Mldacr Leitung
Druck der Fuldaer Aetieudruckerei iu Fulda
Abbau der Lichtspielrensur?
Kind Dege, 1 T.
17.
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Mr. Trembath mit Veunbfidjem
Wochen war Helga Nielsen meine
in wenigen
Ende.
MW
Sofa. Ms verschwand
auf das winkte, Nicken.
Und Frau.
Nun Liebfing! brach ich endlich unser dardtiaes Schweigen.
Wir setzten unseren Weg w Mr. Trembock tert wurden auch sofort in sein Studierzimmer geführt.
Das Gesetz bedarf einer Verbesserung, aber keiner Milderung, geschweige denn darf die Zensur beseitigt oder so gestaltet werden, daß sie nur noch auf dem Papier steht. Zu erwägen wäre vielleicht, ob die Ausübung der Zensur nicht dem Reiche genommen und den Ländern übertragen w'rd, was sicher manches für sich hätte; denn nicht alles, was in Berlin oder München als „unbedenklich" die Zensur passiert, wird auch draußen im Lande als harmlos angesehen. Dos gilt nicht zuletzt von der Filmreklame, die ja auch der Zensur unterliegt.
gegit 4 822 iäferoniza eftäer-Cv&eräf- ös-r Sn» u.-d-UcsCandes
Großer (Bott! Hugh Tregarthenl rief er. vem Stuhl aufspringend, also wirklich von den Toten auferstond-n!
Er preßte meine Hände und überschüttete mich mit Ausdrücken der Freude und Verwunderung, daß ich gor nicht zu Wort kam. Erblich bemerkte er auch Helga und nun benutzte ich eine Pause in seinem Redestrom, um sie ihm als meine Braut vorzustellen. Er warf mir einen ungewissen Blick zu, als ob er sich versichern wollte, daß ich nicht scherzte: dann streckte er H-lga seine Hand hin, die sie feuchten Auges, mit lieblichem Erröten, ergriff. In gedrängter Kürze erzählte ich ihm hierauf unsere Geschichte und bat ihn, Helga zu geleiten, da ich meine Mutter erst allein wiedersehen und sprechen wollte.
Noch eine Frage, ehe ich aehe. Mr. Trembath! sagte ich. Was ist aus der Mannschaft meines Rettungsboots geworden?
Drei sind ertrunken, antwortete er. Die übrigen kamen in ihren Rettungsgürteln an Land. Als sie sich erholt hatten, erzählten sie, daß die armen Dänen samt, lich umgekommen seien.
(Ergriffen faltete Helga die Hände und murmelte einige dänische Worte. Stumm kützte ich sie und machte mich dann auf den Weg zu meiner Mutter. Auf Schritt und Tritt wurde ich unterwegs aufgehalten und begrüßt: denn die Nachricht von meiner wunderbaren Errettung hatte sich schnell im Städtchen herumgesprochen.
Meine Mutter stand am Fenster unseres alten Hauses und spähte nach mir aus. Die Tür flog auf, und ich lag, unfähig, ein Wort zu sprechen, in ihren Armrn. Lange hielt sie Mich schweigend umfangen, und heiße Tränen stürzten aus ihren Augen. Dann sahen wir nebeneinander aus dem Sofa, und ich blickte in das liebe, alte Gesicht, das unter dem schneeweißen Haare abgehärmt aussah, auf dem jetzt aber ein Ausdruck un-
Sest Mai 1920 ist im deutschen Reiche das Lichtspielgesetz in Kraft, das bezweckt, wenigstens den ärgsten Schund und den übelsten Schmutz von der Bevölkerung, insbesondere von der Jugend fernzuhalten. Am 12. November 1918, wenige Tage nach der Revolution, hatte der Rat der Dolksbeauf- tragten diktatorisch verkündet: „Eine Zensur findet nicht statt", und diese Bestimmung mar auch noch in dem ersten amtlichen Vorentwurf zur Reichsver- faffung enthalten, den das Reichsministerium des Innern der Nationalversammlung vorlegte. Die Nationalversammlung beschloß aber, in der Weimarer Verfassung (§ 118 Abs 2) die Zulässigkeit der Lichtsvielzensur ausdrücklich festzustellen. Zunächst wollte man aber noch abwarten, wie Film- fabrikanten und Lichtspielunternehmer von ihrer „Freiheit" Gebrauch machen würden.
