M 284«
Sonntag, 10. Dezember 1922.
Auldaer Eieilun»
Druck der Fuldaer NekiendrAckeret in s^ulda
Roman »on Clark Russell.
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44:
In reicht.
stimmungrn in Einklang gebracht werden. Der Ent- wuvf will u. a. das Erforderliche der Zustimmung der Hmlpkfürforgestellen zu einer Äürdrgung gegenüber einem Schwerbeschädigten als dauenÄe Bestimmung in das Gesetz wrfnchmen. Die dem Arbeitgeber obliogvnde Verpflichtung zur Beschäftigung Schwerbeschädugter wird im Gesetze klar Umrissen. Ganz neu sind Bestimmungen über Behandlung der Schwerbeschädigten bei Streiks und Aussperrungen. Der Aidsrtgsber wird grundsätzlich verpflichtet, die an Slrsiks und Absperrungen beteiligten Schwerbeschädigten wieder oinzustellen, sM aber berechtigt sein, beim Dorliegen wichtiger Gründe, worüber auf Antrag das Arbeitsgericht zu entscheiden hat, die Msdereinstellung abzulehnen. Auf weitere Emzelhoiten der AenderungsnovelKe einzugehen würde zu weit sichren.
2n der Reichstagssitzung vom 6. Dezember begründete der Rcichsarbeitsmimster Dr. Brauns mit längeren Ausführungen den Gesetzentwurf. Er erklärt, daß sich das Gesetz im allgemeinen bewährt habe und deshalb feine Gmüdlagen auch in der Novelle zum Versorgungsgesetz, weiches sich mit den Der- sorgungsämtrrn befaßt, vorau-sichtlich noch im Laufe des Monats Dezember dem Reichstag zugehen werde. Rach kurzer Debatte wurde die Novelle dem S o z i a l p o l i. tischen Ausschuß überwiesen.
ganz kurzer Zeu hatten wir den Albatros er« Vl°nd, der Bootsmann und ich gingen an Bord, wahrend wir die Mannschaft im Doot zurückließen, um Aett zu sparen. Kapitän Kliffe erwartete uns mit Un« »ebuld.
MMigW SAll-MBMIUkl.
Dem Reichstag liegt zurzeit ein Gesetzentwurf vor, gar Aenüerung des G.fetzes über die Beschäftigung ßchwerkriogsb^chädigter.
Als erstes von den am Weltkrieg beteiligten Ländern har Deutschland den Opfern des Krieges durch gesetzliche Maßnahmen ein bevorzugtes Recht auf Arbeit geschaffen. Der Gedanke wurde durch das Gesetz über die Beschäftigung Schwerk.«gsd.fchä- trigter com 6. April 1920 verwirklicht, das an die Stelle einer bereits am 9. Januar 1919 erlassenen, durch zahlreiche Nachtragsbestimmunyen ergänzten De- mobchmachungsocrordnung trat. Der Schutz des Ge- tetzes erstreckt sich aus die Schwerbuschäoigten, die eine Statie von 50 oder mehr Prozent der Volcrente beziehen, sowie auf Unfullbeschädigte, bä denen bet gleichen Voraussetzungen vorliegen. Anderen Schwer- emverbsbeschrancten können unter bestimmten Voraus- Setzungen gewisse Vergünstigungen des Gesetzes zuer- kamu "werden.
Die tzß 4 und 3 des Gesetzes in Verbindung mit den Vero«onungen des Rächsaroätsminilsters oo.n 21. April 1920 und 21. 3uli 1921 verpflichten dieöfsent- lichen und privaten Arbeitgeber, rund 2 Proz. ihrer Arbeitsplätze mit solchen SuMerbeschädigten zu besetzen. Diese Bestimmungen haben bä ihrem 6r= laße lebhafte Besorgnisse hervorgerusen. Während die Arbeitgeber erhärten, die deutsche Wirtschaft werde äne so starke Belastung mit unproduktiven Kräften nicht ertragen können, erschien den Kriegsbeschädigten der Hunder.satz von 2 im Verhältnis zu der großen Zahl ter damals noch nicht unterzedrachten Schwetb.schä- bigtcn viel zu gering. Das Ergebnis einer mehr als zweijährigen Praxis in Handhabung des Gesetzes, so heißt es in der vorliegenden Novelle, hat jedoch bewiesen, daß der eingeschtagene Weg im allgemeinen der richtige war, wenn auch nicht übersehen werden kann, dag sich in diesem Zeuraum die allgemeinen Be- schäftigutlAwerhÄtmsse günstig entwickelt haben und daher die Durchführung des Gesetzes mit den Schwie- tiigteiien, die m Zeilen einer wirtschaftlichen Krisis ran» treten, nicht zu kämpfen hatte.
