Uebelwollen verloren gehen und daß die Stationen dazu gelangen, zusammenzuarbeiten, damit die Worte: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! sich verwirklichten.
Ein Protest.
Die Reichsreaierung hat der französischen und der belgischen Regierung eine Note überreichen lassen, worin feierlich dagegen Verwahrung eingelegt wird, daß eine neue Verordnung der Rheinlandkommission jeden mit Strafe be- dricht, der den rechtsverbindlichen Charakter der von der Kommission oder ihren Organen getroffenen Anordnungen bestreitet oder durch Rat und Tat den Widerstand gegen derarlige Anordnungen fördert und daß diese Verordnung verbietet, durch Belohnungen an der Aufrechterhaltung des Widerstandes mitzuwirken. _______
Sie Hintermänner 6er Willi Mitra.
Von besonderer Seite wird uns geschrieben.
Wer einen mit so vielen Opfern an Blut und Gut verbundenen Abwehr-kamps führt wie das deutsche Volk jetzt an Schein und Ruhr, der muh wissen, um was er kämpft. Fnmkreich beschuldigt Deutschland, es entziehe sich „böswillig" seinen Verpflichtungen, die Politik FraiÄreichs habe nichts anderes im Auge, als Zahlungen und Lefftungen zu erzwingen. Und das vor allem für die zerstörten Gebiet«, die heute noch durch die Schuld Deutschlands zum großen Teil in Trümmern liegen. Die Welt jedoch glaubt nicht mehr an dieses Argument, sie sieht vielmehr, daß die Gewaltpolitik Frankreichs die Repa- rationsmöglichkeiten zerstört. Nicht die Sorge um den Wiederaufbau der Kriegsgebiete, sondern die Interessen der französischen Großindustrie sind die Triebkräfte der fralnzösischen Politik, der Politik Poincares.
Die französische Industrie will Schein- und Ruhrgebiet cnlf unbestimmte Zeitdauer besetzt hallen und ausbeuten. Francois Delaisi, der Verfasser des Vuches „La guerre qm Dient", (Der kommende Krieg) ein ehemaliger hoher Beamter des französi- scheu Kotonialminifteriums, bemüht sich unentwegt, dem französischen Volke zu zeigen, daß die Schwerindustrie das Ruhrabenteuer betreibt m chrem Interesse, aber nicht im Interesse des französischen Volkes. Im „Progres civique" fetzt er auseinander, welch ungeheure Gewinne die französische Schwerindustrie aus den deutschen Kokslieferungen herausschlägt. Und er ist in der Lage, den Nachweis für feine Behauptung zu erbringen. Koks kostete in Frankreich im Jahre 1922 90 Frs. die Tonne. Deutschland wurde für feine Kokslieferungen jedoch nur der deutsche Inlandspreis — 51,70 Frs. gutgeschrieben. Das heißt: der Gutschrift von 1,4 Milliarden Francs, die Deutsthland erhielt, stand für den gleichen Zeitraum ein Verkaufserlös von 2,6 Milliarden Francs gegenüber. Wenn nun der Gewinn von 1,2 Milliarden Francs der französischen Regierung zugute gekommen und für den Wiederaufbau verwandt worden wäre, so würde das schließlich, zumal von französischer Seite zu rechtfertigen sein. Aber diese 1,2 Milliarden erhielt nicht die französische Regierung, sondern sie kam in einen besonderen Reservefonds des Comitee des Houilleres, des Zechensyndikats, das den Verkauf des Reparationskokes in Frankreich in Händen hat. Und diese 1,2 Milliarden wurden aus diesem Fonds an die Großabneh- m e r, die syndizierte Großindustrie als Rabattprämie verteilt. Von den Gewinnen der Großindustrie, die sie durch Verbilligung ihrer Produktionskosten infolge des billigen Kokses erzielt, soll hier garnicht die Rede sein. Mit der Ruhrbesetzung trat eine Stockung in der Kokslieferrmg ein. Die Großindustrie mußte Koks aus England beziehen und bis 150 Frs. für die Tonne bezahlen. Das gute Geschäft hatte also aufgehört. Nichtsdestoweniger verharrt die französische Politik bei chren Besetzungsabfichten, weil sie bestimmt damit rechnet, daß früher oder später der deutsche Widerstand erlahmen und ihr dann das reiche Wirtschaftsgebiet als reife Frucht m die Hand fallen würde. Durch eine skrupellose Ausbsutungs- und Lohnpolitik würde dann der in der ersten Besetzungsperiode entstandene Gewinn- ausiall wieder eingeholt werden.
