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Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Aladl Aulda.

51. Zatzrg

Dienstag, 22. Januar 1924.

Nr. 18

Die wertbestündigkeit der Rentenmark.

taktischer Art, etma

ftänbige

in ihr steMn. ve-rftehM. Es

tret das liebel tu verstehen tft ien, wenn dem

es wohl und auch durchatts $u _ ideellen Inhalt solcher Bewegungen, auch ihren ma­teriellen Anlässen und Motiven eindringlichst roach-

man uns hierin nicht miß- ichen solcher inneren Auf-

EisenbahnerstreiL in England.

wtb London, 21. San. (Tel.) Nach einer amtlichen Meldung begann der Streik der Eisenbahner am Sonntag um Mitternacht.

Ausschuß des preußischen Landtages hat die Verordnung über den Personakabbou angenommen; besonders der umstrittene § 21 a über das Schiedsgericht wurde in der Fassung angenommen, wonach der Beamte gegen ernst- weilige Versetzung in den Ruhestand oder gegen Ent-

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trumsparbei zur Zeit sehr zu bedürfen scheint. Nicht schöne Programme und em ausgedehnter Grund- satzschÄnaüsmus, auch keine schillernden Parteidevi- sen können letzten (grobes solchen kräftigen Glauben erwecken und starkhcllten, sondern nur ein immer waches Zielbewußtsein, verbunden mit einem sen­dungserfüllten, politischen Lebenstrieb. Nichts schadet der eigenen Partei mehr, als wenn dieses Parteibewußtsein unkar und unsicher wird, wenn es sich an Mittel rein taktischer Art klammert, um sich in dem rücksichtslos vorwärts stürmenden Drän­gen der Zeit zu behaupten. Als Anzeichen erstar- fertben Alters ist es zu deuten, wenn man vor jeder politischen ErrtschsÄung, vor jeder politischen Hand­lung sich die bedenkenvolle Frage glaubt vorlcgen 3» müssen, was werden die Gesinnungsgenossen ober meine Wähler dazu sagen, werde ich bei ihnen deNr Rechts- oder Linksruck nicht neuen Dorschub leisten.

Leiden wir im Zentrum an solchen Altcrserschei- mngen, leiden wir mehr daran als andere Parteien? Es ist das vielleicht eine Gewissensfrage für viele, möge )ie sich jeder selbst beantworten.

veamtenfrasen.

Die preußische Abbauverordnung. Der

müssen. Die zur

tendr schwankende Haltung gegenüber aus. fallenden Rechts- oder Liroksbews ist damit gemeintWer zur s< auch schvMckeird gesinnt ist, der 1 und breitet es weiter und weiter."

_____,_______Zartgefühls, wenn ______oder gar Führer unserer Zen- rrumsparLsi glauben sollten, an Zeitströmun­gen, die feindlich neben unserer Part« «nher- taufen, die ihrem Weßsn im Innersten fremd sind und auf durchaus irrigen grundsätzlichen Voraus- setzungsn beruhen, die in sich unreif urtb von schlimm­sten Vorurteilen behaftet sind, Konzessionen auch nur " w zu Wahlzweck en, wachen zu Zeit vielfiroh in Erschsmung tre-

prakcksch erprobten Auswirkungen für eine orga­nische und lebendige Erneuerung der palamentan- chsn Vertretung der Partei ein ständiges Hmdermr. Es behindert mit feinen Folgewirkungen jede orga­nische Erneuerung des Parteilebens und schallt damit schließlich auch geradezu eine urodurchstchuge Mauer, die das parlamentarische Leben von dem allgsmeinsn, ständig sich erneuenchsn poetischen ~e« den im Lande selbst abschließt und es hindert, bte« es in seinen innersten Triebkräften zu erkennen. Darum wrederholen wir auch an dieser Stelle:Wer es mit dem deutschen Volke und dem deutschen Par- lamenie gut meint, der schaffe ein neues Wahl­verfahren !" . ' ui.

