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M 14-

Donnerstag. 17. Januar 1924.

Am-aer Leitung

Druck der Fuldaer Aetieudracker ei tu Fulda

».Kampf gegen Rom".

Der »Bayerische Kurier" weist mit ern­stem Nachdruck darauf hin, daß wir m.eoertm Offenen Kulturkampf stecken". Unsere Feinde seien nicht de gmuöigen Protestanten; der Kulturkampf gehe oielmchr von den rein völkischen" Ver- baniten aus. Das Blatt sagt:

Der Kampf derVölkischen" geht scheinbar ge­gen die Jesuiten, tatsächlich aber gegen die katholische Kirche. Der Jesuitenochen ist ein von der Kirche approbierter und feierlich gebilligter Orden. Es ist eine lächerliche Dummheit, zwischen dem Ganzen und einem Teil« zu unterscheiden in der Art, wie es hier geschieht. Ebenso lächerlich ist der Unterschied zwischenreligiösem" undpo.iti- schsm" Katholizismus, der bei diesen Feinden der Kirche wieder Mode wird. In allen Zeiten des Kampfes gegen die Kirche hat man diese Unterschei­dung vorgeschützt. Schon die Tatsache, daß man jetzt von verschiedener Seite wieder auf diesen aufmerrsam macht, müßte uns Katholiken stutzig machen. Wir Kacholiken wissen ganz genau, wie weit der Papst unser Oberhaupt ist: das brauchen uns die Feinde der Kirche, dl« von katholischem We­sen kaum eine Ahnung haben, nicht erst zu sagen. Daß unsere Politiker zwischen demHeiligen Vater" und derrömifthen Kurie" zu unterscheiden wissen, haben sie gelegentlich der Septenatsfrage demlich gezeigt. Damals wünschten die Vorläufer der Deutsch-völkischen", daß die deutschen Katholiken römischer" gesinnt seien.Römisch" ist nämlich kein klar bestimmter Begriff in jenem Lager. Man braucht das Won, wie es einem gerade paßt. Heule aber iströmisch" undjesuitisch" alles das, was bei den Kacho.iken den fanatischen Anschauungen der echtVölkischen" nicht entspricht. Das Urteil der letzteren ist natürlich einzig maßgebend, und sie be­trachten sich als mindestens ebenso unfehlbar in po- ktischen Dingen, wie es der Papst in theologischen und moralischen Entscheidungen für die Kirche ist.

Man will uns den echt germanischen Geist beibringsn, und im selben Atemzuge empfiehU man den deutschen Kacholiken das Vorbild der französi­schen. Wir schien «uch Chauvinisten werden, wie es viele der letzteren leider sind. Man legt es uns also nahe,welschen" Geist anzunehmen. Ist das germanischesFreiheitsbewußtsein", das man fv hoch preist? Wir deutschen Katholiken wissen selbst, was wir haben, und wir gehen deshalb nicht nach Frankreich, um es dort zu lernen. Dafür sind wir viel zu gut deutsch, und das lassen wir uns nicht nehmen, auch wenn Herr Traub uns in denEiser­nen Blättern" anders beraten will. Deutschsein heißt für uns: dieWahrheitlieben. Wir tun das, was wir in reiflicher Ueberlegung für das Richtige ansehen und was unser Gewissen uns vorschreiet. Wir glauben, daß der Chauvinismus mancher fran­zösischer Kathoüken ein Irrtum ist, für den sie noch einmal büßen werden. Wir g'auben, daß schließlich die Liebe eine größere Macht ist als der blinde Haß. Wir lieben unser Vaterland ftdjer so innig, wie es nur jemand tun kann, und sind be­reit, für dasselbe die größten Ovfer zu bringen. Mir greifen auch wieder zu den Waffen, wenn es die Not des Vaterlandes fordert, und werden an Tapferkeit keinem nachstehen. Aber schließlich sind wir über- zeugt, daß nicht derKampf ums Dasein", nicht der tierische Haß die Völker beherrschen soll, sondern die Liebe, die Christus uns gebracht hat. Das glauben wir, auch wenn wir deshalb von denBöikisthen" alsjesuitisch" undrömisch" verschrien werden, auch wenn uns diese die Liebe zum Daterlande noch so sehr zu verekeln suchen."

Diese Aussühmmgen treffen das Richtige. Die hier besprochenen Tatsachen und Beobachtungen soll­ten für alle dei'stchen Katholiken eine ernste Mah­nung zur Einigkeit sein.

von den Problemen der Reichsbahnen.

