uldasr Heilung
4*41 Druck der Fukdaer Actiendruckerei in FMd«
CT553Q
Berlin, 13. April 1933.
Deutsche Staatspapiere.
Unter-
Festverzinsliche Werte.
20000.
Bergwerks-Aktien.
Bixmarckhütte t — — : Hamburg-Amer.
. Bocfanm, Bergb. n. Gnss | 75000, NorddeutscherUoyd
89,V» 1170,
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82,1/a
289, 181, 140, 255, 260, 205,
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so große Not, daß er bei seinen Kindern Zuflucht nehmen mußte. Wegen seiner Aufnahme gerieten seine sechs verheirateten Töchter, die ausnahmslos in reichen Verhältniffen leben, in Streit. Schließlich einigten sie sich dahin, daß jede der Reihe nach vier Wochen lang den Vater bei sich aufnehmen sollte. Neuerdings aber mußte de: alte Mann fast täglich seinen Wohnsitz ändern; häufig verschlossen die Töchter vor ihm das Tor. Dieses Lebens müde hat sich Feng- ler erhängt.
* 3ei einem Berliner Zahnarzt erschien ein junger Mann, der sich als Karl Benz, Sohn deS bekannlen Automobilfabrikanten, ausgab und Lat, ihm aus alle» Zähnen die Goldplomben her» auszunehmen. Er erklärte, sein Vater habe ihn zur Ablieferung einiger Automobile nach Berlin geschickt, er habe nun hier seine Brieftasche mit der gesamten Barschaft verloren. Um nicht andere Leute m Anspruch nehmen zu müssen, wolle er die Goldplomben zu Geld machen. Der Zahnarzt bot dem Patienten sofort seine Hilfe an» nach längerem Sträuben nahm der angebliche Benz den Vorschlag des Zahnarztes an, seine Gastfreundschaft zu genießen, bis das Geld angekommen sei. Der Zahnarzt ließ wegen einer kleinen Reise seinen Gast allein in seiner Wohnung. Als er wiederkam, war das Dienstmädchen und auch der Gast bersch w un- den, mit ihnen für 10 Millionen Wert- und Schmucksachen.
* Cinc Auswanderung von Singvögeln wird in Eng. land vorbereitet. Die meisten Distrikte Kanadas sind nämlich erstaunlich arm an gefiederten Sängern, und fr hat sich jetzt die kanadische Regierung zu dem Versuch entschlossen, zunächst 600 der verschiedensten Singvögel Stieglitze, Hänflinge, Lerchen, Rotkehlchen, Meisen usw anzusiedeln und in England zu bestellen. Bei de' lleberfahrt werden die kleinen Passagiere mit allem möglichen „Vogelkomfort" umgeben fein, um ihnen di« Sehnsucht nach der verlassenen Heimat nicht so schwe» ankommen zu lassen.
im Leichenzug kein Geistlicher, gleich welchen christlichen Bekenntnisses, vertreten sein dürfe. Nur auf dem Friedhof selbst war die Anwesenheit der Geistlichkeit großmütig zugestanden worden. Um nicht die Einheitsfront zu zerstören, haben die Geistlichen in der letzten Stunde keine Schwierigkeiten machen wollen, aber es muß offen ausgesprochen werden, daß bisher in Essen kein Fall einer solchen Vergewaltigung der religiösen Gefühle der Hinterbliebenen vorgekommen ist. Nur der Vertreter des Kardinals auf katholischer Seite war bei der Feier im Lichthof der Firma vom Begräbnisausschuß zugelassen worden, den Leichenzug selbst durfte er mit den übrigen Geistlichen nicht mitmachen, sondern nur auf Umwegen tonnten die Geistlichen zum Friedhof gelangen, um dort die kirchlichen Zeremonien vorzunehmen. Daß hn Leichenzug das Emblem der'proletarischen Frei- benter, umgeben von einer Menge roter Sowjetbanner, getragen wurde, hat den Begräbnisausschuß nicht weiter inkommodiert.
