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Heimat.

Sie

Gott

An

im gleichen Augenblick.

f

Tageslicht

Ich stieß einen Ruf des Erstaunens aus. Ich hatte

mich oorgebsugt, mich an einem Vorsprung

der Fels-

bei der Oeffnung angelangt, durch die das einsttömte.

„Vorsichtig — seien Sie ja vorsichtig!" bat ich. »Der Ausgang kann das Ende des Spaltes auf der anderen Seite der Kippen bedeuten und wir müssen auf jeden Schrttt achten, um nicht abzustürzen."

Sorgfältig, Schritt für Schritt untersuchte ich den rissigen Boden mit seinen Eisblöcken und feinem Fels- geroll, und mit unendlicher Vorficht kletterten wir weiter. Es wurde immer heller und heller, und endlich waren wir

= Kämmerzell. Aus dem Elektrizitätswerk des Herrn Mühtlenbrsitzers Hartung, das seiner Vollendung entgegengsht, wurden bfcfer Tage ein Fahrrad sowie eine Rolle kupferner Leitungsdraht im Wert« von co. 150 000 Mark gestohlen.

[] Hünfeld. In der Nacht zum Montag stahlen Diebe aus dem Kleideraufbewahrungsraum deS Sn Josiphshcims Anzüge und Schuhe, die zum größten Teil Lateinschülern gehörten. Die Spitzbuben entkamen unerkannt.

Ich machte Miß Otway darauf aufmerksam, sah hin.

Und plötzlich schrie sie laut auf. .__

oer längsten Krisis bisher bswissens gradlinige Politik zu wahren wissen. Das „Schiff Cuno" wird keine ruhige Fahrt haben. Wir wünschen seinem Steuermann, daß es 'hm gelingen möge, di« dro­henden Klippen zu umschiffen. Wir erwarten und verlangen von ihm tatkräftige und dauernde Rück­sichtnahme auf die gefährdeten Grenzgebiete. Mt dem Schicksal dieser Gebiete ist untrennbar ver­knüpft des Reiches Sein und Zukunft.

wand festhaltend, und sah, daß die Spaltöffnung auf den Grund einer tiefen Mulde führte, der Boden angefüllt mit gefrorenem Schnee, mit Eistrümmern und Fels­geröll. Ringsum türmten sich die Klippen auf. Außer ter Felsspalte, in der wir standen, schien nirgends we- der ein Zugang noch ein Ausgang zu {ein. Wie ein riesiger natürlicher Kessel sah die Mulde aus Die Fel- sen stiegen genau so senkrecht aus rote beim Schiff, und nirgends konnte ich auch nur den geringsten Haltepunkt zum Erklettern entdecken. Auch hier war es unmöglich, die Klippen zu ersteigen.

„Ich fürchte, wir haben den Weg umsonst gemacht," sagte ich zu Miß Otway.

Sie nickte. «Diese Felsen sind unbesteigbar."

Die ZMrrrmzsraktioir

über ihre Stellungnahme.

Dir Verantwortung der Sozialdemokraten.

Tie Z e n tr um sp ortei - Korrespondenz schildert in einer paiteiamtlichen Mitteilung die Vor­gänge der letzten Zeit, die zu der Regierungskrise geführt baden. Sie verzeichnet die wichtigen und erfolgreichen Verhandlungen, die Dr. Wirth mit den Parteien über die Herbeiführung der großen Koalition geführt hat und an denen Hermann Müller als Vertreter der Sozialdemokratie positw Anteil nahm. Tann wird für den Zeitpunkt vom 13. zum 14. November festgestellt:

