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M 250.

Solltag, 29. Oktober 1922.

-ientr/mspartei, Ortsgruppe Fulda.

Am stchsten Sonntag, nachmittags 4 Uhr, spricht tau Reichstagsabg. Teusch-Köln in eirk Frauenoersammlung der Zen- trumpartei rm großen Saale des Gesellenhauses. Alle^ristlichen Frauen und Jungfrauen der Stadt sind herzlich eingeladen. Niemand darf

Vas Sdj&fal -es Memellander vor -er Entscheidung.

Wie dasMemeler Ztampffoot" meldet, hat der aus Paris nach Memel zurückgekehrte Dbeifcmmiiiar Petine in Memel die Bertreter der memeüändifchm BeiufsftänLre empfangen, wobei er mitteilte, daß die Vertreter des Memellandes am 3. November von einer durch die Botschaftertenferenz emgefetzten Son» derkomimsflon für ine Memelfrage in Paris gehört werden sollen.

Die Botschafter-Konferenz hat vor einigen Wochen eine Kommisfton mit der Ausarbeitung eines politi­schen Statuts für Memel beauftragt. Satt dem 4. Oktober tagt die Konferenz wieder in Paris und es wird damit gerechnet, daß in kürzester Frist die Ent­scheidung über das Schicksal Les Memellandes fallen wird.

Das Memelland ist der deutsche Gebietsteil, treffen Zukunft sich also von den Grenzgebieten, welche der Versailler Friedensvertrag von Deutschland loslöste oder unter Verwaltung von Mstimmungskomm-rssionen stellte, am letzten entscheidet. Die Frage nach der Zu­kunft das Rheinlandes und des Saargebietes sind in diesem Zusammenhang eine Angelegenheft für sich. Seit Friedensschluß steht das Memetgediet unter der Verwaltung eines französischen Kommis­sars. Der Friedensvertrag bestimmt in Attikel 99, daß Deutschland zu Gunsten der alliierten Hauptmächte auf alle Rechte und Ansprüche aus das Memelgebiet verzichtet und sich verpflichtet, von diesen Mächten hin­sichtlich dieser Gebiete, insbesondere über die Staats» WMhörigkeft der Einwohner getroffenen Vorschriften anzuerkennen. Wahrscheinlich war anfangs beabsich­tigt, Las Memelgebiet den Polen zuzuschlagen, um diesem französischen Basalienstaat noch einen großen Seehafen zu verschaffen. Ein Hinweis auf den Ar­tikel 28 Absatz 2 m dem obenangeführten Artikel, der von der Festlegung der Grenze sprich, läßt solche ur- sprünglichr Aisichen vermuten. Später aber mutz man wohl andere Gedanken bekommen Haden, dem auf einen deutschen Protest gegen den Artikel 99 des Friebensvertrages antwortete die Entente damals, daß der Hcmptteil der memelländischen Bevölkerung li t a u i s ch e r Abstammung fei, und daß der Momeler Hafen Litauens einzigen Ausgang zur See darstelle. Don Polen ist also nicht mehr die Rede.

Seft jener Antwott auf dm deutschen Protest hat das Großlitauertum mit allen Anstrengungen versucht, der Entente klar zu machm, daß das Memelland nicht glückich fein würde. Die Memelländer haben sich gegen die grotzlttauischsn Bestrebungen kräftig zur Wehr gesetzt, und, weil chnen die Rückkehr zur deutschen Staatshoheit als eine Unmöglichkeit erscheint, sich für die Selbständi gleit des Memellandes eingesetzt. Im Dezerber 1921 gründeten die Memelländer eine Arbeitsgemeinschaft für den Freistaat MemellanÄ, die es erreichte, daß die Botschafter-Konferenz am 20. De­zember dem Staatsrat von Memel die Ermächtigung erteilte, mit Littauen, Polen und Deutschland Hanbels- oerträge abzusch'.eßen, und zugleich die Zusicherung bekam, daß die Bevölkerung vor der endgiltigen Crft- schidung über die Zukunft des Gebietes gehört wer­den. Dis Fre-istaatbewegmrg hat übrigens die fran- zöstfche Unterstützung erhallen, wahrscheinlich hofft Frankreich des Memelgebietes und feines bedeutungs­vollen Hafens in mehr oder weniger ausdrücklicher Form endgültiger Herr werden zu können.

