Sorge nicht!
gestellt?
Hast du
mir Mensch.
: Welt?
himmlischen
Oskar Herzog.
Fulda.
J
Friedrichstrasse 14.
Druckwaren.
wechsel
*) „Die Seele des Journalisten", von A. H. Kob« (Köln, Rheinlandverlag).
Damen- u. Mädchenmäntel Kostüme, Röcke, Blusen Baumwollwaren
on allem und jedem, von Großem und Kleinem, von Wichtigem und Unwichtigem berichtet die Zeitung, dieser Bedarfsartikel des täglichen Gebrauchs von Millionen Menschen. Sie meldet Weltkriege und Revolution, Minister, und Parlamentspapperlapapp, Straßenunfälle
ganda, hatte bald die ©rünbnmg zahlreicher Spielabteilungen in Tumoeremen und selbständigen Spie^ereinen im Geio'ge. Diese schlossen sich dann zu Verbanden zusammm, um mit vereinten Kräften die gute Sache weiter zu fördern. Leider ist diese anfängliche Einmütigkeit heute durch die Dis
harmonie zwischen Turn- und Sportbehörde In Frage gestellt.
Eine allgemeine Anerkennend der Bedeutung der körperlichen Hebungen von fetten der Behörden ist erst im Laufe der letzten Jahre erfolgt. Da» geht hervor aus zahlreichen neuen Verfügungen,
Damenkleiderstoffe
Kostümstoffe, Blusenstoffe
Seidenzeuge
•) Was Ne Oblaten als Dolksmiffionare etwa seit 1900 in Deuts-blond geleistet haben, sagen am besten die folgonden Zahlen:
Millionen von 8 Wochen: 2;
Millionen von 14 Tagen: 458;
Missionen von 8—10 Taaen: 1096;
Missionserneuerungen: 268;
Standesexerzitien für Weltleute: 1109.
und Drillingsgeburten, Operettenerfvlge und Diefftaäls- zunahme. Sie registriert und kommentiert Baisse und Hausse, Weitervoraussage und Volutaelcnd, Einste n und Steinach, 60jährige Geburtstage und 50prozentige Po-to- erhöhungen. Don allem und jevem berichtet die Zeitung. Man erfährt durch sie, welche SBtu'en die Dölker- bunds-Stenotipistinnen in Genf tragen, wie Graf Key- strlingk sich räuspert und wie Oswald Spengler das Abendland untergeben läßt. Ihr Scheinwerfer beleuchtet alles. Das Seziermesser ihrer Kritik legt seelisches Leben und Erleben bloß. Die Zeitung ist Spiegelbild der WE, tägliches Handbuch des W ssens, Regi^rapparat der öffentlichen Meinung, ja: die ' öffentliche Meinung selbst.
Und doch: die schier universelle Fülle weist eine Lück; auf. lieber aller und jedes schreiben die Journalisten, nur über ein Thema nie: über sich selbst!
Was weiß die große Menge vom Journalisten? Zeitungsschreiber — das Wort wird immer so von oben herab gesagt. Journalisten: ein notwendiges Übet, denn ohne sie gäbs keine Zeitung. Aber, wie hat doch Bismarck ge’agt: Mensch'», die ihren Beruf verfehlt haben! Dieses Zitat kennt jeder Stammtischphilister und hält es drum für sein gutes Recht, aus die Zeitung und die Zeitungsschreiber zu schimpfen. Wirklich? Sind Journalisten Menschen, die ihren Beruf versehlt Haden?
Die Seele des Journalisten
Don Hanns Heinrich Bormann.
Spezial-Geschäft
für
Es mag äußerlich vielfach so scheinen. Sie sind oft von einem anderen Beruf zum Journalismus erst später umgesattelt. Journalist ist kein „ordentlicher" Beruf mit Aufrücken, Amtsalteransehen und Titelerwerbung durch Sitzsleifchzähigkeit. Leider! sagen die Karrierefeelen — Gott fei Dank! jubeln die Berufenen.