Auf die in einer Berliner Morgenzeitung er­schienene Nachricht über die Sanierung der Reichsbahn wird von zuständiger Seite mitge­teilt, die Vorbereitungen zur Umwand'ung der Reichsbahn in ein nach Privatwirtschaft- lichen Erundsähen arbeitendes Betriebsunterneh- men feien im Gange.

Voraussichtlich werde demnächst Näheresmitge» teilt werden. Unabhängig davon sei der Reichs-

Aetgcr.

Seeroman von Clark Süffel

4,1 ----------

Als ich mich der Tür näherte, die zu den Mann- lchaftsquartieren führte, trat Satter heraus; wahrschein­lich war er herbeigeholt worden.

Es gibt noch mehr Häfen an der südafrikanischen Küste, sagte ich ihm. Ich bin mit der Mosselbai gar nicht einverstanden. Wie verhalten sich eure Leute dazu?

Sie meiner Meinung fein.

Weshalb sollen wir ir.nn durchaus um Agulhas herumfahren? Wißt ihr nicht, daß in der Simonsbai Kriegsschiffe zu liegen pflegen, und daß wir leicht einem Kreuzer begegnen können?

Die Leute lauschten mit vorgestreckten Höllen.

Ich stimme nicht mit Mr. Tregarthen überein, mischt« sich nun Helga ins Gespräch. Er befürchtet starke Ost. winde und schwere See im südlichen Ozean, wäh. renb ich glaube, daß wir das Kap ohne Gefahr umsegeln können.

Sein, nein! rief Safier nun; kein Ostwind, schöne, glatte See!

Ich hkckte es für lächerlich, sechs ich in besehlshabe. rischem Ton. nach der Mosselbai zu segeln, wenn ihr für euren Morsch nach Kapstadt ebensogut diesseits der stürmischen Agulhas landen könnt.

Safiers Augen funkelten.

Abraham und sein Maat sind auf meiner Seite, fuhr ich fort, doch hat Fräulein Nielsen gegen die Mosselbai nichts einzuwenden. Wir sind also unentschieden. Hier sst die Karte von Südafrika. Ruft alle zusarnm n. 5dj will ihnen meine Jd-'en auf der Serie auseinander, setzen. Wenn sie trotzdem auf der Mosselbai bestehen, so mag es dabei bleiben. Steht ein Tisch in eurm M"nn. fchastsraum, auf dem wir die Karte ausbre'ten können?

Sa, Harr, aber sagte Safier mit einem unge- missen Blick aus Helga.

Oh, dort komme ich schon hinunter, meinte sie, ich bin ein ebenso guter Seemann wie ihr und ans Klettern gewöhnt.

Alle ge,lb und braun schattierten G sihte' starrten auf Helga.' wie sie nun leicht und anmutig auf den als

verkehlsmimster aber sofort daran gegangen, die innere Wirsschaft dss Unternehmens solltest als mög­lich zu konsolidieren uns der gegenwärtigen finan- gteUen Lage anzupafjen. Man turnte schon jetzt Den Erfolg der Sparmaßnahmen überblicken. Die auf den ordentlichen Haushalr entfallenden Aus­gaben einfch.ieß.ich des Schuldendienstes würden vom 1. Januar an durch die Einnahmen aus Den Personen- und Gütertarifen o o t 1 g e d e ck t. Die Ermäßigung der Gütertarife um 8 v. H. erfolge m Der Hoffnung, daß der h.erin liegende Anreiz für die Belegung des Verkehrs die Einnahmen im ganzen günstig beeinflussen werde. Trotz der Ba.ancisrung der Betriebsrechnung sei noch keine Deckung der für die Ruhr- und Rheinlandbahnen immer noch anfallenden laufenden Ausgaben geschossen. Für die großen Lauten würden jetzt Mittel aus bis­her Mr Verfügung stehenden Krediten verwandt, dis die Reichsbahn sich weiter selbst zu beschaffen habe. Man müsse berücksichtigen, daß der Reichs­bahn die Einnahmen aus dem besetzten Gebiet feh­len, daß ihr bis jetzt trotz der Abkommen mit oer Regie so gut wie gar keine Frachten aus dem Heber« gangsverkehr mit diesem Gebiet zuflössen und daß auch im übrigen Deutschland der infolge der Kon­solidierung der Währung und der Besserung der Wirsschaflslage zu erwartende Verkehrsairfschwung nur langsam ein trete.