In diesem historischen Augenblick siegte bei der protzen Fraktion der Vereinigten Sozialdemokratie der Parte,oeist über die Staatsnotwendigkeit vaterländischer Gemeinschaftsarbeit. Denn schon am 14. November — in später Abenostunde — versagte diese Fraktion der aus dem vereinbarten Programm erwachsenen verantwortlichen Einbeziehung der Deut­schen Volkspartei in die Negterunr ihre Zustimmung. Zwar war die Sozialdemokratie einverstanden mit der Einbeziehung wirtschaftlicher Fachleute, ohne daß da­durch die Deutsche Volkspartei verantwortlich an der Regierung beteiligt worden wäre, sie lehnte aber aus­drücklich die Bildung der »Großen Koalition- ab, und zwar aus durchsichtigen parteitaktischen Gründen, die mit demnochnicht durchgeführtenV erschmelzungSprozetz der nunmehr vereinigten lozialdemokratischenParteien zu- sammenhängen. Die deutsche Volkspartei andererseits fand es unwürdig, zwar durch die Hinzuziehung von Wirtschaftskräften aus ihren Rethen aber nicht mit einer gleichzeitigen parlamentarischen Einflußnahme an der Regierung beteiligt zu fein. So wurde durch die Haltung der sozialdemokratischen Reichs- tagSfraktion, die auf einem erdrückenden Mehrheits­beschluß beruhte, der Reichskanzler Dr. Wirth gezwungen, in der elften Abendstunde des 14. No­vember dem Reichspräsidenten Ebert den Rücktritt des R-ichrkabinetts mitzuteilen. Noch vor Mitternacht - erhielt Dr. Wirth ein Schreiben des Reichspräsidenten, in dem der Rücktritt deS Kabinetts angenommen und da» Ministerium gleichzeitig gebeten wurde, die Ge- j schäfte bis zur Bildung einer neuen RetchSregierung j weiterzuführen.

Kurland.

♦ Der ikalienische Staatsmann Soanitto ist ge­storben. Er war 1847 in Florenz geboten. Wäh­rend des Krieges ist er viel genannt worden. Im Oktober 1914 übernahm er als Nachfolger des ge­storbenen San Giuliona im Kabinett Solandva das Mmfftevium des Auswärtigen und führte dann jene doppelseitigen Verhandlungen mit den Mtttelmächten und der Entente, aus denen die Kriegserklä­rung Italiens an Oesterreich hervorging. Die Kriegserklärung an Deutschlwrch erfolgte erst ein Jahr später. Es ist heute noch nicht klar zu effehen, wie­weit Somrino in dieser Politik dem eigenen Triebe folgte und rote weit er sich von der allgemeinen Stim­mung treiben ließ. Jedenfalls hat er bis zum Sturze Saiandras tm Februar 1916 und auch als Minister des Auswärtigen im Kabinett Boselli den Krieg mit aller Energie führen helfen. Rach dem Kriege hat man ihn verantwortlich dafür gemacht, daß Italien nicht alte Krtez-zivle erreichte. Im Jahr 1919 zog er sich aus dem pc'tl scheu Leben zurück.

„Mein Gott!" rief sie. „Mr. Selby! — größte — dort ist — ein Kreuz!!"

Ich rannte hinüber, über das Geröll stolpernd, die schwarze Felsenwand war ein winziges Krem ge­heftet ...

«acholische Welt.

— £.<i.üiiial Dr. Ehrte. Der berühmte Sefuitenpater Dr. Franz Ehrle, der frühere Präfekt der Vatikanischen Bibliothek, empfing das Kardinalbireü.

f’en. Fsllmaitn-Kökn (Soz.) behauptet, diese» Material )u besitzen. Dr. Müller-Bonn Hove 1919 eine Bewe- lung geleitet, die der Verfassung zuwider sofort stne Volksabstimmung über die Gründung einer chemischen Republik vornehmen wollte. Als Rhein­länder müsse er erklären, Dr. Müller, der Kamerad hortens, gehöre nicht in die ReichSiegierung. Reichs- unzler duno erklärt, er könne rm Augenblick auf diese Angaben nicht eingehen. Der Fall würde objektiv untersucht und das Ergebnis dem Hause mitgeteilt werden.

Nach dieser Auseinandersetzung, die sich bis zur späten Abendstunde hinzog, wurde die Sitzung auf Samstag vertagt. Man hofft dann zur Abstimmung über den

Billigungsatitrag

zu kommen, der von dem Füorer der Demokraten, Dr. Petersen eingebracht worden ist und dahin lautet:

„Der Reichstag wolle beschließen: Der Reichstag hat die Erklärung der Reichsregierung zur Kenntnis genommen und billigt, baß sie die Note vom 13. No­vember d. I. zur Grundlage ihrer Pontik machen will."

