Einzelbild herunterladen
 

FuldaerZeitung

Amflicher Anzeiger für den kreis und die Stabt Fulda.

Nr. 270.

ßerantroortltd; für den leoaitionellen Teil: Dr. I. Kramer. - wr die An,e,gen: I. Parzeiler-Fuldo. s Rotationsdruck u. Verlag der Fuldaer Actlendruckerel in Fulda. Tyrnintether Nr. 0. Bosi'ckeck-Kon'o 4051 Frankfurt a. M

Freitag, 24. November 1922.

Bezugspreis: Monatlich 150 Mk. Zustellgebühr extra- - Abgebo» in der Gefchästsstelle 155 Mk. - Anzeigen: Kleinzeile nachCownei 15 Mk.-, ausro. 20 Mk. Reklamezei'e (Tertbreitef nach Colonemaß 60 Mark.

49. Zahrg«

in

Leiter ix steiM-ms.

Der Reichspräsident hat an den Reichs»

Vie Aufnahme des Kabinetts Cuno. I Reichskanzleramt folgendes Schreiben gerichtet:

Stiegt, zurzeit Staatssekretär uni) Melle Mümchen des Reichspostmini-

Die neue deutsche Regierung Reichskanzler Dr. Cuno.

Vorstellung -es neuen Kabinetts im Reichstag am Freitag.

Am Dienstag abend hat der Reichspräsident den Geheimrat Dr. Cuno förmlich zum Reichskanz­ler ernannt. Sie MmristeMste war in den» Augen- blick, in dem diese Ernennung erfolgte, zum größten Tnl endgültig fchgelegt. Tie noch unsicheren Posten ^ind im Lause des Mittwoch endgültig besetzt worden, sodaß die Lisch jetzt feststeht.

Die neuen Minister.

Inneres: Oeser (Denmkr.).

Aeußeres: v. Rosenberg, bisher Gesandter in Kopenhagen.

2ustizmin,ister: Dr. Heinze (D. Vp.).

Fin-anzminister: Dr. Hermes (Ztr.).

Arbeitsminister: Dr. Brauns (Ztr.). Wirtschastsminister: Dr. Becker-Hessen (D. Bp.). Wehrminrster: Dr. Geßler (Dem.).

VerkehrsmmPrr: Groener.

Direktor der rheinischen Bauernkammer sich in den agrarischen Verhältnissen genau aus und dürste dem Zentrum nahestehen. S t i e g l, der an StÄls Gies- berts hie Leitung der Post übernimmt, tarimt aus dem bayerischen Staatsdienst, wo er vor der VerveichÄchung Unterstaatssekretär des Verkehrsministeriums war. Ihm geht der Ruf eines korrekten Beamten mit Maßen Fich- kenntniffen voraus. Dr. Albert, der an die Spitze des Schatzministeriums tritt, ist in der Welt viel her- umgekommen. Unter anderem war er Reichskamimisiar für die Weltcmsstcllung in San Francisco. Nach der Revolution war er Chef der Reichskanzlei und schied aus diesem Posten erst, als Dr. Wirth das Roichskanz- leramt übernahm. Der neue Chef der Reichskanzlei, Hamm, Mitglied der demokratischen RMhstags- frakrion, kommt aus der Justiz, war eine Zeitlang Staatsanwalt in München und wurde von den bayeri­schen Demokraten Äs Hondelsmimfter in das Kabinett Kahr delegiert.

Wenn ich nur ein Mann wäre; wenn ich Ihnen nur helfen könnte!" "

6te werden alle Hände voll zu tun haben!" sagte ich und gab mir Mühe, lustig zu lachen.Sobald ich den neuen Boden gelegt habe, müssen wir einen Teil der SBonätc hierher schaffen. Dann müssen wir die Kajüte in Ordnung bringen, die Wände und die Türen mit) Teppichen verkleiden, den Ofen ein wenig behaglicher zum Kochen einrichten ..." ,!

So plauherfen wir, und ich sah mit Freuden, daß' -Uttß Dtmag anfmg, Interesse zu zeigen. Sie warf hie und da Fragen ein und schlug Aenderiungen vor. 21fe' l> wr endlich spät abends half, aus dem Winkel in die Sabine hinüberzuklettern, in der sie schlief, da jagte sie - sich in der Türe umwendend: 's

Gute Nacht, Mr. Selby; ich will Ihnen helfen, wo ich nur kann, und ich will stark fein. Es ist feige, wenn man an seinem Schicksal verzweifelt!"

Sch aber mußte wieder an die fahlgelben Lichtstreifen m der schwarzen Wand denken!

Ich fuhr aus tiefem Schlaf entsetzt empor. Ein furchtbarer Ruck schleuderte mich gegen die hölzerne Ruckwand der Koje, und einen Augenblick lang lag ich betäubt &a. Ich war mit dem Kopf an einen Sojen« halfen gestoßen. Mühsam richtete ich mich auf und oer« f^te, zu denken. Es war Nacht ich lag in meiner Koje was . . . was konnte das nur fein?

2ch wurde hin und her geschleudert, als fei das Wrack ein Spielball der Wellen. Bald auf, bald nieder schwankte der Boden unter meinen Füßen; bald taumelte ich vorwärts, bald rückwärts . . .

Mr. Selby!" schrie Miß Otways Stimme in unbe­schreiblicher Angst.Mein Gott Mr. Selby wa, ist das?"

das zu erreichen, was man ihnen schuldig fai. Die Franzosen seien enttäuscht irrti) die Deutschen Härten den Willen, nichts zu bezch.en. Er habe Dumschand durchquert und es vor einigen Monaten sorgfältig stu­diert. Deutschland fei bedrohlich für Frankreich uni» auch für Italien, denn Tirol sei nur ein geographischer Begriff. Daher sei Frankreich nicht nur unzufrieden, sondern auch berechtigter Weise beuMuhigt. Jmierha.b wenige Tage werde die öffentliche Rieinung Frankreich vielleicht zu einer Handlung treiben. Frank­reich würde in diesem Falle gegen die Ansicht ter Meisten Länder und gegen seine eige.uen Interessen handeln und es würde dann em Deutschland vor sich haben, hmter dem Sowjet rußtand stecht. Er sehe Europa vor einem Chaos. Der Osten fef von der bolschewistischen Torheit durchsetzt, die sich auch Deutschland, das nach Revanche schreie, bon.öchtiqen werde, denn der Bolschewismus und der Chau» otntsmus seien zwei Kräfte, die sich wunderbar verständigten, der erstere um die behinderndem Ver­trage zu beseitigen und die zweite, um die gefunden; sozialen Formen durch eine ungeheuerliche Schimäre 3u.e!Wn- Er glaube nicht an die Wöderstandssähig. keit Mllreieuropas, aber er glaube an die mächtige Tu­gend der westttch-en Zivilisation, wenn alle chre Kräfte Der«tilgten. Hier sehe er den großen Faszis- ms der Verteidigung westlicher Kultur und westlicher Gesellschaft gegen Haß und Zersetzung. Belgien, Frankreich and Italien aas dem Kontinent und England an der Sette, weim es feine wahren In­teresse verstehe, das sei die Allianz, mit der man den mrhängmsvollm Ettistüssen des Ostens widerstehen

drese Allianz müsse England mit erhobe- n-M Haupte, rote eme Großmacht unter Gleichgesinn­ten emtreten. 1

Schließlich erklärte Mussolini noch, er sehe ein A b- rommen mit Frankreich nach drei RichlungM hin 1. em enges Wirtschaftsabkommen mit dem Aus»

Nachrprobuktm und Arbeitskräften, 2. eine Entente gegen alle EventuaAtöten, 3 ein P?W$es Einrerstandnis, durch das man sich oer- pfllchte, m alten europäischen Hauptstädten die gleiche Ha-tung emzunchmen.

Sie Reparationsangelegenheit.

Diedermisnahme der Verhandlungen.

Nach demTemps" wird die Reparationskom» Mission nunmehr nach der Bildung des Mini- steriums Cuno die Frage erörtern, ob der neue Reichskanzler die Vorschläge seines Vorgängers auf- rechtechalten wird. 3n diesem Falle werde die Re- parationskommission unverzüglich die begonnenen Der- hrmdiungen über die der deutschen Regierung zu er­teilenden Antwort auf ihre beiden Noten wieder auf» nehmen.

*

Sn Lausanne ist zwischen Poincare, Mussolutt und Curzon u. a. die Rrparationsfrage behandelt wor­den. Dem Vernehmen nach wurde Poincare gebeten, sich nächste Woche in Paris mit Theumis in VsrbinLun« zu fetzen Wecks Einberufung einer Vorkonferenz) der Elegierten nach Brüssel in der ersten Hälfte bes1 Rionats Dezember.

Mussolini und die Franzosen.

Der ikatiemsche Ministerpräsident über den Frieden.

Mussolini gewährte dem Sonderberichterstatter des, Malin" in Lausanne ein Interview, in dem er er­klärte, Frankreich sei mit seinem Frieden unzufrieden und es habe Recht. Der Friede sei schlecht, denn der Krieg sei nickst bis zu einer natürlichen Folge fortgeführt worden, man hätte ihn beenden mitten, die F r a nzosen in Berlin und die 31 a i ie n e r in Wien und Budapest. Der Feind hätte an der

Ernährungsminister: Dr. Müller-Bonn (Z.).

Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Hamm (Demokrat).

Ueber die neuen Mänmer kann folgendes gesagt werben: Dr. Oeser, der neue Innenminister, war Tfütjer Redakteur derFrankfurter Zeitung", dann preußischer Verkchrsminister. Zurzeit ist er Landes» hauplmami der Provinz LSachsen in Merseburg Er ist em ausgesprochener Demokrat. Herr v. Rosen­berg, der Außenminister, ist aus bem Konsulardie.it hcrvorgegangen, kam aber schon früh, nach einer kur- sen Tätigkeit beim Genorarkonful in Antwerpen ins Auswärtige Amt, wo er in der polstischen Abteilung verwandt wurde und fast em Jahrzehnt hindurch, auch wahrend des Krieges, das Referat über die Sultan» frage versah. Aktiv nahm er an den Friedensverhand- lungen in Brest-Lstowsk teil, war ehrte Zeitlang, als Herr v. Haniel auf Urlaub war, Unterstaatssekretär, vertrat dann das Reich als Gesandter in Wien und übernahm schließlich die Nachfolge des nach Mm ver­setzten Henn v. Neurath in Kopenhagen. Der Iustiz- mmtster Dr. Heinze, von Hause aus Jurist, war d« letzte königlich sächsische Iustizminister, zeichnete sich m der Weimarer Nattormlversammlung durch eifrige r?1}. ^Or lVerfassmrg aus und übernahm im Kabinett Fehrenbach-Siiwsns das Reichsjustizmimste- rrnm. Em Ma>nn des Ausgleichs und des CnlgegM- kommens der unbedingt aus dem Boden der Ber- fchsung steht. Hernze N; m schwierigen Situationen «m Gegensatz zu ferner Partei für das Kabinett Wirth Mstnmt. Dr. Becker (Hessen), der das wichtige Wrrtfchastsministorium Äiemrmimen hat, war früher hessischer Finanzmimster imd ist ein ungewöhnlich guter Mnanz- und wirtschaftspolitischer Kenner. Man darf chn ohne weiteres dem rechten Flügel der Deutschen Dolkspartei zuzählen. Müller (Bonn), der Herrn

Auch der s o z i a l i st i s ch eVorwärts" nennt Osser einen ehrlichen Republikaner. Das Matt schreibt dann im Anschluß an längere Aus­führungen über die von ihm behauptete kapita- l i st i s ch e Einstellung des neuen Reichswirtschafts- ministers Becker: Wir haben alle Veranlassung, eine Schwenkung der Wirtschaftspolitik zu befürchten. Wir warnen davor. Die unerträgliche Teuerung hat die Geduld der Massen auf die schwerste Probe gestellt. Den Preisen Halt zu gebieten und alle Mittel in Bewegung zu setzen, um wieder zu stabi­len Verhältnissen zu kommen, muß Aufgabe jeder verantwortlichen Regierung sein oder sie wird an dem Widerstand der ArbeiterschcÄ scheitern.

LautVoss. Zig." ist beabsichtigt, die Reichs­tagssitzung zur Entgegennahme der Regierungs­erklärung auf Freitag 2 Uhr anzuberaumen.

Der Uehergang der Geschäfte.

Mittwoch nachmittag fand in der Reichskanzlei eine gemeinsame Sitzung des alten und neuen Reichskabinetts statt, in der Tr. Wirth die Geschäfte dem neuen Reichskanzler Tr. Cuno übergab. Im Anschluß an die gemeinsame Sitzung tagte das neue Kabinett.

Roman von Clark Russell. 301 ___

2)abei nahm ich mir aber vor. Tag und Nacht zu arbeiten, um einen neuen Boden in die Kajüte zu legen, wenn für Miß Otway mar es direkt gefährlich, sich in der abschüssigen Kajüte hin und her zu bewegen, trotz der Hilfslemen.

Hch beschloß, Dom Deck des Schiffes und unten im utaum Bretter loszureißen, und auf einer Unterlage von yafjern den Kajütenboden wagrecht zu machen. Die Treppe mußte fo bleiben rote sie war. Es mußten eben 0«^ bort Leinen gespannt werden, .damit man sich hin y* X bewegen konnte. Auf dem schiefen Deck muhten m^na^nI)e t(ln ein3eInc Bretter in wagrechter Lage an» Eta?' J?*rb*en mii6te für Handgriffe und Fuß- Gis überin°r9t Augenblicklich waren die mit

»»Miirfkn r-enen' ^'ftchrigen Deckplanken selbst für einen S* Se-mann g^öhrlich, g^chweige denn für eine in ?en w'e im Flug. Miß Otway,

unfnatirfi inhom ^^lbeim Ofen hingekauert, in einer h°tte unterdessen Kaffee ge-

ib?^nsein^nd^ ^<tten. Während des Essens setzte ich wohnlich zu gestaltem $ "'Ee, um d.e Kchute

erft^t0""611 S'e QlIein bas Es machen?" fragte sie lächettch 9°n3 b'"fmhe Zimmermannsarbeit", sagte ich

Kann ich Ihnen denn nichts helfen?"

Doch", antwortete ich.Gs gibt ja taufend Dinge tt'm taufend kleine Handreichungen, für die ich Ihnen sthr dankbar fern werde. Vor allem aber müssen Sie wrs Kochen sorgen. Miß Otway!"

»Gerne, ich kann mich ja ober gar nicht rühren__ich

'"uh ja immer in der Ecke kauern. . ."

^.^Deswegen wollen wir eben den Boden in Ordnung n "3$ werde herzlich froh darüber fein", sagte Miß mit einem wehmütigen Lächeln.Ich komme tt vor wie ein Baby, das noch nicht lauk-n kann!"

Sehr verehrter Herr Reichskanzler! Die politische Sage hat Sie veranlaßt, die Enthebung von ihren Aein- I lern nachzusuchen. Wenn ich Ihrem Wunsche mit dem beigefügten Erlasse entspreche, fo tue ich es im Gefühle I aufrichtigen Bedauerns über Ihr Scheiden und I in dankbarer Anerkennung Ihrer Verdienste um das Reich. Sie haben, in pgj-lamenarifcher Tätigkeit und Äs Finanzminister unseres gemeinsamen Heimattandes bewährt, in schwerer Zeit als Reichsminister der Finan­zen und dann als Reichskanzler dem Vaterlande große Dienste geleistet und an der Spitze der Regierung in schwerer Zeit zielbewußt und tatkräftig die innere und äußere Politik des Reiches geleitet. Ernste Stunden, die an Ihre Entschlossenheit und Umsicht die I höchsten Anforderungen stellten, blieben Ihnen nicht et- spart. Das deutsche Volk wird Ihnen für das, was Sie ihm In diesen Jahren mühsamen und entsagensreichen I Wiederaubauens gewesen. Dank wissen. Ich drücke die zuversichtliche Hoffnung aus, daß Ihre Arbeitsfrsudigkeit I und politischen Gaben auch weiterhin ein reiches Feld der Betätig-uug finden mögen, und bin mit ter Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung Ihr sehr ergebener Ebert.

Dem aus dem Amte scheidenden Reichsschatz- minister und Stellvertreter des Reichskanzlers Bauer dankte der Reichspräsident in folgendem Briefe:

Sieber Freund! Auf Dein Gesuch um Enthebung ! vom Amte des Reichsschatzministers übersende ich Dir I anbei den von mir vollzogenen Abschied. Mit aufrich- | tigern Bedauern sehe ich Dich auch diesmal aus dem Reichsdienste scheiden. In Deiner Tätigkeit als Stell­vertreter des Reichskanzlers und als Reichsschatzminister I hat Du in rastloser Arbeit an der Leitung der Regie­rungsgeschäfte regen Anteil genommen. Dein fachlicher I Rat, Deine reiche wirtschaftliche Erfahrung und Dein politisches Verständnis sind mir und der Reichsregierung umcher von besonderem Wert-gewesen. Es ist mir ein Bedürfnis, Dir für Deine Mitarbeit meinen tief empfun- I ?.erten n* 3U ^sen; ich verbinde damit den aufrich- ttg-n Wunsch daß Du auch in Zukunft mit Rat und a «*ter erfolgreich Mitwirken mögest an der Neu- f-Ä-1?8 Md Besserung unserer poliiischen und wirt- Kbtooft W glichen Grüßen in alter

I Freundschaft Dem dankbarer Ebert.

J . den übrigen anläßlich der Umgestaltung der Reichsregierung zurückgetretenen Reichsmim- i r-T .Jprard). der Reichspräsident in persönlichen ttn Dstnst- aus" SanE für bie dem Reiche geleiste-

I reiften, so tonnten sie ihm in seiner sicheren Sage in den Klippen nichts anhaben; es war ja fo fest eingebettet, d°ß cs Jahre, Jahrhunderte vielleicht liegen bleiben mußte dort verfaulen mußte. Weder Menfchenkräfte noch Naturkräfte konnten es aus feiner Sage bringen!

Dennoch die dumpfe Stille und Ruhe um mich her- die fonberbare Himmelsfärbung, die drohende

I schwarze Wand am Horizont mit dem fahlen Leuchten I machten einen unbeschreiblichen Eindruck auf mich, wenn

| ich mir auch immer wieder fugte, ein Seemann dürfe I sich von einer Wolkenbildung nicht ins Bockshorn jagen

I lassen. Ich beschloß, Miß Otway nichts von meinen I Wahrnehmungen zu sagen; ich schämte mich meiner vagen I Befürchtungen, wenn ich an das junge Mädchen dachte, I der ich doch ein gutes Beispiel an Standhaftigkeit geben mußte. ( I

2ch nahm mich zusammen und kroch auf allen Bieren I über das scharf schräg-geneigte Deck, um nach Holz für meine Arbeit zu suchen. Die schweren Planken loszu-

I reißen und nach unten zu transportieren, war eine viel I öu schwierige Aufgabe für mich allein. Dagegen fand ich zu meiner Freude, daß die Verschalung der Reeling am I Dug aus dünnen Planken bestand, die gerade das waren, I was ich brauchte. Dann standen von den weggefegten Schiffsoberbauten, von der Kombüse und dem Karten- I raum, noch Unterteile, deren Bretter ich ebenfalls ver- I wenden konnte. Das sollte meine Arbeit für morgen I fein. Hmie war es schon viel zu spät die Dunkelheit brach herein.

Aber auch im Hcllbdunkel der Dämmerung trat die schwarze Masse über den Klippen scharf, deutlich, drohend hervor, durchhuscht dann und wann von dem merkwürdigen fahlgelben Schein . . . Trotz aller soeben gefaßten Vorsätze wurde ich das Gefühl einer lastenden Angst nicht los. Ich stieg wieder zur Kajüte hinab.

War es fehr kalt oben?" fragte Miß Otway, als ich wieder bei ihr eintrat.

Kein, nicht sehr," antwortete ich.Es ist vollkom­men windstill."

Sie kauerte wieder in dem Winkel neben dem Ofen, faft hilflos in dem schräg geneigten Raum.

Morgen abend wird unser neuer Boden fertig fein," Jagte ich tröstend.Dann können Sie sich wenigstens rühren!" t

Ich komme sofort!" brüllte ich.

Schnell! Ich fürchte mich so . . ."

Sie schrie gellend auf.

Haben Sie sich verletzt. Miß Otway?" ri ch, mich der Dunkelheit vorwärtstastend.

9b-ein. Bitte schnell!"

Ja."

Fortsetzung

Prefseskimmen aus den verschiedenen Lagern.

Das werdende Kabinett Cuno ist im allge- , meinen von allen Parteien mit einer gewissen Zu­rückhaltung beurteilt worden. Jetzt nehmen die Urteile festere Gestalt an. Das nunmehr endgültig feststehende Kabinett Cuno findet sowohl hinsicht­lich seiner Tendenz alsKabinett der Arbeit", als auch hinsichtlich seiner Zusammensetzung die Z u- st i m m u n g des volksparteilichenLokalan z.". Ueber den neuen Reichskanzler schreibt das Blatt: Ein Nichtparlamentarier, geschult in der Laufbahn des deutschen Beamten, .zugleich ein Mann, dem staatsmännische Eigenschaften nachgerüh.nt werden und der von der deutschen Wirtschaft als einer der Ihrigen begrüßt wird. Von der ihm erteilten Frei» heit bei der Kabinettsbildung hat er, wie feine Mi- mfterlifte zeigt, einen Gebrauch gemacht, der sich immerhin sehen lasten kann. Besonders begrüßt das Blatt die Ernennung des früheren hessischen Finanzministers Dr. Becker-Hessen zum Reichs- wirtschaftsminister. Dr. Beckers Eigenschaft als hervorragender Fachmann auf dem Gebiete der Finanzen und Wirtschaft sei nicht zu bestreiten.

Das demokratischeTageblatt" sicht in der Ernennung Oesers zum Reichsminister des Innern einen großen Vortell für das Kabinett Cuno. Das Reichskabinett verlange einen Mann, der die zahlreichen gerade jetzt geknüpften Fäden der Gefetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen zum Schutze der Republik fortfetze, der insbesondere dafür sorge, daß die im Interesse der deutschen Einheit notwendige Harmoniemitden Län­dern, ift deren Regierungen die Sozialdemokratie sitzt, aufrecht erhalten bleibe. Oeser sei eine aus­geprägte Persönlichkeit, die sich auch innerhalb der GesamtpoliÄk des Kabinetts Geltung verschaffen werde, und er bedeute endlich als hervorragender Wirtschaftskenner ein Gegengewicht gegen den neuen Wirtschastsminister Becker-Hesten, der die äußerste Rechte des Kabinetts bildet.

Wir lachten beide aber unser Lachen hatte, fo schien es mir, etwas Klangloses, etwas Unheimliches faft . ..

Es war spät geworden. Ich kletterte an Deck, um "sich umzusehen, ob es besonders schwierig fein würde, die Deckplanken für meine Zimmermannsarbeit loszu- I reißen und starrte erstaunt auf den Horizont.

Es war vollkommen windstill. Die Luft war eiskalr und dennoch hatte die Amofphäre etwas sonderbar Drückendes. Ich konnte mir nicht helfen, fo sehr sich auch mein Verstand dagegen wehrte mir schien cs, als fei es schwül trotz der KAie; schwR, drückend wie vor ein-m Zwitter. Das M-er zwischen den schimmernden, glän­zenden Eisbergen regte sich kaum. Die eisstarrenden Klippen vor mir sahen schwarz und dunkel aus. Der Himmel war, es mochte gegen fünf Uhr abends fein, in der Richtung nach den Eisbergen und dem Meere zu tief I grün-blau; dunkler ledoch, als er hätte fein sollen, selbst an dem frühen Abend der Eisregionen. Mir kam es vor, als fei der Himmel wie verschleiert. Das war es aber nicht, was mich unruhig machte.

Ueber den Klippen stieg es am Horizont auf wie eine I schwarze Wand. Dustere, tiefichwarze Wolken. Und doch wieder nicht wie Wolken. War doch, oder schien wenig­stens, die schwarze Masie vollkommen unbeweglich!

Die Klippen behinderten meinen Ausblick. Trctzdem glaubte ich dann und wann einen fahlen Lichtschein in der schwarzen Masse am Horizont aufleuchten zu sehen. Das Phänomen machte mich unruhig. Ein Nordlicht konnte es nicht sein, denn das war unter den Wetter­bedingungen unmöglich. Außerdem würde ein Nordlicht klaren und stetigen Schein verbreitet haben. Der Licht­schein aber über den Klippen zuckte nur dann und wann blitzartig auf.

Blitze? Lächerlich! Ein Gewitter in diesen Breiten | war ein Ding der Unmöglichkeit!

Ich kauerte auf den Deckplanken und starrte... Ein ! Gefühl wie von elektrischer Erregung kam über mich, ein j Gefühl, als sei die Luft förmlich mit nervenerschütiernden I Elementen geladen! Aber ich schüttelte diese unbehag­lichen Eindrücke ab.

Nichts konnte uns eigentlich in unserer augenblicklichen Sage schaden. Das Wrack lag so hoch auf den Klippen, daß selbst im schwersten Sturm die W ckl'n es wohl kaum erreichen konnten. Und wenn sie es wirklich er- |

Ucfrer Buß- und Bettag ist die ^ningsfrife I Fehr als Laridwirtschchtsminister Mäst, kennt als wn einer Losung zugesührt worden. Der Reichs- 1 - -------- ~ -

Präsident hat offensichttich ein großes Verdienst daran, daß dem mit der Kabmettsdildung betrauten Scheimrat Dr. Cuno die 3Zildung einer Regierung, allen Schwierigketten zum Zlrotz, gelungen ist.