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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.

51. Zahrg.

Donnersta, 17« Januar 1924

auswärts 0.80 Soldmark.

Nr. 14

Bei Mederbolmtaen Rabatt- Posrltbeckkon'o Rranffnrt a. M 4061.

An,eigen »Braiie. Äieimetle (Bolonei) iota. 0.16 So,Smart auswärts OLV Eoldmark: Reklame,etle lokal 0.60, Soldmart

Verantwortlich lüt bi« Schriitletlungi Dr. Jobannes Rramer. «ruriseni 3- Bot,eilet, Fulda. Rotationsdruck und «erlag der .: Fuldaer »ctlendruckerel tn Fulda. Fernlvrecher Nr- S- :t

Be«uarvrei»i Monat Januar S.SV Goldmark tret Sau«.

®Wigt MWMWM im «Mm $«rl«enl.

Dr. Schacht vor den Sachverständigen.

Die Gründung der deutschen Notenbank als Währuugssicherung.

Die Thronrede, mit der am Dienstag das englische Parlament eröffnet wurde, bedient sich glatter, nichtssagender Wendungen, um die innenpolitische Lage nicht zu erschweren. Die Kon­servativen und wohl auch weite Kreise der Libe­ralen werden wohl alles versuchen, um nicht der Arbeiterpartei die Regierungsgewall in die Hände zu geben. Wichtiger als die Thronrede, die nur eine Reihe von Problemen referierend namhaft macht, ist die Debatte über di« Thronrede, die so­fort im Unterhaus einsetzte.

Ramsay Macdonald.

der Führer der Arbeiterpartei, sagte:

Die Lage Europas gleiche dersenigen von 1912 mit rivalisierenden Armeen, einer rivalisierenden nationalisti­schen Politik und einer ungeheuren Ausgabe für destruktive Vorbereitungen. Nationen, die Alliierte -eien, bekämpften einander mit halb verhaltener Feind- Öligkeit. Der Einfluß Großbritanniens müsse wieder- hergestellt werden durch geschickte Handhabung einer Po- kitik in Voraussetzung und Beachtung der Empfindlichkeit anderer Völker, verbunden mit freundlicher, aber fester Betonung der Interessen Großbritanniens. Ein enro- päischer Ausblick sei erforderlich. Wenn dieser ge- sichert sei, dann zweifle er nicht an Europa, Groß­britannien habe keine entschlossene, bestimmte oder wirk- (ante Politik auf dem Kontinent. Es sei Seit, hierin Wandel zu schaffen. Dis Regierung habe das Der« trauen des Hauses und des Landes verloren. (Lebh. Beifall bei der Arbeiterpartei.)

Macdonald schilderte dann die beklagenswerte, durch die Not in Mitteleuropa herbeigeführte Lage, der unbe- dingt Einhalt geboten werden müsse. England sollte klar und deutlich erklären, daß es hier Einhalt tun wolle. Cs sollte bereit sein, feinen Anteil zu übernehmen, sich zu einer Politik zu bekennen und eine Maschinerie zu schaffen, die diese Lage wirksam beenden würde. Er legte dann dar, daß tüe Wahlen das Haus in einer rigenartigen Lage gelassen hatten. Keine Partei besitze die Mehrheit. Das Haus werde einer Lage wie noch nie vorher gegenüberstehen. Macdonald sagte: Wir müssen suchen eine gemeinsame Grundlage für ein ge­meinsames Abkommen zu finden bei voller Auf­rechterhaltung der Unabhängigkeit unserer Partei und tmferer Grundlätze. Was geschehen werde, liege im Schoße der Götter; aber wer auch immer die Regie­rung unter den gegenwärtigen Verhältnissen übernehme, habe Anspruch auf fair plan.

Lloyd George, her im Namen der liberalen Parlek sprach, er­klärte:

Er erhoffe, daß jede Regierung, die zu Macht ge­lange, den Einfluß sichern werde, worauf das britische Reich durch seine Macht und die von ihm gebrachten Opfer Anspruch habe.

Discount Grey

begrüßte die Ankündigung, daß die Revarattons- kommifsion zwei Ausschüsse zur Prüfung für Deutschlands Zahlungsfähigkeit eingesetzt habe.