Da das Gesetz aus dem Grundsatz der Freiwillig-- keil der Einstellung beruht, und nur bä Böswilligkell eine Zuweisung von Schwerbeschädigten gegen den Willen des Arbeitgebers vorgesehen ist, haben die Arbeitgeber vielfach selbst die ihnen für ihren Betrieb geeignet^ erscheinenden Schwerbeschädigten aussuchen können. Sie sind hierbei durch dieHauptfürsorge- pelle Deutschlands unterstützt worden, die mit Hilf« einer sich allmählich entwickelnden Berufsberatung und auf Grund einer immer umfassenderen Kenntnis der einzelnen Betriebsarten den Schwerbeschädigten die bestmöglichste Ausnützung der ihnen vcrb.iebenen Fähigkeiten zu sichern suchten. So sind die Schtoer- beschädigten zumeist aus Arbätshlätzt gestellt worden, die sie trotz ihres Zustandes auszufüllen in der Lage waren. Der überwiegende Teil von ihnen bezieht die vollen Tariflöhne der gesunden Arbeiter. Von den in Deutschland insgesamt etwa vorhandenen 250 000 SchtvsrkäegLbtschädigten und 100 000 Schwer-Unfall- beschädigten sind gegenwärtig nur noch etwa 17 000 tnrper Arbeit, und es ist mit Sicherheit anzunehmen, baß die Halste von dieser Zahl wegen der Schwere ihrer Beschädigung zu dauernder Arbeit nicht mehr imstande finb. Den 9000 Schwerbeschädigten, für die hiernach noch Arbeitsvermittlung erforderlich ist, stehen mindestens 22 000 offene, HE schon fest- gestellte Stellen gegenüber, die von Arbeitgebern auf Grund der Vorschriften des Gesetzes mit Schwer- bsschädigten besetzt werden müssen. Daß sich hier ein Ausgleich noch nicht hat schaffen lassen, liegt Haupt- fächäch an der Wohnungsnot, die es insbesondere auf bem &inöe und in stark industriellen Gegenden oft unmöglich macht, die für die Schwerbeschädigten Ar- bertsmöglichkeiten auszunutzen.
Trotz dieses Ergebnisses hat nun das Schwer- beschädigtengesetz doch die Noiwendigkeit einer A«n- derung gezeitigt, roobä allerdings nichts an dem grundlegenden Gedanken des Gesetzes geändert werden soll. Die Einbringung der Aenb^ungLnovolle ist zu- nächst dadurch oerantaßl worden, daß die gegenwärtig I geltenden Kündigungsbeschränkungen für Schwerbe. schädigte, die am 31. Dezember 1922 anblausen, nun- mchr endgültig geregelt werden follen. Dir Derab- schcedung des Gesetzes bedarf aus diesem Grunde der Beschleunigung. Meichzeitig sollen praktische Ersah, runxen, die bei der Hc°ndhabmrg des Gesetzes gemacht I worden sind, für die Gesetzgebung verwertet, einzrine I beräts ton Gesetze selbst erhaltenen Gedanken weiter- I Scblldet, und die Vorschriften des Gesetzes mit dm seit seinem Erlaß ergangenen neuen arbeitsrechtlichsn Bo- I
Vie völkische Durchdringung
-er -eutschnationalen Volkspartei.