Hoffentlich sieht die ch r i st l i ch e Arbeiterschaft hier einmal nach dem Rechten und zeigt,, daß auch die Belegschaft in ihrem überwiegend christlichen Telle sich nicht von einigen Schreiern vergewaltigen läßt. Auf dem Friedhöfe selbst war es eine peinliche Ueberraschung, daß der Sprecher der Freidenter, Lehrer I a n - s e n, die religiösen Gefühle fast aller Hinterbliebenen mit Füßen trat und mit einer grauenvollen Got- teslästerung den Angehörigen Trost zu spenden für gut hielt und trotz der sichtbaren Unruhe des Leichen- gesclges nur Spott und Hohn für den Christenglauben hatte. Auch hier wird die christliche Arbeiterschaft einmal nach dem Rechten schauen und rücksichtslos jede Gemeinschaft mit solchen Elementen ablehnen müssen. So endigte diese ergreifende Kundgebrmg durch die Unduldsamteit einiger wenigen mit einem schmerzlichen Mißklang.
86000, 15500, 18000, 30500,
850000, 6700,
20000,
18000,
9400, 10000,
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D eutsch-Luxemburg Deutsche Kaliwerke Gelsenkirchen Bergw. Harpener Bergbau Ilse Bergbau Laurahütte Oberschi. Eisenb. Bed. OberschL Eisenind Phönix Bergbau Westeregeln
Auch das Fuldaer Land wurde durch die Ereignisse in schwere Not gebracht. Franzosen und Kaiserliche standen in nächster Nähe des Stiftes. Freunds und Feinde forderten den Durchzug durch das Land. Der Fürftabt, der dem Kaiser wertvolle Bundesgenossen zu gewinnen bemüht war, kam hierdurch in große Gefahr. Er erhielt die Nachricht, daß der französische General Turenne von König Ludwig XIV. beordert sei, „einen gewissen Reichsfürsten beim Kopfe zu nehmen". Der Kaiser erkannte in einem besonderen Schreiben die Verdienste Bernhard Gustavs um die deutsche Sache an, in dem er dessen patriotischen Eifer rühmlichst hervorhob.
Während und nach diesen Ereignissen bemühte sich der Fürstabt, die Ordenszucht in seinem Kloster zu refor- nneren. Die Verinnerlichung des klösterlichen Lebens, die seit der Gegenreformation eingetreten war, suchte er zu stärken und zu verfiefen. Nur wirklich Würdige sollten das Ordenskleid tragen, kein Unterschied fein zwi- scheu adligen und bürgerlichen Konoentualen. Im Jahre 1676 unternahm er eine Romreise zur Papstwahl. Auf dem Rückweg erfuhr er in Kempten, daß dem Stift neue Einquartierungslasten drohten. Obwohl seine Gesundheit stark angegriffen war und er dringend der Ruhe bedurft hätte, eilte er weiter. Doch er sollte seine geliebte Stadt nicht Wiedersehen. In Hammelburg ereilte ihn der Tod. Die fürstliche Leiche wurde nach Fulda überführt und zunächst in der Bonifatius-Krypta bestattet. Erst im Juni 1678 erfolgte die feierliche Beisetzung.
In der Persönlichkett des Kardinals Bernhard Gustav ersteht uns ein Mann von tiefftem religiösen Empfinden und heiligem Eifer für die katholische Kirche. Im Gegensatz zu anderen weltlichen und geistlichen Fürsten seiner Zeit war er von wahrhaft deutsch-vaterländischer Gesinnung und lieh dem Kaiser opferbereit seine Hilfe. In treuer Liebe zu seinem Stift war er bemüht, die schweren Lasten und Leiden der Kriegswirren abzuwenden oder doch zu mildern.
Daß die Persönlichkeit des Fürftabis so scharf umrissen vor uns steht, danken wir dem Verfasser des vor- liegenden Buches, der sich der mühevollen Aufgabe mit liebender Sorgfalt unterzogen hat. Die Freunde der Fuldaer Geschichte werden gern nach dieser schönen Gabe greifen, um sich durch sie in einen interessanten Abschnitt der Heimataelchichte einführen zu lassen.
Studienassessor E. Grau.
AM» un» MA in Italien.
Wie aus Rom gemeldet wird, wurden dort mit feierlichen Zeremonien in der Kapelle der Poliklinik die Kruzifixe eingesegnet, die Wiederinden Gängen der Hospitäler aufgehängt werden sollen. Das Mornale di Roma' (Nr. 80) bemerkt dazu: „So werden also, nach den Schulen, mit noch mehr Recht die Hospitäler, dank den energischen Anordnungen der Regierung Mussolinis, wieder das Symbol des Schmerzes und der Liebe haben." '. Die Zeremonie hatte gerade deshalb einen besonderen Charakter, da seit der Gründung der Poliklinik vor 27 Jahren das Kreuz immer aus ihren Räumen verbannt war.