Das letztere geschah denn auch bald in einer Art und Weise, die selbst diejenigen Parteien, die im November 1918 noch jegliche Zensur verworfen hatten, veranlaßte, an dem Zustandekommen des Reichslichtspielgesetzes mitzuwirken. Dieses Gesetz enthält sicherlich noch Mängel und bedarf in mehr als einer Hinsicht einer Reform, aber es wäre ungerecht. wollte man verkennen, daß weniastens teil- weife fein Zweck erreicht worden ist: Die Film- fabrikation in Deutschland beginnt sich allmählich damit abzufinden, daß sie nickt mehr mit Schmutz und Schund Geschäfte machen darf, und ebenso bte Imvorteure, die ausländische Filme nach Deutschland entführen. Don Beisitzern, die sckon seit Jahren in den Prüfkammern der Filmvrüfstelle B-rlin Mitwirken, wird uns versichert, daß zwilchen dem, was eb"bem vor die Zensur kam, und dem, was heute e-naereickt wird, ein Unterschied sei wie zwi- sck-en Nacht und Taa. Gewiß eine erfreuliche Wirkung des Licktsvielg"setzes, die von jedem, der es gut meint mit dem Volke, begrüßt werden sollte-
Daß einem sehr großen Teil der .Filmsabrikanten. der Filmimporteure und die Lichtsni->lunternehmer die Zensur von vornherein nicht willkommen war, ist begreiflich, unb man war deshalb auch nicht erstaunt, daß sie vor der reichsaeseb^cken Reae''ing der Licktspielttensur diese mit allen Mitteln zu hintertreiben juckten Diele Dppofition aus den Reihen der Interessenten ist aber auch heute uock nicht verschwunden und Hält jetzt den Auaenl'Nck für gekommen, von neuem den Kampf gegen die Zensur aufrumehmen. Aus der Taflacke, daß, dank der Zensur, das moralische Niveau der Produktion sich im Veraleick zu früher unverkennbar gehoben hat, wollen die Gönner der Zensur die Folgerung a-zogen wissen, daß die Zensur nun überflüssig gemmden H und „aba-baut werden könne. ‘ Es ist klar, daß di-se irrige Folgerung nur gezogen wird, um wieder f r e i e B a H n für den Sch und zu erhalten. W'r pnb, überzeugt, daß weder die Regierung nock der R^ck-tag sich dazu entschließen werden, dem sehnlich"» Wunsck dieser Zenfuraeaner nachzukommen. An der Lichtspielzenfur darf nicht gerüttelt werden.
Di« nachfolgenden Ausführungen berühren Fragen, die für die deutsche Volkskuüur von großer Bedeutung sind. Es ist wohl nicht zu viel gesagt, wenn man zum Ausdruck bringt, daß dem Kino und namerttlich seinen Auswüchsen noch viel zu wenig Beachtung von den für die Volksbildung verantwortlichen Stellen geschenkt wird. Wir möchten hier auf Grund längerer eingehender Beschäftigung mit dem heutigen Lichtspiel die Forderung nach ^Beibehaltung, ja nach Ausbau der Filmzensur in der Richtung auf eine örtliche Begutachtung dringend befürworten. Sonst können viele Films, zugelassen nach „großstädtischen" Gesichtspunkten, für das wette deutsche Land eine Quelle der sittlichen Gefährdung unseres Dolkes werden.
