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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.

Nr. H.

Setcnttoortiid) iür die Schrittlküung: Dr. Johannes Kramer. Anreigen: I. P ar,eller, Fulda. Rotalionkdruck und Verlag der Fuldaer Actleudrnüerei in Fulda. Fernidrecher Rr- 9. ,>

Be,ugSdreis: Monat Januar 8.50 Goldmark frei Dau?.

Sonntag, 13. Januar 1924.

51. Zahrg.

Herrn Amrsgenchtsrats empfindet man es beton«

bie öffentlichen Gemeinwesen zahlungsunfähig sind und als Konkursschuldner behandelt werden müssen, rechtfertigr das dann die gleiche Behand­lung der durchaus zahlungsfähigen Schuldner, der Hypothekenschuldner, die durch die Entwertung Vorteil gehabt haben, und auch anderer Schuld­ner, die noch zahlungsfähig sind? Ich denke dabei insbesondere an Forderungen aus Erbansprü- chen jeglicher Art. Warum soll denn der Haupt­erbe, welcher die Naturalwerte empfangen und andere Erbberechtigte in Geld abzufindcn hat, mit entwerteter Papiermark feinen DerMchtungea

wtbJat|s, 12. Ian. (Tel.) Nach einer Havas-Meldung aus Brüssel erklärt die belgische Regierung in ihrer gestrigen Ankwortnoke: was

An,eine«-Brette: Klein,eile (öolouei) lokal 0,16 Soldmart auSwürtt VLO Soldmark: Reklame,eil, lokal 0,60, SolLmark :: auswärts 0.80 «oldmark.

Bel Wiedcrbolunaen Rabatt. Bolllcheckloalo Frankfurt a. M. 4051.

Deutsches Reich.

Politische Personennachrichten. Nachfolger Tt- PeteisenS im Reichstag roirö der Kaufmann Joh- Büll, Mitglied der hamburgischen Bürgerfryaft-

Ausland.

* Der polnische Genera'komm'ssar in Danzig. Blältermeldungen zukolae hat der polnische General- kommissar in Danzig Plucinski feine Demission eingerercht. Als fein Nachfolger wird der ehemalige Unterstaatssekreiär im Auswärtigen Amt Dr. Straß­burger genannt.

* Die Borbereitung der englischen Thronrede. Reuter meldet, in der Kabinetlssitzung fei dem Ber- nehmen nach be.chtosst-n woiden, die'S chutzzoll- frage in der Thronrede nicht zu erwä.men, das Kabinett fühle fick indeflen verpflichtet, die Frage betreffend Ausdehnung der Neichsvorzugslarise, wo- , tlvevcill .... «,lIMeiTau. öcr

ruber die Reichskomerenz;u einer Ueberernstimmunq rechr-gkeit zum Siege zu verhelfen, greifen die Ge- gelangt tfc m der Thronrede anjuicbneiben. j richte auf die allgemeinen Grundsätze der Vertrags-

In dankenswertester Weise hat Herr Amtsge- richtsrat Dr. Marx zur Hypothekenauj Wertung oom Standpunkte des geltenden Rechtes aus Stellung genommen. Er hat dabei aber ausdrücklich hervor- gehoben, daß die Aufwertung der Hypotheken, weil

Noch einmal die flufwertungsfrage

Don Domkapitular Prof. Dr. Thielemann.

Kus dem besetzten Gebiet.

Die Regiebahn.

Die Bahnhöfe Hords und Aplerbeck sind von der Reichsbahnverwaltung wieder in Be- tr i eb genommen worden. Der Personen- und Gepackverkehr wird bis Hörde durchqeführt. Die Regie hat den Bahnverkehr zwischen Wesel-Fried- richsfeld und Wesel-Spellen wieder ausgenommen. Der Personen- und Gepäckverkehr erfolgt wie bis- her nur bis Wefel. Der Verkehr vom unbesetzten m das besetzte Gebiet erfordert in Wesel eine Neu­abfertigung durch die Regie. Ebenso ist der Ver­kehr zwischen Wefel-Büderich-Menzelen wieder ausgenommen worden; die Abfertigung des Per­sonen- und Eepäckverkehrs erfolgt bis Wesel. Auch hier erfordert der Verkehr vom unbesetzten ins be- fe|te^®ebiet in Wesel eine Neuabfertigung durch

Geiseln.