Die Botschafter-Konferenz steht also vor einer ziem­lich verwickelten Sachlage. Es dürfte die Aufgabe der deutschen Regierung fein, bei den Beratungen in Paris sich mit aller Gewalt Einfluß zu verschaffen und das Unrecht des Artikels 99 des Friedsnsoertrags den Pa­riser Herren nachdrücklichst klarzulegen. Für die Lö­sung der memelländischen Frage liegen der Botschafter- Konferenz eine Reihe von Vorschlägen vor. Es ist

I rn Gisrneer.

Roman von Clark Stuft elL

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Nach einer Weile wurde die Kajütentür geöffnet und Jöpitän Burke kam herunter. Er trug einen Oelrock, dessen eine Seite ganz mit gefrorenem Schnee überzogen war.

Edward, wirst Du uns nun endlich sagen, was mit dem Schiff los ist?" rief feine Frau ihm mit angstvoll forschendem Blick entgegen. >

2IUe drei Masten sind über Bord gegangen," ant­wortete er wie vorhin.

llnb was willst Du mm Anfängen?'

Anfängen!" rief Kapitän Burke mit bitterem La- eben und schleuderte in einer Aufwallung ohnmächtigen Srinrma feinen Südwester auf den Tisch, daß ein Hagel hartgefrorener Schneekörner umherprasselte.Dor Ta­gesgrauen ist überhaupt nichts anzufangen, ihr habt ja keinen Begriff, wie es oben an Deck aussieht; solch eine Nacht habe ich noch nicht erlebt! Aber Stopf hoch, Miß Eoeline! fügte er mit einem Seitenblick auf mich hin- ju,ich werde sie schon sicher wieder aufs Trockene setzen.

Er versuchte, mir ermutigend zuzulächeln, doch es war «h ein krampfhafte, Verzerren der Lippen seine Augen behielten denselben verzweifelten Ausd-uck. Mrs. Burke mischte ihm ein Glas kalten Grotz und schob ihm die Fleischschüssel hin, und während er und trank, erzähtte er uns in abgerissenen Worten, was üch in den letzten furchtbaren Stunden oben zugetragen hatte.

Gleich'beim ersten Anprall des Orkans legte sich das Schiff so stark aus die Seite, daß ich unz verloren glaubte Wir konnten uns mit genauer Rot noch irgend­wo festklammern. Glücklicherweise bekam der Boots­mann eine Axt zu fasten gnd fein Beispiel ermutigte die Leute allmählich soweit, daß sie, auf allen «Bieren krie- chend, mit ihren Mestern und Handbeilen die Taljereeps gu bearbeiten em fingen, um den Großmast jU tappen. Schließlich ging er über Bord, riß ober die beiden an- betn mit sich, und nach einer Minute war non Spieren und Wanten keine Spur mehr zu sehen. Auch ein Teil fier Stsuerbordreeling ging mit"

g3fe das Schiff leck?"

Fuldaer

die Pflicht Deutschlands, sie daraus hinzuweisen, daß es nm eine Lösung gibt, die den wahren Willen der weit Überwiegenden Mehrheit der Memetl ander und der Gerechtigkeit entspricht, nämüch die Revision des Attikels 99 und die Rückführung der melläMschen Be­völkerung unter die deutsche Staatshoheit

Zur Gewerkschaftssrage.

Eine bemerkenswerte Stellungnahme.