Das Lichtspielgefetz schützt bekanntlich nicht nur das sittliche, sondern auch das religiöse Empfinden: Bildstreifen, deren Prüfung ergibt, daß die Vorführung geeignet fei, das religiöse Empfinden zu verletzen, ist nach dem Lichtsviel- aesetz die Zulassung zu versagen. Daß trotz dieser Bestimmung noch manches zuaelassm wird, was ohne Zweifel gegen "wen Sinn gröblick verstößt, ersehen wir aus einem Artikel der „Süddeutschen Filmzeitnng" vom 14. Dezember 1923. Danach bat die Zensur in Berlin einen 58;,bftreifen ,.D i e Erbschleicher" zugelassen, obschon ein Sachverständiger sich vor der Prüfkammer folgendermaßen über dieses Machwerk äußerte:
„Der Bildstreifen ist bearbeitet nack dem bekannten Roman von Eugen Sue „Der ewige Jude". Die Hauptpersonen, wie z. B der Sekretär lltedte. sind insbesondere für den Katholiken als Ge! stliche deutlich erkennbar; sie tragen die Tracht der fron ösifchen Geist- sichen, wie sie auch in den Rheinlanden bis in die fünfziger Jahre hinein üblich war. Auch aus ihrem Gebaren erkennt man leicht, daß Diener der Religion gezeigt werden sollen, denen man die im Bildstreifen geschilderten Schandtaten andichtet. Auch die Umgebung. in der sie sich bewegen, verrät des öfteren einen religiösen Charakter. Der Roman von Sue hat in den katholischen Kreisen großes Aergsrnis erregt und das Empfinden der Kathosiken auf das schwerste verletzt. Das gleiche würde bei der Vorführung des Bildstreifens der Fall fein. Man würde, wenn er in katholischen Gegenden gezeigt wird, in der Vereinigung ..Santa Concordia" den Jesuitenorden wiedererkennen, dem ja auch Sue in seinem Roman die Schandtaten andichtet."
Die Zulassung erfolgte in zweiter Instanz, nachdem die erste auf Grund des Sachverständigengutachtens zu einem Verbot gekommen war. Man kann der „Süddeutschen Filmz-itung" nur r"cht geben, wenn sie sagt: „Der Kernpunkt der Meinungsverschiedenheit dürfte wohl darin liegen, ob und inwieweit der Bildstreifen geeignet fei, das religiöse Empfinden der Katholiken Nl verletzen. Wer Hat das zu konstatieren? Doch wohl einzig und allein der Katholik--und es so"te einer Prüf
stelle vollauf genügen, wenn e i n ernsthafter Sachverständiger das einmal ausaeinrockm hat." Das Blatt appelliert dann an das ’Rein» lichkeitsernvf inden der bäuerischen Fikm- öerleiher und Theaterbefitzer, die diestn Film gewiß nicht dem Publikum bieten würden. Jedenfalls erwarten wir. folanae ein Gesetz besteht, das das reliaiöfe Empfinden schützen soll, auch S ck u tz non diesem Gesetz, denn mir haben ein Reckt auf diesen Schtm und nicht die geringste Veranlassung, auf dieses Recht zu verzichten, weil irgend ein Regisseur einen Film van „künstlerisck"m" W"'t gemacht und irgendeine Verleihfirma ein Jnterosse an der geschäftlichen Auswertung b’-fes Filmes hat. Wir Hab-n auch, trotz brr Z"C--fk,w.a der „Grb- sckleicker", vorerst noch soviel Vertrauen z>» dw DbieftinitSt der Zensur, daß sie uns vor anttkctttzo- lischen Hetzfilmen bewahrt, und hoffen nur, in diesem Vertrauen nicht oeiävfeh* zu w-rden.
Gottesdienftordnung.
Katbolifcker Gottesdienst.