74000. 61000, 74000, 145000,
75000, 56000, 51400, 61000, 67500, 53000.
Kus dem Nachdargehret.
--- Elm (Krs. Schlüchtern). Vor zwei Jahren hat die Stadt Frankfurt die Braunkohlen« selber „Heinrichssegen" und „Fränzchen" bei Elm für 120000 Mark gekauft und seither zirka 80000 Mark dafür aufgewendet. Jetzt hat sich herous- gestellt, daß eine rationelle Verwertung der Felder nicht möglich ist und deshalb sollen sie an die Preußisch-Hessische Bau« und Finanzgesellschaft für 200 000 Mark verkauft werden. Der Magistrat der Stadt Frankfurr hat diesem Vorschlag des'Wirtschaftsamtes zugestimmt. Die Entscheidung hat die Stadwerordneten-Versammlung.
(fpd) Hattersheim. Der Architekt Joseph Groh aus Wiesbaden wurde mit seinem Rade in der Nähe unseres Ortes von einem Auto über fahren und auf der Stelle getötet. Der Verstorbene ist vor mehreren Jahren weiteren Kreisen dadurch bekannt geworden, daß er die Reste der römischen Wasserleitung bei dem Bahnhof Biebich- Oft genau vermessen und eingehend beschrieben hat.
(spd) Bad Homburg v. b. H. Die Stadtverordnetenversammlung hatte vor mehreren Wochen wohl die Mittel für eine Kurdirektorstelle bereitgestellt, die Anstellung eines Direkwrs merkwürdigerweise selbst abgelehnt. Jetzt hat nun die Kurdeputation, nachdem der vorläufige Leiter der Kurgeschäfte das Amt niedergelegt hat, den früheren Kurüirätor von Bad Kreuznach, L. Anders, für die diesjährige Saison zum Kurdirektor gewählt.
(fpd) Herborn. Viel belacht wird hier der Einfall eines Kaufmannes, der den Ertrag der M i e t e aus einer an einen Arzt vermieteten großen Wohnung im Schaufenster seines "Ladens ausgehängt hat, nämlich: drei Hundertmarkscheine, einen Zehnmarkschein und drei Einmarkscheine. Darunter best man die Worte: „Nebenan hängendes Geld ist die vierteljährliche Miete für elf Wohnräume. Was kostet heute ein Ei? Was kosten 50 Gramm aües Ku h fleisch? und w as kostet ein ärztlicher Besuch?"
„ Pyrmont. Die Vorverhandlungen betreffend Uebernahme des Wasser w'erkes seitens der Stadt smd g e s ch e i t e r f. Das Bürgervorsteherkollegium bot die von der Wasserwerksgenossenschaft für die Abtragung gestellten neuen Bedingungen einstimmig abgelehnt.- Die Genossenschaft hat den Monats- verbrauch einer Familie von zwei Kubikmeter Wasser auf 1100 Mark und den Mehrverbrauch von jedem Kubikmeter auf 500 Mark festgesetzt.
Auszug UNS Ö8B Ngisleru des SkWMNtS Iuwu-
Sterbefälle vom 6.—13. April 1923.
5. Schneidermeister Jakob Schmid, 47 I. 3 M. 8 T.
6. Emma Hillebrecht, 2 M. 6 T. 7. Maria Katharina Sauer, 76 I. 1 M. 25 T. 7. Maria Schwarz, V, St-
39000, 35000, 4/750, 35000, 34000, 41900, 33000, 53000, 17500, 54000, 31000, 72000,
36500, 26500, 11900, 82900,
104000, 21000, 30000, 38000, 39750, 17500,
86000, 46500, 64000, 26500, 76000, 42500,
21600, 89000, 30000, 44000, 60000,
6500, 55000,
6025, 19000, 23000, 385001
46750,
5 Disch. Reichsanl. 1-9
4 » 9
3V» „
5 TL Schatzsch 8. UL 41/a do IV tl V.
4V- do. VI-IX
4Va do. fällig 24
5 Spar- Präm.-AnL
4 Preuss.Konso!s 31/» do.
3 Preuss. Sch. Kons..
4 Bayern St.-AnL 3Vs „
3 Bay. Eirenb V.
4 Bad. 1908. 14
4 Hessen 99. 12
3 Hess. do.
3 Sachsen
4 Hamb. 7. 14
Vermischtes.