Strömungen vertraut macht, um daraus Folgerun­gen und Nutzen zu zichen. Aber solche Folgerun- gen haben keinen Wert, wenn sie nur dazu dienen, Konzessionen, wenn auch nur äußerlich taktischer Na­tur, zu machen. In solcher Haltung drückt sich bann eine gewisse Aerogsüichkoit, ein Mangel an innerer Klarheit und Festigkeit aus, der diejenigen, denen man Konzessionen macht nicht gewinnt, sondern weiter abstößt Wer mit der Wesensform, der ideellen Willensgnmblage und dem Deellen WLlens- ziel der in langer Tradition bewachsenen und ge- fovmtsn Zentrumspartei mnerluh verbunden ist, wer um sie gerungen und sie sich zu eigen gemacht hktt, der wird sich von vorübergehenden poetischen Strö- muitgen im Volke, die man mit Rechts- oder Links- ruck zu charakterisieren pflegt, niemals beengt fichlen.

Nein, mit dem Mutsche nach Zeit und Lebens­gefühl für unsere Partei meinen wir etwas Tie­feres, meinen mir eine ständige innere Aufgeschlos­senheit, em seines elastisches Empfinden für geistige Strömungen im Volk überhaupt, nicht zuletzt auch in dem großen Quellbsreich des katholischen Lebens, aus dsm unsere Partei selbst ihre letzten Kräfte zieht. Etwas Widerwärtiges und gänzlich Undemokratisches ist jene ängstliche Rücksichtnahme auf die Masse und die Straße, aber ebenso verdienst- voll und fruchtbrmgnd ist die lebendige Anteil­nahme am Wirken neuer politischer Quellkräfte und ihre Nutzbarmachung für das Parteileben. Aus diesem innigen Verwurzettsem mit dem Mutterboden immergrünen kulturellen Lebens kann auch erst

Deutsches Reich.

* Militärbefehlshaber und Generalintendant. Die Bestätigung deS Meininger Intendanten, Dr. Ulbrich als Generalintendant deS Weimarer Deutschen Nationaltheakersist vorläufig ausgesetzt worden, da der Militärbefehlshaber in Weimar, Genera Hasse, Einspruch erhoben hat. Obwohl die Wahl deS Meininger Intendanten tiom Gesamtministe« rium$ ausgeht, vertritt General Hasse bet Standpunkt, daß ein Beschluß von solcher Tragweite, wie der vorliegende, bet nach Neuwahl deS Thüringer Landtages zusammentretenden neuen Negierung Vor­behalten bleiben muffe, die besonders in diesem Falle zugleich über die Zukunft der Thüringer Landeslheater zugunsten einer Planwirtschaft entscheiden würde. Bon Weimar und Jena aus sind bereits Schritte in Berlin gegen diesen Eingriff deS Militärbefehlshabers getan worden.

* Ta» Volksbegehren in Boyer». In den von der Bayrischen VolkSpaitei dem Ministerium deS Inneren überwiesenen Volksbegehren wird verlangt: 1. sofortige Auflösung bet Landtages, 2. daß in dem ersten Halbjahr 1924 der neu zu wählende Landtag ermächtigt sein soll, daS ®efe:} zur Umgestaltungd er bayrischen Verfassung mit einfacher Stimmenmehrheit zu beschließen.

Uatholische wett.

- Sifchof Paul Wilhelm o. «eppler beging am 18 Januar sein 25jährigeS Bis chossi u b rlaum. Am 11, November 1898 wurde er vom Domlapitel in Rottenburg gewählt und am 18. Januar 1'99 er­folgte die Bischofsweihe. Die Diözese Rottenbmg um. fakt ganz Württemberg. Der Standpunkt des BgchofS in" dem zu zwei Drittel protestantischen Lande ist nicht leichr. In der Person deS Jubitarvischofs erhielt die Diasporadiözese" einen ausgezeichneten Oberhirten» *118 Professor an den Universitäten Freiburg und Tu- dingen für Exegese, Moral- und Pastoraltheologie hatte er die reichen WissenLschätze vorbereitet, die ihm spater als Restaurator deS kath. PredtgtwesenS zu so außer, ordentlichem Erfolg verhalfen. Sein Homilet,fcheS Lehr, buch zeigt ihn als Meister ersten Ranges. Besonders bekannt aber ist er in ganz Deutschland geworden durch da».Buch .Mehr Freude". Ihm steht würdig zur Seite da? LcidenSbuch .Die Leidensschule. Ais Kenner der deutschen Literatur hat er sich schon al» Lehrer am Gymnasium ausgezeichnet und durch seine Kritiken einen guten Namen gemacht. In feinen Reife. schilderungen deren bekanntestes und bedeutendstes ist: Wanderfahrten und Wallfahrten im Orient" hat er geradezu klassische Werke geliefert Nicht mmder ist er bekannt durch feine schriftstellerische und praktische Tätigkeit auf dem Gebiet der christlichen Kunst. So hat sich Bischof Paul Keppler als einer der hervor- ragendsten Bischöfe Deutschlands erwiesen, auf den ,d.» Schwaben" stolz sein können.

xog, Der Professor an der Universität Münster und ReichstagSabgeordneter Dr. Georg Schreibe» wurde vom Papst in Privataudienz empfangen.

