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Amkttcher Anzeiger für den Kreis und die Skadk Fulda.
49. Zahrg
Nr. 281
MttkilSs W M MM.
Eine päpstliche Mahnung
24
weiße Zettel abgegeben.
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mässen, deren Unzulänglichkeit nach durch einen flinv
[ mernden. nur an wenigen Steilen oon schwärzliche,
wir eben gesprochen Hain mir die Ueberzeugung,
er« um zur
Kus -em besetzten Gebiet.
= Rheinische Treue. Die ,Voff. Ztg.' hebt aus den zahlreichen. Entschließungen, die un Rheinland gegen die französischen Pläne gefaßt worden sind, die der christlichen Volkspartei, eines dem Zentrum nahestehenden Parteisplitters, hervor, in dem sich ausgesprochene Rheinförderallsten befänden. Auch sie erheben förmlichenEinspruchgegen die französischen Rheinlandpläne.
empfangen. . _.
* Verhandlungen in der Desoldungsscage. Emer Abordnung der Spitzenorganisationen der, Beamten und Staatsarbeiter, die im Reichsfinanzmrnifterinin wegen der Teuerungsaktion für Dezem - b e r vorsprach, wurde erklärt, daß voraussichtlich noch in dieser' Woche, spätestens aber in der kommenden, Einladungen zu einer Besprechung mit den Gewerkschaftsvertretern ergehen würde.
* Die Regierungsbildung in Sachsen. Im sächsischen Land'tag stand nach der erfolgten Neuwahl der Kammer jetzt die Wahl des Ministerpräsidenten auf der Tagesordnung. Von sozialdemokratischer Seite wurde die Wiederwahl des bisherigen Ministerpräsidenten Buck vorgeschlagen, der schließlich auch mit 49 von 94 abgegebenen Stimmen gewählt
wir sind jetzt höchstens noch Süd-Orkneys entfernt.“
»Der Walfischfänger, den Ken," fuhr ich fort, „befestigt daß schon manch ein Schiff
Form auf tritt, im selben Zeitpunkt, wo auch die Orientfrage aufgeworfen wird und zwar in ihrer klassöchen Form, in der eines Konfliktes zwischen Rußland und E n g l a n d. Auf diese Weife halten wir die beiden Enden der Kette in der Hand. In dem Augenblick, wo Summa Summarum das alte französisch- deutsche Duell in eine neue Phase tritt, beginnt auch das alte russisch-deutsche Duell von neuem und die Türken von Angora können sich morgen mit den Moskauer Bolschewisten verbinden, die die Politik des Zaren fortsetzen. Die Konferenz von Lausanne wird vielleicht morgen die Proklamation der russisch-türkischen Allianz zeitigen, wie die Konferenz von Genua die Proklamation der deutsch-russischen Allianz erlebte, und wir werden vielleicht in diesem Augenblick ein Deutschland vorfinden, das sich auf Rußland und die Türkei stützt, wenn mir unser Konto mit ihm zu regeln haben, und umgekehrt, werden sich die Türken und Russen auf Deutschland stützen, wenn England in der Meerengenfrage Widerstand zu leisten versucht."
Diese Stimme beweist, wieviel jetzt von einer glücklicher! Führung der deutschen Außenpolitik abhängen kann. Hoffentlich gelingt es dem Kabinett Cuno, unbeirrt durch Geftchlsmomente, die richtige Bahn zu steuern.
Entsetzensschrei, wie ihn nur Schreck und Todesangst menschlichen Kehlen zu entringen vermag. Ein flacher, scharfkantiger Eisberg mar am Bug des Schiffes aufgetaucht und drohte uns zu zermalmen. Eine blitzschnelle Drehung des Steuerrades jedoch brachte den Albatros aus dem Bereich dieses gefährlichen Nachbars.
