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FuldaerZeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.

49. Zahrg.

Sonnte ö, 17. Dezember 1922

läßt aus fiw

dem

j

1

Sie sollen ihn nicht haben Den freien deutschen Rhein. Ob sie wie gier'ge Raben Sich heißer danach schrei»!

Wn wiederholen: Der wäre ein Verräter, der auch mir mit einem ©Konten einen Anschluß an einen feindlichen Nachbar wünschte.

Der katholische Bockst«! führt im eigenen Land seit dem Nevolutionstage einen harten Kampf für seine Ideale, für seine religiöse Vebrnsmögilichkeit. Sc

Der Dollar

ist am Samstag vormutag an der Börse auf 6000 herinieraeganaen.

(Siehe auch „Letzte Nachrichten".)

PltmsWitW sm meriwW M

Abrüstung und endgültige Festsetzung der Reparationsschuld unerläßlich Bemühungen amerikanischer Bankiers.

Deutscher Reichstag.

Zwangsa« eihegejetz und ErnLhrungslage.

Der Reichstag erledigte am Freitag zunächst kleine Anfragen. Das Haus nahm daraufhin die Novelle zum besetz über die Gesellschaften mit beschränkter Haftung und der Konkursorünung in allen drei Lesungen an chenso den Gesetzentwurf über die Genoss.-nscha ten zur »odenverbesserung. Die Novelle zum Kraftfahrzeug, »efetz wurde in erster und zweiter Lesung angenommen. Der Gesetzentwurf über Erstattung der Rechtsanwalt». Gebühren im Armenrecht wurde in allen drei Lesungen Angenommen. Das Gesetz über die Beschästzgung Schwer- 'Kriegsbeschädigter kam in zweiter und dritter Beratung Aur Annahme.

des Rhsrniandes HM machte!

Doch nicht allem das religiöse Loben des Rhomlwn- des allem wäre durch cme Abschnürung von Deutschland in Gefahr. Auch das übrige katholische Deutschland würde in Mitteiden- schofl gezogen. Es ist nun einmal so, daß die meisten Organisationen des ösfentlichm katholischen Lebens und auf christlicher Grundmge im Rheinland ihren Sitz ha- bin. Köln: die Zentrale d:s Gejellenvartentes, des Priestervereins Pax, des katholfchen Akadomäkerver- bandes, D ü s s e l d o r s: Sitz der Schulorganisalion, der Jünglmg-zentrale, Bonn: dos Boriomäusoereins, M.-Gladbach: des Bo.ksVereins, der Arbeüerorga- niisationen. Außerdem haben die christlichen Gswerk- schasten chre Hauptstärkc im Westen, besonders im Rheinland. Auch unsere christlichen Bauernvereine finden nichts Gleichartiges im Weston, an das sie sich mffchließen könnten. Nun denke man sich den Schnitt, der all diese Organisationen treffen würde mrt einer Abschnürung vom Mutt-erlande. Das wäre für viele

bitter dieser Kamps auch ist, immerhin ist er aussichts­reich, während ein Kamps gegen weis äse Kirchons e md- lichveü Tod und Moder bedeuten würde.

Deshalb stecht der rheinische Klerus geschlossen aus Standpunkt:

iyerantroonlttt tüt Öen tecautoneüen Teil: Dr. 3- Kramer. - für die Anzeigen: I. Par zeI l«r-Futda. n Rotationsdruck n. Lertao der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda, ^ern,mecker Nr. 9 Post'ckeck-KoMo 4051 Frankiurt a. M.

man; zuerst Zuckerbrot, dann die Perlsche. Äi-an w«v mich, wie schwere Sorge gerade in den katholisch ge- sin.nen Kreisen jener Gebiete eingekehrt ist. Als ob der Kulturkampfsgeist und der französische Zrntralis- mus vor den Toren irgend eines Territoriums, auch

G gen das Urteil im harden-prozeß, 2ie soztaldemokrailiche Reichs agsfiohton macht das Urteil im Ha'den-Prozeß z m Gegenstand einer Jntei pelialivn, in der gefragt rotrö: Ww be- ürietlt öte Regierung die innen« und außenpolitische Wirkung des Urteils, und welche Maßnahmen ge­denkt sie zur Wiederherstellung der Rechts- ficherhert in Deutschland gegenüber orga» visierten Mördern zu ergreifen.

Das ,B. T.' hört, es sei damit zu rechnen, daß gegen das Urteil im Harden Prozeß Revisron ein­gelegt wird.

