit ihren Familien und 266 Wohnungen für ledige Unteroffiziere. Für dir Unteroffiziere mit ihren Familien werden 113 Zwei- zimmerwohmmgen, 179 Dreizimmerwohnungen und 26 Biernmmerwohwmgen verlangt. Belegt werden die Stadtteil« Rüttenscheid, Holsterhausen und Essen-Altstadt.

Die Neuanforderung von Insgesamt 1564 Woh­nungen wird für die ohnhin sehr schwierigen Woh- mmgsverhältnisse der Arbesterstadt Essen kata­strophale Folgen haben.

Frankreich und der Vatikan.

Immer noch keine Freiheit der Kirche in Frankreich.

Eine Wolff-Meldung besagt:

Die Verhandlungen der Harte mit der franzö- fischen Regierung über die Errichtung von Dtözesanvereinignngen gemäß dem neuen Statut sind zum Abschluß gelangt. Die acta aposto- lica sedis veröffentlichen darüber eine Enzyklika des Pap teS an oaS französische Episkopat, den KleruS und das Bolt. Der Papst gestattet unter grundsätz­licher Aufrechterhaltung der Ablehnung der TrcnnunaS« gesehe und der darin vorgesehenen Kultusgenofien« schäften, wie sie in den Enzykliken Vehementer und Gravisimo von PmS X. ausgesprochen wurde, die versuchsweise Errichtung von Dtözesanoereinigungen gemäß dem neuen Statut. Sie stehen unter der Leitung des jeweiligen Bischofs, haben den (£[)arafter einer juristischen Person und sind somit Ttäger des Ktrche'nvermögens und aller vermögens, echtllchen Akte.

Die Enzyklika gibt einen Rückblick über bte Sage der Kirche Frankreichs fett dem TrennungSgesetz und über die Versuche, einen Ersatz für die KultnSge- nosienschafttu zu schaffen, die mit den Votschrtsten in Einklang stehen. Das neue Statut wurde un Einoeinehmen mit der französischen Regierung aus­gearbeitet und hat auch dem sranzösitchen Episkopat vorgelegen. ES ist durch die Kangregatton für äuget» ordentlich kirchliche Angelegenheiten mehrfach geprüft und schließlich dem Papst zur Genehmigung unter- breitet worden. Dieser habe versuchsweise die Ge­nehmigung erteilt unter zwei Bedingungen, nämlich erstens, daß die Statuten mit den kirchlichen Gesetzen in E-nklang stehen, zweitens daß die Stabilität der genannten Bereinigungen durch Rechtsbürgschaften gesichert wird. Der Papst erroäbnt sodann den Unterschied zwischen den jetzigen Diözesen und den von PiuS X abgelebten Kultusvereinigungen.

Schließlich wird betont, Erlaubnis zur Errichtung von Tiözesenvereinigungen werde nur erteilt, um ein größeres Nebel zu verhüten, und sie sei für die Kirche nm ein Schritt aus dem Wege zur Wiedergewinnung völliger Freiheit. Der Papst gibt zum Schluß der Hoffnung Ausdruck» daß das Statut dazu beitragen werde, bte gesetzliche Stillung der Kirche in Frankreich stabiler zu gestalten.

vor ernsten Dingen.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Die Reichsregierung wird schon in den nächsten Tagen vor sehr schwere Entscheidungen hinsichtlich der besetzten Gebiete gestellt sein. Die Mi- cumverträge laufen bekanntlich am 15. April ab. Es wäre aber das Verhängnisvollste, was man sich denken kann, wenn man die Dinge bis dahin gehen ließe, ohne sich über den weiteren Fortgang vorher Rechenschaft zu geben und nicht rechtzeitig neue Entscheidungen zu treffen.