Der erste Staatsanwalt am Landgericht Ess-n Schulte-Pelkum ist als Geisel feftgenom- men worden.

Die von den Separatisten verhafteten Geiseln in Zweibrücken sind sämtlich wieder freige- lasien worden. Sie mußten sich schriftlich vervflich- ten, das Weichbild der Stadt nicht zu verlassen.

veniselos griechischer lMnistrrpräsiöent

Der »vielverschlagene" Mann, der Kreter Beni» selos, der schon oftunten durch" war, aber immer mieder in die Höhe kam, ist wieder einmal der mach« tigste Mann in Griechenland.

wtb Paris, 12. Jan. (Tel.). Nach einet Havas-Aleldrmg aus Athen hat veuiselos dem Drängen seiner politischen Freunde nachgegeben und > das Kabinett gebildet, in dem er selbst den Mnister- : präsidentenposten übernehmen werde, während f Russos Iktinisier des Aeutzern wird. Dos neue fia- bineit hat bereits den Eid geleistet.

Was rerlangt deshalb die Gerechtigkeit m un­serer Frage? Sie verlangt an sich ebenso Gleich­heit Zwischen Forderungsrecht und Leistung. Ob das zur Zeit möglich ist, kann das Recht an sich nicht

Gegen die Separation.

wtb Koblenz, 12. San. (Tel.) Die Ver­treter der pfälzischen Bevölkerung, der mittelbaren und unmittelbaren Städte und von 650 Landge. meinten der Pfalz sowie die Vertreter der wirt­schaft hakten gestern die Interalliierte Rheinland-Kommission um eine Audienz ersucht, die verweigert wurde. Ledig­lich der Bischof von Speyer wurde vom Oberkommissar Tirard empfangen, wobei er Gelegenheit nahm, die durch die Separatistenherr- schaft hervorgerufcnen unhaltbaren Zu­stände in der Pfalz darzustellen. Die pfälzischen Vertreter haben heute ihr Ersuchen um einen Empfang erneuert Jn einem Punkt sind vor­läufig die Sorgen behoben worden, als es nach Lage der Dinge als ausgeschlossen gilt, daß die er­lassenen Verordnungen vom 2. Januar anerkannt werden.

*

Als Mörder des Heinz-Orbis und feiner Spieß­gesellen bezeichnen sich in einem unterschriftslosen Brief fünf Oberländer.

Was steht für die Rechtsschasfung der Zukunft m Frage? Jn weiten Kreisen ist man der Ansicht, unsere Währungsumstellung und die Sicherung einer geordneten ftabUen Währung zwinge die ge­setzgebenden Körperschaften zu einer gesetzlichen Stellungnahme zum Schuldenproblem. Die Bilan­zierung der Haushaltspläne von Reich, Staat und Gemeinden vollAeht sich naturgemäß leichter ober überhaupt nur, wenn die alten Schulden entwertet bleiben. Don der Bilanzierung der öffentlichen Ein­nahmen und Ausgaben hängt aber die Stabilisie­rung unserer Währung wesentlich ab. Nun hat aber das höchste Gericht, wenn auch in sehr vorsich­tiger Weise die Aufwertung der Hypotheken nach dem geltenden Rechte anerkannt. Da man fürchtet, daß diese Entscheidung, die an sich schon von weit- tragender Bedeutung ist, auch Folgerungen für an­dere SchuDoerhällnisse nach sich ziehen könnte und müßte, hält man es für notwendig, die Aufwertung gesetzlich zu verbieten. Wenn man auch über die gesetzlichen Maßnahmen noch nicht schlüssig ist, so ist man doch über das Ziel klar, zur Stabilisierung der Währung muß eine Auswertung der alten Schulden gesetzlich unterbunden werden.

