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Einzelnummer 10 Pfennka.

Amksicher Anzeiger für den Kreis und die Sfaöf Fuida.

Nr. 5.

Lcrantwortirch 'fit die Eänrtleiiuna: Tr. Jobsuner Kramer, «ureigen: I. D arretier. Jolda. Sctct^onztiracf und Verlag der :: Fuldaer «cliendruckerei in Fuida. FernivreSer Ar. 9. ::

BeruaSdrei»: Monat Jannar 2.50 Soldmark frei Laus.

. 8

Sonntag, 6. Januar 1924-

Snreigen-Preiie Klein,«le (ttoioneJ lota. o,lö ®o.6man auSsärt» 0.20 So.bmari: Reklame» eile total 0.60, Sold mark !: auswärts OSO Soldmark. :.

Bei Wiederdolnnaen Rabatt. Vo't-checkkonf o Frankfurt a. Bk. 4051.

51. Zahrg.

widersprechendes aus Paris.

Havas veröffentlicht folgende offiziöse Note: In diplomatischen Kreisen wurde erklärt, daß die in der ausiänd.fchen Presse erscheinenden Meldungen, in denen die f r a n z ö s i s ch e Ll n t w o r t auf die letzte deutsche Denkschrift als rein negativ be* zeichnet wird, keinerlei Text zur Grundlage habe. Der Meinungsaustausch über die Antwort zwischen Paris und Brüssel sei kaum eingeleitet, und werde wahrscheinlich noch mehrere Tage dauern, bis der endgültige Text seststehe.

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DasJournal des Debats" macht unter der UeberschriftDie Politik des Aufbaues" folgende Ausführungen:

Es sei im höchsten Grade wünschenswert, daß es in den ersten Monaten des Januar 1924 zur Wie­derherstellung der früheren Industrie-- und Handels­tätigkeit in den besetzten Gebieten unter ständiger französischer und belgischer Kontrolle komme. Die Wiederaussöhnung, deren Morgenröte der Präsident der Republik am 1. Januar begrüßt habe, setze eine Entwicklung in den Gemütern voraus, auf deren Wirkung man nicht im Voraus rechnen dürfe. Einige französische Blätter erteilten den Kabinetten von Paris und Brüssel den Rat, sich in ihrer Antwort an Berlin auf die Erklärungen Zu beziehen, daß sie bereits gewisse, den deutschen Vorschlägen entsprechende Maßnahmen getroffen hätten, und was das Uebrige anbetreffe, nicht in der Lage seien, die Ergebnisse der Politik vom 11. Ja­nuar zu gefährden. Das Blatt erklärt, gegen­teiliger Ansicht zu sein. Die Politik vom 11. Ja­nuar habe die Beschlagnahme der sogen, produk­tiven Pfänder zum Gegenstand gehabt. Der pas­sive Widerstand habe diese Pfänder unproduktiv gemacht. Die Einstellung dieses passiven Wider­standes müsse sie dauerhaft und produktiver ge­stalten. Es handele sich also für Frankreich darum, die Handels- und Jndustrietätigkeit, aus der es seine Eingänge für die Rrparaiionskasse ziehe, mit aller Kraft zu erleichtern. Man wende dagegen ein, daß das System der Ausfuhrpolitik erhalten werden muffe. Gut! Aber die Ausführung dieser Me- chode sei keineswegs unvereinbar mit der Wieder- aufnahm« normaler Arbeit und der Wiedereinfüh- rung eines regelmäßigen Transportverkehrs.

vom Treiben der Zouderbündler.

Umtriebe in der Pfalz. Der widerstand der «ichskreuen Beamten. Der Kampf am das Deutschtum im Saargebiet.