ImDeutschen" lesen wir:

Christlich gesinnte Papierarbeiter in Hofolpe glaubt.>n es nach demProletarier" mit ihrem Ge­wissen vereinbaren zu können, im sozialdemokrati­schen und religionsfeindlichen Deutschen Fabrik­arbeiterverband Mitglied zu sein. Der Ortsgeist­liche soll nun aber den sozialistisch organisierten Ar­beitern gedroht haben, sie vom Empfang der Sa- krament« auszuschließen. Beim zuständigen Bischof haben dann die Arbeiter höflichst angefragt, ob es zutreffe, daß eine solche Strafe sie treffen könne. Auf das Schreiben ist folgende Antwort etnge­gangen:

Das bischöfliche General-Vikariat, Paderborn.

J.-Nr. 5203.

Herrn Heinrich Schulte, Hofolpe.

Auf die an den Hochw. Herrn gerichtete Anfrage vom 27. Mai erwidern wir, daß es den katholischen Arbeitern in Hofolpe nicht gestattet werden kann, den freien Ge­werkschaften als Mitglieder anzugehören. Die freien Gewerkschaften schulen ihre Mitglieder für den Sozia- lismus, wie einwandfrei nachgewiesen werden kann. Es ist außerdem in Hofolpe die Möglichkeit gegeben, sich den christlichen Gewerkschaften anzuschließen.

Wenn ein katholischer Arbeiter in Hofolpe trotz aller Aufklärung bet den freien Gewerkschaften verbleibt, so schließt er sich von selbst vom Empfang der Sakramente aus.

Wir erwarten, daß die katholischen Arbeiter in Hof. olpe die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche höher schätzen als die Zugehörigkeit zu den freien Gewerk­schaften.

Paderborn, 12. Juni 1922. gez. ßinneborn.

lieber dieses Schreiben ist man im soMldemo- kratischen Lager sehr erbost. Man sagt, der Bischof von Paderborn wolle, daß sich die Arbeiter m Zu­kunft gegenseitig bekämpfen zum Nutzen der Unter­nehmer. Jeder freiorganisierte Arbeiter von Hof­olpe wisse aber, daß weder über religiöse noch poli­tische Fragen in ihren Zusammenkünften ein Wort gesprochen worden fei.

Man muß über die sozialdemokratische Inkon­sequenz gerade,zu staunen. Hätte die bischöflich« Behörde von Paderborn aus das höfliche Schreiben das die Arbeiter kaum fslbst geschrieben haben dürften d ie Antwort erteilt, die die Genosten wünschten, dann hätten die sozialdemokratischen Organe den Bischof als Kronzeugen für die freien Gewerkschaften im ganzen Londeherum- ^schleppt". Die Antwort ist aber anders ausgefal­len; deshalb schreit man über Terror usw. Die bi­schöfliche Behörde tat zweifelsohne gut daran, frei und offen zu sagen, was gesagt werden muß. Wenn allerdings die Arbeiter in getrennten Lagern zu marschieren gezwungen sind, so ist dieser an sich be­dauerliche Zarstand auf das Konto der religions­feindlichen und sozialdemokratischenfreien Ge­werkschaften zu schreiben. Denn f t e wollen doch im letzten Grunde die Mitglieder derfreien" Ge­werkschaften zu Sozialisten erziehen. Die sozial­demokratische Partei wird materiell und ideell unterstützt und gefördert. Der Kampf gegen die christliche Schul« wird systematisch und mit aller Kraft geführt; und bald sämtliche Tagungen liefern den Beweis, daß man gar nicht daran denkt, von der klastenkämpferischen Einstellung abzulasten. Durch die sozialdemokratische und religionsfeindliche Einstellung der freien Gewerkschaften werden die Arbefter zersplittert. Wenn die Arbeitgeberorgani- fationen einheitlicher dastehen, so liegt es daran, daß sie es ablehnen, irgend jemanden in feiner religio- fen und parteipolitischen Anschauung zu kränken, sich um Schulfragen zu kümmern oder eine reit« gionsfeindliche Propaganda zu treiben. Diefreien" Gewerkschaften haben durch ihr Verhalten eine große Schuld auf sich geladen. Es dürfte ihnen deshalb bester anstshen, wenn sie sich weniger heuch­lerisch geben würden. Diejenigen Arbeiter, die noch christlich denken, fühlen und handeln, gehören nicht in die sozialdemokratischenfreien" Gewerkschaften; für sie sind die christlichen Gewerkschaft en

Nein, aber mir haben Green und vier Mann ver­loren."

