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J|o 16.

Tonntag, 21. Januar 1923.

- Müdaer Leitung

Druck der Fuldaer Actiendrnckerei in Fuld«

sie Beöeuinug des WWlels.

Das Ruhrgebiet, für das es eine genau f ststeher.de geo^raph sche SlLgrengung nicht gibt, unifatzt eine Mche von ungesäyr 2530 Quadratlilometer. Auf vie­rer Fläche wohnen dicht Wsamrengedallt rund vier Millionen Menschen, also etwa genau so ciH, ds hie gesainie Curiohner-ahl der Schweiz beträgt (3,9 Million^ im Jahre 1920).

Die oul-- -MtKche Dichte der Leoölkerlmg des Ruhrxcbteles — und damit die ungehruere Gefahr ein>7r "weiteren Verdichtung durch fremde Truppenein- fchiebunMn — jcjgt sich darin, daß cm Ruhrrgebiret aus 1 ÖnadrctÄlomcter rund 1600 Peri o en wohnen, in der Schweiz dagegen auf 1 Qurdralk.lor'eter nur 94. Die V vö.ierirmg ist fast aurschließlich m De.gbau und Industrie tätig. 3m ganzen wurden noch der letzten Betrivon 1907 rund 750 000 indu­strielle Arbeiter im Ruhrgebiet gezählt. Heule dürste ihre Zahl bereits eine Mitten überschreiten. Der weit Lerwiegende Teil ist im Steinkohlenberg­bau beschäftigt, dessen Belegschaft über eine halbe Million Personen beträgt

Tos Ruhrgebiet stellt das bedeutendste Kohlen« vorkorrrnen in Deutschland dar; es umfaßt mit 213 Millarden Tonnen Steinkohlenoorrat über drei Viertel der gesamten deutschen Kohlenvorkommen.

Die Stemkohlenfördevung im Ruhrgebiet (ohne kmksrheinische Zechen) betrug im Jahre 1913 110,4 Millionen Tonnen; sein Anteil an der Gesamtförde, rung des Deutschen Reiches (nach dem jetzigen G.biete- stano) betrug 78,31 Prozent. 3m Jahre 1922 wur­den rund 100 Mi-llisnen Tonnen Steinkohle im Ruhr­gebiet gefördert. Die Roheesenproduk-ion im Jahre 1913 betrug im Ruhrgebiet 6,7 Millionen Tonnen oder 61 Prozent der gesamten deutschen Rohsisen- produkllon.

Die R o h fta hlp roduktio n im 3cchre 1913 betrug im Ruhrgebiet 7,5 Millionen oder 65 Prozent der gcsa.rtm deutschen Rohstahlproduktion. Die Kohlenlleferungen an die Entente sind in erster Linie vom Ruhrgebiet zu stellen. Diese Kohl:n- und Koks- zwantz'ilelerungen (in Kohlen umgerechnet) betrugen:

im Jahre 1920 ... 15 631 000 Tonnen

im Lahre 1921 ... 18 180 000 Tonnen

Jan. bis Nov. 1922 . . 16 971 000 Tonnen

Mehr als ein Drittel des Ausbringens an Koks­kohle im Ruhrgebiet wurde von der Entente in An­spruch genommen, also der eigenen Wirtschaft ent­zogen.

An dem Gesamtversand deutscher Steinkohle im Jahre 1921 nach dem J.äande in Höhe von 93,1 Mill. Tomen ist das Ruihrgebiet mit 66,3 Millionen To. beteiligt. In wllchem G ade die inländische Der- sorgung mit Steinkohle und Koks von der Ruhrfördr- rnng cbhänist, zergi folgende Einzelzahl: 3m Oktober 1922 betrug der Gcsamtverbrauch an Steinkohle und Koks tm Deu fchen Reiche nmd acht M llionen Tonnen, von denen sechs MLonen Tonnen allein aus dem Ruhrrerer ftemncen. Die außerordenlldche Bedeutung des Ruhrreviers für die dru.sche Volkswirtschaft zeigen folgcnle Derkehrsziffern:

32,5% des gesamt. Güterverkehrs auf den Eisenbahnen. 25,3% des gesamt. Güterverkehrs auf den Binnenschiff­fahrtsstraßen,

im Deutschen Reich fand 1913 (gegenwärtiger Ge- bletsumsang) im Ruhrrovisr statt. Fast rund ein Drill t des gesamten deutschen Güterverkehrs entfällt dennoch auf das Ruhrrevier.