ÜUS -em besetzten Gebiet.

— Deulsche Lufls hissahrl Im besetzten Gebiet. In Beant­wortung einer Anfrage im engl. Unterhause erklärte der L u f t s ch i f f a h r t s m i n i st e r, daß die englischen Fluazeuge bas Recht haben, das besetzte deutsche Gebiet zu überfliegen, daß dieses Recht aber vom 1. Januar 1923 ab auch den gleichen Flugzeugtypen Deutschlands erlaubt sei und daß sie dort auch Landungen vvrnchmen dürfen. Die englische Regierung habe sich deshalb mit den anderen Verbündeten ins Benehmen gesetzt, um ihre Interessen in dieser Frage sicherzustellen.

Kurland.

* Der Präsident der Schweiz. Die otTeinigte Dun desversmnmlung bestätigte die gegenramrtigen Mitglie- der und wählte zum Bundespräsident für 1921 Wmdesrat Scheurer. ,

* Die syndikalistische Bewegung in Spanien.

Barcelona wurde wieder ein syndikalistisches Attentat ousgeführt. Eine Person wurde getötet, wäh. rend zwei Peifonen verwundet wurden. . .

* Die Sage im fernen Osten. Nach einer Mittslunq der japanischen Botschaft mußte die auf den 10. Dezbr., anHesetzte Zurückziehung der japanischen Truppen aus. Ch ua nach dem im Schanin n g abkommen übergebenen Pachtgebiet von Kiaut'schon aus Wunsch der chine-. stschen Regierung um einige Tage verschoben werten,, da aus der Gegend von Tsmgiau PtÄduirgen über- Unruhen und besonders Bande nausstände einigelaufen sind. Die chinesische Regierung hat nunmehr mit Ern- Verständnis des diplomat.fchDN Korps in Peking neuer« d'mgs an Japan die Bitte gerichtet, Waffen für Polizei zwecke in Tsingtau zur Verfügung zu stellen. Dieser Bitte wird Japan gern entsprechen. Spätestens bis zum 20. Dezember werden die japam. scheu Truppen zurückgenommen werden.

ment, Kalk, Ziegel,

nahmen gemäß den Beschließungen des Wohnungsaus­schusses zu beeinflussen, um deren. Verbilligung baldigst herbeizuführen."

Der Abgeordnete Bahr (Demokrat) brachte hierzu folgenden Zusatzantrag ein, der für die Be­wirtschaftung des Bauholzes eine Richtlinie geben soll und hie ebenfalls im Reichstage vorgslegt wird:

Drutsches Keich.

* Berlin, 14. Dez. Der .Preuß'fche Staaisan- zei^er' ve.öfsenliicht eine Bermgung, wonach zur Räumung beschlagnahmter Wohnungen und .sonstiger beschlamahmker Räume, sowie zur Durchführung des Zwanosm etvenrogS erforder­lichenfalls unmiitelbaier polizeilicher Zwang angewendet werden kann.

* Gegen den Ausverkauf Deutschlands, f m Reichstag ist von der deut chnationalen Fraktion < Antrag eingebt ad)t worden, der die Regierung er­sucht, schleunigst einen Ge etzentwurf vorzulegen, wonach vom 1. Januar 1923 ab der An­kauf von Edelmetallen und Juwelen, loroie von Altmetallen verboten wird und Zu­widerhandlungen mit empfindlichen Freiheitsstrafen und hohen G?!db chen zu obnden sind.

* Bayern und der Schuh der Republik. Bei der ersten Derhandiung, die in Bayern auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten betreffend den Schutz der Republik stattsand, wurde vom Schwurgericht in München der oeranwortliche Schriftleiter des „Miesbacher Anzeigers" von der Anklage, durch einen Artikel und ein Ge­dicht die Reichsfarben beschimpft zu haben, auf Grund des Spruche« der Gelchworenen f r e i ge­sprochen.

rchemlMdfraße und Uathsliksn.