Allmächttger Himmel! Green und vier Mann," stöhnte Mary entsetzt.Die . . .?"

Wer kann im Sturm daraus achten? Ich weiß nur soviel, daß sie jetzt nicht an Bord sind."

Leichenblaß und regunglos lauschte ich den Worten des Kapitäns, die oft von so furchtbarem Getöse und so hesttgen Schwankungen des Schiffskörpers unterbrochen wurden, daß ich jedesmal dachte:Jetzt ist es aus mit uns."

Wo sind die Leute?" fragte Mrs Burke.

Dorne in ihren Kojen; ehe es hell wird, gibt es nichts für sie zu tun, denn der Sturm und bie See haben fiar Deck gemacht, sogar das Steuerruder ist über Bord gespült. Sehen Sie, Miß Diwan," wandte er sich wieder mit erzwungenem Lächeln an mich,Old Stonnys Besuch hatte oüfo doch etwas zu bedeuten. Sie befinden sich dock noch auf meinen Doppelgänger mit dem naffen Gesicht? Auf See weissagt so 'was niemals etwas Gutes, und das Schlimmste dabei ist, daß man nie weiß, von wckcher Seite das Unheil kommt, sonst könnte man sich wohl bester dagegen schützen."

Laut aufschluchzend barg Mrs. Surfe das Gesicht in den Händen.

Kopf hoch!" rief der Kapitän ihr zu.Mit Heulen und Jammern bekommen wir Miß Dtroan nicht heraus aus einem in stockfinsterer Nacht zwischen Eisbergen treibenden Wrack. Wo steckt der Doktor?"

Ich deutete auf Mr. Owens Kabine. Der Kapitän öffnete die Tür und ließ den Schein der Kajütenlampe in den dunklen Raum fallen.

Er ist betrunken!" sagte er dann verächllich. .Mor­gen früh werde ich ihm meine Meinung sagen. Ich stelle euch beide unter seine Obhut und er betrinkt sich!"

Er stülpte seinen Südwester auf und schickte sich an, die Kajüte zu verlosten.

Gehst Du wieder on Deck, Edward?" fragte Mrs. Burke ängsllich.

Die Du stehst," war die Antwort.

TOein Gott . . ' iammerte feine Frau.

Ach was, ich will tt.tr ein paar Mann herschicken, um den Teppich aufrotten zu lasten der Salzwassergestank ist unerträglich. Feuer mutz auch gemacht werden, da­mit Du uns einen Schluck Kaffee kochen kannst. Der

Heilung

ha. Hier können sie machtvoll ihre Interessen ver­treten, ohne mit ihren religiösen unü politischen In­teressen in Widerspruch zu geraten. Jeder christliche Arbeiter und jede christliche Arbeiterin sollte des­halb klar Farbe bekennen.

Aus dem Nachbaraebiet.

)( Alsfeld Don den vier Derrvundeten aus der Zigeunerschlackt zwischen Eifa und BingMwch ist erner im Lan-kranksnhaus gestorben, wahrend ein zweiter in Lebensgefahr ist. Die anderen Zigeuner baben «s sich nicht nehmen lassen, ihrem toten Ge- jährten em«standesgemäße" Beerdigung zu tert wer- den zu lasten. Der Verstorben« erhielt ein ausge- rnmrtes Grsb und im Leichrn^ug marschierte eine Musikkapelle mit. Natürlich waren sämtliche Zigeu­ner aus ziemlicher Entfernung zusammengekommen, um an dem Begräbnis teichunehnren und auch die Zahl tret Zuschauer war sehr groß.

