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FuldaerZeitung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stadl Fulda.

fir. 274.

tierantroortltd: tut den teoauionellen Teil: 2)r. I. Kramer. - fÜT die Anzeigen: I. Par ze i > e r »Fulda. :: Roianonsdnick u. Verlao der Fuldaer Sldienhrarferei in Fulda jtprn.-redifT 'T»t. u VoTcheck-Konw 4051 Franllurt a M.

Mittwoch, 29« November 1922*

Bezugspreis- 'JUionatli* 150 Mi. Zustellgebühr extra. U Abqebolt in der Keichältsst.lle 155 21h. ::

Anzeigen: Kleinzelle nach Co'one' 15 2Nk.; ausro. 20 21H. (TerthreHp> nach Colone Mak 60 llark.

49. Zahrg,

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trauen zu betrachten beginnen und vor Zersplitte­rungen der völktschen Einheitsfront warnen.

Das ist jedenfalls sicher, daß unser Großagrarier- tum, uefere Herren von der Industrie und dem Tank- wesen heute an diesen Par rirerbänten keine unbe­dingte Eefo'.gschaft mehr besitzen und das in diesen Verbänden sich der Boden bereitet, aus wechsln das so ost Mn jenen Leuten zu Gesch ästszwecken zur Schau getragene patriotische Gesicht von rechts her eine neue Beleuchtung erfahren wird. Auch diesen Verbänden hastet etwas von dum Klassenkampf- charakter der Leute an, die aus den deu.schen Links­parteien zu ihnen h:.übereeschwenkt sind.

In diesem Zusammenhänge sind eisige Ausfüh- nmgen sehr interessant, welche der frühere Minister­präsident des braunschweigischen Kabinetts und jetz'ge Lginütagsahgeordnete Sepp Oerter in einer Ber- sammlung in Seesen am Harz kürzlich vergetragen

- dirigenten, Oberpräsidialräte, Obrrregierungsräte bei den Regierungen und der den Polizeipräsidenten von Berlin vertretende Oberregierungsrat jederzeit einstweilig in de, Ruhestand versetzt werden.

Nach Erledigung einer Reihe kleiner Vorlagen wer» den Anträge der Kommunisten, der Deutschnationale, und der Sozialdemokraten, die schleunige Vorlegung der neuen Landgemeinden- und Städteord- n u n g ohne Rücksicht auf die Bedingungen des Staats­rechts verlangen, damit die Neuwahlen zu den Ge­meindevertretungen auf Grund der neuen Ordnung im Früh-ahr vorgenommen werden können, dem Haushalls- auss-huß überwiesen.

Dienstag: Große Anfrage über das Reichsmle- tengesetz, Maßnahmen gegen die Ostjudeneinwande­rung und zum Schutze der Republik u. a.

In leicht gebeugter Haltung, die Mütze in der Hand, stand der Hüne vor mir. Sein wettergebräuntes, leder­farbenes Gesicht trug den Ausdruck unbewegten Gleich­mutes, der mir schon vorhin ausgefallen war.

Mr. Hobbs machte uns miteinander bekannt,' und mich beschlich ein eigenartiges Gefühl, als ich dem Menschen gegenübenstand, der meine Braut vielleicht zum letzi-n Male hatte sprechen hören. 6

Glauben Sie, daß die drei auf dem Wrack der Lady Emma Zurückgebliebenen rettungslos verloren sind?" fragte ich ihn mit gepreßter Stimme

»Nein, Herr," entgegnete der Seemann, solange fie auf offener See treiben und nicht auf Eis geraten, kön­nen sie von vorüberfahrenden Seglern gesichtet' und aufgenommen werden."

Warum bat mv" fie überhaupt zurückgelaifen?" rief ich in schmerzlicher Wut.

- Ein mitleidiger Blick des Bootsmannes streifte mein verstörtes Gesicht, doch ließ er sich durch meine leiden­schaftlichen Vorwürfe nicht aus seiner Gelassenheit brin­gen, sondern erwiderte mit überlegener Ruhe:

Der Kapitän weigerte sich, das Schiff z,, verlaßen. Meine Kameraden werden Ihnen bestätigen, Mr. Moore, daß ich ihn und die'Damen mehrfach aufgefordsrt habe,' zu uns ins Boot zu kommen, desgleichen auch der Schiffsorzt. Mr. Owen. Der Kapitän aber hörte nicht auf uns, sondern wollte auf ein Schiff warten, das die Lady Emma ins Schlepptau nehmen sollte. Er bestand

die Brüsseler Konferenz

trotz des Wunsches der französischen Regierung vielleicht nicht zusMmenlrelen oder mög'ichecwe'se kern Ergeh, nis zeiligen werde und da

der deutsche Reichstag

einmütig dafür elnireke,>datz veulsch'and sich den Re- parakionsverpflichkuiMi, entziehe, würden Maßnah­men in Betracht gezogen, die man für geeignet h-alle für eine Garantie der französischen Rechte. Diese Watz, nahmen feien folgende:

1. Line vollständige Beschlagnahme der Rheinlande namentlich durch di? Ersetzung der denlschen durch französische Beamte.

