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49. Zahrg

Sonnte g, l0. Dezember 1922

Nr. 284

au -

1 auch" berte Ausk-rücke zur Kennzeichnung d's gest- 1 losen und unLüchtiasn Inhalts der Zeitschrift und

scheimrng handeln

tos.

sofort an die Zentralstelle der Kathol. Schulorganisation, Düsseldorf, Wilhelm Tellstraße 16, zu richten.

Die Nr. 4 derErziehungsabende" bringt eine Reihe von Dortragsskizzen für Eltemabende über Erztehrings- fragen.

eine Beleidgung der Privatkläger nicht gedacht, als als glaubhaft an.Baren sie^ dabei landläufige, wenn

der ihr gewordenen Zumutung zur Anbietung einer solchen Zeitschrift gebraucht hat, so ist

Bezugspreis: Monaiii» 200 Mk. Zustellgebühr extra - Abaebolt in der Ketchästssttlle 200 Bit.

Anzeigen: Kleinzeile nochLo'one« 18 ZRL; ausw.25 rlik.

Neklamezel^e (Ierbrettf> nach Colonrtmah 75 'Narr.

Beranlworiliar tüi Den crOauloneUtn Teil: Dr. 3. Kramer. - für die Anzeigeni I. Var z»> l er-Futva. n Rorrttionsdruck n. $ erlog der Fuldaer Actiendrnckerei in Fulda ^ern>"ieä>er Nr. 9. Vost'ebeck-Komo 4051 Frankiurt a M.

Ls weihnachtet sehr".

Alle Jahre, wenn Weihnachten naht, wird unfer Herz mag's auch draußen stürmen und toben froh ge­stimmt:

Ich hör von fernher Kirchenglocken Mich lieblich-heimatlich vcrlocken In märchenstille Herrlichkeit . ."

In aller Not. Unrast und Bedrängnis ves Alltags -rauchen wir Wcihnachtsfrieden und Weihn^chtsfegen Heuer mehr denn je. Wenn nur unser Volk wieder echte, herzsrohc, christliche, deutsche Weihnacht zu feiern ver- stände! Grammophon undelektrischer" Christbai m, Deihnachtsvergnügen und Weihnachstbälle haben selbst den wunderholden Weihnachtszauber der Weihnacht grau fom zerstört. Besinnung auf stille, familienhafte Weih­nachtsfeier tut notl Das soeben erschienene 5. fieft der SammlungErziehungsabende" der katholischen Schulorganisation Deutschlands beantwortet die Frage: Wie rott in unsern Famrlien Weihnacht feiern! Alle Fragen und Gedanken der fröhlichen, seligen, gnaden­bringenden Weihnachtszeit rückt es in den Gedankenkreis feiner Winke und Anregungen: Borweihnacht und Ad- oentsfeter:Weihnachtsausstellungen" und Weihnachts­geschenke, Weihnachtslieder, Christbaum und Krippe. Die Derbreitung diesesWeihnachtsheftes" und die Aus- fchöpfung ferner Gedanken in der Tat ist ein Stück christ­licher Erzieyungs- und Familienkultur und eine scheue, feinsinnige Aufgabe unserer Müttewereine, Eiternver- einigungen und katholischen Standesvereine. Mochte es für viele eine Quelle reiner, tiefer Freude werden!

Der Preis für das fjeft 10 Mk. ist ein fo nied- tiger, daß das Schriftchen gerade für Massenverbreitung in Familie und Vereinen geeignet erscheint. Bestellungen itvd unter .Werhnachtsnummer der Erziehungsabende"

Gegen den Schmid. Die Mon-rtfichrift des Verband» zur Bekämpftmg der öffentlichen Unstlilich- keftVol'kswarl" (Köln) Nr. 9=10 druckt ein Urteil des Landgerichts II in Berlin ab. das als wirksame Stel­lungnahme gegenüber t>ar Schund wirklich zu begrü­ßen ist. Eine Aal-mer Buchhä-dlerin Halle ai den Verlag desDer Junggeselle" (Berlin) folgenden Bries gerichtet:

