Einzelbild herunterladen
 

M 55»

Samstag, 10. Februar 1923.

Fuldaer Leitung

4*-* Druck der Fuldaer Aetieudruckerei t« Fuld«

D e lächfirche Gesahr.

In der sach^Hrn LaMagssitzung tror-i 30. Januar fft Los SüLL.eti durch einen Mißtrauens antrag ter Kommunisten gestürzt worden. Die bür­gerlichen Pare-en hatten dom kimmLmstifchrn Antrag zu- stimmt, wenn auch cus besonderen Mo­tiven. Li bür cr. chen Parieren sich mtt der sozitt- demokrotischLN Dttia.ur nicht eiiwerstwLon. Bckannt- stch haben vor wenigen Monaten die bürgerüch.n Wer­teten eine DoLtsobstttnmrmg in die Wo e geleitet, um dre arte fo'ialistrsche Regierung zu stürzen. Dies; Kampagne ha te schließlich, wenn auch nicht direkt, mit dem Rücktritt ' te Regierung und der Anberau­mung von Nemrc., .i geendet. Aber das parteipoli­tische Bild Lachs, s wurde durch diese Ncmrahien nicht zu gunsten der bürgerlichen Parteien geändert. De Folge war, daß die Sozialsten wieder die Re­gierungszügel rn ta Han» ne. men koimlen. Das neue sozialistisch-« KabinÄt wer dberfo wie seine Vor­gänger ein Minderheitskabinett. Es stützte sich lediglich aus die Vereinigte Sogialdvmokmtische Pariei und konnte nur dadurch vegierunyzstchg werden, daß es das Wohlwollen der rerstärkt in den Landtag erngezogenen Kommunisten besaß. Die Sozialdenwlraten hatten damals eine Regierungs- bildumg zusammen mit der Deutschen Volkspartei ab- gelehnt, eine RcgirrungeLildung allein mit tat De- mokraten hätte ihnen noch keine Mehrheit eingebmcht. Die Lebensdauer dieses Kabin.ttts, mist dem die bürgerlichen Parteien ebenso unzufrieden sein mußten, wie mit dem Doraufg^xingcnett, ist keine lange ge­worden; die Kommunisten haben ihm jetzt ein schnelles End' beratet.

Ais Grund für ihren Mißtraurnsawtrag wird von den Kommunisten angegeben: die Stellung der Sozial­demokratischen Regierung zur Rep erati en note vom 13. November 1922 und das Versagen der Regierung im Kampfe gegen die fas zistifche Be­wegung. Die Komnunsten werfen der Sozirl- demokratie also rvr, daß sie die Außenpolitik des Ka­binetts Cuno als len Arboiteriiiteressen zumidrr u tter- stützt Haie und daß die in der Frage der Abwehr des Faszisrnus als ter aktuellsten Existenzfrage für fee deutschen Arbeitcr rersagt habe. Sie habe damit im schlimmsten S'nne des Wortes Konterrevo­lution getrieben und tie politischen Lebensiuteressen des Proletariats verraten.

Die gogensätzliche Auffaisfmig zwischen Sozial­demokraten lmd Kommunisten über die Bekämpfung des Faszismus und der KvÄe.veronlion hat ihr Vorbild in den Meinungsverschiedelchotten der ita­lienischen Sozialisten und Kommu­nisten gehabt. Auch die itali ernsten Sozialisten sind der Auffassung gewesen, daß da' Diktat.'rbepchren mrd der brutale Terror ter Ko imunstm die faszistische Bewegung erst ermöglicht und stark gemacht habe, wäfe-enö umgekchrt fee Kommmrist.m d esos Erstarken der faszistischen Bewegung auf die schwachmütige Haltung der Sozialdemokraten zurückfuhrten. Der­selbe MeiMmgsaustrmsch ist heute in kommunPfchm und sozialistis ben Blätter in Deutschland im Gange.