Ä Einzelnummer 10 Pfennig.

FuldaerZertung

W W Sie Mel 3m.

Französische Regie und englische Behörde.

wtb £ 0 n b o n, 21. San. (Tel.) In einer Bläk' kermeldung ans Köln heißt es. die französische Regie habe den britischen Behörden den Krieg er­klärt durch die Verhängung einer Llok- kade gegen eine Einfuhr, ausgenommen Lebens­mittel- und AMlartromsporle. Sie stellen die un­verhohlene Anstrengung dar. den Handel und die Industrie auszuhungern, damit sich ein Widerstand gegen die feste britische Haltung bezüglich der Ver­waltung der Eisenbahnen ergebe. Die (frage ent­stehe jetzt, ob britische Sohlen noch länger «ach der ftanzösisch-belsischeu Zone gesandt werden sol­len, solange diese Blockade anbauere.

wtb parie, 21. San. (Tel.) Rach einer Mel­dung des »Petit-Iournal" aus London verlautet in gut unterrichteten Kreisen, daß der englische BotschafterinParis Auftrag erhalten habe, bei poincare eine Demarche zu unternehmen, die sich aus die von der französisch-belgischen Lisen- bahnregie getroffenen Anordnungen bezieht.

Der diplomatische Berichterstatter des Londoner Dberferoer" schreibt zu der Blockade der britischen Rheinzone durch die französische Eifenbahnregie, die schon seit einiger Zeit bestehende Spannung zwi­schen den Franzosen und den englischen Behörden im Rheinland habe sich durch das Versagen jeglichen Entgegenkommens seitens der ftanzösischen Regie verschlimmert. Die Haltung der Franzosen sei hervorgerufen worden durch die feste Weigerung Lord Kilmarnocks, den französischen Behörden zu gestatten, die britische Zone als Werkzeugzur Zertrümmerung Deutschlands zu be­handeln. Der Widerstand Lord Kilmarnocks gegen­über dem ftanzösischen Versuch, die Mission des Generalkonsuls Clive in der Pfalz zu verhindern, habe erneut die Entschlossenheit der britischen Re­gierung bewiesen, nicht an dem vollkommen unge­setzlichen Versuch der Errichtung einer autonomen Regierung teilzunehmen. Daher die offenbare Feindschaft der französischen Behörden gegen die britische Zone. Die Schwierigkeiten der britischen Behörden würden allerdings nicht ernstlich ver­mehrt, denn schon früher fei den britischen Inter­essen großer Schaden zugefügt worden, aber sie würden jetzt aller Welt offenbar. Das wirklich Interessante fei, daß durch diese Ereignisse Nar geworden fei, daß die Franzosen sich nicht mehr ernstlich bemühten, den ftanzösischen Vorspann der separatistischen Bewegung in der Pfalz zu verheim­lichen.'

vom Bürgerkrieg in Mexiks.

DaS Hydrographische Amt der Bereinigten Staaten gibt bekannt, daß von den mexikanijchen Aufständischen -n dem Hafen von Salincruz Minen gelegt 1 orben seien und daß die Aufständischen beabsichtigen, to bere Häsen, die sie besetzt halten, ebenfalls durch .nen zu sperren.

Um Ein amclikanischer Kreuzer und sechs Zerstörer, .. sich gegenwärtig m den Gewässern von Panama bie,ralten, haben Befehl erhallen, nach Veracruz °ufb.hr/n.

abzuf-----------------

wirtschaftliche Rampsbewegungen.