• Die Tragik der alte« Vaters. Der 75jährige frühere Schmreöemeister Fengler aus Niedertangen. Waldau verkaufte kurz vor dem. Krieg seine Schriebe, um sich zur Ruhe zu setzen. Er war damals ein wohl- habender Mann. Die Geldentwertung brachte ihn in
MMIm les MDL Wnomte.
Gaskokszettelabgabe
an alle Haushaltungen bis zu 5 Zentnern.
VrUsttvsrkauf
ab Schloßhof in einzelnen und mehreren Zentner gegen Vorzeigung des Brennstoffausweijes
Zur besonderen Beachtung.
Es wird darauf hingewiesen, schon jetzt mit der Anschaffung der Brennstoffe für den Winter zu beginnen, weil infolge der Zwangswirtschaft nur eine gewisse Iahresmenge für den Hausbrand zur Verfügung steht und im Sommer und Herbst der nötige Vorrat nicht mehr befchasst werden kann
Dasselbe hat Geltung für den Gaskoks.
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on der Raab. Die furchtbaren Erlebnisse in diesen Tagen reisten in dem jungen Markgrafen den Entschluß, Gott näher zu treten durch Eintritt in das Kloster. In der Propsteikirche z« Petersberg bei Fulda legte er das Probejahr ab und in der Stiftskirche die ewigen Gelübde. Mit dem Eintritt in den Ordensstand nahm er den Namen Bernhard Gustav an. Durch kaiserliche Vermittlung erhielt er Aufnahme in das Stift und wurde zum Coadjutor des Abtes bestellt. Bald konnte ihm auch Kaiser Leopold im Auftrage des Papstes zu Wien den Kardinalshut überreichen.
I In glücklicher Weife hat der Verfasser hier den Wortlaut der Quelle folgen lassen, dis uns in dem Einzug des Kardinals ein farbenprächtiges Bild Fuldas unter der Herrschaft des Krummstabes entrollt: Vor dem Kohl- houkertor hatten sich Bürgermeister und Rat aufgestellt, wo eine in Größe und Form dem Paulustor ähnliche Ehrenpforte errichtet war. Nach der Begrüßung setzte sich der Zug, an dessen Spitze Pauker, Trompeter sowie der fürstliche Hofstaat schritten, in Bewegung. Der Geistlichkeit folgte, umgeben von Edelknaben, der Kar, dinal. Heber dem Ordenskleid ein langer schwarzer Talar, darüber der Chorrock aus feinster Leinwand mit kostbaren Spitzen, auf dem Haupte den Kardinalshut, so zog auf einem herrlichen Grauschimmel Fuldas erster Kardinal in seine Residenz. Unter feierlichem Glocken- geläute fand die herrliche Feier im Chor der Stiftskirche mit dem Te Demn ihren Abschluß.
Mit der neuen Würde traten auch neue Aufgaben an den Fuldaer Fürstabt heran. Er tritt in die große Polstik. Auf der Seite des Kaisers sucht er gegenüber den Raubgelüsten eines Ludwig XIV. Reichsgebiet zu schützen und zu erhalten. Das Domkapitel von Lüttich hatte sich in großer Bedrängnis vor stanzösischen Heber, griffen an den Kaiser um Hilfe gewandt. Dieser betraute Bernhard Gustav mit der schweren und undank- baren Aufgabe, dort die deutsche Sache zu vertreten. Nur unter großen Schwierigkeiten gelang es ihm, Lütttch zu erreichen. Da er bald erkannte, daß die Kräfte Deutschlands nicht ausreichten, um hier der Gewast der Welschen Widerstand zu leisten, rüstete er zur Heimkehr und schickte fein Gepäck nach Köln voraus. Man glaubt sich in die Gegenwart versetzt, wenn man hört, daß die Franzosen sein wcrw olles Eigentum, obwohl es mit kgl- französischen Paß versehen, als „gute Beute" verteilten.
M 86.