Ein ähnliches Geschäft wie mit dem Reparationskoks machten die französischen Zechenbesitzer mit der deutschen Kohle. Auch diese wird zum deutschen Inlandspreis Deutschland gutgeschrieben. Der Preis der Kohlen aus den französischen Gruben übersteigt den der deutschen Kohle bei weitem und ebenso den der englischen, in die französischen Häfen gelieferten Kohlen. Das Nationalbüro der Kohlengruben konnte durch die Lieferung der billigen deut- scheu Reparationskohle ein System der Preisregulierung einführen, durch welches es die Kohle in Frankreich zu einem Mittelpreis zwischen den französischen und deutschen Preisen verkauft. Was es an den ersteren verliert, gewinnt es an den letzteren und es kann auf diese Weise der Industrie, den Eisenbahnen Kohlen gu Preisen verkaufen, die er
heblich unter den Gestehungskosten der französischen ! Kohle liegen. Nebenbei hat das französische Zechensyndikat deutsche Reparationskohle, die das Land nicht verbrauchte, verkauft und einen doppelt so hohen Preis 'ftafür erhalten, als Deutschland gutgeschrieben wurde.
Den größten Nutzen von den billigen deutschen Kohlen- und Kokslieferungen hat neben dem Zechen- das Eisensyndikat. Diese Syndikate vor allem haben den Ruhreinbruch veranlaßt und treiben Poincare zur Fortsetzung der Gewaltpolitik an, bis Deutschland „kapituliert". Daß diese Gewaltpolitik mit dem Wiederaufbau der Kriegsgebiete nichts zu tun hat, ist aus allem ohne weiteres ersichtlich. Auch ist es klar, was Deutschland zu erwarten hat, wenn es sich den französischen Forderungen unterwirft. __________
helft den kranken Studenten.
Man schreibt uns:
Dor dem Kriege gab es unter den Studenten, die als Rentenempfänger mit einem auskömmlichen Wechsel die sorgloseste Zeit ihres Lebss verbrachten. Kranke, wie es sie in allen Kreisen der Bevölkerung gab. Als dann nach dem Kriege die Studenten an die Hochschule zurück- kehrten, da waren sie fast alle gesundheitlich schwer ge- schädigt, und auch der Nachwuchs, der von den höheren Schulen kam, hatte unter der Einwirkung der Hungerblockade nicht die notwendige körperliche Frische.
Die Frontgeneration, die aus dem Schützengraben in die Hörsäle ging, hatte draußen den Opfersinn für die Gemeinschaft gelernt und sie hat in un- ermüdlicher, ehrenamtlicher Tätigkett für die gesamte deutsche Studentenschaft die Selbsthilfe organisiert, die vor allem durch die Erziehung zum Werkstudenten die Einrichtung von Studentenküchen und Studentenheimen, bis heute eine Massenabwanderung von der Hochschule hat verhindern können, well sie den Studenten fähig machte, sich selbst zu erhalten. Nicht wie früher dienen die Ferien der Erholung, dem Ausruhen, sondern in der Fabrik, im Bergwerk und in der Landwirt- schast erwirbt sich der Student In meist sehr schwerer Arbeit das notwendige Geld zur Wetterführung fernes Studiums hn nächsten Semester. Nicht mit stifchen Kräften, sondern abgemattet kommt der Student zurück, um hier auch möglichst rasch in anstrengender Arbeit feine Studien zu beenden. In vielen Fällen sind aber jetzt — und bas ist auch ehre Folge des französischen Imperialismus, der widerrechtlichen Besetzung deutschen Gebietes an der Ruhr — durch die Geldentwertung die Crträgnisie der Osterarbeit den Werkstudenten einfach unter den Händen zerronnen und sie mußten durch Se- mesterarbeit notdürftig ersetzt werden.
