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Mnzewerkaufsprels 20 Mark.

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Amllicher Anzeiger für den Kreis und die Skadk Fulda.

fit. 14.

iberanuooniia; rür öen reoauioneUen Teil: Dr. I. Kramer.

- iür bje Anzeigen: I. Parzeiier- Fulda.

RomrionsSruck u. SBerlag der wulbaer Slcttenbruderei in Fulda ^■■eminredier Nr. M. Posttckeck-Kon'o 4051 Rranffuri a. M.

Freitag, 19. Januar 1923.

Lezugspre is; 'JJionatiim 375 Mit. Zustellgebühr extra.

.“ Abqeholl in der Geschästsstille 393 Mit.

Anzeigen: Kleinzeile noch Eo one> 24 Mk.; ausw. 3) M. |ßtfi(ime?ei!» (Ierrhrertt> nach Colone maß 93 tziark.

50. Zahrg.

Jmtmch trilirt dm MttWWrirg.

NHktzMettieSlMlWMr.

In einer Aussprache zwischen dem Reichrernäh- nmgsminister Dr. Luther und den Gewerkschaft s-

Drohungen «r gesichts der festen Haltung der Zechenhesitzer.

Maßnahmen zur ventschen Nahrungsversorgung.

Nach französischen Mitteilungen soll der Vor­marsch jetzt zum Stehen kommen. Die Frage spitzt sich jetzt daraufhin zu, wie weit es den Franzosen gelingt, sich innerhalb des mit Waffengewalt „er­oberten" Gebietes wirtschaftliche Werte zu sichern. Die Zechenbesitzer, beraten von dem Rechtsanwalt Grimm, einer Autorität auf dem Gebiete des Völkerrechts, geben nicht nach. Grimm ist in der Kriegszeit auch in Frankreich dadurch bekannt ge­worden, daß er französische Staatsangehörige, die sich geweigert hatten, für die deutsche Heeresleitung zu arbeiten und deswegen unter Anklage gestellt worden waren, mit Erfolg verteidigt hat.

Vie feste Haltung -er Zechenvertreter.

Auf den Befehl zur Wiederaufnahme der Re­parationskohlenlieferungen haben die einzelnen Zechen eine gleichlautende Antwort gegeben, in der es u. a. heißt, daß die Zechenvertreter die Anord­nungen der deutschen zuständigen Behörden be­folgen müßten und sich infolge des Verbotes des Reichskohlenkommissars, Brennstoffe an Frankreich und Belgien zu liefern, außerstande sehen, den er­teilten Befehlen nachzukommen.

Der Befehl der zuständigen deutschen Be­hörde schaffe für die Zechenvertreter einen Fall von höherer Gewalt. Niemand könne übrigens auch verlangen, daß man einer gegen die eigene Regierung gerichtete Maßnahme tätige Unter­stützung gewähre und positiv daran teilnehme und niemand könne gezwungen werden, gegen sein Vaterland zu handeln und eine ehrlose Handlung zu begehen.

Zum Schluß wird in den Antworten der Zechen­vertreter übereinstimmend auf das Bestimmteste erklärt: Zu einer Handlung gegen mein Vaterland und zu einer ehrlosen Handlung lasse ich mich nicht zwingen.

Beschlagnahme der staatlichen Forsten.

Bon französischer Seite wird mitgeteilt, daß als eine der angediohtm Sanktionen eine große Anzahl leerer EisenbatnwaggonS und leere Schleppkähne, die sich auf dem Rhein und Rhcin-Herne-Kanal be­finden, beschlagnahmt werden sollen.

Die französische, belgische und italienische Regie­rung haben den Befehl zur fo.fo tilgen Ans - der Domanialforsten am linken Rheinufer erteilt als Sanktion für die am 26. Dezember durch die Reparaiionskommission feitge» teilten deutschen Verfehlungen bei den Holzliese- ungen.

setzrmg, die sie als Rechtsbruch und Vergewaltigung bezeichneten. Als Vermittler in Arbeiterfragen würden sie nur die deutschen Behörden anerkennen. Zur Besatzungsbehörde würden sie kein Vertrauen haben und wollten am liebsten mit ihr überhaupt nicht in Berührung kommen. Das Wohlwollen der Vesatzungsbehörde gegenüber den Arbeitern sei übrigens schon dadurch widerlegt, daß durch die Besetzung eine Steigerung der Lebens­mittel um 50 Prozent eingetreten sei.