Metallarbeiter und Achtstundentag, lieber die Ar­beitszeit und den Lohn in der Milte l d e uts chrn Metallindustrie ist «in Schiedsspruch gefällt wor­den, der von den Vertretern der Arbeitgeber und Ar- beiMehmer angenommen wurde, aber noch den beidet- Migen Derbünden zur Annahme unterbreitet «erden muß. Hinsichtlich der Arbeitszeit sind ab 4. yebruar geltende Bestimmungen genossen worden, wonach Ü:e regelmäßige Arbeitszeit grundsätzlich 48 Stunden in der Woche beträgt. Die regelmäßig« Arbeitszeit kann aber auf 54 Stunden seftgelegt werden. Das Abkommen gllt bis zum 30. Juni. 1924. Es wurde vereinbart, daß einerseits Die Arbeitgeber keine Einwendung erheben dürfen, wenn «in Betrieb die regelmäßige Arbeitszeit auf weniger als 54 Stunden in der Woche feftietzt, und daß andererseits die an den Betrieben beteiligten Gewerkschaften keine Einwendungen erheben dürfen,

Dr .jur. Justus Schönthal, Archi­var der Deutschen Rentenbank, sch recht in Heimatsdienst":

Heute find wohl auch die schlimmsten Zweifler an Üer Äentcnmart zum Schweigen gebracht. D'.e Tatsache, daß auf beim Gebiete der deutschen Wäh­rung beinahe im Handumdrehen em Zeitabschnitt nervös« Unruhe beendet und eme allgemeine Beruhigung emgetreten ist, kann ja nicht mehr ge- feuänei werden. Ein Zweifel daran, daß bte Rrn- lenmart auf der gangen Linie gefugt hat, sst nicht mehr möglich. Es wird jetzt Sache des deutschen Volkes fein, die Folgerung aus diesem Siege zu »ahen und dafür zu sorgen, daß, Um ein Bild aus der Währungssprache zu wählen, dieser Siegwert­beständig" bi e ibt. . v

Fassen wir noch einmal kurz zusammen, wie die Rontenmark in den Verkehr gelangte: Aus der Erkenntnis heraus, daß rot anderes übrig bliebe, -als den unbeweglichen zu mobilisieren. Der« eüwen sich die Kreise der ge deutschen Wrt- schoft, Handel, Industrie und Banken einerseits und die Landwirtschaft andererseits, um eine Bela­stung von 3,2 Milliarden Gold ( 4 vom Hundert ihres Vermögens) teils in Goldschuldver­schreibungen, teils in Grundschulen, der Deutschen Renienbank zur Verfügung zu stellen.

Auf Grund dieses Kapitals konnte die Deutsche Rentendank verzinsliche Gollsschuldurkunden, sogen. Rentenbriefe, ausstellen; diese Rentenbriese hüben ihrerseits die Deckung für die zur Ausgabe gelang­ten Renten bank scheine, wobei noch bemerkt werden mag, daß die Menge der zur Ausgabe gelangen­den Rentennrark zunächst in Höhe von 2,4 Milliar­den begrenzt wurde, und die restlichen 800 Millio­nen ais Grundrücklage zu dienen hatten.

Die Hälfte der 2,4 Milliarden, nämlich 1,2 Mil­liarden Renrenmark erhielt das Reich als lieber» gongst rebit; es sollte damit die Möglichkeit bekom­men, nach einer gewissen Zeitspanne seinen Fehl- betragshwushatt ms Gleichgewicht zu bringen.

Es lag auf der Hand, daß von einigen Kritikern die Rolle der Rentenbank als Kreditgeberin des Reiches falsch gedeutet werden konnte. So fehlte es denn auch nickst an Stimmen, die von einerDikta­tur" der RerodenbankverwalttMg sprachen, weil der Derwalttmgsrat der Renten bank hin und wieder Forderungen in bezug auf die Fmanzgeibarung des Reiches erhob, die nicht mit dem Programm ein« Seiner Streife überernftimmten.

Es stcht jedoch zu hoffen, daß das deutsche Volk in feiner überwiegenden Mehrheit nun eingefeben hat, daß dies Schlagwort von der Diktatur oder der Neben regierung der Renten mark eben nur ein Schlagwort war, das nichts daran zu ändern ver­mag, daß es unabweisbare Pflicht der Stentenbant- Verwaltung sst, darüber zu wachen, daß das Pfund, welches ihm in Gestatt der 3,2 Milliarden deutschen Dolksvsrmögens von der gesamten deutschen Volks­wirtschaft anvertraut worden sst, so verwaltet wird, wie es die deutsche Volkswirtschaft im Interesse ihrer Selbsterhaltung und chrer Gesundung erwarten darf und muß.