Die UiTTft'Jüiumgen infolge des Frirdensvertrages und die Anfvrde.ungen der Entente bedingten eine starke V ermehrung der Arbeiters hast im Rrchryetiet. Allein im Bergbau mußten 150 000 Arbeiter er-it ihren Famllen in dsi letzten Jahren neu unter­gebracht werden. Allein dmch irxfen Zuwachs ist die Wohnun'snot trotz alter Gegenmcßnahmen aus das höchste gestiegen. 3m Frühjahr 1922 gab es über 100 000 Wrchi unrssuchmde tm Ruhrrevier. Diese Zahlen lasten ermeßen, welch unych uere llnMrägfich- keiten die Unterbringung von 40—50 000 Mann Be­satzung .truppen in diesem dichtest bevölkerten Gebiet des europäischen Kontinents mit sich bringen mutz

Line sozialdemokratische antiklerikale Zchundschrrft.

3m 3ahve 1904 veröffentlichte die Partei-Verlag-- buchhendlu-rg „Vorwärts" m Berlin ein dickes bilder­reiches Buch von Emil Rosenow: Wider die PfaffenherrschLst, Das Hauptorgan der Sozialdemo­kratie, der „Vorwärts" (Rr. 282, 2. Beilage), pries es Äs das „verdiMstvcLste Werk" der 'Prrteibui'.- hanllung. )

Aus den Reihm chr Par!erg:no"ei wu d- es als Schund abgelchat. Der aste Mehring (Leipziger

„§nm Meier".

Roman von G. v Etokman».

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Sobald der Doktor zurück sei, wolle sie ihn sofort von Lenes Beobachtungen in Kenntnis setzen und ihn ver­anlassen, sein Geld zu zählen. Sei eine größere Summe wirklich gestoben, werde er die Polizei schon selbst her- anziehen und diese Frau Meier an ihrer plötzlichen Ab- reise zu verhindern wisten. Daß sie vorher verschwinde, sei nicht zu fürchten. Sie ahne nicht, daß man sic beobachtet und belauscht habe, und der Wunsch, das Fehlende nach und nach zusammenzubringen, werde sie noch eine Weile in ihrer Stellung ausharren lassen.

JWs merke.» lasten, Lene", sagte sie $um «^3- Solange Frau Meier sich ganz sicher fühlt, denkt ’te L0"», ,"' Fiucht, und wir sind in der Lage, noch mehr Belastungsmaterial zu sammeln."

Lene, grollte und machte ein finsterer Gesicht.

„Ja," sagte sie mürrisch, „das ist all ganz shö.i, Frau Dmgerme.ster, aber wenn sie selbst auch bleibt, das Geld bringt sie ganz gewiß in S cherheit. und was der Herr Doktor ist, der hat dann das Nachtehen."

„Falls es ihm wirklich gehört"

„Na. natürlich gehört es chm, das zweiste ich keinen Augenblick an. aber ich habe meine Scheldigkest getan, and wenn die Damen nun mit einem Male bange sind und die Schlinge nicht zuziehe» wollen, die sich die Meier so fein selbst um den Hals gelegt hat, so ist das ihre Sache. Ich will da nun nichts mehr mit zu hm haben." 0

„Doch. Lene," meinte Frau Groth, „Sie wüsten nach wie vor die Augen aufmcchen." und wein Mete fügte I binju: Ich habe mir die Sache überlest, i.-b will dock, mute noch mit me nem Mann sprechen. — Nicht amt- ' »4). sondern vertraulich und unter dem Siegel der Derschwie-erheit. Ser wird gleich misten, w-s zu tun m. Dor allem aber müssen w>r uns die Sache mal , beschlafen. Ich bin ganz krank dop der furchtbaren ‘