Wie stark m der deutschnationalen Dolkspartei das deutschvölkische Eleirenr vertreten ist, geht aus folgender Mitteilung hervor, welche die deutschvölkische „Deutsche Zeitung" am Donnerstag veröffentlichte:
„Der Vertretertag der Deutschnationalm Dolkspartei, der, wie gemeldet, am 4. Dezember in Berlin ftattfanb, vollzog satzungsgemäß die Neuwahl des Parteivorstandes. Don bekannten Vertretern des völkischen Gedankens wurden wiedergewähll die Herren Ab- geordneter ©raef-Thüringen, Abg. Bazill, Werner- Gießen, Abg. Laverenz und Thomas-Stettin. Unter den neugewählten Vorstandsmitgliedern feien die Herren Oberstleutnant v. Feldmann-Erfurt und Professor von Freytagh-Loringhoven genannt. Auch die neugewähtte Freifrau von Rechenberg darf zu den Anhängern der völkischen Bewegung gezählt werden. Ferner wurde auf dieser Tagung über die Gründung des völkischen Ausschusses verhandelt. Die notwendigen Vorarbeiten wurden in die Hand eines Aus- fchusies gelegt, der aus den Herren Abgeordneter Graef- Thüringen, Frhr. o. Freytagh-Loringhoven und Tho- mas-Stetttn gebildet wurde. Alle diese Vorgänge dürfen als weiteres erfreuliches Zeichen für das siegreiche Vor- bringen des völkischen Gedankens in der Deutfchnatio- nalen Dolkspartei begrüßt roerben."
Diese Nrarwcchl des deulfchmrsionülen Partsivor- standes ist allerdinos sehr interessant und dürfte wohl auch in der deutschnationalen Reichstags fraktion die entsprechende Beachtung finden. Wir vermuten nach diesem Vorgänge, daß sich m ihr sehr bald wieder Stimmen bemerkbar machen werden, welche die deuisch- völkffche Arbeitsgemeinschaft, die heute mit 3 Abgsord- neten dm extremsten Flügel auf der rechten Seite des Hauses bildet, einladen möchten, in die Fraktion zurück, zukehren.
„Keine Landungsstelle dort?" rief er uns entgegen.
„Doch , sagte der Steuermann, „aber es hatte keinen
, anben- Die verwünschten Felsen könnten nichi 1 nal Gemsen erklettern."
"®ei, die Menschen auf dem Wrack?"
„Miß Okway ist dort. Wer der Mann ist, wissen rott nicyt.
^.stürzte Clifse jubelnd aus mich zu und schüttelte 8tI‘ “te ^anöe' fi*s wollte er mir die Arme aus. I reißen.
„f)ab rch'r nickt immer gesagt? Hab ich's nicht im- I mer gesagt, Mr. Moore! rief er ein über das andere I „Mann, ich gratuliere Ihnen. Sie glücklicher
Ä wirb!'” bOb3 !Q immer alles
Dann schrie er Hurra und faßte mich bet den Schul- fern «.tb wirbelte m-ch herum vor lauter Freude.
"F(er ” foaten d-^ drei Personen auf dem Wrack fein! sagte er euf einmal. 1
„Sapttan Surfe und seine Frau sind nicht auf dem I wrack, ontmortete ich. '
3n fassungslosem Erstaunen starrte Ciiks, mi» an -Der ist der Mann dort?" rief er. " "h <"■
Ich zuckte die Achseln.
„Na, das werden mir bald wissen," sagte der Kcwitän ^!etzt heißt es handeln. Bland, was ri)ka„n ©ie ocr* ^e waren ja an Ort und Stelle und können, am besten > beurteilen/ ‘
vermischtes.
• Der moderne Pranger. Zur Veröffentlichung I der strafbaren Eingriffe an dem Fabrikeigentum ist die Kruppsche Gußstahlfabrik in Essen neuer- dmgS übergepangen. Sie veröffentlicht in ihren Mitteilungen die Bestrafung wegen Diebstahls und anderer Vergeben, die sich gegen den Besitz I des Unternehmens richten. Mitgeteilt wird der volle I Bor- und Zuname des Bestraften, fein Stand und die Fabriknummer, die Art des Vergehens, sowie die I An und Höne der Strafe. Eine neue Liste enthält I jetztnichtwenigerals41derartigeBestrafungen. I Sie richten sich nicht nur gegen Werkangehörige, sondern auch gegen Althändler und Fuhrleute wegen Hehlerei, Reisende wegen Diebstahl, Bürobeamte I wegen Urkundenfälschung und Betrug usw.
* Ei« Christbaum für Alle. Am Rathaus in Heilbronn soll tn der Weihnachtszeit ein Christ, bäum für Alle seine Aufstellung finden. Meh.ere I Gesangvereine haben sich bereit erklärt, allabendlich einige entsprechende Lieder,zu singen.