*

Reichsverkehrsminister Oeser konferierte in München mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. d. Kniiling und den beteiligten Fachministern über die nächste Zukunft Der Reichseisenbahnen und die Regelung der Verkehrskompetenzen, Die Besprechung hatte vorbereitenden Charakter, le- stimmte Abmachungen wurden nicht geirossen. Auch in Stuttgart hatte der Minister Besprechungen mit Der Landesregierung.

Der Lrfifher ües Telephons.

Znm S0. Todestage von Philipp Heb.

Die schöne Barbarossastadt Gelnhausen hat auch den Suhrn, der Welt den Erfinder des Telephons ge­schenkt zu haben. Hier wurde Philipp Reis am 7. Amu r 1834 geboren. Aus kleinen Verhältnissen hat er sich emporgearbeitet und fern Leben der Wissenschaft gew d- met Zunächst war er m einem Farbrngsschäst in Frankfurt a. M. tätig. In rastloser privater. Weiter­arbeit studierte er in seinen freien Stunden Mathematik und Saturroiffenf.haften. Bald konnte er dann die Ab­schlußprüfung an der Universität ablegen, durch die er eine Stelle als Oberlehrer am Garnierschen Institut zu Friedrichsdorf erhielt Am 14. Januar 1874 ist er einer schweren Lungenentzündung erlegen.

Seine 'geniale Erfindung machte Phllipp Reis im Jahre 1860. Welche Entwicklungen hat das Telephon in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit durchzemacht! Heute sind uns Gespräche über größte Strecken selbstoer- stündlich. Wie einfach und primitiv ist dagegen des Seis'sche Apparat!

In einem Kasten aus dünnen Zigarrenkistenbretichen wurde gegen eine Membrane aus Cdjroeinsbünrb'rm gesprochen. Die Erschütterungen der Membrane öffneten und schlossen den Strom einer galvanischen Sattere in rascher Folge. An der Empfangsstelle wurde der Strom durch den Eisenkern einer Draht "pule geleitet; hindurch wi"-de der Kern in tön-nde Schwingun en versetzt, deren Höhe von der Schnelligkeit der Stromschließungen ab­hängig war.

Die Erfindung von Scis wurde bann von dem Ame­rikaner Bell, der die Entdeckung des Deutschen nur etwas verbesserte, der Welt bekannt. In Deutschland hat man die Verdienste non Seis früh erkannt und ge­würdigt. S-ine fiehnatftrbt bat ihrem großen S hn ein Denkmal errichtet und bei d r Wiederkehr seines 50. Todestages lebt die Erinnerung an den Erfinder in der wissenschaftlichen Welt neu auf.

Aus dem Nachbarnediet.

----- Gersfeld. Der hiesige Turnverein beschloß, den Bau euer T u r n b a l l e baldigst in Angrm zu nehmen. Herr v. ?KaiM,atkn hol sich bereit erklärt, das gesamte Bauholz unentgeltlich zu tiefem. Man hofft, daß der Bau schon zum Herbst unter Dach und Fach sein kann.

--- Erosikrotzenburg lKr Hmrauh. Zum ersten Male trat am Sonntag den 15. Januar der hiesige kathol.

Stufen dienenden, vorspringenden H-ll'klöhchen in den Schiffsraum hinabkletterte. Ich kam unmittelbar hinter ihr, und bann folgte einer n"ch dem anderen, bis der Raum, den eine qualmende Tranlampe nur natdürstig erhellte, und Der außer ein paar Hängematten und etwas Oelzeug nichts Bemerkenswertes enthielt, gedrängt voll abenteuerlicher Gestalten war.

Ich breitete jetzt die Karte auf dem Tnsch aus; und Schulter an Schulter beugten sich d'e Serie stirnrunzelnd darüber, während HÄga auf dem einen, Nakier auf den. anderen Ende die sich aufrollenden Ecken festhielten.

Ein seltsam phantastisches Bild, das sich für immer meinem Gedächtnis eingeprägt hat.

Seht her, begann ich me'ne Ansprache, berechnet euch, wieviel Zeit und wieviel M eilen Ws'es mir fpa-en lärm­ten, wenn wir nach Sankt Hll'nadai oter der S-l« danhabai gingen, statt nach der M-flselbai. .Pier in bet Sim-msbucht lieaen stets Kriegsschiffe. Stellt euch vor, ein Kreuzer erwischt uns, was bann?