Mit dem Sturz der sächsischen Regierung scheint feefer bisher theoretisch geführte Memungs streit kn Än praktisches Stadium getreten zu seÄr. Es hat den Anschein, als ob di; Kommunisten in Sachsen jetzt alle Hebel in Bewegung setzen wollen, um fee

,an W M reißen. DieRote Fahne" (Rr. 26) schreibt:

.Am 27. yanuar, am Tage vor dem HMer.Pufsch in München, hat die kommunistische Partei die Sozial- demokratie zu gemeinsamem Vorgehen aufgefordert Bewaffnung der Arbeiter, Bildung von Selbst, schutzorganisationen, Einberufung eines Lan- deSbetriebsräte-Kongresses, Bildung einer Arbeiterregierung; daS waren die Lwungen der ju schaffenden Einheitsfront. Die Sozialdemokraten haben sich für die Bourgeoisie entschie en. Der Platz der kommunistischen Partei ist bei den arbeiten, den Maffen in der Front gegen die Bour eoisie. Für uns gibt es nur eine Lotung: Arbeiterreaierungt Wir fordern die Sozialdemokraten auf. die Ne, bildung der Negierung niht als parlamentarischen Kuhhandel, nicht als Schachergeschäft um Minlsterposten zu betrei­ben. Die Bildung der Negierung ist eine Sache, die das gesamte Pwletariat angeht. Die Arbeiter sollen entscheiden. Nach der Lage der Dinge kann daS nur auf einem Landesbetriebsrätekongretz für Sachsen geschehen. Leistet die Sozialdemokratie diesem Bcstimmun isrecht der Arbeiter Widerstand, dann wer- den die Betriebsräte selbst ihre Rechte verteidigen. Der Landesbetriebsrätekongretz für Sachsen wird dann auch ohne und gegen die sozialdemolrotischeu Führer zustande kommen. Die Soffaldemokratie Fall sich aber bewutzt fein, datz es sich dann nicht um eine Spielerei handelt, sondern um einen ernsten Schritt der Aroeiter- schäft nach vorwärts in einer ernsten zugespitzten Situation. Die Folgen werden üoer die sozial» demakratis-^en Fiihrer fornrnrn

Die Kommunisten werten sich also m Sachsen jetzt bemühen, eine reine 2Irtaterrg:crui.tg oinzur'chtm. Sie soll ihnen programmgemäß zur Vorbereitung der bolschewist scheu Diktatur dienen. Auf dem zur Zett in Le pzig lagerten Kommunistischen Parteitag ist d'e alte Programmfrage wieder b-sproch.u word n, ob die Kommunisten bei Ergreifung ter politischen Macht sich tes Unure-es ter Arbefterregierung, also einer Re­gierung zugleich mit den Sozia isten, bsdiemn sellten, oder ob für sie nur tie direkte rero utionäre Aktion mit der fohoriigen Errichtung ter Diktatur in Frage kommen kön e. Diese Streitfrage hatte auch schon ten,letzten iitternationaken Kon^ in Moskau be­schäftigt, auf dem die deutschen Vertreter sich zu dem obigen taktischen Mittel der Arb tterrsaierüng nicht bekennen mochten. Auf dem Leipziger kom-mumsti-

T.|. -y, lTr^ T|W

scheu Parteitag hat anscheinend gerade mit Rücksicht auf die Lage in Sachsen ein Wotchel ter Auffasjung ftartgifiri ten. Sc weit uns ein Bericht vorliogt, Hai sich ter Parteitag damit einverstanden erklärt, daß die sächsischen Komnvumsten die 23ercntrocrtur..g für die RegierrmgLbttdung im Verein mit den Sozialtemo- traien gegen die Bürgerlichen aus sich zu nehmen.

Del der M'w fchcn oorgenoa m.ueu und ergebnis­los veriauifsnou Wahl des Landtag spräsi» deuten ilst jedoch der vorläufig forkbeft.heute Zwie­spalt zwischen Sozia'.rjtcn und Kommunisten deutlich in die Ersehe mang retieton.