! Darf unsere Gesetzgebung in diesem Sinne aus- gestaltet werden? Die Frage schließt die Umerfrage in sich, ob die Mitglieder der gesetzgebenden Körper­schaften, also auch die Zentrumspartei, dafür ein­treten dürfen. Das läßt sich nur entscheiden, wenn mr bte Frage auf die letzten naturrechtlichen Forde­rungen zurückführen. Die Gerechtigkeit verlangt Gleichheit zwffchen Forderung und Leistung, in un­serem Falle Gleichheit zwischen dem, was der Gläu­biger hmgegeben hat und dem, was der Schuldner jetzt zurückgeben soll. Wenn es sich um individuell bestimmte und noch vorhandene Objekte handelt, ist die Gleichheit ohne weiteres gegeben, wenn es sich um persönliche Leistungen, oder um Sachleistung m m Geld ober anderen oertreibbaren Sachen handelt, muß die Gleichwertigkeit von Forderungs­recht und Lefftung feststehen. Man mag darüber, ob im Einzelfalle die Gleichwertigkeit gegeben ist, streiten können, der Grundsatz selbst kann nicht an­gefochten werden, wenn man die Rechtsidee selbst nicht aufgeben will. Unser BGB. hält'grundsätzlich diese Auffassung auch in allen seinen Bestimmungen über das Recht der Schuldoerhältnisse und im Sachenrecht fest.

Nach dem »Vorwärts' wird Lanvtagsabgeordneter Müller-Leipzig, Redakieur der Leipziger Bolks- zeituno, am Montag zum sächsischen Wirijchafls» Minister ernannt werden. D^r sozialistiiche KreiS« direkter des Kreises Gotha ist ebenfalls vom Amte suspendiert worden. Zu seinem Nachfolger wurde Oberregierungsrat Leuihäuser ernannt.

. * Schwierige Kabinettsbildung in Oldenburg. Tie letzten Verhandlungen im oldenburgiichen Land­tag zwischen Sozialdemokraten, Demokra­ten, Zentrum und Deutscher Volkspartei zwecks Bildung einer parlameniarischen Regierung sind wieder ergebnislos verlaufen. Man erntete sich jedoch dahin, die Verhandlungen nach dem Zusam­mentritt des Landtages, der etwa Mitte Februar' erfolgen wird, fottzusetzen.

retd)s und Belgiens in deutschen Händen. Unmittelbare Zugeständnisse auf die deut­schen Anregungen hin sind natürlich weder von Franzosen noch von Belgiern gemacht worden. Aber es wurde mit Nachdruck bei der Uebergabe bemerkt, daß die Antworten keinen Abschluß des Meinungsaustausches bedeuten sollen. In Paris überreichte im Auftrage Poincares der Mi­nisterialdirektor Peretti de la Rocca die Antwort dem deutschen Vertreter, Herrn v. Hoesch. Das stcnzösische Memorandum, das 14 Schreibmaschi­nenseiten Text umfaßt, legt den französischen Standpunkt zu allen Einzelfragen dar. Peretti er­klärte bei der Uebergabe, die mehr technische Antwort, die die französische Regierung auf die deutsche Denkschrift erteilt habe, wolle die Frage nicht erschöpfen. Wie Poincare bereits am 15. De­zember erklärt habe, sei die französische Regierung zederzeit bereit, deutsche Anregungen entgegenzu­nehmen und sie sachlich zu diskutieren. Die trockene Antwort, die erteilt worden sei, verpflichte daher keineswegs für die zukünftigen Verhandlungen.

Jn B r u f f e l hat der belgische Außenminister persönlich dem deutschen Geschäftsträger die Ant­wort übergeben. Die Antwort erklärt, die belaische Regierung sei bereit, auf dem seit der Einstellung ... und Seenbioung des »affinen Widerstandes ringe» f(biogenen Weg fortzufahren, es müßte ober daran fsstgchalten werden, daß die Diskussion über einen Modus vivendi nur die Modalitäten der Verwaltung der Pfänder behandeln könne, ohne am Grundsatz der Pfänder etwas zu ändern, und daß der Erfolg von Verhandlungen im hoben Maße von der loyalen Ausführung des Serfailler Vertrages durch Deutschland abhänge.

Herr v. Hoesch, der deutsche Gefcböftsträger in Paris, wird am Samstag zur ausführlichen Bericht­erstattung in Berlin erwartet. Durch die Vor­gänge in der Pfalz haben sich die Verhältnisse zwischen Deutschland und Frankreich weiterhin körn« bUglerf. Die demsche Regierung hat in Paris und Brüssel Protestnoten überreichen lassen, worin Front gemacht wird gegen die Anerkennung der Landesverräter in der Pfalz durch die Franzosen und die Rheinlandkommüsion. ES stehe fest, fo wird von deutscher Seite mitget ilt, daß die interalliierte Rheinlandkommission die Anführer des hochverräterischen Unternehmens in der Pfalz in aller Form als legitime, gesetzgebende Gewalt anerkenne. Die deutsche Regierung legt gegen diesen unerhörten Vorgang Verwahrung ein und fordert, daß die dot» tige Regierung sofort dagegen einschreite.