Dieses alles trifft zusammen — gesundheitliche Schädigung durch den Krieg — Ueberlaftung durch Werkarbeit und Studium — sparsamste Lebensführung im Semester — und bewirkt, daß heute der größte Teil der Studenten gesundheitllch gefährdet ist. Heber die Hälfte aller Studenten, d. h. 60—70 000, haben in den letzten Ferien als Werkstudenten gearbeitet, in den Herbstferien werden es noch mehr sein. Eine pflichtmäßige Untersuchung an der Universität Tübingen hat ergeben, daß von neun Zehntel aller eingeschriebenen Studenten 39,9 Prozent mehr als 5 Stig., 31,8 Prozent mehr als 6 Stig., 4,3 Prozent mehr als 11 Kkg. hinter dem chrer Größe entsprechenden Normalgewicht zurückblteben. Bei 5 Prozent der Untersuchten wurde Tuberkulose fest- gestellt. Die durch die Geldentwertung notwendigen fortgesetzten Einschränkungen in der Lebenshaltung der Studenten bezahlt der Student mit dem Kavital seines Körpers, das „sich vom Munde abfparen" ist keine Redensart mehr, es ist heute Tatsache. Wird dieser Prozeß noch eine Weile fortgesetzt, so werden mir einen katastrophalen Zusammenbruch der Leistungsfähigkeft in der Studentenschaft erleben, denn Werkstudentenarbeit imd Einschränkungen haben ihre Grenzen. Geldern. Wertung — Verkleinerung des Wechsels durch die fortschreitende Verelendung des Mittelstandes — Abnahme der Leistungsfähigkeit — dadurch Unmöglichkeit der Erwerbsarbeit, eins greift ins andere, eins steigert das andere, bis wir mtt Schrecken sehen werden, daß unsere Hochschulen nur noch von einer „geldlichen Elite" bevölkert wird.
Aber das darf nicht fein. Die Mehrzahl der deutschen geistigen Größen haben sich aus dem Mittelstände berausgeorbetiet. Wir alle haben die Pflicht und Schuldigkeit, dafür zu sorgen, daß diesen Kreisen auch weiterhin die Möglichkeit gegeben wird, sich an den Hochschulen auszubilden. Voraussetzung dazu ist Leistungsfähigkeit des Körpers, und darum geht unser Notruf ins Land, helft uns alle den krankheitsgefährdeten Studenten, die mehr auf Werkarbeit gehen können, und denen, die im September aus den Fabriken zurückkehren, eine Erholungszeit zu geben, daß sie im Winter, femefter den noch erhöhten Anforderungen genügen fön. nen. Weder der Sttid-mt kann heute von sich aus einen Kuraufenthalt, den viele ganz dringend gebrauchen, bezahlen, noch ist dazu die studentische Selbsthilfe-Organisation in der Sage. Wir haben aber die feste Zuversicht, daß uns in den deutschen Badeorten durch weitsichtige Freunde der deutschen Studentenschaft die Möglichkeit dazu gegeben wird.
Wir wollen keine Gespenster heraufbefchwören, wir wollen nicht klagen — wir wollen nicht betteln — aber wir wollen sagen, wie es ist, ehe es zu spät ist. Das ist gewiß, ein Zusammenbruch unserer Arbeit und der Studenentschast muß kommen, wenn nicht alle uns helfen, die es irgend können.
Bor dem geöffneten Fach und überzählte noch einmal halblaut die Rollen, Annchens Gegenwart offenbar ganz vergessend.
Da trat die junge Frau plötzlich rasch an sie heran und schlang schüchtern die Arme um sie.
„Mutti — hast du mich denn gar kein bißchen mehr lieb?"
Em leichtes Beben ging durch den schlanken Leib der alternden Frau. Sekundenlang war es, als erzittere der eisige Stein, den sie seit gestern in ihrer Brust fühlte, unter einer warmen Welle, die daranprallte. Dann aber machte sie sich ungeduldig los.
„Laß das. Du weißt, ich war nie für Sentimentalitäten. Und jetzt — verzeih, aber ich habe zu tun."
Traurig und still schlich Annchen hinaus. Was sollte sie nun tun? Abreisen oder bleiben? In den Zimmern oben war es kalt und ungemütlich. Fran Gersdorfer hatte angeordnet, daß erst zum Essen im Wohnzimmer geheizt werden solle. Die Magd wirtschaftete in der Küche herum. Das bißchen Essen brachte sie ganz gut allein zustande. Draußen schneite es wieder. Annchen sah den großen wässerigen Flocken, die am Boden gleich zerrannen, ein Weilchen fröstelnd zu. Dann fiel ihr ein, daß sie zu Thllda Hobinger gehen könnte. Die hatte ja auch den Vater verloren und würde es wohl erwarten, daß Annchen sie aufluche.
Thllda stand mitten in ihrer stark überheizten Stube vor einem großen Reifekorb und packte. Tische und Stühle lagen voll Kram, die Schränke standen offen. Als Annchen eintrat, warf sich ihr die Freundin mit einem Freudenschrei an die Brust.
„Gott sei Dank, daß ich dich sehe' Ich dachte schon seit gestern immer, ob du wohl zu mir kommen würdest? Sonst kommt nämlich niemand. Wir sind ganz verkästen. Die Menschen sind eine hundsgemeine Baade, sag ich dir! Solange Safer lebte, kamen sie uns von allen Seiten gekrochen Jetzt . . Ein trockenes Auf- schluchzen. Plötzlich lag Thllda wieder an Annchens Brust — diesmal leidenschaftlich weinend.
fortieto*“1» folgt>
Hu$ Welt und Wissen.
— Das Licht im Walde. Man bat das Licht mit einem eigenen Apparat, einem Pholometer, ge. messen und gefunden, daß die Pflanzen im Walde weil weniger Licht empfange», als man glaubt. Am Waldesrand erhalten die Bäume säst nur ’A des vollen Lichtes. Mitien im Walde aber ist der einzelne Baum gar übel dran. Die Buche begnügt sich dann minimal mit ’/eo der gesamten Lichtstärke die Hainbuche mit Vse, der Ahorn mit V». die Stieleiche mit Vse. Tas Unterbot; und die Kräuter sind auf unglaublich sparsame Lichtrationen gefetzt. In einem Hainbuchengehölz betrug bet Lichtgenuß, den die Waldesalten dem Nachwuchs gönnten, nur Vm. Und doch grünten in diesem Dämmerlicht noch junge Buchen, Feldahorn, Ulmen, Hainbuchen und Hartriegel vorzüglich; das Piaffenhütchen und der Holunder aber siechten schon dahin. Der geschlossene Fichtenwald läßt auf den Boden bloß */•» bis V«* der Licht menge bringen, während die Bäume selbst Vso genießen. Da kann dann freilich kaum noch ein vereinzelter Grashalm gedeihen, und deshalb können Blumen der Lichtung, die an ganzen Lchtgenuß gewöhnt sind, nie dazu gebracht werden, tiefer als bis an den Waldesrand vorzudringen. Im Ftchtenhoch- wald, dem dunkelsten unserer Forste, ist der Schatten rot; nicht einmal Moose ertragen ein so trauriges Leben; nur Ptlze fühlen sich da Wohl als wahre Nachtalben des Pflanzengeschlechts. kos.
— Ter Himmelsglobus. Fret von der Verzeichnung durch Projektion kann nur eine Darstellung des gestirnten Himmels nach Art eines Erdglodus, al o auf einer Kuae fläche, 'ein. Solche Himmelsgloben wurden schon tm Altertum benützt. Robert Hense ing weist aber in seiner „Astronomie für Alle" darauf hin, daß i rre Benützung eine gewisse Schwierigkeit bat. Mau sieht nämlich auf ihnen den Sternenhimmel nicht wie ein Erdbewohner, der ja im ©»«i'mnK her Himmelskugel ft»ht 'andern wie
17. Juni 6 950 (+16 %)
1
9 272 (+33 •/»)
24.
Januar-Durchschnitt 1120
März.
. 2854
20. Mai.
10. Juni
1913/14 1923
grundbetragen tz u rtbe r tf5 tz e (Zuschägel, die reges» mäßig für die Steuergrundbeträge nach der Lohn- summe oder nach dem Kapital die gleichen sein müffen, tote die nach dem Ertrage. Eine verschiedene Ab. ftufung der Zuschläge in begrenzter Höhe ist den Gemeinden gestattet bei der Heranziehung von Filial- betrieben und von Betrieben der Schankwirlschast, Gasttoirtschaft usw., die bisher der besonderen Betriebssteuer unterlagen Zuschlagsbeschlüsse, die 200 v. H. übersteigen ober bte eine verschiedene Abstufung vornehmen, bedürfen der Genehmigung.
Entsprechend der Umstellung des Beranlagungs- zeittaumes soll das neue Gesetz erstmalig Anwendung finden auf die Veranlagung für das Kalender- fahr 1923 nach dem Ergebnis dieses Jahres. Die auf Grund der vorläufigen Veranlagung zur Ge- toerbesteuer für das Rechnungsjahr 1923 erfolgten Zahlungen gelten als Vorauszahlungen und toerden auf die nach der endgültig vorzunehmenden Veranlagung zu zahlenden Bettäge angerechnet.
— lllargretenhann (Kr. Fulda). Vom 13.-22. Zull stand die Pfarrei im Zeicken der hl. Mission, die von 3 .tranziskancr-PatreS gehalten wurde. Am Pa- tronatstage der Pfarrei, am Feste der hl. Margareta, bewerte sich eine fast endlose Prozession von Pfarran» gehörigen und Fremden auf Den nahen Margareienberg, too die erste Mtfsionspreduft eine Bergpredigt mit durch- schla endem Erfolge wurde. Dies zeigte sich an dem äußerst guten Besuche sämtlicher Predigten. Einen machtvollen, unauslöschbaren Eindruck machten beforu berä die 3 Feiern zu Ehren des allerheiligsten Sakrc^
Stichtagziffern 29. April....... 3061
S«lda, 26. Juli 1923.
Die Reichsindexziffer,
die jetzt jeden Montag amtlich ermittelt und jeden Mittwoch weröffentlickst wird, hat von jetzt an eine erhöhte Bedeutung, da sie der Berechnung der wertbestän digen Löhne, Gehälter und Zusatzrenten für Kriegsbeschädigte zugrunde gelegt wird.
Diese Reich indexziffer für Lebenshaltungskosten stellt sich nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts für den 23. Juli 1923 auf 39 336 (1913-14 1). Die Steigerung gegenüber der Vorwoche (28 892) beträgt somit 36.1 Prozent. Die Entwicklung der Indexziffern für die Lebenshaltungskosten veranschaulicht die folgende Tabelle.
. 3737 . 6002
1. Juli 11 785 (+28 •/.)
8. „ 16180 (+37 ®/o)
11. „ 21511 (+33 %)
16. . 28892 (+34.3e/o)
23. „ 39336 (+36.1»/.)
„von außen" und muß sich bei der Betrachtung des Globus stets in dessen Mittelpunkt versetzt denken, o daß sich rechts und links gegenüber dem Bilde außen auf dem Globus umkehren. Wenn man dieses berücksichtigt, so können die Himmelsgloben, die von deutschen Firmen in sorgfältiger Bearbeitung geliefert werden, auch schon bei kleiner Ausführung recht gute Dienste leisten. kos.
— Mit Totenuhr bezeichnete man früher das eigenartige Klopfen im Zimmer, und man nahm an, daß es ein Zeichen wäre, baß ein Hausbewohner terben müsse. Zn Wirklichkeit verursacht es ein harmloser Käfer, der in altem Holz lebt. In neuen Gebäuden und dort, wo die 'Diöbel neu sind, wird man die Totenuhr nie ticken hören. Dieses Ticken ist weiter nichts als ein Mittel des Käferchens, sich mit seinem Weibchen zu verständigen. Man kann, nlls man das Klopsen des Totenkäfers hört, durch entsprechendes Wiederklopsen seine Anwesenheit fest- iellen und ihn unter Umständen selbst erwischen. Man wird sehen, baß es ein kleiner, schwarzbrauner Käser ist, ber sich bet der leisesten Berührung, wie w mancher andere Käfer, tot stellt. Deshalb heißt er auch der „Trotzkopi". Besser bekannt ist seine Larve, die auch Holzwurm genannt wird und von der die kleinen, kreisrunden Locher in wurmstichigen Möbeln herrühren, woraus oft ein feines Holzmehl riefelt. Sollte jemand in der stillen Stunde der Nacht du.ch bas plötzliche Klopsen erschreckt werden, so wird es ihn vielleicht erfreuen, wenn er weiß, daß damit ein kleines Lebewesen um ein Stelldichein bittet. kos.
— Allerlei Weisheit. Ter Redner, der bisher am längsten sprach, nämlich ununterbrochen 26 Stunden lang, war ein Tr. Kosmos in Britisch-Columbia. Tie Rede fand im Jahre 1880 statt. — In Irland vererbt sich das Brautkleid viele Generationen hin- durch. — In Baye.n gibt es ob ne tte zirka 14000 Hektar großen Seeflächen rund 27 000 Fischteiche.
I — Versammlungen unter freiem Himmel ber« I boten. Auf Anordnung des Preußischen Ministers I des Innern, hat der Herr Oberpräsident der I Provinz Hessen-Nassau im Hinblick auf die I zahlreichen Vorgänge der letzten Zeit eine Verfügung I mit sofortiger Wirkung an die Polizeiverwaltungen ! ergehen lassen, wonach sämtlicheVersammlungen I unter freiem Htrnmel mit Einschluß der Um* I zuge bis auf weiteres zu untersagen sind.
— Die Mietszuschläge im Kreise Fulda. In I einer amtlichen Bekanntmachung des Kreisausschusses, I werden die gesetzlichen Zuschläge zur Grundmrete I entsprechend der Verfügung des Regierungspräsidenten I vom 15. Juli für die Landgemeinden mitgeteilt. I In dieser Bekanntmachung ist bezüglich des Zuschlages I für laufende Jnstandsetzungsarbeiten die vom Re- I gierungspräsidenten vorgeschriebene Erhebung des I ursprünglichen Satzes von 8000 bezw. 16 000 Prozent I entsprechend der Steigerung bes Maurerstunbenlohnes I seit dem 15. Juni ds. Js. bereits berücksichtigt und I der Zuschlag für laufende Jnstandsetzungsarbeiten I auf 24000 Prozent der Grundmiete festgesetzt.
----- Geld fehlt! Vielerorts kann in den letzten Tagen die R e i ch s b a n k nicht mit genügend Geldscheinen dienen. Die Produktion der Notendruck- preffe kann nicht der rasenden Markentwertung folgen. Der Schaden soll aber, wie versichert wird, bald behoben sein. Zurzeit werden aus dem Reiche an die Reichsbank täglich Ansprüche gestellt, die sich auf schätzungsweise zwei Billionen Mark belaufen. Dm Laufe des Dienstags wurden 20 Milliarden und am Mittwoch 60 Milliarden in großen Scheinen ausgezahlt; alle übrigen Beträge mußten in kleinen und kleinsten Noten abgegeben werden. Außer dem 1 Millionen- Mark-Schein, der in etwa Wochenfrift in den Verkehr kommen soll, wird schon etwas früher, in etwa vier Tagen, ein 5 Millionen-Mark- Schein ausgegeben werden und zwar in so großen Mengen, daß der Ansturm dadurch wohl bewältigt werden dürfte. Nach der Mitteilung Berliner Blätter steht auch die Ausgabe eines 10 Mi llionen-Scheines für die allernächste Zeit bevor. An der Herstellung der hochziffrigen I Schein« wird mit allem Nachdruck gearbeitet; etwa i sechzig Druckereien sind mit der Anfertigung beschäftigt. Arnllich wird zur Beruhigung mitgeteilt, daß die Notenproduktion jetzt mehr als zwei Billio- neu täglich beträgt. Am Freitag treffen fo gewaltige Summen bei der Reichsbank ein, daß jede Möglichkeit einer weiteren Zahlungsknappheit von da ab aus ge schlossen ist.
— Bitte «m eine Liebestat. Der Fürsorge für die von den französischen und belgischen Kriegsgerichten Verurteilten nahestehende Kreise weisen darauf hin, daß die vielen deutschen Männer aus allen Schichten und Ständen der Bevölkerung, die feit der Besetzung des Ruhrgebietes ins Gefängnis gewandert sind, die Leiden ihrer Gefangenschaft ohne Murren ertragen in der Erwartung, daß ihre Opfer für das Vaterland nicht vergeblich gebracht toerden. Das deutsche Volk ist diesen Männern nicht nur Dank und Anerkennung schuldig, sondern hat auch die Pflicht, sie bei guter Laune zu erhalten und nach Möglichkeit aufzumuntern. Jede Nachricht ist für die Gefangenen ein Sonnenstrahl in der dunklen Gefängniszelle. Deshalb schreibe jeder, der Freunde oder Bekannte im Gefängnis hat, so oft er kann, an sie. Die Briefe müssen kurz gefaßt und lateinisch geschrieben sein. Sie dürfen keinen politischen Inhalt haben. Jede Zeile wird gleichwohl von den Gefangenen als eine Wohltat empfunden.
= Die Gültigkeit der Rückfahrkarten im August- Die Gültigkeit der Fahrkarten mit viertägiger Gel- tungsdauer wird ans Anlaß der Tariferhohung zum 1. Augu st nicht beschränkt. Mit diesen Fahrkarten kann die Fahrt innerhalb der viertägigen Geltungsdauer anaetieten toerden. Sie muß jedoch innerhalb der viertägigen Geltungs- dauer beendet fein. Ties gilt auch für die mit „Rückfahrt* gekennzeichneten Fahrkarten. Mit Fahrkarten von längerer Geltungsdauer als vier Tagen, die mit einem Tage des Juli abgestempelt sind, muß oie Fahrt jedoch bis spätestens 3. August angetreten werden.
— Die Auszahlung der Militärversoraungsge- bührnisse für den Monat August findet beim hiesigen Postamt am Montag, den 30. und Dienstag, den 31. Juli, die der Invaliden-, Unfall- usw. Renten am Mittwoch, den 1. und Donnerstag, den 2. August statt.. Die Auszahlungsschalter sind von 8—12 Uhr vormittags und 3—6 Uhr nachmittags geöffnet Eine Bescheinigung der Quittungen ist nicht erforderlich.
— Die Fuldaer Sozialdemokraten haben, wie ihr Organ, die Frankfurter „Volksstimme" mitteilt, unter den Parteigenossin eine Sammlung für den Notfonds der Partei veranstaltet, wobei 870 000 Mk. erzielt wurden. Die Fuldaer Organisation wird den anderen Ortsgruppen als Muster hingestellt. Vielleicht dient dieses Ergebnis auch den Fuldaer Zentrumsanhängern, bei denen zurzeit der Vicrtel- jahisbeitrag erbeben rirö, zum Ansporn, auch ihrerseits der Pflicht gegen die Partei in entsprechender Weise gerecht zu werden.
= Hoffe'Mischer Mönrerchor. Der diesjährige große Somm erausftug nach dem Dammersfetd wird am Sonntag, den 29. Juli, ftaltfinücn. Abfahrt morgens 7M mit Sonntagstarte nach Gersjeld. Nachzügler treffen sich nachmittags 3 Uhr auf der Ziegelhütte bei Gersfeld. (Auf die Anzeige in der heutigen Nummer wird hingewiesen.)
Die neue Gewerbesteuer.
Bei der vielfachen Erörterung, dir die geplante Reform der Getoerbesteuerordnung in den Fuldaer kommunalpolitischen Kreisen, in Gewerbe und Handwerk in der letzten Zeit gefunden hat, ist es wohl am Platze, auf die Bestimmungen des Entwurfes zur Gewerbestener, der, wie wir gestern schon kurz meldeten, dem preußischen Staatsrat jetzt zugegangen ist, etwas weiter einzugehen.
Der Kreis der steuerpflichtigen Betriebe ist danach im wesentlichen unverändert geblieben. Staatliche und kommunale Gewerbebetriebe sind allgemein der Besteuerung unterworfen worden. Dieser Grundsatz soll auch auf die Reichsbetriebe Anwendung finden, soweit nicht reichsrechtliche Vorschriften noch entgegenstehen.
Die Gewerbesteuer wird bemessen nach dem Ertrag und der Lohn summe. An Stelle der Besteuerung nach der Lohnsumme kann auf Be- schluß der Gemeinde die Besteuerung nach dem Gewerbekapital treten. Gewerbeertrag und Gewerbekapital werden nach den Bestimmungen der Reichssteuergesetze festgestellt mit den Abweichungen, die dadurch bebtngt find, daß die Gewerbesteuer eine Objektesteuer ist. So werden hinzugerechnet die Zinsen für das eigene oder fremde Anlage- und Betriebskapital und für Schulden, die behufs Anlage oder Erweiterung des Geschäfts, Verstärkung des Betriebskapitals oder sonstiger Verbesserungen' auf« genommen werden. Der Einführung des Be« steuerungsmerkmals der Lohnsumme liegt der Gedanke zu Grunde, daß, wenn einer Gemeinde durch Gewerbebetriebe, namentlih Großindustrieller Art besondere Lasten auf dem Gebiete des Schul-, Armen- und Polizeiwesens entstehen, die gewerblichen Unternehmen, die derart gewissermaßen von ihnen verursachten Kosten wenigstens zum Teil ohne Rücksicht auf Ertrag und Gewerbekapital tragen müssen. An Stelle der vielfach durch Gewerbesteuer» ordnungen eingeführten Kopfsteuer ist die Lohn« summen steuer gewählt worden, da diese sich am besten der jeweiligen Geldwertveränderung anpaßt, eine Anpassung an die Geldtoertver« änderung hat der Entwurf im übrigen durch die Umlegung des Veranlagungszeitraumes zu erreichen versucht.
Die kleineren Betriebe und das Handwerk werden durch Einführung einer dem jeweiligen Geldwert entsprechenden Freigrenze und einer Degresiion der Steuergrundbeträge nach Möglichkeit geschont.
Die Veranlagung der Gewerbesteuer soll durch ftaa tliche Gewerbefteuerausschüffe erfolgen, die bei den Finanzämtern, unter Umständen auch bei den Gemeinden und Kreisen gebildet werden. Die Vorsitzenden werden von den beteiligten Ministern ernannt, die Mitglieder teilweise von den Kreis- und Gemeindevertretungen gewählt, teilweise von den Staatsbehörden ernannt. Gegen die Veranlagung ist das Rechtsmittel des Einspruchs, ber dem Gewerbesteuerausschuß gegen den Etnspruchs- bescheid, die Berufung an den bei der Regierung zu bildenden Bernsungsausschuß und gegen dessen Entscheidung die Rechlsbeschwerde an das Oberverwaltungsgericht gegeben. Das Verfahren ist der Reichsabgabenordnung nach Möglichkeit angepaßt.
Die vom Steuerausschuß festgestellten ©teuer« grunbbeträge werden gegebenenfalls auf die einzelnen beteiligten Gemeinden zerlegt, d. h. auf die Gemeinden, in denen sich im Saufe des Kalenderjahres Betriebsstätten des einzelnen Unternehmens befanden (Betrikbsgemeinden), und oie Gemeinden, in deren Bezirk eine bestimmte Anzahl in einer Betriebsstätte der Belnebsgemeinde beschäftigte Arbeitnehmer wohnten (Wohngemeinde). Auf Grund der staatlichen Veranlagung erheben die Gemeinden von den Steuer