Die Urteile über das Debüt.

Am Tage nach der Regierungserklärung.

In der deutschnationalen Presse fehlt biesmai die Einheitlichkeit bei der Stellung­nahme zu der gestrigen ProgrammerKärung des neuen Reichskanzlers. 2)je „Deutsche Zeitung" als Sprecherin für den äußersten rechten Ftügä der Deuffchnatnmalen findet zwar in der Programmrebe Ennos viel Aner- kermenswertes, nimmt aber Anstoß daran, daß Cuno die Erfüllungspolitik allerdings mit der EirrschranLung: „Soweit es unsere Kräfte erlauben" forssetzsn wolle. Das Blatt rückt sosar von dem deutschnationaien Red­ner Hrrgl ab, der die Note an die Reparationskon> Mission, welche die Grundlage für die Politik der neuen Regierung bilden soll, als einen Schritt vorwärts und zuversichtlich in die Zukunft steht. Anders di« „Deutsche Tageszeitung": Wir können es uns in der jetzigen Situation nicht leisten, an jedem Satz seiner programmatischen Erklärung die Möglich« teii irgendwelcher Kritik zu erproben. Es handelt sich darum, die Gesamttendenz zu erfassen und zu würdi­gen, zu ihr sich zu stellen, unb diese Stellungnahme wird im Wesentlichen eine ausgesprochen positive fein muffen. Soweit das Programm der neuen Re- gierung auf der Rote an die ReparotionskornNssion basiert, wird man ihm zustimmen, vorbehaltlich der Art ber praktischen Durchführung. Daß für diese selbst peire unb bessere Voraussetzungen geschaffen sind, das i ist aus dem Programm Cunos, wenigstens soweit der ernste Wille in Frage kommt, zu entnehmen.

Dte .^Deutsche Allgemeine Zeitung" urteilt über die Ausführungen Cunos folgendermaßen: Der warme nationale Unterton der Rede, die wieder­holte ernste Aufforderung an alte Kresse des Volkes, ohne die Scheuklappen der Parteten m Einheit unb I Arbeit für das große Ziel der Rettung des Vaterlandes zusanmenstehen, wird Verständnis unb Zustimmung bei allen Gutgesinnten im Lande finden. Die neue Reichsregierung darf das Verträum des Sn- uni) Auslandes beanspruchen, daß sie den festem Willen hat, die ungeheuren Schwierigkeiten der Lage zu über- I winden. Die neuen Männer werden m praktischer I Arbeit zu beweisen haben, daß sie der oermtoortungs. I vollen Arbeit gewachsen sind.

Das demokratische "Verl. Tage bl." begrüßt es, daß die Grundlage der Politik der neuen Regierung I die republikanische Staatsform sein werde. Weiter fim- I dtt in dem Blatte Anerkennung das Bemühen Cunos, I die Tür bes Kabinetts möglichst weit nach links offen zu halten. In der Tatsache, daß sich die neue Regierung ohne jede Einschränkung auf den Boden I der Note an die Reparationskvmmission stellt, sieht das Blatt dm Willen, den Faden der Wirth'schen Politik I fortzusetzen. Das Blatt hebt schließlich hervor, daß die | Äeußerungen Cunos über die besetzten Gebiete, die das Reich nie im Stiche lassen werde, das Haus zu temperamentvollem Beifall hingerissen hoben.

Die „V o s s i s ch e Zeitung" äußert sich be-. sonders zu dem von der demokratischen Fraktion ei» gebrachten Antrag, der nach ber Meinung des Blattes wegen seiner allgemein gehaltenen Fassung auch dis Zustimmung der Deutschnationalen mch die der Sozialdemokraten erhalten werde. I Das Blatt schreibt: Eine Mehrheit von Hergt bis Crispien ist zuviel des Segens, weniger wäre mchr. So kann man der Vorstellung des Kabinetts Cuno kaum den Charakter einer entscheidenden Premiere zu- bAigsn. Sie trägt vielmehr das Gepräge einer Generalprobe.