Die wenigen, die mich üerftmben, sahen Na'im fra­gend an, und einer erkundigte sich nach der Entfernung von der Saldanhabri nach Kapstadt. Nakier entwertete heftig, worauf der Mann f-inen schmrte.teen Daumen auf die Stelle der Karte setzte, wo die Simonsbäi tag, und mit der Hand an feinem Paffe die sehr bezeichnende Bewegung des Hängens machte.

Nakier schrie: Nein! Nein' dazwischen, während ter andere mich wieder: Wie weit? fragte.

Um es euch genau sagen zu können, muß ich zuerst einen Kompaß holen; in ein paar M'nutn b'n ich zurück.

Doch Helga rief mit gut g'fp'eltem Schreck:

Nein, lassen Sie mich hier nicht allein! Ich werde lieber gehen.

Während sie nach oben sti-g. redlle ich e'frg auf die Leute ein und zeigte, nun mdncrf'its die Ecke feftin ten\ auf be~ Kart» bierbm urb brr'hin, um di» Au'n»erks»mk»it von Hetea abzutenken. Und da ich zu benterten gfa-'bte daß meine Erwähnung her Kriegsschiffe Eindruck machte, sprach ich immer wieder baren.

Denn ich auch an der Ermordung bes Kapitäns urb bcs Steuermanns ganz unschuldig bin, so wäre es mir doch verflucht unangenehm, wenn ein englischer Marine­offizier und ein Dutzend M-mn an Bord kämen, sagte ich, mich in Hitze redend. Wie soll ich meine Unschuld

Jünglingsverein in die Oeffenilichkeit mit der Aufführung des fünfattlgen TheaterstückesD enan « t i u s". Man kann dem jungen Verein müufdben zu feiner weh!gelungenen Aufrührung. Out gewählt war das Stück voll jugendlichen hssdenhesten Glaubens, voll heiliger Treue gegen Gtet passend, den tapferen Großkrotzenburger Jünglingen Mut zu machen in ihrem harten Eristenzkampf. Dis einzelnen Rollen wurden recht gut wiedergegeben. Usderzeugt von dem. mc: sie sagten und spielten, wurden die tapferen Spieler den Zuhörern, besonders den jugendlichen, zu ernsten Mah­nern, treu zu bleiben dem heiligen Glauben, zu b t-.bren das reine Herz katholisch zu heißen und zu fein! An- ertennung und Dank gebührt dem Leiter der Veranstal- timg, Herrn Lehrer Schwarz, der als Vorsitzender des Vereins unerschrocken, ein Herz voll Liebe für die Jugend, in nachahmenswerter Weise dem Iünglingsverein feine Kraft leiht tatkräftig unterstützt auch von einem zweiten Junglehrer, Herrn Hain, aus Großkrotzenburg! Möge dieser shöne Erfolg der Auftakt gewesen fein zum lebendigen Aufblühen des iungen Vereins. Noch viele (Eltern sollen erkennenMein Sohn gehört d-rthin". Darum kommt tapfere Jünglinge in unfern Verein. Euch zum zeillichen und ewigen Heil!"

Kus Gberheffen und den hessischen Aemtern.

Kirchhainer Kreistag.

(Sonderbericht der Fuldaer Zeitung.)

Zu der am 14. Januar 1924 anberaun.ten Kreis­tagssitzung in Kirchhain waren 16 Mitglieder erschie­nen. Herr Landrat von Gilsa leitete die De. Hand­lungen und widmete dem verstoebenen Kreistagsmitglied Kreisfe-.etär Nelle ehren.e Worte les Dankes für sehr verdienstvolles Wirken im Steife Kirchhain. Der Kreis­tag ehrte das Andenken des Entschlafenen durch Erheben von den Sitzen. An die alebigte Stelle tritt Herr Eisenbahnbetriebsassistent Heinrich Bohlende r-Äirch- hain.

Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete der N a ck>- tragsvora nschlag für 192 3 und Vertei­lung der Kreis steuern nach Maßgabe der neuen Grunovermögenssteuer und des Gewervejteue.falls iür 1923 auf die Gemeinden. Der Na.hteagsv.-rr.nschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 43 500 Mk. Aufzubringen sind 40 760 Mk. Zushläge zur Giundver- mögensftcU'.T und 4510 Mk. der Gewerb steuer; das ent­spricht 40 P.ez. der ftaatl. Abgabe von Nov. 23 bis März 24 und % v. Hundert des Solls an Gewerbe­steuer für 1923 (Papiermark,oll). Er wurde angenom­men.