Er fei indessen nicht in der Lage, eine optirnistrsche Auslassung bezüglich der emopäischen Frage zu geben. Europa bewege sich auf dem alten Wege fort, auf dem ss sich in den letzten Jahren befunden habe. Wenn es so werter gehe, würde man zu demselben beklagenswer­ten Ergebnis kommen. Die europäischen Nationen müß­ten dahin kommen, einen bestimmten Weg zu betreten, der Sicherheit geben solle. Er erblicke diesen ein- zigen Weg darin, daß lebe Nation die Völkerbund. , a tz u n g e n unterschreibe unter der Voraussetzung, daß eine jede ihre bewaffneten Streitkräfte nur durch denDöl- kerbund jur Geltung bringen werde. Bezüglich der in­neren Sage sei er ter Meinung, daß, wenn da. Drei- parteien-System bestehen bleiben solle, es angemessen wäre, eine Vereinbarung zu erreichen, derjufolqe der Staatssekretär Führer einer ober der beiden Parte en in, Vertrauen zöge, damit er in ber Lage fei zu er­frören, daß er bezüglich ber allgemeinen Richtlinien feiner Politik das Land hinter sich habe. Grey sagte, es könne kein dauernde, Arbeitsübereinkommen zwischen der liberalen und der Arbeiterpartei geben. Er sehe der Nebermacht der Regierung durch die Arbeiterpartei ohne Besorgnis entgegen. Die auswärtige Politik ber Ar- betterpartei habe dieselben Ziele wie die der liberalen Pari«.

Lord Curzon erwiderte, es sei richtig, daß der internationale Horizont außerordentlich bewölkt sei.

Die Regierung habe den Eindruck, daß der einzige Schlüssel für eine Lösung in der Aufrechterhal­tung der Entente liege. In den letzten Jahren habe die Regierung unermüdliche Anstrengungen in Lieser Richtung unternommen. Eurzon trat für volle Oeffenilichkeit in der Politik der Regierung ein und erklärte, je mehr davon bekannt sei, Mto mehr würde bekannt werden, rote konseauent diese Politik ge- wesen sei und wie wenig sie die Beschuld'armg der Un- entMosienheit und Unfähigkeit verdiene, die in so un­fairer Weise gegen sie erhoben werde.

Der Antrag der Arbeiterpartei, der zur Ant- wortodrefse auf die Thronrede eingeb-acht werden soll, stellt ein unmittelbares Mißtrau­ensvotum für die Regierung dar. Die fetztgm Debatten im englischen Unterhaus sind durch ihren Zusammenhang mit der Reparationsfrage für Deutschland von großer Bedeutung.

die Pfälzer ffir Deutschland.

Kundgebung vor dem Vertreter der engt Regierung.

An der Spitze der Bischof von Spener wurde eine alle Bevölkerunasschichten der Pfalz umfassende Deputation in Mannheim von dem englischen Generalkonsul Clives empfangen. Die Aussprache ergab ein erschütterndes Bild der Duden, die die Pfalz unter der Herrschaft der Separatisten ertragen muß und zeigte roieberujn deutlich, daß die Separatisten ihre Ge­waltherrschaft nur dank der Unterstützung Generals de Metz aufrechterhalten können. Besonders tiefen Eindruck machte die Erklärung eines Ar­

beiterführers, daß 99 Prozent der pfälzi­schen Bevölkerung den künstlich in das Land ge­tragenen Separatismus aufs schärfste v e r u r t e l- t e n und nie und nimmer unlautere Elemente, die sich die Regierungsgewalt angemaßt haben, als ihre Führer anerkennen würden.

Nach Beendigung der Aussprache erhoben sich die Bersammelten zum Zeichen einmütiger Zu­stimmung von ihren Sitzen, um in einer Kund­gebungim Namen der Menschenrechte und des Selbstbestimmungsrechtes von 800 000 treudeutschen Pfälzern den Vertreter der britischen Nation zu bitten, bei seiner Regierung dahin zu wirken, daß die PfalzvondemTerrorder Sepa ratiften und von Versklavung befreit werde". _______________

Der §achverstan-!gen°Kurschuh.

Geheimhaltung der Deratungcn. Dr. Schacht fotl Bericht erstatten.