Den Gemeinden des Bezirks Landau ist, wie "Köln. Ztg." berichtet wird, von dem fron« schuchen Bezirksdelegierten die schriftliche Mittei­lung zugegangen, daß die Sonderbündler bei der Rheinlandkommission die Genehmigung eines von der sog.autonomen Regierung" erlas­senen Gesetzes über die Neuregelung der Er­werbslosenfürsorge beantragt haben. Bis zum In- krafttreten dieses Gesetzes sollen nach Anordnung des Bezirksdelegiertsn von den arbeitenden Betrie- ben 20 Prozent der bis fetzt an die Krankenkassen gezahlten Beiträge für Erwerbslosenunterstützung abgeführt werden.

Wie dem gleichen Blatte aus Kaiserslautern gemeldet wird, wurde das dortige Zollamt geschlof­fen, weil die Beamten die von der sog. autonomen Regierung der Pfalz verlangte Loyalitätserklärung abgelehnt haben. Auch das Finanzamt in Neu­stadt a. H. wurde geschloffen. Die Beamten haben stch zu erklären, ob sie unter den Separatisten ar­beiten wollen, andernfalls haben sie Absetzung und Ausweisung sowie Vermögensbeschlagnahme zu ge­wärtigen.

Die Liberale Volkspartei und die Deutsch-Demokratische Partei des Saargebiets haben sich zu einer einzigen Partei zusammengeschlossen, die rücksichtslos eine offene Vorkämpferin für die Erhaltung des Deutsch- tums an der Saar fein will. Sie bekennt sich zum einheitlichen Deutschen Reiche in feder Staatsform. Das Hauptziel ihrer Politik ist, durch die Ab­stimmung im Jahre 1935 das Saargebiet dem deutschen Baterlande zu erhalten.

strberreichung einer Denkschrift in Berlin. Die föderalistischen Wünsche Bayerns. Ausgestaltung jes Reichsrates zum Bundesrat. Ist dazu jetzt die richtige Zeit?

Obwohl Deutschland zurzeit vor Problemen nicht aus noch ein weiß, haben die Bayern die Ansicht, daß eine Revision der Weimarer Verfassung nicht länger aufgeschoben werden könne. Die Denk- s ch r i ft der bayerischen Regierung zur Revision der Weimarer Verfassung wurde am Feitag in Berlin dem Reichskanzler durch den Gesandten von P r e g e r überreicht.

In einer Pressekonferenz im Staatsministerium des Aeußern in München wurden die Pressevertreter am Abend über die leitenden Gedanken der Denk­schrift informiert. Die nach Ansicht der bayerischen Regierung notwendigen Aenderungen an der Reichs- oerfassung gehen nach zwei Richtungen:

1) Neubegrenzung der Zuständig­keit zwischen dem Reich und den Einzelstaaten mit dem Ziel, die staatliche Selbständigkeit der Einzel» floaten in ihrem früheren Umfange;

2) Einräumung des Rechls verstärkter Anteil­nahme an der Willensbildung des Reiche s den Einzelstaaten gegenüber. Das Kern- Problem sieht die Denkschrift in der Hebung der verfassungsrechtlichen Stellung des Reichsrats zur Stellung des früheren Bundesrats. Di« Denkschrift

stellt im einzelnen die wichügsten Punkte zusam­men, die auf dem Gebiet der Gesetzgebung, der inneren Verwaltung, des Verfassungswesens, der Justiz, des Finanzwesens, der Kulturpolitik, der Kulturpflege, des Militär- und Verkehrswesens, der auswärtigen Beziehungen und der Wirtschaft als abän-derungsbedürftig erscheinen.

Zum Schluß wird in der Denkschrift verlangt, daß auch die der BezeichnungLänder" zugrunde liegende Absicht, die Degradierung bis zur Reichs- prooinz weiter zu treiben, endgültig verzichtet und wieder zum vollgültigen Bundesstaat der frühe­ren Reichsverfassung zurückgekehrt wird.

*

Da von der stärksten Partei in Bayern zurzeit auf Neuwahlen hingearbeitet wird, hätten die batje- rische Regierung vielleicht gut getan, erst einmal das Vertrauensvotum des Volkes abzuwar- ien, ehe sie eine fo wichtige Sache, wie eine Revision der Weimarer Verfassung es ist, in Angriff genom­men hätte.