Jetzt bestätigt folgendes Privattelegramm schlimmsten Befürchtungen.

Sine Hofe MnKrelchs.

2. Line Besetzung von zwei Dritteln des Ruhrgebietes, einschlietzlich Esten und Bochum.

Wieweit die Franzosen in ter Sage sein werten, diein Betracht gezogenen" Maßnahmen mm tatsäch­lich an?Zufuhren, wieweit die Ankündigung vielleicht nur als Einschüchterungsvetsuch Kracht ist, läßt sich im Augenblick schwer sagen. Bei ter Stimmung, die im Entrnielocer, in England, Frankreich und Italien, herrscht, die namentlich durch die Verha-Mungen ter Orientkonferenz sich praktisch ouswirken können, ist le'ter zu optimfftischer Hoffnung für Deutschland wenig AnLaß.

wtb Paris, 28. Rav. lBrioakke'egramm). französische Regierung veröff-nt ichl eine offiziöse Roke, In ter es heitzl: da

Schwere Drohung der $ranzofen m Anschlag auf Rheinland und Ruhrgebiet.

des Marschalls Fach erstelle-*r Genüge den C h n- ratter der von der französischen Negierung Auge gefaßtenLösung".

Ans dem besetzten Gebiet.

»i dir Franzosen in der Pfalz. In einer Landtags. I Interpellation sämtlicher bürgerlicher Parteien in fQt>ctn wird dre Ne ierung auf die fort eseyten An.

I, forterunjen von für oie Ernährung des BmkeS wert. ±-'i??ttl,n.ln °er Pfalz durch die französischen Mlütarbehoroen mw-e die ständige Beschaffun; von ^rerzlerplatzen, Kasernen und O fiziers- und »kann,chafts.oohnunien hinaewieseu Die Regierung >,ltÖ«>Unl=Clne lärung ersucht, ob sie bereit sei, mit

RrlchsieMeruna_ flehen die Lestrebunaen der fian- go|t|d)cn .Nltitarbehörde, in der Pfalz motze Heeres, lager zu Ichaffen, Stellung zu nehmen.

veiitscher Reich.

* Berlin, 28. Noo. Das Reichskubinett hat dem Entwurf zur Erhöhung der Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues für 1923 seine Zustim- mung erteilt; der Gesetzentwurf wird alsbald an Öen Reichs rat gehen. Weiterhin beschäftigte sich d>e Kabinettssitzung mit einer Vorlage über eine AbänderungdesZma ngsanleih e-(I esetze s: Einzeiheiten darüber sind noch nicht bekannt.

* Die Herausgabe ter diplomatische Akte». Wie dasB. T." mitteiü, ist die weitere Arbeit an der Herausgabe ter diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes soweit g-eförtert warten, daß die zweite Reih« tes WerkesDie große Politik der europäischen Ka-- binette 18711914" unter dem G samttitelDer neue Kurs" in Stärke von sechs Körten mnechaib ter ersten drei Monate tes nächsten Jahres erscheinen wird. Die zweite Reihe des Werkes reröffentlicht das Dokumentenmateriat aus den Jchrsn 189097.

' Gegen den LeteNömttteuoucqer. Der ,Lokal- anzeiger' meldet auä Dresden, daß die sächsische Regterung Milch- und Butter - H ö ch stpr e ise fest, gesetzt hat, um dem Wucher in diesen beiden Nah- rungsmi teln ent^egenzuwitken. Sa- L ter Vollmilch darf beim Erzeuger höchstens 70 Mark tonen, die Butter höchstens 700 'Uiarf.