Der erste Sachverständigmausschuß beschloß, wie aus Paris gemeldet wird, die Protokolle feiner Verhandlungen geheim zu holten und sämtliche Llusschußmirglieder darauf zu verpflichten, der Presse keine Interviews und Mitteilungen zu geben.

Ferner hat der Ausschuß den Beschluß gefaßt, den Reichsbankpräsidenten und Währungskoimnissar Dr. Schacht aufzufordern, einer der nächsten Sitzungen begunrohnen, um Auskunft über ver­schiedene auf die Währungsfrage bezüglichen Fra­gen zu erteilen, die, wie das Kommunique besagt, nmh der Aufklärung bedürfen. ___

Vie fragen an Dr. Schacht.

wtb Paris, 16. Jan. (lef.) Rach dem »Rew- Zork Herold" beabsichtigt der Sachverfkändigenavs- schuß den Reichsbankpräfidenken Dr. Schacht, über den auswärtigen Devlfenbesiand der Reichsbank zu befragen im Hinblick auf die Gründung einer neuen Notenbank, die völlig unabhängig von der Regierung bestehen soll. Diese Gründung fei vorgeschlageu worden als erster Schritt zur StabiNsierung der deutschen Wahrung und der Vorschlag werde wahrscheinlich mit Dr. Schacht erörtert werden.

Bei Bekanntwerden der an den Reichsbankpräsi­denten gerichteten Aufforderung nach Paris zn kommen, habe einer der finanziellen Vertreter Deutschlands in Paris einem Berichterstatter des Blattes erklärt, er vertraue darauf, daß Dr. Schacht ohne weiteres bereit fei, in Vertretung des Staats­sekretärs a. D. Bergmann und mehrerer Sachver­ständigen nach Paris zu kommen. Deutschland halte alle Informationen für den Sachverständigen, ausschutz bereit und warte nur auf eine Anforde­rung, um sie der Reparationskommifston oder irgend einem Unterausschuß zu übergeben. Er beabsichtige nichts zu verhehlen, sondern alle» Erdenkliche zu tun, um die auswärtigen Schwierigkeiten einer er- folgreichen Lösung entgegenzuführen.

Vie Anhänger der Gewalt.

Komplott gegen den Ches der Heereslellung?

Der httlerprozeß.

Die Berliner Morgenblätter berichten, daß am Dienstag vormittag in dem Berliner CafeJosty am Potsdamer Platz ein früherer Offizier durch die politische Abteilung des Polizeipräsidiums verhaftet wurde, der unter dem Verdacht steht, ein Attentat gegen den Chef der Heeresleitung und Inhaber der Vollzugsgewalt, General von S e e ck t, geplant zu haben. Der Verhaftete soll mehrere Spießgesellen haben, die alle angeblich denselben rechtsradikalen Kreisen angehören, wie die Mörder Erzbergers und Rathenaus. Gegen den Verhafteten ist bereits die gerichtliche Vor­untersuchung eröffnet worden. Die Blätter betonen zu dieser Meldung, daß fid) er ft noch Abschluß der Ermittlungen beurteilen lassen werde, ob es sich bei dieser Verhaftung um ein ernstes Komplott gehandelt habe.

Oberleutnant K r i e b e I, der militärische Lei­ter des Hitlerputsches, der feit dem 9. November flüchtig ist, wird sich lautDost. Ztg." am Mitt­woch vormittag der Staatsanwaltschaft beim Bolksgericht in München stellen- Er soll sich dazu entschlossen hoben, damit die Verhandlung gegen die Hauptteilnehmer des Umwälznnasver- suckes ein geschlosseneres Bild der Vor­geschichte der Ereignifle des 8. November gebe.

Kcbln ttsÄrife in §nnlan-.

wtb helsingfors, 16. Jan. (Tel.). Infolge von Tkleinnnasverfchledsnheilen zwischen der Regie- flientng und dem Präsidenten der Republik in der Frage der Auflösung des Reichstages, der sich die Regierung widersetzt, hat die Regierung ihr - Rücktrittsgesuch eingereicht. Der frühere Ministerpräsident Kalander wird mit der Bildung ' eines inlerÜtmstischen Beamlenkab metts beauftragt , werden.