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Die Wahlvorbereitungen m Bayern nehmen ihren Fortgang. Die Fraktion der Baye- rischen Mittelpartei und der Deutschen Volkspartei hat einen Abänderungsantrag zur Regierungsvor­lage über die Abänderung des Landeswahlgesetzes eingebracht, in dem u. a. gefordert wird, daß die Störung einer öffentlichen Versamm­lung mit Gefängnis und Geldstrafe be- straft wird und daß in Artikel 41 des geltenden Landeswahlrechtsgesetzes zu setzen ist statt 140 Ab­geordnete 95 Abgeordnete.

Dar Sold der Reichrbank.

Zu den in den letzten Tagen verbreiteten Gerüchten, die Reichtzbank Hobe wieder einen erheblichen Teil ihres Goldes nach Amerika exportiert, erklärt die »Voss- Z g", m(teilen zu können, daß die Reichsbank überhaupt kein Gold nach Amerika geschickt Hobe. Zutreffend sei nur, daß Anfang Dezember zwei Millionen Goldmaik aus Teuischland nach Amerika abgegangen seien, aber nicht aus dem Reichs- bankbesiand.

Wie das Blatt über die in der Beratung besind- liche neue Aendeiung des Reicksbankgefetzes hört, beireffe diese die AmtSdauer des Präsidenten, des Vizepräsidenten und der Mitglieder des fReicbSbanf- d.recioriums. Der RetchSbanipräsident solle nicht mehr lebenslänglich, sondern nur für sieben ^ahre ernannt werden. An der Autonomie der Reichsbank werde aber dadurch in keiner Weise ge- perüttelt. Im Gegenteil würden die Befugnisse oes Präsidenten noch insofern erweitert, als ihm maß­gebender Einfluß auf die Ernennung des Vize- präiidenten und der Direktoriumsmitglieder gesichert werden soll, deren Bestellung auch weiterhin auf Lebenszeit gelten soll.

Schrvers VirtschafttkSmpfe.

Der Konflikt In der Berliner Metallindustrie. Vor einem Schiedsspruch. Lrwerbsloseuausschreitungeu im Rheinland.

Zu der am Donnerstag nachmittag vom Schlich­ter Wissell anberaumten Sitzung des Schiedsgerichts im Berliner Metallarbeite^treik waren die Ar­beitgeber nicht erschienen. Wissell er­klärte, er wolle noch einen letzten Versuch der Ver­ständigung machen und setzte deshalb die nächste Sitzung des Schiedsgerichts auf Samstag vormittag 10 Uhr an. Nach der Sitzung teilte einer der Ar­beitgeberbeisitzer den Vertretern der Arbeitnehmer mit, die Unternehmer seien bereit, persönlich ihnen zu verhandeln. Es wurde daraufhin verein­bart, daß die Verhandlungen zwischen den Ver­tretern der Parteien Samstag vormittag 8 Uhr

Falls sich die Parteien in dieser Sitzung nicht einigen, tritt das Schiedsgericht um 10 Uhr wieder zusammen und wird, wenn die Unternehmer nicht erscheinen, einen Schiedsspruch fällen.

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Nach einer Meldung derDeutsch. Mg. Ztg." aus Koblenz kam es im benachbarten Sayn bei einer Besprechung über die Einführung des Zehnstundentages zu schweren Ausschreitun- gen der Erwerbslosen. Mehrere der Hüttendirek- toren und ein Syndikus wurden erheblich ver­letzt. Der französische DberMegierte der Rhein- landkommtsfion verhängte über Sayn und zwei Nachbargmeinden den Belagerungszustand.