Aus den Reihen des katholischen Klerus im Rhein- land-e wird der „K. B." geschrieben:

Es ist herzerquickend zu iefen und zu Horen, wie Rheinlands Söhne unld Töchter, ob sie nun im be­setzten oder unbesetzten Gebiete wohnen, wie ein Mann sich aufichNM gegen die angedrohte BecceWa.tiM.ig, die in Paris dem linken Rhernufer zugedacht ist. Politi­sche Parteien, Änteressengi uppen aller Art, Frauen- verbärÄe usw. haben klar und deutlich ausgesprochen, daß nie und nimmer urdeutsches Land welsches, Joch tragen darf. Bisher hat der rheinische Klerus in der OefisnülWeit noch nicht Stellung genommen zu ter uns alte tief bewegenden Frage. Aber man schließe aus dem Schweigen nicht auf Zustimmung zu den französischen Plänen. Denn allgemein ist bei jebcm, der den geistlichen Rock trägt, die Sorge um die rheim- sche Kirche. Wenn wir zu lchterem ein Wort sagen, ziehe man nicht den Schluß, als ob es uns nur um die katholische Sache zu tun wäre. Auch um die rem deutsche Sache ist es uns bitter ernst, denn mit

Sache körnst, ist mit einem Wick auf die französische Kirche schnell gesagt. Die entvölkerten Gotterhimfer, der ost vom Spinngewebe umraulte B.ichlst^hl, die mit seltenen Gästen 'besetzte Kommunionbank so vieler Kirchen Frankreichs sprechen eine beredte Sprache. Sie erzählen von erfolgreichen Kämpfen freimaurerischer Kräfte, sie sprechen von den kirchenseindlichen Erlassen zur Trennung ran Kirche und Staat, die sich dabei noch so gestaltete, daß man rechtmäßiges Besitztum der Kirche nahm und sie verarmen ließ. Dom Schicksal der Kirche folgte die Schule. Kein Kr.uzifix, kein Ge­bet, kein vÄMvsc-s Won: dafür Haß gegen alles, was nach Katholizismus schmeckt.

Und im öffentlichen Leben? Rechtlos bedsutungs- los als Feindin arges ch.n, höchstens als Mittel zum Zweck in der Politik, vor allem in der Orientpaht® gebraucht, führt die Kirche ein Leben ter Verküm­merung.

Doch weshalb noch Hinweisen auf die Schäden der Kirche, wo wir als Nachbarn zur Gs.iüge wissen, wie es damit aussieht! Wie könnte auch Leben fein, wo ter atheistische Suocco in dieser Heftigkest nun schon mehr denn 30 Jahre weht? Ta ,oll s.ch einem das Herz nicht zusa.nmeÄrampfon tret dem Gedanken, daß das blühende kirch«he Leben des Rheintaubes einem gt'eichon Schicksal au eg.se tz! sein sollte? Verräter wür­den wir den nennen, ter auch nur mit einen Godan-

„Jrn Interesse einer einigermaßen ausreichenden Wir­kung hält der Reichstag für geboten, daß ein fester Hvlz- preis, etn>a das Hundertfache des Friedenspreises für 5 o. H. des Holzeinschlags zu Grunde gelegt werde, zu- mal die Anfuhr und Ausarbeitung des Holzes eine weitere Steigerung des Bauholzpreises nach sich zieht, die das Dreihundertfache des Friedenspreises wahrscheinlich über­steigen wird."

Die dringlichste Aufgabe auf dem Gebiete des Wohnungsbaus ist zweifellos die Fertigstellung der im Jahre 1922 begonnenen, durch den Mangel an Mittel zum Stillstand gekommenen gemeinnützigen Wohnungsbauten. Die Reichsregierung hat, einer Anregung des 13. Ausschusses des Reichstages fol­gend, im September d. I. den Ländern 3 Milliar- ten Mark ?.u diesem Zwecke vorschußweise zur Ver­fügung gestellt, und diesem Betrage eine zweite Rate von 5 Milliarden Mark folgen lassen, als sich die Unzulänglichkeit des ersten Vorschusses heraus- stellte. Inzwischen hat sich die Verteuerung des Bauens so gewaltig gesteigert, daß auch d'e zweite Rate bei weitem ntefjt ausreicht, um die Bauten zu vollenden. Die Städten und Gemeinden rufen ringend nach weiterer Hilfe des Reiches und ter Länder, die natürlich nur in Form von Vorschüssen auf die erhöhte Wohnungsbauabgabe gewährt wer­den kann. Infolgedessen beschloß der 13. Ausschuß auf Antrag des Abgeordneten Esser (Ztr.), dem Reichstag so'gende zweite Entschließung vorzulegen:

„Der Reichstag wolle beschließen: die Reichsreme- rung zu ersuchen, im weiteren Verfolg der Anregung des Unterausschusses des 13. Ausschusses des Reichstages vom September 1922 die zur Fertigstellung der bis dahin begonnenen gemeinnützigen Wohnungsbauten noch er­forderlichen Mittel schleunigst den Ländern vorschußweise zur Verfügung zu stellen."