Und so ein Berufener, Journalist aus Passion und innerer Bestimmung, 21. H. Kober, hat nun mit Siebe, Hingabe und Abenteuerlust das eine von den Journalisten nie behandelte Thema aufgegriffen und eine Broschüre geschrieben über „Die Seele des Journalisten" *)
Lest das Büchlein, ihr alle, die ihr die Zeitung lest! Lest es, ihr alle, die ihr auf die Zeitung und Zeitungs« ichreiber schimpft: hier enthüllt euch ein Wissender, ein Berufener, ein in seinen Berus Verliebter die Seele des Berufes. Ein Bekenntnis ist dies Buch, ein Loblied, ein Hymnus. Dabei eine echte journalistische Leistung: die ganze fünf lange inhaltsreiche Kaoitel umiasiende Bro'chüre ist die Arbeitssumme einer einzigen Nacht.
„Ich Journalist, ich bin die Klaviatur des Alls", so beginnt dieses Eonfiteor. Auf der Seele des Journalisten spielt die Welt ihren rasenden Rhythmus. Arm sölige Kreaturen, diese Zeitungsschreiber. So schimpfen die Spieler. Was wisien sie! Hier kündet ihnen ein Journalist von dem M"chtgefübl, das die Leute feines Berufes durchströmt. Was alles tagtäalich geschieht, alle Eindrücke verwirkt der Journalist mit der Gesamtheit feines Willens und Fühlens. Und wenn er dann zur Feder greift, dann weiß er: „Was du jetzt schreibst, fliegt m bleierne Settern, rollt über kilameterlange Da- picrftreifen, bohrt sich in abertausend Seelen". Mn diesen Tausenden von Lesern weiß sich der Journalist verbunden. Und dieser Empfindung der Gebundenheit mit der Masse entspringt die Verpflichtung auf die dest-
1
Fuldaer Diözese.
Von P. Johannes Pietsch, Oblate der Unbefl. Jungfrau Mariä.
mögliche Höchstleistung. Der echte Journalist ist vom Geiste der Verantwortung beseelt. Denn er ist, ob es bie1 Masse nun wahrhaben will oder nicht, ihr Führer und Richter. Jawohl: ihr Führer. Denn nicht über etwa, schreibt der Journalist, sondern „vielmehr über alle, hinaus." Er führt Zielen zu. Er eröffnet neue Perspektiven. Er zieht überraschende Folgerungen. Er metfet Gedanken und Gefühle fo wett, wie es dar Mann de» Publikums nie wagt.
„Du Maschine!" — so klingt das Bekenntnis Kober, weiter in seiner hymnischen Leidenschaftlichkeit. Setzmaschine und Rotationsmaschine, sie stehen zwischen de« Journalisten und der Leserschaft. Sie sind das Bindeglied. Was in Redaktionsstuben schweigend zu Papier gegeben wird, bekommt hier Zunge. Der ganze Ent- stehungsprozeß einer Zeitung wird in Kobers Schrift weiterhin geschildert. Nicht nur die mechanisch-maichinelle Seite, die ja auch dem Laie» die bekannteste ist, nein, hier wird die ganze Universalität eines ’RiefenbJtrtebe»,, Zeitung genannt, schlaglichtarttg beleuchtet. Kein noch so dicker und detaillierter Wälzer über Zeitungswesui kann so aufklärend, anregend und umfaßend über all», inneren Zusammenhänge hn Werden und Sein Emer, Zeitung unterrichten wie diese schmale Broschüre, die auf jeder Seite von zuckendem Leben durchpulst ist.