Die Hot des Franken.

Sleucrerhshung und Becmfenabbau auch iu Frankreich.

wtb Paris, 16. Jan. (Tel.) Die von der Regierung angekündigten gesetzlichen Maßnahmen zur Abdämmung des weiteren Fran­ken sturzes werden heute nachmittag endgültig bestimmt werden. Die Kammer dürfte fedenfalls schon morgen ihre sofortige Verweisung an den Finanzausschuß beschließen und dieser wird als- dann sowohl den Ministerpräsidenten als auch den Finanzminister über die Wirksamkeit der vorge- schlagenen Maßnahmen anhören. Die Anträge werden zweifelsohne anfangs kommender Woche im Plenum der Sammer verhandelt werden. Rach dem .Oeuvre" will man durch Steuererhe­bung eine MehreinnMrne von 4700 Millionen Franken erzielen und durch Sparmaßnah­men eine Einschränkung der Beamten und Pen- (tonen um 1500 Millionen Franken. ......

MMt uni) WM Sonteteoim

Reichswehrminister Dr. Setzler in Dresden.

Wie man aus Dresden meldet, stattete Reichs­wehrminister Dr. Gehler dem sächsischen Mini­sterpräsidenten H e l d t einen Besuch ab. Der sächsische Ministerpräsident erklärte, daß die Stellung seiner Partei in der Koalition und damit die große Koalition in Sachsen selbst eine wesentliche Stütze erfahren roerbe, wenn der militärische Aus­nahmezustand aufgehoben werde. Der Reichs­wehrminister verzichtete darauf, daß der militärischs Ausnahmezustand derart gemildert würde, daß von einem Eingreifen der Reichswehr in die Ver­waltung des Freistaates Sachsen keine Rede mehr sein könnte. * . y. .

LautVoss. Zeitung- wurde auf der Tagung der demokratischen Reichstagsfraktion m Dresden u. a. die Notwendigkeit einer H e r a b f e tz u n g der Eisenbahnfrachten ausführlich besprochen. Es wurde eine Kommission ernannt, die namens der Fraktion mit dem Reichsverkehrsminsster Oeser hier­über verhandeln soll. Ferner wurde die Frage des füchfifchen Ausnahmezustandes behandelt, wobei Reichswehrminister Dr. Geßler wiederholt m die Debatte eingriff. Hierauf wurde der Parteitag geschlossen. . . _

Deutscher Reich.

* Das durch die Russen zerstörte Ostpreußen wurde schon 1915 wieder aufzuoauen angefangen. Durch alle Not des Krieges, der Siaatsumwälmng und der Fo.gezeit ist der Wiederaufbau unablässig forigesührt worden. Etwa 60 000 beschädigte Ge­bäude smd instandgesetzr und 40 000 zerstörte Ge­bäude sind in etwa 33 000 neuen Gebäuden wieder erstanden. Davon sind 20 000 noch während des Krieges erbaut worden, namentlich auf dem Lande, während der Rest mit 13 000 Bauten auf die Nach­kriegszeit entfällt. An Wert stehen aber diese 13 000 Gebäude den ersten 20 000 gleich. In feiner Gesamtheit bedeutet der Wiederaufbau einen be­trächtlichen Fortschritt gegenüber dem früheren Zustande und einen besonderen Zeitabschnitt in der baulichen K'lltur Ostpreußens. Es ist mit eigener. Zuschüssen der Geschädigten vielfach erheblich grö­ßer und besser gebaut worden. Gegenwärtig sind noch etwa 250 Bauten, darunter mehrere Schulen und Kirchen, in der Ausführung begriffen. Die letzten 7 5 Bauten sollen im nächsten 2ahre m Angriff genommen werden. Da es fetzt an Reichs- initteln dazu fehlt, ist zu hoffen, daß es mit wenigen Ausnahmen den Geschädigten möglich sein wird, die Bauten aus eigenen Mitteln zu errichten.

auslanfr.