Die beiden Entschließumgen werden jedenfalls noch in der letzten Sitzung des Reichstages vor den Ferien mit großer Mehrheit angenommen werden. Hoffentlich gibt die Reichsregierung den darin aus­gesprochenen Anregungen baldigst Folge, damit die nächsten Vorbedingungen für die Wetterführung unseres gemeinnützigen Wohnungsbaus erfüllt werden.

Bezugspreis: MonotU» 200 Mk. tfulteugeDugt epra.

- Abgeholt in der Gefchästsstklle 200 AU.

Anzeigen: Kleinzeile nachCownei 18 IRL; ausro. 25 lut.

»f i onte ? f i' f (Tert breite'' nach Colone maß 75 • art.

ken für las Rza.rn.aud die H.rrschcht reugio.isto|er Nachbarn wünschte. Auch ein Hu.weis auf das Elsaß und dos ©-argebtet, wo mm kachetifche Beamte hin- schickte und die Rechte ter Kirche und Schure b.stehen läßt aus kluger Politik, versaugen nicht. Das kennt man; zuerst Zuckerbrot, daun die Peitsche. Man weiß

Amerika wird fitzt in bisher unWwohnter Weise in den Vordergrund ter Reparationstebatte ge­zogen. Nachdem mit tem Abbruch ter Londoner Kon­ferenz die europäischen Staatswäimer am Ende ihres Lateins angdangt zu sein scheinen, richten sich die Blicke hoffnungsvoll nach Amerika. Reuter me’tet aus Washington: Infolge ter Erklärungen Sonar Laws -m Unterlaufe ist m amerckanischm Regieru'sgs- frctten von neuem die Frage einer inter- nationalen Anleihe an Deutschland besprochen Porten. Einige Regierungsmitglieter waren der An- icht, daß eine derartige Anleihe Deutschland aus ter jogenwärtigien Krise retten könne. Es wird gemetdch pch IVi Milliarten Dollar als notwendig für diesen LchriÄ bezeichnet wirrten. Es w.rde aber klar aus» fidrucki, daß die Rogiermrg nicht an ter Fi.nMrzreru.-g {reifer Anleche teilnehmen könne, obgleich einige Per- önlichkssten erklärten, daß ter Gedanke gesund sei.

Router meldet aus Newyork: Es wird angenom- nen, daß ter Botschafter Harvey mit tem Präsidenten harding besonders über die Fragen beraten werte, die mit den Beziehungen ter Vereinigten Staaten zu Groß- iritarmien und Europa in Zusammenhang st.hm. Dor- «r-fichtli'ch kchrt Harvey Anfang Januar nach Europa -rnick. Falls die Washingtoner Regierung in ter Frerwärtigen Lage irgend etwas in ter Art eines uswsgs aus den Rep ar at io n ssch wie- ügfetten entdecken wurde, werte Hervey wahr- icheir.lich angewiesen, die europäischen Auffasiu.-gen zu sondieren, bevor irgend ein formeller Vorschlag erfoigt.

Während diese Steuerungen eine Hilfsaktion noch in weiter Ferne erscheinen lassen, liegen aber neuerdings Meldungen mit faßbarem Inhalt vor. Ein Privattelegramm meldet:

wtb Paris, 16. Dez. (Tel.) Eine Havasmeldnng «us Rewyork besagt: Ein Sonderberichkerstailer in Washington, dessen Meldungen im allgemeinen auf ßulen Quellen beruhen, kündig! an, daß die Ver­einigten Staaten

die interalliierten Schulden für eine gewisie Zeit, vielleicht auch vollkommen Annullieren wollen. Die Entscheidung werde lon den Anstrengungen abhängen, die der Schuldner macht, um seine Verpflichtungen los zu werden. Diese Annullierung verstehe sich nur unter der Be­dingung, daß die Alliierten sich über den

Betrag der deutschen Reparationszahlungen einigten. Der amerikanische Sachverständige sei der Ansicht, daß dieser Betrag

12 Milliarden Dollar

fein müßte, in jährlichen Zahlungen von 500 Mil­lionen Goldmark. Eine andere Bedingung sei die

Herabsetzung der europäischen Heere.

Erst dann würden die amerikanischen Bankiers ich an einer internationalen Anleihe beteiligen, die veutschland gestatten werde, seine Finanzen zu stabilisieren.