_* Der Völkische Rechtsblock in Bayern. Wie die Blätter aus München melden, hat dte unter Füh. rung des ehemaligen Oberst von Xylon der von der Mittelpa tei abgetrennte Gruppe tn Bayern ihre oraanisatoiiiche Gründung vollzogen. Sie nennt sich Völki'cher Rechtsblock in Bayern Nach einer Meldung der .Deutlichen Alloemeinen Rettung' aus München hat sich der Bayer t sche Bauernbund auf {einem Parteitag in München der Wirt- fchaftspartei des deutschen Mittelstands angeschlossen und den Namen Bayerische Bauern* und Mitielstandspariet angenommen.

hat. Er spricht davon, daß er beabsichtige, demnächst seine Lebenserirmerungen hercmszugeben, unter dem Titel:Dom Zuchthausschemel zum Minister." Sepp Detter war bekanntlich früher revolutionärer Sozialist. Er sagte, daß er bei ter Nieterschreöbuna seiner Er­innerungen zugleich auch eine gründliche Revision mit sich selbst üorgcnotnmen habe, und daß er zu der felsen­festen Ueberzeugiung gekommen sei, daß der Sozia- I i 5 m u 5 auf internationaler Grundlage eine Wahnsinnstheorie sei.Der einzige W:g, ter uns aus diesem Jammertal führt, ist der Sozm- lismus auf nationaler Grunelaxe. Den Ver­sailler Frietensvertrag mußte das ' teit sche Velk damals amrchmen, weil keine Einmut'gkett im deut­schen Volke bestand. Diese Ein-rütigkett herzusbüen, muß unser aller höchstes Ziel sein, da>mit wir bald in der Lage sind, die Horden aus tem besetzten Geb et hinm'szujagen. Es darf auch m Zu'unst nicht mehr heißen: die D ktatur des Proletariats, io Vern die Diktatur der schaffenden Stände. Auf die Jutensrage näher einzugehen, lehne tch als Ratio- nEeulfcher ab. Wenn wir den Blick rückwärts schweifen lasten, so müssen wir alle erkennen, daß wir ganz verkehrten Weges gegangen sind; und wenn ich heue zu entbleiten hätte, so wäre ich lieber M o n a r ch i st als S o z i a l i st."

DieDeutsche Tageszeitung", dte über diese Rete Sepp Oerters berichtet, fragt in einer Anmerkung ver­wundert:Was nicht alles aus einem Sozialisten und überzeugten Republikaner werden kann." Wenn sie sich die Mühe machen wollte, einmal tiefer in die Psychologe der M'sittieter ter d-utschvöitischen Ver- fctfette el-nzuteingen, so würde. sie von solcher Ver- wunterung frei gebbieben sein. Solange die Metsch- heit Parteipolitik macht, haben die Extreme immer noch in engster Verwandtschaft zueinander st a nde n.

Der Anschlag der Feinde lag in der Luft. Das merkte, wer Gefühl für politische Vorgänge hat, schon seit einiger Zeit. Unglücklicherweise hat die Regierungskrise, die uns den erprobten Dr. Wirth gekostet hat, die Vorbereitung des deutschen Volkes auf neue schwerste außenpolitische Belastung stark beeinträchtigt. Gebe Gott, daß die Regierung Dr. Cuno in der Lage ist, dem, was uns fetzt bedroht, mit Erfolg entgegenzuwirken. Das Volk muß jeden­falls in geschloffener Einigkeit so nachdrücklich wie möglich die Abwehraktion unserer Regierung unter­stützen. Nur die unerschütterliche Volksstimmnng als Stütze der Volksvertretung kann jetzt tem An­schlag des annektionslüsternen Frankreich erfolg­reich Widerstand leisten.

Schon die letzten Meldungen aus Paris kündig­ten Schlimmes an. Ts wurde zunächst gemeldet, daß der Vorsitzende der deutschen Kriegslastenkom- Mission in Paris, Staatssekretär Fischer, auf An­weisung der deutschen Regierung der Reparations­kommission offiziell mitgeteilt habe, daß die neue deutsche Regierung entsprechend der Erklärung tes Reichskanzlers vom 24. d. M. ohne C-nschränkung auf den Boden der Rote vom 14. November tritt' und fest entschlossen ist, das in ihr enthaltene Pro­gramm in vollem Umfange ?,u vertreten und du rchzu führen. Sie habe damit unter Hin­weis auf die wirtschaftliche und finannelle Lage Deutschlands die Bitte verbunden, den in der Note vom 14. November gestellten Anträgen mit möglichster Beschleunigung st a 11 u g e b e n. Gleichzeitig ging der Frkst. Ztg. eine Meldunn m, tm Elysee -'n Paris habe unter dem Vorsitz des Prä­sidenten M i l l e r a n d eine Konferenz stattgef"n- den, an der Ministerpräsident Poincare, der Finaneminister de L a st e y r i e, der Kriegsminister M a o i n o t, der Wiederaufbauminister R e i b e l, ter Präsident der Renarationskommiss'on Bar­th o u und Marschall Fach teilgenommen haben. Die Liste der zu dieser Aussprache zugezogenen Persönlichkeiten lasse keinen Zweifel, daß es sich dabei um die Reparationsfrage gehandelt hat, und die Teilnahme des Kriegsministers und

preußischer Landtag.

