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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadt Fulda.

Mark.

Nr. 27.

rieramwonIiL für den reOouioneUen Teil: Dr. I. Kramer, s für die Anzeigen: I. Parzelier-Fuida. :: Rotationsdruck n. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda ^erniprecher Rr. 9. Posticheck. Konto 4051 Frankfurt a. M.

Samstag, 3. Februar 1923.

Bezugspreis: Dionatlidi 850 2HL Zustellgebühr extra- = Abgeholt in der Geschäftsstelle 880 Alt. :: Anzeigen: Kleinzeile nach Colonel 30 Alk.; ausw. 40 Mk. Reklame z eile (Texrvreite) nach Colone'mag 120 Hart.

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wird.

iErerstog-S'tzunlg auf Antrag Poin- Zcgen 81 Stimmen beschlossen, die Er- -^nterpeklationen über die allgemeine

te sollen den Angehörigen zur freien ndigt werden, sofern ein dahingehen, lrstorbenen einwandfrei nachgewiesen

I "Allerdings, mrd zwar am besten kn einer linioersi- tatsstadt, wo alle Mittel dazu vorhanden sind, aber an dergleichen kann und darf ich nicht denken. Ich habe eine große Familie zu ernähren, und statt meine Strafte 3u zersplittern, mutz ich sie auf den Erwerb konzen- 1 frieren.

Dicht vor der Stadt, als er ihr über einen breiten Graben hals, hielt er ihre Hand etwas länger fest als notwendig war, und, indem feine Augen nachdenklich I auf ihr ruhten, sagte er: schade, daß wir schon bald da sind. — Unterwegs «.-finde ich Ihre Zugehörigkeit zu meinem Hause ganz esonders stark und bilde mir ein, daß Sie uns nie verlassen werden: sobald wir aber die heimische Schwelle überschreiten, ist das anders Da gibt es tausend unsichtbare feindliche Gewalten, welche

I Sie uns rauben oder doch entziehen wollen, und ich fühle mich unsicher und hilflos einem unerklärbaren Un- bekannten gegenüber."

„Wie fein Sie empfinden," meinte sie unsicher, und wie gut Sie sind. Sie sollten aber über mich und mein Bleiben gar nicht so viel nachdenken. Das kommt alles, wie es kommen soll, und zum Schluß werden Sie zu. I frieden fein."

Ehe er noch etwas erwidern konnte, war sie die Treppe hinaufgeeilt, und er blickte ihr nach, während ihre trostreichen Worte in seinem Herzen nachhallten.

An dem Abend dieses Tages spielte Frau Meier so wunderbar schon, daß alle, die ihr lauschten, wie unter einem Banne standen, und der Doktor das Gefühl hatte, sie spiele für ihn ganz allein. Indessen der nächste Tag' brachte die geschoberte Szene mit Liselotte und dem Blld, und in einer schlaflosen Nacht stürmten die quäl. rcUen Zweifel und Bedenken wieder mit solcher Wucht auf den unglücklichen Doktor ein, daß er beschloß, der Sache ein Ende zu machen und sich noch einmal an Professor Mäander zu wenden. 1

-Aus Paris wird gsmeDet: Die Kammer hat am Schluss« der Dmmerstog-S'tzüng ' ~ •

rares mit 485 ।— ~ —

Ser MWWWMM ton Weitert Hübner, der übrigens politisch zur SoztÄdemv- tartt« gehört, ist em furchtloser Mann. Er hat wicbsr- Yoic een Franzosen.gang boso.tders unzweideutige Ant­worten auf ihre Anordnungen erteilt. Das Direküons. komltee der Forsten der mteralliierton Kommission hat jcfet w'ie^or dem Rsg-ieriMgspräsidenten die Texte von vier AussuhrungsoerordnurMn zugefaM zu den Ver­ordnungen 134 und 135 mit der Aufgabe, sie dem

genommen und hat feine Großmutter, feine Mutter, zwei unvechnratete Schwestern mch eine oer° heiratete Schwester mit zwei Kindern bei sich rvchnen §tmnessche lkohlenkäuse in England.