Dolkszeitrmg Nr. 109 und 111) erblickte darin „eine schwere Gefährdung der hsto.ischen u.iä theoreiisHen Bildung mnechalb äer Partei". Noch kräftiger lehnte die sozaldemokratsche „Münchener Post" (Nr. 149 rom 6. LE 1904) j nes Buch ab. Seit dem 18. Jahrhundert gebe es ähnliche Schmähschriften, in denen statt objektiver Wah.heitssocschung haßerfülltes, einseitiges tendenziöses Arbeiten um sich greise. „Die häWchlstrn liberalen Pamphlete wer­den von Rosenow erreicht, n>x$i nicht üb.rlrosfen .... Jeder katholische Arbeiter weiß mchr von den Kult­handlungen, von dem Geist seiner Kirche als Rosenow, der sie beurteilen wll." Diese Scrurer ungm und Proteste au- den eigenen R.chrn der Sozialdemokratie haben nichts ge n ützt. Seelen erscheint Ross:wws Buch umreränßert, auschsinsnd von den alten Platten abgedruckt. in neuer Auflage. Als Herausgeber zeich­net: Der Verlag der Kultarbilder in Berlin, 1922. 3m Vorwort heißt es, daß unter diesem Decknaren die Verlagsbuchhandlung „Vorwärts" das Werk heraus- gebe. Als Drucker zeichnet: Vonoärts-Vuchdmckerei und Verlazsaustelt Paul Singer u. Cie. in Berlin, Lindenstraße 3, ctlso die Parteildrucker-i der deutschen Sozialdemokratie.

Damit leistet sich diese Perteibuchhandlung eine Förderung der Schmutz- und Schund­literatur, gegen die der Zentralbildungsau-schnß der sozaldemokratischen Partei Deutschlands seit Jah­ren mit den übrigen deutschen VolksbillLkugsveveini- gungen Schuller an Schulter kämpft. Zugleich ist diese Spekulation aus die niedrigsten Instinkte in der Behandiung der Geschichte des religiösen Lebens eine Bersünbigunz an der deutschen Arbeiterschaft. Wnm die hervorragsLste Parteibullhandlung der deutschen SoziEemokrntie solche Schnutzkübul, die nicht „objek- llive WahrchsitssorschunZ", sondern „haßerfüllte Te n d e n z" aefüü't hat, im Lande unter dem Deck mantel von „.Krrl urb ldem" herumreicht, so fördert sie banit die Geistesverrohung und den Haß gegen alles Religiöse, das nach Goethes Zeugnis „der Koni aller KÄtur" ist. Die sozialdemokratische Parisi stelst den Stautesokretär der Bildungs- und Schulabte'lung im Rechsamt des Innern. Das deutsche Volk könnte von einer solchen Partei erwarten, daß ihre erste Purte.lmchchondlung un>d Parteidruckerei nicht die SchundfchrPen, am oltenvsngsten die religiösm SchurLschriften vermchrt und im Laude verbreitet.

Hus der Rechtsprax's.

— Steuerabzug und Personenstandsaufnahme. Das Gesetz zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes vom 23. Dezember 1922 („Reichsgesetzblatt" Nr. 86 vom 30. Dezember) bringt bezüglich der Berücksichtigung von Fällen, in denen die Zahl der Familienmitglieder sich vermehrt, gegenüber dem seitherigen Zustand eine beachtenswerte Berbesserung. Bekanntlich war der Fa- milienstar.d am Stichtag für die Personenstandsaufnahme bisher maßgebend beim Steuerabzug für das folgende Kalenderjahr. Eine Aenderung tonnte nur beantrcgt werden, wenn sich die Zahl der Familienmitglieder vor Ablauf des ersten Kalendervierteljahres um mindestens zwei vermehrt hat. Bom 1. Januar 1923 ab braucht nunmehr der Arbeitnehmer nur nachzuweisen, daß die Zahl der Personen, für die der Abzug vom Arbeitslohn sich ermäßigt (Ehefrau, Kinder, mittellose Angehörige), größer ist als im Steuerbuch angegeben, so muß dies auf dem Steuerbuch vermerkt werden. Soweit die Ehe- frau oder Kinder in Frage kommen, hat auf Antrag des Arbeitnehmers die Gemeindebehörde die notwendige Er­gänzung vorzunehmen: bei mittellosen Angehörigen das zuständige Finanzamt. Die Ermäßigung für neu hinzu- gekommene Personen tritt dann bei der ersten auf die Ergänzung des Steuerbuchs folgenden Lohnzahlung in Kraft.

