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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.

51. Zahrg

Zreitag, 25. Januar 1924

Nr. 21

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M WMS-k GüWMSM. |

«td Paris. 24. Jan. (leL) Der Berliner Berichterstatter des »Petit Parisien" will in der tage fein, das Statut der künftigen Goldnoten- baak witteilen zu können:

Hiernach sollen die Zeichnungen für das Kapital der I 2anf nicht nut in Deutschland, sondern auch im Aus- i land erfolgen. Die deutschen und die ausländischen | Mdmer sind nicht verpflichtet, ihre Tlamen anzugeben. Sie können mich von Dritten zeichnen lassen. Was die I Äffchen Staatsangehörigen anlangt, ist eine Amnestie vorgetrhen. Jeder Deutsche, der gegen die verschiedenen Reich^gesetze über die Kapitalflucht, über die Vermögens. Verheimlichung verstohen hat, geh« straflos ans. bezw. wird rehabilitiert, wenn er Anleihe der Bank in einem Betrage zeichne«, die der Hälfte seines Ber- «ögens in Devisen gleichkommt.

Die Reichsbank wird «ich an der Zeichnung des Sa- «jtals der Goldnotenbank mit einem Betrage beteiligen, | tet ihr ohne hypothekarische Belastung zur Verfügung steh' Die Zeichnungen in Gold oder Devisen, die das I Kapital konstituieren, werden In einem neutralen taube deponiert und dadurch gegen eine etwaige Revolvtirii in Deutschland al, auch gegen die Be- i schlagnahme durch eine feindliche Macht I garantiert fein. Di« Bank nimmt leine Irans- «ktionen spekulativen Charakters vor. Die Einlösung der ansgegebenen Banknoten gegen Gold oder Drosten j wird nach Ablauf eines Jahres garantier«. j

Vas Bankgeheimnis wird sowohl von dem Reiche, I als auch durch Veriröge mik den ausländischen Treu­händern garantiert Die Aktienanleile werfen eine in «Selb zahlbare Dividenbe ab. Die Bank ist «euer- und abgabefret Von dem Reingewinn erhebt das Reich 2 Prozent des Aktienkapitals. Von dem Reste erhalten die Aktionäre 8 Prozent ihres Lopikals und verteilen 50 Prozent des die Dividende Sberfchietzen- den Gewinns unter sich.

Durch Zusammenarbeit ml« der Rekchs- tant vermeide« die Goldnotenbank erhebliche Organ!- fations- und Personalausgaben. Die Bank wird auf 26 Jahre garantiert Bel bet Liquidation ver­teilen die Zeichner das Kapital und Reserven unter sich- Wenn die Dank vom Reiche erworben wird, entfallt auf He Sfffionärc das Svfeche bet Durchfchnittsdlvidende bet letzten zehn Jahre, mindestens iedoch das Doppelte des Kapitalnennüetrages. Die Verlängerung der Konzession non feiten des Reiche» ist vorgesehen.

Nach dem Berichterstatter schätzt Dt. Schacht die Devisen in Deutschland auf 2 Milliar­den Goldmar? und in R-bereinstimmung mit den ausländischen Danken das -m Ausland pla­zierte KaDital auf den gleichen Betrat,. Die Goldnotenbank soll mit einem Kapital von 1 Milliarde Goldmark errichtet werden. Zunächst sollen Dolen im Belraae von 2 Milliarden ausge­geben werden, die zu 50 Prozent gedeckt sein wer­den. Später werden, wenn nölig, 3 Milliarden ausgegeben werden, um einen den Bedarf entspre­chenden Geldumlauf zu schaffen.

Vie StabiUiienmg der Währung.

Gescheiterte Angriffe der Schieber.Herabminderung ver Staatsausgaben.

Bei Besprechung der finanziellen und Währung«- fragen erklärte der Reichsminister des Innern. Dr. Jarres, in einer Versammlung der deutschen Volk'Partei in Elberfeld u. a., daß vom Ausland her konzentrische Angriffe gegen die Stabilität der Renlenmark gerichtet worden seien, bie an­scheinend auf eewisse Kreise bet deut'chen Speku­lation zurückgingen Infolge der Maßnahmen der Reihsbank seien aber diese Angriffe gescheitert und olle Vorkehrungen seien getroffen, daß b>e

Kabinett Macdsnalö an -er arbeit»

wtb London, 24. Ian. (Tet.) Das neue Kabine« hielt heute eine erste Sihungab, die zwei Stunden dauerte. Ls wurden vorlöukiqe De- schlüffe über eine Reihe von .fragen gefaßt, dar­unter die Frage der Arbeitslosigkeit, des Dohnungsmangel» und der Anterbria- gung der ehemaligen Kriegsteilnehmer.