Der Ruf nach Gemeinde-Neuwahlen.

_®er Gesetzentwurf über Bereitstellung weiterer 300 Millionen Mark für die Sicherung der Stromver­sorgung im Weserquell- und Maingebiet geht an den Handels- und Gewerbeausschuß.

Sodann wird d,e Besprechung der Uranträge zum gurforgewefen fortgesetzt. Sämtliche Anträge des Hauptausschusses werten angenommen, ebenso auch der Antrag wegen Anpassung des P r e i s e s für U m l a g e- getreide an die veränderten Geldverhältnisse gegen bte Stimmen ter Linken. Der kommunistische Antrag über allgemeine Fürsorge für das Proletariat wird ab- gelehnr, ein weiterer Antrag der Kommunisten auf Er- Ä1? ^ ^"^rstützung für Sozial- und Kleinrentner, Kriegsbeschädigte und Arbeitslose dem Hauptausschuß uverwicsen. . 1 1 u

Der Gesetzentwurf wegen der einstweiligen Ver- » t n,P &er unmittelbaren Staatsbeamten in den Ruhestand wird dem Verfassungsausschuß überwie­sen. Rach der Vorlage können im Interesse der Festi­gung der republikanischen Staatsform auch Präsidial- barauf, inzwischen einen Notmast zu errichten, auf einem zwölf Fuß hohen Maststumpf einen Notmast," setzte er in mißbilligendem Tone hinzu.'Natürlich wurde die Spiere vom nächsten Windstoß über, Bord geblasen."

Man hätte den Kapitän mit Gewalt zum Mitkom- men zwingen sollen," wandte ich ein.

Den Kapitän? Mit Gewalt?" fragte Wall mit er­stauntem Kopfschütteln.

Hätten Sie den Kapitän ins Boot bekommen", fuhr tlh fort,so mären die Damen von selber gefolgt."

-Dann hätte keine von ihnen den nächsten Morgen erlebt," sagte der Seemann.Besonders das junge Mäd- chen wäre dem Frost in wenigen Stunden erlegen. Sie hätten nur hören sollen, wie selbst die Kräftigsten von uns vor Kälte wimmerten und stöhnten, und wie wir alle uns nach den warmen Kojen auf tem Wrack zu- rucksehnten. Nein, Herr, ter Kapitän war klüger als wir ; und tat recht daran, die Frauen an Bord zurück,zube- | halten."

"Wo befand das Wrack sich ungefähr, als die Mann- fchast es verließ?"

Mr. Hobbs zog eine Schublade auf und entnahm ihr ein Schriftstück, das Kapitän Parry dem Führer des Schiffes übergeben hatte, mit dem die Geretteten nach England zurückgekehrt waren. Die Notiz, die Mr. Hobbs mir vorlas, war eine Abschrift aus dem Loggbuch des I Planier und bezog sich auf die Begegnung mit dem Eroßbool der Lady Emma, das in 58 0 45 ' f. Breite I und 45 10 w. Länge gesichtet worden mar.

lieber dem Kamin sah ich eine Weltkarte hängen, und ich bat den Bootemann, mir die Stelle zu bez-ich- I nen, wo das Wrack sich zuletzt befunden hätte. Doch er starrte mich ganz verständnislos an und schien von Längen- und Breitengraden nicht die geringste Ahnung I zu haben. So erhob sich Mr. Hobbs, dem es nach kurzem Suchen auf der verräucherten Karte auch gelang, den I angegebenen Punkt ausfindig zu machen.

Jawohl, die Süd-Orkneyinseln," erwiderte der Reeder,und dicht daneben die Süd-Shetlandsinseln."

Was ist das für eine Gebend?" erkundigte ich mich. | Gebe, wüste, unbewohnte Felsen, auf denen es weiter ! nichts gibt als Eis. Wenn das Wrack dort auflänft, so

Roman von Clark Russell.