Das amerikanische Uabinttt nimmt zur Reparationsfrage Stellung,

wtb Paris, 16. Dez. (Tel.) Hivas be lchlet tus Washington über eine Unterredung des )eulschen Bolschaslers Wiedeseld im Staatsdepartement. Dieser habe die wirischafilicheu md industriellen

Schwierigkeiten Deutschlands luseinandergrsetzt und aus die Gefahr hir,gewiesen, die sie nächste Zukunft bringe. Nach einer weiteren Met- jung hat das amerikanische Äabinett unter dem Vor­th von Harding sich mit dec Repara.ionsstage beschäftigt jmd man sagte, es sei von mfernationaier, Deutsch- «nd zu gewayrendeu Anleihe gesprochen worden. Doch yifa? her

Anleiheentwurs loch keine konkrete Zorm angenommen. Meh- irre D.Stier behaupten, auch Morgan und hugyes frätten am Mittwoch von der Möglichkeit einer intet-' salionateu Anleihe von einer Milliarte Dollar ge- '-rochen. Die Voraussetzung sei, daß

Z r a n k r e i ch

?ch zu einer Regelung der Reparationsstage verstehe.

Wenn alle diese Nachrichten die amerikanische H ije euch noch ton zahl reichen „Wenn" und „Aber" ab- -ängig machen, so vertiert doch die Persönlichkeit Pcn.ncares und chre Anschläge gegen Deustchtand v.et ran ihrem Gewicht in dem Augenblick, in dem Amer.ka em fernen Horizont aufteuchet. Es Jt b.achtenswert, 'aß die franzostfche Kammer ohne viel Lärm ihre Be- jatungen über die Außenpolitik beendet hat. Vorher 'M sie Poincare, ter jetzt jchwiengen Verhandlungen «gerutrergestellt ist, noch mit 512 gegen 7ö Sti.Timen ms Vertrauen ausgesprochen.

a) auf die Länder und Gemeinten einzuwirken, den gemeinnützigen Wohnungsbau durch verbilligte Bereitstel­lung von Bauholz aus staatlichen, kommunalen und pri­vaten Waldungen zu fördern:

b) die Preisfestsetzung für die übrigen Baustoffe (Ze­ment, Kalk, Ziegel, Glas usw.) durch zweckmäßige Maß-

Dann folgte der 7. Nachtragsetat des Auswärtigen Amtes, der Haushalt für die Ausführung des Friedens­oertrages und der Haushalt des Reichstages, die sämt­lich ebenfalls angenommen wurden.

Eine längere Debatte entspann sich dann bei der Beratung der Novelle zum Zwangsanleih e g e s etz. Darin wird die Begrenzung der Anleihe auf 70 Milliar­den gestrichen und die Freigrenzen werden verdoppelt, also die erste Freigrenze von 100 000 Mark auf 200 000 Mark erhöht. Der Entwurf wurde schließlich in der Ausschußsassung angenommen.

Bei der Beratung des. Haushalts des Ernährungs­ministers nahm dieser Veranlassung, bemerkenswerte Ausführungen zur Ernährungslage zu machen, die in eine ernste Mahnung an die Landwirt­schaft ausklangen. Er sagte:

Der Ernst der Lage ist viel zu groß, als daß die Regierung den hier angeschnittenen Fragen mit Gleichmut gegenüberstehen könne. Nur bei Anspan­nung aller Kräfte können wir mit der Ernährung über den Winter Hinwegkommen. Die Milchoersorgung der Städte löst schwere Bedenken aus. Das gilt auch für die Preise. Eine Konferenz der Ernährungsminister wird sich demnächst mit diesem Problem beschäftigen. In Der Brotoersorgung wollen wir das Umlagegefetz durchführen, aber auch für das dritte Sechstel einen Preis festsetzen, der der Geldentwertung ^Rechnung trägt und die landwirtschaftliche Produktionssteigerung ermöglicht. Das wird zu einer erheblichen Brotpreis- steigerung führen. (Hört, hört!). Diefe wird von der Bevölkerung nur getragen werden können, wenn durch soziale Maßnahmen die wirtschaftliche Lei­stungsfähigkeit gesteigert wird. Wir wissen noch nicht, ob die Landwirtschaft mit dem neuen Preise zu­frieden sein wird, richten aber die dringende Mahnung an die Landwirte, sich als Angehörige einer Lebensge­meinschaft mit der städtischen Bevölkerung zu suhlen, Die auf sie angewiesen ist. (Beifall.)