Die'Nacht mar kurz; nach wenigen Stunden schon hämmerte der Morgen. Dunkelblau breitete sich die Polarsee vor unseren Blicken aus, mit ihren eisigen Mar- rnorternpeln, Alabasterstädten und Kristallpalästen, in deren Kuppeln und Zinnen die ersten Strahlen der Morgensonne sich tausendfach brachen.
Noch war zwischen den Eisbergen Raum genug zur Durchfahrt. Der Erste Steuermann, der oben auf der Bor-Oberbramaraa Ausguck gehalten hatte, berichtete, zusammenhängende Eismassen seien nicht zu sehen. Wohl ober habe er am Horizonte einen matten blauen Schatten bemerkt, den er für Land halte.
Das mußte eine Bergspitze der Krönungsinsel sein!
Sofort ließ der Kapitän alle Segel setzen. Das Vormarssegel wurde losgemacht, alle Reffe ausgesteckt, und bald führte uns eine frische Nordwestbrise in rascher Fahrt nach Süden,
Zwanzigstes Kapitel.
Die Srönungsinsel.
Aber erst am nächsten Morgen gegen zehn Uhr bekamen mit, nachdem mir genau einen Monat unterwegs gewesen waren, Land in Sicht. Es war ein klarer, sonniger Tag; große, milchweiße Wolken segelten, von einem frischen Westwind getrieben, eilig am Himmel da- hln. Die See mar lebhaft bewegt, ging aber nicht hohl, so daß unsere Brigg ruhig und stetig die Wogen durch- schnitt. Wir hatten nur wenig Segel bei, da es von größeren und kleineren Eisbergen um uns her förmlich wimmelte. In geringer (Entfernung vom Albatros starrten uns schroffe Eisklippen entgegen, während darüber eine fast senkrechte mit ewigem Schnee bedeckte Felswand .bis zu schwindelnder Höhe emperstieg.
Ich war außer mir vor Aufregung. Furcht und Hoff- mmg stritten sich um die Oberhand. Die steilen Fels-
Der amerikanische Botschafter in London, Harney, erklärte in einer Rede mit Bezug auf die Konferenz der Premierminister in London, es müsse eine internationale Regelung der Wirtschaftsfragen stattfinden. Von dem Ergebnis der Zusammenkunft der vier Premierminister hänge die künftige Wohlfahrt von Millionen ab. Wenn man bei dieser Zusammenkunft nicht für die Zivilisation eintrete, würden alle untergehen. Europa könne nicht noch ein weiteres Jahr unter den bisherigen Drohungen leben.
Der Londoner Berichterstatter des „Manchester Guardian" schreibt, die Rede Harveys sei von un- zewöhnlichem Interesse. Harvey habe noch erklärt, die Welt hoffe, daß die Premierminister der vier alliierten Länder die Lage im Geiste der Duldsamkeit behandeln würden. Amerika werde vielleicht in der Lage sein, die Beschlüsse zu beeinflussen.
Leroimvorlliw für Ben leßauioneQen Teil: Dr. I. Kramer, für die Anzeigen: I. ParzelIer»Fulda. u
Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. tFemirrether Nr. ft Posttcheck-Konto 4051 Frankfurt a. M.
„Das ist möglich, aber keineswegs gewiß," entgegnete Cliffe. „Jedenfalls werden Sie bald Gewißheit haben!"
.Sie haben recht," antwortete ich mit gepreßter Stimme, „nun muß ich nicht mehr lange warten. Ob mir sie nun finden oder nicht — aus dem Bemußffein, kein Mittel unversucht gelaflen zu haben, werde ich Kraft schöpfen, mein Schicksal zu tragen. — Werden Sie zur Nacht beidrehen?"
„Ich bin eigentlich mehr dafür, den Albatros noch ein Ende laufen zu lassen," erwiderte Cliffe, „aber wir wollen nichts riskieren."
.Nein", stimmte ich zu, „mir mä|[en sicher geben."