Die Franzosen in Barmen.

Rach einer Meldung des „Berl. Tagebl." rückte am Mittwoch nachmittags eine französische Kaval­lerieabteilung in Barmen ein, zog aber bald darauf ih Richtung auf Haspe wieder ab.

Nach einer weiteren Meldung des Blattes aus Düsseldorf erklärte General Degoutte Pressevertre­tern gegenüber, daß die militärische Aktion im Ruhrgebiet vorläufig beendet sei.

Der RMgang -er Kohlenförderung.

Wtb Berlin, 18. Jen. (lei.) Nach einer Mit- ieilung der „Vojfischen Zeitung" aus Essen ist bereits jetzt durchden sranzösischenDruckdie Fär- drrung des Ruhrbergbaucs katastrophal zurückgeZrmgen. Eine der bestgelesteten Zechen sörderks gestern statt rund 12 OCO nur 7000 Tonnen.

Der Wutausbruch.

Das Echo aus Paris auf die zähe Halttmg der Zechenbesitzer tönt aus folgender Meldung:

wtb Paris, 18. San. (Tel.) „Malin" gibt über den plan der französischen Regierung im all­gemeinen folgende Aufklärung:

Eine Untersuchung werde schon heute wegen der Widerspenstigkeit der deutschen Indu­striellen des Ruhrgebiekes eröffnet werden. Die

direkte Ausbeutung

der Gruben im Rheinland und Ruhrgebiet werden sofort beginnen. Außerdem würden mit Zustimmung der italienischen Regierung einige englische In­genieure engagiert, um mit den französischen 3nge- nieuren zusammen zu arbeiten. Die neu festgestell- len Verfehlungen und der Widerstand des deutschen Reiches würden eine

Serie von progressiven Sanktionen nach sich ziehen. Darunter könne man die

f ü h r e r n aller Richtungen erklärte der Mniffter, daß die BwtvrrsorMNg bis Ende Juni oder Mitte Juli gesichert sein w rd. Die Kartoffelernte befriedige im allgemeinen. Schwierig sei dagegen

die Fettversorgung,

da sowohl Margarine als auch Schmalz größtenteils ihre Rohstoffe vom Auslende beziehen müßten. Der Fleischverbrauch sei in sehr bedenklicher Weise gesun- km. Die Rogiernng sei jedoch bemüht, die

Einfuhr von Gefrierfleisch

in erhöhter Werse vorzubrreiten. Ueber die Ernäh- rungelage i>m Ruhrrevier sagte der Minister, daß die deutsche Regierung Amüht sei, die Versorgung des Ruhrreriers nach Kräften sicherzustellsn. Die Zucker­vorräte in Deu.fchland seien nach Ansicht des Ministers ausreichend, so daß eine Zwangsw-ttschaft nicht in Frage komme. Der Minister teilte weiter mit, daß d'e Reg evung für Kartoffeln und alle wichtigen Le- brneMitteln die Eisenbahnfrachten bis zur HÄste herab- fitzen werde.

Schli.ß.ich machte Dr. Luther noch Mitteilungen über die

Sparmaßnahmen.

So müsse dem Wohlleben, das in gewissen Kreisen herrsche, energisch entgegengttreten werden. Auch der Verbrauch in den Gastwirtschasten sei zu groß. Es sei daran gedacht, toe Zahl der Fleischgerichte in den Rcstaurants einzuschranken und den Verbrauch von Milch und Kaff e in den Restaurants zu untersagen, um die Milch der werktätigen Bevölkerung restlos zur Verfügung zu stellen. Auch der Verbrauch von Bmttr zur Zubereitung von Speisen in den Restaurants und die überaus starke Verwendung von Mehl zum Kuchen- backen solle verboten werden. Endlich solle auch

gegen die Schlemmerlokale

und Luxusdielen in kürzester Zeit mit aller Schärfe vorgegangen werden. Die Ausarbeitung eines Zwongswirtfchastsapparates hält Dr. Luther gegen­wärtig für nicht erforderlich, es komme oerm-hr darauf an, schnelstens zu handeln. Da; Kub.nett werde sich umgchend mit entsprechenden Maßnahmen beschäftigen.

