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Mlttwsch, 16, Januar 1924,

Fuldaer Heilung

Druck de- Fuldaer Letieasrackerri in Jit£i

Nakier und alle anderen ihr Tun mit gfp-mnftftem Interesse verfolgten Denn setzt sollte sie beweisen, daß sie das Vertrauen in ihre Kenntnisse auch wirklich ver» diente. Unbeschreiblich reizvoll hob sich ihre dunkel­gekleidete Gestalt und das sonnenbeschienene goldene Ge- lock von dem hellen Hintergründe ab.

Acht Glas! ertönte ihre klare Stimme mit dem leid)» ten nordischen Akzent.

Acht Glas! echote Abraham, obgleich es feinen Feststellungen mit dem Sextanten nach auch wohl gut Mitternacht hätte sein können.

Ich trug ihm aus, Tinte, Papier und Journal nach oben zu bringen, damit flelga die nötia-m Eintragungen machen könne, während die Leute sich ansch-ckten, ihr M'ttagesien aus der Kombüse zu Men. Sie sprachen eifrig miteinander: flelgas Zeitfeststellung mittels kes Sextanten Mte ihnen augenscheinlich mächtig impom rt Ich winkte Nakier herbei und ersuchte ihn, uns das Mit- tagsmahl oben servieren zu lasien. da die Knpitänskaiü'e in ihrer fttzigen Verfasiung kein Aufenthaltsort für eine Dame fei.

Abraham erfchien mit den aewünfchten Sachen, und ich fragte ihn. wer jetzt beim Steuerruder an die Reihe käme.

Jakob ist dran!

Ich rief nach Jakob, der augenblicklich heickttestte Als er die Speichen der Rades ergriff, schoß der Malaie, der das Ruder bisher bedient hatte, zu seiner Mahlzeit davon.

Abraham, mit dem Bleistift in der stand, ich'en vrll- ständig in fiin« Berechnungen vertieft, und stelga. die das Oberlicht als Tisch benutzte, machte emsig Ausarbei­tungen, umgeben von Chronometer und Karten. Ihr fleldenmnt erfüllte mich m't qrößttr Bewunderung: wenn unser Plan lehlschlug, traf sie wahttch inlich das schreck- lichste Lo». doch trotzdem verriet ihr f*änes. in fein-T Ruhe wie aus Marmor gemei-etter G.sicht in keinem Zuge auch nur die leiseste Furcht.

Als sie fertig war, bezelrbnete sie auf der Karte die Stelle, wo wir uns augenblicklich befanden, mit genauer Angabe de» Breitengrades.

Zur Durchführung der Schuidenaufroertuna.

DieGermania" meldet m Rr. 9 vom 9. Ian 1924: Die Aufwertung der flppctheken, die in dar brüten Steuernotverordnung geregelt werden sollte, ist erneut Gegenstand von eingehenden Beratungen innerhalb der Reichsregierung. Das vorgesehene Verbot der Auswer- hing der flppothehm darf nunmehr als erledigt gelten. Damit ist die Art der zurzeit vorgeschlagenen Regelung aufgehoben worden. Der Reichsfinanzminister hat eine Reihe von Reisen unternommen, um sich bezüglich dieser Frage mit den Ländern ins Benehmen zu setzen. Auf Grund btefer Aussprachen arbeitet der Reichsfinanz» Minister an einem neuen Projekt zur Lösung dieser schwierigen Materie Ein Beschluß über die endgültige Gestaltung der flyp.tthekenai'.fwettung ist allerd'ngs für die nächsten Tage noch nicht zu erwarten, da die Materie eine Reihe von Schwierigkeiten bietet, die noch gelöst werden müßten. Es^st nicht unwahrscheinlich, daß die neuen Pläne sich in 6er ,'ftV rurn einer Auswertung der flppttheken b's 10 oder 20 Prv>mt beweoen weiden " flisrncick muß angenommen werden, daß die Re­gierung westerhm an eine Lösung der Aufwerttmgsfra e im Wege der Notverordnung b»nt und d'ß h'erbei wieder ein Teil de' flnptthekenschiild des Eigentümers zum Nachteil des Gläubigers weggesteuert werden soll. Denn anders ist es nicht zu erklären, doß sich statt des Reichsfustizministers der Retcksfinanzmittster mit der Ausarbeitung des neuen Vorschlags befaßt und d^ß die Aufwertung für den Gläubiger ganz allgemein nur 10 bis 20 Prozent betragen soll.