Der „Vorwärts" Enthält sich einer sachlichen Beurteilung der Regierungserklärung. Er nennt sie eine gute Geheimratsarbeit, bei der alles auf Kugellagern laufe und daher keine Reibung und Stöße gibt. Infolgedessen entstehe auch keine Wärme. Das Blatt unterstreicht dann noch einmal die Ausfüh­rungen Breitscheidts, daß in Deutschland ohne oder gegen die Arbeiter nicht mehr regiert werden könne.

Die „Rote Fahne" faßt ihr Urteil über das Regierungspronramm in die Worte zusammen: Gegen »W Stinnes-Programm steht das Programm des iämpfenden Proletariats.

" । ———

preußisch« Landtag.

Die kommende Aendenmq der Geroerbestenrr.

Im Landtag stand am Freitag der Ausschußantrag zu den Uranträgen über die Aendenmg des Gewerbe- steuergesetzes zur Beratung. Nach längerer Debatte wurde der Gegenstand indessen von der Ta­gesordnung abgefetzt, nachdem ein Regierungsoertreter erklärt hatte, daß eine zeitgemäße Regelung der Besteuerung unter Fortfall der alten Klassenbesteue- nung und unter Berücksichtigung der kommunalen Be­steuerung soweit vorbereitet fei, daß der Entwurf dem Landtage und Staatsraat in Bälde zugehen könne.

Sobann gelangte die große Anfrage der Deutschna­tionalen über die lerrortf ierung beutfmna« tionaler Arbeiter zusammen mit einer Anfrage der Kommunisten über einen drohenden Rechtsputsch zur Besprechung. Minister Seoering betont die Kom­munisten malten Solange die Faszfftengefahr an dir Wand, bis man nicht mehr daran glaube, wenn wirk­lich einmal der Wolf komme. Dabei bewiesen die Bor­gänge in Düsseldorf und Köln, daß die Kommunisten selbst ein vollgerütteltes Maß von Schuld an der Aus­dehnung der Fafzistenbewegung tragen. Wer den Faf- zzsmus nicht wolle, müsse sich in die Kampffront aller vernünftigen Leute stellen. Er sage nicht, der Feind stehe rechts oder links, unser Hauptfeind in der näch­sten Zeit fei der Hunger. Wer die Zustände mit Gewalt zu bessern suche, werde als Feind betrachtet wer- den. Ihm werde der Kampf der Staatsregierung gelten. ।

In der Debatte kamen Redner der Sozialdemokra­ten, des Zentrums, der Deutschen Dolkspartei und der Demokraten zu Wort Weiterberatung: Samstag.

Ja, die Form eines Kreuzes war unverkennbar! Wir standen und starrten auf die beiden kleinen gekreuzten Stücke, in einen Riß des Felsens mit spitzen Steinen feftgetlemmt —

„Menschen waren hier . . ." flüsterte Miß Otway.

Das Kreuz war überzogen mit ewigem Eis. Dor- sichtig hämmerte ich mit dem Beil, bis die Eisstücke sich loslösten. Dann sah ich, daß das Kreuz aus Eisen be­stand — aus den beiden Teilen eines riesigen Klapp- Messers mit blechernem Griff, fo wie die Seeleute sie manchmal tragen, besonders auf Walfischfängern. Die Klinge war von Rost zerfressen. Und auf dem Griff ja, das waren Buchstaben, mtt einer Messerspitze tief eingegroben:

E. C. — Die Buchstaben waren verwittert, ange« fressen von Rost, aber deutlich erkennbar.

Memlos vor Erregung beugte Miß Otway sich über mich. Der Messergriff war senkrecht an der Felswand > befestigt Sein oberer Teil enthielt die Buchstaben, deut­lich erkennbar; unten war ein Pfeil, der auf die Erde beutete.

„Was soll der Pfell bedeuten?" fragte Miß Otway.

Aber schon arbeitete ich fieberhaft daran, mit dem Bell die Geröllstücke am Boden aus dem Eisklumpen loszubrechen. Rechts und links flogen die Steine. Und endlich — zwischen zwei größeren Steinen — festge­froren in einer Eisschicht — lag ein Bündel . . .