Der Sumpf gegen Schlcmmerlokale.

Der Berliner Polizeipräsident hat die Poli- z ei st un de von 1 Uhr abends auf 11 Uhr he-ab- Sesetz t. Ferner soll ein polizeiliches Verbot sämtlicher Tanziu st bar keilen in Berlin veröffentlicht werden. Wie der „Berliner Lskttanz." hört, dürste ter preußische Minister des Innern in einem Erlaß an die Oberpräsidenten die gleichen Maß­nahmen anordnen.

AiiMrmwrrsMe Sri GMrinoIW.

2Bie der „Vorwärts" aus Essen meldet, fand zwischen dem französischen General Simon und der Bezirksleitung des Eisenbahnoerban­des eine Aussprache statt. Simon äußerte den Wunsch, daß die Arbeiterschaft der Besatzungsbe­hörde Vertrauen entgegenbringen solle. Alle Wünsche und Beschwerden der Arbeiter werden wohlwollend geprüft und nach Möglichkeit zugun­sten der Arbeiter geregelt werden. Die Arbeiter- vertreter protestierten zunächst gegen die Be-

„$rau Meier".

Roman von G. v. Stokmans.

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„Sie wissen, wo Frau Tim Tommählen jetzt lebt?" „Allerdings. Sie wohnt nach wie vor in Paris, und ich korrespondiere mit ihr."

„Wirklich? Und in welcher Sprache?"

„Da sie eine Französin ist, natürlich französisch."

„Das ist ja sehr interessant; — aber weshalb behiel­ten Sie das Geheimnis so lange für sich?"

„Weil ich es allein ausnützen wollte; die andern er- fahren es immer noch früh genug."

„Und sie lebt in guten Verhältnissen."

Thede warf sich in die Brust: „Sie ist mehrfache Mil- honärin!"

Frau Meier wurde nachdenklich. „Dann brauchen Sie meine Vermittlung am Ende gar nicht, können sich lieber gleich an die reiche Tante wenden und das Geld telegraphisch anweisen lassen. Es wäre dies der kürzeste Weg."

"Nei"' nein." sagte er hastig, „dazu ist unsere Freu^d- lchast doch noch zu neu und zu zart. Ein solches An- nnnen könnte alles für immer verderben. Später, wenn ich sie persönlich kennen gelernt und ihre Gunst gewon-

6e" a)’’$ mir eine solche Bitte gewiß nicht aber D°riäufig heißt es vorsichtig sein und Ich bescheiden. Die alte Dame ahnt ja gar nicht, welch «n geriebener, leichtsinniger Schlingel ich bin."

Meier betrachtete ihn mit seltsamem Blick. „Gut, tote das wenigstens einsehen. Herr Mathesius," sagte

,aber' roenn '«tz wich tm lehren Augenblick noch ^irch diese Tatsache abschrecken ließ."

werben, das können Sie nicht," meinte er unh "eie t,ab"’n selbst erbeten, mir zu helfen, uno ^tiie werden es tun."

vertrauen m mich ist also nuerschülierlich?" „Allerdings."

®ann Sehen Sie jetzt und bringen Sie mir

^“hnuuao >un 4 Uhr i>- nötiaen Papiere und

pflichtete ihr bei. ließ dabei aber doch durchblicken, daß

würde sie die Betörten wieder fallen t ,,en, ohne Rück- i sie ihre gesellschaftlichen Erfolge mehr ihren persönlichen i t'cht und (Erbarmen. Nachdem Lene das verhängnisvolle ‘ Vorzügen zu danken habe und wieder einmal in die j

Konfiskation der staatlichen Gruben an führen und die '

Ausweisung der preuß. Beamten, die Beschlagnahme aller Steuern, die Ausrichtung eines Zollkordons. Weil die deutsche Industrie, vertreten durch den Reichskanzler (Euno, so schließt der „lliatin", den

Wirtschaftskrieg

rokö sie ihn haben. And da sie sich aller ihrer Waffen bedient, >.rd Frankreich und seine Alliier­ten keine der ihrigen vergessen.