Gestern erhielt ich zum dritten Male zwei Exemplare Der Junggeselle". Ich verbitte mir hiermit nochmals weitere Zusendung der Zeitschrift. Ich habe eine katho- lischt Buchhandlung und keine Kunden, welche solche Gemeinheiten lesen und solche schmutzigen Bilder besehen. Ich würde auch nie meine Hand daran legen, solch einen Schund feilzubieten, denn ich kann mein Einkommen durch anständige Zeitschriften erwerben, statt solch ein D r e ck b l a t t zum Vertrieb zu bringen. Belästigen Sie mich weiter nicht mehr mit diesem M i ft, denn derselbe fliegt wie bisher in den Ofen. Amalie Quadflieg, Hubertusbuchhandlung."

Durch dieses Schreiben füh le sich der Herausgeber und Verleger Wi Helm Silberstvin und Nedowitz be­leidigt. Das Schöffengericht Berlin-Schöneberg gab ihnen auch recht: nun hat aber de B rufangsi: stanz dieses Urteil zugunsten des Frl. Quadflieg aufgehoben. Die Urteilrb:yrü.:dung sieh: in den von uns unter­strichenen Ausdrücken ein« berechtigte Kritik und re'nrmt die Ert.änmg der Dklagten, sie habe an

Die Staatsmänner der Entente sind crutf dem Wege .«ch London. Poincare und der französische Fireanz- mmister Lasteyrte haben Paris bereits verlassen. Auch der italienische MinrsterpräsDent Mussolini hat bereits Paris passiert und ist nach der englischen Hauptstadt weitergereist. Wie weiter aus London gemeldet wird, hat auch ein Vertreter der Klein-Entente um die Zulassung zur Londoner Konferenz nachgvsucht. Wie aus London berichtet wird, ist dort auch der Pari» ser amerikanisch« Botschafter ei «getroffen. Es befinden sich nunmehr vier amerikanische Botschafter, der Londoner, der Pariser, der Berliner und der Brüsse­ler in London. Wie aus Paris weiter gemeldet wird, ist auch der deutsche Staatesekretär Bergmann nach London obgereist, wo die Verhandlungen am Samstag ihren Anfang nehmen.

Bezüglich der neuen deutschen Vor­schläge, die, wie angekündigt wurde, der Konfe­renz gemacht werden sollten, verlautet jetzt, daß ein genauer Vorschlag auch nicht gemacht werden tonn. In großen Zügen werde aber die Entente über die deutschen Pläne informiert werden.

In Frankreich hält man vorläufig an der bisherigen Tonart fest: DerTemps" verlangt in einer Besprechung der Konferenz, daß die Ruhr­kohle gepfändet werden müsse. Das fei die Vorbe­dingung jedes Moratoriums. Erst wenn man das Ruhrgebiet als Pfand in der Hand habe, könne man an die finanzielle Sanierung Deutsch­lands Herangehen. .

Diejenigen, die scheu und hören wollen, welche politische Konstellationen sich in Europa nmechslb des letzten Jahres gebildet haben und welche Entwicklungs- tendenzen zu spüren find, feilten die Vorgänge am Gen­fer See mit großer Aufmerksamkeit verfolgen, zeigen sich doch in den Verhandlungen der Konferenz deutlich Umrisse neuer politischer Machtoer- h ä l t n i s s e, deren innere Konsolidierung bereits wei­ter fortgeschritten ist, als man es bfther feststellen konnte.' *