Sonntag, 15. April 1923
den schon Mittel und Wege finden, ihr Ziel so oder anders zu erreichen.
Der große Sturm im Blätterwald hat sich ziemlich bald gelegt. Man wird auch hier erst aus den späteren Tatsachen sich ein richtiges Urteil bilden können und abwarten müssen, ob z. B. in gewissen Provinzen Ober- Italiens die Faszisten ihre antiklerikale Haltung ändern und nicht mehr nach der Pfeife gewisser Drei-Punkie- Brüder tanzen; ohne daß wir damit jede persönliche Ausschreitung von Faszisten gegen Geistliche gleich auf die Rechnung des Antiklerikalismus setzen wollen.
Zu den erfteulichen Tatsachen gehört in gewissem Sinne auch die Aufstellung der Bibliothek des Fürsten Chigi in den Räumen der Vatikan. Tie italienische Regierung hatte dieselbe mitsamt dem Palazzo Chigi an der Piazza Colonna im Jahre 1918 unter gewissen Bedingungen erworben. Wohl im Zusammenhang mit der neuen Verwendung des genanntm Palastes als Sitz der „Consulta", nach der Bestimmung des eigentlichen „Pa- lazzo della Consulta" auf dem Quirinal zur Residenz des Kronprinzen, machte die neue Regierung dem Vatikan den Antrag, die gesamte. „Chigiana" mit allen Handschriften und Büchern, unter Wahrung des italienischen Eigentumsrechtes, mit der Vatikanischen Bibliothek zu bereinigen und sie in den Räumen dieser und nach den für diese geltenden Bestimmungen der Benutzung durch I gelehrte Forscher leichter als bisher zugänglich zu I machen Der Antrag wurde mit den notwendigen Klau- I sein i .d Vorsichtsmaßregeln angenommen und die I llebert lgung fand sofort statt.
I Es j 1 jedenfalls eine sehr bemerkenswerte Tatsache. I Sie wo cd natürlich die Veranlasxmg, daß wieder mehr I als bisher von den Aussöhnungsverhandlungen I zwischen Quirinal und Vatikan gesprochen und geschrieben wurde. Etwas Bestimmtes läßt sich über I dies Kapitel in der Oeffentlichkeit nicht sagen. Viele behaupten, daß solche Verhandlungen im Gange sind.
I Wie sie stehen und welche Aussicht auf Erfolg sie bieten, meldete bisher niemand.
Nachklänge zur Essener ToLenseier.
Der „K. V." schreibt ein Mitarbeiter folgendes, was auch in unserem Leserkreise Interesse finden wird:
Seelforgswege führten mich zu den Angehörigen eines der am Karsamstag gefallenen Kruppschen Arbeiter, einer Witwe mit vier Kindern im Alter von 15, 12, 3, 1 Jahren. Zwei Zimmer bewohnten sie, sauber und anheimelnd eingerichtet. Jetzt liegt tiefe Trauer auf den Hinterbliebenen. Die Witwe klagt, daß ihr Mann im | Rücken tödlich getroffen niedergesunken sei, als er junge Leute zum Weggehen mahnte, die Franzosen seien im Begriffe zu schießen. Die erste Kugel traf ihn. „Grö- fiere Liebe zeigt niemand, denn er gebe fein Leben für seine Freunde." Sie hatten sich „alles anders gedacht"; nach Ostern sollte der 12jährige aus dem Rauch der Industriestadt aufs Land, 100 000 Mark Vorschuß hatte der Mann schon für notwendige Anschaffungen für seinen Kleinen sich geben lassen und jetzt war alles vorbei. Ein schweres Leben habe sie hinter sich, 11 Geburten überstanden, leidend fei sie und um Weihnachten habe ihr Mann lange krank gelegen. 400 000 Mark habe er monatlich verdient, ganz knapp seien sie ausgekommen, und jetzt erhalte sie 57 000 Mark monatliche Witwenrente. „Und alles wofür?" jammerte sie. Ich versuchte ihr Trost zuzusprechen, aber den Mann und Vater konnte ich ihr nicht zurückgeben. Mein Wunsch war, Poincare und die französischen Machthaber in die stille Arbeiterwohnung hineinzuführen. Ob bei den Tränen der Wttwe und dem Weinen der vaterlosen Kleinen ihn nicht des Einbruchs ganze Torhett erfaßt hätte? .