In der Memel Frage

har die DrlschHerkonfirenz die Eilsendung einer aitßerochemltchen Kommission nach Memel beschloßen, ml! dem Auftrage, dort eine provisorische Re­gierung einzurichten, die unter der Ober- Hoheit der Alliierten die Ordnung und Sicherheit in den Gebieten wiederhe stellen solle. Kriegsschiffe unteijLtym i»e Anordnung.

Stottsen. Ich will inzwischen auch meine Vorbereitun- gen treffen."

Hocherhobenen Haupte- kehrte Thet: nach fmufe zu- uueder Land, war nicht bloß für den Augenblick gerettet, sondern in der Lage, Ordnung in seine Derhaltnisie zu bringen, und eine ganze Reihe guter Vorsätze ftteg in seinem dankbaren Herzen empor.

Ueber die erstaunliche Tatsache, daß Frau Meier wtl-ens und tn der Sage war, ohne nennenswerte Ga- ranne eineJo große Summe für ihn zu schaffen, zer. brach er sich nicht weiter den Kopf. Sie war eben ein- fatf) eine entzückende Frau, und wenn auch sehr viel alter als er, doch augenscheinlich nicht unempfindlich ge- 9£n ^cm hübsches Gesicht, feine bestechende Art und Weise. Be, den Weibern hatte er ja immer Glück, und ®r pn.e® ben. 3ufaö, welcher ihn in diesem kritischen der interessanten Hausdame zusammen- geführt hatte. - Selbst des Onkels Tim Witwe war ihm, ohne es zu ahnen, in gewisser Weife nützlich ge- wesen, denn sie hatte in Frau M.-iers Augen seinen Kredit erhöht. Aber alles, was er von ihr gesagt hatte, beruhte natürlich auf Erfindung. Er wußte von der allen Same ebensowenig, wie alle andern, und war nicht so glücklich, ihr Interesse und ihre Börse für feine eigenen Angelegenheiten in Anspruch nehmen zu können.

Inzwischen war Thedes Besuch und sein langes Zu­sammenbleiben mit Frau Meier in des Doktors Stube nicht unbemerkt geblieben. Lene, die das Tun und Trei­ben der Hausdame nach wie vor mit argwöhnischen Bli­cken verfolgte, hatte ihn kommen und gehen sehen, und als er nun am Nachmittag wieder erschien und wieder die Frau Meier zu sprechen verlangte, brachte sie diese ungewöhnliche Tatsache mit Doktor Hansemanns Abwe- senheit in Verbindung und sah darin eine Art von Verrat. Nach ihrer Ansicht waren alle, — der Haus­herr, der Major, Hans Petersen und nun auch der schöne Thede — bemitleidenswerte Opfer von Frau Meiers raffinierter Koketterie, und wahrscheinlich auch willenlose Werkzeuge für ihre heimlichen Absichten und verbrecheri­schen Pläne, und roenn sie ihre Zw erreicht hatte,

Ministerkrise in Frankreich?

Finanzminister de Listeyrie erklärte, daß er, falls sich Widerstand gegen leine Steuerpläne geltend machen sollten, zurücktreten iverde.

Briefblatt gelesen hatte, das so viel verriet, kannte ihr boshafter Argwohn gar keine Grenzen mehr, und sie verdoppelte ihre Wachsamkeit, um auch der Frau Bürger­meisterin recht bald wieder eine aufregende Nachricht bringen zu können.

Oft hatte sie in letzter Zeit vergeblich spioniert und gelauscht, aber nun gab es wieder etwas zu berichten, denn am Nachmittag desselben Tages machte sie noch eine neue, wichtige Beobachtung.