Danken wir es Kober, daß er so tapfer das Them^ aufgegrisien und zur Diskuflion gestellt hat, über das, die Journalisten sonst nie zu schreiben pflegen: die Seel» des Journalisten. _
Redet nicht mehr von Leuten, die ihren Beruf verfehlt haben! Die echten Journalisten sind Berufene. „Die Presse ist ein drittes Reich, zwischen Welt und Kunst und Mensch und Ideal gewachsen aus der ewigen organi.' schen Befruchtung von Weltseele und Menschenherz.", Und der Journalist? Wer ist er? „Stein Künstler. Er ist dar gestaltende Souverän der Welt. Kein Wissen» schoftler. Er ist der Urzeiger der Ewigkeit." Der Jour- nalijt aber ist der Seismograph der Welt! . ...
Höhn?
Schwing dich empor
Heber die Sorgen des Alltags!
König und Herrscher, ja: Gotte-lind sollst du doch fern!
Fliehe zu Gott!
Und der Allgüt'ge wird' geben
Frieden und Ruhe, tmb frei wirst von Sorgen du sem!
Soge,
Du, der im Staube geboren: Kamst du zum kleinlichen Sorgen mir c.
lichen Spieinachmittags für die Schulen nicht entsprochen wurde, so wurde doch zuerst einmal eine dritte Turnstunde für die höheren Schulen eingelegt, in der auch gespielt werden soll. Der Turnerlaß für die Volksschulen vom 13. Juni 1910 legte diese dritte Stunde auch für die Volksschule fest und forderte für die turnfreien Tage die sogenannten täglichen Uebungen. Auch für die Fortbildungsschulen wurde durch Erlaß die Pflege körperlicher Uebungen gefordert. Grundlegend endlich auch für heute noch ist der „Juaendpflegeerlaß vom 18. Jan. 1911", defsen erster Punkt heißt: „Aufgabe der Jugendpfiege ist die 2Ritarbeit an der Heranbildung einer frohen, körperlich leistungsfähigen, sittlich tüch- tigen, von Gemeinsinn und Gottesfurcht, Heimat- und Vaterlandsliebe erfüllten Jugend." Leider wird die Erfüllung dieser Aufgabe heute den Jugendpflegeverbänden durch die trostlose Finanzlage unseres Vaterlandes und dis maßlose Ueberteuerung aller Sportartikel uni) Veranstaltungen außerordentlich erschwert. Aber ihr anerkannter Opfersinn wird auch hier wieder zeigen, daß ihnen „Jugendpfiege" kein leeres Schlagwort ist.
Ein Bück auf die Entwicklung des Turn- und Sportgedankens in unserem Streife ergibt em getreues Abbild der Bewegung im Großen. Dis heute sind rund 65 Turn-, Sport- und Jugendvereine der staattichen Jugendpflegeorganisattonen des Kreises angefchlosien. Eine Jugendherberge, über zwanzig Sport- und Spielplätze, darunter allein drei größere in Früda, stehen der sporttreibenden Jugend des i Kreises zur Verfügung. Weitgreifende Pläne unserer Turn- und Sportvereine inbezug auf Schaffung neuer Hallen und Plätze eröffnen einen trostvollen Ausblick in die Zukunft. Das Aufblühen des Turn- und Sportgedankens hn Streife zeigt sich auch in den „Sportnachrichten", die als ständige Rubrik von unserem Jubelblatte geschaffen und hoffentlich als dauernde Einrichtung mit ins neue Halbjahr- Hundert übernommen wird.
Alles in allem: Der Turn- und Sportgedanke ist auf dem Marsche und wird es voraussichtlich bleiben, solange unserem Volke die Wehrmacht fehlt, die immer noch die beste Jüngiingsschule genannt werden muß. Und unsere Jugend hat ein Bedürfnis, zum Gehorsam, und sei es unter einem selbstgewählten Führer im Spiel. Und das fit gerade die Haupt- stärke des Tum- und Sportgedankens, und auch die Auffassung der preuß. Unterrichtsoerwaltung, daß die Förderung des körperlichen Wohlbefindens, daß die körperliche Frische, die Stählung des Leibes I trotz gelegentlicher Nebenerscheinungen west hinaus- I ragt über das bloß körperliche Gebiet, und daß sie tief hineinreicht in das Gebiet der Erziehung, ja I auch darüber hinaus in das Gebiet der Sittlichkeit und der intellektuellen Bildung, und daß damit un» | absehbare Folgen an die Entwicklung sich knüpfen können und hoffentlich auch knüpfen werden für den Wiederaufftieg unseres schwer geprüften deutsche« I Vaterlandes.