Die weitere Eirtwittlung ter Dmge hängt nrrrt acmz von teil SoziMemokrateu afx Sie sollen, so hört men, sich bereits wieder terattf festgeisgi haben, keine Koalition mit der Deutschen Bolks- partei e-iwug.hen. Das hätte zur Folge, da sich fee Kommun "'kn cuj feinen Kuhhandel mehr eiräajjer wollen, da', sie ten Kommun st m die Regkru gs- biiLimy taktisch überlassen müßten. Damit begänne aber m Sachsen sich ein Au-ste.Ä hercr'.Mbikd'n, ter AuftaktM den schwersten innerpoirtischen Erfchiinerun- gen wer en dürfte. Der Kampf zwischen Faszistm mrd KvM'Muiriskn kommt in em a k u l e s S i a d i u m.

MsrlW! in M=MiNei!.

Immer lauter werden die Stimmen, fee zu uns ans dem Elsaß und aus Lothringen herüberdringen und die Klage darüber erheben, daß Frankreich die überlieferte Eigenart des Volkes trotz aller feier­lichen 23erfpred)imgcn systematisch bekämpft und zu unterdrücken bestrebt ist. Auf dem kirchlich- religiösen Gebiete ist dies ganz besonders deut­lich. Hier wird immer wieder in jeder Form ver­sprochen, daß der Wille des elsaß-lothringischen Volkes geachtet werde, daß man f-anzösischerseits nicht im geringsten daran denke, gegen den Willen derbefreiten Brüder" etwas in Sachen des Ver­hältnisses von Staat und Kirche zu ändern. Wie ist es aber in Wirklichkeit? Da sieht es traurig genug aus. Die Jugend sucht man dem religiösen Leben zu entfremten. Das Schulwesen ist in den Händen irmrrfranzöfrscher, kirchenfeindlicher Behörden und Lehrpersonen, die sich nicht scheuen, ihre Mißachtung der kirchlich gesinnten Bevölke­rung Tag für Tag zu bezeugen. Und auch in anderer Weise untergräbt man die Stellung der Kirche, auf dem Wege über die Bekämpfung der deutschen Muttersprache des Volkes.

Es war schon einmal so im Elsaß und in Deutsch-Lothringen in den Jahren kurz vor 1870, als Frankreich auch daran ging, die Elsaß-Loth­ringer mit Haut und Haar zu verschlingen, sie zu Vollfranzosen zu machen, damit sie auch durch Sprache und Denken nicht aus dem geheiligten Rahmen des einförmigen französischen Staates fallen sollten. Da war es in jenen feifriger Jahren gerade die Geistlichkeit beider Konfessionen, die sich tapfer an die Spitze der umsichgroifenden Oppositionsstimm-ung stellte und mit dem Rechte des Seelsorgers sich gegen die Derwelschung kehrte. Ein AufsatzElsässische Selbstbehauptung" der eben erschienenen ersten Nummer der Monats­schriftElsaß-Lothringen" (Herausgeber Dr. Ro­bert Ernst, Berlin W. 30) schildert diesen Kampf recht anschaulich:Der katholische Klerus", so heißt es da zur Erklärung dieser Führerschaft,tat es vor allem mit ganz bemerkenswerter Kraft, weil er wohl fühlte, daß Ablösung des Volkstums von seinen Naturgrundlagen Ablösung von seiner Reli­gion bedeute und daß französische Sprache und französischer Geist eben einen Elsässer formten, in dem dieses urkräftige naturhafte Katholische nicht mehr das Wesenbestimmende war."

Wie die Lage der Kirche in Elsaß-Lothringen im Gegensatz zu Frankreich sich vom rechtlich-poli­tischen Standpunkt aus ansieht, beleuchtet ein zwei­ter, sehr eingehender Artikel in der gleichen Num­mer dieser begrüßenswerten neuen Veröffent­lichung.Das Konkordat von 1861" besteht gegen» roärtig In Elsaß und Lothringen noch voll und ganz zu recht. Ob das Konkordat auch in Ankunft bei uns in Geltung bleiben wird, das wird ganz wesentlich von der innerpolitischen Entwicklung, der parteipolittschen Konstellation in Frankreich ab­hängen. . . . Die Gristlichk'eit beider Konfessionen und das gläubige Volk ist fast ausnahmslos für die Aufrechterhaltung des Konkordats. DieElsäs­sische Republikanische Volkspartei" ist d'e mächffge parteipolitische Organisation, die in der Pariser Kummer den Willen dieser Kreise zur Geltung m bringen versucht. Neben dieser politischen hat sich auch eine konfessionelle Organisation im ,.E'säs> fischen Kuthokikenbund" zur Verteidigung des Kon­kordats imb eigens zur Verteidigung der christlichen Schule dieLiga der Familienväter und Familien- miitter" gebildet, die für deren Beibehaltung über 220 000 Unterschriften im ganzen Lande sammelte.