Einer Londoner Meldung zufolge liegt aus null die Nachricht vor, daß die ersten Schiffe der Hugo Sttnnes- Flotte, Anni Hugo Stirmes und Edmund Hugo Stinnes, am Humber eingetroffen sind. Neue Kohlenaufträge sind eingelaufen. Nach einer weiteren Londoner Meldung werden die Stinnesschen Kohlencmfträge in England nunmehr auf über eine Million Tonnen geschätzt. Wei­tere Aufträge für Kohleuoerschiffung gingen in Glasgow und Yorkshire ein. Die Direktoren verschiedener,'Lesell- schasten in Northumberland und Durham haben begon- neu, neue Betriebe zu eröffnen.

v-r Gipfel der — „Redlichkeit".

Wie die Blätter aus Bochum melden, schlüg Weitmar ein .fvanzösifcher Offizier einem deutschen Polizeibeamten ins Gesicht, ais dieser dem Offizier den Gruß raimeigerte. Aas dem «reichen Anlaß wurde e n anderer Pslizc-ibeamter von einem Offizier der Be- satzwrgsarmee mit der Reitpeitsche mißhandelt mch dann verhaftet. In der Polizeibeamtenschast Haden

I ® •3Jnmer roieber arbeitete der Doktor im Geist den Brief aus, der eine Fülle bestimmter Fragen über Frau I -toter enthalten und sie doch in keiner Weise llloßstellen oder verdächtigen sollte, und immer wieder zerriß er I den flüchtig hingeworfenen Entwurf, well der Brief ihn I in keiner Weise befriedigte. Schon war er ganz nervös I geworden über den vergeblichen Versuchen, seinen Wün- schen die geeignete Form zu verleihen, als der Zufall

I och feiner erbarmte und ihn unerwartet mit dem Pro- I schor Zusammentreffen ließ.

®s 'N Lübeck, kurz nach Pfingsten. Er hatte feine ö)ef$afte erledigt und ging in den Ratskeller, um einen I “e*nen Lmbiß zu nehmen, als er lich plötzlich dem be- rühmten Mann gegenübersah. Der fixierte ihn einen Augenblick prüfend, ging bann auf ihn zu und sagte I lächelnd: „Na, was machen Sie denn hier, Doktor? — I Smd Sie auch auf der Serienreife?"

Hansemann verneinte, und in Gedanken an Frau . ier und alles, was er zu fragen hatte, überfiel ihn eine gewisse Befangenheit. Davon schien der andere aber nichts zu bemerken.

Er bestellte sich Kaviarbrötchen und eine Flasche Mo­selwein, ließ es sich schmecken und erzählte in humoristi­scher Weise von einem kleinen Ausflug nach Schweden, l den er soeben unternommen hatte. — Dann kam die Rede auf gemeinsame Bekannte, und da der Professor von dem, was doch am nächsten lag, noch immer nicht begann, faßte sich der Doktor ein Herz und sagte zö­gernd: „Ich muß Ihnen auch noch bauten, Herr Pro- feffor, für bie Liebenswürdigkeit, mit welcher Sie sich I vor einigen Monaten meiner Privatangelegenheiten an­genommen haben. Sie erinnern sich ihrer wohl. Ich I We ,-ine Hausdame und Sie empfahlen mir Frau

Der andere sah ihn verständnislos an. Frau „jer’„ wiederholle er, „Frau Meter? Daß ich nichl wüßte.

Hansemann rechnete mit der Ueberfülle von Namen, welche die enorme Praxis des Professors mit sich brachte, und meinte cmfklärend: Eine höchst liebenswürdige und geistvolle, kinderlose Witwe, die zugleich tm Haushalt sehr erfahren und tüchtig ist. Ein wahrer Schot; für ein so großes, kinderreiches Haus, aber leider nur veriuchs- i

ihrer politischen Freiheit irgendwie beeinträchtigen zu lassen.

Sämtliche Koblenzer Zeitungen sind für 3 Tage verboten worden, weil sie sich weigerten, eine Bekanntmachung der Rhernlandkommission aufzu­nehmen.

Der französische Militarismus.

W«s sich die französischen Offiziere gegen die Bevölkerung herausuehmen.

Wie die Blätter mdfoen, liehen in Dorsten zwei belgische Offiziere ihre FcmiLie, Ehefrau, Kinder und Dienstboten nachkommiA, und bestanden darauf, dah ch-ten außer dm üiÄchM HMHÄtungsgegetrstMidLn auch K.'nöerbadewatmen, Krndevbllk-n und KüLer- wäsche geliefert werden. Sie haben, ohne sich um die Wohnungsnot zu kümmern, m Privathäusern drei bis vier Zimmer bsschLagnahmt. In Duisburg hat ein verheirateter Offizier trotz der großen von der Be-

Deutsche; Reich.