* Die Jagdpachterhöhung. Eine Frage, die für trete Rger jetzt von großem Interests ist, siegt in der Er- Höhung der Jagdvachten auf Grund der Pachtschutz, ordnung. Ein Gerichtsurteil aus Anhasi, das die „Deutsche Jägerztg." veröffentlicht, hat deshalb befon- deres Interests, weil hier der Fiskus selber als Kläger austrat und weil hier zum ersten Male tatsächliche Zif- fern über die K o st e n der Jagdausübung aufgestellt wurden, die der Pächter in Anrechnung bringen darf. Oie Pacht betrug 3710 Jl (Pachttermin war 1920), ver­langt wurde Erhöhung auf 76 960 M. Das Gericht er­kannte auf eine Pacht von 18 550 M.. Der beklagte Pächter hat seine Unkosten auf 70 000 M. berechnet und zwar für Treibjagd 12 000 M, für die Hakung eines Jagdhundes 6—8000 für Auslagen an Bahnfahrten

zur Jagd — wöchentlich mindestens einmal — entständen etwa 5—6000 M; für Abnutzung von Gewehr und Jagd­kleidung weitere 5000 M. Die Nestsumme sei für Jagd- »acht, Jagdschein und Patronen notwendig, welche letz­tere zurzeit 150—180 <M. ie Stück im Höndst kosteten Schließlich scheide seiner Meinung nach die Beurteilung der Jagd als Sport aus. Die zu treffende Entscheidung l-abe vielmehr lediglich nach wirtschasilichen Gesi h's- »unkten zu geschehen. Das Gericht verneinte die ’Ja!rel°U)!e Dogdausübung als Sport bewertet werd-n. ob sich Pachter das Jagdoergnügen anrechnen müsse.

und ob er auch die (angeblich) sportlichen, den wirtschaft. Iichen Verhältnissen sich anpassenden Ausgaben aus sich zu nehmen habe, ohne sie mit den Jagdeinnahmen zu verrechnen. Das Gericht tritt der Ausfassung des De- klagten bei, daß namentlich unter den heutigen schwie- ngen Derhältnisten, wo die Not fast an alle Häuser pocht, die Bewertung der Jagd hauptsächlich nach wirt- schäftlichen Gesichtspunkten zu erfolgen Hot. Es darf also für die Jagdausübung weder ein Liebhaber- wert als Einnahmequellen angesetzt, noch dürfen Aus- gaben als sportliche abgefetzt we.den; vielmehr ist zu er. Mitteln, ob und welchen tatsächlichen Nutzen bezw. Geld, wert die Jagd bei einem normalen Abschluß in einem Dogdjahr unter Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben erbringt. Zu den normalen Ausgaben rech­net das Gericht: Jagdpacht, Jagdpachtstempel, Jagdschein- gebühr, Wildschaden, Treiberlöhne, Munition, Schuß, und Fanggeld, Umsatzsteuer, Hundeh-ltunq, Jagdaufsicht, Reisekosten sowie Abnutzung von Gewehr und Jagd- kleidung. Bei Zugrundelegung dieser Grundsätze er. scheint die vom Beklagten für das Jahr 1922 mit rund 70 000 Jl berechnete Jaodausgabe nicht übertrieben. Sie wird deshalb vorn Gericht dsrn Urteil zugrunde gelegt Bei einer Strecke von zirka SO Hafen entstehe unter Zugrundelegung der jetzigen Hasenpreise (1200—1400 -4t für das Stück) eine Einnahme von etwa 104 000 -4t, so­daß dem Beklagten ein Reingewinn von rund 34 000 -4t zufließen würde. Es erschien daher die Erhöhung der Jagdpacht auf das Fünffache gerechtfertigt.

vermischtes.

* Ein Schokoladenbanm. Durch das holländische Grenzstadt eben Barnefeld fuhr kürzlich ein Wagen mit einem schweren Baumstamm. Der Fuhrmann war in einen gelinden Verdau,inas'chlummer nefafien und merkte so nid,', daß sich plötzlich die liebe Jugend sehr stack für seinen Baumstamm interessierte Sie t'a'fe auch Grund dazu, denn aus dem Baumsta > m fielen andauernd Schoknladetafel n, die von den Im g n mit Dank gegen den schlafenden Spender entgegen genommen wurden. Bald batte ab r auch das Auge des Gebtzes diesen seltsamen Vorgang entdeckt und beschlagnahmte die ganze Schmuggel- sendung zu größtem Verdruß bet Jugend, die die Entführung des Sckokoladebarmes seht bedauerte.