Das Asußere war aber nur ein Sinnbild der inneren I Aufgabe, welche sich die Anstalt gestellt hatte.
•
Das St. Bonifaüuskloster sollte die theologische I Lehranstalt der deutschen Ordensprooinz werden. In ihr sollten die jungen Zöglinge nach dem Noviziat I in das Studium der höheren kirchlichen Wissenschaften, Philosophie und Theologie eingeführt werden. Hier sollten sie ihre geisttge Ausrüstung empfangen für den großen Kampf, den sie für die Sache Gottes I daheim und in den Heidenländern zu führen haben. Daneben sollten sie in ernstem Streben nach Doll- I kommen heil jene Tugenden des Ordens- und I Priesterlebens sich aneignen: Armut, Keuschheit, Gehorsam, Selbstverleugnung und Seeleneifer, ohne I welche die Wissenschaft nur eine stumpfe Waffe ist. In erneuter Prüfung sollten sie sich zugleich über ihren I Beruf endgültig klar werden, durch die ewigen Gelübde und später durch den stufenweisen Aufftieg zu den heiligen Weihen, die Höhen des Priestertums erklimmen, das von Kindheit auf der Gegenstand ihrer heiligen Sehnsucht gewesen war. Wissenschaft und Tugend, das sind also die Leitsterne einer solchen Anstalt. Das St. Bonisatiuskloster hat sich bemüht, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Mit unermüdlichem Eifer waren die Lehrer der einzelnen theologischen Fächern bestrebt, das Beste der kirchlichen Wissenschaft jahraus, jahrein ihren Schülern darzubieten und sie zugleich durch ihr Beispiel und ihre geistliche Leitung zu den Höhen der christlichen Vollkommenheit empor zu führen. Im heiligen Gehorsam sind die neuen Priester dann hinausgezogen in die weite Welt, um für Gottes Ehre zu streiten, die allen ins Grab sinkenden Kämpen zu ersetzen und die Grenzen des Reiches Chrfitt immer weiter hinauszustecken. Mit froher Genugtuung kann das St. Bonifattuskloster nach dem ersten Dierteljahrhundert seines Bestehens auf feine in alle Weltteile zerstreuten Söhne bücken. Nicht weniger als 266 Oblatenpriester sind aus dem Scholastikat hervorgegangen, von denen 110 die auswärtigen Missionen als ihr Arbeitsfeld zugewiesen erhielten, während die anderen der deutschen Ordensprovinz derbfieben und hauptsächlich als Lehrer, Vollsmiffionare/) Fürsorgegeistlichen und Schriftsteller tätig waren und sind. Außerdem zogen 15 Laienbrüder aus dem St. Bonisatiuskloster über den Ozean, um ihr bescheidenes, aber nicht minder verdienstliches Wirken in den Dienst der Ausbreitung des Reiches Gottes zu stellen. Em Laienbrüder- nomziat, das am Feste des hl. Bonifatius 1897 eröffnet wurde und erstmalig bis 1916 bestand, am 20. September 1920 aber wieder eröffnet wurde, lieferte bis heute der Genossenschaft 60 Laienbrüder.
Am 10. Dezember 1897 siedelte auch die Leitung der Zeitschrift „Maria Immaculata — Monats- blätter der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Mana„ und des „Marianifchen Mifsionsvereins" von St. Karl in Holland nach Hünfeld über. Hier, im Herzen Deutschlands, Inmitten eines tiefgläubigen Volkes, in der Nähe der großen, gut eingerichteten und allzeit entg eg en k ommenden Fuldaer Actien- druckerei, konnten Zeitschrift und Verein, denen sich 1911 die Sammlung der „Blüten und Früchte vom heimatlichen und auswärtigen Missionsfelde" an» schloß, einer gesegneten Entwicklung tmb fegenspendenden Wirksamkeit sich erfreuen.