Frau Meier ging in ihr Zimmer mit der ausgespro­chenen Absicht, etwas ruhen zu wollen, verschloß es von innen und drehte den Schlüssel so herum, daß das Schlüsselloch dadurch verdeckt wurde. Indessen, diese Vor­sicht nützte nichts, denn Lene hatte eine Unebenheit in der Tür entdeckt und diese benutzt, um in Augenhöhe ein feines Loch zu bohren, das sie, damit es nicht zum Der- röter an ihr werde, immer sorgfältig mit dem Ende eines Streichholzes wieder verschloß. Wenn die Nachmittags­sonne hell ins Zimmer schien ober am Abend die Lampe brannte, konnte sie vom dunklen Korridor aus den ganzen Raum bequem übersehen, und daß Frau Meier ihr Her­annahen und Hinweggleiten gar nicht hörte, dafür sorg­ten die weichen Filzsohlen, die sie mit Vorliebe trug.

So stand sie denn auch heute auf ihrem Posten, ganz durchdrungen von d:m Gefühl, damit eine heilige Pflicht zu erfüllen, und ein paar Stunden später, nach dem Abendbrot, eilte sie zu ihrer Freundin und Gönnerin, um ihr in glühenden Farben die Vorgänge zu schildern, die sie mitangesehen hatte.

Mein Miete war aber gar nicht zu Hause, sondern bei "ihrer Schwester, Frau Recht-onwclt Groth, deren Tochter, Frau von Kudensee, erst mittags aus Kiel zu­rückgekehrt war und nach einem längeren Besuch bei den Geschwistern und Dettern ihres Mannes immer viel zu erzählen hatte.

Auch heute saßen die drei Damen im eifrigen Ge- sprach be.einanter, während Frauk:n die Kinder zu Bett brachte. Fiete Groth renommierte rote gewöhnlich mit der vornehmen Bekanntschaft, und Die schöne Ellen

Deutscher Reichstag.

Vertagung bis zum 25. Januar.

In der Sitzung am Mittwoch gab Piäsident £öbe eine Kundgebung des Salchurger Landta. es bekannt und protestierte gegen bie Bochumer Bluttat der Fran, zosen.

Debattelos wird dann ein von allen Parteien eing» brachten Gesetzentwurf in erster und zweiter Lesung an­genommen, der den Reichsarbeitsminister ermächtigt, die Ortslöhne und die durchschnittlichen Jahresarbeitsver- bier.fte der landwirtschaftlichen Arbeiter für Versiche­rungszwecke der Geldentwertung anzupassen. — Zur Be­ratung kommt dann der sozialdemokraiische Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses von 21 Mitgliedern, der zu prüfen hat, inwieweit Pro­duzenten, Groß- und Kleinhandel die Warenpreise unbegründet erhöht haben. Der Antrag wurde einstim­mig angenommen, nachdem u. a. Abg. Sarlhaus (Z.) sich dagegen gewandt hatte, daß die Frage der Nah- rungsmittefoerforgung der Bevölkerung zur Partei- frage gemacht werde. Die Ernährungsfrage werde am besten gelöst durch ein Zusammenwirken der großen Organisationen der Produzenten, Händler und Konsu­menten. Ganz ungerecht seien die Vorwürfe gegen die selbständigen Gewerbetreibenden. Ihr Einfluß auf die Preise sei sehr gering. Ohne den freien Handel sei aber eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung unmöglich.

Ein Jnitiativ-Anttag der bürgerlichen Parteien, der die Regierung ermächtigen will, diejenigen gesetzlichen Maßnahmen anzuordnen, die sich zur Abwendung der aus der wirtschaftlichen und sozialen Not für die Allgemeinheit drohenden Gefahren als notwendig" erweisen, kann nicht beraten werden, da das Haus be»1 fchlußunfähiq ist.

Der Präsident setzt die nächste Sitzung auf Donners­tag, den 25. Januar mit der Maßgabe fest, daß nötiaen- falls auch schon vorher das Plenum wieder ein'rorufen werden kann. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzmia steht der Reichsetat für 192 3.

Deutsches Reich.

* Berlin, 18. Januar. Zum Pressechef oer Neichsregiening ist jetzt endgültig der Ministerial­direktor Heilbronn ernannt wo,den, der bisher die Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes leitete und bereits vnier der Regierung Fehreubach-SimonS den gleichen Posten bekleidete.

fluslanö.