Der Weg ging weiter zu einem anderen Toten, einem braven Jüngling der Iünglingskongregation. Er war noch vor einigen Jahren mein Schüler in der Oberklasse gewesen und hat mich immer durch seinen ruhigen Ernst und stillen Fleiß erbaut. Ostersonntag sollte gemeinschaftlich hl. Kommunion der Jünglinge sein, aber als ob er geahnt, daß er nicht mehr dabei fein sollte, war er am Palmsonntag zum Tische des Herrn gegangen. Cs sollte feine Wegzehrung sein. Erst 16 Jahre alt war er und stammte aus einer braven Familie des Münster - landes. Wie sagte er seiner Mutter: „Wenn nur vor ben Feiertagen mir nichts passiert"; waren doch in Wen blutige Ostern keine Settenfieifl Auch fiter die »rage der Eltern: Wofür, wofür? Und auch hier ment Wunsch an Frankreich, dieses trauernde eiternpaar weinen zu sehen.
Daß selbst vor der Majestät des Todes der Reki- g t o n s h a ß nicht schweigt, hat auch leider diese Beerdigung wieder gelehtt. Zwölf Tote sollten zur letzten Ruhe bestattet werden, sechs evangelische, vier katholische Christen und zwei Dissidenten. Bei der Bestattung sollten acht evangelische und acht katholische Gesstliche und die Vertreter der Freidenker im Leichenzug vertreten ücs warwohl geordnet und den Hinterbliebenen Erfüllung aller ihrer religiösen Wünsche zugesichert worden. In den letzten Stunden vor der Beerdigung aber frIIä-rte-,l>er Begräbnisausschuß derÄrupp- f 4)617 arbeite r, in der Mehrheit kommunistisch, ohne die Angehörigen zu benachrichtigen, daß die Bestattung eine 2lrbeit erbeuten ft ration fei, und daß
4 Frankfurt a. M.
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4 Gold R. 4 Kronen R. 4*/a Budapest
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BerL Handelsges. Commerzbank Darmstädter Bank Deutsche Bank Uebersee Bank Ess. Cred. Anst Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank Mitteldeutsch Credtb. Reichsbank
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Die abwartende Haltung gegenüber der faSzistischen Regierung, namentlich mit Rücksicht auf ihre Stellung gut Kirche, dauert fort.
ES fehlt freilich nicht an erfreulichen Tatsachen, die von manchen als Wegmarken auf der ernstlich gewollten Bahn zum Bessern gedeutet werden. Doch auch bei diese" Tatsachen können viele den Zweifel nicht überwin- den, ob denn schließlich ntcht alles aus kluger politischer Berechnung hervorgehe. Man macht der Kirche Ver- beugungen, dte nicht viel kosten — so fürchtet mehr a!S einer; man gewährt ihr Zuaeständnisse und Vergünsti- gunxen, die ihren Eindruck auf die Menge nicht verfehlen. Aber wenn es letztlich heißen wird, das volle Recht der Kirche anzuerkennen, wird man nicht dazu bereit ;ein. Dann kann man den großen Massen er» \r?5ren" ^efit, *vir haben alles getan und unseren guten Willen gezeigt: aber die anderen haben nicht gewollt Und die letzten Dinge würden schlimmer als die ersten.
Solch pessimistische Stimmen von Unglückspropheten finden bei manchen um so leichter Gehör, als es nicht an VorauZsoqungen schwerer Schicksalsschläge für das ^ahr 1923 fehlt, die von vielen ernst genommen wer- oen. llnd ein Blick auf das große Elend in Deutsch- • tand und auf_ die traurigen Zustände anderswo bestärkt viele in der Erwartung kommenden Unglücks. Immerhin dürfen die erfreulichen Taten der neuen Re- gterung hinsichtlich der Religion und der Kirche nicht unbeachtet bleiben. Großen Eindruck machte in der erften Parlamentsrede Mussolinis die Anrufung Gottes und die starke Hervorhebung der katholischen Religion als derjenigen der großen Mehrheit dxs italienischen
* tDe^er b*6 Regierung eine ganz besondere Berücksichtigung und Wahrung ihrer Rechte zusagte. Bald , daraus wurde durch Verfügung des Kultusministers vorgeschrieben, daß in allen öffentlichen Schulen das Kruzifix zugleich mit dem Bilde des Monarchen wieder angebracht werde, das von den sozialisti- Ichen Gemeindevorständen vielerorts entfernt worden war.