Die Aussichten d :s Handwerks für 1924 beurteilt oetP i äsiüent f er Handwerkskammer zu Berlin, Karl Lubert im B. T. wie folgt:

Die Aussichten iür dos Handwerk im neuen Jahre sind in wirtschaftlicher Hinsicht nicht gerade glän­zend und man mutz sichMüh geb n, nicht pessimistisch zu weroen. Hat doch gerade das Handwerk durch die Preispolitik der Kartelle, durch Preistreiberei- Verordnung, Verbot der Geldrechnung u. s. f. außer» ordentlich gelitten; das Schla wort .S.bstanzverlust" ist fürs Handwert leider keines mehr. Der Bedarf an guter Handwerksware tm Inland ist sehr groß, trotzdem stockt bt e Produktion, da die teuren Roh- sione, Solz, ®ifen usw die Fabrikate kolossal ve.teuern und dadurch den Konsumenten die Ainchoffun i u lich machen. Was an Subiianz noch er alten werden konnte, wird durch die Sieuersch.anbe weiter verringert, fo bah viele Betriebs.nhaber ziemlich resigniert in das neue Jahr eintreien werden. Ein Hofsn un isstrahl ist d>e Stabilität der Währung, die uns die Nenten- ma'.k gebracht hat, und die hoffentlich erhalten bleiben wird, rooian zu zweifeln Ursa hen nicht vorliegen.

Die Annäh u. g Der Mieten an Die^rieben miet'*, die naturgemäß nur langsam geschehen kann, mutz im

wohlverstandenen Jnieresie der Volksgesamtheit fo nutzbar gemacht werden, datz der Bau markt eine wesentliche Betebuna erfährt. Wird et.t Teil der (Soibarcte durch die Nichtsufwertung der Hypotheken frei (das zu kiitisieren rst hier nicht der Ort), so baif er nicht einfach weggesteuert werd en, um dann in ,wrm von Erwerbslosenunterstiitzung verausgabt zu werden, denn er wird dadurch nur zum durchlaufenden Po »en, und niemand bat einen Nutzen davon. Ermo - licht man aber das Bauen, dann kommt Leben in den inneren Markt und mit der Beschält gung der zahlreichen Handwerke und Gewerbe, die vom Baugewerbe abhängig sind, verfchwtndetnichtnnrdieErwerbslosig- kett z>'m großen Teile, sondern auch Die furcht- bare Wohnungsnot.

Bezüglich der öffentlichen Lieferungen und des Exports rüsten die W rtschaftsorganifationcn des Hand­werks, die in der Form von Aktiengesellschaften oder Lieferungsgenoffmfchaiten über das ganze Reich sich auSbrctten, weiter. Auch die großen Handwerksbetriebe mit ihren hundert und mehr G-sellen, Lehrungen und Arbeitern schließen sich immer mehr diesen Wirtscha ts- or anisationen an. (Selin t es in die>em Jahres einen rücksichtslosen Feind zu einiger Vernunft die auch in seinem Jnterefle liegt zu bringen, fo ist das Handwerk in der Lage und auch bereit, nicht nur an der Abtragung ver Schulden des Vater­landes in Gestalt von Reparationen sich rege gu beteiligen, sondern es ist auch prädestiniert, einen großen Teil von Qualitätsware an das Ausland zu liefern, was allein Deutschland in die Lage ver­setzen kann, die lebensnotwendigen Artikel eingufüjcen und mit dem Ertrage der Ausfuhr zu bezahlen.

3n wachsen

ist die. apgetünbigte Bildung der großen Koalition gelungen. Zum Ministerpräsidenten mürbe der Sozialdemokrat Held mit den Stimmen der Demokraten, der Deutschen Dolkspartei und der Sozialdemokraten mit Ausnahme von Opponnenten gegen die Stimmen der Deutschnationalen und 9 ehemalsUncrl hängigen" gewählt.

Nach der Wahl und Vereidigung des Minister­präsidenten wurde der kommunistische Antrag auf Auflösung des Landtags gegen die Deutsch- nationalen, Kommunisten und wenige linksstehende Sozialdemokraten a b g e l e h nt. Der Landtag bleibt demnach zusammen. Die nächste Sitzung findet da- her am 15. Januar statt. Auf der Tagesordnung steht bie Regierungserklärung.

Süm äufwertungsprobkm.