* Antifranzösische Demonstrationen in Moskau. In Moskau hab n 'Ilrbebetben1 onfttationen zugunsten des Zusammenschlusses aller Parteien gegen Frank- reich ftaitgefunden.

* Die türkischen Sln'prüchi auf Cypern. In Angora iu eine n ohamedanistte Aborviiiing aus Cypern eingetroffen, um die Rückkehr der Insel zur Türkei zu bedangen. Die Abordnung beabsichtigt, sich spüier nach Lausanne zu begeben.

Aus der Zerttrrrmspartei.

. Var Zentrum zur tage. Die Landes- und Pro- binzlalvoksitzenden der Organisationen der ZentcumS- paiter sanden sich am Mittwoch tm Fr ttionszimmer des Zentrums tm Reichst« e gemeinsam nut der Neichstagsfraktion zur Besprechung org an tja to­risch er und politischer «ngelegenheiten zusammen. ES kam zu einer ernsten Aussprache über Die politische Lage, die sich naturgemäß zunächst aus öie Lage tm Kampfgebiet im Westen bezog? *

wirtschaftliche Uampsbewegungen.

. = Metallardeittrstrelk im hallener Bezirk Aus Salle wird gemeldet: Die Uravnimmunz in den v.-rschiedenen Werken der Metallindustrie er,«ab mit großer Mehrheit den Beschluß, in den Streik zu treten Dieser begann am M-ttwoch m Halle, Eilenbur.i, Merseburg, Weißenfels und in den umliegenden Be-' ztrkcn.

peinliche Lage versetzt worden sei, die Werbung eine, Ehrenmannes zurückzuweisen.

„Na, mein Seern," sagte die Bürgermeisterin, „das laß man gut fein, ich weiß Bescheid. Entweder er hatte feinen Schilling oder die ganze Sache beruht auf Ein­bildung und Erfindung."

Ellen sah sehr beleidigt aus. „Es ist wohl am besten, ich schweige, Tante Miete," meinte sie spitz. „Du be- zweiflest ja doch jedes Wort, was ich sage."

„Tue ich auch," war die Antwort, „ich habe allen Grund dazu. — Andern kannst du allerlei vorschnaken, mir gegenüber ist das verlorene Liebesmüh. Ich laß mir nichts weismachen. — Du lieber Himmel, was hast' du schon alles van Kiel erzählt. Don dem großen Ver­mögen und dem eleganten Haushalt deiner Verwandten, der zahlreichen Dienerschaft und dem vornehmen Um­gangskreis. Auch daß sie dich immer mit Einladungen bestürmen und dich gar nicht wieder w-glasien wollen, wenn du einmal da bist. In Wahrheit leben sie alle ziemlich zurückgezogen in soliden, aber bescheidenen Ver­hältnissen, wissen ganz genau, daß sie dir nichts sind, als ein Mittel zum Zweck, und können dir nicht einmal ein eigenes Zimmer anbieten. Bei den einen schläfst du auf dem Sofa im Eßzimmer, bei den andern teilst du mit den Kindern das Schlafgemach, und wie mit den Verwandten, jo ist es mit den Freiern. In Siel laufen ja viele junge Herren umher, und einer hübschen Per­son, wie dir, die sich keine Mühe verdrießen läßt, fehlt es nie an Verehrern und Bewunderern, aber das hei­raten steht auf einem anderen Blatt. Da sagen sich die eleganten Kavaliere: „Pah! Zwei Kinder und fein Vermögen", und bedanken sich bestens für die Partie. Wenn du einen zweiten Gatten juchst, und ich weih, tu willst gern einen haben, mußt du dich in anderen Kreisen umsehen, mein Ellen. Wie ist denn die Sache mit dem reichen Lederhändler, den ihr in Italien getrof­fen habt. Hat er noch etwas von. sich hören lassen?"

„Ja, er schrieb neulich, er wolle eine Gffchästsreife nach dem Norden machen und dabei hier mit oorkom» men."

göo’ Dann kann ich nur raten: halte ihn fest" <Fortjetzung folgte —'