Die Engländer scheinen den Franzosen in bet Pfolzfrage weiterhin stark zuzufetzen. R u:er meldet darüber: Der britische Standpunkt bezüglich obtger Berorduungen sei der, daß die Rbeinlandkommiffton sie nicht annehmen durste, denn eine derartige An­nahme könne die be facto-Anerkennung der Separa­tisten bedeuten. Die Oberkommiffton sei nur zu­ständig in Angelegenheiten des Befatzungkheeres und habe keine politischen Vollmachten. Wenn irgendwie bte Frage einer Anerkennung der separatistischen Be­wegung akut werde, bilde die Weimarer Versaffung den Prüfstein. Die Bevölkerung müßte durch eine Mehrheit zeigen, daß sie eine Abänderung will und dem müsse von der Zentralregierung zngesNMmr werden. Großbritannien sei neutral und Frankreich habe offiziell erklärt, daß es ebenfalls neutral sei. Infolge der bereits unternommenen Aktion fei die Anwendung der Verordnung verschoben worden.

Auch von feiten der französischen Kammer hat Poincare eben nicht viel Erfreuliches zu hören. Der Führer der radikalen Partei im französischen Parla­ment, Herriot, bezeichnete die Ruhr-Operation ais unbefriedigend. Er wünschte Derstän- b-igimg mit England. Die Ereignisse hätten bewie­sen, daß die auswärtige Politik, die sich auf ein Gleichgewicht und auf Allianzen stütze, überlebt sei. Die Nationen müßten in der Zukunft des I Völker bundes das Heil suchen. Noch Herriots Ansicht könne man sich mit der englischen Arbeiterpartei, deren Führer Macdonald ein auf­richtiger und kluger Idealist sei, ebenso leicht ver­ständigen, wie mit den Konservativen. Das tragi­sche und verbrecherische Mißverständnis, das gegen­wärtig Frankreich und England trenne, müsse end- sich beseitigt werden. Wenn man den Plan des deutschen Industriellen Rechberg annehme, der darauf ausgehe, die deutschen Industriellen durch die französischen Industriellen schützen zu lassen, werde man sich mit England veruneinigen, ja, man gehe einem neuen Kriege entgegen, da die deutschen In- Mtriellen sicher nichts anderes zu tun hätten, als sich der Vormundschaft der französischen Industriellen zu entziehen.

In der Debatte über die Fülle des Reparations- Problems fei hier nur noch eine Aoußerung erwähnt, M Hugo Sünnes französischen Journalisten

den ReismerkebrbefrHS fo4 . « to um em mit Raturalwerten oerounüenes dmg- ZgS d ! BEnbn-7 n- £?r"nf< ! «ches Recht handele, zwar besondere Bedeutung Deuticblönd eineunbesetzten ! habe, daß sie aber grundsätzlich aus alle Schuidforde-

hoflfera mLn'n ^^lkSkskarke mit ihrem Bilde rungen auszudehnen sei. Bei den Darlegungen des befttzen, wenn sie in das besetzte Gebiet reifen rool- ' ' '

fen. Rur der Oberkommandierende des De- fatzungsheeres werde gewisse Ausnahmen erlauben können. Bezüglich der Renkenmark mache die Re- gl.ru ng ihre Zustimmung von der tzallung der deukschcn Regierung In der Frage der rheinischen Emissionsbank abhängig. Die deutsche Regierung habe unannehmbare Bedingungen für die Grün­dung dieser Bank gestellt. Der verkehr rhein- abwärts sei wieder zugelasfea worden, auch rheln- mrftvarks solle der Verkehr zugelaflen werden. Denn der Eisenbahnverkehr im besetzten Gebiet noch nicht mit der wünschenswerten Liqui- ockat habe ausgenommen werden können, so müffe sich die deutsche Regierung die Hauptschuld daran zufchreiben. Der Zollkordon werde an der Grenze des besetzten Gobletes aufrecht erhalten, aber die Erleichterungen blieben in Kraft. Das die Sicher- heit von Personen und Gütern anlange, so hätte sich die belgische Regierung nicht geweigert, die Forderungen der Bevölkerung zu prüfen, wenn es für notig gehalten worden sei. Die belgische Re- gierung garantiere auch, daß dem bürgerlichen Recht der deutschen Staatsbürger kein Abbruch gsschehe, wenn sie sich nicht den Verpflichtungen entziehen, die sie den Besatzungsmächten gegen- übst hätten.

