FuldaerZertung
Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stabt Fulda.
fir. 8.
Berantwortiich tfir die Eckriitleiiuna: Dr. Jobanne» Kramer. Ameisen: 3. B erteilet. Fulda. Rotalisnrbruck und verlas der :! Fuldaer Lctlendruckerei iw Fulda. FernldreSer 3?r- 9. n Beruwkvrei»: Könnt Januar 8.50 Goldmark frei Lau».
Donnerstag, 10. Januar 1924
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51. Zahrg.
Die Entwicklung der englischen Innenpolitik.
Eingreifen der Ver
einigten Staaten in den Bürgerkrieg in Mexiko
Das
beit:
Wir wollen gewiß nicht verallgemeinern, so schreibt er, und behaupten, baj? alle Arbeitgeber einem unsozialen> Geist verfallen sind. Jedoch hat sich leider in letzter Zeit in Zirbeitgeberfreifen immer mehr ein exlre- met Anhang gebildet, der nach dem (Srunbothanfn ?>un.
Nordamerika und Mexiko.
wtb P a t i s, 0. Ian. (Tel.) Nach einer Meldung der „Chicago Tribuns" werden die Vereinigten Staaten zum Schutzs der amerikanischen Interessen Kriegsschiffe nach Mexiko entsenden. Dis meisten pekroleumselder befinden sich in der Hand der AufstSndischea-FLHrers h u e r l a. der eine Ausfuhrabgabe erheben werde.
Reuter meldet, eine Vollsitzung des Kabinetts wird die Form der Thronrede erwägen und darüber beraten, ob die konservative Partei weiterhin für den Schutzzoll eintreten soll. Baldwin prüft gegenwärtig den Bericht der Millnerschen Zollkommission, deren Schlußfolgerungen Einfluß auf di« Entscheidung des Kabinetts haben werde.
Tas sind io un ünstige Perspektiven für die Zukunft, daß jeder veranlworlunasbewuhte Teutsche auS ehrlichem Besorgtsem um das Vo ksganze nur nachdrücklichst vor einer solchen Entwicklung warnen kann.
I unruhigen, Fräulein Nielsen! Mein, Pflicht liegt klar | vor mir. Ich tue, war recht ist, und stehe im Schutze I des höchsten. ,
Ich machte Helga ein Zeichen, zu schweigen. Er ist I total unzurechnung-fähig, flüsterte ich ihr zu.
Gegen zehn Uhr zog Helga sich zurück, und bald I suchte auch ich mein Lager auf.
Heftige Schläge gegm die Tür der Tlebenkcchine rissen I mich aus dem Schlummer.
Mr. Tregartheni Mr. Tnegarthen! Wo sind Sie? schrie eine heisere Stimme. Um Himmels willen wachen Sie auf und kommen Sie heraus! Hier gibt» Mord und I Totschlag!
Lch erkannte die vor Entsetzen ganz entstellte Stimme Abraham, und wußte im selben Augenblick, war geschah, noch ehe der Mann er aursprach.
Hier bin ich! schrie ich, tastete mich im Dunkeln nach der Tür und öffnete sie. Wo sind Sie, Abraham? Ich streckte die Hand au, und zog ihn zu mir herein.
2?ie Mannschaft meutert! keuchte et. Sie haben den Steuermann erschlagen und jetzt ist der Kapitän dran!
Wo ist Jakob?
Da, weiß (Sott!
Sind Sie bewaffnet?
Ich habe gar nichts. Ich kann da. Schreckliche nicht erzählen, hier so im Dunkeln, mit dem Mord vor der Tür, stieß Abraham atemlos hervor.
Was gibt'»? rief Helga aus dem Innern ihrer Sabine.
Deffnen Sie schnell und lasten Sie uns hinein! rief ich- Kleiden Sie sich im Dunkeln an! Die Malaien meutern und haben den Kapitän und den Steuermann I überfallen. Still!
Ich lauschte angestrengt, vernahm ober nichts, außer I ben gewöhnlichen auf einem Schiffe hörbaren Geräuschen. I
Helga öffnete, und ich führte Abraham an der Hand I in die dunkle, ihm unbekannte Kabine, deren Tür ich ! bann verriegelte.