Zu dem Aufsatz des Herrn Dr. Hetzer über ba6 ThemaDaSAufwertungs Problem in seiner Beziehung auf Spareinlagen" schreibt uns die Spaikasien-Beznks-Vereinigung Fulda:

Wir gestatten uns zwei Beispiele zu liefern, die klar bartun, daß die Aufwertung der Spareinlagen einfach eine Unmöglichkeit bedeutet, solange die gegenwärtige Rechtsunsicherheit bestehen bleibt.

1. Eine Stabt kündigte ihre Schuldverschreibungen aus der Vorkriegszeit im Laufe des vergangenen Som­mers zur Rückzahlung am 1. November 1923.

Die SlnlKihestücke wurden der Sladthauplkaffe alsbald nach Erscheinen der Bekanntmachung also einige Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist mit der Bitte überfandt, den Gegenwert schon jetzt zu zahlen, weil sonst befürchtet werden müßte, daß er bei wri- schreitender Markcntwertung nicht mehr für di« Post­gebühren ausreichen würde.

Die Stadtkasse ließ diesen Wuickch unbeachtet und kann nun überhaupt nichts mehr zahlen, weil inzwi- Ichen der geringste Betrag der Postschecküberweisung aus 1 Million festgesetzt ist, während der Gegenwert der Schuldverschreibungen nur 9 000 Mark ausmacht."

Daß es sich hier um ehemals 9000 Goldmark handelt, denen 9000 Mark Gold-Spareinlagen gegenüberstthen, und daß zur Zeit der Kündigungen immer wieder amt­lich und nicht amtlich erklärt worden ist, an eine Aus­wertung wäre niemals zu denken, erwähnen wir nur nebenbei.

2. Eine andere Stabt kündigt jetzt neben älteren An­leihen auch die erst in 1919 heraurgebrachlen, mit Zins­scheinen für 10 Jahre versehenen 4pro$entigen Schuld- Verschreibungen und bietet bei Einreichung vor dem 15. Januar 1924 die Rückzahlung zum 1 000 Ovvfachen Betrag, später nur noch zum Nennwert.

Eine uns nahestehende Sparkasse besitzt 700 000 Mk dieser Anleihe und legt uns die Frage vor, ob sie von dem Angebot Gebrauch machen soll, das ihrganze 70 Goldpfennige einbringen wurde, während der Erwerbspreis der Anleihe f. 31 etwa 50000 Goldmark ausgemacht hat."

Wie wäre hier die Aufwertung der entsprechenden Spareinlagen durchzuführen, und was würden die Sparer zu foglänzenden" Abfindungen wohl sagen?

Zu der gleichen Angelegenheit schreibt dieFrkf. Ztg.": So sehr das Rechtsgefühl für die Aufwer­tung insbesondere der Hypothekenschulden spricht, so wenig dürfen die praktischen Schwierig- feiten verkannt werden, die zu überwinden sind, wenn nicht durch allgemeine Lösungen neues Un­recht geschaffen werden soll. Zur Kennzeichnung dieser Schwierigkeiten diene die Veröffentlichung der folgenden Zuschrift:

X. kauft« oder baute sich 1913 ein Haus um 200000 Mark und nahm darauf eine Hypothek von 100600 Mark auf, mit der Absicht zu sparen, bamif er dieselbe nach einer gewissen Zeit zurückzahlen könne. Er zablte deshalb seine Ersparnisse jährlich entweder bei einer Großbank oder Sparkasse ein, ober er legte sie in den sichersten mündelsicheren Papieren an die Staats-Obligationen galten als sicherer« Anlage als die Hypothekenbank-Obligationen. Sollten ihm jetzt feine Hypotheken aufgewertet werden, während ihm feine Sparanlagen bei der Bank oder Sparkasse oder feine Staats-Obligationen unaufgewertet bleiben würden? Eine einseitige Aufwertung -rscheint mir ein Unrecht, aus dem wohl oft die Banken Nutzen haben würden. Sm Falle also eine Aufwertuna von Hrpo- Iheken je in Frage kommen sollte, fo wäre es nicht mehr als recht und billig, daß auch die Einlagen bet den Banken uni) Sparkassen, sowie die Staats-Obligationen ausgewertet würden. Dies scheint jedoch sowohl aus

wirtschaftlichen wie aus außenpolitischen Gründen eine Unmöglichkeit zu fein."