Rechtlich ist die Sage also augenblicklich fol­gende:

Während in Frankreich die K'rche nicht existiert, ist sie in Elsaß und Lothringen staallich anerkannt und genießt den Schutz der Gesetze;

während in Frankreich die Kirchen, Pfarrhäu­ser, Seminare, Klöster, fromme Stiftungen vom Staat geraubt worden sind, genießt in Eisaß und Lothringen die Kirche noch ungeschmälert alle Eigentumsrechte:

während in Fra nkreich der S *at jetert D:i!ra zum Unterhalt te-e Kultus, ter StUgcbäute, ter Kaltu.-

rwMor«. -4T3E?.-»'ÄCSfSGre.z :y-*xran.

tantt abtehrtt, erfüllt er in Elsaß und Lochrmgen bis- ism rV*12 Dieser Hinsicht aus tem Konkordat von 1801 sich ergeb . tuen Vcrp lichtungen;

kn Fraukwich die KfetererziehMg in ten S amsschlllen erfolgt und die von ten nn-J SAruutetM sogenaMÄenfreien Schulen" Unkrstützuisg erhalten, best.'ht in m ^r°l Ses noch fee konfessionelle Schule pflchlm^ Uili> ^kennen dw Unterha-ts-

bi sem äußmliH basnedgenten Zustand in tes Sor^f2iyR'? bas Beruhigente irnnmt, LesHld.wie Untergrabung te- Recht:- bcv.tns aus u«tf«NM Umwegen, denn fee Bckämpfung M'ut.ersgrach: als d.s Nährboden? tes j b-mr vor allem die beiläufig

8®?^® M«WV.c«t dieses ganzen DerhS inifies von ter Parts krEeverteLuw in Frankreich. Eine etgertt- iiche. S i ch e r u n g der Rechsla e fehlt. Das Lana ist wie m airL-eren Dmgen so auch hier auf das Wo-bl- mottm d:c proausgen^ Rogicrungea angewiesen. Dies aus tem Grunde, wttl es nicht gdun.aen rft in ten Serfaifc Vertrag hkasiHwch Els^b-LothrLns afei- ml« Minderheitsrechte Meeen zu lassen w.« sm tee Maischen mrd andere MinorilSien.Wir ««stister und LÄyrmyer haben uns sagen mir es frei hmaus m unserem Begest irungrtau-rcl über icilojjeur retour" (!) übertölpeln und um fee Völker- reciM cte Sicheruuo unserer Frschistm und wohlenvvr- oenen Rechte betrügen lassen".

Für feefes Gefühl ter Elsaß-Lothnneer, tn unbe- frientynter Lags zu sein, ist da: Erscheinen ter an»'= ichrt.n n um Mrmatrschnft ein eindringlicher Aus- druck. Es dürfte in teulschen Juieressen lieren, daß die von innen und außen schr a nsprechenden rotme- ßen Hcfte ihren Weg erfolgreich wtttergehen. Wr arten fyv.n unsere test.» Wünsche mit auf fee tatter--"cbe Reist. ' K.