* Eine Ränbctbrnde bat die Berliner Keimina • volizet in Zehdenick im .(helfe Tempstn gefojjt. Bis vor einem Jahre hertschte in dem klein-m Orte Ruhe und Frieden, bann kam eS anders. Tag für Tag meldete die Lokalchronik neue Einbrüche und Gewalttaten. Da die Zehdenicker Polizei zu chwach wat, gegen die 6inbt ücbe etwas auszurick- ten, wurde die Berliner Krimina'polizei um Hilfe gebeten. Diese entsandte Kriminalbeamte, die auch in kurzer Zeit mit Unterstützung der dortigen Polizei und der Landjäger des Kreises Templin eine drei­zehnköpfige Einbrecherbande entlarvte und verhaftete. In kurzer Zei' batten sich diele Gelegen« hei sdiebe zu bewaffneten Einbrechern entwickelt,' die telbst Menschenleben nicht achteten. Etwa 200 Einbrüche und zwei Morde dürsten auf diese Verbrecher zu setzen sein. Bisher konnte 48 Ge- schädigten ,hr Eigentum nveber ausgehändigt werden Der Gesamtwert der Beute scheint nvt zehn Millionen Mark nicht zu hoch gegriff n zu fein.

* Mass nanswanderung von Frauen. Der grauen« Überschuß, btt sich nach dem Kriege in aüen Län­dern bewer kbar macht, ist besonders groß in Eng­land, sodaß die Hetlsa,mee auf den Gedanken ge. lommett tst, 25000 junge Frauen und Kinder nach Kanada uberzusiedeln und ihnen dort eine Exi­stenz ,u sichern. Da die kanadische Regteruna die. >em P ane zugestimmt hat, so werden jetzt 25000 auswau erungslitstige Frauen gesucht, dtänner sind vollständtg ausgeschlossen. Ein ähnli <■ Abkomm n wll auch mit Australien getroffeti meinen. — Fragt fick nur, ob die englischen Damen so viel Kutaae ausbringen.

Neue Sucher.

Der Eottersohn. Priesterbrtrachtun'en im Anschluß an das JohanncSevangelium. Von Karl Hagnench S. J. Vierter Teil: Ter Stea des Gottessohnes durch Tod und Auferstehuni. Freiburg, Herker .Für die be­vorstehende Fasten- und Osterzcit findet der KteruS wiederum eine Fülle Literatur our dem Büchermarkt vor. ES dürste aber ni-ft viele Bücher geben, die dem Priester für seine eigenen Bedürfnifle auf dem Weg c>cs reistlichen Lebens und für seine TSti kett auf der llcmtel so wertvoll sind wie das Betrachtungswcrk des .lesnitenpaters Hagoency. Ter 4. Teil führt die Be> trochtungen über daS Johannesevan relium in der glei hen meisterhaften Form zu Ende, tote wir sie in öen andern 3 Bänden finden. Am ansprechendsten ist die ungekünstelte, aber tiefschürfende Auswertun i deS -taffes. Man sieht daraus, datz die Beirachtungen nicht bloß t emetisch bin eschrieben wurden, sondern aus einer reichen Erfahrung schöpf.m. P. Haggeney hat sich durch die,es Werk einen Platz gesichert unter Den besten und bewährtesten Führern des Klerus.

Aufregung und will schnell mit Lene nach Hause gehen. Wir beide t- ' ja denselben Weg.

Slber dic war schon voller Jnzrimm davonge- rannt Sie t nicht, daß man eine so schöne Ge- legenheit, Frau Meier zu fassen, nicht Keich benutzte, und die Frau Bürgermeister sank in ihrer Achtung um einige Grabe.