Zum Schuh des Franken.

Wtb Paris, 24. Jan. (Tel.). Die französische Kammer hat am Schluffe ihrer gestrigen Nach- mitlagsfihung auf Ersuchen des Finanzministers 6e- fchloffen, die Debatte über den Reglern ags- enlwnrf zur Sanierung der französi­schen Finanzen morgen FrÄiag vorzunehmen. Bis fehl haben sich 33 Redner zum Dort ge­meldet.

Die SachverständiImausschüffe kommen nach Berlin.

wtb pari«, 24. Ian. (Tel). Rach einer Mel- düng de»Rewyork herald" beabsichtigen die dem Komitee Mac Äenna angehörigen englischen, italie­nischen und belgischen Sachverständigen den Rest der Doche in ihren Ländern zuzubringen, nm von ihren

sagte:ffr hat meinen Tod verschuldet!" Und damit sprach sie nichts wie die reinste Wahrheit. Während der fünf Lahre, die sie an deiner Seite verbrachte, war ihr Leben ein Märtyrertum. Sie war das Opfer deiner An­forderungen, deiner zügellosen Lebensweise und der Tyrannei, die du über sie ausübtest, selbst wenn du sie hier einsam und verlassen schmachten ließest!"

Simonnet widersprach nicht mehr. Vielleicht erachtete er es für unklug, etwas zu erwidern: vielleicht wußte er aber auch nicht, was er diesen Erinnerungen entgegen- halten sollte, die ihn 18 Jahre in die Vergangenheit zu- rückversetzlen und ihm Tatsachen ins Gedächtnis riefen, die nicht zu leugnen waren und geeignet erschienen, feine Gewissensbisse zu wecken, wenn solche bei ihm überhaupt möglich gewesen wären. Gemessenen Schrittes und ge­senkten Hauptes den weiten Raum durchwandelnd, in dem bie vibrierende Stimme seiner Schwiegermutter ein lau­te« Echo sand, ließ er die Flut ihrer Vorwürfe still über sich ergehen Als sie aber endlich verstummte, trat er auf sie zu und mit einer Ruhe, die für seinen Willen, sich nach Möglichkeit zu beherrschen, zeugte, sagte er:

»Ich erachte es für unnütz, mit Ihnen zu streiten. Schwiegermaina, und verzichte darauf, die Unhaltbarkeit und Ungerechtigkeit Ihrer Vorwürfe darzulegen. Ich will nicht einmal fragen, was Sie zu diesem Ausfälle veranlaßt, sondern möchte nur wissen, weshalb Sie ein- gewilligt haben, unter meinem Dache zu leben, wenn ich wirklich der traurige Wicht bin, als den Sie mich hin- stellen?"

Weshalb ich eigentlich eingewilligt habe?" tief die alte Tarne aus.Er fragt es noch! Weshalb? Weil hier, ein Kind in der Wiege lag, das Kind meines Kindes, meine liebe Gilberte, und ich die Pflicht hatte, ihr die Mutier zu ersetzen, die nicht mehr hienieden weilte. Ich wollte sie nicht deinen Händen allein preis- gegeben wissen. Denn was hättest du aus ihr gemacht? In welcher Weife hättest du sie erzogen? Ich flehte dich an, sie mir zu übergeben, sie in meinem Haufe leben zu lassen: du warst grausam genug, mir diese Freude zu versagen. Daraufhin brach ich mit all meinen Gewohn­heiten und verließ das Saus, in dem ich das Glück

Wenn ich ihn ihr als solchen zugedacht habe, jo ist ihrer vollkommen würdig."

^Fortsetzung folgt.)

SSerantwortlid) ,ür die eAriftlettung: Dr. SobonneS R tarnet. Anzeigen: I. Par,eilet. Stilba. Rotationsdruck und «erlag Der Fuldaer «dienbruderei in Fulda. Fetnlvtecket Rt- 9. :i 8e:naS6rei8: Slimat Sannar 8.50 «»ldmark frei »ans.

(Eine Märtyrerin der Pflicht.