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Immer wieder von neuem irrten meine Augen über die verhängnisvollen. Zeilen, bis auch der geringste Hoffnungsschimmer, es könne sich vielleicht doch um eine andere Lady Emma handeln, aus meiner Seele ge­schwunden mar. Dumpfe Trostlosigkeit kam übet mich. Lange sah ich wie gelähmt; endlich raffte ich mich auf, taumelte auf die Straße, warf mich in ein Eab und fuhr zu Dutcher u. Hobbs, den Reedern des verlorenen Schiffes.

Das Kenior der Reederei wat' ein düsterer, dumv- fer Raum, in dem sich außer Dem Geschästspersonal ein herkulisch gebauter, rotbärtiger Seemann befand, der unbeweglich auf einem Stuhl hockte und stumpf und gleichgültig vor sich hmstarrte.

Ich fragte einen der Angestellten, ob ich Mr. Butcher oder Mr. Hobbs sprechen könne und wurde nach wenigen Mmuten in das Privatkontor der Reeder geführt.

Mr Hobbs war allein; bei meinem Eintritt erhob er sich und streckte mir mit bekümmerter Miene die Hand entgegen

oie kommen in einer traurigen Angelegenheit. Mr. Moore," begann er;allein" ein bedauerndes Achsel­zucken sagte mir. daß ich nicht- zu hoffen hätte.

So ist der Zeitungsartikel wahr?" rief ich ver­zweifelt.

Leider," nickte Mr. Hobbs.

Schmerz und Kummer überwältigten wich. Ich mußte mich auf den Tisch stützen, um nicht umzusinken Mr Hobbs schob mir einen Stuhl hin, aus den ich mich halb betäubt fallen ließ.

Ist denn wirklich gar keine Hoffnung'-" fragte ich. Wenn auch der Tinte: das Wrack ter Lady Emma im Rollt und Treibeis nicht gefunden hot, müssen w,r dann uut-edingi daraus schiieße.i daß >s g-sunken itt?" durchaus nicht" gab Mr h.wb; zu.Ich hupe selbst zwar wenig Hoffnung, allein für -ihftllit ausge­schlossen holte ich die Rettung ter Bemühten nicht.

Die Nationalsozialisten.

Neue partLiposilische Erscheinungen in Deutschland. Exlreme berühren sich.

Mussolini, ter neue italienische Ministerpräsiteni und Führer ter nationalistischen Faszisten war früher Soziaidemokrat mit ouegeprägter rmiuiio« nöKi Grundemftellung. Das Revolutionäre haftet seinem Charakter auch heute noch an; er hat eine ter interessantesten Reromtionen ter Weltgeschichte ge­führt. Bemerter.sw:rt ater ist de r W a n d e l poli­tischen Ueberzeugung. Er, ter frühere So- ziaxst, ist hsute extvemsr Anhänger der Frei­wirts Hast uno ordnet an, daß in den staatlichen Schuten Italiens die Kruzifixe wieder auisgehäugt werten. Das Belspiel Mussolinis ist aber symp­tomatisch für einen sich in diesen Tagen häufig vollziehenden GesinnunEswandel im soaiatiMschen Lager Europas.

Es ist bekannt, daß sich unter ten Münchener Nationalfoziaiisten sehr viele frühere Kommunisten.tefinten,. daß sie, die sich früher von sicherlich nicht christlichen Voiksverfühvern und ProfÜDachctn leithammeln ließen, heute einer Ju­dengegnerschaft verfallen sind, die kein Maß und Ziel kennt. Es ist überhaupt bemerkenswert, daß «n großer TeÄ der teutschMkischen Verbänte ter Nationalsozialisten oder Dsutschsozial-sten, wie sie sich nennen, von der Arbeiterschaft «Sellk wird, die früher radikal links stand und heute ms entere Extrem überseht. Ihre politische G,dan° kemrett -st ebm r e i n g e f ü h l s m ä ß i g belebt und auf le:tenschaftsichen Kampf emseftellt. Bezeichnend rft aber, daß diese extrem völkischen Parteibewerungen gnote dadurch, daß fh ein so starkes Arbeiterrlemeni m sich traeen, e:nen ausgeprägten sozialen Eha- rakter annchmen. Das war schon seit langem deutlich, umrde aber wieder besonders sichtbar in dem Ab- chrrdsschreiben, das ter aus der deulschnationoten Re:ch^agssraktton aus-beschlossene Reichstaas-'baeord- nete Graefe unlängst in terDeutschesZeitung" mi seine frühere Frakt on geeichte! hatte. Dar wird noy deu sicher aus d»m Programm der gro ß de ut- chen Arbeiterpartei, dte sich dieser Tage wahrschemlich als Nachfolgerin der vom preußfch^n Jrmenrinister aufgMsten Partei ter Nationolso'miistm ffWtet hat. Das Programm ist durch und' durch antisemitisch, aber nicht weniger sozialpM'fch SMlten. In ihm wird u-ter vielen anderen' sogial- poMfchon Forderungen z. B. w unseren nationalen Bevursnrfsen anoenaßte Bodenreform und die Schaftmtg eines Esietzes zur Hsrgabe von Boten für Mi-eikmutzigv Zwecke verlangt. Dieser außerordent- sich starke soziale Charakter dieser völk'schen Verbände ist wÄhl schuld, wenn dte Rechtsparteien ihre iötiuimg und Vermehrung allmählich mit el-was Miß- Man hat ja oft genug von verschollenen Schiffen gehört, die dann nach langer Zeit plötzlich mit zersplitterten Masten unb bemoftem Kiel in irgend einem Hafen wie- ter austauchen. Uebrigens ist gerade der gerettete Bootsmann Wall der Lady Emma drüben im Kon­tor. Wollen Sie mit ihm sprechen?"