Richtig ist, so bemerkt dazu das genannte Blatt, ohne Zweifel, daß die Aufwertungsfragen für die verschiedenen Arten von Schulden ineinanbergreifen. Wir möchten daraus allerdings nicht den Schluß ziehen, daß die Aufwertungen zu unterbleiben haben, sondern nur den, daß man sich auf diesem Gebiete mit Kompromissen, mit Teillösungen, die eine Berücksichtigung der besonderen Verhält­nisse des Einzelfalles ermöglichen, wird abfinden müssen. Diesen Standpunkt möchten auch wir ver­treten.

Die Umsatzsteuer.

Vom Finanzamt wird uns geschrieben:

Die zweite Steuernotoerprbnung vom 19. Dez. 1928 hat die Umsatzsteuer allgemein auf Gold umgestellt Bei der Berechnung der Umsatzsteuer in Gold ist zwischen Steuerpflichtigen zu unterfcheiden, die mährend der ganzen Vorauszahlungsabs hnitts Bücher auf wertbestän­diger Grundlage geführt haben, und ben übrigen. Bis zum Erlasse näherer Bestimmungen gelten für bte Um» satzsteuer Dächer bann als auf wertbeständiger Grund­lage geführt, wenn alle Buchungen ausschließlich in Goldmark oder In ben unten angegebenen ausländischen Zahlungsmitteln gemacht worben sind. Der Steuer­pflichtige, der Bücher auf wertbeständiger Grundlage geführt bat, hat zu errechnen, wieviel der gesamte Um­satz im Dorouszahlungsabfchnitt in Gold betrug und da­nach die Höhe der Vorauszahlung in ®o?b zu ermitteln. Für die Umrechnung ausländischer Zahlungsmittel ist der Goldmarkkurs maßgebend, den die folgenden, h'-r allein für eine Buchführung auf wrtbeständtger Grund­lage in Betracht kommenden, ausländifchrn Zahlungs­mittel am letzten Tag des Vorauszablungsabf 'mit s an der Berliner Börse gehabt haben. Die Goldmarkkurs« für 31. Dezember betragen:

Goldmark

Goldina«

100 ArymUaych« Sapierpelo»

188

KatiLdisröe Dollar

411,»

IO'* S-igiiche Srnntä

19 -

100 Kuba-Dollar

4i9.ee

100 Brannan,papkrmitrete

39,80

100 Mexikanische Dollar

203.90

100 Stiiengch« Baplerpcfo*

44,81

100 Norwegische Kronen

wi­

100 Sänlfdit Kronrn

100 Schwedische Krone«

ll 1,40

1 Cn?hf4n Bfun*

18,30

100 Schweizer Franc»

74,-

100 Binffd!« MaN

1080

100 Spanische Peseten

«1,90

10» SrawjBfildie Smnc*

111,75

100 Tschechil'chc Kronen

IS 371

ISO -ollLnöifcke ÄuckSN

160,-

100 Türkische Pfunde

100 Ittalleniffie Glzt

100 Japanische gen

18,40

198,

100 Vereinigte Staaten von Rord-Lmerika-Dollar

420,-

Hat der Steuerpflichtige im Dorauszcchlungsabfchmtt Bücher auf wertbeständiger Grundlage nicht ober nur teilweise geführt, fo hat er ben Goldbetrag des Um­satzes unter Zugrundelegung des Durchschnitts des Dol­larkurses im Vorauszahlungsabschnin und danach die Höhe der Vorauszahlung in Gold zu ermitteln. Die Umrechnungssätze werden jeweils rechtzeitig imReichs­anzeiger" bekannt gegeben. Der Umrechnungs­satz für di« Dezember Umsätze beträgt 1 Billion, der 11 rnrechnunassatz für bte Um- sötze des 4. Kalenderviert kjahres 1923 beträgt 502 Milliarden.