„Schnell — schnell!" schrie Miß Otway.

<Lorlsetzung folat)

I lieber die weitere Stellung ber Zentrumsfraktion I teird dann gesagt: Der Verantwortung, welcher die I Zentrumsfraktion als Vertreterin einer großen im ! Volke, verwurzelten christlichen und nationalen I Partei in dieser ernsten Lage zu tragen hatte, war die Fraktion sich voll bewutzt. Nach wie vor hielt und hält sie in Verfolg der konsequenten Politik des Reichskanzlers Dr. Wirth die „Große Koa- lition" als Ausdruck der Notgemeinschaft des deut­schen Volkes für das Gebot der Stunde. Diese grundsätzliche Stellungnahme der Zentrums­fraktion blieb während der weiteren Verhandlungen über die Neubildung des Reichskabinetts dieselbe. Da die „Große Koalition" dabei nicht zustande kam und Dr. Wirth an ihrer Forderung gescheitert ist, konnte dos Zentrum unmöglich den neuen Kanzler stellen.^ Da Dr. Wirth zugleich auch Minister des Auswärtigen war, lehnte die Fraktion ebenfalls den Außenminister aus ihren Reihen ab.

Von besonderer Wichtigkeit ist folgende Mitteilung: i Der Reichskanzler Dr. Enno ließ bei seiner ersten Besprechung mit unseren Fraktionsvorsitzenden darüber keinen Zweifel, daß er der Zentrumspartei nicht angehöre. Daß die Kabinettsbildung eine sehr schwierige sein müßte, war klar. Unberechtigt ist aber der Pressefeldzug, der sich während der Krisis gegen den „Parlamentarismus" entwickette. Gerade die besonnene Haltung der parlamentarischen nichtfozialistischen Mittel- Parteien, insbesondere des Zentrums, bildete während dieser schweren Tage den wirksamsten Damm gegen den Radikalismus. ... Dr. Cuno hat am 22. November als neuer Reichskanzler die Regierung übernommen. Nicht ohne Mühe hat er seine Kabinettsmitglieder ge­funden, nachdem zahlreiche von ihm befragte bedeutende Männer der Wirtschaft den Tausch ihrer Aemter mit Ministersesseln abgelehnt hatten. Das neue Kabinett ist das „Kabinett Cuno", das „Kabinett der Arbeit mit parlamentarischem Einschlag" — um sein Zu­standekommen hat sich der Reichspräsident Ebert bemüht. In der Presse wird es als ein Uebergangs- ober Ge- schäftsministerium begrüßt. Daß in ihm die Sozial- demokratie, die stärkste politische Partei Deutschlands, nicht vertreten ist, ist die bedauerliche Folge ihrer Haltung, für die hoffentlich in Zukunft die Rücksicht auf des Vaterlandes Notwendigkeiten wieder maßgebender sein wird. In dem Kabinett sitzen auch Zenttums- männer, die bei Uebernahme ihrer Aemter volle Ent- schlußfreiheit hatten. Parteimäßig sst die Fraktion in Konsequenz ihrer während der Krisis eingenommenen Haltung nicht gebunden. Daß der Reichskanzler Dr. Cuno dort anfangen muh, wo Reichskanzler Dr. Wirth aufgehört hat, ist klar. Das außen- und innenpolitische Programm der gemeinsamen Note vom 13. November wird Grundlage und Richtlinie für die deutsche Reichs­politik sein müssen.

Dieses Programm stellt die neue Regierung vor die schwersten Ausgaben. Die Zentrumsfraktion des Reichstages wird das Kabinett Cuno nach seinen Taten beurteilen unb dabei ihre auch während an. Der Gang wurde enger, aber in gebückter Haltung konnten wir noch etwa 10 Fuß weiter vorwärts drin­gen. Dann verengerte sich die Spalte.

„Wollen wir nicht lieber umkehren?" fragte Miß Otway.

„Ich glaube," antwortete ich, daß sich die Oeffnung vergrößern kann. Bitte, halten Sie die Laterne."