Derselbe Minister erklärte nicht lange nachher in einem programmatischen Erlaß, daß der Religions- unterricht die Grundlage des gesamten Erzieh ungs - und UnierrichtSplanes in den Volksschulen zu bilden habe. Allerdings blieb dabei der Hauptpunkt noch unerwähnt, von wem und in welcher A.3eije dieser Religionsunterricht zu erteilen und zu überwachen sei. Man verfehlte nicht, von kirchlicher Seite auf diese alles entscheidende Frage hinzuweisen. Eine Antwort darauf ist, meines Wissens, nicht erfolgt.
Weniger Freude machte ein anderer Erlaß deS gleichen Kmtusministers, der den Schulbesuch an den staatlich .nicht anerkannten katholischen Feiertagen alS pflicht- maßrg erklärte. Bisher hatte die Regierung es geduldet, daß die katholischen Kinder an solchen Festen die I Schule tatsächlich nicht besuchen. Dieser fretücfi nicht konsequente, aber praktisch bequeme Brauch wurde jetzt abgeschafft: solange die jetzige Schulordnung bestehe, so ernarte^man, hätten auch die katholischen Kinder an öteien yeiertogen die Schule zu besuchen; doch sei eine «enberung der bestehenden Ordnung nicht ausgeschlossen. Von einer solchen Aenderung ist bi? jetzt noch nichts Weitere-- bekannt geworden.
Den allergrößten Eindruck machte aber die offizielle Entscheidung des obersten Rates des italienischen Fas- zismus, nach welcher die gleichzeitige Zugehörig- I feit zum FaszismuS und zur Freimaurerei I miteinander unvereinbar seien, und deshalb die I einer Loge angehörigen Faszisten eingeladen wurden, I ihren Austritt aus dem maurerischen Bunde baldigst I gu erklären. Wenn man bedenkt, welch unheilvollen i Einfluß die Freimaurerei im Kampfe gegen Religion und Kirche, besonders in Italien, feit mehr als einem halben Jahrhundert ausgeübt hat, wird man die Trag- I mette einer solchen Entscheidung in etwa ermessen kön- I nen Der Großmacht im -Giustiniani, vor der I bt8fier fast alle Machthaber in Italien sich neigten, I offen den Fehdehandschuh chrnwerfen, dazu gehört sicher- I Infi rnchi wenig Mut. Ja, die Kühnheit erscheint vielen I groß, daß sie gerade bei diesem Schritt an politische I Berechnung denken. In katholischen Blättern wurde I gleich nach Bekanntwerden der Entscheidung darauf hm- | geiptefen, praktisch könne doch noch alles beim Alten I blewen: die faszistischen Freimaurer brauchten nur zu I lchweigen und nichts von ihrer Verbindung mit der I ~oge zu sagen. Die mächtigen Brüder, deren Serbin« I Bungen bis hinauf in die höchsten Kreise reichen, war- I
Snlöaer MM I.MrWetti,
3n Zeiten schwerer vaterländischer Not wendet sich I Blick oft und gern zur Vergangenheit: aus der Be- I trachtung der Geschichte lernen wir die Gegenwart ver- I stehen als einen Teil des im Weltplane nach ewigen Ge- I fefien sich vollziehenden Geschehens. Wir werden auf I eine höhere Warte gestellt, wo der Ausblick sicherer und I freier wird. Wie Begeisterung für Heimats- und Volks- I geschichte im Laufe des vergangenen Jahrhunderts das | deutsche Volk in schwerer Trübsal aufrichtete und stärkte, I fo möge es auch heute aus diesen unversiegbaren Quellen I Trost und Hoffnung auf eine bessere Zukunft schöpfen. I
Dieser Bereicherung und Vertiefung historischen Wis- I fens dient eine soeben erschienene Arbeit, die einen Aus- I f(finit aus der Geschichte des 17. Iharhunderts das I Leden des Fuldaer Fürftabis Bernhard Gustav») befian. I delt. Mit großem Eifer und Geschick hat der Verfasser I ba? meist ungedruckte Ouellenmaterial verarbettet und I mit feinem Verständnis das Bild eines Mannes gezeich- I net, dessen Wirken in der Geschichte unserer Heimat und I ber des Reichs große Bedeutung gewonnen hat.