)( Von der Wegsckeise Ter Betrieb auf bet Kind-rerholuncisstätte Wegscheide ist für drefes Iayr geschloffen. Der letzte Trupp Kinder hat die Weg. scheide vor einigen Wochen verlassen. Die Zeit wird dazu benutzt, die Lagerstadt weiter auSzubauen und Vorräte für Küche und Keller für nächstes Jahr sicherzustellen. Der verdienstvolle Leiter de8 Weg- scheidewerkS, Rektor Jafpert, beabstchttgt noch in diesem Herbst eine große DorttagSretle durch die Niederlande »u unternehmen, um in Wort und Bild für die Wegscheide Freunde zu werben und Mittel zur Wetterführung deS idealen Kinderhilstz» und ErholungSwerkS zu sammeln.

spd. Griesheim a. M. In der chemischen Fabrik Grie«heim-Elekttom stürzte ein Chemiker in einen mit Sauge gefüllten Bottich und zog sich da­bei lebensgefährliche V-rbrennungen zu.

DermiWes.

* ein p.iar Monaten 6000 Dollar verg endet Der 22 jährige Kanzlist HanS Winske, der im Aug. dS. Js. der Diskonto-Gesellschaft zu Berlin 6000 Dollar unterschlagen hatte und geflohen war, tft jetzt in Wien mit einem Freunde verhaftet worden. In seinem Besitze fanden sich nur noch 35 Dollar. Die übrigen waren verjubelt.

* (SUbtrbetrug an einem russischen Etaattrat. Die Frau eines russischen Staatsrate«, der am rrarenhof eine bekannte Persönlichkeit war, lernte auf der Flucht vor den Bolschewisten einen Kaufmann kennen, der ihr Vertrauen in solchem Maße zu gewinnen wußte, daß sie ihm ihren wert­vollen silbernen FamtlienschmuS übergab, um tbn zu Geld zu machen. Der Kaufmann stellte vorläufig einen Sckeck auf 75000 Mark au8, für den aber keine Deckung vorhanden war. Dor Gericht gab der Kaufmann an, er hab« den Auftrag bekommen, mtt dem Erlös zu spekulieren und fernem Vertrauens- mann fei das Geld in Gestalt von russischen Gold­renten beim Ueberichreiten der Grenze beichlagnahmt worden. Da die Geschädigte diese Aussagen bestritt, wurde der 21 ngetagte zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.

Neue Bücher.

Mozart. Seine Periönlichkeit in den Aufzeichnungen und Briefen seiner Zeltgenosten und feinen eigenen Brie­fen. yerausgegeben von Prof. Dr. Otto H eil i n g haus, Geh. Studienrat, Gymnasialdirektor a. D. Mit einem Titelbild (Bibliothek wertvoller Denkwürdigkeiten. Ausgewählt und herausgegeben von Geh. Studienrat Prof. Dr. Otto Hellinghaus. 6. Band.) 12» (XXIV u. 254 S.) Freiburg i. Dr. 1922, Herder. Geb. 280 <M; Sm Verlagspreis kommt der geltende Teuerungszu- lag. (Preirönderung Vorbehalten.) Dieser 6. Band derBibliothek wertvoller Denkwürdigkeiten" darf der­selben beifälligen Aufnahme gewiß fein wie sein Vor­gängerBeethoven. Seine Persönlichkeit in den Aufzeichnungen seiner Zeitgenosten, seinen Briefen und Tagebüchern", der schon in zweiter und dritter, vermehr­ter Auflage vorliegt, nachdem die erste bereits kurz nach Jahresfrist vergriffen war. Auch er bringt aus den im Titel angegebenen, auf das sorgfältigste aurgewählten Quellen im Anschluß an das Leben seines Helden ein erschöpfendes Bild von feiner Persönlichkeit, feinem Aeußern und seinen Gewohnheiten, feinem edlen Cha­rakter und seinem liebenswerten Herzen, das zugleich so überaus anziehend ist, daß es uns im höchsten Grade ge­fesselt hält, mögen wir ihn nun auf seinen Kunstreisen durch fast ganz Europa begleiten ober ihm aus Salzburg

Kombüsenofen wird wohl zum Toufel sein, ebenso wie die Quarterdeckboote. Glücklicherweise ist das Langboot noch da. Ich will es sofort festmachen lasten, damit es nichtt auch noch über Bord geht."

Damit sprang er die Kajütentreppe hinauf und ver­schwand oben im Dunkel. >

Sechstes Kapitel.

Die Verheerungen des Sturmes.

Kapitän Buttes ganzes Verhalten machte auf mich immer mehr den Eindruck, als habe das plötzlich herein- brechende Unglück feinen Verstand verwirrt. So unftät hatte ich seine Migen noch nie flackern sehen, so ge­reizt feine Stimme noch nie klingen hören wie heute. Nichts von Kaitblütigkeft war in feinem Wesen zu spü­ren er schien sein seelisches Gleichgewicht völlig ein- gebüßt zu haben.

Nachdem er uns verlassen hatte, verstrichen einige Minuten in bekommenem Schweigen. Dann wurden schwere Schritte auf der Kajiitentreppe laut, und Zwei Matrosen, von denen der eine ein blutgetränktes Tuch um die Stirn gewunden hatte, traten herein, um nach des Kapitäns Geheiß Feuer im Ofen anzuzünden.

Ist Master ins Schiff gedrungen?" rief Mrs. Burke ihnen entgegen.

Nein. Madam," war die Antwort,wir haben eben gepeilt und keine gefunden."

Ist Ihre Kopfwunde gefährlich?"

Nein, danke, nur eine Schramme, nicht der Rede wert", erwiderte der Mann tmb kniete vor dem Ofen nieder, während fein Gefährte sich neugierig in der Kajüte umfaß.

Gar zu gern hätte ich von den beiden Leuten noch mehr über unsere augenblickliche Lage gehört, doch mutzte ich mir sagen, daß Mrs. Burke als Frau des Kapitäns am besten wissen müsse, wieviel sie fragen dürfe. So hüllte ich mich denn fest in meinen Pelz und beobachtete schweigend die von den züngelnden Flammen seltsam beleuchteten Seemannsgestalten.

Nach einer Weile polterten noch weitere drei Mann, darunter auch der Steward, mit allerlei Küchengerät unv Trinkgefäßen die Stiege herab und machten Miene, sich in der Kajüte häuslich niederzulaffen.

Der Kapitän hat uns ertaubt hier zu bleiben," [egte einer von ihnen.Der Ofen m der Kombüse

Druck der Fuldaer Aetteudruckerei in Fulda

in feine zweite Heimat Wien folgen. So dürfte der von nehm ausgestattete Band jedem Freunde der Tonkunst ebenso willkommen sein wie fein Vorgänger, zumal er natürlich auch den Genuß der Schöpfungen des großen Meisters, auf die überall Bezug genommen wird, belebt und vertieft. _____________________

Technik und verkehr.