Nach wenigen Deilhieben bröckelten die Eismassen ab. Sie mochten durch das Erdbeben schon gelockert worden fein. Wir schlüpften durch. Die Spalte wurde nun weiter, fast wie eine Höhle. Nach wenigen Schritten kam es mir vor, als sähe ich einen matten Licht- schimmer.

„Dort muß ein Ausgang sein!" rief Miß Otway fast

jte«. Eltern, bei finanziellen Schwierigkeiten Rück- iprache mit der Geschäftsstelle zu nehmen. Denn, nur ein Miteinanderarbeiten macht dies Liebeswerk zur Segensarboit und führt zu einem segensreichen Ziele.

--- Von der Güterabfertigung Fulda wird uns geschrieben: Unter Bezugnahme auf die gestrige Notiz über die 150 Prozent Frachterhöhung zum 1. Dezember d. Js. wird den Interessenten dringend empfohlen, mir der Auflieferung der Güter, die noch vor dem 1. Dezember zum Versand kom­men sollen, schon am 27. November zu beginnen. Zur Vermeidung von Liefersristüberschreitungen und Ueberfüllung des Güterschuppens, wodurch Verkehrs- stockungen entstehen, muß die Annahme am 30. November um 12 Uhr mittags geschlossen werden. Güter, die nach 12 Uhr zur Auflieferung kommen, werden aus obigen Gründen zurückgewiesen.

X Als Mindestfracht ür Reisegepäck werden ab 15. November 40 Mark erhoben. Der Preis für 30*2^ r? $*arten fich "b 1- Dezember auf — Die Aufbau-Schule. Herr Lchrer Los kant schreibt uns: Zu dem Bericht der „Fuld. Ztg." in Nr. 270 über bie Aufbauschu le sä eine kurze Be­merkung gestattet. Der Satz: . . . „öte Bewilligung von Mitteln komme nur dann in Frage, wenn di« Schule fcm Sinne der kathol. Weltanschauung wirke, da sie an Stelle des kath. Lehrersemi­nars trete", könnte zu dem irrigen Schluß führen,! daß die Aufbauschulen nach dem in zwei Jahren er- ftilgten Abbau der Lehrerseminare die zukünftige Lehrerbildung vermitteln sollen. Dem ist jedoch n i ch t so. Nach der Reichsvevfassung ist die Lehrerbildung nach den Grundsätzen, die sür die höhere Bildung all­gemein gelten, für das Reich zu regeln, lieber die zu­künftige Gestaltung der Lehrerbildung sind bis jetzt von maßgebender Stelle noch keine Anordnungen ge­troffen. Zur Zeit finden über dieselbe tm Ministerium Besprechungen mit den Vorsitzenden der großen Leh- rerverbände statt. Die Aufbauschute kann als höhere Schule ebenso wie das Gymnasium, die Oderrealschute usw. jungen Leuten, die sich dem Lehrerberuf widmen wollen, die Allgemeinbildung, nicht aber die Berufs­ausbildung vermitteln. Sämtliche Lshrevoerbände lehnen Bestrebungen, die darauf gerichtet find, mit der Aufbauschule die zukünftige Lehrerbildung zu verbin­den, also die nunmehr beseitigte Abseitsbildung der Lehrer von neuem wieder ins Leben zu rufen, aufs entschiedenste ab und werden sie aufs schärfste be-! kämpfen. — Daß Herr Thielemann-Salzschlirf, rote es’ «n Berichte weiter heißt, im Auftrage der Lehrerschaft des Kreises für die Ärrchtung drr Aufbauschule in Fulda einyetreten ist, beruht Der»! mutlich aus einem Irrtum des Berichterstatters. Di« Lehrerschaft des Kreises hat überhaupt keine Stellung zur Ausbauschule in F. genommen und hat zunächst auch keine Veranlassung, solche $u nehmen. Gewiß roetijen die Lehrer gerne gut talentierten Knaben, die aus der Schute entlassen werden und studieren möchten, dm Besuch der Aufbauschule in Fulda empfehlen.