* Ein französischer Nationalpark. Die französi­sche Regierung hat durch Ankauf eines 10,500 Mor­gen großen Geländes den ersten Schritt zur Grün­dung eines französischen Nationalparkes getan. Das Gebiet umfaßt den obersten Teil des Tales des Veneon mit dem Hirtendorf La Berarde inmitten des Pelvoux-Maffivs (Gebiet von Grenoble). Der Mont Pelvour, die Barre des Ecrins und die Meise bilden die alpinen Glanzstücke dieses ersten französi­schen Nationalparks.

* Die waschechten Bolschewisten in Rußland ha­ben bekanntlich kürüich das Weihnachtsfast durch eine Lichtfeier 'mit Karneval-Charakter ersetzt. Zurzeit zerbrechen sie sich den Kovf damit, für ihre Kinder an Stelle der christlichen Bornamen zeitgemäßere zu erfinden. So nannte einer seine Zwillingssöyne Marr und Engels, ein anderer sein Töchterchen Cngelsine. Auch der NameElektrine" wurde ver­liehen (im Hinblick auf die Hoffnungen, dis auf die E'ektrifizierunq Rußlands gesetzt werden» und ein Verehrer Lenins formte für seinen Sproß den NamenNinel", der sich aus der Umkehrung ergibt. All- dieseTaufen" werden von der kommunistischen Bresse als S'ege des proletarischen Geisies über die Gebräuche der Bourgeosie verzeichnet. Nette Siege!

* Eine Million Dollars verdient in wenigen Wochen hat der Sohn des amerikanischen Gouoer- no"rs der Philippinen, Osborn Wood, der Adjutant fernes Vaters ist. Auf Gr"nd dienstlicher Informationen fvekulierie der erst 26jährige simqs M-mn an der Newyorker Börse. Seine Trans­aktionen erregten schließlich so großes Aussehen, daß die amerikanische Regierung setzt eine Unterjuchun^s- kommission nach Manila gesandt bat

Neuer Erdbeben in Japan.

Aus Tokio wird gemeldet: Das Zentral- obfcroatorlum teilt mit, daß der Mittelpunkt des am Montag verspürten Erdbebens beim Tanzawaberge in der Provinz Sayami lag. Das Erdbebe« dauerte 12 Minuten. Man glaubt, daß in Tokio, Yokohama und in den Vorstädten etwa 50 Tote zu beklagen sind. Zahlreiche Personen wurden ver­wundet, unter den Ausländern sollen sich keine Opfer befinden.

wtb Paris, 15. Jan. (Tel.). Rach einer Blätter- meldmrg aus Tokio ist das gestrige Erdbeben im ganzen Bezirk von k u a u t o, iu dessen Mittelpunkt Tokio liegt, verspürt worden. Seit der Kakaslrophe im vergangenen Jahre fei nicht wieder ein so hefti­ges Erdbeben ausgetreten. Ja der Stadt Tokio seien die elektrischeu Leitungen unterbrochen und die Eiseubahu sowie die Straßenbahnlinien hätten ver­schiedentlich Beschädigungen erlitten. Doch werden die Verbindungen alsbald wieder hergestellt werden. Eine Anzahl von Häusern sei zufamnrengestürzt aber es fei zu keinem Brande gekommen.

Rach einer havasmeldung aus Kobe hak sich in den gleichen Gegenden wie am 1. September ein heftiges Erdbeben eingestellt. Es werden Brände im nördlichen Stadtteil von Tokio ge­meldet. Die telegraphischen Verbindungen mit der Landeshauptstadt find unterbrochen. Der Eisenbahnverkehr auf den großen Linien mußte eingestellt werden. Die Erdstöße sind auch in Rogaya, Umma und Tocchl verspürt worden. Ein ministerielles Eommunlque teilt mit, daß in Tokio nnd Yokohama die Zahl der Toten gering ist.

Katholische Welt.