Aus den Mitteln des Wohlfahrtsamts sollen 2000 Mark für den Ausbau des Weges KirchhainEmsdorf verwandt werden, um der großen Zahl von Erwerbs- lesen Arbeit zu verschaffen.

Für den Wegebau für 1924 wurden 5700 Mk. in Aussicht genommen. Es sollen zu Borausbelastungen her. angezogen werden solche Betriebe, die die Lan.straßen mehr als gewöhnlich in Anspruch nehmen.

Die Hundesteuer wurde auf 10 Mk. für den 1. Hund, 50 Mk. für den 2. Hund, für jeden weiteren Hund 100 Mk. in Goldmark festgesetzt. Der Ertrag soll zwischen dem Kreis uno den Gemeinden je zur Hallte geteilt werden. Im übrigen bleiben dis früheren Ermäßi­gungen prozentual in Sooft

Das Sreisarbeitsamt Marburg hat die Angliede­rung des Kieisarfteitsnachweises Kirchhain verlangt. Der Krcisausfchuß hat sich stets dagegen verwahrt. Der Oberpräsident hat im Oktober die Verlegung nach Mar­burg ausgesprochen. Der Kreistag spricht sich entschieden gegen Die Zusammenlegung aus. Der Kreisarbeits- Nachweis soll in Kirchhain verbleiben, weil dadurch itc Arle.ter am schnellsten und individuellsten bedient wer­den, Kosten erspart und ein Eingriff in die Selbständig­keit bes Kreises vermieden wird, zumal dos Arbeitsnach­weisgesetz die Errichtung eines Arbeitsamtes für jeden Kreis als Regel betrachtet Eine entsprechende Reolu- tion, in der der Herr Oberpräsident gebeten wird, seine Anordnung zurückzunehmen und das Arbeitsamt wie.er nach Kirchhain zu verlegen, wurde einstimmig ange- nomrnen.

Die Grunderwerbssteuer soll vom 1. November ab durch den Kreis erhoben werden und zwar ein Zu- schlag von 4 Prozcnt.

Ais Schiedsmannftelloertreter für die Gemeinde Dol- ferobe und für Wohra wurden die alten Mitglieder wie­dergewählt

Gegenüber den Strömungen, den Kreis Kirchhain mit Nachborkreisen zu vereinigen, sprach sich der Kreistag mit Entschiedenheit dahin aus, mit allen Mitteln die Selbständigkeit des Kresses Kirchham aufrechtzuerhalten.

Technik und Verkehr.

* Die Arldiigdahn eingestellt. Infolge riest er Tchner verwey an ge<> t|t sei Vorkehr auf der Ail- bet, bnan cm. eiiefit woidrn. t'erianeocne Dörfer in oer Rage von tienf pno durch den Schnee von der W tl aoge|\ijiiitt n.

beweisen? Ihr, Nakier, werdet doch nicht vortreten und erzählen, daß mir drei Engländer unb d.e Dame gar nicht- mit dem Verbrechen zu tun haben! do.merte rch, mit der Faust auf den Tisch schlagend. Ist daher diese Seite der Küste nicht viel sicherer und außerdem viel näher?

Wieviel näher? erkundigte sich wieder der Mann, der schon einmal gefragt hatte.

Hier, winkte ich thn heran, haltet die Ecke der Karte. Fräulein Nielsen scheint den Instrumentenkasten nicht finden zu können. Ich muß Mr. Brse rufen.

Nun kam die Entscheidung!

In der Tür drehte ich mich um und schrie Nakier trotztg und herausfordernd zur

Macht euren ö.uten klar, daß ihnen bereits der Strick am Halse sitzt, wenn wir ein Kriegsschiff ttcf.en!

Mit zwei Sp.ringen erreichte ich bas Deck, und irr der. nächsten Sekunde schlug ich mit den beiden B.ot.leuren den Riegel an der Falltür krachend vor.

Ein schlauer Trick.

Mein Herz klopfte, als wolle es zerspringen. D.e zum Ze. reißen angespannte» Nerven rebellie.ten ich war einer Ohnmacht nahe ...