etne gleichwertige Leistung entsprechen.

ober offenkundig, daß das vor Jahren in Gotdmark gezahlte Darlehen, wenn es jetzt im Nominalwerte der, Papiermark zurückgezahlt wird, nur einen ganz geringfügigen Teil des Wertes ausmacht, der hin- gegeben wurde. Diese offenkundige Ungerechtigkeit ist durch die Wahrungsgesetze von 1914, welche , Goldklausel aufhoben und die Paviermark zum gesetzlichen Zahlungsmittel machten, herbeigeführt morden und wird formalrechtlich auch von ihr jetzt noch gedeckt. Um trotzdem im Einzelfalle der Ge-

| gegenüber getan hak. Nach feiner Auffassung müß­ten die Verträge von den Industriellen un­tereinander und nicht von den Regierungen geschlossen werden. Im Interesse Deutschlands und nach feiner Ansicht auch im Interesse der Franzosen, gelte es, sich in loyaler Weise um die Herstellung einer zuverlässigen Grundlage für die Regelung der Reparationen zu bemühen. Es gelte, sich die durch die Verhandlungen um die Abmachun­gen mit der Micum erschlossenen Möglichkeiten zu- nutze zu machen. Die Zeit dränge. Man habe dis Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Entweder den gegenwärtigen Zustand durch neue Kriege und neue Rumen zu beenden, oder durch ein so zuverläs- siges Abkommen zwischen zwei Ländern, die mcht immer und ewig Feinde bleiben könnten, für ben Frieden zu arbeiten. Seine Bemühungen gingen in der zweiten Richtung.

wtb Paris, 12. Jan. (Tel.). Rach dem »Petit Parisien" ist zwischen dem Quai d'Orsey unb dem Botschaftsrat von hoesch vereinbart worden, daß die Antwort Frankreichs weder in Poris noch von der deutschen Regierung ver- öffenklicht werden soll.

Die RliNlärkonkrolle.

-n.®®* -Derl. Lokalanz." hat eine interalliierte Müitarkontrollkommission auch in Paderborn Mn dort garnifonterenben Bataillon des Infanterie- Regiments 16 einen Kontrollbefuch abgekartet. Für Samstag haben Kontrollkommissionen ihr Kommen noch für D r e s d e n, C a n n st a t 1 und B r e s l a u angekündigt.

V.e belgischen Mitteilungen.

Reiseverkehr. Renkenmark. Zollschranke. Bürgerliches Recht.

ders wohltuend, baß er auch die allen positiven Ge­setzen zu Grunde liegenden sittlichen Anforderungen für den ganzen Umfang der Frage rnitzuoerwenen ve.standen hat. Da aber die juristische Seite der Frage immerhin im Vordergrund stand, möge es mir gestattet sein, vom sittlichen Suurdpunkte aus den Gegenstand zu betrachten.

s Auslegung zurück, die nach Treu und Glauben unter Rücksicht auf die Derkehrssitten geschehe» müsse. Wenn man nun, um der Weiterentwicklung dieser Rechtsauslegung einen Riegel vorzrsschieven, jegliche Aufwertung gesetzlich unterbinden will, so kann es nur geschehen unter offenkundiger und g e maltfamer Unterdrückung des Rechts.

I Diese Verletzung des Rechtsempfindens unseres Vol­kes wird größeren Schaden bei ihm anrichiev | als die materielle Not, welche durch den unglück­lichen Krieg und seine Folgen über dasselbe gekom­men ist.

| Unb wie begründet man biete ungeheuerliche Rechrsoertetzung? Mit der Unmöglichkeit, unsere I kontrahierten Schulden in Goldmark zurückzahlen I 3M können und mit der Unmöglichkeit, Ordnung und I Stabilität in unsere Währung bringen zu können, I wenn Reich, Staat und Gemeinden mit ihren Schul- den in Goldwerten rechnen müßten. Es ist wohl zu- zugeben, daß Retch, Staat und Gemeinden ihre schulden, in Goldwerte umgerechnet, zurzeit nicht zahlen können. Rechtfertigt das aber diesen tiefen I Eingriff? Es liegt auf der Hand, daß etne Unter- bmdung der Aufwertung gleichbedeutend ist mit Konfiskation der geliehenen Werte. Das ist ein Ein- gnff m das Forderungsrecht des Eiaentümers, bas sich mit ben dem Staate im Interesse ber Allgemein- Helt gegebenen Rechten in bezug auf die (Eigentums» Ordnung nicht vereinbaren läßt. Die Ordnung un- Nrer Währung entscheidet allerdings über das