Es scheint allmählich auch allgemeine Ueberzeu- gimg zu werden, daß die Deutsche Rentenbank ein Gut des gesamten deutschen Volkes sst, das jerifeits aller Parteipolitik steht und mit Parteidogmen nicht das mindeste zu hm hat. Die Verwaltung der Deutschen Renten bank konnte weder jemals die Absicht haben, der Reichsregierung Dor­schriften zu machen, noch auch die Derant» wortung für finanzpolitische Maßnahmen der Reichsregierimg auf sich zu nehmen, sie hatte ledig­lich die Pflicht, die wirtschastt. Gesichtspunkte zu be­achten, die im sonst üblichen Geschäftsverkehr ein ordentlicher Kaufmann als Kreditgeber einem Krsdit- roshmer gegenüber zu beachten hat.

Dis andere Hälfte der 2,4 Milliarden sollen fatzungsLemäß zur Beftuckstuna der kreditarm ge«

wenn die Arbeitszeit bis S6 Stunden verlängert wird. Ferner wurde eine Lohnvereinbarung für bte Zeit vom 20. Januar bis 16. Februar getroffen. Maß­regelungen aus Anlaß des gegcnwärtiz-n Lohnkampfes find ausgeschlossen. Die Wiedereinstellungen sollen im Rahmen der Bejchaftigungsmögltchkeü erfolgen.

M JMHM Ä MA.

Sonntag vormittag begann im Reichstag die Tagung des Reichsausschuffss der deutschen Zentrumspartei.

Reichskanzler Dr. Marx begrüßte die zahl- teJdrn aus dem ganzen Reiche erschienenen Ver- rreter und besprach dann di-e Stelllmgnahme der RerchsrÄgierung zur inneren und äußeren Polmk. Dor Minister für die besetzten Gebiete, Dr. H o e s l e ach, einen Ueberblick über die Lage an Rhem uno Ruhr und m der Pfalz; besonders eingehend behon- dette er die Frage des Separatismus, der Menu- ichen:©olbnotenban? ustv. und kam zu dem Ergeb­nis, daß Demschand versuchen müsse, mit Frankreich zu einer Verständigung zu kommen, Um einen Wo- öus vivendi zu erlangen, und daß Deutschland sich ixux>r hüten müsse, zu große Hoffnungen aut England und die dort zur Regiemng gelangende ArorttTrparrsi zu setzen. Diese Ausführungen san- -e« der der DiskMion lsbhafe Zustimmung, die in «ner Resolution über die Außenpolivk zum Aus­druck kam. -"

Am Montag wtid der badische Zen-trumsführer Prälat Dr. Schoferein Referat über die kommen­den Ausgaben des Zentrums, besonders mit Rück­sicht auf die berwrstchenden Wahlen erstatten; außer- dem sst ein zwÄtes ergänzendes Referat des Gene­ralsekretärs der rreftMschen Zentnmrspartei, Brandt, vorgesehen. . >

*

DeGermania" schreibt in «irrem ßaiartitel am Tage des Zusammentritts des Reichsausschuffss;

Part« muß Bewegung blerbm, muß Bewe-

wo-rdenen Wittschaft dienen. Es sst ja heute k«> Geheimnis mehr, daß der gesunde Kredttverkehr, aufgebaut auf dem vollgedeckten Warenwechsel, durch die Papiergeldmflatton der allerjüngsten Zeit völlig unterbunden war. Die mm zur Verfügung stehen­den 1,2 Milliarden Rentenmark werden vielleicht, ja wcchrscheinlich nicht ausreichen, um den Kreditbedarf der dsusschsn Volkswirtschaft vollauf zu decken; abe, sie werden der Anfang einer Erneuerung gesunder Kreditoerhältnisse sein und vielleicht gerade chrer Knappheit wegen zu einer Verengung des Geld­marktes führen, die eine günstige Entwicklung der Warenpresse bedingt.

Vereinzelt machen sich heute noch Stimmen gel­tend, die eine neue Inflation in Rentenmark voraus­sagen zu müssen glauben.