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Ich beschuldige nicht, sondern konstatiere bloß," fuhr Krau Regnard fort.Meine Tochter war zwanzig Lahre ast, als du sie heiratetest und in dieses Haus brachtest, wo du sie einer Gefangenen gleich einzeschlossen hieltest, ohne ihr zu gestatten, mich m Evreux zu besuchen, wo ich feit dem Tode meines Satten lebte."

Stein Haus stand Ihnen federzeit offen; es stand Ihnen frei, bei uns zu wellen, so oft und so lange « Ihnen beliebte."

Wie empfingst du mich aber, wenn ich kam? Meine Gegenwart bildete den Anlaß zu fortwählenden Streb tigteiten, so daß ich schließlich darauf verzichten mußte, dich mit meiner Anwesenheit zu belästigen, und mich nur einfand, wenn du nicht daheim warst."

Ueber was beschweren Sie sich bann? Ich war Ab­geordneter und mußte meiner vielfachen Geschäfte wegen häufig abwesend fein. Haben Sie also die Zett, die ich fern vom Hause verbrachte, stets an der Seite Ihrer Tochter verlebt, so konnten Sie sich länger als ich cm ihrem Besitze erfreuen."

Dos ist wohl richtig: allein unter welchen Umständen vollzog sich dieses Veifammensein fast immer? Ich fürch­tete unablässig, du könntest unerwartet erscheinen und meine Tochter für die Liede büßen lassen, die ich ihr entgegenbrachte. Ich wußte ja, daß du in mir eine Feindin sahst. Du hast es Theresen selbst gesagt und bie» war im Verein mit deinem Verhalten ihr gegen­über im allgemeinen gleichfalls eine Ursache ihres früh­zeitigen Todes. Widersprich nicht, Lukas!" fügte die blinde Frau hinzu, deren leidenschaftlich bewegter Ton in seltsamem Widersprach mit der Starrheit ihrer Haltung stand.Deinen Behauptungen könnte ich die letzten Worte entegcnfteUen, tue meine Tochter auf ihrem Toten- bette sprach. Unaufhörlich tönen mir diese Worte, de deiner Verurteilung gleichkommen, in den Ohren, und du hast sie gleichfalls vernommen, denn du standest am Fuß­ende ihres Bettes, als sie auf dich deutend, zu mir

fluslaitb.

* Frankreich und ElsaK-Lothringen. Die fran­zösische Kammer hat einen Gesetzentwurf angenom­men, der die Inkraftsetzung der französischen zivi­len Gesetzgebung im Elsaß und in Lothringen vor- sieht. Desgleichen wurden mehrere Entwürfe an- genommen, durch die französische Gesetze auf Elsaß» Lothringen ausgedehnt werden.

* Der röhrige Dr. Denefch. Nach dem »Jour­nal des Debüts" trifft der tschecho-slowakische Mi­nister des Aeubern Dr. Benesch am Donnerstag In Paris ein, wo der fra nzöfisch-slowa- kischeVertrag unterzeichnet werden soll.

* Parlamentssitzung in Japan. Nach einer Havas-Meldung au5 Tokio ist das japanische Parlamentwirder zusammengetreten. Im Unterhause, wo der Mimsterpräsident und der Außen­minister Erklärungen über die Regierungspolitik ab­gegeben haben, wird eine Tagesordnung eingebracht werden, die der Regierung das Mißtrauen des Hau'eS aus'Pricht und über das nach der Hoch­zeit de« Prinzregenten abgestimmt werden soll.

Gilberte hatte keine Silbe gesagt, die deine Hätte gerechtfertigt hätte", sprach Frau Regnard, deren augen­blickliche Schwäche bereits zu schwinden begann. Sie machte bloß von einem heiligen Rechte Gebrauch, als sie dir sagte, daß sie dir von ihrem endgültigen Ent­schluß erst Kenntnis geben werde, wenn fr in der Lage fein wird, sich selbst ein Urteil über den jungen Ma.m

bilden, den du ihr als Galten zugsdacht hast."