Es war stockdunkel, denn die Sterne, bie durch ta, | kleine Fenster schienen, warfen auch nicht ben schwächsten Lichtschimmer in bie pechschwarze Finsternis ' i
bet russischen Regierung sernzuhalten. wird ein Ende gemacht werden, wir wollen da, Ami vberneh. men. um zu versuchen, die mannigfachen Schwierigkeiten, die fehl Großbritannien, Europa und die well bebräu- gen, zu bewältigen.
Unser« Ausgabe ist es, alle Männer und Frauen, die guten Willens sind und ein sichere, Urteil besitzen, zu mobilisieren. Unsere große Pflicht ist es, die verb in- bongen für den Frieden her ust ll n. E, gibt keine europäische Hauptstadt, die nicht bemüht wäre, die glimmenden Junten des letzten Kriege, auslöschen zu lassen.
Vie Arbeiterpartei ist dazu berufen, bie Jriebens- kräste in allen Teilen Europa, zu stärken. Wir werden alle, in unseren Kräften stehende tun, um den Dau de» Völkerbundes zu vollenden und Ihn rücksichtslos als Hauptinstrument verwenden, um die internationale Gerechtigkeit zu sichern, um dadurch die Bedingungen für den Internationalen Jrieben zu schassen, wenn wir die russische Regierung anerkennen, so nicht deshalb, weil wir mit allem einverstanden wären, was die rnstischr Regierung getan hat; das ist nicht unsere Sache, wir wünschen Handelsverbindungen und deren Regelung von Japan bl» sie- land.
Wa, ist geschehen? fragte Helga, während sie sich mit I fliegender Hast ankleidete.
Sti machte ich; meinen aufgeregten Nerven war e» I al» ob draußen nackle Füße über bie Planken schlichen; I boch hatte ich mich getäuscht.
Ohne Licht kann ich nicht erzählen, flüsterte Abraham. I 8st hier keine Laterne? Ich habe ein paar Zündhölzer I bei mir.
Lch schlüpfte hinaus unb holte bie Laterne, bei beten I Licht wir uns gegenseitig in die totblassen Gesichter I sehen konnten.
Di« Leute werden un» nicht ans Leben wollen; wir haben ihnen nichts getan, sagte Helga.
Trauen Sie ihnen nicht! Ist hier nichts, wa» man als Waffe gebrauchen könnte? rief Abraham und erzählte bann hastig, was vorgegangen war.
Al, ich um acht Glasen nach unten kam, fanb Ich ülatjer mit ein paar Leuten in eifrigem Gespräch, ba, er j aber sofort abbrach, als er mich sah. Ich legte mich hin I nickte aber nur ganz kurze Zeit ein. Dann wachte ich wieber aus. In einer Ecke stauben ein paar von ber Mannschaft beisammen unb flüsterten, sahen sich auch ab unb zu nach mir um, konnten aber nicht wissen, bah ich sie, sozusagen mit einem Auge, beobachtete. E, mag ungefähr sieben (Blae gewesen [ein, als Notier leise etwa, von oben burch bie Tür rief, rocrauff sie alle gleichzeitig aus ben Hängematten stiegen unb verfchwanben. Als ich mich überzeugt hatte, baß alle weg waren, richtete ich mich auf unb horchte: Da ertönte ein entsetzlicher Schrei: »D Gott! Hilfe! Hilfe!" Ich buchte, jetzt würben sie sich auf mich stürzen, wenn nicht Jakob schon baten hatte glauben müssen, unb rannte hierher ... .
Mit zitternder Hand fuhr er sich über die Stirn.
Glauben Sie, baß sie ben Kapitän auch ermordet haben? fragte Helga.
Ohne Zweifel! sie hatten sich in zwei Trupps geteilt.
Labe ich es nicht im voraus gesagt? rief ich. Mann, wo hatten Sie Ihren Verstand gelassen? Was können wir von diesen wilden Teufeln erwarten, bie un, üm unseres Glauben willen hassen?
Horch! sagte Helga, mir war’,, al« ob etwa, in, Baffer fiel«.
Wenn sie nur nicht meinem Kameraden zu Leibt gegangen sind! schrie Abraham. Sei Gott, das wäre zu hart, erst ber eine, bann ber onbere!
.Wer von ihnen kann ein Schiff führen? fragte Helga. Niemanb, bas weiß ich genau aus Nakiers Reden. Sollen wir hier etwa sitzen bleiben wie Ratten in ber Falle, ober, wenn sie bie Tür einbrechen, uns mit leeren Händen wi« wehrlose Kinder abschlachien lassen? rief ich.