Bernhard Gustav wurde im Jahre 1631 als Sohn I &cs Markgrafen Friedrich von Baden geboren, mitten in I den Wirren des dreißigjährigen Krieges, als fremde Döl- | ter aus fast allen Teilen Europas auf deutschem Boden standen. Als Bundesgenosse des Schwedenkönigs, der I damals bis nach Süddeutschland vorgerückt war, gab der I Markgraf feinem Sohne den Namen Gustav Adolf.
Schon im jugendlichen Alter zeichnete sich dieser in I den Kämpfen aus, die zwischen Polen und Schweden um I die Herrschaft des Baltischen Meeres tobten. Der frühe I Tod des ihm verwandten Schwedenkönigs Karls X. be- I deutet einen Wendepunkt in feinem Leben. Die Eitelkeit I unb schnelle Vergänglichkeit des Irdischen tritt ihm vor I Augen, und seine tief veranlagte Natur sucht Ruhe und I Frieden. Im Alter von 30 Jahren tritt er zur katholischen Kirche über. Enge Beziehungen verbinden ihn von nun an mit dem Hause Habsburg, zu dem er dann während 1 feines ganzen Lebens in Treue gestanden fiat. Schon I bald hat er dem Kaiser wertvolle Dienste geleistet in dem I schweren Kampfe gegen die Türken bei Sankt Gotthard I
*) Kardinal Bernhard Gustav, Markgraf von Baden- I Diwlach, Fürstabt von Fulda 1671—1677. Von Augustin I
sam, Pfcwrer zu Petersberg bei Fulda. Fulda I »923. Druck der Fuldaer Actiendruckerei. 1 .
Gottesdienstordnung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, 15. April. Dom. iMonatSkollekth ’/s6, 6, >/,7 u. 7 fit M.. 8 Pfarramt, Umg., Pr. u. Si. V,10 Kathedralamt u. Pr., 3411 Chr., V.12 hl. M u> Pr., Vi2 A., 2 Chr., 4 Sakraments-Bruderschaft m. Pr u. Segen, 7 A. i. d. Marienkapelle. Montag 5 Rosenkranz m. Segen. — Stadtpfarrkirche. (Kollekte f. d. Orgel? 5Vi Kom., 53/« hl. M. u. Kom. d. Dienftmädchen-Kongre- gation, 6’/« hl. M. u. Kom. d. Jüngl., 8 erster Schulgd, u. Pr., 9Vi Pfarramt u. Pr., 11 zweiter Schulgd. u. Pr. 9V< A. f. d. Jünglings-Kongregation i. d. Severikirche l1/« Chr. f. d. Jungfr., 2V, Bruderschaft vom hochw Gut, 4 A. f. d. Dienstm.-Kongreg. i. d. Severikirche. — Pfarrkirche zum heiligen Geist. 7 Frühm., 8 Amt u Pr., 8 A. — Sodalltär. VslO. — Severikirche. Sonn tags Vi7, werktags 605 hl. M. — Herz-Jesu-Heim 8 Amt m. Pr., nachmitt. 2 Andacht. (Mittwoch abend" 8 A.) — Frauenberg. 5, Vs6, 6, V»7 u. 7 hl. M., 8 fit M. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., i. d. 5 u. 8 Uhr-Meff"" Generalkommunion d. Terziaren, naajm. 2 Pr. u. A. f. d Terziaren.
Montag, 16. April. Frauenberg. Gedächtnisfeier deS HI. Vaters Franziskus. Vollk. Ablaß für alle Mitglieder der 3 Orden des hl. Franziskus, die an diesem' Tage ihre Profeß erneuern. 6Va Levitenamt und gemeinsame Erneuerung der hl. Profeß.
Ta»ckst«mme«gottesdienst.
Hanau am 15. April (2. Sonntag nach Ostern.)
Briefkasten der Redaktion.
$. C. 3. hier. Nach unseren Informationen kommt bei der Auswahl bedürftiger kinderreicher Familien, die für die verbilligte Milch in Frage kommen, ein starres Schema nicht in Anwendung, Jeder Fall wird einzeln gewürdigt.