Dankbar fei heute gedacht der treuen, verständnisvollen Teilnahme, mit der die „Fuldaer Zeitung" und der „Bonifatiusbote" in all den Jahren des Bonifatiusklosters Freud und Leid umgaben und fernen Fortschritt gefördert haben. Priester und Ordensleute wissen am besten den Segen einer guten Presse zu schätzen; aus dem Herzen aller Hünfelder Oblaten steigt darum der heiße Wunsch zu Gott empor: Möge die Fuldaer Actiendruckerei unter ihrem unermüdlichen Direktor, den wir mit freudigem Stolze als Ehrenoblaten begrüßen, sich immer noch mehr betätigen können im Dienste der Wahrheit, der Freiheit, des Rechtes und der Liebe!
on im Jahre 1893 hatten sich die deutschen Oblaten von Holland aus an die preußische Regierung gewandt, um die Genehmigung zu einer Niederlassung zu erhalten. Die ihnen kurz vorher (1892) übertragene Mfision von Deutsch-Süd
westafrika mußte den Gedanken nahelegen, den da- ür bestimmten Glaubensboten in Deutschland selbst ein Heim zu gründen, damit sie im Herzen des Vaterlandes, für das sie arbeiten sollten, ihre Ausbildung erhielten. Ein Erlaß des damaligen preußi- cken Kultusministers von Bosse vom 24. Oktober 1894 gestaltete den Oblaten, eine Niederlassung in der Diözese Fulda zu gründen, um Missionare für Deutfch-Südwestafrika auszubilden. Auf der Suche nach einem geeigneten Orte dachte man vorübergehend an das romantisch gelegene Schloß Bieberstein» ein Plan, der aus praktischen Gründen wieder aufgegeben werden mußte. Dann kam ein Angebot der Gemeinde Künzell bet Fulda, die damals weder Kirche noch Seelsorger hatte. Während die Verhandlungen mit Künzell sich hinzogen, wandte sich die Stadtverwaltung von Hünfeld on den damals bei Domkapitular Schick in Fulda wohnenden Provinzial 1*. Simon Scharfch, und lud ihn ein, die geplante Miffionsanstalt nach Hünfeld zu verlegen. Angesichts der Schwierigkeiten, auf die eine Nsugründ-ung in Künzell gestoßen märe, boten sich In Hünfeld foviele Vorteile, daß die Wahl nicht schwer mürbe. Am 2. Juli 1895 verlegte der P. Provinzial der Oblaten dauernd feinen Wohnsitz nach Hünfeld.
Die Aufnahme war bei der Bevölkerung wie bei den geistlichen Behörden überaus herzlich. Der damalige Bischof von Fulda, Georg Ignatius Komp, erteilte die Genehmigung zur Nieder- laffung mit den schönen Worten: „Wie ich bereits mündlich und schriftlich mitgeteilt habe, sollen mir die hochwürdigen Patres Oblaten von der unbefleck- ien Srmgfrau Maria hier recht willkommen fein. Ich würde ja nicht ein kirchlich treuer Bischof sein, wenn ich dieselben, soweit es an mir liegt, nicht fördern wollte. Ich hoffe, daß unsere Diözesanpatrone, die hl. Bonifatius und Sturmius, auch Ihr Missions- werk und das hiesige Missionshaus unter ihren Schutz nehmen werden."
Noch ehe ein Neubau der. künftigen Kloster- gemeinde Unterkunft bieten konnte, wünschten sowohl die Oblaten wie die Stadt Hünfeld die Errichtung des Klosters. Es wurden zu diesem Zwecke die Räume des Obergefchoffes des kurz vorher fertig gewordenen Rachaufes den Oblaten zur Verfügung gestellt; am 5. August 1895 zog P. Provinzial in dieses ein, und am 30. August kamen die ersten Scholastiker in Hünfeld an, die am 1. Oktober das erste Schuljahr begannen. Fast zwei Jahre diente das Rathaus der Klostergemeinde, bis der Neubau soweit fertig gestellt war, daß man ihn beziehen konnte. Um den Provinzial scharten sich einige Patres, einige Laienbrüder und 14 Theologen.