Der päpstliche Nuntius in Bern, Monsignore Mag- [tone, hat an den Präsidenten der Lausanner Konferenz eine Note gerichtet, in der es heißt:
Dem Heiligen Stuhl gehen aus Konstantinopel täglich die beunruhigendsten Nachrichten zu. Die Christen von Europa werden von einer Panik ergriffen. Sie fliehen. Die Besitzungen der Europäer und religiösen Kongregationen sind äußerst gefährdet. Man befürchtet das Eintreffen irregulärer Banden, woraus sich vernichtende Folgen ergeben können. Die Armenier, die keine Zuflucht haben, find die Beute eines buchstäblichen Terrors. Der Heilige Stuhl sucht im Namen der Humanität dringend sofortige Ergreifung der wirksamsten Maßnahmen Sicherstellung der Bevölkerung.
Unruhen in Bulgarien.
Ein Handstreich auf Süstendil.
Nach einer Meldung der Bulgarischen Telegraphen- agentur griff eine Bande von mazedonischen Autonomisten und Parteigängern des Opposition Mocks die Stadt Küstendil an, die oon Sofia 100 Klm. entfernt liegt. Sie unterbrach die Verkchrsverbindungen mit der Hauptstadt und nahm unter den Bewohnern der Stadt eine Reihe von Verhaftungen vor. Die Regierung hat Maßnahmen zur Unterdrückung dieser Bewegung getroffen.
zumal die b a y e r i schließlich kommt die---------- -
immer mehr in ein Stadium, das sie aus dem Bereich her theoretischen Betrachtung heraushebt.
Die „Liberte" bringt jetzt in einem Artikel die Reparationspolitik ganz offen in Verbindung mit den FrieLensDerhandlungen in Lausanne. Sie schreibt:
Es beständen Aussichten dafür, daß die stanzösische Regierung Veranlassung findet, die Pfänder mit Beschlag zu be’egen, die die Vorbedingung eines neuen Moratoriums find. Es müßten endlich die Maßnahmen getrcffer. werden, von denen so lange schon die Rede ist, oder aber Frankreich verzichtet auf die Hoffnung, jemals Bezahlung zu finden, fei es auch nur im allergeringsten Maße. „Wohin sind mir bei dem vielen Warten ge. kommen? Soweit, daß die Reparationsfrage in akuter
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Nov. Der Reichspräsident
„Ich glaube, mir nähern uns dem Ziel," sagte ich zu Kapitän Cliffe.
„Jawohl. Hätten mir nur klares Wetter, so müßten die Inseln schon morgen mittag in Sicht kommen, denn fünfzig Meilen von den
3n Berlin
sind die Ministerpräsidenten der deuffchen Lander seit Dienstag versammelt. Der bayerische Mmsterptast- dent v. Knilling hat zunächst besonders mit dem Reichskanzler wegen der französischen Sichneforderung verhandeln Dann nahmen allgemeine Verhandlungen der Ministerpräsidenten chren Anfang. Die zuständigen Ressortminister gaben über die außenpolitische, innenpolitische, finanzielle, soziale und ernährungswirtschast- liche Lage kurze Berichte, die weiterhin Gegenstand einer Aussprache sein werden. Bis zur Stunde sind Ergebnisse der Verhandlungen nicht bekannt.
das laufende Tauwerk war forgfätig instand gesetzt und aufgeschossen worden, damit es sofort griffbereit daläge, falls irgend ein Warnungsruf der Wache auf dem Bor- derkastell ein schleuniges Umlegen des Steuerrades nötig machen sollte.
Zahlreiche Vögel strichen über die Flut, und als ich mich ummanbte, um einen neu austauchenden Eisberg näher ins Auge zu fassen, sah ich zu meinem größten Erstaunen die Meeresoberfläche etma einen halben Morgen weit mit Salzkraut, einer antarktischen Riesenalge, bebectt. Alle Anzeichen deuteten auf die Nähe von Land.
weit genug nach Süden oorgeötungen sein mag, um das Wrack sichten zu können."