12. Kapitel.

Der Major de Dries war em Frühaufsteher. Wie °>ele Menschen, die keine Amts- und Berufspflichten mehr haben, hatte er fein tägliches L:ben nach dienen besetzen geregelt, welchen er mit kleln'icher Gewiflen- "°chkam und von dwen Nolwendlllkeit für fein geistiges und leibliches Wohl er ganz durchdrungen war. — So ging er vom 1. Mai bis 1. September jeden Morgen von 6 bis 8 Uhr spazieren, wählte immer verschiedene Pfade und durchstteifte die G'gend nach allen Richtungen hin. Wenn er dann nach Hause kam. frühstückte er mit bestem Appetit in Hüdes Gesellse''ast nud teilte ihr seine Deobachtunaen und kleinen Cr- lebntf'e mit. Auf düsen We-en irter ssierte ihn alles, das Äleöre wie das Große, aber bas Programm fviÄte sich gewill-nlich mit geringen Abänderungm immer von neuem ab, und lleberrd'frmgcn irgendeiner Art gehörten dabei zu den Seltenheiten.

Um fo willkommener waren sie ihm. An dem über, nächsten Tage nun, der auf den eben g sch ldertcn Abend folgte, konnte er es gar nicht erwarten, h'nausz'ikom» men, denn es war ein herrlicher Maimorgen. LAes sproßte und günte, die Le chen jubilierten und die Lust war von einer köstlichen Frische und Straft. -- Früher als sonst schritt er in der Nähe der Stadt auf der Laudsttaße einher und wollte eben bei einer Ziege'e, 'n einen Seitenweg einblegen, al- er ein elegantes A t'. mobil herark^mmen seh. Unwi körlich blieb er stehen, um t? zu betrachten, und gerade in diesem Auzen'oNck schlug es e>n gemäßigteres Tempo ein, machte kehrt und Hieb cm Erab-nrand auf der Landstraße sieben. Zuerst

ein großer, eleganter Herr und ein Chauffeur, machten sich weder an der Maschine noch an den Rädern zu schassen, sondern stiegen nur aus, sahen nach der Uhr und blieben bann ruhig neben dem Kraftwagen stehen. Offenbar wolllen sie jemand erwarten.

Die Neugier des Kleinstädters war dadurch sofort geweckt, doch hielt es der Major unter seiner Würde, sie offen zu zeigen, und so ging er ein Stück in den Feld­weg hinein, machte dann eine scharfe Wendung und blieb neben der Ziegelei hinter einem Holunderbusch stehen, der feine Gestalt vollständig verbarg. Dabei spähte er nach rechts und links. Wie er seine Augen aber auch anstrengen mochte, weit und breit war nie- manb zu erblicken, und schon wollte er, ungeduldiz wer­dend, seinen Spaziergang fortsetzen, als er plötzlich, von der Stadt her, eine elegante, weibliche Gestalt auf« tauchen und schnell herannahen sah. Kurz vor dem Automobil sprang sie gewandt vom Rad, und während der Chauffeur dies in Empfang nahm, begrüßte tot Herr sie mit großer Herzlichkeit, nahm ihr eine Hand­tasche'ab, die sie mitgebracht hatte, und hörte aufmerk­sam zu, als sie schnell und erregt auf ihn einzusprechen begann.

Die Worte konnte der M-jor nicht verstehen, aber er hotte einen bestimmten Eindruck, daß vom der Dome eine Erklärung abgegeben, ein Auftrag erteilt worden und bas Ganze ein wohlvorbereitetes, abgekartetes Ma- növer sei. i

Wenige Minuten nur dauerte die Unterredung, dann felgte ein lebhaftes Händeschütteln, die Dame schwang sich wieder auf ihr Slah'roß, um z"r Stedt zurück- | zutabeln, und auch das Automobil sauste fauchend uns f einen üblen Geruch verbreitend in entgegengesetzter Rich tung dovon. Die Chaussee ro-r wi der öde und leer, und nur eine weiße Katze, die von eitern itechlllchei, Raubzui heimlehrte, huschte teutes darüber hin.