Sm übrigen hat die Zweite 6*euemotoerorbnung den Satz der allgemeinen Umfatzsteuer vom 1. Januar 1924 ab auf zweieinhalb vom Hundert erhöbt und vom 1. Januar 1924 ab bte Umsätze in das Ausland (Aus­fuhr) von der Umsatzsteuer befreit. Auch haben künftig, erstmals im Januar 1924, die zu vierteljährlichen Vor­auszahlungen verpflichteten Steuerpflichtigen (wie bis­her die zu monatlichen Dorauszahlungen verpflichteten Steuerpflichtigen) jeweils bis zum 10. des Monats die Voranmeldungen abzugeben und die entsprechend"!! Vor­auszahlungen zu leisten. Bis zürn 10. Januar 19 2 4 haben also sämtliche Steuerpflich­tigen die nächsten Vorauszahlungen auf bie Umsatzsteuer zu leisten. Die Umsatzst-uer- Veranlagung für 1923 wird nur in b"sck>rän"t«ni Maße durchgeführt werden. Nur den in Frag« kommenden Steuerpflichtigen wird ein Steuererklärungsvordruck zu- geschickt werden.

Die vorstehenden Ausführungen finden auf die Holz- verkanfsabgade fPresfe-Notabgabe) entsprechende Av- menbtmg. ________ ___________

Schule und Volksbil-Mg.

=. Segen die LKtmd-Literatnr. Da, Reichsministenum des Inneren, das die Arbeiten der am 1. Januar 1922 eingegangenen Hauptstelle zur Dekämpsun- der Schund» literatur im Rahmen seinesArchive« für Volksbildung" fortsührt, hat sich durch eine Rundfrage bei den Unterrichtsverwaltungen der Länder und größeren Volksbildungsvereintgun aen über bte gegenwärtige Lage, oic Erfolg« und die Möglichkeiten der Sckunübekämpfe rtg unterrichtet. Eine gusammenfasiende Darstellun, des reichlich eingegangenen Materials wurde unter Serbe c» Hebung der als wirksam erprobten positiven Maßnahmen an bte Unterrichtsverwaltun ien der Länder und der größeren VolksbildunaSvereintgungen zuruckgeleitet, um zu bewirken, datz die Mittel und Wege, die an der einen Stelle mit Erfolg versucht worden sind, auch an einet anderen in ben Dienst der Sache gestellt werden. Da»Archiv für Volksbildung" bittet alle tr.tereifterten Stellen und Personen um Zusendung von Arbeits­berichten. ES erteilt ober vermittelt auch auf alle An, fragen persönlich oder schriftlich sachgemäße Auskunft»

von den Hochschulen.

= Würzburg. Im Wintersemester sind an ber. biefigenllnioerjität 291951 u vieren d eimmatrikuliert und zwar 141 Theologen, 914 Juristen, *>3 Bolkswirt- fchaftler, 644 Mediziner, 145 Zahnmeoiziner und 66/ Philowpben. ____________

Beamtenfragen.

Der Beamtea-Abbau. Der Beamtenabbau wird hi allen Reichs- und Staatsstellen nut Energie fortgesetzt Am 2. Januar wurden in der Reichspost weitere« rund 18000, in der R e i ch s e i f e n b a h n 28 000 Beamten, Hilfsbeamten und Aushelfern zum 1. Februar gekündigt. Die Finanzämter des Reiches werde» bis 1. April 22 Prozent der Beamtenschaft abbauen.

Wissenschaft un- Zorschunz.

M- Neuer aus dem dal ber Könige. Reuter meldet au» dem Tal der Jitöniue in Aegypten, nachdem e» gelungen sei, alle «chreme be» Grabmales des Tutmiü Hamen zu öffnen, von denen zwei das Siegel der kömg. licken Nekropo.iS iru en, fei man im Innern auf einen unberührten Ste, ns arkophag von foloiialer Grütze und wunderbarer Arbeit gestoßen.