* Stellungnahme der Sozialdemokraten. Der Partetvorstand der Sozialdemokratie hat beschloffen, tm Laufe der nächsten Woche den Parteien s- s ch u 6 und an einem bet folgenden Tage die Redak- tronen der Parteipresse zu einer Besprechung der polt tischen Lage nach Berlin einzuladen.

„ * Der kommunistische Parteitag hat u. a. eine ^"ftwueßung angenommen auf Freilassung der politischen Gefangenen und auf Einbeziehung bet Jugendlichen in alle Kämpfe oer ArbeitecHaffe ferner auf Förderung der Arbeitersportorqanffa- nonen und zur Alkoholfrage, in der das voll st an- dtge Verbot der Herstellung und des Verkaufs von schnaps verlangt wird.

örtvTiing der ,---------- vlc

4-^11« der Regierung, die Freitag stattfinden foiiite, As ceriagen, bapü, rote Poincare sich ausdrückte, die Regierung m Ruhe ihre friedliche Aktion zur Erlau- MUtg von RepMationszcchbumgsn fortsetzen könne

Er wer kommt denn da? Ist das nicht der liebe Mte brave Poincare als Friedensengel? — Pomrare, der Wortführer des frvnzösnchsn Jm- pertaltsmus und Militarismus macht politische Fastnachtsstreichel

I 6ei mir' DOn cinem gewissen geheimnisvollen -üimbtts umgeben, der bei meinen Verwandten zu aGerlet unliebsamen Erwägungen und Kombinationen

I Anlaß gibt."

I S«en, drofeffor schien das wenig zu interessieren. I «aS£e er- "wenn Sie nur mit ihr zufrieden sind — I wff das Gerede der Weiber kommt es nicht an."

.. ;2t6er'. ^^eihen Sie, ich bin «ich nicht ganz JU- I friei)en' vielmehr oft recht beunruhigt, ihre ganze Ver­gangenheit ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln, unb ich möchte gern etwas barüber erfahren, habe ge-

I wiffermaßen ein Recht dazu."

„So?" meinte Mäander zerstreut. „Ein Recht?" unb I ™nen von feinem Wein. „Hören Sie, I "lesen Mosel kann ich Ihnen empfehlen, der ist wirklich vortrefflich. Würde auch gern noch eine Flasche trinken, I habe aber eine Verabredung unb muß gleich fort"

Den Doktor packte die Verzweiflung. Der andere sollte, durfte noch nicht fort, er sollte ihm erst Rebe stehen. Darum beachtete er bie Unterbrechung nicht, sondern fuhr hastig fort: „Sie, Herr Professor, sind der einzige, der mir den gewünschten Ausschluß geben | lann. — Sie schickten die Dame in mein Haus, Sie übernahmen jede Bürgschaft, nicht nur für ihre Lei­stungsfähigkeit, sondern auch für ihren Charakter, und barum bitte ich Sie inständigst, beantworten Sie mir einige Fragen inbetreff dieser etwas rätselhaften Per. fönlichkeit."

Mäander erhob sich langsam und nahm feinen Hm. "Tut mir furchtbar leid, Ihnen nicht bienen zu kön- nen," sagte er ruhig, „aber heute habe ich wirklich keine Zeit. Außerbem: ich erinnere mich nun wohl bunte! ber Hausdame-Angelegenheit unb meiner Vermittlung habet, aber ber Name Meier kommt so häufig vor, es werben an meine Zeit und mein Gedächtnis so enorme An­sprüche gestellt, baß ich kaum zur Besinnung komme unb em Eindruck oft den andern verwischt. Im übrigen tonnen Sie ganz ruhig fein. Im Augenblick bin ich ganz bei ber Sache, unb wenn ich Ihnen bie Dame empfohlen habe, ist sie auch wirtlich empfehlenswert. Das nach Ihnen genügen."

Fortsetzung folgte

katholische Welt

-c- Eine päpstliche Kunbgebnng. Der Papst ordnete öffentliche Gebete für die Vermeidung eines neuen europäischen WeltbrandeS an.

= Ein Grabdenkmal sSr Yins X. Nn ber Nackt

26 auf den 27. Januar wurde bie neue St onu- mentartatue Pius X., ein Marmorblock von i® $°Jlnen' ""ch St Peter Überführt, wo sie voraus­werden wckd 19‘ 2?atd bon Pius XI. enthüllt

6. Der Nachweis, daß ber Verstorbene bie Feuerbe- ftattung feiner Leiche angeorbnet hat, soll nicht mehr erforderlich sein.

6. Liegt, ber Verdacht einer strafbaren Handlung vor, fo tarn die Bescheinigung ber Orispolizeibehörde des Sterbe, ober letzten Wohnortes, daß keine Bedenken gegen bie Feuerbestattung bestehen, ersetzt werben burch eme gemäß z 157 der Strafprozeßordnung vom Staats­anwalt ober Amtsrichter erteilte Erlaubnis zur Feuer. । bestatt ung.

! „ De, oerMÄtLmgskechnffchen und ftrasteckMchet. Bedenken gegen diesen Antrag geltend zu machen, wirs die Aufgabe der preußischen Volksvertretung sem. Dieselben sind nicht so unbedeutend, daß man jLe..*”*£ $e.n Freunden der Leichenverbrennung mit Sttllschwetgen übergehen könnte. Sie werden auch meistens von Fachleuten der Verwaltung und Rechtswissenschaft mit reicher Erfahrung erhoben. -.Der vom Preußischen Landtag eingesetzte Aus­schuß hat die Beratung des Antrags ausgesetzt, da verlautete, daß das Reichskabinett die Frage ein.

für das ganze Reich gesetzlich regeln wolle. Die Sozialdemokratie mit den" ihr befreundeten, Freidenkerveremen betreibt die Agi­tation für die Leichenverbrennung gerade jetzt so eifrrg wegen der hohen Kosten, die"eine ch.che gegenwärtig erfordert. Man glaubt durch Vermehrung der Inanspruchnahme der Verbren- nungsofen die Kosten zu verringern, andererseits, ,4]™ ,bas scheint der Hauptbeweggrund des sozia- -istischen Anrrags zu sein, sollen die Kosten, die nach den seitherigen Bestimmungen ganz von den Interessenten zu tragen sind, in Zukunft auf die roemeindeka ssen übernommen werden. In Een Kreisen der Bevölkerung hat man gerade m der Zeit des größten Kohlen- und Wohnunqs- mangels kein Verständnis für Errichtung und in­tensiven Betrieb von Verbrennungsöfen, deren Rotwendrgkett nur in dem Propagandabsdürfnis der Freidenker begründet ist.

WlktelMe ute MchrmteteMn.

Die Kontrollstationen in Lünden-Süd, Scharn­horst, Darop, Hörde und Lüdinghausen wurden feit Donnerstag früh von den Franzosen in Betrieb gesetzt dergestalt, daß die Franzosen keinen Wagen mit Kohlen über diese Stationen ins unbesetzte Deutschland hinauslassen. Die Folge davon wird fein, daß die Bahnhöfe in kurzer Zeit verstopft sein werden.

lieber die Form der Abwehr erfahren wir von gut unterrichteter Seite: Es kann angenom­men werden, daß die Franzosen versuchen werden, von den etwa 200 000 beladenen Kohlenwagen, die sich z. Zt. im Ruhrgebiet befinden, einen Teil auf den militarisierten Strecken nach Frankreich zu schaffen. Wie weit dies den Franzosen möglich sein wird, muß abgewartet werden. Erlasse des Reichsverkehrsministeriums haben die Eisenbahner über geeignete Abwehr­maßnahmen unterrichtet. Auch die Berg­arbeiterschaft wird geschloffen bestrebt sein, einen derartigen Kohlenraub zu vereiteln. Die vorgesehenen Maßnahmen werden äußerlich voll­kommen ruhig und planmäßig durchgeführt wer­den. Im Ruhrrevier selbst herrscht das Bestreben, die Wirtschaft soweit wie nur irgend möglich zu erhalten, da deutsches Interesse an der geordneten Fortführung der Wirtschaftsbetriebe unbedingt be­steht. Bei jeder Maßnahme wird sorgfältig geprüft werden, ob sie den Interessen des deutschen Volkes zu dienen geeignet ist unb die französffchen Raub­absichten wirksam zum Scheitern bringen kann.

Die MrkunMn der Abschnürung.

Die an den Grenzen des Ruhrgebiets von den Franzosen und Belgiern eingerichtete Kohlensperrs hat nach neueren Meldungen bereits große Ver­kehrsstockungen zur Folge gehabt. Die Bahnhöfe Vorhalle und Lünen-Süd sind schon jetzt gänzlich verstopft und auf dem Bahnhof Lünen-Nord stehen die Kohlenzüge in langen Reihen und machen jeden Güterverkehr unmöglich. Der Ein­griff in den Verkehr kann nach der „D. A. Z." nach drei bis vier Tagen zu einer voll­ständigen Lahmlegung führen. Dann muß die Lebensmittelversorgung durch andere Verkehrsmittel erfolgen, falls die Franzosen bis dahin nicht einsehen, daß dieser neue Fehlschlag roieber ein Versuch am unrechten Objekt war. Emer Meldung des „Tageblatts" zufolge haben die Eisenbahner die Forderung der Franzosen ab- I gelehnt, die leeren Kohlenwagen wieder nach dem I Ruhrgebiet zurückzutransportieren.

Frankreich will die Presse knebeln.

Die Antwort der deutschen Redakteure.

In Recklinghausen rief der französische Kom- atanbeur alle Redakteure zu sich und beschwerte sich, daß sie zu aggressiv redeten. Er verbot Milteilunqen über den Vormarsch der Truppen und Worte tote: erobern, schänden, Vertragsbrechen, zu gebrauchen. I Dre Redakteure stützen sich auf die bekannte Zu- ficherung in dem Plakat des französischen Komman- deurs, das die Preffefteiheit garantiere. Auch in iSotkum-touröen sämtliche politischen Redakteure I öor den Kommandanten geladen. Dieser verlangt, daß der Name Poincare überhaupt nicht qe- I nannt und tm übrigen alles vermieden toird, toas I aufretjeno aitf die Bevölkerung wirken kann. Selbst- verständlich gedenken die Redakteure nicht, sich in

Deutscher Reichstag.

Bei Eröffnung ber Sitzung am Donnerstag gedacht, Präsident Soebe mit Worten warmer Teilnahme des Grubenunglücks in Oberschlesien. Das Haus nahm baruuf bas deutsch-polnische oberschlesische Berg. Werksabkommen endgültig an unb beschäftigte sich bann außer mit anberen Vorlagen mit dem Jugend, gerichtsgesetz, bas in britter Lesung verabschie­det wurde.

Freitag: Etatsberatung und Anttäge über den bage- rischen Ausnahmezustand.

Hierauf wird voraussichtlich eine Pause bi, zum 12. Februar eintreten, da bie ätbgeorbneten in den alt- unb neubesetzten Gebieten in ihre Wahlkreise zu reisen beabsichtigen.

deut hat ge«ttro^H M,

Fortschritte gemacht, aber auf allen anbern Gebieten bleibt noch viel zu tun übrig, unb ich wäre glücklich, wenn es mir vergönnt wäre, mein Scherflein zum all- gememen Besten beizutragen, arch anberen bie Früchte meiner Erfahrungen zugänglich zu machen." U. ~ tÖnnte boü) mtr in einer größeren Stabt ge- j Heyens

। der Standpunkt der deutschen Regierrmg bezüglich der Rechtsgülttgkvit der Verordnungen 134 und 135 be­kannt sei, erstaunt, ein solches Schreiben zu erhal­len. Er lehne es nicht nur ab, die Verordmmgen wei- terzugsben, fonttrn er lehne auch jede Mitwir­kung bei der Durchführung der vorge­sehenen Maßnahmen ab.

Auch gegen die Kohlensperre hat Grütz- ner in aller Schärfe Widerspruch erhoben.

Spenden für die Ruhrkampfer.

Ser Berliner Magistrat hat beschlossen, für die Sammlung des deutschen Siädtekages zu Gunsten des deutschen Volksopfers 20 Millionen Mark zu bewilligen. Der Stadtveroldnetenversammlung ist eine entsprechende Vorlage zugegangen.

Die Abgeordneten des Reichstages und des Preuß. Landtags haben eine finanzielle Beteiligung an der allgemeinen Sammlung für das Ruhrgebiet be­sprochen. Die demokratischen Fraktionen haben laut „Voff. Zig." beschlossen, bis auf weiteres monat- lich 10 000 Mark je Mitglied für die Sammlung zu spenden. Die beiden sozialdemokratischen Fraktionen werden nach dem Vorwärts ebenfalls 10000 Mark pro Mitglied an den sozialdemokrati­schen Parteivorstand überweisen. Die Zentrums­fraktionen haben bereits namhafte Beihilfen zur Verfügung gestellt.

Zieh'st Du wohs.

Der Völkerbund roagf es nichl.