De Dries stand noch immer starr und w e gelähm, da. Er glaubte unter einer Sinnestäusch ng -u leiden, denn die Frau, die sich hier vor Tau und Tage m:i i

a'cmbtc er. daß irgend "’ne plötzliche Sll'r ng ehTteeten sei, aber dem war nicht jo, ottir tue beiden Insassen,

einem frem'ten Herrn he'rnnch ein Stelldichein gab, war - dieselbe, die fett Wochen alle seine Gedanken erfüllte, *

Gottesdienftordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 21. Jan. Dom. >/,6, 6, '/,7 u. 7 hl. M., 8 Pfarramt m. Uma. u. Pr., VilO Kacheoralamt u. J3r, */,ll Chr., */«12 hl. M u. Pr„ */,2 A., 2 Chr., 4 Sakraments-Bruderschait m. Pr. u. Segen, 7 A. r. d. Marienkapelle. Montag 5 Rosenkranz mit Se en. — Stadtpfankirche. «Dlözes an-Monats.Kollekte.I 5'/, Kom., 53/« bl. M. u. Kom. d. Dieniimädchen-llon ne- nation, 6*/« HI. M. u. Rom. d. Jüngl, 8 erster Schulzd rn Pr., 9‘/i Piarramt m. Pr, 11 zweiter Schulgd. m Pr., 9*/« A. f. d. Jün l -Sod. t. v. Severikirche, l*/i Cbr. f d. Jungfr, 2'/, Bruderjchast v. horliw. Gut, 4 '21. d. Dienstmädchen-Kon re ation in dec Severikirche. — Pfarrkirche zum heiligen Geist. *A7 HI. Kommunion, 7 Frühm., 8 Amt, Pr. u. Hom.. */«5 Chr, 5 A. — Severikirche. Sonntags und werktais >/,7 hl. M. — Heri-Jesu-Heim. 8 Amt m. Pred, nachm. 2 Änvacht. (Mittiooch abends 8 A.) — Frauenberg 5, 6, 6'/, u. 7 hl. M., 8 M. m. Prev., 9 Hochamt m. Pred , nachm. 2 Pr. u. A. f. d. Terziaren. Päp llrcher Segen.

Mtlicde Nnreigen.

Gebührenordnung

für die Schlachtvieh- uni) Fleischbeschau u. Trichinenschau.

Unter Aufhebung der Gebübrenordnung bom 28. Dezember 1922 (Amtsbl. S. 358/369 bestimme ich ruf Grund von §14 Ads. 2 des Gesetzes, betreffend die Ausführung deS Schlachtvieh- und Flcifchbeschaugcsetzes vom 28. Juni 1902 iGeietzsamml. S 2.9) mit Ermäch­tigung des Herrn Ministers für Landwirischaft, Do­mänen und Forcen widerruflich bis aus weiteres sol- gcnDcS:

I. Ordentliche Beschau.

V PP.

2. In Schaubezirken, in denen die Beschauer nicht, viele weite Wege zu machen und wegen Einbeziehung der Hausschlachtungen oder sonstiger Um ände aus der Fleischbeschau veihältnismätzig hohe Einnahmen haben, können vom Landrat folgende Gebühren festgesetzt

werden: ,

ii- für ein Rind (ausschließlich Kälber) . . 500 Mk.

b) f .ir ein Schwein (eins. l. Trichinenschau . 370 „

.c) jur ein Schwein lausschl. Trichi, enschau) 280 .

d) für ein sonstiges Stück Kleinvieh (Kälber, Schafe. Ziegen ufm.)........180 „

e) für ein Ferkel, Lamm, Z'ckel.....120 ,

f) für ein Schwein Trichinenschau allein)

a) einen ganzen Tierkörper.....180 „

b) eine Speckseite oder sonstiges Fleisch­stück .............10) „

3. Die Landräte können anordnen, datz ,u den bei Ziffer 2 angegebenen Gebühren von den Beschauern yufd'Iäge bis zu 10 Prozent erhoben und an einen zur ’ Bestreuung der Kosten der Ergänzungsbeschau bestimmten Fonds abgeführt werden.

4. Die Grbühr für die ausschliehlich den Tierärzten vorbehaltene Schlachtvieh- und Fleischbeschau bei Ein­hufern beträgt 996 Mk., dazu Fahrkosten wie bei der Ergänzungsichau.

5—8 PP.

II. Ergänzungsschau und Stellvertretung gemätz § 7 81. SB. I.

Die Tierärzte erhalten in solchen Bezirken wo Nicht- tierärzte die oröen liche ü eschau aus üben, für je:en Fall ohne Rücksicht auf die Tiergattung eure Gevühr von 996 Mk. Für die von den Tierärzten als Stellvertreter nach § 7 8t. SB. I. vorgenommenen Untersuchungen dürfen Fahrkofien nicht berechnet werden. Im übrigen, stehen den Tierärzten bei Untersuchungen autzerhalb, des Wohnortes neben oen Gebühren an Fahrkoflen die > Sähe zu, oie nach den jewdhgen Bestimmungen über f die Reisekosten der Staatsveamten für d e Beamten der i V. Rangklafle vorgesehen sind. Tie Tierärzte haben 1 ober bei Landwegreiten, wenn freies Fuhrwerk nicht' zur Verfügung gestellt und die Reise ausschlietz ich aus Aniatz der Ergänzungsbeschau au: geführt a ird, an' Fahrkosten 8Inspruch auf eine Entschädigung von 30 Mk. f je Kilometer Landweg, falls sie nicht bei Benutzung fremden Fuhrwerkes den Ersatz der Mehrauslagen für Gespann beanspruchen

' in. PP.

IV.

Diese Gebührenordnung tritt am 1. Januar 1923 in Kraft. (A. III. 8729a 22.)

Cassel, den 10. Januar 1923.

Der Regierungspräsident.

I. V. HauSleutner.

Wirb oerösienflicht.

Für den Kreis Fulda gelten die Gebühren unter 12 der Gebührenordnung. ,

Zur Bestreitung der Kosten deS für den hiesigen Kreis gebildeten Ergänzung bcschaugebührenfonds wird hiermit angcordnet, daß von den Beschauern Zuschläge- von 10 v. H. der unter Ziffer 2 angegebenen Gebühren erhoben und an den genannten Fonds adgejührt werden.!

Fulda, den 16. Januar 1923.

Der Landrat. 3. D.: Schuster.

sein Herz noch einmal in jugendlichem Feuer erglüheu ließ. Er hatte Frau Meier ganz deullich erkannt. Wohl verdeckte ein dichter, weißer Schleier ihr reizendes Gesicht, aber ihre entzückende Figur, ihre anmutige Haltung ver­rieten sie, und er zweifelte keinen Augenblick mehr daran, daß sie es war.

Auf dem Rückwege grübelte er unausgesetzt über dem Rätsel, das diese frühe Morgenstunde ihm' aufze- geben hatte, aber als er heimkam. da dachte er gar nichr daran, Hilde von seinem Erlebnis zu erzählen Die Sache ging ihm zu nahe und regte zu viele Zweifel und Be­fürchtungen in ihm an, und mit Ungeduld sehnte et den Augenblick herbei, wo er Frau Meier wieder per­sönlich gegenübertreten und in der Lage sein würde, eine Frage an sie zu richten.

Im übrigen war der Major nicht der einzige, der an diesem schönen Maimorgen (der Montag gilt bei den meisten Holsteinern überhaupt als Unzlückstag) einer gewiflen Verstimmung nicht Herr werden konnte. Auch der Frau Bürgermeisterin sah man es an, daß sie schlechi geschlafen hatte, Frau Groth schreckte bei dem leisesten Geräusch zusammen, well sie jeden Augenblick eine neue beängstigende Nachricht erwartete, und Lene warf in ihrer Küche derartig mit ihren Töpfen und Pfannen umher, gab der Frau Meier so kurze und grobe Sim» warten, daß es selbst den Kindern ein bißchen zu viel wurde.

Um so ruhiger und zufriedener war die Hausdame selbst. Sie lächelte gutmütig und nachsichtig über die Wutausbrüche der alten Person, eilte geschäftig im Hause umher und war von einer so strahlenden, herzb-zwingen- den Liebenswürdigkeit, daß Erich in aller Stille ein Gedicht auf sie machte, in welchem er seiner so schwär­merischen Bewunderung Ausdruck verlieh, und Ernst In einer vertraulichen Unterredung zu Lisbeth sa'te: Weißt du, datz Frau Meier es nicht auf Papa abgesehen hat, wie Lene meint, kann man jetzr recht deutlich bemerken. Sie scheint ordentlich froh zu sein, daß er abgereist ist, und ist noch viel netter und gemüllicher als sonst."

» tFonjetzung folgt.) v v ---v -4