Dazu 'ft zunächst zu bemerken, daß eine solche Re­gelung nickt rechtsverbindlich wäre, weil die R-ichs- regierunq dozu auf Grund des Ermächtigungsgesetzes nickt zuständig ist.

Durch § 1 Satz 1 des Ermächtigungsgesetzes vom 8. Dezember 1923 (RGBl. S. 1179) wird die Rei «'S- regierung ermächtigt, die Maßnahmen zu treten,die sie im stinblick auf die Not von Volk und Reich für er­forderlich und dringend erachtet." Satz 2 lautet aber dann:Eine Abweichung von den Vorschriften der Reicksverfasiung ist nickt zulässig."

Die gedachte Verordnung würde gegen Artikel 153 der Verfassung des Deutschen Reiches verstoßen, d e bestimmt:Das Eigentum wird von der Verfassung gewährleistet. Sein Inhalt und seine Schranken er­geben sich aus den Gesetzen. Eine Cn'eignung kann nur zum Wohle der Allgeme'nheit und auf gesetzlicher Grundlage ooroenommen werden " UnterEigentum" im weitesten Sinne versteht die Verfassung entsprechend dem täglichen Svrackaebraucke d'e Gesamtheit aller Rechte an Dingen einschließlich der in G'ld absckätzboren Rechte auf Leistungen anderer. Die Rechne der flypotheken» gläubiger sind also durch die Verfossung geschützt. Dar­auf scheint Bayern besonders nachdrücklich bingewirs.'n zu haben, denn in der süddeutschen Presse ist auf eme N-ttiz m Nr. 302 derDoneriscken Staatszeituna". die über Ms Ergebnis der süddeutschen Reife des Reichs- finanzministers und feinen Vortrag in der Kabinetts» sitzung vom 29. Dezember 1923 bezüglich der Aufwer­tung der stnpothekenund ähnlicher Schulden" berich- tet, hervorgeh^ben, daß es aus rechtlichen, sittllchen, wirt­schaftlichen und hochpolitischen Gründen nicht zu verant­worten wäre, wenn die Reichsregierung, auf das Er» mäch'lgungsgesetz gestützt, das vom Reichsgericht aner» kannte Prinzip der Aufwertrmg neg'eren undd i e durch die Verfassung geschützten" Rechte der Pfcmdbriefgläl'biger und flyptthekengläubiger konfiszie­ren wollte. Der bayerische Staatskommissar soll gegen das Vorhaben der Regierung E'nfvruch eingelegt buben.

Eine Unterbindung der rechtlich gegebenen Aufwer- tungsansprüche (eher Art (insbesondere der Ansprüche der stvvothekenglöubiger), eine Ziirückschneidung dieser Ansprüche ober eine auch nur teilw-ise Wegsteuerrmg derselben beim Schuldner ohne Rücksicht auf die Sage des Gläubigers würde eine flagrante Der» letzuna des Eiaenttims des Gläubigers im Sinne K-s Art'kel 153 der Reichsnerfassung, eine volle oder teilweise Enteignung, die nicht im Wohle der Allaemeinbeit liegt, bedeuten. Ueber die Tragweite einer fallen standl'mg während der Gelttmasdoner des am 15. Februar 1924 außer Kraft tretenden Erwäch- tigunasgefetzes muß man sich klar fein. Steuern müssen an d»r richtigen Steuergi>"tte der Einzelperson cb-r ber juristischen Person nach Maßgabe bes tut Versügimg stehenden Vermögens, das nicht ohne Rücksicht auf die

Tarfwesen,

--- Mehrarbeilsabkommen und Lohnregelung In der AaMndnstrie. Nachdem vor kurzem im Kalibergbau durch einen einstimmig gefällten Schiedsspruch die 5J't- längerung der Arbeitszeit für die Arbeiter über und un­ter Tage geregelt worden war, ist nunmehr auch die Lohntage im Zusammenhang damit durch neue Ver­handlungen zwischen dem Arbeitaeberverband der Kali» industrie und den Arbeiteroganisattonenen durch einen neuen Sohntarif geregelt worden. Die Parteien einigten sich auf eine Lohnerhöhung von 28.57 Proz. Der flauer- schlchtlohn beträgt 4.30 Mk. Das bisher schon bestehende Hausstands- und Kindergeld und der Kohlendepntat- ousoleich wurden beibehalten. Auch zwischen den A n- geftelltenorganifationen und dem Arbeitge»

Von Amtsgerichlsrat Dr. Marx in Fulda besonderen Verhältnisse vorweg zu kürzen ist. geholt werden. Eine Beschneidung der Rechte der flypatheksn- gläi'biger gehört v"r das Forum des Reichstages.

Daß das Wchl der Allgemeinheit eine Unterbindung der Aufwertungsrechte nicht nut nicht verlangt, sondern auch gar nicht verträgt, habe ich in den Fuldaer Hei­lungen Nr. 2, 3 und 9 darzuleren versucht. Vom fitt» licken Standpunkt ist uns inzwischen aus der berufenen Feder dos flerrn Domkapitulars Prof. Dr. Thielemann in Nr. 11 ber Fulboer Zeitung eine trefflich belehrende Darlegung gekommen, die nicht dankbar genug begrüßt werden kann und auf weiteste Verbreitung Anspruch er­heben muß.

Soll das deutsche Volk wieder zum Ausstieg gefan­gen, so ist in erster Linie der Gedanke des Sittlichen zu stärken, der einen gerechten Ausgleich der Interessen aller Volksgruppen verlangt Dieser Gedanke liegt auch dem Rechte zugrunde. Schon in den Eingangsworwn des ältesten bekannten Gesetzbuches der Erde, nämlich des Gesetzbuch's des babylonischen Königs flammurabi. der um das Jahr 2250 vor Christus 55 Jahre über Babylonien herrfch'e, fühlt sich der Gesetzgeber und König berufen, Recht im Lande finden zu lassen, die Schlechten und Bösen zu vernichten, auf daß ber Mächtige nicht ben Schwachen bebrürfe. (Veröl. Garzis Rechtseneykl-mädie" S. 3) Auch ber Staat barf leihst in feiner größten Not nicht Unrecht bedurch anerkennen, daß er sogenanntenGewinn" ganz oder teilweise ab° nimmt statt ihn dem Beraubten zurückzugeben. Das widerstritte dem Grundprinzip des 7. Gebots des Deka» logs.Ein Rechtsstaat, ber Gläubiger schutzlos werden läßt, schließlich in ber Erwartung als Schulbner eb-n» falls Inflationsgewinne einzuheimfen, treibt eine falsche Kredttp^l'tik, bie für ihn verhängnisvoll werden muß," so mit Reckt Prof. Dr. Großmann in seiner hervor- ragenden AbhandlungTreu und ®la. ben nicht nur für ungelöschte, sondern auch für gelöschte flnpotheken" in berFranks. 3g Nr. 27 vom 11 Jan. 1924.Auch ber Struerfisfus muß das Gebot ber Moral gegen sich gelten lassen, das er von seinen Pflichtigen erfüllt sehen will."

Nicht nur die volle Unterbindung, sondern auch die zu Unrecht beschränkte Aufwettnng der Schulden hat schwerste Schäd'gung ganzer Volksgruppen zur Folge. Bei ungenügender Aufwertung bezieh-ngswesse bei teil» weiser Entziehung der Aufwertungsansvrüche der flypo» thekengläubiger zugunsten des Fiskus fehlt es den Spar­kassen und Banken, die ihre Vermögen zum großen Teil in flnpotheken angelegt haben, an den erforber» liehen Mitteln zu nennenswerter Aufwertung dm Spar­einlagen, fßfarhbriefe ttfro. Auch die Ansprüche der Versicherungsnehmer aus den Dersi heningen der ver­schiedensten Art, insbesondere ans Lebensversicherungen und Aussteuerversickerungen, si"d dann ziemlich bedeu­tungslos, was sie bei der vielfach in flvvotbeken be­stehenden Deckung der Versicherungsgefellstiasten gar nicht zu sein brauchen. Es zeugt von Unkenntnis bes Rechts oder einem rechten Tiefstand unserer W'ttlchafts- moral, daß in manchen Rundschreiben darauf hnge- wiesen wird, daß die alten Versicherungen wertlos feien. In Wirklichkeit ist es, falls der Staat d'e berechtigten Aufwertimosanfprücke der flypothekenglgubiger unon- g-tastet läßt, sehr oft anders. Nach den §§ 56 ff. des Gesetzes über die nriraten De^sicheningsnehmunaen vom 12. Mai 1901 (RGBl S. 139 ff.) ist insbesondere für Lebensversicherungen ein Prämienreservefonds in sicke­ren Werten zu bilden, als welche § 59 varzimsweise mündelsilchere flnpotheken, Staofspnn'ere. staatlich ga­rantierte Wertpapiere und mündelsichere flnpotheken- Pfandbriefe bezeichnet. Auch ber Staat sah eben in ber Lebensversicherung die wichtigste Form der Arbests» oerbienfterfparnis zur Sicherung ber Fcnn'lie. 93ei rich­tiger flypothekenaufwertung wird auch auf dem Umweg über die Dersicheriingsgefellfchaften viel Ntt gelindert.

Wer soll denn die Not sonst nur alle bannen kön­nen? Die Wohttätlgkoitsstistunaen find ebenso wie Kir­chen, Universitäten und andere Institute in ihren Fonds auf hypothekarische Anlagen aufgebw't. Während ber Beratimoen ber (er Düringer zum Schutze der flnvo» thekengläubiger gab der Abgeordnete Düringer im Reichs- tag folgenden ihm zugeaangenen Notschrei aus dem preußischen Kultusministerium bekannt:

Die Kirchen haben den größten Teil ihres beweg­lichen Vermögens in flnpotheken angelegt. , Vielfach beroerbanb ber Kaliindustrie ist ein Mehrarbestsabkom. men unb zwar auf dem Weg« her Vereinbarung, abge­schlossen worben. Nach diesem Abkommen paßt sich bie Arbeitszeit der technischen Angestellten über unb unter Tage ber verlängerten Arbeitszeit ber Arbeiter an. Die kaufmännischen Angestellten, die bisher die achtstündige Arbeitszeit hatten, leisten Mehrarbest bis zu 6 Stunden wöchentlich. ___________

veamtenfra^en.

Die Verwendung der abqebaufen V'amkm. Zwi- schen den Vertretern der deutschen Beamtenorganisatio- nen und den Regierungsstellen werden im Laufe dieler Woche Vefprechungen stattfinden, wie den burd) dm Ab- bau brotlos gewordenen Beamten neue Existenz-

waren sie zu dieser Art ber Vermögensanlaae gezwungen. Gegenüber den Kirchen stehen bie (eiftungsfcbiqen flnvo» thekenschuldner mit ihrem Grundbesitz. Unzählige Mil­liarden werden den Leistungsfähigen geschenkt auf Kosten von Kirchen und Staat. Eine Aenderung dieses Zu» standes erscheint allerdringlichste Notwendigkeit." Unter­zeichnet: Ministerialrat Schlüter. Abhilfe kam nicht.

In der Geschichte angehörigen früheren Inflations­zeiten ging man anders vor. Selbst in ber französischen Revolution gab das Direktorium ein Sperrgesetz zum Schutze der Gläubiger. Und Friedrich der Große erließ 1762 im siebenjährigen Kriege ein Zirkulär mit folgen­den Sätzen:

Es ist zwar eine allgemeine, in ber fetbftrebenben Billigkeit begrürbeten Rechtslehre, daß ein jeder Schuld­ner das ihm geschehene Anlehen in eben ber Münzsorte, wie er solches empfangen, nach dem in- und äußeren Werte zurückzuzahlen verbunden fei. Diesem zuwider hat es sich jedoch feit einiger Zeit verschiedentlich gezeigt, daß die Schuldner ihren Kreditären die Kapitalien, so sie in gutem Selbe erhalten, aufgekünbigt unb solche in bermolen furfierenben neuen, schlechteren Mänttotten bezahlten. Nachdem dies nun von unserem gesamten Etatsministerium in restliche Ueberlcaung genommen unb befunben worbm, daß bie Kreditoren rh->x jhv 93er» schlilben, wo nicht die flälste. doch mmbtttens ein gut Drittel ihres Vermögens einbüßen, ja sogar diejenigm, so bloß von ihren Zinsen leben, dadurch wirklich an ben Bettelstab gebracht werden und es daher so nötig als billig erf heint, diesem in Zeiten vorzubeugen, damit nicht noch mehrere von dielen letzteren ins Unglück ge­raten, also haben wir in Gnaden resolviert füermit ein für allemal zu verordnen urb feftzusetzen daß alle und jede Schuldner, so ihren G'äubigern die Kapitalien auf­kündigen, von nun an seldfae in dem erhastenen guten Gelbe zu bezahlen ober dafür das furrenb? Agio so­gleich bar zu erlegen umsomehr "eWen werden sollen, als es nur bei ihnen stehe, die Aufkünhiaung zu unter­lassen, dagegen aber, sich d"rch der Kreditoren Schoden zu ber"i*ern. von ihnen ni^t prät'mbiert m»-hen kann " (Vergleiche dieJuristische Wochenschrift" 1923 S. 895.) Der große Preußenkönig wertete also für den Fall der Rückzahlung im Wege der Kabinettsjustiz in voller flöhe auf.

Wir dürfen heutzutage bei den furchtbaren Schäden aus der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht immer voll aufwetten. Die Lage von Gläubiger und Schuldner ist im einzelnen Falle neuen",herapr*erI''n. Der Glä'biaer fall den Schuldner durch Gette'-dmoch'mg feiner Fo-de- rung nicht wirstchgttlich vernichten, ihm nicht den Auf­stieg nnmöalick mackm: der Sch"ldner fall aber auch aus ben Verhältnissen ber letzten Jahre nickt unb-w^titt zum Nachteil des Gläubigers Nutzen zi°hen. I ber ein­zelne Aufwettungsfoll ist inbivibnell zu behandeln. Eine fchablonenmäßige Gestaltung der Aufwettiingstzestim- mungen hat für ben Gläubiger und unter Ua-ständen für b-n Schuldner schwere Ungerechtigkeiten zur Fttge. Das Suirm miaue wirb babei nickt mehr aewghtt. Ein­zelnen Personen unb aarizen Instit''ten wird durch un­gerechtfertigte flerabdrückung oder stgrke steuerliche n>'» schneidimg ihrer Aufwertungsan fprücke das N^twend e entzogen. Deshalb müssen wir zur 93ermeibimg kost, fnieüger Prozesse für die sich ergebenden Streitfälle Aufwettungsämter mit vereinfachtem S*Iirhtuna?oer- fahren (eventuell im Anschluß an die Genickte) haben. Auch muß eine staatliche Kontrolle der Aufmerttmg >h-er Schulden gegenüber den Snartassen, Banken unb Der. sicherungsgefcllschaftcn stattfinben.

Man komme nicht mit der Einwendung, daß hierzu ein besonderer Aufwand von Beamten nStia sei Ist einmal das Aufwettungsamt da, so werden viele Betei­ligte die private Auseinanberfetz mg der sonst zu be­treibenden amtlichen vorziebkn. Die Aufwettnnasämt-r können ai'ch vielfach von Notaren geleitet werden. Es ist aber dafür Soroe zu 'ranen, daß das Verfahren feine zu groben geldlichen Aufwendungen für die Be­teiligten erfordert.

Nur eine gerechte Regelung der Aufwettimgskrage kann schweres Unrecht wieder auhnachen und Segen für uister Volk bringen Ohne Rücksicht auf bie jeweilige Staatsform gilt das Prinzip des alten Satzes:

Justitia fnndamentum resnorum.

Möglichkeiten geschaffen werden müssen. Es wird dabei nicht nur an d'e landwirtschaftliche A n- siedluna eines Teiles der Bearntm. forb-m auch an die Ueberführung in technische Berufe, vor allem auf dem Weae von flandwerkerproduktiv- genossenschaften gedacht.

Zchule und Volksbildung.

= A«sammen'chlutz i« No'tzshildungrwefen Zwisten dem renn 'eltfchen Bolksbi diingSausschutz Deutsch­land?, dem Amtralbichuna?ausst her fathoi. Ver­bände Deutschlands, dem Bildui g?nu?sckuß des deutschen Gewerkschg'ts'imdeS und dem B ihnenvattSbund wurde am 21. Dezemder eine Arbeit? ememickaft gebildet, d>e

Ke5gcr.

Seeroman von Clark Rüssel.

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wir bemächtigen uns des Schisses!

Die Kajüte des Kapitäns bot einen grauenhaften Anblick; eine halb getrocknete Blutlache am Boden, Blutstropfen überall. Mein Grauen mit Mühe un­terdrückend, setzte ich Abraham in fllehmder Eile un- seren Plan auseinander. Er folgte mir mit gespanntester Aufmerkamkeit.

Eine ausgezeichnete Idee! sagte er, mit einer Stimmt, die vor Aufregung heiser war. Das muß gehen! Die flaupssache ist, daß wir die Schufte alle zusammen, bekommen.

flastig durchsuchten wir die große Kiste und sämtliche Schubladen nach Waffen, aber vergeblich. Ich war tter enttäuscht, hatte ich doch bestimmt darauf g'rechaet, daß der Befehlshaber einer derartigen Mannschaft wohl be­waffnet fein würde.

Dann brachten mir eine Moppe mit Karten, ein paar Sextanten, einen Chronometer und ähnlich- Instrumente in die Kabine des S'euermanns hinüber. Ich fand eine große Karte von Südafrika, nahm sie unter ben Arm unb ging mit Abraham an Deck. Wieder fiel mein Su-e auf den gröblichen Fleck, aber gleichzeitig durchzuckte mich ber Gedanke, daß man ihn bei unserem Kri-"splgn o»r- I wenden könnte. Ich glaubte fletga in ih-er Kajüte unb wollte sie holen, als ich meinen Namen vom Oberdeck her rufen hörte unb sie dort neben Naki-r stehen sah. D'e kluoe fleloa spielle bie Liebenswürdige, um ihn In Sicher­heit zu wiegen.

Nakier 1 mir von feiner flelmnt erzählt, rbf si-. Was fit herrliches Land voller B'umen und Vögel muß es fein! Entzückt schlug sie die flärd« yifammm.

Nakier starrte sie mit unre'hohlener Bewu-derung an, und mich überkam ein Gefühl grimmiger W'.'t bei der Vorstellung, daß die'er gelbe Schuft mit ben fürst­lichen Allüren sich etwa in flelga verlieben könnte.

Wo ist nun bie Mosselbai, von ber ihr spracht? sagte ich.

8r wies mit dem Zeigefinger auf die Stelle.

Ah so! das ist östlich von Agulhas, aber noch weit bis Kapstadt.

Oh nein! antwortete er, viel Wagen, viel Pferde, viel Ochsen!

Er schien wirklich zu glauben, daß wir diese Massel bai für den von ihm bestimmten Ort hielten.

Sehen Sie hier, flelga, sagte ich. Der Weg sst für Sie und Abraham nicht zu verfehlen. Ausgezeichnete Sextanten und alle andern notwendigen Insbrumente sind unten vorhanden.

So elend mir sonst auch zu Mute war, hätte ich mich über das wichtige Gesicht, mit dem Abraham die Karte ftubkrte, toklachen können.

Ich wollte schon lange gern einmal in jene fremden Gegenden, sagte er ernsthaft. Kapstadt soll ein feiner Ort fein, wo es für unfereinenn guten Schluck zu trinken gibt. Aber sind bei Nr Gstchi ch'e für ein p*ar arme Teerjacken, wie mein Maat unb ich, nicht ettiche Pfund zu verdienen?

Wir davon später solchen. Misser Vife, entgegnet: Nakier. Wir ave brauchen Geld.

Aus Furcht, daß Abraham aus seiner R"lle fallen könnte, schickte ich ihn frühstücken und rtunte ihm noch schnell zu. Jakob alles zu erzäh'en.

Das Wetter blieb an jenem M argen wundervoll, der flimmel strahlte in wolkenlosem Blau, unb die Sonne brannte, als wären wir zehn G^ad südl'cher. Kwz nach zehn Uhr firmle die schwache Dttse jedoch vollständig ab, so daß ich so etwas wie Ruhe vor dem Sturm be­fürchtete, aber ein Blick auf ben alnchmäßig hohen Stand des Barornete'-s betehtte mich eines Besseren. Um elf Uhr frischte ein leicht-r Nord ost auf, der Vor- fünfer bes Passatwindes, wie ich o-natzm.

Wstt und breit zeigte sich kein Schiff, was mir übri­gens sehr lieb mar.

Kurz cor Mittag holte ich zwei Settanten, von denen ich einen Abratzam, den anderen flelga reicht-. Jener schien sedoch nicht recht zu wissen, was er damit anfan- gen sollte, unb hantierte so ungeschickt herum, daß ich ärgerlich wurde, well fein Gebaren Nakirrs Verdacht er­regen konnte

flelga stand 'an der Reellng das Gesicht der Sonne zugewandt. unb hielt ben Sextanten ans Auge, während

den Zweck gcineiniamer Behandlung aller, bas volks< btionerndre Lheaterweseu beireffende Fra en hat Die ,-iüqrung der Aroeiis emeinfckaft wurde dem Buhnenboltsbund E. SB., Sitz Franlfurt a. über, tragen.

= Eingehen eines Berliner Eqn ossums. De, .Lokotanzeiaer' meldet, daß das Bettmer Wilhelnis- Gymnairum zu Önern nach OOjahri cm Besieden et n eht. Dos Gy unanum mußte vor drei labten seine Sebnäume tn der Belleouenr iße dem Reichsw rt» scha'tsrat zur 2?er -ünun stellen und war in das bäube des ftatt osischen Gymnasiums übergejiedelt.

Wissenschaft und Zorichung.

ver rlamifgeien die Malaria. Das Hamburg-». Instttuttur s tit ff 8« unb Tropen krankhetten wurde oom argentinischen tzesundhettsmimst rtu >t ein» geladen, d s Mitglied des Xn titu §, Pros. MuelhenS zum SiuSiu.n dec Bekärnpfun, der Malaria in Den stark unter dieser -enche leitenden Probt izen ttn Innern 2lr lentinien? zu entsenden. Muethens icirb Der Einladung demnächst Ä-olie let ten und tm Ans chlug an seine Tätiakett in Ar eattitten eine stu'ien eife tn Dtf tropischen (Sie enden Brasiliens unterne .men. fliernul wird er Vorträge an ber Milttarmedizins hule tn Aiuneion und an der medtztnitchen yatuliät in Val- paratjo halten.

Line Sünden-Aeiischrift. DaS englische Natt, onahnitttut für Blinde vetösfentttcht die erite Ausgabe des WochenblattesWoon", > as für die Blinden be gestellt, auf 6 Seiten, in ernabener Bltitoens brt't nur 76U Worte enthält. Das Initilut fordert z im Abonnieren auf, um baldmöglichst jede n Blinden Englands zur regel, mäßigen Lektüre ber Zeitung zu verheilen.

Technik und Verkehr.

Ausbau der Funkstelle LSnigswusterhausen. Db W"'b ci ebe gie. - die ck-rch en Telephons« sender der Reichspost im Voxhau'e in Be lir gegeben wurde, ist bekanntlich von der Funk stelle Königswusterhaufen ausgenommen unb mit grg, ßerer Energie in die Welt gefunkt worden. Die Funk­stelle Königswusterhauien 'oll auch ferneren öfter her- angrzogen werden, um wichtige und interessante Reden, die durch den Berliner Sender gegeben werden, die also eigenllich nur den Berliner Teilnehmern zugute kommen, durch eine autcmatifche Schaltung auf längere Wellen zu bringen unb bann mit ber bedeutend größeren Energie ber Station weit über Deutschlands Grenzen hinaus vernehmlich zu machen Die Leistungsfähi'kett ber Station soll so gesteigert werden, daß die Aus­sendung der Wollen 3000 beträgt. Die Firma E Lorenz hat bie neue Funkensendelage fast vollendet. Während ber letzten großen Störungen im Telegraphenverkehr, dir insol"e ber Schneestürme zu verzeichnen wa'en. hat bie Funkstelle Königswustmhoufen dem deutschen Wirtschasts» leben große Dienste geleistet, indem bas von ber Reichs» post g-fchaffcne funkentelegraphtsche Netz den Dienst über­nommen hat.

Km Iva'cken'eeverk in Oberbayern ist am Freitag der ißrohefetrieb mit dem ersten Mafchtnen» Aggregat (21000 PSi ausgenommen warfen. Die Wer« sucke berlleren ohne Störuni und babm den Be.oe,s erbracht, daß alle Teile der flo ti-irudanla ie fach >emäß funkt onteren. Nach der Durchsiihrun i roe terer Venuche wird die Kraftabgabe an das Bayernwerk be­ginnen. Das Bayernwerk bat dieser Ta e mit seinen schon leit Mitte Dezember betriebsfähigen 100000 Volt­anlagen die Ueberiraning der bet ben Lechelektrizitäts, Werken Au>?bur i überf.tjüiiieen Wasserkra>tenernie mit einer Let'lu->g von 3('0J Kilowatt cum iSiroßfraitroerl Franken bei Nom 'er i aufgcno.nmen.

habet ffamtrin -Mgilcheu Die 1109 Kilo­meter lange VersuchSkabelteitung für Weit- sprach zwischen Homburg und München ist eröffnet worden.

Neue Bucher.

.Die liest man ben Handel-steil einer Tages ,eilung?' Von Ernst Kahn und Fritz N a p h t a I i. Neue Bear, beitung. 61. bis 70. Tausend. Grundzahl 2.50 Mk Schlüsselzahl bes Börsenvereins deutscher Buchhändler Frankfurter Sorietäts- Druckerei G. m b. fl Abteilung Buchoerlag, Frankfurt a. M. Das Buch, bas mit ber Einführung in das Seien des flam belsleils ber Zeitung gleichzeitig eine Einführung in da, Verständnis aller wichtigen Fragen der G>egenwatts» wirtschaft bi eiet, war einige Monate vergriffen. Um sc willkommener ist es, daß es jetzt in einer neuen Bear­beitung oorgelegit wird, die in weitem Umfange die Neuerscheinungen der letzten Monate im deutschen W rt. schastsleben berücksichtigt. Die Verfasser ha'en bei ber Aktualisierung, die bis zur R e n t e n m a r t und zum Rentenmarkt reicht und alle Teile des Bucke- durchdringt, niemals den Anschluß tn die Verhälmisst der Vorkriegszeit unterlassen, die auch heute noch als die normalen anzunehmen sind, von deren Berstänbnts man ausgeben muß, um d'e Vorgänge her Gegenwatts- wittfchast richtig, zu würdigen. Das Buch kann allen empfohlen werden, die nach neuen Kenntnissen über wirtschaftliche Zusammenhänge Verlangen haben.

Tragen Sie alles wieder nach unten, Abraham, sagte ich, aber kommen Sie sofort wieder herauf! Fräulein Nielsen will m ihre Kabine gehen, und ich übernehme nicht allein die Verantwortung für bie Führung des Schiffes.

Der Steward brachte uns eine Platte mft kaltem Fleifch. Zwieback unb Wein unb fetzte eine paar Stühle hin. Während er die Speisen auf einem Tischtuch ord­nete, holte ich eine große Weltkarte von unten. Trotz­dem ich um alle Schätze der Welt keinen' Bissen hätte hinunterwürgen können, widmete ich mich mit schein­barem Eifer unserer Mahlzeit flelga. die ein Biskuit zerkrümmelte und ein paar Tropren Wein trank, be- gegrete meinem Blick mit ihrem tapferen Lächeln.

flelga, noch ist es Zett, satte ich. Wir fönrrn ohne Sie handeln, und wenn unser Plan mißlipat, wird Ihnen nichts aesch-hen, weil die Schurken ohne Sie hilflos sind.

Es ist besser, wenn ich babei bin, erwiderte sie.

Der gelbe Koch und noch zwei andere Burschen ftan- den rauchend in der Stombüentür; die anderen waren unten beim Essen. Ich breitete die Starte aus; wir steck­ten die Kopie zusammen und vett eiten uns an'ckemenb in eine lebhafte Debatte mit öfterem lautem Wider- Spruch meinerseits. Eben öffnete Abraham die Tür zum Vorderdeck und tarn mit seinem breiten, wiegenden See» mannsgong auf uns zu, aefclat von verfchfede>-en an­deren, die sich unterweas ihre Ps'üen anzündoten. flelic unb ich stritten uns noch immer, und Abraham beteiligt- sich nun auch an der Aliseinanderfetzung.

Die Komödie hat jetzt lange oenug gedauert, flüstertt ich flelga zu. Nun mag es losgeh n! Gott steh' uns bei!

Schon oft in meinem Le^en war ich in großer Ge­fahr gewesen und wußte lehr gut was es trifft, dem Tode ins Auge fckoiien. Während es sich sonst aber im- mer nur um die Rettung von M nscheal-ben aus Seenot gehandelt hatte, wobei ich nichts anderes al, mein eigene, Leben riskierte, war mir heute mein flerz zentnerschwer Denn siel auch nur ber S batten eines Argwohn, aus uns, fo waren wir im Zeitraum einer Sekunde, vm Messern durchbohrt.

'«ortsetzung folgt'