I * Liebe überwindet alles. . . . Der derzeitige Hauptlehrer Waiderimaier in Bartenstein gewann daS Herz der 19jährigen fürstlichen Prinzessin Maria Rosa zu Hohenlohe-Bartenstein. Die verwitwete Fürstin Anna, geb. kaiserliche dos Wrack hinüberschießen. Im Vorbeifahren hab' ich einen großen Treibeisblock gesehen, an dem wir das Doot verankern können. Dann brauchen wir einen Rettungssack ober so etwas."
„Haben wir nicht," sagte (Kiffe. „Wir muffen ein Faß nehmen."
„Der Steuermann nickte. Das geht auch Und bann glaube ich. ist es bester, wenn wir gleich mit zwei Booten fahren. Fünf Mann müssen wir haben und für den Apparat genügt ein Doot nicht."
In weniger als einer halben Stunde waren wir fertig und ruderten ab, das eine Boot mit dem Mörser- Apparat schleppend.
Als wir uns dem Wrack bis auf Rufweite genähert hatten, brüllte Steuermann Bland hinüber, daß wir mit einem Mörser eine Leine hinüberschießen wollten.
Der Mann auf dem Wrack antwortete mit einer sonderbaren Armbewegung und Blond sagte sofort:
„Aha, er ist ein Seemann. Das hilft schon; er wird wenigstens wissen, was er zu tun Hai."
Ich hatte nur Augen für Eveline. Sobald ich sie auf dem Achterdeck der Lady Emma auftauchen sah, grüßte und winkte ich zu ihr hinüber und sah zu meiner Freude, daß auch sie mich erkannte und meine Grüße in gleicher Weise erwiderte.
In klaren Umrissen hob ihre schlanke Gestalt sich von dem Hellen Hintergründe ab. Aber ihr Gesicht konnte ich auch setzt noch nicht deutlich erkennen, denn unsere Laote lagen mehrere hundert Fuß von der Stifte entfernt. Näher herankommen konnten wir der Brandung wegen nicht.
Blond hatte die Boote nach einer riesigen Maste von Treibeis gesteuert, das genau dem Wrack gegenüber schwamm. Auf der Leefette des riesigen Blocks plätscherte bas Wasser ruhig unb friedlich. Dort fuhren die Boote hin, und cm paar Seeleute sprangen auf das Eis hinüber, um da, Boot m einer Eisspalte zu verankern.
Zuerst wurde bann der Mörser auf gelt eilt und geladen. Bland selbst rollte mit unendlicher Sorgfalt die dünne Seine auf, die hmüberaeichleubert werden sollte.
„Auf das Wrack selbst komme« «ix bestimmt nicht" «riarte der Steuermann. „Suf der einen Sette sind die flirt» ” TPM^&Cr <U.nä °U’ t>e.r °"Z>eten können wir j damit f« sich ja nicht verwickelte. Unterb?ff?n sah ich, rote kn 7° " nur ein Mittel. Wir müssen oer Mann en Bord irgend etwas zu Eveline sagte, die
cor,er mit ins Boot nehmen und eine Leine euf I sofort auf oen Sajütenemgana des Wracks zueilte und
Prinzessin und Erzherzogin von Oesterreich und Toskana, hat sich mit der Prinzessin Maria und tote man kört, auch in Begleitung des LehrerS dieser Tage nach Salzburg begeben, anscheinend, um die Einwilligung der Großmutter, verwitweten Großherzogin von Toskana, einzudolen, die wohl nicht verwehrt werden wird. Auf Weihnachten soll die offizielle Verlobung erfolgen. (Jpf- und Jagstztg.)