Der schwedische MiMterr.äsDent Branting erklärte einem Mitarbeiter der „Populaive" gegenüber in Be­zug cmf eine Intervention des Völker­bundes in der Ruhr frage, obwohl zahlreiche Mitglki sder es -wünschen würden, sei es wenig wahr- scheittlich. Man astsse langsam vorgehen. Für den Augenblick müsse man sich damit begnügen, V o r- bereitungensür die Zukunft zu treffen Er gaufe bestimmt, daß die ganze große R.-Mrations- frage vor den Völkerbund kommen werde, urch drückte die HofftAmg aus, daß die Lage sich bis dahin nicht zu sehr verschärfe. — Dem Mamr sollte man den „Orden vom Nlzp-nttoffel" verleihen" mit der Inschrift „Vor- i ficht ist die Mutter der PorzÄlcm-Kifte".

Mutig her geteeteetettnnnno.

Dem preußischen Landtag liegt ein Antrag der Sozialisten Braun und Gen. vor, das Gesetz bettef- fend Feuerbestattung vom 14. S^ttembex 1911 in folgenden Punkten abzuändern:

1. Die Genehmigung, Feuerbestattungsanlagen zu erbauen, soll nicht allein Gemeinden, ©emeinbeoerbänben und Religionsgemeinschaften erteilt werben, fonbem auch „den Feuerbestattungsvereinen, soweit biefe eine Gewähr für bauernbe unb würdige Betriebsführung bieten".

2. Der Antrag vorgenannter Körperschaften braucht nicht mehr mit Zweibrittelmehrhett beschlossen zu sein.

3. Die Bestimmung bes Gesetzes, baß bie Gebühren so zu bemefjen fmb, baß sie bie Kosten ber Einrichtung einschließlich Verzinsung unb Tilgung ber Erhaltung unb Verwaltung ber Anlage betten, soll in Wegfall kommen.

„Frau Meier".

Roman von ®. v Stofmans.

eines Tages hatte sie ihn mit den Kindern zu Fuß « em nahes Dorf begleitet, um in den (Sorten an ber Lanbfttaße den blühenden Rotborn, den Golbreqen und die Pracht bes Mebers zu sehen. Am späten Nach, mittag zeigten sich auch die Saaten unb grünen Weiden in malerischer Beleuchtung, unb als He in ber Dämme, rung auf schnullen Feldwegen heimkehrten, weich ge­stimmt und ein wenig Milbe von ber finben Frühlings- Mt, sagte Frau Meier plötzllch, zu ihm, ber an ihrer weite ging: .Lieben Sie ©rotenburg, möchten Sie im­mer hier bleiben?"

Der Doktor lächelte nachdenkllch, bann meinte er: fcin soll, so muß ich gestehen: ich habe nur bisse yrage noch nie oorgelegt. Ich sagte mir nur mu6t hierbleiben. Denn ich habe hier meine große Praxis unb mein gutes Auskommen. Es wäre r~+ nu'VIe anderswo suchen zu wollen. Früher frei­lich, als ich jung roar unb in bas Leben schaute, wie in einen gtrfbenen Kelch voll köstlichen Weins, ba hatte ich ^beeh^1Kf'd,ten' wünsche unb Pläne. Die Me- d>zin als Studium zog mich gar mächtig an, aber ich wottte nicht praktischer Arzt werben, sondern Dozent, I tmb meine ganze Zeit unb Kraft ber modernen For- fdjontg zuweuden. Das mußte ich aufgeben, ba ich ""ch mit etnem armen Mädchen verlobte, unb als un- erroartet früh mein Vater starb, der hier lange als Artt ton UQt' er1-^en uS 9a"3 selbstoerstSndiich,- daß ich ^axis übernahm. - Gleich barauf heiratete ich unh —. mm, das übrige wissen Sie ja schon " ’

cJSrau Meier lächelte: „3a, ich weiß: Sie haben sich ^Eig zum Sklaven ber Arbeit gemacht: erst um zu ^tenen, unb bann um sich zu betäuben unb zu er. “JJen; aber wie ist es mit ber Liebe zur Wissenschaft, 9“® fcauernben Studium? — Existiert sie noch^> Möcki-

S,e heute noch ein Forscher sein?"

»®rft recht, möchte ich sagen. 3e länger unb ie auf. GmÄ? man «>Eziert, um so mehr sieht man, wie ^^yost noch unser Wissen, wie gering unsere Hllfs-

Pob. Auf dem Gebiete ber Chirurgie sind enorme

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