Wnieiflen-$retic: Äiemietle (ttolonet) tola ü. ©oiamart. auswärts 0.20 Solbmat«: Stetlameieile lokal 0,60, Soldmari, u auswärts 0.80 Soldmark. t

Bet Wiederholungen Rabatt- Volticheckkonw FranNutt a. M 4Qot-

Der Sparausschub des Reichstages hm be­schlossen, die Reichsregierung zu ersuchen, daß das Reich sministerium für den Wied er auf- bau spätestens am 1. April aufgelöst wird. Der bisherige Abbau im Geschäftsbereich des Reichs- a r b e i t s m i n i ft e r i u ms, der sich nach den An- gaben der Regierung bis zmn 31. Dezember auf »nsgesamt 14 Prozent belief, erschien dem Sparaus- schech als nicht genügend. - I

*

Reichsftnanzminister Dr. Luther führte m einer Rede, die er in Hamburg hielt, aus:

Wir müssen mit allen Kräften «inen weite- I ren Währungsverfall vermeiden, der allen Verhandlungen über Kredite ein Ende bereiten würde. Mit den Steuermatz- nahmen können wir vor keiner S chi ch t des deutschen Volkes halt machen. Bei der Entscheidung über die dritte Steuernotverordnung werd« die Rot- läge unserer Wirtschaft und unseres Staates maß­gebend fein. Die von Bayern gewünschte völlige Lostrennung der Finanzverwaltung zwischen Reich und Ländern halte ich für gänzlich unmöglich, hoffe aber, daß wir vor der Lösung der Aufteilung der Steuerquellen zwischen Reich, Länder und Ge- meinden stehen. Allerdings müssen dann Länder und Gemeinden mit den ihnen zugewiesenen Mitteln auskommen und dem Reich bet seinen Ersparungsmaßnahmen folgen. Dann können wir einen Reichshaushalt aufstellen, durch den die inne­ren Ausgaben Deutschlands im Jahre 1924, aber ohne die Desatzungskosten, gedeckt werden. Unge- deckt bleiben auch die sogenannten inneren Ausga­ben aus dem Versailler Vertrag und die Ausgaben für Reparationen. Die Kreditftage ist nur mit Hilfe I des Auslandes zu lösen. Unser Handel in der Welt muß sich wieder ungehemmt entwickeln

I können.

Born Mott Des WMisWS.

Der Tod des Führers der russischen Boljche- stiften, Lenin, hat erneut die Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der bolschewtstischen Bew^ung ge­lenkt. Nachdem der Bolschewismus in Rutzmuo mit seinen sozialistischen Experimenten Land und Leute ins tiefste Elend gestürzt hatte, sah er sich zu einem Systemwechsel gezwungen. Die Suwlet- reg-erung pwklamierte zu diesem Zwecke vor zroe« Jahren dieR e o o", d. h. dieNeue ökonomische Politik", einen höchst eigentümlichen Versuch Oes Zusammenwirkens sozialistischer und prwarwtrt» schafllicher Prinzipien.

Obwohl der Bolschewismus versucht harte, d.e private Wirtschaft mit Stumps und Stiel auszu- rotten, war ihm dies nicht gerungen. Umgekehrt' sah er sich gezwungen, ihr, die sich auch in der sozialistischen Wirtschaft immer wieder durchsetzte, in Gestalt derNepo" Konzessionen zu machen, und zwar derart, daß der privatwirtschastliche Kieinoer- kehr, der bisher strasechtlich verfolgt wurde, wieder: zugelassen wurde. Ferner wurde die Kleinproduk­tion bezw. ein Teil der Grohproduküon wieder in private Hände überführt und schließlich ein ent- sprechender Umbau des ganzen Staatsapparates und der Finanzpolitik oorgenommen.

Ueber die Ergebnisse dieserRepo" berich­tet in der neuesten Nummer desFirn" (1923, 19) einer sozialistischen Halbmonatsschrift, Dr. E. Hur- wicz in einem Artikel, in welchem er am Schluffe wie folgt das Fazit zieht:Während der kurzen Periode des Funktionierens der Nepo zeigten sich bereits die Symptome der Krise und die Grenzen der Nepo selbst. Wie ein roter Faden geht durch die Entwicklung der Nepo das Wachstum der p r i- I vatwirtfchaftlichen Aktivität. Im I Handel, in der Industrie, in der Landwirtschaft überall nehmen privatwirtschastliche Kräfte ihre Po­sitionen ein, befestigen sie sich und machen fort« I während Ueberfälle auf die Staatswirtfchaft, die I diesem neuen Kreislauf nicht standhaften kann. Nach I der jüngsten Berechnung eines Autors in den vom I Finanzkommissar sowie von der Sowfetregierttng herausgegebenenTagesfragen der Finanzpolitik" I beträgt da« Staatsbudget für 1922 rund IV» Mil- I liarden Goldrubel, während die Volkswirtschaft ohne I Ruin höchstens 800 bis 1000 Millionen Goldrubel I geben kann. Sein Vorschlag geht dahin: den I Staatsavvarat bis ans Minimum zu verkürzen, di« I Arbeitslöhne zu verringern und segliche Subfidie- I rung der Industrie aufztmeben. Wir sehen mm- | mehr klar die vor der Sowsetreg'erung li^ettbe I Alternative: entweder den Weg des Obersten Volks- wittschaftsrates oder den des Finanzkommisiariats I zu gehen; entweder die Industrie ober das Budget. I Der tiefere Sinn dieser Alternative ist aber: ent­