5 r §rage der ho!zpre«fe wird uns im Anschluß an die gestrige Dröfsentti5>unn weiter geschrieben:

Was bisher gegen die Preistreiberei im Holzverkehr geschehen ist, hat sich über den Rahmen öffentlicher Not. standsaktionen oder wohlmeinender Erwägungen und Be» schlösse kaum erhoben. Zunächst war die durch die hohen cholzpreise heroorgerufene Not der Presse schuld, daß man sich mit den Vorgängen auf dem Holzrnarkt beschäftigte. Man hatte nach langen Beratungen und Verhandlungen zur Verbilligung des Tageszeitungsdruck. papiers auf sämtliche Holzverläufe eine Sonder» Umsatzsteuer von % Prozent beschloffm, die in. Zwischen auf 2 Prozent erhöht wurde. Mit chilfe der sa aufkommenden Mittel war es möglich, eine zirkd rv- prozentige Verbilligung des Zeitungsdruckpapiers zu er­zielen. Es ist aber anzunehmen, daß diese Sonderfteuer, vielleicht sogar verdoppelt und verdreisacht, auf die übrigen Holzoerbräucher abgewälzt wird, sodaß es sehr fraglich ist, ob die Allgemeinheit nicht zu Gunsten der Forstbesitzer jetzt noch größeren-aden erleidet. Mit einer anderen Notstandsmaßnahme, die darin bestand, kleinen, in der Nähe waldreicher Gegenden ansässigen Holzoerarbeitern staatliches Holz zu einem ermäßigten Preise abzulassen, hat man inzwischen Schluß gemacht, da diese Holzoerarbeiter das Holz mit großem Gewinn weiteroerkausten.

Der Wohnungsausschuß des Reichstag es hat sich feit langem mit der Holzpreisfrage beschäfttgl. Ein Unterausschuß von ihm stellte im Spätsommer v. I. folgende Forderungen auf:Die Bereitstellung von Bau­holz aus den staatlichen Forsten zu mäßigen Preisen an gemeinnützig arbeitende Baustoffbescha'ffungsstellen zur Verarbeitung und Weitergabe an die gemeinnützigen und privaten Bauunternehmungen". Fernerdie Reichsregierung zu ersuchen, die Besitzer von Staats-, Gemeinde- und Privatwaldungen zu verpflichten, 10 Pro- zent ihres für Bauholz geeigneten jährlichen Holzein- fchlags, berechnet nach dem Durchschnitt der letzten drei ?>ahre, zum Preise von 75 Prozent des durchschnittlichen Goldmarktpreises des Jahres 1914 zur Abgabe an oe- meinnüijige Organisationen zur Verwendung für die mit öffentlichen M't'eln unterstützten Wohnungsbauten zur Verfügung zu stellen."

Gegen diese beiten Vorschlägeetjte sehr bald em heftige Gegenaktion ein, fee in erster Linie rem Reichsforstwirtschaftsrat, den hinter ihm stehrnten Forst, besttzern und den einzelstaatlichen Forstverwaltunaen ausging. Die Länder insbesondere erklärten sich ein­stimmig gegen die reichsgesetzliche Regelung der Bau- holzabgo.be und fügten hinzu, daß sie schon allerhand zur Verbilligung des Wohnungsbaues getan hätten. Bei ihrer Stellungnahme konnten sich die Länder auf den Artikel 8 der Reichsversassung stützen und ko blieb dem Wohnungoaueschuß nichts anderes übrig, als sich auf folgende EnffcWeßung zurückzi ziehen, die im Dezember v. I. vom Reichstag angenommen wurde:Die Reichs- regierung wird ersucht, auf die Länder und Gemeinden einznwirken. den gemeinnützigen Wohnungsbau durch verbilligte Bereitstellung von Bauholz aus staotttchm, kommunalen und privaten Waldungen zu fördern. Im Interesse einer einigermaßen au-rrcichenten Wirkung hält der Ausschriß es für geboten, daß ein fester Holzpreis, etwa das Hundertfache des Friedenspreises, für 5 v. H. des Holzeinschlages zugrunde gelegt wird." Mit diesem Beschlüsse enden die Dersuche de- Reichstages, dem ffolzwucher auf rcichsgesetzlicl-oin Wege beizukommen. Die Initiative liegt jetzt bei den Ländern, und es wird der größten Anstrengungen und des stärksten Druckes bedürfen, um diese zu einem aktiven Vergehen zu bewegen.