== Leser »le Sitzung der IcniralKomiieer der Rath» liken veutschiLnd«. dte unter dem Vorsitze jeme? Präsi­denten, des Fürsten AiohS zu Löwenstein, dieser Tage in Homburg v. d. H. stattfand, wird noch bekannt: Der Vorsitzende gedachte in ehrenden Worten der fünf Mitglieder, die im Berichtsjahre gestorben sind; eS sind die« Graf Droste zu Vtschering, früherer langjähriger, Präsident des Zentra komiteeS, Rektor Brück, der Grün­der de« Katholischen LehrerverdandeS in Deutschland, LandgerichiSpcSfivent Metzler m Mannheim, Kaufmann' WeiSmanlel in Köln unö Geh. Kommerzienrat P. P. CahenSIy in Limburg. Der zweite Band der von Prof. Dr. Johanne» Kißling in BraunSberg bearbeiteten G e- sch icvte ber Generalversammlungen beg Katholiken Deutschland» (Münster, Aschendorff) irt fertig gestellt und lag bei der Sitzung vor.Somit ist da» Werk zum Abschluß gekommen, daS die große Wichtig­keit der jährlichen Katholikenversammlungen nach alle» Richtungen hin darstellt und beleuchtet, lieber die Wahl von Hannover für die Katholtkerwersammlung int Jahre 1924 wurde schon berichtet.

Schule und Volksbildung.

Lur Krag« der Uetfeptäfimg. In der letzten Zeü tauchten wiederholt Gerüchte auf, die von einer Bet» schärfung der Bestimmungen über die Reifeprüfung, die angeblich zu Ostern dieses Jahre» eintreten sollten, wissen wollten. Minister Dr. Boelih hat vor kurzem einem Mitarbeiter deS »Bert Tngebl/ eine Unterredung gewährt, in der er sich über die Frage der Reifeprüsunz verbreitete. Der Minister erklärte zunächst. Daß die Prüfung ju Ostern 1924 nicht ander» gehandhabt werde, als bisher. Die Beunruhigung sei durch einen mißverstandenen Erlaß des Ministerium» hervor« gerufen worden. Wenn davon gesprochen werde, daß der Ausgleich nicht genügender Leistungen auf z oej Fächer zu beschränken sei, so sei bi»her schon tiefer Brauch üblich gewesen. Der Erlaß bestimme niÄh daß ein Genügend in allen Fächern Borau»sctzung da­für sei, datz ein Schüler als zweifellos retf bezewlmet wird. Dieses Mitzvetsräudni» eines Provinzialfchul. kolleümnS fei bereit» beseitigt worden. Augenblicklich werde un Ministerium im Zusammenhang mit der be» borstehendeu Schulreform eine durchgreifende Um­gestaltung der Reifepr üf un g bearbeitet, die halb abgeschlossen fei. Im weiteren Verlaufe der Unter­redung erklärte der Minister, datz er gegen eine Ab­schaffung der Prüfung fei. Staat mid Gesellschaft könnten nicht auf eine festumschriebene Prüfung besser verzichten, von dem sie bestimmte Leistungen erwarten. Det der Bewertung beS Schüler» müsse vor allem die Gesamtpersönlichkeit in den Vordergrund freien. Di« gesamten früheren Leistungen sollen mitgewertet werden, sodaß die Prüfung mehr eine Nachprüiung eine» schon völlig sicheren Urteil» ist. Man denkt daran, daß größere yau$. ober Klassenarbeiten aus der Prima teilweise al8 Prüfungsarbeiten verwandt werden fallen und datz die schriftlichen Arbeiten mehr als bisher zui Wahl gestellt werden, datz ferner dte Zahl der Prädilai« vermehrt und damit eine größere Differenziei ung er­möglicht wird. Auch soll daS Mitbtrn en literarischer Hilismittel mehr al» bisher gestattet uns die Turn. Prüfung toctier gefördert werden Zum Schluffe be- merkte ber Minister, datz die Wahlfreiheit in Fächern auf der Oberstufe als wertvolle Neuerung im höheren Schulwesen bleiben werde.

wirtschaftliche ttampfbewegungen.

- ver Melalardeit-rflreiL ist tn Magdeburg auSgebrochen und droht sich auf Halle und Dessau zu ersti ecken. ________________

wahrungrsragen.

Lebergcmg zur Dollarwährnng Im elsässischen Te\. Mandel. Infolge der fottschrellenden Entwertung de» französischen Franc geht die elsässische Texülindustrie, die bisher in französischen Francs berechnete, wie bie Deutsche Konfektion" mitteilt, jetzt fast durchweg zur Preisstellung und Fakturierung in Dollarcents über, ein Veweir. wir geringes Vertrauen sie der StabUuqi der französischen Währung entgegenbringt