Die Engländer tjaben einen ausgesprochenen Smn für Tatsachen und Wirklichkeiten. Lloyd George mußte vor Monatsfrist abdanken, da es eine durch die Kon- ferena geklärte Wirklichkeit fit, daß England d.irch die verunglückte Balkanpolitik Lloyd Georges einen guten Teil seines Einflusses im Südosten von Europa zu Gunsten einer anderen Mächtegruppe eingebüßt hat. Das griechische Abertteu-r ist schleumait liquidiert worden und der englische Ge- ftmdte hat Athen verlassen. Die neue Regierung in Griechenland konnte England hierm keine bessere Ge- leaencheit geben, als durch die Vollstreckung der Todes- urteile an den früheren Minist rn, deren De brrchm darin bestanden hatte, eine englischerseits inspirierte Politik getrieben zu haben. Mögen sich jetzt andere die Zähne an diesen gesährll chen Bunde'genossen aus­brechen. Der bei Korfierenzbeginn auffällig inspirierte BÄkanbunb beginnt bereits nebelhafte Formen angu- nehmen. England steht somit zurzeit auf dem Balkan ohne einen Bundesgenoffen da. Demgegenüber zeigt sich um so deutlich^, die starke Interessenge° meinschaft zwischen Frankreich und der kleinen Entente, welche Italien jetzt auch durch einen ziemlich deutlichen Umschwung zu unter- stützen aeneigt scheint. Auf letzteres deu'en jedenfalls die häufigen Besprechungen zwischen Pomcare und Mussolini, sowie die seinerzeit auffallende Zurück­ziehung ttaliemscher Kriegsschiffe aus den Dardanellen. Da die Franzosen sowieso stark rrit den Türken sym­pathisieren, so zeigt sich ein kontinentaler Block von Paris bis Konstantinopel, der unter Führung Frankreichs ganz Mitteleuropa mit Ausnahme Deutschlands umfaßt, ein Block, der in diesem Ausmaße erst durch die Konferenz von Lau- saune sichtbar geworden ist. Abseits st hen noch die

Am Dmteiid ter £onbo«er Konferenz

Gin neuer Aufmarsch der europäischen Politii?

am 12. Dezember vor dem Schwurgericht des Land gerichiS III in Berlin statt.

» Unbegründete Dorwürfe gegen kardinal Aoul- haber Das PariserJournal des Sebats hat kürzlich behauptet, KardinÄ Faulhaber habe wah­rend des Krieges am} Reisen im besetzten ® biet seine geistlichen Kompetenzen überschritten und sich gegen einen französischm Pfarrer verletzend benommen. Die Reicherwierung hat die französische Regierung sofort aus die Grundlosigkeit dieser Dfichuldiguna hingewre- sen. Das Blatt hat jetzt seine Vorwürfe zurück- g e n o m m e n.______________________

chen. Der Minister werde fortfahren, auf der Grundlage des Gesetzes zum Schutze der Republ k staatsfeindliche Organisationen auf- z u l ö s e n, in welcher Verkleidung sie auch tauchen.

Deutscher Keich.

* Berlin. 9. Dez. Im Postgebührenaus- schuß des Reichstages wurde die Eriöhung der Poft» und Tclegrapbengebühren nach den Vorschlägen des Re chsroles angenommen. Der Reichsrat nahm eine Sionelle zum Weingesetz an, wocin dem Verlangen Fcankreichs und Portugals ent prochen wird, daß auf Grund des Ver ailler Vertrags eine enaue Beze cknung französischer und Portugiesischer Weine stottfindet. Die Verhandlung wegen des Attentats auf Maximilian Harden findet

MMMMt lllls ile SMesMlMW.

Veröffentlichung der Tiefe am Montag.

Die deutsche Antwortnote auf die Forderungen der Entente wegen der Vorfälle in -Stettin, Pafiau und Ingolstadt ist abgesandt worden. Sie wird am Montag in Paris übergeben werden. Sie Ver­öffentlichung erfolgt am Montag mittag.

Ans München wird gemeldet, daß der bayerisch« Ministerpräsident am Montag nachmittag dem Haushaltsausschuß des Landtags Erklärungen über die Sühneforderungen der Entente und die Ant­wortnote der deutschen Regierung, bie bis dah.n übergeben ist, abge'en wird. Ln einem Teil oer bayerischen Presse wird bereits heftig g e g e n d a s Kabinett Cuno gehetzt, weil es angeblich zu weites Entgegenkommen gegen die franzost.He Forderung zeigen wolle.

FuldaerZenung

Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die äkadk Fulda. __________

M Zwangsanleihe.

Tir Geldentwertung macht alles rweck os

Der smcmzrÄitfichr Au-schuß d-s Rrichswirfichafts- rate nahm zu dem Gesetzentwurf, der die keihe der EeDentwertrmg anpassen soll, e i n st i m_m i g eine Ertsclfiftßung an, in der erklärt wird, daß dos keinen Zweck habe, sich mit Neuerungen des Ge- setzes tu befaffen, weil es keine Aenberung gebe, die das Gesetz in einer Weife prakt sch brauchbar zu wa­chen vermöchte, die den Folgen der dir her emretrcte- nen und möglichen weiteren Geldentwertung Rechmmg trag-n formte._______________

Minister Severing über Usmsnttnisten und H '.tionalisten.

Der preußisck-e Minister des Innern Severmg erklärte einem Vertreter desVerl. Tagebl. über die politische Lage in Preußen, es sei nicht zu leug­nen, daß die T e u e r u n g s- und Preiskra- malle, bie sich kürzlich in einigen Orten des besetz­ten Gebietes abgespielt hätten, eine Zeitlang zu ernster Besorgnis Veranlassung gegeben hätten. Es lägen Anzeichen dafür vor, daß von franzo- sischer und belgischer Seite die Bewegung innerhalb der kommunistischen und umonistlschen Arbeiterschaft gefördert worden fei. Man habe darauf hingewiesen, daß es den Arbeitern des Saargebiets unter der Frankenwährung viel bester gehe, daß also die Arbeiter des Rheinlandes auf eine solche bringen sollte und habe auf diese Weise versucht, die Unzufriedenheit innerhalb der genannten Kreise f ü r s e p a r a t i st i s ch e Z w e cke auszunützen. Es sei aber gelungen, die Streiks und Unruhen binnen fünf Tagen zu beenden und damit jede Gefahr zu befeifigen.

Auf die Frage, welche Bedeutung dernatio- nalsozi al ist ischen Bewegung beiMegen fei, antwortete der Minister, daß die Partei wohl in Bayern eine gewisse Macht darstelle, daß aber jeder Versuch, die nationalsozialistischen Methoden auf preußisches Gebiet zu übertragen, mit allen Kampf­mitteln gebrochen werden würden. Ueberhaupt werde der Staat bei eventuellen Unruhen von sei­nen Machtmitteln den erforderlichen Gebrauch ma-

Russen, doch bereit, mit demjenigen, der ihnen art» meisten zu bitten vermag, pollttfiche und wirtschaftliche Geschäfte aller Art abzus Meßen. In der Kerrfiraze der Konferenz der IrckernatiomÄisierung der Meer- engen zeigen sich die Russen noch türkischer Äs die Tür­ken selbst und bringen sich hierdurch in schärfsten Gegensatz zu England. Trotzdem tonnte es dem in der Orientpolit'ck groß grwordensnon Lord Curzon gelingen, sich mit der Türfei über di« Meer- engenfrage zu einigen. England bat zuviel Möglich­keiten, die Türken anderweitig zu entschädigen und wird hiervon um so weitgcheni^r Gebrauch machen, als es hierdurch zugleich eine Entfernung von den Russen herbefführeu wird,

NichtLdestowee.iger bleibt die Taffache einer Isolie­rung Englands, welche nicht goellntt ist, di« latente Spannung zwischen dem britischen Reiche und Frank­reich, als der zurzstt stärksten Macht auf dem Konti­nent, zu verringern. Zeiiwfifie aus einem Europa herausgedrängt, in welchem keine feiner vitalen In­teressen liegen, wird man eher damit rechnen können, daß England feine Kräfte auf die Überseeischen Kolonialländer tonzcntriert und cs einem spä­teren Zeitpunkt überläßt, in europäische Angelegenhei­ten wieder aktiver einzugrrtftu. In diesem Sinne br- merkenswert ist die letzte Rede des englischen Minister­präsidenten Donar Laro, in welcher er nachweist, daß der britische Ein- und AuLsuhrhandel mit den Kolomal- ländern heute fast dreifach) so groß sei, wie derjenige, mit den jetzt desorganisierten Säubern Mitteleuropas vor dem Kriege, und dann forlsährt:Was bedeutet diese Berfchielung. Der Handel sucht irrerer die besten Wege. Die Kaufkraft ist von Mitteleuropa auf andere ßäriber Übergegangan im?j dort ist es, wo wir für die nächste Zuruefit eine Deibefleruerg unseres Hand ls suchen muffen. Ich sage nichts über die Notwendig­keit, Europa wieder mfizurichten. Wir alle wünschen das. Aber sicherlich könnte für den Handel nichts schlechter sein, als i>an Eindruck zu erwecken, daß jede Derbesterung unmässtch ist, so lange Ächt Mitteleuropa wieder hergestM würde."

Wird Pvincare in London zu hartrräckrg auf seine Pläne bestehen und werden auch die von brr deutschen Regierung jetzt erwarteten neuen Dofichläge, die sicher­lich an bestimmte von den Alliierten zu erfüllende Voraussetzungen geknüpft sind, zu einer Einigung füh­ren, so hat man awf Seiten Cnelsnüs eher ein Desin­teressement an einem serbständigen Vorgehen Frank­reichs zu erwarten, als einen offenen Bruch, der zur­zeit den Engländern keinerlei Vorteile dringen würde. Wir sehen uns daher wahrscheinlich bald allein einem Frantre^ich gegenüber, dessen Bot­schafter in diesen Tagen darauf Wert geleat, den ©Konten Ausdruck zu geben, daß Frankreich den auf­richtigen Wunsch hab», die VerhAtnffse zwischen den beiden Ländern im Rahmen des Friedeneoertrages zu regeln und zwar mit enffchtoffenem Streben nach Ein- HÄtung des richtigen Maßes, welches bie Rechte seines Landes wahrt und diejeifigen Deufichlcmds achtet. Es >muß unseren Politikern überlasten bieiden, diese Situa­tion in Europa bei ihren Entscheidungen zu werten, doch hat dies zur Voraussetzung, daß die hier skizzierten VoiMnge in ihrer vollen politischen Schwere von un­seren leitenden Staat-männern erfrort werden, eine Annahme, welche nach den bisherigen A«rrße u"gen unseres höchsten Minfiters nicht ohne weiteres gegeben erscheint.

Lange Dauer der Konferenz tu Lausanne.

Die Lausanner Konfsrery, die sich mit der Meer- engensrage eingehend besetzt, w'rd wahfichttntch am 23. Dezember ihre Arbeiten u tte brechen und sie am 2. oder 3. Januar wiuder aufnehmen. In d?r Zwi­schenzeit werden di« K o m m i s s i o n e n ihre Arbeiten fortsetzen, um die noch schwebenden Fragen zu regeln.

derbe und unzweideutige Kennzeichnung verdient, nicht zu entnehmen, datz die Angeklagte über die sachliche und derbe Stritit des Inhaltes der Zeitschrift hinaus den Priratkügern als den Verbreitern der Zeitschrist absichtlich ihre Mißachtung zum Ausdruck bringen wollte."

Seif wann verwendet man Sohlen? Wie wäre es wohl, wenn es überhaupt keine Kohlen gäbe, wenn man drese Produkte viele Jahrtausende zuruuliegender Sonnenwärme nicht hätte! Man müß'e sich mit Holz und Hoizkohlsn begnügen, wie es ja heute nochn wald­reichen Gegenden geschieht. Aber weichen Preis würde das Holz wohl haben, wenn es das alleinige FErungsmoterial wäre! Klagt man doch schon jetzt, daß unsere Wälder den Bedarf mcht decken. Die Ver­wendung von Kohicn reicht nun gar mcht so wert zurück, wie man giaaben sollt«. Zum erstcnmale lesen wir in einer Chronik von Lüttich aus dem Jahre 1195 vonschwarzer Erde, di« zum Brennen vortrefflich ge­eignet ist." Später werten einmal in einer Urkunde der Stadt Aachen vom Jahre 1353steinerne Kohlen" erwähnt. 1429 gab es ..Sleynekohln" tm Saargebiet, im sechzehnten Jahrhundert grub man auch im Erz­gebirge mit Erfolg nach Kohlen. Aber eure ganz all­gemeine Vermei dung zu Hsizzmecken fanden de Kch- len damals noch lange nicht, weil es an geeigneten Heizanlagen, an Kohlcnöfen fehlte, so daßhäßliche, stinikende Dämpfe" in die Zimmer branotn. sobald . man mit Kohen heizte. Welch enormen Fortschritte hat seitdem der Kohlenoerbrauch und die Feuerungs- technik gemacht! mos.

! Der Ham«Pfefferkuchen-. Es hat gewiß schon ,

. mancher iicd atixoat wie es wohl kommt, daß das '

Kurland.

* Umbildung des portugiesischen Ministeriums- Tas poituaiesische Rtininerium ist umgebildet worden. Drei der Minister geböten keiner Partei an.

Rheinlandkundgebung in Berlin.

Der RÄchsoerband der Rheinländer veranstalltete im Reichstag eine große Protestkundgebung gegen die französischen Gswaltandrohungen. Bemerkenswert sind u. a. die AuLiftchningen, bie der Vorsitzende des christl. MetMmcheitervelbandes, 2lbg. Wieder, bei dieser Geiegerchett machte. Er führte aus:

Die Arbeiterschaft des Rheinlandes werde sich nie­mals durch französische Lockrufe von den Volksgenoffen trennen lassen. Die christliche Arbeiterschaft protestiere feierlichst gegen die französischen Drohungen, die im schreienden Gegensatz ständen zu dem in Versailles ver­kündeten Selbstbestimmungsrecht der Völker. Deutsch­land sei bettelarm, es könne seine Kinder und Invaliden nicht mehr ernähren, ja bald seinen Toten kein würdiges Begräbnis mehr geben. Nun wolle man Deufichland noch dieses nehmen. Der Redner, oft von brausendem Beifall unterbrochen, schloß mit dem Aus­druck der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Zu Sfifiuß der Kuudgebung wurde folgende Ent. schl-ießung angenommen:Sn ernster Stunde geloben bie Bewohner des unbesetzten D.^ufichlands dem schwer bedrängten Rhenfianb erneut Treue um Treue. Die Bedrohung des Rheinlandes durch Frankreich fin­det ganz Doutschlanb einig in der Abmehr französischer MachtgeÄste. Alle Wett soll wissen, daß der Rhejr zum Reiche, wie das Reich zum Rheim gehört."

5oz!ale§.

= Lr'röhvng der Unfallmrsicherungrzrenze. Der soziale Äusichuß des Reichstags stimmte einem Re. iiierunf.senttourf zu, der die Renten, und Geldbeträge in der Unfallversicherung erhöht. Die BerftcherungS, gienze wurde von 3JO000 Mark auf 1,2 Millionen M festgesetzt, der Jahresarbtttsverdienst, der ohne Dritte tung zur Anrechnung kommt wurde auf eine Höhe bm 360000 Mk. statt bisher 90 000 Mk. gebracht. Dal Sterbegeld wurde von 3C00 auf 30 000 Mk. erhöht. Die Jahresrente, die in vierteljährlichen Raten bezahlt wird, ist auf 6000 Mk. Höchstgrenze erhöht worden. Bezüglich der Wochenhilfe und der Wochenfür­sorge wurden dem Haushmtsausschutz Vorschläge unterbreitet, nach denen das EntbindungSgeld auf 2000 Mk. fettoesetzt und das Wochen.',etd auf 50 Mk. täglich erhöht werten soll. Das Stillgeld soll von 25 Mk. täglich, auf 120 Ml. gebracht werden.

Rommunalpo!itische§.

_ Sem indm und randessteuergefetz. Der Ge. schäftsfuh.ende Ausschuß des Deutschen Städte, tages trug im elften Rerchstagsausschuß seine Wünsche hinsichtlich des Landeslieuergesetzes vor. Ober, bürgermeister Boeß»Be>t>n forderte, unterstützt durch Oberbürgermeister Mitzlaff und Voigt-Frankfurt neue Geldquellen. Mitzlaff regte die Erhebung von 2V* Prozent Umsatzsteuer an mit dem Recht der Ge­meinden, einen Zuschlag von/> Prozent zu erheben.

Wirtschaftliche ttampsbeivegungen.

= Der Berliner schauspteterflrrik beendet Die SBcv hanoiunen übet die Beitegung des Streik» der Stier» liner Schauspieler führten zu euum beide Teile befrie. digenden Er ebniS. Der Streit rouiöe für beenoet er» kiäit. Sam-tag abend kann wieder gespielt werden. El wurden Mindestgagen bon 55 000 Mart für Nobembei und 90 000 Mark für Dezember festgesetzt. Die Kün­digungen un» Maßregelungen aus Antaß des Streiks sollen zurückgenommen werden.

schmackhaft« Weihnachts-Gebäck, dem man biesen Na­men gab, und das feine Spm von Pfeiffer emhätt, den. nochPfefferkuchen" heißt. Der Ausdruck slaucmt noch aus dem Mittelalter. Pfeffer narmte man in früherer Zeit reicht em einzelnes Gewürz, wie heute, fartber» Gewürze überhaupt, wie solche von Fugger in Augs­burg von Inoien noch Deutschland georocht wurden. Pfefferkuchen bedeutet also eigentlichGewürzkuchm" lvüm spricht ja vielleicht auch von einemPfefferlande"' das wär« also dasjenige Land, in dem d-e Gewürze wachsen. Ist der Liebste eines Mädchens noch im Pfeffrrlanbe, so will man damit andoulen, daß er sich in weiter Ferne befindet, daß er noch gar nicht so bald kommt, daß er noch ganz u nbekannt ist. Und wünscht man jemand ins Pfefferland, so wünscht man ihn nicht nur weil fort, sondern auch in eine nicht sehr angcnehre Gegend, denn der wirkliche Psesssc wächst nut auf un.gesu.bem, sumpfigem Gelände. Es gibt üb.igeiA auch einen Pfofferkuchenbaum, auch Dum- palme genannt, der in Aegypten wächst und dessen Früchte «inen außerordentlich gewürzigen Gtfchmack be- sitzen. Sie kommen aber niemals außer Landes, mos.

wird der uörd'ich« O;eo« wärmer? Rach einem Bericht des ameriko-n scheu Konsuls in Bergen sollen sich die klimatischen Verhältnisse des nördlichen Ozeans völlig verändern. Die Temperatur d-es Wassers habe bedeutend zugenommen. Die Eisberge nähmen drshatt» an Zahl und Größe ob, und die Robben verschWäreden, weil das Wasser ihnen zu warm g:wo.dm sei. For» schungrexpedttonen sollen sestgestolli haben, daß man bis 81 Grad 29' Breitegrcb feft kein Eis antresse. Dagegen findet rran jetzt H^rtregctünke in Gewässern, wo sie sich fruhn gar reich: aushallen konnten. Wenn diese Angaben sich bewahrhetten, fragt es sich, ob «s sich um eine vorübeligchrnde oder eine dt.uernde Er-