Mit einem nach dem andern würde ich allein fertig! sagte Abraham, tief Atem holend und in seine ansehnlichen Fäuste spuckend. Aber mit all den blutgierigen Bestien auf einmal — mutlos schüttelte er den Kopf.
Lch werd« an Deck gehen! sagte Helga plötzlich. Ich habe am wenigsten von ihnen zu fürchten; sie sind mir immer freundlich begegnet und wissen außerdem, daß ich mich auf die Schiffahrt verstehe. Ich werde mit ihnen reden.
Sie wandte sich nach ber Tür, doch faßte ich ihren Arm unb hielt sie zurück.
Sie bleiben hier, Helga.
Lasten Sie mich gehen, Hugh! bat sie, indem sie fick meinem Griff zu entwinden suchte, ich bin die einzige bie mit ben Meuterern sprechen kann. Lassen Sie mich gehen!
Tun Sie e, nicht, Herr! rief Abraham, ber jetzt leine ruhige Ueberlegung wiebergewonnen zu haben schien. Die Schurken werben sie nur zurückhalten, bis sie un* beibe erledigt haben, unb dann bliebe sie mit ber Hord« allein auf bem Schiff!
In biesem Augenblick klopfte jemand leise unb, wie es mir vorkam, schüchtern an die Tür, burch bere« Spalte ein Lichtstrahl brang.
Wer ist ba? schrie ich, bereit, bem ersten, ber sich zeigen würbe, an bie Kehle zu springen. Das Blut kochte mir in ben Abern; benn ich hielt biefes sanfte Klopfen, biefe lautlose Annäherung für einen hinterlistigen Kniff.
Ich seien es, Herri Deffnen, Herr! Allee right!
Das ist Nakierl fugte Abraham.
Fürchtet nichts. Herr! Unsere Arbeit fft getan. Wn wollen euch sprechen und euer Freund sein!
^Fortsetzung loljgj
Eine Schreckensnachk.
Am Morgen hatte sich ber Sturm cmsgetvbt. Dfe dl-ken Wolkenmosien zerstreuten sich, bie Sonn« brach hervor und verwandelte das kalte Grau ber noch immer hochgehenden Wogen m leuchtendes Saphirblau. Am Nachmittag beruhigte sich auch bie See, unb bie Sc«-f lief bei leichter westlicher Brise unter vollen Segeln. G» folgte ein Abenb c'on berückender Schönheit; die Mond- sichel streute Silbertropfen m das dunkle Wasser, unb die Sterne funkelten unb strahlten in südlichem Glanze.
Helga unb ich genossen bie wunbervolle neue Ruhe bei einem Spaziergang auf Deck — unb es bauerte nicht lange, so gesellte sich ber Kapitän zu uns.
Nakier unb zwei andere waren bei mir unten, fagte er. Schade, daß Sie nicht dabei waren. Mir scheint, daß sie jetzt allmählich Verstand annehmertt
Einer impulsiven Stegung folgend, brach ich mein Schweigen, um ihn zu fragen, wa» die Leute denn eigent- lich gewollt hatten.
Immer dieselbe langweilige Geschichte, antwortete er, unbekümmert um lauschende Ohren, mit lauter Stimm«. Sie verlangen Rindfleisch, nicht, al» Rind- fleisch. Ich sagte ihnen jedoch, daß sie es nur abwechselnd mit Schweinefleisch bekommen würben.
In salbungsvollstem Tone verbreitet« er sich weiter über bie eindringliche Art seiner Unterhandlung mit den .ßeuten. Es blieb mir einfach unbegreiflich, wie ein Mensch so verrückt sein konnte, ein derartig gefährliche» ^Experiment zu wagen, und ich benutzte eine Paule, in ■her er Atem schöpfte, um ihm Iokab» Beobachtungen mitzuteilen.
Gewiß, Mr. Tregotthen, sagte er mit leisem Hohn. Das Bekehrungswerk erfordert einen furchtlosen Mann.
Man kann mutig fein und doch halbwegs oernünst'g, sagte ich gereizt. Ihre Leute sind Teufel, wenn sie gereizt werben!
Der Führer eines Rettungsboote» sollte mehr Mut beweisen! Lassen Sie sich durch Ihren Freund nicht be-
doch nicht vergessen, daß bie Einheit der Nation unser h ö ch st e s Gut ist, das aufrecht zu erhalten das dringendste Gebot ber Stunde ist.
Vie französisch-belgische antwort
Die Tür zu Verhandlungen bleibt offen.
wtb Pari», S. Jan. (Id.) Heber bie französisch-belgisch« Antwort auf bie deutsche Denkschrift vom 24. Dezember will bet „IRatltT erfahren haben, bah bie beiden Dokumente die Tür zu weiteren Verhandlungen nicht verschließen, heute werbe am Quai b'Orsey die letzte Hand an bie Role gelegt werden, die alcbann unverzüglich dem Botschafter von hoesch ausgehäudlgt werde.
MMKlMMW in WM.
Die Mitglieder des neuen Unterhauses hotten sich am Dienstag zur Wahl des Sprecher, versammelt. Whitley wurde einstimmig wieder- gewählt. Am 15. Januar wirb ber König bas Parlament mit einer Thronreb« eröffnen*
Fundament für unseren Staat bildet bi« Erhaltung des Lebens, der Arbeits- und Produktionskraft unteres Volkes Daß unser Volk ohne schwere Echäbi- gungen durch diesen Winter kommt, ist bie wichtigste Sorge. Die Maßnahmen, die di« Regierung getroffen hat und bei deren Ergreifung sie nicht immer auf Beifall rechnen bars, finb bekannt: sie heißen rücksicht», lose Abbrosselung aller irgenbwie ent- behrlichen Ausgaben unb rücksichtslos« Steigerung ber Einnahmen. Die Erkenntnis, daß es gilt, Opfer zu bringen, hat erfreulicherweise zugenommen, fettbem es gelungen ist, die brutsche Wirtschaft vor bem völligen Sturz in ben Abgrund zu retten unb unsrem geplagten Volk wieber ein festes Gelb in bie Hand zu geben. Das Ausland ist uns dabei durch charitativ« Mithilfe in überraschend erfreu- lichm Maße zu Hilfe gekommen: aber vor allem ist • erforderlich, daß unser Volk Selbstzucht übt. Der kleine Kreis, ber immer noch nicht begriffen hot. daß es eine Schanbe ist, zu schwelgen, wenn Hun- berttaufenbe von Volksgenossen barben, muß sich endlich des Ernstes ber Situation bewußt werben unb fein Ber- dsil'en danach einrichten. Diesen Leuten, bie jet>t im Auslände ein Lurusleben führen dürfen, wird bie Reichs- tegiertmg energisch zu Leibe geh«n.
Neben ben wirtschaftlichen Sorgen beftebt bk Sorge um unser beutsche» Rbein 1 anb. die Sorge um unser «Ruhrgebiet. Rhein-, Ruhr, unb Repa, rationsfrage, das sind df« Schicksalsprobleme unteres Volkes nach der Wiederaufricbtmia be, beutln Wirt- lchastslebens burch eine gesunde Währung Gegenüber diesen Dingen treten alle anderen Fragen in Den Hintergrund.
Memsik null MsWMsll.
Dn einem Dorlrag in der Berliner Handelskammer über die wirtschaftliche Grundlage der Rentenmark wies Geheimrat h i l l g e r, Mitglied des Verwaltungsrates der Rentenbank und Vorsitzender de» Reichslandbundes, darauf hin, dätz der Staat zur Stabilhaltung der Rentenmark unter allen Umständen jein Budget aus- balanzieren müsse.
hillger glaubt, daß der Reichsfinanzminister in seinen dahingehenden Bemühungen Erfolg haben werde. Die Wirtschaft müsse die Vestredungen der Rrntenbank unterstützen durch rücksichtslosen Preisabbau und ebenso die arbeitende Bevölkerung durch Abbau der Arbeitssyndikate, eine vernünftige Lohnpolitik und ein« vernünftig» Regelung der Arbeitszeit.
Gegen sozialpolitischen Rückschritt.
Der Generalsekretär be« GemmtverbandeS der christlichen Gewerkschaften Bernhard One wen' et sich in einem Krickel in bem Stegerwaifrchen Blatt „Äet Teutsche" gegen bie zunehmende Nemung industrieller Srbeitg«bertreife, bie augenblickliche »SchwächungberGewerkschaften im Sinne bes sozial* po!iliichen Rückschritts auszunützen.
Reichskanzler Marx gewährte dem Chefredakteur der „Braunschweigischen Staatszeitung" ein Interview, in dessen Verlaufe er u. a. sagte:
Es finb im wesentlichen zwei Aufgaben, bie un- ausgesetzt bie Aufmerksamkeit ber Reichsregierrmg in Anspruch nehmen: bas ist bie Sorge um Rhein unb Ruhr unb bie Sorge um b' e wirtschaft- kiche Lebensfähigkeit be» brutschen Vol»
Anhang gebildet, ber nach bem (Brunbgebant.n Han-
Wir wollen allein herrschen unb fritieren! Blei- d)ts werben bie Folgen fein, wenn bie;es Extrem zu stärkerer praktischer Auswirkung gelangt? Wir leben jetzt in einer Zelt ber Not unb in einer Periode — auch bas soll zugegeben werben —, wo bie Arbeit»! Nehmer infolge ber Entwicklung, bie insbesondere bas letzte Jahr genommen hat, stark geschwächt sind. In- solgebessen braucht es auch nicht Wunber zu nehmen, wenn sich schließlich weite Arbeitnehmerkreise einem auf sie ausgeübten Zwange fügen. Diese, S t ch- Jjögen beruht aber nicht auf innerlicher Erkenntnis unb Bereitwilligkeit. Viele werden ein« Faust in bet Tasche machen, ja Schwächlinge werben sich in der Rot sogar noch in äußerer Liebedienerei ergehen. Aber die so in Arbeitnehmerkreisen ausgeiöfte Stimmung unb Einstellung kann keinen Bobtn abgeben, auf dem die Wirtlchatt unb bas Volksganze gebeihen tonnen. Die Gegensätze im Innern werben baburch aufs äußerste verschärft; bem Radikalismus wirb immer w i s« ber Wasser auf bie Mühlen geliefert, und wenn jetzt bas rabikal« Extr-m aus Arbeltg.'berkleisen ob n ift unb von ben Arbeitgebern bie Macht mißbraucht wird, wirb spater ber Rabikaltsrnu, im Arbeitnehmer- lager wieber obenaufkornmen unb bann bie Eeleg-nheit dazu benutzen, ebenfalls wieder bie Macht zu miß. brauchen. So liegen bie Ding«. In solcher Lage wirb bas beutsche Volk sicherlich nicht bie notwenbige Straft zum Wiberstanb gegen bie auß-mpolitisch- Be- drückung aufbringen. Weite Streife des bniflchen Volkes finb bann ein Spielball in ber Hand rürffidj'sfofcr Grup. pen im Innern zum Nutzen unserer außenpoliti chen Feinbe, welche ben inneren Zwiespalt bes brutschen Boltes weiblich für sich ausnützen werden.
9tr RkiWnzlek m deutsche MmstM
Gesunde Währung* — Regelung der Reparationsfrage.
vie Sachverständigen aus Amerika
General Dawes und Owen Poung drängen auf Beschleunigung.
Die in Paris angekommenen beiden amerikanischen Sachverständigen Daves und Owen Doung erlassen durch die Havasagentur folgende Erklärung:
Die amerikanischen Sachverständigen haben bis jetzt der Presse keinerlei Erklärung abgegeben. Alle Erklärungen, die sie jetzt oder in der Folge zu geben haben, werden einen offiziellen Charakter tragen. Sie sind von der Neparalionskom» miffion aufgefordert worden, an einem Sachverständigenausschuß teilzunehmen, von dem man verlangt, daß er Tatsachen studiert, Folgen hieraus zieht und gewisse Vorschläge unterbreitet. Die amerikanischen Sachverständigen hoben keine vorgefaßten Pläne und hoffen nur den Plänen, die von anderen Persönlichkeiten unterbreitet werden, zu Hilfe zu kommen.
Sie hoben aber augenblicklich eine Erklärung abzugeben, von der sie voraussetzen, daß sie von ollen Mitgliedern des Sachverständigeno-'sschuffLS sowie von der öffentlichen Meinung der Welt gebilligt werde: Die Zeit sei ein wesentliches Element der Lage. Das Komitee, das eingesetzt sei, sei ein geschäftliches Komitee, dar sich mit Tatsachen beschäftige und konstruktive Folgerungen daraus zu ziehen habe. Seine Arbeiten müssen mit umgehender Beschleunigung geführt werden und es müssen ununterbrochen täglich« Sitzungen abgehaltsn werden.
England gegen die Separatisten.
Diplomatische Schritte gegen die Separatisten In der Pfalz.
wtb Paris, 9. Jan. (Tel.) Havas meldet ans London: Informationen aus guter Quelle zufolge habe die englische Regierung bei der französischen Regierung verschiedene Demarchen unternommen. um Erklärungen über die Haltung Frankreichs gegenüber den Separatisten in der Pfalz zu erhallen. Diese Demarchen sollen von dem englischen Botschafter in Paris und dem englischen Ober- kommissar bei der Rheinlandkommisjiou cnler- nommen werden.
Was ben Gebauten einer Umgestaltung ber Weimarer Berfaffung betrifft, fo »erben wir ber Erörterung biefer an unb für sich wichtigen Dinae, denen in normalen Selten jahrelange Bn*funa<-n Sach» nentanbiger in Oer Publizistik unb fn ber öffentlichen Meinung oerangeaangen mären, natürlich auch im eturmlouf ber Dinge nicht au, bem Weg« geben.
habe ja , erklärt« ber Kanzler, „bereit, in meiner Rebe vorn 4. Dezember 1P?3 lebhaft beklagt, baß da, Berbältms zwilchen bem Reiche unb ben Ländern in vielfacher Begebung getrübt fft. Ich habe banrnls ha, Versprechen abgegeben, eine Klärung diele, Verbälfnille, zu versuchen unb w-möglich berbeUufüb’-en. An freier Aufgabe hatte ich fest und ich hoffe, daß sie ssch jeht mit wmfo weniger Schwierigkeit durchführen läßt, als bie Crfenntm» von ber Bntroenb'gfeft ein« einmütioen Verhaltens bei km Gefahren, bie uns außen unb innen umgeben, gewachten ift.”
3n erster Linie kommt, so schloß Dr. Marx stme Ausführungen, als dringendste Frage eine Neuregelung des finanziellen Verhältnisses zwischen dem Reiche und denLandernin Frage. Die Vorarbeiten hier- zu sind bereits im Gange. Der Reich-finanzmini- ster bat auch bereits zu diesem Zwecke mit den Landern Fühlung genommen, haben die finanziellen Beziehungen zwischen dem Reiche und ben Landern erst eine ben gegenwärtiaen Verhältnissen «ntsvrechende Regelung erfahren, so wird erforderlichenfalls auch in eine Prüfung der fn Deutschland jetzt staatspolitisch wichtigen Probleme eingetreten werden. Aber wie gesagt, bei allen diesen «ragen, so wichtig sie auch sein mögen, dürfen wir
Ter Berichterstatter be« ,Daily Telegraph für Arbeiterfragen schreibt, e« sei durchaus möglich, daß bas bctioiitebenbe Kabinett Macbonolb ein weibliche« Mil glieb enthalte. Der Na.ne. bet in Zmammenhong damit genannt werde, fei ber von Miß Margaret Bonfie'd. Di« beiben Feintet für bie eine Fron befonderS geeignet zu fern scheine, feien bet Unierstoal« ekrelarposten im Arbeusmim- slerium unb da« GesunbbiirSministetlum.
Ramsey Macdonalds Programm.
vtb Loudon. 9. Jan. (Tel.) Ramsey Mar- donald, der englische Arbeiterführer, sagte in einer Ansprache bei einer Kundgebung der Arbeikerpartei:
Dir wollen nicht dir Regierung übernehmen, um allgemeine Dahlen vorzubrreilen, sonbern nm ju arbeiten. Fall» dos Kapital aus bem Land« flüchte», wenn wir zur Macht kommen, so werben dl« Cc J'i dafür vcrantworlttch sein, bie die Panik erregen, nicht bie Arbeiterpartei. Wir wollen alle Junten kräftig auskrelen, dl« vielleicht zu künftigen Kriegen füfjken könnten. Der Streit zwischen jrankrelch und England, wenn man so die Nadelstiche unb MH- Verständnisse zwischen den beiden Ländern nennen kann. Ist tief bedauerlich. Dies alles gehl nicht von den heften Geistern In beiden Ländern aus. (Es würde ein großer Erfolg sein, wenn möglich wäre, ein Einverständnis statt des Wettbewerb» ber militari- sch »n Kräfte mit jrankrelch, Italien, Rußland, Deutschland, der Tschechnflowakei und den anderen Na- Honen hrrzustellen. Der dünkelhaften Torheit, sich von :
Kesga.
Teeroman von Tlotk Nusfol.
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