Dicht an der Falltür standen die beiden Bootsleute mit schweren Stangen, bered, jeden etwa h.nt.r mir aus- tauchenden Schädel einzuschlagen.

Ich hätte nicht gedacht, daß die schlauen, pfiffigen Burschen in die Falle gehen würden! schrie Ao.ah m, dessen Gesicht vor triumphierendem Grinsen förmlich strahlte. Das war bas schönste Theater meines Lebens!

Unten rührte sich nichts; kein Schreien oder Klopfen wu-de hörbar. Ergaben sie sich cis wahre Muselmänner stillschweigend in ihr Schicksal? Die Tür war von un­gewöhnlicher Dicke und mit eisernen Angeln unb Dor­legeschlössern so gut versichert, daß sie hier mcht aus- brechen konnten; auch mußte ein Dessuch, durch die Schiffsladung nach oben zu bringen, auf unüberwindliche Schwierigkeiten stören. Trotz allem, »'s v r eganjen. fühlte ich für die (Befangenen ein gewisses M.tleid unb wollte ihnen wenigstens die Versicherung geben, daß wir sie nicht Hungers sterben lassen würden. Ich ging daher ju dem Lujtichacht, der gerade unter dem S.anüeaei

hau?, hos und ©arten.

Das Düngen Der Obstbäame

wird sehr oft falsch vorgenommen. Ein paar Eimer Jauche an den Stamm gegossen, soll die entnommene Nahrung ergänzen. Der Betresser.de wund.rt sich bann, wenn der Erfolg ausbleibt, und schiebt es auf die schlech­ten Bäume. In erster Linie sind es die seinen Saug- wurzeln, die die Nahrung aufnehmen und dem SBaum. zuführen. Deshalb soll sie ihnen zugeführt werden. Ganz falsch ist z. B, wenn man bei älteren Bäumen mit umfangreicherem Wurzelwerk den Dünger direkt um den Stamm bringt. Er wird dort eher Schoden als Nutzen anrichten. Man muß dort düngen, wo man die Saugwurzeln vermutet. Die Annahme, daß die Wur- zeloerbreitung ungefähr der fBaunterone entspricht, ist irrig. In gutem Boden werden die Wurzeln kaum so weit gehen, in schlechtem sich aber dafür noch viel weiter verzweigen. Man grabe also dort, wo man die Saug« wurzeln vermuret, denn für das übrige wird der Baum schon selbst sorgen.

Am einfachsten ist es, einen Graben rund um den Baumauezuwersen, und ihn mit Dünger unb Jauche zu füllen. Man kann aber auch kleine Gruben graben usw. So ganz genau kommt es nicht darauf an, wenn nur die Nahrung ungefähr an der richtigen Stelle dem Boden zugebracht wird. Im Frühjahr wirft man den Graben wieder zu, ebnet usw. In Zwischenräumen von 23 Jahren wird man es in gleicher Weise wieder­holen, nur mit dem Unterlchicd, daß die Ringe dezw. Gruben in immer größter Entfernung vom Baum an­gelegt werden. Besonders im Grasland ist eine der­artige Düngung äußerst nötig, da Düngt, der oben aufgebracht wird, zum größten Teil dem Gras zugute kommt. Im offenen Lande wird man mehr die aanzs Fläche düngen und so den Boden gleichmäßig verbessern.

Obsibäume,

die der Bodenfeuchtigkeit wegen auf Hügel gepflanzt wur­den, sind durch Verankerung besser gestützt als durch einen Pfahl, dasselbe gilt auch von Stämmen mit ein« seifigem Wurzelstock. Diese Verankerung hält am besten, wenn man an dem Ende des Strickes ein Brettstück befestigt und dieses mindestens zwei Fuß tief eingräbt und Pflöcke davor schlägt.

Absenker

von Johannisbeeren, Stachelbeeren, sowie von Du fiten unb Haselnüssen werden auf folgende Weise im Früh­jahr vorbereitet: Ein vorjähriger, nicht zu hoch sitzen­der Zweig wird an der passenden Stelle gedreht und bann mit Haken fest in der Erde befestigt. Bis zum Herbst hat sich bann genügend Bewurzelung an der erbbebedten Stelle gebildet, so daß der Zweig vorn Stamm getrennt werden kann.