Ich stand neben dem Kapitän und beobachtete spannt das Auftauchen und Verschwinden unserer schrnim- inenben Feinde. Wir kamen nur langsam vorwärts:
wurde. Hofmarrn (deutschnat.) erhiell 18 und Kaffer ^deutsche Vpt.) 3 Stimmen. Außerdem wurden
' 11 Jahre Zuchthaus für die Meuchelmörder.
Die Zeugenvernehmung im ~ Asteniaisprozeß ergab nichts wesentliches mehr. Die Kasseler Kostgeberm der Angeklagten sagte aus, daß diese sich über Scheidemann abfällig geäußert hätten.. Oehlschläger sagte einmal, solche Halunken gehörten vor die Plstow. Der Zeuge Polizeiinspektor L e n n a r tz, M.-Glakuach verneint die Frage des Vorsitzenden, ob er festgestellt Hobe, daß Hustert und Oehlschläger Beziehungen zur Organisation E unterhielten. Er erklärte aber, er müsse annehmen, oag solche Beziehungen bestanden hätten.
Oberbürgermeister Scheidemann, der als Reben- klüger zugelaffen ist, gab auch ein Bild über die Vor- gänfle vor Ausbruch der Revolution, weil die Angeklagten diese Vorgänge als Beweggrund für ihre Handlung angeführt hatten. Bemerkenswert war namentlich eine Stelle über den Anfang der Meutereien bet der Reichs- marine. Die ersten Nachrichten hierüber, so sagte Scheidemann, hätten ihn während einer Kommissions- sitzung im Reichstag erreicht. In weiteren Depeschen über die Ausdehnung der Meuterei wurde dann um Die Entsendung eines Abgeordneten nach Kiel gebeten zwecks Einleitung einer Vermittlungsaktion. Darauf habe Scheidemann sich mit Koste in Verbindung gesetzt und ihn gebeten, nach Kiel zu reifen. Das Kabinett hab, später diese seine Handlungsweise gebilligt.
Im Anschluß an die Rede Scheidemanns hielt dann Oberreichsanwalt @ her mag er fein Plädoyey. an dessen Schluß er folgende
Strafanträge stellte: Der Oberreichsanwalt beantragte für die Ange- klagten eine Zuchthausstrafe von je elf Jahren. Außerdem gegen Oehlschläger wegen unbe- fugten Waffenbesitzes eine Gefängnisstrafe von vier Rio- naten sowie Aberkennung der bürgerlich «v Ehrenrechte auf 10 Jahre.
In der Begründung seiner Anträge hob der Oberreichsanwalt hervor, daß ein enger innerer Zusammenhang zwischen den Attentaten auf Erzberger, Scheidemann und Rathenau unbestreitbar sei. In allen diesen Fällen rekrutieren sich die Teilnehmer und Begünstiger aus einer bestimmten Schicht, kannten sich gegenseitig, gehörten denselben Organisationen an. Es seien Existenzen, die an sich gewisse Qualitäten batten, aber durch die Kriegszeit wurzellos geworden feien und, getrieben von verantwortungslosen Führern, es gewissermaßen als Sport betreiben, politische Persönlichkeiten zu beseitigen. Daß die beiden Täter das zur Ausführung des Attentats nötige Geld erspart hätten, halte er für unwahr. Wahrscheinlich standen andere Elemente hinter ihnen, die sie mit Geld versorgten. Es sei auch auffallend, daß sie sich wochenlang in Kassel auf. hielten und es fei wahrscheinlich, daß sie auf das Stichwort von außen warteten.
Justizrat Heußner führte für den Angeklagten Hustert aus, es sei ihm zu glauben, daß er von seinem Standpunkt'aus aus ideellen Gründen gehandelt hsch«.