Sonntag, 20 Jan. Dom. lzs6, 6, V»7 u. < hl. M., ’/.7 bl. M. u. uom. f. d. Mitglieder d. Iu end- u. flun männer-Vereins u. d. ckriftenlehipfl. Jungt, i. b. Marienkopelle, 8 ' farramt m. Umg. u. Pr., tt,10 KatHe- dralamt m. Pr., 8 «11 Car. f. d. Jünal.. v«12 letzte bl. M m. Pied., '-,2 And. z. E. d. bl. Altarssakramentes, 2 Chr. f d. Jungfr., 4 Sakraments-Bruderichaft m Pr., 8 '21. i. ö. Marienkapelle Monta nacbm. 5 A. z. E. des aöttl. Kinoes. — Siadtpfarrtircke. 5*/, Kom., 63/«, bl. M. u. Kom. o. Dienstmadchen-Kongremtion. 63« hl. M u. Kom. d. Jüngl., 8 erster Schulad. u. P>ed., 91/» Pfarramt u. Pred., 11 zweiter Sckulgd. u. Pr., 9Vt 21 f. d. Jun lingS-Kongre ation t. d. Severikirche, IV» Cdr. f. d. Jungfr., 2V» Bruder,Satt v. uochwürd. Gut, 4 A.' f.d Drenstm.-Kon >r. i.d. Severikirche. —Pfarrlirche zum heiligen Geist. 7 Frühm., 8 Amt m. Pr, 5 '21. — Leveritirche. Sonntags 7, werkln s 1|»7 hl. M. — Hen-J-su-Heim 8 Preditt u. Amt, nachm'tta s 2 Seoensandacht. Mitt.voh abends 7v«Se ensanvacht.,— itzrauenberg 5, V» , 6, V»7 u. 7 hl. M„ 8 sin >m. tn. Pr., 9 Hochamt tn Pr, nachm. 2Pr. u. '21. f d. Terziaren. Päpg sicher Segen.
Montag, 21. Jan. Nonnenkirche. 8V, Requiem ür die tietft. >'r P totm '■! irljfia iHetnbatöt.
Turm de- Erlöserkirche glühte feurig, und an ter Sturmspitze kochte der weiße Gischt her Brandung. Nur schwammen tönte der Straßenlärm zu uns herauf.
aus -em Katbbaracbiet.
— Hofaschenbach lKr. Hünfeldl. Am Dienstag abend waren Mttglieder und Frem.de der Raiffeisen- fache hier veriammell. Mit besonderer Freude wurde es begrüßt daß es den Ber'ühungen des Bo-standes der Gemeindebehörde und dem Raiffeisengefchäft „Hessenland" gelungen ist. das ehemalige Gemeindehaus ztt einem Vereinslager der ’Kfarrei H»faschenbach und Haselstein einzuriteten Die Mitglieder können jetzt dort ihren Bedarf decken und das überichüssiqe (Se'rrtbe abliefern. Auch für die Psarr-i Schwarzbach steht das Lagerhaus nach 'Reba-f zur '’terf'iqurq. Befandere Ber- bienfte um die Einrichtung des Lagers hat sich Gefchäfts- stelle> fester Schier-Hünfeld erworben. Der Unterver- band-t'irektor gab feiner besonderen Freude über die Forri-prstte der Rai^eisensache Aufdruck und mies, tn beredten Worten auf den Grundgedanken der Raiffellen- sache auf die Unterstützung der wi"tttzaftl'ch Schwachen und Unterdrückten bin. Direktor Hünel gab zum Schluß der Versammlung noch eü.iqe praktische Winke für bessere Bodenbearbeitung Die Veranstaltung bat dazu beige'raaen, die Mitglieder für neue, frische Arbeit in der Raifseisensache zu begeistern. .....
= Gersfeld. Ter durch Mne Zahafeit m der Kresverwaltuna und der Landwirtschaftskammer weit über die Grenzen unseres enteren Bezirkes bekannte Herr Martin S ck ü ß le r begeht am 20. Januar mit seiner Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit.
= Bad Brückenau. Zwei junge Burschen aus Rosienhain ver uchien biet falsche 20 und 50 Millionen» scheine, die sie sedr gelch.ckt in Btllio nenscheine umgewandelt hatten, in den Verkehr zu bringen. Die Fälscher wurden bald ausfindig gemacht und Perba, <•’.
--- Schotten (Oberhessen). Beim Betreten des Zimmers glitt der Bürgermeister Lehr in Ruppens- bürg aus und schlug schwer mit dem Hinterkopf auf eine Nähmaschine. ?(ls seine Frau ihren Go"en Istnf allen sah, fiel sie vor Schrecken t o t nieder Der Verunglückte, der 40 Jahre die Bürgermeisterge- schäfte geführt hat, ist jetzt leinen Verletzungen erlegen.
MM 005 öen Skgislem öes Ma.
Sterbefälle vom 11.—18. Januar 1924.
11. Januar. Bahnmeister a. D. Paul Kari. Kubiscbok, 74 I. 5 M 24 T. 13. Joseph Sckmrit. 1 M. 6 T. 14. Witwer SnnbelSmann Secket Klebe, 59 I. 11 M. 22 T. 16. HandelSmann-Witwe Fanny M-fch-l, 72 I. 17. Witwe' Wanda ReksiS, 60 I. 8 M. 22 T„
Uatholische Welt.
-- Oie dirchlttbe Hierarchie im Jahre 1925 Im Jahre 1923 wurden b’ei Diözesen zu Erzdiözesen erhoben: Merroa m Venezuela, Riga in L ttland un Erna km an in Indien. Neue Diözesen wurden 14 erriätet, davon 4 in Venezuela: Coros. Cumana, V«i»
Die hessischen göderaiisten
hielten in Kassel ihre Tagung ab. Sie sind im „Hessischen Bolksbund" zu'ammengeschloflen. Die Haupwermminlung war von Vertretern der für* hessischen, der freistaatlich - hessischen und der waldecki dien Gebietsteile beschickt. Aus den an bte pol tischen bezw. ornaniiaimikben Referate d-r Herren Kaufmann Ernst Kunz-Kassel, Archiorat Dr. Herr- man^-Darmstadt, Schrrststeller W. M. Ide-Kassel, Geh.-Med.-Rat Univ.-Prov. Dr. Sommer-Glezen, RektorWeiner-Wilvunoen, Schriftsteller Wllh. Scheller- Kassel sich füg nden Diskussionen ergaben sih Be- fchiüsse, deren Ausführu-g geeignet lein soll, da» Zusammengehen der Heimattreuen in den ver chie» wnm hessrjchen ©ebietSie len wesentlich zu fördern. In einer Reihe von Refulutionen wurden der Relcksreg'erilna, der Hesse cken SlaaiSregierung uno der Preutzischen Staa.sreaierung scharfe P oteste gegen jede weitere Zerreißung hessischen Gebietes, we sie beionders von Seiten der Separatisten droht, übermittel. Bezüglich der Stellung zum Reich wurde grundsätzlich folgendes formulier,: £et Hessische Bocksbun) liebt fest auf dem Boden des Deut chen Reiches und ist bisher stets für die verfassungsmäß'ge Regierung des Reiches einaeinten. Gestützt auf Artikel 18 der Reichsver- fossung verlangt er eine Volksabnimmun über den An chluh aller althessi chen Gebiete, sowie von Waldeck, dem K-eise Wetzlar und Fcankjurt a. M an den begehenden Hessrschen Staat.
„v.e duldsame Mrche".
Unter dieser Ueberfchrift glaubt die .Metall- ^^eiterzeitung", das Organ des Deutschen Metall- Äe terverbandes (freie Gewerkschaften) gegen die fatSudje Kirche und ihre Bischöfe Hetzen zu müssen Sie schreibt in ihrer Nummer vom 19. Januar folgendes:
Ende Oktober v. I. bat im schwarzen Fulda eure Rilckriskonferenz getagt, die scheinbar auch von der all- ^meinen Proletarier- unb Marxistenhetze profitieren wSie, denn die obersten Seelenhirten haben folgende Grundsätze beschlossen: .
a) Es ist den Katholiken nicht gestattet, den freien Gewerkschaften als Mitglieder anzugehören einerlei, ob ® sich um Gewerkschaften für Arbetter oder solche für Angestellte oder Beamte handelt.
ds Wenn die Katholiken die Möglichkeit haben, sich in Verbänden zu organisieren, die ihren religiösen Interessen nicht entgegenstehen, fo sind sie verpflichtet, aus ben freien Gewerkschaften auszutreten.
c) Wenn die Katholiken trotz erfolgter Aufklärung unb obwohl ihnen Eintritt in eine andere Organisation möglich ist, dennoch als Mitglieder in den freien Gewerkschaften verbleiben, so sind sie zu dem Safran.entern emp'ang nicht mehr zuzulassen.
Der Geist des finsteren Mtttelallers geht um. Ein Glück daß die katholisch gesinnten Arbeiter sich durch folche'Bannflüche nicht mehr so sehr in der Vertretung ihrer weltlichen Bedürfnisse beeinflussen lassen. Die Fortschritte unserer Organisation in den katholischen Gebenden beweisen es. Leider haben mir aber die Be- nbaditung machen müssen, daß die in solchen Gegenden Neugewonnenen sehr leicht ein Opfer des Radikalismus werben, der Fanatismus der Kirche wirkt nach, ober baft sie sitz von Mundradikalen mißbrauchen lassen. Beim ersten Fehlschlag kehren sie dann gern wieder tn ben Stzoß ber christlichen Harmonieverbände zurück. Die Bischofsbeschlüsse besitzen aber nicht mehr die Kraft, bte ihnen früher innewohnte."
Katholische Arbeiter und Arbeiterinnen von Fulda und Umgebung! Ihr wißt, was die Entscheidung der Bischöfe für Euch zu bedeuten hat und braucht dazu nicht die Belehrungen von Leuten, die wohl nie über religiöse Fragen ernstlich nachgedacht, nie eine tiefergehende religiöse Schulung erfahren haben. Zeigt offen, daß Euch mehr an der Kirche und Euren Bischöfen gelegen ist. als an den von Radikalen und Kommunisten durchsetzten sozialistischen Gewerkschaften.
bcsch-eiblicher Freude lag, während die zittirnden Finger mein Haar streichelten.
Wie im Traum schweiften meine Blicke durch das kleine Zimmer mit seinem Sarrinfeucr unb den vielen vertrauten ©egenftänben. Ich konnte es noch immer nicht fassen, daß ich wieder zu Hause war. Vor oier Tagen hatte meine Mutter die Botschaft empfangen, daß ich noch lebe, sie hatte nicht mehr an ein Wiederseyen geglaubt
Dann begann ich mtt der Erzählung meiner Erleb nisse. Beunruhigt lauschte meine Mutter; es schien, als ob sie mit dem Instinkt mütterlicher Eife sucht mein Geheimnis halb erriete. Ms Helga Nielfens Name fid, verdopelte sich ihre Aufmerksamkeit. Mit bewegten War- ten schilderte ich ihr Helgas kindliche Liebe und Angst, ihren heißen Schmerz beim Tode des Vaters unb ’bre echte Frömmigkeit Meine Liebe und mein Stelz mach- ten mich beredt: Tränen des Mitteids standen in den Au"en meiner Mutter.
Weshalb hast du sie nicht mitgebracht, Huah? fragte sie. Sie ist eine gute Tochter; deshalb will ich sie lieb haben.
Ich küßte mein altes Mütterlein.
Unb bu wirst sie noch fieber cemmnen, wenn du fit erst bnnen lernst. D'vn sie 'osi mein W'ib werden, Mutter. Willst du die Derlasiene an dein nehmen?
Mrine Mittler zögerte, in ernstes Nachdenken versunken.
Ihr seid beide noch schr jung, Hugh, und beide arffl.
Sie streickelte w->>"e Hand, und ihr Blick wanderte zu meines Vaters Bild.
In demselben Augenblick klang der Türttopser unter Mr. Trembaths energischer Hand.
Ich stürzte hinaus, um zu ö'fnen. und führte H'lg» ine Wohnzimmer. Sie sah blaß und ängstlich, dcch un
sagbar lieblich aus.
Der schnelle forschende Blick meiner Mutter wich einem warmen, herzlichen Lächeln. Sie ging Helga entgegen füf-te sie mit ben Worten- Winfommen in un!e. rem Heim! auf beide Wangen und zon sie neben sich ~ sie mich dann an ihre andere Seite
,v tz.
Sonnt«» 20. S«nn«r 1924
Vikariaten erhoben: Sibirien, .ötrofcl’ma (?tafon\ Neu Guinea Mz-anienfl Mojunoa, Rob"t, Nieder Volta rflfrifaX ^aw en wurde das opoftolucbe Vikariat der Marstzall-Jnfein aufneboben und fein Gebiet zu den Marianen und Caralinen reff lagen. Neue ovoitoliscke Präfekturen wurden sieben errichtet1 siand, Cooks Inseln un'> Monid ki in ©-eanien; Buca, Gauesen. t'hdenbah. Aegnatoria -Nil, Swazil^n1- in Afri'a
griff ich nach Helgas Hand. In der klaren Morgenliist zeichneten sich die von den hem'nflutend-n Wellen um- spülten „Zwillinge" und b*r Deadl"w-Fessen scharf nrn dem Hellen Hintergründe ab. Weiße Möwen schw bten über dem Hafendamm. Der W'tterhahn auf dem hohen
Kellcza.
Seeroman von Clark Ruffel.
43' i -a luß.)
Die SSrtie hielt und das Boot hatte eine Fahrt, als wenn es am Schlepptau eines Dampfers hinge.
Die Glut im Westen verblaßte; in silbernen Schleiern stieg die Nacht herauf und die Mondsttahlen zauberten aus unserem kleinen Fahrzeug ein Gebilde aus geschnitztem Elfenbein.
Wir zündeten eine Laterne zur Beleuchtung des Korn. Passes an, suchten uns aus unseren Vorräten ein Abendessen zusammen und plauderten in abgerissenen Sätzen über die Vorgänge des Tages.
Zuwellen glaubten unsere müden Augen in, der Ferne ein Lichi flimmern zu sehen, doch immer erwies es sich als eine Täuschung unserer überreizten R-ewen.
Gegen fünf Uhr morgens erwachte ich aus einem leichten Halbschlummer durch ben Ruf Abrahams:
Schiss in Sicht!
Ah — hinter uns tauchten die roten, grünen und weißen Positionslichter eines Dampfers auf, der an. scheinend direkt in unserem Kielwasser fuhr. Deutl ch hörte man durch die stille Luft das Arbeiten der Ma- jchine.
Schwing die Laterne, Jakob! schrie Abraham, ober sie fahren uns über; und wenn ich bis drei zähle, müssen wir alle zusammen schreien: Schiss ahoi!
Mehrere Male stießen wir mtt voller Lungenkraft diesen Ruf aus, wonach plötzlich bas grüne Licht verschwand.
Sie sehen uns! Sie sehen uns!
Die Maschine stoppte ab, eine große, dunkle Masse näherte sich uns, und eine Helle Stimme rief:
Boot ahoi! Was gibks?
Wir treiben! antwortete Abraham. Werft ein Tau herüber unb nehmt uns auf!
Fünf Minuten später lag das Boot mit ab-eiafelten Segeln neben dem Dampfer; wir vier waren mit un» feren wenigen Sachen sicher an Bord, die Maschine stampfte, das Wasser am Bug rauschte auf, und der Kapitän erkundigte sich teilnehmend nach unseren Erleb- nissen.
Heim.
Am Morgen des 18. November, eirrm Samstag, hielt der Dampfer „Mosqutto" auf der Fahri von der west- afrikanischen Küste nach London im Hafen von Fal- .tftouti), um Helga und mich an Land zu setzen. Wir
I-ncia und Gan Ebtiftobal; 2 m Mexiko: Suezutla und Povantla. 2 m Brasilien: BarroS do Biradh und Campos; । Sibirien: Wl-di vostok; 2 in Indien: Gahcut unb rulicorin; 3 in Malabar: die ebemalt en avostotflcken Bttariate' Cdanaanackerry, Koitayarn unb die neu er. .tebtete Dtözefe Triedur. Eine neue avottolifcbe Dele- atinn wurde für Südafrika in Capetown errickte».
Sieben Mission? ebkte wurden z» oboriolifrtirn
hätten die englische Küste mehrere Tage früher erreichen können, aber der „Mosquito" bekam kurze ?eit, nachdem er uns ausgenommen hatte, Masckünendesekl, der in Funchal erst ausgebessert werden mußte.
Jetzt lagen die beiden kühnen Dar'p finge der Küste von Falmouth vor uns, unb eine Perle lan^schast! cher Schönheit, nicht nur En-flands, sondern ber ganzen Welt, zeigte sich unseren Blicken. Der Schnee auf den im Vordergründe liegenden Höhen flimmerte, vem Strahl bar Novembersonne getrosten, in unbefl ckter Rrinhe t, und dahinter hob sich Hügel an Hügel in ben binnen Himmel.
Wir dankten dem Kapitän herzlich für feine Freundlichkeit unb sagten dann Abraham und Jakob Lebewohl. Ich gab ihnen bte Hälfte von dem Gelbe, das ich in der Kabine des Steuermanns gefunden hatte, und bat sie um ihre Adressen. Dann fchüttelten mir uns wieder und wieder die Hände.
Gott ferne euch beide! stieß ich mit holbrrfticklsr Stimme hervor; b:nn Rüh ung schnürte mir bte K hie zu, als ich beim Abschied m die beiden ehrlichen Gesichter sah. Ich habe sie niemals wiebergesehen, doch hoffe ich von ganzem Herzen, baß es ben wackeren Dealer Teerjacken gut geht.
Ich beschloß, ben Sonntag über noch in Falmouth zu bleiben, um einen Brief von Mr. Trembath abzuwarten, den ich sofort von meiner Ankunft benachrichtigt hatte, damit er meine Mutter auf bas Wieders hen mit mir vorbereiten sollte, da ich fürchtete, tote unerwartete Freude könnte ihr schaden.
Helga unb ich verlebten einen ruhigen, glücklichen lag, beseligt durch bas Bewußtsein unserer tiefen gegen» festigen Liebe. Stolz war ich auf meine Braut, deren heldenmütiges Benehmen in den Stunden ber Gefahr ihr nichts von ihrer süßen, mädchenhaften Anmut geraubt hatte.
Nach ber ermübenben Gleickssörmtekeit ber Seetehrt unb ihrem aufreibenben Ausspähen über die weite Wasserfläche bereitete uns die abwechslungsreiche Schönheit der Landschaft auf unseren Spaziergängen doppelten Genuß.
Um unter Glück vollkommen zu machen, brachte die Post am Montag-Morgen einen Bries von Mr. Tr-m- bath. Meine Mutter war wohlauf und wartete mit Schmerzen auf mich. Eine Stunde darauf saßen mir im Zug nach Tintrenale und suckten nach unserer Ankunft zunächst Mr. Trembath auf.
211; wir um die Ecke des Hü^elwegs bogen, sahen wir die ganze Bucht unter uns liegen., Unwilflürlich