Es soll 'nSjt geleugnet werden, daß die Haupt­gefahr, ja wohl die einzige Gefahr, die der Renten- mark begegnen könnt«, die Inflation wäre. Aber nachdem das deutsche Volk, von der Reichsregierung herab bis zum einfachsten Manne, diese Gefahr in der Zeit der Papiergeldinfiaüon erkannt und schmerzlich empfunden hat, kann wohl kein Zweifel daran bestehen, daß es einer Wiederholung dieser Gefahr mit allen Sätteln entgegenarbeiten wird. Im Augenblick, da der Geldmarkt in Rentenmark noch alles andere als flüssig sst, braucht ja wähl von einer Gefahr der Inflation noch nicht gesprochen zu wer- den, und sollte sich wirklich eines Tages die in Um­lauf befindliche Rerotenmarkmenge, die bekannllich ja noch nicht einmal die Hälfte des Dorkriegsum- , laufe cm Zahlungsmitteln erreicht, als zu umfang­reich erweisen, so sind ja die Stentenbriefe so­zusagen das Sicherheitsventil der Rero­ten mark gegen eine Inflation; beim je mehr überflüssige Rentenbankscheine in Umlauf sind, desto mehr wird die Bevölkerung von der Möglichkeit der Umtausches in auf Gold mark lautende Renten briefe Gebrauch machen, und die überschüssige Zahlungs- 'mitteünenge wird wieder dem Verkehr entzöge« werden.

Dies sei an einem einfachen, wenn auch nut theoretischen Beispiel klar gemacht:

Gesunde Dährungsverhältnisse herrschen dan». vor, wenn die Menge der erzeugten Güter in einem 1 solchen Verhältnis zu den Zahlungsmitteln steht, daß die Warenpreise und die Zahlungsnnttelrnelvge, sich ungefähr Öse Wage galten, daß man also beispiels­weise für 2,4 Milliarden Goldmark oder Rentenmark die dem Goldwert enssprechende Warenmenge jeder­zeit kaufen kann. Ist die vorhandene Warenmenge aber beispielsweise nur 1,2 Milliarden Goldmark wert, so muß rein rechnerisch im Falle des Einzel­kaufs jeweils die doppelte Menge an Zahlungs­mitteln aufgewerodet werden; beim Je mehr Geld und je weniger Ware vorhanden ist, desto höh« müssen die Preise steigen, desto mehr Zahlurogs- mittetn müssen von Fall zu Fall aufgewendet wer­den, Um ein« bestimmte Warenmenge zu kaufen. Wäre nun theoretisch eine halbe Milliarde Zahlungs­mittel zu viel in Umlauf, so könnten diese als ver­zinsliche Anlage in Rentenbriefe umgetauscht wer­den und dadurch aus dem Verkehr verschwinden. Die verbleibende Zahlungsmittelmenge entspräche dann aber theoretisch wieder der vorhandenen Warenmenge, und so bliebe eine ^Preissteigerung vermieden. Daraus ergibt sich übrigens auch, daß die Menge der abgesetzten Rentenbriefe, eine Art Jnflationsbarometer darstellt: die Inflationsgefahr steigt und fällt mit der Menge der abgesetzten Ren­tenbriefe.

Wie gesagt, die Rentenmark hat entgegen der Vermutung aller Schwarzseher einen unbestreitbaren Seg errungen. Sache des gesamten deut­schen Volkes wird es nun sein, die Früchte die- ses Sieges zur entsprechenden Nutzanwendung zu bringen. Selbst das Ausland schenkt ihr Vertrauen und bewertet sie zum Teil über Goldparität.

rZum Schluß noch eins. Es sst nun einmal eine feststehende Tatsache, daß sich die zielklaren und parteibewußten Kräfte resttos erst in den Parla­menten zur (Entfaltung bringen können. Das be- I hören. Für jeden Rersierungsbezirk wird ein Vertrauens» stehende Lißenwahlsystem sst aber in seinen 1 ausfchuß von drei Msialiedsn aebilbet.

Brr-m«orülw iür die ecbnitlettuna: Dr. 3obanne$ »tarnet. Anzeigen: I. $ ar,eilet. Suwa. Rotationsdruck und Verla, der .: Fuldaer Actiendrnckerei w Fulda. Fernwrecher Shr. 9. ::

Be:u«rvreir: Monat Januar 2.!M> «old-nark ftet Lau».

lafiung mit der Begründung Einspruch einlegen kann, daß die §§ IS und 20 verletzt feien. Der Ein­spruch ist nur binnen einer Frist von zwei Wochen zulässig, er kann nur vom Staatsministerium zurückge­wiesen werden. Witt» dem Einspruch stattgegeben, so gilt die Derfetzung in den einstweiligen Ruhestand ober die Entlassung als nicht erfolgt Will das Staatsminifte- rium dem Einspruch nicht stattgeben, so hat es vor der j Entscheidung einen Vertrauensausschuß zu