= Millionen für Fuldaer Porzellan. Das Köl­ner Auktionshaus Math. Lempertz versteigerte vor kurzem eine umfangreiche Kollektion europäischer und ostasiatischer Kunst, in de? die deutschen Por­zellane die hervorragendste Stelle einnahmen. Für zwei Figuren der Manufaktur Fulda um 1770 (Kavalier und Dame musizierend) wurde der hohe Preis von 7 600 000 Jl erzielt. Die Preise, die für die Erzeugnisse anderer Porzellanmanufakturen auf dieser Auktion erzielt wurden, blieben weit hinter der für die Fuldaer Stücke angelegten Summe zurück.

== Die Milch- und Zuckerkarlen werden am Mon- mg den 27. Rav. an den im Anzeigenteil bekannt gc< g ebenen Stellen verausgabt.

= Das Mollern, d. h. das Fordern von Natur« mahlloyn durch die Müller, ist, wie aus einer amt­lichen Bekanntmachung in der heutigen Nummer der „Fuld. Ztg." hervorgeht, vom Regierungspräsidenten verboten worden.

~ Die Tarifverhandlungen der kaufm. An- gestellten, Techniker und Werkmeister, die gestern stattfanden, haben zu keinem Ergebnis ge­führt. Beide Parteien werden nunmehr de» Schl rchtungsausfchuß anrufen.

Strafkammer. Ein Dienstmädchen, aus der Umgebung gebürtig, hatte in einem hiesigen Wäsche, Handtücher, Kinderzeug, Mes- ter, Gabeln, Löffeln und dergl. im Werte von über 6000 «M. gestohlen. Das grämte gestohlene Gut erhielt der Gasthofbesitzer zurück. Die Schuldige erhielt 3 Monate Gefängnis, deren Verbüßung aber bei Bewährung auf 3 Jahre ausgesetzt werden soll. — Einige wüstere Straffälle betreffen Einwohner von Oberhaun. Der frühere Schaffneranwär­ter H. Pf. hatte s. Zt. auf Bahnhof Fulda von einem beladenen Handwagen ein 30 Pfund schweres Wäschepaket gestohlen, ferner hatte er sich des Dieb­stahls an einem Stück Plüsch und eines Vorhanges (beides Eigentum des Eifenbahnfiskus) schuldig ge­macht. Außerdem hatte er Ringe, Broschen uni) Uhrketten, die die Witwe A. O. in Oberhaun in dem Goldwarengeschäft Schade-Hersfeld gestohlen hatte, an sich genommen. Die Straffammer erkannte für diese Straftaten auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 6 Monaten und eine Woche. Der Weichensteller L. K. in Oberhaun hatte mehrmals Briketts, Pe- troleum und Schmierseife aus den Beständen der Eisenbahn entnommen und sie an die Witwe O. abgegeben. Ferner hatte er sich der Begünstigung schuldig gemacht. Das Urteil lautete auf 3000 M Geldstrafe. Die 48jährige Witwe A. O. erhielt wegen Diebstahls in 4 Fällen in dem GoDwaren- geschäft Schade-Hersfeld und wegen Hehlerei der von K. gestohlenen Sachen 1300 M Geldstrafe.

X Der Zweigverein §«l»a der attjemeinen deutschen Sprachvereins veranstaltet am Montaa, den 27. November/ abends 8Vi Uhr, im Gasthaus „zum Schützen" (Sutter* markt) eine Zusammenkunft. Da eine Anzahl toiebtiaer Angelegenheiten zu erledigen ist, werden alle Mitglieder gebeten, an der Versammlung teilzunehmen.

— Volkshochschule §ulda. Die Vorlesung des Herrn Studienrats Beils» Hünfeld über Schillers Dramen wird nicht stundenplanmätzia am Freitag, sondern am kommenden Montag (27. Nov) von 7.30— 815 nur für dies eine Mal stattfinden. — In ber nächsten Woche beginnt die Wahl zum Hörer» aus>chutz.

= Li« sinn störender Druckfehler hat sich in dar, gestrige Stimmungsbild über die Stadtverordnetenver- f™mlung eingeschltchen. Es mutz dort heitzen, daß bei per Anwendung der Wohnungsnotverordnungen das soziale Moment nicht übersehen und namentlich der Begriff des Privateigentums nicht ganz (statt genug) auSgeschaltet werden dürfe.