Um diese neue Entscheidungen wird nun alsbald gerungen werden müssen. Wie ernst die Lage ist, mag sich aus folgendem ergeben: Die Befatiungs« kosten betragen gegenwärtig pro Monat 50 Mil­lionen Goldmark. Davon treffen 40 Millionen au das altbesetzte und 10 Millionen auf das Einbruchs­gebiet. Zu dieser Grundsumme von 50 Millionen treten noch weitere 65 Millionen für Aufwendun- 8en der Be amten und Angestellten der Eisenbahn, ie infolge der Regie nicht mehr zur Arbeit gehen können. Das sind allein 115 Millionen Goldmark im Monat, ohne die weiteren, ebenfalls in die Mil­lionen gebenden Aufwendungen für Bauten und dergleichen. Die Reichsregierung hat daher schon jetzt eine Klärung der Situation herbeizuführen, um spätere Reibungen, die verhängnisvoll für unser ganzes Wirtschaftsleben werden können, zu ver­meiden. Daß die Micumverträge auf eine andere Grundlage gestellt werden muffen, ergibt sich aus dem Umstand, daß sie beim besten Willen in der gegenwärtigen Form nicht durchgeführt werden

Petersburg Leningrad?

wtb Petersburg. 25. Jan. (Tel.) Der Petersburger Sowfet hat In einem nach Moskau gerichteten telegraphischen Vorschlag Smow- sews beschlossen, die Stadt Petersburg in Genin- grad umzubenennen, um so den loten Führer Centn zu ehren und gleichzeitig das Gedächtnis an den Zaren Peter den Großen, der bekanntlich Pe­tersburg erbaut hak, zu tilgen.

Rumänien verzichtet.

wtb Paris. 25. Jan. (Tel.) Das .Petit Journal" glaubt zu roiffen, daß Rumänien, auf den feltier Zeit beabsichtigten Kredit von 100 Millio­nen Frank im letzten Augenblick verzichtet habe.

Die ftanzösifche Mahlreform.

wtd P a r i s. 25. Ian. (Tel.) Rach den Mor­genbläkkern hat die Regierung gestern im Minister­rat sich auch mit der .frage der Dahlreform beschäftigt. Ilm der Kammer Zeit zu kaffen, die vorliegenden Entwürfe zu erledigen, soll beabsich­tigt fein, den Wahltermin möglichst spät anzusehen. Die Vollmachten der derzeitigen Kam­mer gehen am 31. Mai zu Ende.

Die Tangerfrage.

wtb p a r U, 25. Jan. (Id.). Rach dem »Scha­de Paris- ist in den Verhandlungen mit Spanien über die Tangerfrage noch keine Verständi­gung über die spanische Forderung betreffend die Gebietserweiterung von Zeula und MeMla erzielt worden.

Folgen des englischen Liseubahnerstrelks. On Liverpool ist ernster Mangel an Koh le ein« &m, sowohl für bte Schiffahrt als auch für die trie und den Hausbrand. Die Ausfahrt der Schiffe erleidet tnfolgedesien Verzögerungen. Gegen Ende der Woche wird die Schiffahrt teilweise stillgelegt werben müssen, wenn nicht größere Kohlentransport» ankommen. '

Uevereinflimmend wird aus Berlin gemeöet, daß der Reichstag in absehbarer Zeit, wahrschem- sich nicht zusammentreten werde, da sämtliche Res­sortminister durch die Anwesenheit der Sachverstän» digenau-rschüsse der Reparation-kommission außer­ordentlich stark in Anspntch genommen werden. Auch die Tagung des auswärtigen Aus­schusses dürste aller Voraussicht nach a u s ge­schoben werden.

Die Absicht, noch vor den Neuwahlen eine N o ° veile zur Aenderung des Reichstags- Auffassung de» Gesellschaft», und Wirtschaftsleben» Immer mehr entschlossene Gegner.

MT» am 1. Januar 1874 die erste Nummer dieser Zeitung das Licht der Welt erblickte, war bi« Diözese Fulda verwaist. Sie hatte am 14. Oktober 1873 ihren unvergeßlichen Bischof Christoph Florentius K ö 11 durch den Tod verloren. Der Gram über die Schließung des mit dem Priesterseminar verbundenen Knabenseminarr/) seiner Lieblingsschöpfung, hotte dem gefühlvollen Oberhirten das Herz gebrochen. Sein väier- liches Auge sollte die zahlreichen Ruinen nicht weiter schauen, die in Folge einer fälschlichliberal" genannten Gesetzgebung, welch« ein Kind der ungläubigen, kirchen- feindlichen Zeitströmung war, in der Diözese und in der Stadt Fulda ausgehäust wurden. Unter Führung des hochgeachteten und edlen Mainzer Bischofs Wilhelm Cmanuel Freiherrn von Ketteler, der an den Kämofen des oberrheinischen Episkopats') um die kirchliche Frei­heit hervorragend beteiligt war, bewegte sich ein unab» sehbarer Trauerzug nach der mit Gläubigen dicht ge­füllten Kathedrale, in welcher vor dem Sturmius^ltar kein« irdischen Ueberrefte zur Ruhe bestattet wurden. Bischof Christoph Florentius war durch sein liebevolles, leutselige« Wesen, durch seine Wohltätigkeit und Gast- freundschaft bei Klerus und Volk außergewöhnlich be­liebt. In meinem Gedächtnis haftet noch lebhaft die Erinnerung an die Aeußerungen der Trauer und de, Schmerzes durch Tränen und lautes Weinen virter Sa»