Cs ist wohl kaum anzunchmen, daß auf dem Gebiete ter Derbiliiaung der Holzpreise etwas wirklick) durchgrei­fendes geschieht. Die bisherigen Vorschläge für die Holz­verbilligung richteten sich an die staatlichen und kommu­nalen Forstbesitzer. Es ist natürlich auäerordentllch be- denklich, daß diese die Preistreiberei im Holzverkehr mit- wachen, da angesichts deffen die vrioaten Forstbesitzer sich mit Recht sagen können, wenn jene sich nicht mä­

ßigen, brauchen wir erst recht es nicht zu tun. Es er­scheint übrigens nicht unbedenklich, zwecks Verbilligung das Bauholzes. Maßnahmen im Sinne der letzten Reichs- tagsentfchließung zu empfehlen. Würde man von den privaten Forstbesitzern die Lieferung einer bestimmte» Holzmenge für den Wohnungsbau zu einem bestimmte» niedrigen Preise vertangen, so könnte das ähnliche Fol- gen wie die Sonderumfatzsteuer zugunsten der Prcffi ausüben. Die so enfftehenden Lasten würden hier wie dort auf die übrigen Holzverbraucher abgewälzt werden.

Da die Situation so außerordentlich schwierig ist, ist es nur zu naheliegend, wenn jetzt in gewerkschaftlichen Kreisen der Plan erhoben wird, eine grundlegende Aenderung der gesamten Holzwirtschast in Richtung einer gemeinwirtschaftlichen Regelung vorzuschlagen. Man verlangt, daß sämtliche Besitzer der beut;eben Forsten in Anschluß an die schon bestehenden provinziellen Forstbesttzeroerbände zu Hotzlieferungsver- bände zusammengeschlossen werden. Diesen Verbänden soll die Pflicht obliegen, auf tem Wege des Umlnqever- fahrens das für die deutsche Wirtschaft benötigte Papier-, Gruben-, Tischler-, Schwellen-, Bau- und Brennholz zum durchschnitttichen Goldmarkpreise des Jahres 1914 aufzubringen. Die Feststellung der benötigten Mengen geschieht durch die Reichsarbeitsgemeinschaften. Ein sot» cher Vorschlag würde im Grund genommen nichts ande­res bedeuten, als die Anwendung des Getreide» um l a g e v e r fa hren s auf die Holzwirt­schaft. Es kann kein Zweifel bestehen, daß ein solcher Vorschlag bei den Forstbesitzern dieselben Gegengründe finden würde, wie sie die Geireideumloge bei den Land­wirten gefnnden hat. Auch ständen große Schwierigkei­ten organisatorischer Art im Woge, lind doch nmß der Hclzwucher «ufhören, es müssen, wenn auch nur bis zur Wiederkehr normaler Wirtschaftsverhältniffe,. durch» greifende Maßnahmen gegen den Holzwucher gefunden werben. Wie, bas ist bie Frage!

Natho!ische wett.

«= Erzbischcs prisco gestorben. Kardinal Prisco, der Erz'i'chos von Neapel, ist im Alter von 87 Jah­ren gestorben. t

vermischtes.

DK Kirchen Heizungen warten künftig ganz un­möglich sein. Eine Kirch-rnhrizung. d'e früher für einen ®mlcr etwa 20 00>i) Mark kostete, erfordert jetzt rurch 35 Millionen Mark.

* Herr, Frau und Aröulein Dörfer. Die be­kannte greueräriin Fräulein Dr. Franziska Tibur- türs feixte jüngst ihren 80. Gsburiskag, hochxs'hrl ron Hunderten von Frvund nnen und Frsu' ten. In­teressant ist, daß die Dame lange Jrhre in Berlin bei ihicm 2>ruter -wohnte, ter «ine Zahnärztin zur Frau hatte. So konnte man täglich beobachten, daß rat /in» und derselben Wohimng ein Herr Dr., eine Frau Dr. und ein Frankem Doctor ihre unterschfedtichen Patienten ustfe Patientinnen empfangen.

* Die Schreibmaschine in ter IVeskenlcische. Der G sellschast zur Fördernisg der Wissetschastm in New­no r k wurde eine tob.llos funftionierente Miniatur» SchwDmasch'M vorgojührt, die so klein ist, daß man sie latsächRch in einx großen Westentasche unter- bringen kann. Die Schristzeichen sind allerdings eben­falls vi- sprechend klein und mit bloßem Auge kaum leserlich.