Roman von Clark Russell.

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War dies ber Fall, so konnte ich vielleicht, wenn ich khr folgte, die Felsenwand erklimmen '.mb eine Signal« flagge anbringen, bie weithin sichtbar sein mußte. Der Versuch war sicherlich ber Mühe wert.

„Sehen Sie bie Spalte bort, Miß Otway?" sagte ich. „3a."

„Ich möchte den Versuch machen, in sie einzubringen, um zu sehen, wohin sie führt " Rasch erklärte ich ihr meine Hoffnung, einen Aufstieg zu den Klippen zu finden, um oon dort aus Signale zu geben.

„Ist es gefährlich?" fragte sie.

"Das glaube ich nicht," antwortete ich. „Jedenfalls werde ich sofort umkehren, wenn der Aufstieg gefährlich sein sollte. Sie brauchen nicht die geringste Angst zu haben. Miß Otway. Ich verlasse Sie nicht."

„Ich will mit Ihnen gehen."

„Aber —" versuchte ich einzuwenden.

„Nein," sagte sie rasch. „Entweder mit mir ober gar nicht. Ich will nicht---*

Kein Wunder, daß das atme Mädchen sich fürchtete in dieser entsetzlichen Einsamkeit! Sie mußte ja eine grauenhafte Angst vor dem Alleinsein haben! So stimmte ich ihr sofort bei, innerlich entschlossen, sie nicht der geringsten Gefahr auszusetzen und auch selbst um ihret­willen sehr vorsichtig zu sein. Nachdem ich ein Beil, eine Laterne und Stricke aus ber Kajüte geholt hatte, machten wir uns auf ben Weg.

Die Spalte lag fo, baß ich an ber Bugseite be» Wracks — die Felsen berührten das Schiss beinahe — mit leichter Mühe ein paar Bretter hinüberlegen konnte. Ich schritt ooraus und Miß Otway folgte mir. Etwa zwanzig Fuß weit drangen wir vor, ohne daß wir uns auch nur bücken mußten. Die Spalte schien ein Riß im Felsen zu sein, mit festgefrorenem Eis aus­gefüllt, bas durch das Erdbeben zertrümmert worden war. Nun mürbe es dunkel. Ich zündete die Laterne

Fvlda, 25. November 1922.

— Kiuderspeisung. Für den Winter 1922/23 kommen drei Speiseperioben mit je 6 Wochen in Frage. Sehr erfreulich ist, daß diesmal nicht nur 200 Kinder, sondern 260 Kinder zu jeder Speise- Periode zugelassen werben köitnen. Am Dienstag, ben 28. November 1922 beginnt bie 1. Speiseperiobe nachmittags Uhr in ber Tomschule unb enbet bann am 23. Januar 1923. Während ber Weih­nachtsferien wirb nicht gespeist. Cs ist nun Pflicht ber Eltern, daß sie streng darauf sehen, ihre zur Teilnahme an den Speiseperioben aufgeforderten Knaben und Mädchen zum regelmäßigen und pünkt­lichen Kommen anzuhalten. Bei triftigen Verhinde­rungsgründen wolle ber Speisestelle alsbald Melbung gegeben werben. Zweck bieser Einrichtung ist, ben schwächlichen und elenden Kindern zu Kraft und Wohlaussehen zu verhelfen. Es kann dies nur durch die Mithilfe ber Ellern erreicht weiden. Das in niedrigster Stufe gehaltene Entgelt für die 6-Wochen- periobe, welches zur Deckung der kleinsten Unkosten ersorberlich ist, bars unter keinen Umständen ein Grund für bie Ellern sein, ihr Kinb der wohftätigen Einrichtung zu entziehen. Auch hier ist es Pflicht

Wir sahen uns um. Ueberall nackte Felswand. Dort, der Spalte gegenüber, schien wieder ein Riß in der Klippenwand zu sein, denn eine ungeheure Eismaffe unterbrach bie schwarze Steinoberfläche.