Der Etat des Ernährungsministerimns wird ange­nommen, ebenso einige Entsllstießungen, welche Erleichte­rungen im landwirtichaftlichen Kreditwesen und in der Lieferung von Düngemitteln verlangen. Nach Annahme des Etatgesetzes in zweiter Lesung vertagt das Haus die dritte Lesung auf Samstag.

Sleae teüflfit RemiitimWrMU.

Staat tsekretär Bergmann erstattete in einer Chcfbisprechung Bericht über seine Londoner VerfMiü- lunger. Rach ten MÄtrluizgen Bergmanns soll die durch tee teu schm Vorschläge auf ter Londoner Kon­ferenz geschissene Lag: nicht ganz so ungünstig srm, wie man anfangs angenommen hat. Das Ka­binett wird sich am Samstag ab:rmals in einer Sitzung mit tem Reparasionsproblem beschäftigen. Das „B. T." hält es für ziemlich sicher, daß d.e Roichsrogierung zu tem von ihr rorgdegten Plan noch

Ergänzungsvorschläge machen werte. Zu diesem Zweck werte sie mit Ver­tretern ter Finanzwelt trnü der J idustvie Rüllsp.ache nehmen. Jnsbesond're habe die Rsichsregierung de- tarnte Großindustrielle aus dem Rhein lande nach Berlin geboten.

Eine sogialtemolratifche Korrespontenz will wissen, daß bei der Reichsreg erung die Absicht test .he, auch einen Plan über eine

endgültige Lösung der Reporationsfroge vorzuberoiten. Vor allem scheine man tefhxbt zu sein, Garantien anzubeeten. D.e Ga- rantiefrage soll ter Korrsjponüsnz z.ifo^e in Anwesen- hÄt d» ReichufinLisministers Hermes und des Staatssekretärs Bergmann mit maßgebenden dALfchen Bankiers besprochen werten. Den Vorsttzerben ter ReichstagifreÄionen sei ein Frageteg.n zugegangen, der sich in ter Hrupi.ache mit ter Ga.an-iefrase te- schäst gt.

Mehrere Blätter melden, daß ter Reichskanzler im Laufe des Samstages die Führer ter politischen Parteien zu einer Aussprache über das Rsp.rrat.ons- problem und die allgememe politische Lage empfangen wende.

i Zur Wohnungsfrage.

Dem Reichstage wird nach der Weihnachtspause ter Entwurf einer zweiten Abänderung des Gesetzes über die Erhebung einer Abgabe Mr Förderung des Wohnungsbaues vorgelegt werten, der eine tedeuteute Erhöhung ter Abgabe fordert. Bekanntlich haben sich die Grundlagen ter Erstellung neuer Wohnungen im Laufe dieses Jahres geradezu katastrophal verschoben, sodaß eine vollständige Stillegung des Wohnungsbaues befürchet werden mußte. Jnstefonidere fällt die un­geheure Preissieisevung bei dm Baustoffen, drs vielfach einen wucherischen Charakter angenommen hat, schwer ins Gewicht.

Der 13. Ausschuß des Reichstages hat sich wäh­rend der SonnnerpM'ie nachdrüMchst mit der Prü­fung dieser Fragen befaßt und ir.Ä ter Aufft>M.ung eines Woh.nrngsbauprogramms für 1923 eine Reihe von Vorschlägen zur Verbilligung des Bau­ens hsvausgebvMht, die in, mehrmaligen Verhand­lungen mit ten beteiligten Reichs-Ministerien eingehend treraten wurden. Die Stellungnahme ter Regisrungs- vsrtreter zu ten Forderungen des 13. Ausschußes formte dessen Mehrheit keineswegs befrietegen. Der Ausschuß sicht auf tem Standpunkt, daß, wenn tem Volle zur Fö-d.rung tC5 Wohnungsbaues neue, schwere Lasten auf dem Wege ter Baualmäbe anferlegt wer­den sollen, die wirtschaflUche Verwendung ter auf­gebrachten Mistet gewährleistet werten müsse, und dazu seien Maßnahmen zur Verbilligung der Bauaus- führmrg und ter Baustoffe unerläßlich Um nach dieser Rich-du.eg einen Druck auf die betreffenden Re- gieru.PSstellen aarzuüben, beschloß der 13. Ausschuß, i dem Plenum tes Reichstages folgende, von dem Abg. ! E f s e r mit Unterstützung tes Zentrums und der De- ; mteraten eingebrachte Entschließung zur Beschluß- ! fassung vorzulegen:

„Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen: