Cinzelverkaufsprels 150 Mark.
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aer Zeitung
Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stabt Fulda.
50. Zahrg
Zreitag, >5. Zuni 1923
Nr. 135
Bor eWlisch-smizWeii VerhMdlmW
könnte, die für beide Länder befriedigend wäre.
9it WzöMe 6fteitns6ttrW.
uni unter dem Vorsitz des
„Unglaublich!!"'
„In Klein-Sollenstein mußte ich natürlich genau dasselbe geben wie die Kameraden. Es machte an hundert Mark aus für Portier, Kammerdiener, Kutscher, Lakaien, Jäger und Treiber. Dazu die Reise und ein Vielliebchen, das ich an die Baronesse Kannstein verlor — waren weitere 200 Mark. In München muß ich nächstens als Revanche die Kameraden zu mir laden. Ich mutz. Bisher schob ich's immer hinaus, weil meine1 Bude erst dafür instand gesetzt werden muß."
„Ich dachte, wir hätten dir dein Zimmer lehr gebier gen eingerichtet!" suhr der Alte auf.
Fortsetzung folgt.)
was für Verpflichtungen mir da unablässig erwachsen . . ." Der junge Offizier sprach plötzlich hastig und nervös. „Bedenke doch: man rnuß Einladungen auch erwidern! Man darf bei keiner Gelegenheit hinter den anderen zurückblciben. Allein schon die Trinkgelder verschlingen ein Sündengeld! Jedesmal, wenn wir ins Gasthaus gehen ober in irgenb ein Abendlokal, geben die meisten 10 bis 20 Mark Trinkgeld. Ich gebe 5 Mark. Aber ich weiß, das wird als schäbig angesehen".
Neues Todesurteil.
Wie Havas aus Köln mitteilt, ist der Ingenieur der Badischen Anilin- und Sodafabrik, Gorges, vom französischen Kriegsgericht in Mainz wegen angeblicher Zerstörung der Eisenbahn bei Insheim, die der Angeklagte zugegeben haben soll, zum Tode verurteilt worden. Die „Frkft. Ztg." meldet dazu, daß das angebliche Geständnis des Gorges von den Franzosen mittelst langdauernder Peinigung erzwungen worden sei.
Das neue Todesurteil wird in Deutschland die-
aufnähmen ...
Frau Gersdorfer blickte immer zufriedener drein. Gottlob, die Gelegenheit, die sie immer für ihren Sohn gewünscht hatte» war dal
bar und fein genug für feinen in „höheren" Kreisen geschulten Geschmack.
Auch für Annchen wurde manches von auswärts bestellt. Hauptmann Säring sollte nichts zu tadeln finden an ihrer äußeren Erscheinung. Von den durchbrochenen Seidenstrümpfen bis zu den echten Schildpattnadeln im Haar mußte alles an ihr erstklassig sein.
Frau Magdalena war sich dabei durchaus nicht bewußt, etwa ungerecht gegen Otto zu {ein. Ganz Schloh- städt und sie selbst am meisten waren überzeugt, daß sie die beste, aufopferndste Mutter für ihre Kinder war. Nur — sie liebte ste nicht bloß, sie rechnete auch mit ihnen.
Gustav und Annchen waren ihr gleichsam sichere Wechsel auf die Zukunft. Was da angelegt wurde, mußte mit Wucherzinsen hereinkommen.
Otto war nie ein schönes oder besonders begabtes Kind gewesen. Er lernte schwer und ungern. Seine Er- scheimmg war hölzern, seine Ausdrucksweise trocken und kurz. Nie hatte er das geringste aus sich zu machen verstanden.
Eigentlich hatten sie ihn fürs Geschäft besttmmt. Aber erstens war er dazu zu schwerfällig und zu wenig umgänglich mit Menschen, zweitens wehrte er sich dagegen mit einer an ihm sonst ganz ungewöhnlichen Leiden- schafllichkeit.
„Nur das nicht! 9tur nichts mit dem Geschäft zu tun zu haben!"
„Also was dann?"
Er wußte es selbst nicht recht. Weit fort von Schloh- städt. Irgendwohin, wo es wenig Menschen gab und man still für sich leben kann . . . war sein Traum.
Da steckten sie ihn nach Tharandt in die Forstschule.
Frau Magdalena hatte ihn aber nicht weniger lieb als die anderen beiden. Aber ... er zähtte für sie nicht wehr mit, feit sie erkannt hatte, daß er nie das Zeug haben würde, eine glänzende Heirat zu machen. Und sie fand es nur in der Ordnung, daß er darum auch keinerlei Ansprüche zu machen hatte.
Me machte Otto denn auch nie. Er war auch ganz zufrieden, mit Ferdinand in der Dachkammer zu wohnen.
„Wenn ich nur daheim bin und mich wieder einmal gründlich satt essen kann," sagte er zu Annchen. „Sei meiner Quartiersfrau in Tharandt, wo ich auch die Kost habe, komme ich aus dem Hungern gar nicht heraus!"
wtb Paris, 14. Juni. (Tel.) Havas veröffentlicht folgende offiziöse Meldung: Nach den | Andeutungen, die man gestern abend aus London erhalten habe, soll das Kabinett Baldwin beschlossen haben, das englische Auswärtige Amt damit zu beauftragen, auf diplomatischem Wege mit der französischen Regierung die schwebenden Verhandlungen über die Regelung der Reparationssrage forlzu- setzen. Man dürfe also annehmen, daß ein Einverständnis über dieses Vorgehen sich werde erzielen lassen, dem die französische Regierung kein Hindernis bereiten will, unter dem Vorbehalt, datz der Meinungsaustausch auf gewöhnlichem diplomatischem Wege erfolge und nicht mündlich imLaufeeinerSachverständigen- koaferenz. Auch wird die Bedingung gestellt, daß Deutschland von diesen Verhandlungen ferngehalten wird, solange es nicht den passiven Widerstand im Ruhrgebiet eingestellt habe.
Nach Abzug von allem Drum und Dran kann man der Meldung wohl entnehmen, daß die Diskussion über die Reparationsfrage dank der deutschen Note in irgend einer Form fortgehen wird und Frankreich es vor der Welt doch nicht wagen kann, jede Verständigungsmöglichkeit von vornherein abzuwürgen. Daß dies eigentlich der Herzenswunsch der Regierung Poincare wäre, kann allerdings niemandem zweifelhaft fein. Durch verstärkte Schreckensherrschaft im Ruhrgebiet sucht er einen Erfolg seiner Politik der Unversöhnlichkeit zu erzielen. Das deutsche Volk durchschaut hoffentlich die Absicht des französischen Ministerpräsidenten und vermeidet alles, was Poincare in seinem stillen Ringen mit England zu Hilfe kommen könnte.
Leder den englischen Labinettsrai
berichtet Reuter folgendes: Unter dem Vorsitz von Baldwin wurde am Mittwoch eine Kabinettssitzung zur weiteren Besprechung der Reparationsfrage abgehalten. Eins Erklärung über die britische Politik wird nicht vor der nächsten Woche erwartet. Es herrscht die Ansicht vor, daß es unmittelbar notwendig sei, eine Entscheidung zu erreichen, und daß alle Mittel angewandt werden müßten, um eine Uebereinstimmung zu erzielen, die eine Einigung hinsichtlich der von den Alliierten verfolgten Richtlinien ermögliche. Zwischen den alliierten Hauptstädten findet ein lebhafter Verkehr statt. Da Frankreich die Frage des deutschen passiven Widerstandes zum wichtigsten Verhandlungspunkt gemacht hat, versucht Großbritannien genau in Erfahrung zu bringen, was Frankreich unter einem Versuch, dem passiven Widerstand ein Ende zu machen, verstehe, und ob
2. Kapitel.
Mit vielem Hetzen und Jagen war man doch auch im Hause Gersdarser glücklich fertig geworden mit den Weihnachtsvorbereitungen.
Alles war geputzt und gescheuert, vorn Keller bis zum Dachgiebel. In der guten Stube — Frau Gersdorfer nannte es immer den „Salon" — stand eine Riefentanne, die Annchen mit den schönsten Neuheiten vorn Weihnachtsmarkt und allerlei selbstgemachtem Backwerk geschmackvoll weiß in weiß geschmückt hatte. Auch im Eßzimmer und besonders reichlich in Gustavs Zim- mer, waren Tannenzweige angebracht, was sehr festlich aussah, fand Annchen.