weder Politik ober Wirtschaft."

Aus Rußlands Geschichte der letzten fünf Jahre I ergibt sich allgemein bie Lehre, daß sich ein gesun­des Staatswesen nur auf einer gesundenWirt- schast aufbauen und letztere hinwiederum nicht I herbeigeführt werden kann durch staotssoualfttische I Experimente, sondern nur durch eine kraftvolle I privatwirtschaftliche Initiative, für die I allerdings das Gemeinwohl stets das höchste I Gesetz fein muß.

Renienmark auch in Zukunft stabil bleibe. Die Verhandlungen, die der Reichsbankprasident Dr. Schacht im Auslande geführt habe, ließen mit Sicherheit erwarten, daß in einigen Monaten das geplante deutsche Zenlral-Goldnoten-Jnltitut ins Leben gerufen werde. Um die StaatSausgaben herabzumindern, werde die Regierung in nächster Zeit zu weit drakonischeren Maßnahmen schreiten, ais wie der Beanuenabbau sie darstelle.

Regierungen neue Informationen zu Holm. Auch diese Sachoerskändigm werden sich am Dienstag oder Mittwoch nach Berlin begeben.

Dr. Stf>ad)t beim Vorsitzenden der Repko.

«tb Paris, 24. Jan. (Tel.) Reichsbankpräsi- dmt Dr Schacht ist gestern nachmittag von dem Vorsitzenden der Reparationskom­mission empfangen worden.

Neuwahlen in Italien.

, Wtb R 0 m, 24. Jan. (Tel.). Den Blättern zu­folge finden die Wahlen für die neue Kammer am 8. April statt. Ende April oder in der ersten Hälfte des Monats Mai werde die Kammer einberujen werden. ,

Kabinettskrise in Belgien?

j "td Paris, 24. Jan. (Tel.). Rach einer Ageu- Kw-Meldung aus Brüssel wird infolge der durch die 0pposition der Mehrheit der Rechten und der gesamten sozialistischen Linken gegen die fran­zösisch-belgische wirtschaftskonven- tlon geschaffenen Lage in den Wandelgängen der Kammer allgemein angenommen, daß mit einet Ministerkrise zu rechnen ist.

Frankreich und Rußland.

I wrd Paris, 24. Jan. (Tel.) wie derPetit Parisien" mitkilt, hat der bisherige Vertreter der I Sowjetregierung in Paris, Skobolew. Anwei­sung erhalten, sämtliche von ihm geschaffenen Ein­richtungen in Pari, zu liquidieren.

Griechenland auf dem weg zur Republik.

vtd P a r l», 24. Jan. (Tel.) Rach einer vom IJournal" veröffentlichten Meldung aus Athen hat eine Rede von veniselos lebhaften Beifall ge- I funden, namentlich hinsichtlich der Stelle, wo er sagt, daß dir Monarchie nicht nötig sei. Der Führer der Republikaner hat zwei Resolutlo- I nen eingebracht, in denen die Absetzung der D y n a st i e und Errichtung der Republik verlangt wird.

Deutsche Landwirtschaft.

--randfeittfchattliche V»che in Berlin. Die große Landwirtschaftliche Woche in Berlin findet vom 18. vis 23. Aebruae statt. Die Hauptversammlung am 23. Fedr. bildet Den Schluß der Tagung.

kennen gelernt, um in dem deinigen der Pflicht nach­zukommen, die mir vom Himmel auferlegt ward. Da­mals hatte er mir das Licht meiner Augen noch nicht genommen, und ich danke ihm jetzt täglich dafür, daß er mir die (Babe des Sehens belaßen, bis zu dem Tage, da ich mir selbst das Zeugnis ausstellen konnte, daß ich meine Aufgabe gelöst und Gilberte für alle Pflichten des Lebens vorbereitet habe."