Für den Angeklagten Oehlschläger sprach Verteidige,. Dr. Bloch, der sich unter Berufung auf den Rathenau» prozeß gegen das Strafmaß und die vom Oberreichs- anwalt verlangte Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte wandte.
Dberreicfjsanmalt Ebermayer wies in feiner Replik zum Strafmaß darauf hin, daü es ikfa . im ätotbe» nauprozeß um eine materiell geringere’ Bmyiste, hier aber um gemeinschaftlichen Mordversuch gehandelt habe.
Nebenkläger Scheidemann wandte sich gegen Ausführungen eines der Verteidiger und erklärte insbesondere, bei den kaiserlichen Möbeln, die in feiner Wohnung ständen, handle es sich um Möbel, die in kaiserlichen Schlössern auf Böden herumgestanden hätten. Gleiche Möbel ständen bet allen deutschen Ministern und Staatssekretären, sowie bei den meisten Oberpräsidenten.
Die Verkündigung des Urteils ist auf Mittwoch mittag 12 Uhr festgesetzt worden.
Das Verfahren gegen Ehrhardt.
Wie uns aus Leipzig gemeldet wird, hat der Staatsgerichtshof, nachdem er den Antrag Ehrhardts auf Haftentlassung abgelehnt hatte, die Beschlagnahme des gesamten Vermögens Ehrhardts verfügt. Ehrhardt soll über sehr bedeutende Mittel verfügen.
Ruhelos irrte ich an Deck umher, bis die Kälte mich in die Kajüte trieb; doch auch hier hielt ich es nicht lange aus und eilte bald wieder hinauf.
Der Ozean bot noch immer dasselbe Bild. Schwerfällig hob und senkte die Brigg sich auf der gleichmäßig rollenden Dünung, die nur ab und zu in der Nähe der Eisberge von den Ausläufern der Brandung gekreuzt wurde. Ringsum helles Glitzern und Flimmern. Von den Raaen und Tauen des Albatros funkelten lange, schimmernde Eiszapfen herab —, aber all das Leuchten war tausendfach vergrößert bei den schwimmenden Riesen da brühen, die bald steil wie eine Felswand, bald wild gezackt wie ein zerklüftetes Gebirge, bald flach und eben wie eine Tischplatte, in wilder flammender Schönheit dalagen. i
Die Nacht brach an. Es war sternenklar, aber bitterkalt. Im fahlen Sternenglanz hatten die Eisberge etwas Gespensterhaftes.
Unaufhörlich klang das Geräusch splitternder, abbröckelnder Etsmassen wie knatterndes Gewehrfeuer durch die nächlliche Stille. Einen unauslöschlichen Eindruck machte es auf mich, als ich einen der kristallenen Giganten plötzlich in sich zusammenbrechen und in den Fluten verschwinden sah. 2n dieser Nacht kam die Mannschaft des Albatros wenig zur Ruhe, denn der Kapitän hatte wegen der drohenden Eisgefahr alle Mann an Deck beordert. An jeder Seite der Back hielt ein Mann Ausguck und ein dritter faß hoch oben auf der Fockraa. Steuermann und Bootsmann lösten einander alte zwei Stunden ab und hielten auf dem Vorderkastell scharfen Ausguck; auch dem Mann am Steuerrabe wurde ein Gehilfe beigegeben. Das Feuer in der Kombüse ging die ganze Nacht nicht aus, und von Zett zu Zeit wurde den Leuten heißer Kaffee verabfolgt.
Me größte Gefahr drohte uns von den kleinen Eisbergen, die man in der Dunkelheit erst bann sichten konnte, wenn sie sich schon in bedenklicher Nähe befanden, und die trotz ihrer geringen Größe unserem Schiff ein gefährliches Leck hätten beibringen können.
Anfänglich fühlte ich mich durch die fortwährenden Alarmrufe: „Eis voraus!" „Eis in Backbord!" „Steuer» borb das Ruder!" beunruhigt, allmählich aber gewöhnte 1 ich mitt» daran.. Einmal hörte ich einen vielstimmigen
Lücken unterbrochenen Eisüberzug erhöht wurde, wäre» ja die Krönungsinsek!