Am 18. März 1896 wurde der Grundstein zum St. Bonifatiuskloster gelegt, und nun entwickelte sich in den nächsten Jahren eme überaus rege Tätigkeit auf dem Bauplatz neben dem städtischen Friedhof. Dankbar fei hier der Unterstützung gedacht, die die katholische Bevölkerung von Hünfeld und dessen nähere und weitere Umgebung bis weit in das Geisaer Amt hinein dem neuen Kloster an gedeihen ließ. Gott allein weiß, wieviele Fuhren an Bausteinen, Sand, Holz und sonstigen Materialien um Gottes Lohn von der gläubigen Landbevölkerung geleistet wurden. Edelmütige Wohltäter aus dem Fuldaer Land und aus arten (Bauen des deutschen Vaterlandes spendeten ihr Scherflein zur Vollendung des Baues.
Am 23. Just 1897 konnte der Nordflügel bezogen werden. Die Klostergemeinde vermehrte sich dann sehr rasch und bestand am 31. Dezember 1897 aus 12 Patres, 61 Theologen und 9 Laienbrüdern. Die folgenden Jahre galten dem Bau des Mittelflügels und der Kirche. Am 6. August 1900 konnte Bischof Adalbert E n b e r t von Fulda das neue, dem hi. Bonifatius geweihte Heiligtum feierlich ein« weihen. Das St. Bonifatiuskloster stand nun in feinem äußeren Dau vollendet da, mit einer einfach gehaltenen, aber recht eindrucksvollen Stirnseite und den mächtigen Türmen seiner öffentlichen Kirche.
Gab nicht dein Gott, Der dich als Kind hat erwählet. Tief in die Seel' dir die Sehnsucht nach
50 Jahre Turnen und Short.
Bon Lehrer und Kreisjagendpfleger Pahhcrt.
ugendpslege - Turnen- Sport! Diese von den Kultusministerien der verschiedenen Bundesstaaten ausgegebenen Parole hat eine Menge von Kräften auf den Plan gerufen, sich in den Dienst der Jugendpflege zu stellen.
Auch der Weltkrieg hat nichts an der. filtert, daß die Jugendpflege im Vorder- yrunb aller kulturellen Bestrebungen m unsrem Aaterlande steht. Ja, er hat uns erst recht d e ganze Bedeutfamkeit der Dugendfrage zurr> Bewutz - «in gebracht; und eine Zerrung, die Rückblick hall jaus ein ZOjähriges Bestehen, kann an tiefer grage «icht achtlos vorübergehen.
Wenn ich auch nicht auf dem Standpunkt stehe, paß Körperkultur die erste und wichtigste Aufgabe der Jugendpflege ist, fo fei es mir doch gestattet, tm engen Rahmen dieses Aufsatzes aus dem fast unübersehbaren Fragenkomplex der Jugendpflege die Entwicklung des Turn- und Sportgedankens an letzten Halbjahrhundert herauszugreifen, weil sie vläleicht am deuttichften in Erscheinung trat.
Daß Turnen und Sport sich bei uns im Sieges- lauf Arte und Junge erobert haben, ohne eigentliche staatliche Unterstützung jahrzehntelang, sogar im offenen Kampf mit allerlei maßgebenden Gewalten, das ist ihre Stärke und darin liegt wotfi auch ihre 3ufiimft Ich kann hier nicht näher eingehen auf das überragende Werk, auf die Mühen und Enttäuschungen eines Guts-Muths, Jahn, Spieß und Fichte zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Bis auf unsere Tage hat es gedauert, ehe wir chre, von tiefem, sittlichem Ernst getragene Forderung einer geistigen und körperlichen Rationalerziehung voll jund ganz verstanden. Erst das schnelle und mächtige Aufblühen unseres Vaterlandes vor 50 Jahren und feine Stellung inmitten zahlreicher Neider ließen es der Behörde als notwendig erscheinen, jedes mögliche Mittel aufzuwenden, um ein kraftvolles nationalstolzes Geschlecht heranzuziehen. Dazu schien aber die Turngemeinschaft in erster Linie geeignet nicht nur, weil sie die Ausbildung des Körpers anstrebt, sondern auch weil die von ihr gepflegten Uebungen vielseitig auf den Charakter «inmitten. Und fürwahrl Wer jemals mit Zürn» genossen auf dem Turnsaale die Glieder reckte oder auf dem Turnmarsch die allen schönen Turnerweisen ins Land hinaussang, der weiß, was die deufiche Turnerei für unser Volkstum bedeutet, welch einen Schatz der Turnvater hob, als er vor hundert Jahren den ersten deutschen Turnplatz eröffnete. Ein gewaltiger Stamm nationaler Gesinnung und Kraft steht hier hochragend über Stämmen und Parteien auf vaterländischem Boden. Und wer die Turnabteilungen unserer Vaterstadt und ihre Feste in Fulda und Umgebung in den letzten Jahren beobachtet hat, muß feststellen, daß sie Jahns Erbe treu bewahrt haben.
Alle auf sie gesetzten Hoffnungen aber konnte die deutsche Turnerei ttotz allem nicht erfüllen. Daher sahen sich zu Beginn der achtziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts Männer wie Harttoich, von Schenkendorf u. a. gezwungen, die Stimme zu erheben und auf die Bedeutung der Bewegung im Freien hinzuweifen. Hinaus aus der Halle, hinaus zum frohen Spiel ins Freie! war der Ruf, der überall widerhallte. So gewannen die Bewegungsspiele, BollspiÄe aller Art, Wandern, Rodeln, Eislauf, Skilauf, kurz alle jenen Uebungen an Bedeutung, die man gewöhnlich unter dem Namen „Sport" zusammenfaßt. Auch die lurnerei stellte sich auf die neue Bewegung um, indem sie den von Jahn schon gepflegten, jetzt aber vielfach ergänzten und erweiterten Spielen, wieder zu ihrem Rechte verhalf und fo wuchs aus der Turnbewegung »eben ihr herfchreitend, die Spielbewegung hervor. Sie verdankt ihre machtvolle und schnelle Entwich iung nicht zum wenigsten dem Anstoß, den der ^rlaß des Staatsminifters von Goßler, des bama- Iigen Leiters des Unterrichtswesens, vom 27. Oki.
gab. In diesem ist mit Bezugnahme auf das ©ptel "«sagt; „Es ist von hoher erziehlicher Bedeutung, haß bieg Stück jugendlichen Lebens, die Freude früherer Gefchkechter, in der Gegenwart wteber aufblühe und der Zukunft erhallen bleibe. Oefter und in freierer Weise, als beim Schulturnen in geschossenen Räumen möglich fit, muß der Jugend Gelegenheit gegeben werden, Kraft und Geschicklichkeit zu betätigen und sich des Kampfes zu erfreuen, der mit jedem rechten Spielverbande ver- burtben ift"
<üo wurde im Jahre 1891, nachdem das Interesse «mrnal geweckt war, der „Zentralausfchuß zur Förderung der Volks- und Iugendfpiele in Deutschland" gegründet, der sich aus erfahrenen Turnern Sportleuten, Aersten und Schulmännern bildete. Die eifrige, in Wort und Tat betriebene Propa-
Das St Bonifatius-Kloster zu Hünfeld und die Ä7ÄJÄ
J ’ und Sportplätzen unter Bereitstellung staatlicher
Mittel. Wenn auch der Forderung eines verbind-
Sage mir, Mensch:
War fit der Zweck deines Letzens?
die heilige Frage dir niemals
j H. Büttner, Fulda