Die schönsten Begonie»

sind unbedingt die Knollenbegonien. Sie eignen sich be. sonders zur Bepflanzung von Slumenoeeten. Sie müs. sen im Herbst aus be: Erde herauszenommen werden, sobald die Blätter abgefroren sind. Sm April werde« sie in Töpfe mit leichter aber nahrhafter Erde «".ge­pflanzt und bis Mitt- Mai an einen warmen unb Hel­len Ort gestellt. Dann sind es hübsche Pflanzen, die an ihrem enbgüliigen Standort vom elften Tag ab einen hübschen Blumenschmuck geben, ob gefüllt ober einfach. Me den die Knollen mit den Jahren zu groß, so kann man sie teilen, natürlich müssen an jedem Knolltell Keim, spitzen verbleiben. D.e Schnittfläche ist mit Hclz.ohte- puloer einzureiben.

Die Lalkbckae

bei dem Geflügel rühren von einer Milbe her, die sh in den Läufen einnistet und zu ihrpm Schutz diese weiße» Gebilde ausscheibet. Die Kalkbeine werden beseitigt, in­dem man die gef lebet freien Stellen der Läuse mehrere Tage hintereinander mit Petroleum ober Karbo'ineu« tüchtig einreibt. Sobald die Borke entfernt ist, reinig man die Füße vorsichtig mit marmorn Wasser und reibt sie nun einige Male mit F tt unb Del ein. Unter die­sem luftdichten Ueberzug gehen die Milben zugrunde Diese Arbeit ist nach etwa vierz hn Tagen bis drei Wo- chen zu wiederholen. Damit auch etwaige Nachzügler gänzlich vernichtet werden. Der Stall ist außerdem gründlich zu reinigen, die Wände sind am besten mit Kalkmilch zu bespritzen oder zu bestreichen, ebenso die Sitzstangen.

Flcht.-nnadeln

sind eine gute und billige Steen für Geflügesställe. Ter Tcrpentinölgchalt reinigt die Lust und vertreibt auch bas Un'ejicfet aus den Stallungen. Es empfiehlt sich auch. Wände unb Sitzstangen mit Terpentinöl zu be- strcichcn.

aus den Deckplanken hervorragte, und rief, die Oefsnung als Sprach:ehr benutzend: He, ihr da unten!

Es dauerte geraume Zeit, ehe ich einen schwachen Laut als Antwort vernahm.

Wir werden euch genügend mit Nahrung und Wasser versorgen: frische Lust bekommt ihr durch diesen Schacht. Heraus könnt ihr nicht! Macht ihr auch nur den lei­sesten Versuch dazu, so lassen wir euch ohne Gnade und Barmherzigkeit verhungern und verdursten!

So! Nun mochte Nokter den anderen meine Worte übersetzen. Jakob mußte für alle Fälle an der Tür Wache halten.

Wie vorher vereinbart, wollten wir jetzt den Kurs nach den Kanarischen Inseln setzen, wo wir Hilfe zu finden hofften.

Helga stand noch immer am Steuer und streckte mir, als sie mich sah, beide Hände entgegen. Mein» durch ?fmft, Sorgen und Gefahren so lange. zurück edämmte Liebe flammte setzt mächtig empor. Ich um ing mein tapferes deines Lieb und bedeckte ihr errötendes Antlitz mit Küssen, während Abraham Die Speichen ergriff unb uns diskret seinen breiten Nückm zuk'hrte.

So hat cs kommen müssen, mein Schatz! flüsterte ich. Nun bist du mein! Mein durch die armeAnina" al9v deines Vaters Vermächtnis!

Dann lleß ich sie aus meinen Armen wir hatten keine Zeit, uns unseren Gefühlen hinzugebem Die Dark lief unter allen Segeln, und wir waren nur drei Mann zum Brassen. Helga studierte mit rosigen Wangen u-.d leuchtenden Au^en die Karte. Nach Kap tän Sui.tlngs Berechnungen befanden wir uns am 31. Dfi ober auf der Höhe von Madeira, waren aber durch bas s 1-Ied)te- Detter am 1 ute" 2. November südwärts abg-trteben,. und heute, am 3., einige hundert Mellen von den Kana.i chen Inseln entfernt. Da wir jetzt stündlich dar. auf gefaßt sein konnten, ein Sch ff auftauchen zu sehen, suchten wir die englische Flagge hervor und bzfeftigten sie an der Flagg nleine mit dem blauen Ende nadj' unten die umgekehrte Flo e bedeutete: In höchster Not!, damit sie im geeigneten Moment klar zum Hissen war.

lFvltsetzung folgt.)