Alle Mann waren auf dem Posten, um das Schiff sicher durch die schmale gewundene Fahrrinne zu bringen die zwischen den Eisbergen sichtbar wurde. Die Anker hingen unter den Kranbalken klar zum Werfen über den Notfall, und die Mannschaft war an den Brassen, Fallen und Geitauen verteilt, um auf das Kommando des Kapitäns sofort die häufig wechselnden Segelmanöoer aus* zuführen.
Unverwandt beobachtete ich die immer deutlicher vor uns auftauchende Küstenlinie und ließ das Fernrohr nur, ab und zu sinken, um einen vergleichenden Blick auf die Karte der antarktischen Inselgruppen zu werfen, die auf dem Oberlicht der Kajüte ausgebreitet lag. Nach den Angaben des Walfischfängers mußte das Wrack auf einem Abhang in der Palmerbai liegen, und Kapitän Cliffe war der Ansicht, daß diese der langgestreckte Ein.' schnitt zwischen jenen beiden bläulich schimmernden Felsen sein müfle, die ein Wick durch das Fernglas uns zeigte.
Die Eisberge hinderten die Beobachtung ungemein# die ganze Kiistc.rstnie war voll von ihnen. Mir büeb einstweilen nichts übrig, als eifrig durch jede Lücke gii spähen, die sich zwischen ihnen auftat.
Der Albatros näherte sich mit einer Geschwindigkeit von viereinhalb Knoten langsam der Küste, deren Umrifle jetzt immer bestimmter hervortraten. Ich ließ das Glas kaum mehr vorn Auge und durchforschte in fieberhafter Spannung jedes neu auftauchende Fleckchen Land. Bei einer Wendung des Schiffes sah ich zwischen den Eis- massen eine gerundete Felsen küste. Das mußte die Palmerbai sein. Und dort, am Fuße einer jäh abstürzendeo Klippe, sah ich einen schwarzen Fleck, ein —
Mein Herzschlag setzte fast aus. Schärfer sah ich hin. Nun war kein Zweifel mehr möglich.
„Cliffe!" schrie ich. „Mein Gott, Cllffe! Ich hab« das Wrack. Dori —"
Der Kapitän stürzte an meine Seite.und riß mir bas Fernglas aus der Hand:
„Ja, ich sehe es. Ich habe es auch! Gerade, wie bet Quäker gesagt hat — hoch über der Brandung auf Dem Felsen im Herzen der Bail" «Forts, folgt.)
(Bezugspreis: «Monatlich 200 Alk. Zustellgebühr extra- ~ Abgeholt in der Geschäftsstelle 200 R!k. s
Anzeigen: Kleinzeile nach Colonel 18 Mk. °u-w.2S R». Reklamezeile (Tert breite) nach Colone'maß 75 Mark.
Auf der Suche nach „Verfehlungen".
Laut „Lokal-Anz." hat General Rollet die Präsidenten feiner verschiedenen Unterkommifsionen in der Provinz angewiesen, alle Beanstandungen und Un= rvgelmäßigkeiten, auf die man bei dm Kontrollziffern stoße, sofort der Hauptkommission in Berlin zu melden, damit diese gleich die entsprechenden Schritte unternehmen könne.
Deutscher Reichstag.
Der neue Justizminister zu Justizfragen.
Nach einigen deutschnationalen und deutschvölkischen Anfra..en kommt der Haushalt des Reichspräsidenten zusammen mit dem Gesetzentwurf über das Ruhege- halt des Reichspräsidenten zur gemeinsamen Beratung. Der Gesetzentwurf geht an den Haushalts, ausschuß. Der Nachtragsetat des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers, des Reichswirtschaftsrates und^des ReichZwehrrninisteriums werden angenommen.