* Ter vergessene Cadorna. Von dem italienischen Bürokratismus berichtet die „Fdia Nazionale" folgendes ei bauliches Geschichtchen: In einem besckei- denen Mietshaus in Pallanza lebte ein al er italienischer General, der mehr als 70 Jahre zählt und die fürstliche Pension von 19 Lire täglich bezieht. Er ist übrigens der Schöpfer des italienischen Knegs- kreuzeS, das ihm selbst aber niemals verliehen worden ist. Im KiiegSmtnisterium in Rom waltet seines verantwortlichen Amtes ein Beamter, der sich eines grüßen Vertrauens erfreut, das schon dadurch gekennzeichnet ist, daß er in Vertretung des Ministers die abgehenden Schriftstücke zeichnet. Vor einiger Zeit erhielt nun der oben genannte General das folgende, von dem Beamten unterzeichnete Schreiben: „Das Ministerium richtet an Eure Hochwohlgeboren die ergebene Bitte, ihm bekannt zu geben, ob Sie bereits das Kriegskreuz erhalten haben. Falls das nicht der Fall sein sollte, ersucht bet Herr Minister, i m mitzuteilen, welche Dienstzeit Sie an der Front in der von der feindlichen Artillerie beschossenen Zone verbracht haben und an welchen Schlachten und Gefechten Euer Hochwohlgeboren etwa tetlge» nommen haben. Gezeichmt für den Minister . . Der General schickte den Brief umgehend an den Kriegsminister zurück mit der auf dem Umschlag geschriebenen Bemerkung: „Ter Unterzeichnete gestattet sich, den beifolgenden Brief, der augenscheinlich irrtümlicherweise an seine Adreffe gelangt ist, wieder zurückzureichen." Der Empfänger des Brieses war nämlich niemand anderes als Luigi Cadorna, der Generalissimus der ttalienischen Streilkräfte im Weltkrieg.
* Ein achtzigjähriger Schauspieler. Sn Kopenhagen hat in voller Rüstigkeit und Berufsfrische der Schauspieler Peter 3er ui?o r f f seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert. Serudorff gehört noch heut« zu den zuverlässigsten und viels-sitigsten Stützen des Kgl. Theaters in Kopenhagen, wo er feit über 50 Jahren wirkt.
Wissenschaft un- Forschung.
— Bischof Schreiber'« fionferenjen in Leipzig. Bereits im vorigen Jahre Hai der Bischof von Meißen, Dr. Christian Schreiber, an der Leipziger Universität eine Reihe von philosophischen Vorträgen gehalten, die sich eines zahlreichen Besuches erfreuten unb nachhaltiges Aufsehen erregten. Auch in diesem Winter hält bet gelehrte Bischof an fünf aufeinanderfolgenden Donners- tagen an der Leipziger Universität Vorträge. Gegenstand der diesjährigen Reihe ist Friedrich Nietzsche unb die einzelnen Themata lauten: Nietzsches Lebenssch cksale und Persönlichkeit. Nietzsche als Jndividualethiker, Nietz- sche als Sozialethiker, Nietzsches Stellung zur christlichen Moral, Nietzsche als Künstler. Der erste Vortrag hatte am 16. November ftattgefunben. Der größte HLrsaal der Universität war in den bisherigen Dorträgen bis auf den letzten Platz gefüllt.
— Die Sonnenfinffernis-Sfpebifion. Aus Nero. York wird der „Frkft. Ztg." berichtet: Die amerikanische Expedition, die zur Beobachtung der Sonnenfinsternis am 27. Septo.nber nach Nordaustralien reifte, ist heim- gekehrt. Sie hat eine große Menge von Ausnahmen machen können, da der Tag sehr klar war. Es wurden vier photographische Apparate mit Platten, die 17 Zoll im Quadrat maßen, benutzt. Wie der Leiter der Expedition, Dr. Campbell vom Lick-Observatorium, sagt, werden die Photographien wertvolles Material zur B e - urteilung der Elnsteinschen Theorie ergeben.
Neue Bücher.
KttorientaUfche Kultur im Bilde. Von Studien, bireltor Dr. H. Samer im Verein mit Prof. Dr. I. Hunger. 2. Aullage. 64 Seiten mit 96 Tafeln. (Wissenschaft und Bildung, Bb. 103.) Preis gebunden 600 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 1v22. Ein Bilderatlas zur Einsü. rung in die Kuctur des alten Orients, der sich den beiden in gleichem Verlage erschienenen Bändchen über griechische und römische Kultur würdig an die Seite stellt. Religion, Wissenschaft, Technik uns äußere Lebensführung der alten tie. ypier und Babylonier werden dem physischen unb geistigen Auge des Lesers aur Grund der neuesten Ergebnisse der Sie yptologie nnd Assyrologie in anschau- lieber, leichtfatzlicher Weise vorgeführt Die Bilder sind borzüttick, der Text tn populärem Stile geschrieben, der Preis verhättnismätzi i niedrig und die Ausstattung in gewohnter Weise vortrefflich.
unter Deck verschwand. Nun waren alle unsere Sorbe, reitungen getroffen. Ich fieberte vor Aufregung; aber dem Steuermann unb den Matrosen ging es ebenso.
„Fertig!" brüllte Bland hinüber.
Der Mann antwortete wieder mit der gleichen be. jahenden Armbewegung.
„Feuer 1" kommandierte der Steuermann.
Bodkin, der das Geschütz bediente, rieß an der Ab- zugleine — ein donnernder Knall — und in langsam sich streckenden Ringeln sauste die Leine durch die Luft. Der Schuß war gut gezielt . . .
»Er hat sie — er hat fiel" schrieen die Mattosen.
Der Mann hatte die Leine ergriffen und am Mast- iurnpf befestigt.
„Nun vorwärts. Jungens!" rief Bland, „wir haben noch ein schweres Stück Arbeit vor uns. Hoffentlich kann der da drüben das schwere Seil einziehen, ehe uns die Haspel einfriert. Das wäre das Schlimmste, was uns passieren könnte."
„Wenns um Tod unb Leben geht, hat jeder Riefen- kräste unb wenn er erst aus dem Krankenhause käme", brummte einer der Matrosen.
„Steckt aus, Jungens, — helft ihm!!!" rief Bland „Macht ihm die Sache so leicht wie möglich. Herrgott — wenn der arme Teufel nur mit dem Seil fertig wird!"
Der Schiffbrüchige holte mit rascher sicherer Bewegung Hand über Hand die Wurfleine ein, an deren Ende von unseren Leuten im Doot eine Jolle ohne Cnbe befestigt war, ein Block, durch Oen ein langes, dünnes Tau läuft, dessen beide Enden zusammenge- spleißt sind.
Auch diese Jelle mußte der Mann auf dem Wrack zu sich hinüberholen, vorläufig schien es ihm keine Schwierigkeit zu machen. Aber die Arbeit wurde immer schwerer, je ' ’■* von dem dicken gewichtigen Seil er hmsiberzog.
Mit atsmlofer Spannung beobachteten wir ihn; fasi war es zuviel für einen .*sicmn. Wenn seine Strafte ner'agten, ehe er den Block in der Hand hielt, bann war cüe unsere Arbeit vergebens. — dann wurde die Rettung unmöglich.
MM WS dev Wilern des Sirmesams Ä
Sterbefälle vorn 1. Dezember bis 8. Dezember 1922.
2. 12. Prioatin Kathinka Singhoff, 75 I., 2 M. 18 T.
3. Privatmann Johannes Muller, 86 3., 4 M., 10 T.
4. Ehefrau Mana Fyderich geb. Iünnemann, Hündan, 40 3., 11 M. 26 T.; 4. Rentenempfängerin SBitroi Christine Fischer, geb. Momberg, 72 3., 10 M., 10 T.;
5. Dberpoftfetretär a. D. Karl Hermann Fritzsche, 77 3., 4 M., 6 T-: 6- Witwe Maria Kirsch, geb. Farnung, 66 I., 10 M., 10 T-: 6. Hildegard Trnbinski, 6 M. 1Z T.; 7. Ebefrau Karoline Friederike Malkmus, geb. Gentz« ler, 32 3., 3 M-, 8 T.
(oottesöieiiitord nung.
Katholischer vrottesdtenst.
Sonntag, 10 Dez. Dom. '/,6, 6, V,7 u. 7 hl. M„ ’/i7i. d. Marienkopelle bl. M. u. Generalkom. d. . ungfr.» Sod. u. d. christenlehrpfl. Jungfr. i. Tom, 8 Pfarramt u. Pr., ’/tlO Katheoralamt u. Pr., s/«ll Cbr, */«12 hl. M u. Pr., */,2 Ans., *'<3 Qunnfr.-SoD., 4 Pr. u And., 7 Herz-Mariä-Bruderschaft m Pr. u. Segen. Montag 5 Rosenkranz m. Segen. — Stadtpfarrkirche. (Di öz es a n- monatSfollette.) 5Vi Korn., SV« hl. M., 63/« hl. M. u. Kom. d. Jungfr., 8 erster Schulgd mit Pr., SV, Pfarramt m. Pred., 11 zweiter Schulgd. m. Pr., 9V« Chr. f. d. Jungt, i. d. Severikirche, 2V, Bruderschaft von der TooeSangst des Herrn, 3V« Andacht für die 3ungfrauen-SoDalität. — Pfarrkirche zum heiligen Geist. '/«7 hl. Kom., 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Korn., V>5 Ehr.. 5 A. — Sodalität. V,10. — Severikirche. Sonntags u. werktags */,7 hl. M, Montags u. Donnerstags Rorate V,7.—Michaelstirche. Während d. hl.AdventS- zeit an allen Wochentagen m. Ausnahme v. Montag) um 7 Rorateamt —Herz-Jesn-Heim. 8 Hochamt m. Pr.,nachm.2 A. (Mittwoch abends8 A.) — Frauenberg 5, 6, 6Vi u. 7 hl. M., 8 Bruderschaftsm. m. Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 2 Pr., A. u. Umg. f. d. Füns-Wunden-Bruder- schaft, t/tO A. zu Ehren der unbefl. Empfängnis Mariä.
Caubftummtngottesbieaft in $ulba.
Sonntag, 17. Dez. 10 Uhr in der Severikirche.
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, 10. Dez. Fulda Storm. 9'/, Sup. Ruhl, 11 Kindergottesdienst, nachm. 2 Pfarrer Weber.— Bad Salzschlirf. Vormittags 97« Pfarrer Reich. — Großenlüder. Vormittags 9V« Pfarrer Weder.
Mittwoch. 13 Dez. Fulda. Abends 8 Bibel, stunde (Gemeindehaus, Kleinkinderschule).
evangel. landrrkirchl. Semeinschast, Zulda, vuttlarstr.
Sonntag, 10. Dez. AbendS 8 Evangelisation. — Dienstag abends 8 Bibelstunde (Pfarrer Weber). — Mittwoch abends 7,8 Evangettsation tPrebiger Roth- Hersfeld). — Donnerstag abends 8 Jugendbundstunde. — Freitag abends 8 Gefangstunde.
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Daß kein menschliches Wesen jene spiegelglatten Eis. schroffen zu erklettern vermocht hätte, sah ich jetzt beut, lief; genug.
Ruhig nud stetig steckten unsere Leute so viel Seil aus, als der Mann auf dem Wrack mit gleichmäßiger Geduld und Ausdauer einholle.
„Das Fräulein hllft ihm!" rief plötzlich einer der Matrosen aus.
Wahrhaftig! Durch bas Fernrohr sah ich ganz deutlich, wie Eveline hinter ihrem Leidensgefährten stand unb aus Leibeskräften mitziehen half . . . Wortlos tarrte ich hin.
Langsam, unendlich langsam glitt das Rettungssell nach dem Wrack hin. Endllch atmete der Steuermann mit einem tiefen Seufzer ber Erleichterung auf.
„Fertig!" schrie er. „Er hat das Seil drüben."
„Der da drüben weiß, was er zu tun hat!" sagte Bland zufrieden.
Der Mann auf dem Wrack war unterdessen hinter dem Schanzkleid vrafchwunden. Er hatte den Block an dem Maststumpf befestigt und tauchte bann wisber auf, mit ber Hand winkend. Neben ihm stand regungslos Eveline.
„Steckt setzt das starke Leitungstau an die Seine ber 3oUc unb holl es hinüber," befahl der Steuermann. Rasch wurde der Befehl ausgeführt, unb da die kräftigen Arme der Seeleute am anderen Teil ber Jolle helfend mitziehen konnten, war bas Ende des Leitungstaues in wenigen Minuten an Bord des Wracks. Der Schiffbrüchige befestigte es etwa eineinhalb Fuß über dem Block am Maststumpf, bann winkte er mit ber Mütze als Zeichen, daß alles in Ordnung fei.
„Hol stell," kommandierte der Steuermann. Bald war mit Hilfe einer Handtalje der im Wasser befindliche Teil des Leittaues so straff gezogen, baß das Sell sich jetzt in leichter Krümmung vom Boot zum Fock- maststumpf bes Wracks spannte unb bas Wasser nicht mehr berührte.
„Hall, Jungens! Ihr reißt mir ja das Wrack herunter," scherzte bet Steuermann, der vor Freude über bas Gelingen ber schwierigen Arbeit nur so strahlle. „Bringt unsere Rettungsboje in Gang!"
(Fortjetzuna fo(ßt4