Frau Magdalene hatte sich in der letzten Woche kaum eine Minute Ruhe gegönnt bei Tag und Nacht. Da waren die vielen, vielen Kuchen, Weihnachtsstollen. Bretzeln und Brote zu backen gewesen, mit denen die Angestellten stets reichlich bedacht wurden. Schinken wurden gekocht, eine Gansleberpastete und andere Lecker- bisien für die Festtage vorbereitet, denn Gustl ah so gern feine Sachen — und aus dem Geschäft allerlei — offen und heimlich, denn alles durfte „der Herr" beileibe nicht sehen —, in Frau Magdalenes Speisekammer hinauf- geschafft: Weine, Liköre, Zuckerwerk und Konserven, Gustt durfte doch nichts vermissen . . .
Eine Steuerung hatte Frau Gersdorfer auch getroffen: Ctto, ihr jüngerer Sohn, der von Tharandt kam, schlief diesmal nicht in dem bisher von beiden Söhnen gemeinsam bewohnten Zimmer, sondern oben in Ferdi- nanbs Dachstube mit diesem zusammen. Die Mutter fand, ein Dragoner-Leutnant könne nicht gzewungen werden, das Zimmer mit einem einfachen Forsteleven zu teilen. Beide würden einander nur genieren.
Denselben Unterschied zwischen den Söhnen machte sie beim Einkauf der Weihnachtsgeschenke.
Während sie für Otto ausschließlich praktische Dinge wählte, die teils im eigenen, teils in anderen Schloh- ftäbter Geschäften zu beschaffen waren, wurde für Gustav alles aus der Hauptstadt bestellt. Nichts schien ihr kost
Beiugspreis: Monatlich 3000 Mt. Zustellgebühr extra- ~ Abgeholt in der Geschäftsstelle 3100 Alk. f Anzeigen: Kleinzeile nach Colonel 303 Alk., ausw.454M. Reklamezeile nach Colonel 1000 Mk. ausw. 1400 Mk.
Gustav kam erst am Heiligen Abend, knapp vor der I Auch der alte Gersdorfer blickte zufriedener vor sich Bescherung an. Er sah blaß und nicht ganz so heller I hin. Es schmeichelte ihm, baß fein Sohn in fof^en aus wie sonst. I Kreisen „wie zu Hause" war. Die Opfer, die mr- -«§-
Seine Eskadron lag in München. I her gebracht, waren also nicht umsonst geroefe .. u,tb
„Wir haben hundemäßig anstrengenden Dienst, und I Lene hatte doch richtig kalkuliert.
die Eisenbahnfahtt war auch keine Erholung. Abtelle I Dazwischen erwog fein berechnender Kaufmannsschlecht geheizt, alles überfüllt . . . fo bin ich eben ein I Instinkt allerlei Nebenvorteile für den Sohn.
bißchen kaputt", antroortete er auf die beforgte Frage I „Dann kann es ja nicht mehr lange dauern, bis bu feiner Mutter, ob er sich etwa krank fühle. I die glänzende Partie machst, die du brauchst. Drin bist
Die Befcherung war wie immer sehr reichlich und ge- I du jetzt. Gelegenhett hast bu. Oder" — der Alt» miitlich. Nur Ferbinanb würbe in den Familienkreis I zwinkerte jchlau — „haft du vielleicht die Betteffende einbezogen, was er fehr zu schätzen wußte. Die anderen I gar schon gefunden?"
Angestellten verließen die gute Stube, gleich nachdem sie I „Nein. Das geht auch nicht so schnell, Vater. Hin- ihre Geschenke erhalten und glückliche Festtage gewünscht I einkommen in diese Streife ist viel leichter, als sich darin
Verantwortlich für den rtoautoneHen Teil: Dr. I. Kramer, n für die Anzeigen: I. Parze Iler-Fulda. = Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Attienbruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Postscheck - Konto 4051 Frankfurt a. M.
Die Tatsache ist offenkundig, daß in den letzten eine ge meinsame Politik geführt werden Tagen unter Anwendung aller erdenklichen Kunstgriffe, darunter Abfassung falscher Meldungen als Versuchsballon mit nachfolgender Ableugnung, zwischen Frankreich und England ein inoffizieller Meinungsaustausch über die weitere Behandlung der deutschen Denkschrift zur Reparationsfrage stattgefunden hat. Dieser Meinungsaustausch soll jetzt wohl in offiziellere Bahnen geleitet werden. Eine Drahtmeldung besagt:
hatten. I halten. Und bann erst, wenn man festen Fuß gefaßt
Man setzte sich dann wie alljährlich noch im Wohn. I ^ann man daran denken — aber davon bin ich noch
zimmer gemütlich zusammen, plauderte und jeder besah I
noch einmal feine Geschenke, während Annchen Punsch I „Meso? Was meinst du eigentlich? Wenn bu doch
braute und Zuckerwerk herumreichte. I mal drin bist ..."
Frau Gersdorfer strahlte. Hauptmann Säring hatte I „g3 foftct nämlich höllisch Geld, Vater, unter diesen Annchen ein prachtvolles Rosenschiff gesandt, und mor- I ßcuten wirklich festen Fuß zu fassen! Davon macht gen erwartete er sie auf dem Eis, und übermorgen sah I gud) :Q [uer in Schlohstädt gar keine Vorstellung, sie ihn wieder beim Kastnoball. I t ----"
Kein Zweifel, daß er sich bei der einen ober anderen I Gelegenheit erklären würbe. ...
Otto spielte mit Ferbinanb Schach. Gustav, der sich's im Schaukelstuhl bequem gemacht hatte und das Gemach mit dem Duft feiner fehl teuren echten türkischen Zigaretten füllte — „Kamerad Graf Harr ach hat sie nur besorgt" — erzählte, von der Mutter durch Fragen gedrängt, manches über seinen Jagbaufenthalt auf Schloß Klein-Sollenstein.
Natürlich war alles „toloffat feudal" zugeschnitten dort gewesen. Er und ein Maler die einzig bürgerlichen Gäste. Er zählte die Gäste auf. Es wimmelte von hocharistokratifchen Namen. Dann schilderte er die Räum, lichtesten, die Dienerschaft, die Lebensweise auf Klein- Sollenstein. Junge Damen? Na, selbstverständlich! Da waren doch vor allen die beiden jungen Prinzessinnen Heideregg — bildhübsch, rassig, Sportsbamen ersten Ranges, bie es z. B. im Reiten mit jebem Kavalleristen
Str MIWMW MlenmlM.
Bekanntlich haben die vor einiger Zeit erfolgte Forderung Sowjet-Rußlands, daß an den russischen Küsten die Zwölf-Meile n-Zo ne als russi- sches Territorial-Gewäsfer anzusehen sei (eine For- derung, die Rußland aus eigener Machtvollkom- menhest, ohne sich an die bestehenden völkerrechtlichen Auffassungen zu stören, aufftellte), ferner die auf Grund dieser Forderung vorgenommene Be- schlagnahme englischer Schiffe im nördlichen Eismeer, und schließlich die zwischen England und Rußland entstandenen Mißhelligkeiten wegen der Erschießung russischer Geistlicher zu einem scharfen diplomatischen Vorstoß des britischen Außenministers Lord Curzon gegen die Sowjet-Regierung geführt. Er drohte mit Abbruch der bestehenden Handelsbeziehungen, ja die Lage war so gespannt geworden, und diese Spannung wurde durch die Ermordung des russ. Gesandten Worowski noch vermehrt, daß man wieder an den Ausbruch eines Krieges dachte. In seinem Vorgehen gegen Rußland hatte der britische Außenminister anfangs fast das ganze Parlament hinter sich. Auch die Arbeiterpartei war über das Urteil gegen die russischen Geistlichen außerordentlich empört. Als aber die Note Curzons herausgekommen war. und ihre scharfe Tonart schlimmste Verwicklungen befürcht ließ, da fetzte sich das Unterhaus von den Arbeitern bis tief in die Kreise der Liberalen hinein dafür ein, daß eine friedliche Lösung des Konflikts herbeigeführt wurde. Lord Curzon war früher Vizekönig in Indien und als solcher dazu erzogen worden, das russisch-englische Verhältnis unter dem asiatischen Gesichtswinkel zu bettachten. Rußland hatte die im englisch-russischen Handelsabkommen von 1921 übernommene Verachtung, in Asien keine bolschewistische Propaganda mehr zu treiben, in der Folgezeit völlig unbeachtet gelassen.
Rußland hat in einer Gegennote geantwortet und Gegenforderungen aufgestellt, die sich vor allem auch aus die antibolschewistische Propaganda der Engländer im vussischen Asien bezogen. . In der Note Curzons lag ohne Zweifel etwas wie Mißachtung der Möglichkeiten des russisch-englischen I Handelsverkehrs unter dem Sowjet-Regime I verborgen.
Die russische Regierung versuchte ihn dadurch I eines Besseren zu belehren, daß sie die Außen- I Handelskontrolle verschärfte. Aber Rußland lag I nichts an einem Bruch mit England. Krassin wurde nach London entsandt, um in persönlicher Besprechung mit Lord Curzon die schwebenden Streitfragen zu bereinigen. Das entgiftete gleich in etwa I die Atmosphäre. Bei den Verhandlungen zwischen I beiden wurden eine Reihe von Streitfragen ge- I regelt. Rußland gab nach. Das betraf vor allem die Angelegenheit der Beschlagnahme eng* I lischer Schiffe in der Zwölftneilenzone. Sie wurden I von Rußland freigegeben. Die sehr wichtige Frage I der Propaganda aber überließ man weiteren schriftlichen Auseinandersetzungen zwischen Moskau und London. Lord Curzon schickte ein Memorandum nach Rußland, das hauptsächlich diese Frage betraf. Es ist inzwischen die russische Antwort darauf be- I kannt geworden. Es heißt darin, die Sowjet- Regierung sei bereit, den englischen Entwurf einer I von Rußland abzugebenden Erklärung über die I Nichteinmischung zur Grundlage gemeinsamer Ver- I einbarungen in der Propagandafrage zu machen, I obwohl der Entwurf eine radikale Erweiterung der I einschlägigen Abmachungen im englisch-russischen I Handelsvertrag darstelle. Doch müsse auch E n g- I l a n d unzweideutig auf jede Unterstützung anti-
seien, jeden Verkehr für Fußgänger und Fahr- zeuge auf den Gebieten der Gemeinde Mainz- K a st e l, M a i n z - K o st h e i m und aus den Landstraßen und Wegen» die von Kostheim nach Hochheim führen, in der Zeit von 8'/- Uhr abends bis 5 Uhr früh verboten, ferner bis auf weiteres den Verkehr für Autofahrzeuge jeder Art, Motor- rüber, Fahrräder bei Tag und Nacht in dem gleiche Gebiet.
Auf der Strecke Bonn-Koblenz sind zwei Züge der französischen Regie entgleist. Das eine Eisenbahnunglück ereignete sich auf der Strecke Ro- landseck-Mehlen, wobei der ganze Zug entgleiste. Das andere Unglück ereignete sich aus der Strecke Godesberg-Mehlen, wo ein Teil des Zuges entgleiste. Personen sind in beiden Fällen nicht zu Schaden gekommen. Im Zusammenhang mit diesen Unfällen sind von den Franzosen verschiedene Personen wegen angeblicher Sabotageakte verhaftet worden. Auch Massenausweisungen von Eisenbahnern haben stattgesundem____________ _ _____________
$ot hem WM Des Mmm Mm.
wtb patis, 14. 3uni. (Tel.) Nach einer Meldung des „Echo de Paris" aus Genf glanbk man dort, die Unterzeichnung des Frie- densvertrages mit der Türkei falle am 20. oder 21. 3uni stattfinden. Das Sekretariat der Konferenz habe bereits Fühlung mit dem schweizerischen Bvndcsrat genommen und es fei wahrscheinlich, daß der Bundesrat selbst dem feier-
। lichen Akt präsidieren werde.
selbe Empörung entfachen wie das Todesurteil gegen Schlageter- Wahrhaftig,„ die französische Rüstungsindustrie, die vom Völkerhaß ihre Profite zieht, hat in Poincare und seinen Spießgesellen findige Handlungsgehilfen. Ist in der Wett nicht noch so viel Moral und Sittlichkeit, daß sie diese Volksverderber der allgemeinen Verachtung preisgeben kann?
Wülfrath und Wipperfürth.
Nach einer Havasmeldung aus Düsseldorf ist die Stadt Wülfrath mit einer Buße von 25 Millionen Mark und die Stadt Wipperfürth mit einer Geldbuße von 30 Millionen Mark belegt worden. Havas beruft sich zur Begründung dieses Voraehens darauf, daß in beiden Städten I auf französische Posten geschossen worden sei. I VOlRCrDUIWCSlUl
. Recklinghausen. I itallenischm^Vertreters Salanbra zusammen.
Rach einer Havasmeldung aus Düsseldorf sind in I der Finanzlage der Stadt Danzig
der Nacht zum 12. Juni zwel Deutsche, bie ent- und einem Bericht des Völkerbundskommiffars in
gegen dem nach der Erschießung eines französischen ^ien über die langfristigen Anleihen, sowie
Posten verhängten Derkchrsverbot In den Straßen .aI)Iteid)en anderen Fragen steht auf der Tagesord-
von Recklinghausen angetroffen wurden, von fron» englischer Antrag über dasSaar-
zösischen Posten durch Gewehrschüße getötet I flebHiet Das Völkerbundssekretariat teilt darüber worden. Ob weitere Personen getötet worden folgendes mit: „Die englische Regierung hat durch
seien, sei noch nicht bekannt. Vermittelung des englischen Vertreters auf der
Dortmund. I Ratstagung, Wood, beantragt, die Aufmerksamkeit
Wie die Blätter aus Dortmund melden, findet des Rates auf die Verordnungen der RegreNings- die Beerdigung der in der Schreckensnacht kommtssion des SaargebtetS vom 7 März 1923 über zum Montag hingemordeten sieben Dort- d'« Ausrechterhaltung der Ordnung und vom .Mm munder Bürger am Freitag vormittag statt. L über bte Streikposten zu lettlett.■ ®te engl idje 5R g Die städtischen Behörden und die Vertreter samt- s rung beantragt außerdem etne U ntersuchung a licher Gewerkschaften werden daran teilnehmen. ™&er» 00 bte Vertretung des Saargebietes durch dte Der schon vier Tage andauernde Belagerungs- Reg'erungstommisfton dem Gerste und dem Buch zu st and, der über diese Stadt von 500 000 Ein- I staben des Versailler Vertrages entspricht.
Die grohe Hoffnung.
Roman von Erich E b e n ft e i n. 3] -----------
wohner verhängt wurde, hat bereits gewaltige I “
vie Magdeburger Schelm,rganlsa»»«.
haben die Franzosen aus der Reichsbank in Dort- I Wie den Blättern zu den Magdeburger Ver- mund etwa eine Milliarde geraubt. I Haftungen mitgeteilt wird, nahm bte Kriminalpolizei
I am 8. Juni abends fünf Reichswehrsoldat en I von der Kraftfahrabteilung in einer politischen Das im Krupp-Prozeß wegen Störung der Versa mm l un g fest. Im Besitze eines derselben öffentlichen Ordnung und Aufreizung der Menge zu I namens Riehl seien Schriftstücke gefunden worden, Gewalttätigkeiten zu sechs Monaten Gefängnis ver- I hie auf einen Reichswehrblock Rohbach urteilte Betriebsratmitglied Müller wurde in dem I fjinbeuteten. Es sei aber nicht klar, ob dieser Block Revisionsverfahren von dem französischen schon bestehe oder erst geschaffen werden solle.
Kriegsgericht in Düffeldorf wegen Störung der Wie der „Vorwärts" aus Magdeburg meldet, öffentlichen Ordnung zu 7 Monaten Gefängnis I sind hw dort verhafteten Mitglieder des „Reichsverurteilt. I wehrblocks Roßbach" aus der Haft entlas-
Verkehrsbehinderungen. Isen worden. Hierdurch soll dem Blatte zufolge
Die Besatzungsorgane haben mit der Begrün- 1 die Magdeburger Arbeiterschaft in große Erregung düng, daß ' Eisenbahnsabotageakte vorgekommen I versetzt worden fein.