Beim Nachtragsetat des Reichsjustizministeri- ums fordert Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) den neuen Reichsjustizminister auf, eine programmatische Erklärung abzugeben. Abg. Dr. Bell (Ztr?, wendet sich gegen jede weitere Erleichterung der Ehescheidung. Reichsjustiz. Minister Dr, Heinze erklärt,daß beider Justizreform wie bei allen anderen Reformen wirtschaftliche Gesichtspunkte und finanzielle Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden müßten. Der Notlage der Rechtsanwälte werde er seine volle Aufmerksamkeit zuwenden. In der Frage des Ehescheidungsverfahrens sei aber mit den Gewissensgedanken größerer Volkskreise zu rechnen, die man nicht vor den Kopf stoßen könne, lieber den Prozeß Fechenbach werde er im Ausschuß Auskunft neben. Bei der Verhaftung Ehrhardts habe die Münchener Polizei den Reichsgerichtsrat Metz in jeder Weise unterstützt. Was seine Siebung zur Klaffen- justiz anlange, so werde es sein Bestreben sein, die Justiz aus dem Kampf der Parteien herauszuheben.
Der Nachtragsetat zum Justizhaushalt und zum allgemeinen Pensionsfonds werden sodann angenommen.
Mittwoch: Sozialdemokratische Teuerungsinterpel- lation.
empfing den neuernannten französischen außer- ovdenMchen bevollmächtigten Botschafter I a c q u i n de Margerie zur Empfangnahme seines Beglaubigungsschreibens. Dabei hielt der Botschaster eine Ansprache, in der er ausführie, er wolle den Beweis für den aufrichtigen Wunsch seiner Regierung liefern, daß zwischen Frankreich und Deutschland im Rahmen des Friedensoertrages auf der Grundlage ihres Verhältnisses zueinander die für den Forffchritt dieser neuen Welt unentbehrlichen Beziehungen wieder hergestellt - und entwickelt werden. Er bringe dafür neben leidenschaftlichemWahrheitskult und entschlossenem Streben nach Einhaltung des richtigen Maßes, wie sie die französische TrMtion auf- weift, die unerschütterliche Absicht mich die Rechte Frarikreichs zu wahren und dieReMsDeutsch-
Di« Atempause für das neue Kabine tt Cuno wird wohl bald abgelaufen sein. Am Mittwoch findet in Berlin die Verhandlung über eine sozialdemokratische Anfrage über die Teuerung statt.. In diesem Zusammenhang werden innenpolitische Meinungsverschiedenheiten nicht ausbleiben. Am 10. Dezember ist die Frist für die stanzösische Sühneforderung wogen Ingolstadt, Passau und Stettin abgelaufen. Auch in diesen Fragen, drohen starke Gegensätze der Auffassung in die Erscheinung zu treten, ' ' sche Frage hineinspielt und Moratoriumsfrage nun
lands zu achten. Er vertraue darauf, baß.der Pm- | MrdlMschlag gegSN ZcheldeNMM sident und die deuffche Regierung ihn hlerber unterstützen worden, da sonst seine Arbeit, Gefahr lause, nicht alle ihre Früchte zu zeitigen. Präsident Ebert antwortete u. a., di- deutsche ReichsreZrerun« werde alles tun, um jene Stabilität der Verhältnisse her- zustellen, die das Ziel der Gegenwart feien Jener Sinn für Maß und Wahrheit, den der Bot- schaster erwähnte, werd- dabei entscheidend M.rzu- wirlen haben. Der Botschaster werde, wenn er die immer schwerere Lage des deutschen Volkes kennen lerne: Gelegenheit finden, mit seiner reichen dlplomati- fchen Erfahrung dem Frieden zu dienen. Der Reichs- präsident hat auch den neu ernannten portugiesischen Gesandten Dr. Alberto de Veiga Sunoes zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens
Roman von Clark Stuff elL
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