Technik und Verkehr.

fine Seblrumkgung in 2V. Staaten. Auf dem Bahnhof Friebrichsirahe in Berlin rouroc in einer der letzten Näebte während einer Vertehrcpause do» 2V1 Etunden eine ziemlich umfangreiche Schienenver­legung, die notwendig geworden war, vorgenommen, ohne datz in bem regelmätzigen Fahrplan auch nut eine Verspätung von einer Minute emtrnt. Natürlich waren für diese Verlegung, die eine technische Leittung allerersten Ranges da> stellt, borcer sämtliche Vorar- beiten bis ins kleinste retroffen worden, sadatz trotz heftigen Schneegestöbers sofort nach Abgan, beS letzten Zuges die Arbeit von einigen hundert Arbeitern und Mechanikern in Angriff genommen lvuide. Im Verlaus der vor eschricbenen Zeit waren die alten Geleise ab­gerissen, bie neuen auf ele t, Weichen und isignoletn« ndjtun.icn einmontieit und der nätzste Zug konnte bereits fahrplanmäßig die neue Strccke paffieren.

vkr.in Li kcogo im Zeppelin. Ente Juni toirt dar im Aufuage bei amerikanisttien Regierung tn bei Zeppettnwerst am Bobensee neuerbaute Zeppelinlustschtff ete Reise über Berlin nach Cqieago antreten. Das Luftschiff, bas bar bezghtt wird, ist eines der größten uns desicn, das bisher gebaut wurde und wird sehr große Strecken ohne Zwischenlandung zurücklegen können. Das Luftschiff wird im Juni nach iöerli» überführt. Die technische Leitung der Ueberfahrt lieri in den Händen deutscher Luftfuhrer, Ingenieure und Mechaniker. Ais Gast fährt die amerikanische Abnahme­kommission mit. Das Luftschiff fährt unter aineri- lanifcher Ftagge. Sollten die Versuchsfahrten t» Amerika befriedi en, so ist mit der Bestellung weiterer, Luftschiffe zu rechnen.

Sottesdienstorönung.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 11. Febr. Fulda Vormitt 9'/» Pfarrer Weber, 11 Kindergottesbieust, nachm. 2 SuP. Ruhl. Bieberstein. Vormittags 9 Pfarier Reich.

Mittwoch 1t. Febr. Fulda. Abends 8 Bibel, stunde (Gemeindehaus, Kleinkinderschule).

fvangel. lande,dirchl. «cmeinschaft, $ulba, vuttlarpr. rr.

Sonntag, 11. Fcbr. Abends 8 Evangelisation. Dienstag abends 8 Bibelstunde (Pfarrer Weber). Mittwoch abends 8 Gesangstunde. Donnerstag abends 8 Jugendbundstunde. Freitag abends 8 Bibel- und Gebetstunde.

tXXXtHt

Vfefrxb

Reserve

G u ui ui i o

billiger und ha (barer wie Ledersohlen, liefert, solange Vonat reicht:

für Heiren Mark 12C0 -1450

Karl Slump!, hi! a, riarenoasse IS fiiinierhausi

iür Hamen für Kmder

JfX)O1100

7öd L.'iO

® .! ! dieailrrhöch'-ten 73n o Preise für

Ga d-, Siber- u. Plal.n- ge-enstände, -o«ie Uhr'n, Uhrgehäuse, Ketten, B otc -en, Hinge, Silbeibest., (amh zerbroch.). lern- gläser u Ziansachen werden aucu gesaufL S. WcisDInf, Fuim Florengasse 26, TeL 809.

Oirtf eine Tasse Kaffee, Tee, Kaka» uf®. bei an der« wohttuend. Zum Eüßen verwendet man votteilhast Süßüoff,Tabletten. Eie sind gut, billig und bekömmlich.

Eine Tablette genügt für eine Tasse.

Schachteln mit 100, 200 u. 300 Stück.

Erhältlich in Kolonialwaren,, Drogenhanblunaen « öh. . «nd Apotheken. >1