Natürlich wollte ich den Mann sehen.

Wenige Augenblicke später trat der vierschrötige See- mann ein, den ich beim Kommen in dem vorderen Ge­schäftsräume bemerkt hatte. Sofort erinnerte ich mich jetzt, daß Eoeline in dem Tagebuche, das sie uns durch die Brigg Königin der Nacht gesandt hatte, die Höflich­keit und seemännische Tüchttgkeit des Bootsmannes rühmend hervorhob.

Eewerkschastiches.

m..= Eine 3nformatioii$reife Albert Thomas Der MihJÄ 'nie.nasionaten Arbeitsamts, oer Franzose Albert Thomas, der gleichzeitig Präsident des auf ferne Ante ung hin geschaffenen gutachtenben Ausschusses für Oberschlesien ist, weilte nut Vertretern des I lvternaiionalen Arveitsansies drei T, e in Oöerschlesien

geht es entschieden in Trümmer. Bon den 2nfeln^äffä kann den Vermißten unmöglich Hilfe kommen; ihre ein. zige Rettungsaussicht ist ein vorüberfahrendes Schift', unb das werden sie hoffentich auch angetroffen haben."

Wenn aber das Wrack auf einen Eisberg getrieben mirb", wandte ich mich an Wall,muß es dann unfehl­bar scheitern?"

Das hängt ganz von den näheren Umständen ab," | mar die Antwort.

I »vetzen wir einmal den Fall, es fei gestrandet unti Kge trocken, könnten die drei Vermißten dann an» Leben bleiben?"

Gewiß, und sie wären vielleicht noch sicherer, als wenn sie auf offenem Meere trieben.

Wie lange könnten sie sich etwa halten?"

Das Schiff war mit Lebensbedürfnissen vollauf oer. sehen." ichaltete Mr. Hobbs ein.

"Wie lange also?" fragte ich noch einmal.

Ob, jahrelang," antwortete der Bootsmann.Wenn das Wrack vor Treibeis und Brandung sicher ist, waz sollte ihm denn sonst noch schaden?"

Und doch, Mr. Moore," wandte der Reeder ein, möchte ich Sie warnen, dieser Vorstellung allzuviel Raum zu geben. Wir wollen nus lieber an Vermutun- gen halten, die einen höheren Grad von Wahrscheinlich- kett besitzen, und daher hoffe ich, daß Kapitän Burke und seine beiden Gefährtinnen einen der zahlreich in jenen Gewässern kreuzenden Walfischfänger angetrosfe» haben und jetzt längst in Sicherheit sind."

Ich wandt- mich wieder an Wall und bestürmte ihn mit Fragen ü'-er die Secfestigkeit des Wracks, die Tüch- tigteit des Kapitäns und den Gesundheitszustand meiner Braut. Würde das zarte, kränkliche Mädchen die zaU- losen Aufregungen, Strapazen und Entbehrungen auf dem treibenden Wrack auch nur eine Woche lang er- tragen kennen? Würde Kapitän Burke als einziger Mann auf dcm Schiffe überhaupt imstande fein, sich selbst mb die beiden Frauen in Sicherheit zu bringen? Unb menv nicht welcher böse Dämon konnte ihn dann nur dazu bewozen haben, die sichere Rettungsaussicht freventlich von der Hand zu weisen?

^Fortsetzung folgt.)