I Schicksal unseres Volkes. Ohne sie ist an einen wirt­schaftlichen Ausstieg nicht zu denken. Können wir °ber kemr Ordnung und feste Grundlage für unser Wirtschaftsleben schassen, so ist auch an keine soziale pronung, auch nicht an kulturellen Ausstieg und Etliche Gesundung zu denken. Die Währung mutz deshalb m Ordnung gebracht werben unb jedes recht­lich und sittlich einwandfreie Mittel, ober auch nur '°lche. dte Gesundung versprechen, müssen ange- manbt werden Auch etne gewisse Einschränkung des besonderen (Eigentums könnte dazu herangezogeu werden. Der Einzelne muß sich ja dem Gesamt- w.°hl em- und. unterordnen. Aber ber (Eingriff darf lllcht zur Vernichtung des Eigentumsrechts selbst wer­den auch nur soweit geschehen, als bas Allgemein- Es.-st nicht notwendig, und des­halb sittlich mcht zulässig, durch ein Aufwertungs­verbot zu einer tatsächlichen Konfiskation des Eigen. MMS zu schreiten. Um die Währung zu stabilisieren, würbe es vollständig genügen, den zahlimgsunfähi- gen Schuldnern dte Rechte der Konkursschuldner zu getDäfjren. As Rückzahlung der Schulden kann vor­läufig eingestellt, Sperre dafür auch gesetzlich sestae- legt werden. Auch die Einstellung des Zinsen- dienstes könnte zur Zett verfügt werden. Dabei bl.ebe aber kur Pfluht bestehen zu prüfen, ob nicht Goldwerten, wenigstens in einer bestimm­ten Hohe unb für besonders bevorrechtete Personen- kro-ls gezahlt werden könnten. So bliebe die Unoer- letzlichkeit -er Rechtskde« ftn ganzen und das (Eigen- (mstW tm besonderen gewahrt. Jeder weitere Emgrssf verletzte beide und könnte vor dem F o ru m des Gewissens nicht bestehen.

Man wlll aber nicht bloß ein Aufwertungs- verbot für bte Schulden der öffentlichen Gemein- wesen erlassen. Den inneren Zusammenhang zwi­lchen öffentlichen und Privatschulden betrachtet man als hinreichenden Grund, die Aufwertungs- allgemein auf alle Schulden auszu-

berüfjren? Dem Werteder binq"'aebenenSaAe inub I r. nern" Srfröe man sich wirklich dazu entschlie- eine gleichwertige Leistung entsprechen. Nun ist eg ro^röe.n,a" öd3 Unrecht, das man zu be- ober offenkundig, daß das vor fahren m ßuihmn®, ^en tm Begriffe ist, nur noch verschärfen. Wenn

Zn zähem Ringen.

Deutschland steht in zähem Ringen mit den tausendfältigen Anschlägen, die gegen seine Lebens­kraft geplant und versucht werden. Immer wieder bedarf es entschlossenen Mutes und eines uner­schütterlichen Herzens, um den neuen Griffen des Feindes die erforderliche Abwehr entgegenzufetzen. Jugendliche Hitzköpfe können bei dieser schweren Geduldsprobe leicht Unheil anridnen. Was soll man z. B. dazu sagen, wenn Srraßenpassanten in Berlin jetzt mit Schneeballen nach Mit­gliedern der militärischen Entente­kommission geworfen haben? Soll bas der Ausdruck der Vaterlandsliebe fein? Aber mit Zwi­schenfällen, die aus derartigen seelischen Einstel­lungen von Zeitgenossen zu den außenpolitischen Fragen hervorgehen, muß die Reichsregierung rechnen. Das erschwert ihre Arbeit noch über die schon an sich vorhandenen Schwierigkeiten hinaus. Alle besonnenen deutschen Männer sollten durch ihr Verhalten die Last der Regierung erleich­tern helfen, statt sie zu vermehren.

Nun sind die Antwortnoten Frank-