w Wik« MlMM.

Die englische Arbeiterpartei als Regierungspartei. _ Außenrolitische Möglichkeiten. Der Völker- bundgedanke. Anerkennung Sowiet-Rußsands.

Unter den durch die Regierungsübernahme der Arbeiterpartei geschaffenen außenpolitischen Mög- " uchkeiten hebt sich, dem Vernehmen nach, am klar- ften der Wunsch hervor, die W i e d e r a u f n a h me der normalen Beziehungen zu Rußland aus der Grundlage der Anerkennung der Eowjet- regierung zu fördern, lieber die Einstellung der neuen britischen Regierung zum mitteleuropäischen Problem verlautet, daß mehr denn je die Tendenz zutage tritt, die endgültige Lösung unter hervor­ragender Mitwirkung eines Deutschland und Ruß­land umfaffenben Völkerbundes herbeizu­führen.

Lor allen Dingen fei zu erwarten, daß der Pre­mierminister behutsam vorgehe und daß sein Augen­merk darauf gerichtet fein werde, den Weg zu einer gerechten und vernünftigen Regelung zu beschrei­ten. Es wird weiter Hervorgehoben, daß ^Groß­britannien sowohl in der Frage der Kölner Eisenbahnen, als auch in der dringenderen Frage des Separatismus in der Pfalz auf einem sehr festen Boden stehe, da es bei den Kölner Bahnen im Besitze der Schlüffelstellung fei und da die von Elive im Namen der britischen Re­gierung in der Pfalz angestellte Untersuchung klar ergeben habe, daß die dortige Errichtung der so­genanntenautonomen Regierung- nicht in dem Willen der pfälzischen Bevölkerung wurzele- Der starke Eindruck, den bas im Unterhaus verlesene Telegramm Clives, der das Gerippe feines Berichts an die britische Regierung und das Ergeb­nis feiner Untersuchung in der Pfalz bildet, in Deutschland und vor allem in der Pfalz selbst her- oorgerufen hat, wird viel bemerkt.

Kurland.

1 Die frühere Großherzogin von Luxemburg. M a r i a A d e l h e i d, ist im Alter von 29 Jahren auf Schloß Hohenburg g e ft o r b e n. Bekanntlich hatte die Großherzogin nach dem Kriege auf den Luxemburgischen Thron verzichtet und sich dem gei­stigen Leben geweiht. Ihre jüngere Schwester Charlotte, verheiratet mit dem Prinzen von Bour- bon-Parma, übernahm die Regierung in Luxem- bürg. Eine weitere Schwester der setzt verstorbenen Fürstin ist die zweite Gemahlin des Exkronprinzen Rupprecht von Bayern.

* Französische Wahlen am 4. Mai? Ein« Pariser Rachrichten-Ageniur glaubt zu wissen, daß bte Wahlen zur Kammer am 4. Mai statt- finden werden.

* Vom mexikanischen Kriegsschauplatz. Reuter meldet aus Washington: Nach einem hter einge­troffenen Bettcht haben die Ausständüchen die Ent- fernung aller Mtnen und anderer Sperren in den Häfen von Frontera, Puerto, Äiezcko und Beraciug angeordnel.

Serouiwotlitcb üt bte votntinee x r o ot t r.

Anreisen: I- B arreller, Lnida. Kotat.orülruct uni) Verlas bet .1 8,-ldaer »dienbradterei in llulda. lletn!vre»er Kr 8. ::

Beruakbretr F'onot Januar 8,50 Selben ort tret Cott».