Sie hielt Inne, erschöpft durch die Lebhaftigkeit ihrer «Rebe. Ihr schmächtiger, dürrer Körper sank in sich zu­sammen und ihr Kopf glitt in die Lehne des Fauteuil, zurück. Simonnet sah, wie zwei glänzende Tränen un­ter den geschlossenen Lidern hervordrangen und eine schimmernde Spur zurücklassend, über die faltenreichen Wangen rollten.

Da haben wir die Folge Ihrer mir ganz unbe- greiflidjen Aufregung," sagte er, als regte sich etwas wie Mitleid in ihm.Schwiegermama, beruhigen Sie sich doch und begreifen Sie endlich, daß man durch eine übrigens absolut ungerechtfertigte Heftigkeit Schwierig- feiten nicht aus dem Wege räumt. Nehmen wir an, ich hätte Unrecht gehabt, zu drohen. Sie werden aber auch zugeben müssen, daß man ein wenig aus der Fassung kommen kann, wenn man in sreudiger Aufregung an- langt und eine frohe Botschaft zu vertäuen meint, ge­rade das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erreicht und in einer Weise behandelt wird, als hätte man je­manden zu einer unehrenhaften Handlung veranlassen wollen."

^ineVnummer TO Pscnnla.

uldaerZetiung

Deutsches Reich.

* Der Hitler-Prozeß in Landsberg o. L. Der Hitler-Prozeß wird nicht in München dnrchge- führt werden, sondern, wie aus guter Quelle ver­lautet, in LandSberg am Lech, wv Hitler und die übrigen ameKagten Teilnehmer am Putsch bereits in Haft sitzen. Ausschlaggebend war, daß Landsberg eine ganz andere Möglichkeit des Schutzes vor Stö­rungen bietet alS München.

Zur Landtagswah! in Thüringen.

Spaltungen im sozialistischen Lager.

Wie demBerk. Lok.-Anz." aus Weimar ge­meldet wird, haben die ehemaligen Mitglieder der ll S P. innerhalb der Thüringer Sozialdemo­kratie sich für die bevorstehenden Landtagswahlen von der Partei getrennt und eine eigene Wahlliste aufgestellt mit der Begründung, daß ihre Richtung bei der Aufftellung der gemeinsamen Liste nicht ausreichend berücksichtigt worden fei.

preußischer Landtag.

Am Mittwoch fand die 2. und 3. Beratung der vom StaatSnumftetium mit l»efehestra?t erlassenen Verord. nuna über Die weitere Abänderung des Gesetzes über die Erhebung einer bot läuft ien Steuer vom Grundver­mögen. Der Haupiausschun hat hie SBerocDnun i unoer- ändert zu penehmi en beantragt, lieber Die geschäft­liche Behandlung Des GcgenstanveS entfpinnt sich eine umfangreicheGeschäftsordnungsdebatte, mit dem Erfolg,^ daß die Sache von der Tagesordnung abgesetzt wird., Es folgt Die erste Beratung Der Born Staat?miniftetiuin erlassenen Verordnung zur Abänderung des Gesetze» über bie Errichtung einer Zentralanstalt zur /Förderung des genossenschaftlichen PersonalkreditS. Die Verord- nung wird genehmigt. r- s

Bei Beratung De» Abänderungsgeietze» betreffend llebertrapun-i der Verwaltung und Abbau De» staat­lichen Bergwertsbesitzes an eine A.-G. be rundet Aba. Tovottta iStomm ) eine große Anfrage Der Kommu­nisten über Die Sozialisierung des Bergbaus und tritt, fiert die Micumverträge, Die ein ungeheures Gescha,t des deutschen BruvenkapitalS bedeuten

Donnerstag: « eine Vorlagen. Wahltagsgesetz.

wirtschaftliche Uampsderorgungen.

setzettfteik im Saarardiet. Ein Streit der Setzer. Der von Saarbrücken seinen Auegang genommen fjat, hat sich auf Da$ ge,amte ©aargebiet auSge- dehnr. Die Zeitungen eischeinen nicht, mit Ausnahme der iwnaliitischen.Volksftimme'.