Minderwertiger Zement. Ein unter der Bezeich­nungpolnischer Zement" beim Staatlichen Ma- terialprüfungsamt eingereichtes Material erwies sich bei der Prüfung als mangelhaft aufbereiteter hydraulischer Kalk. Er war sehr grob gemahlen, hatte geringes Raum- und spezifisches Gewicht, zerfiel bei der Raurnbestandlg. feitsprobe und ergab in der Normenmischung noch 28 Tagen Wasserlagerung im Mittel 45 kg/qcm 2)rutffeftig» kett, bei kombinierter Lagerung im Mittel 65 kg, qem Druckfestigkeit. Zwei andere Materialien, b;e eben- falls unter der Bezeichnung3 e m e n t angeboten waren, und von denen die Erzeuger bezw. 23ertreiber behaupteten, daß sie an Güte sogar Portlandzement in mancher Hinsicht überträfen, ergaben bei der "rufung nach den ütortnen mäßige bezw. sehr geringe Festig­keiten. Beide Materialien waren wesentlich grober ge­mahlen, als nach den Normen zulässig, hatten sehr ge­ringes Raum- und spezifisches Gewicht und einen auf­fallend hohen Glühoerlust. Noch geringwertiger als diese Bindemittel erwiesen sich diejenigen, die mehrfach unter der Bezeichnungfeuerfester Zement ein­gereicht wurden. Diese Stoffe waren nichts anderes als sandige Tone, die keinerlei Bindekraft auftrtefen. Sie hatten wohl in der Normenmischung aber auch nur bei Lustlagerung, noch meßbare Festigkeiten, unter Was­ser jedoch hatten sie nicht die mindeste Bindekraft. Die aus ihnen gefertigten Probekörper zerfielen unmittelbar nach dem Einlegen in Doster. ko,

Anhydrit als Baustoff. Auf Anhydrit als Bau. stoff wird neuerdings vielfach hingewiesen. So könn­ten z. B. die großen Anhydritlager am Harz in der Weise nutzbar gemacht werden, daß der Anhydrit gemah­len und mit geringen Zuschlägen (35 Prozent) Kalk versetzt wird. Man erhält dann einen Baustoff, der zu Decken, Wänden, Fußböden, Kunststeinen usw. verar- brttet werden kann. Wie jeder Gips darf er ohne Schutz allerdings dauernder Nässe (Grundwaster) nicht ausgesetzt werden. Die Versuche der Preußischen geo- logischen Landesanstatt betätigen die Verwendbarkeit des Anhydrits. kos.

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Sterbefälle vom 20.27. Oktober 1922.

20. Bergmann Josef Auth, Neuhof-Ellers, 30 I, 11 TO, 23 T. 20. Anna Maria Dehner, 2 M, 29 T. 20. Ehefrau Maria Therese Spiegel geb. Diegelmann. 71 I, 10 M, 6 T. 21. Paula Gilfert, 26 5, 9 TO, 7 T. 23. Liselotte Friedmann, 2 TO, 17 T. 24. Fabrikarbeiter Hermann Ltzert, Steinau, 23 I, 2 M, 15 T. 25. Pri- oatin Kornelia Hohmann 85 I, 1 M, 18 T. 26. Hein­rich Joses Ulmicher 1 I, 7 M, 7 T.

Gotlerdienftordnuirg.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, 29 Oft. Dom. (Kollekte für öe» St. Raphaelsverein)/iß, 6, st,7 u. 7 bl. M., 8 Pfarramt u. Pred., st,10 Kathedralamt n. Pred., /rtl Ehr., >/«12 HI. M u. Pred., st,L And. f. d. armen Seelen, 2 Ehr., 4 Pred. u. Andacht, 7 Rosenkranz i. d. Marienkapelle. Montag 6 Rosenkranz. Stabt» Pfarrkirche. (Kollekte für Naphaelroerern) 5'/, Som., kst« u. 6*', bl. M., 8 erster Schulgd m. Pr., gst, Pfarramt m. Pred., 11 zweiter Dchuigd. m, Pred., Vst« Ehr. f. d. Jungt, t. d. Severikirrbe, Ist, Ehr. f. d. Jungir, 2st, sakramentale A, 7st« Roienkranz.A. Pfarrkirche znm heiligen Geist. 3/«7 hl. Som., 7 Frühm., 8 Pr., Amt m. Som., st,5 Chr., 5 A. Severikirche. Sonntags u. werkta 'S st,7 HI. M. MicharlSkirche. Nachmittags 2 JesuS-Marta-Joseph. Bruderschaft: Predigt und Andacht. Her,-Jefu-Heini. 8 Hochamt m. Pred., nachmittags 2 Andacht. (Mitt­woch abends 8 St.) Frauenberg 5, 6, 6l» u. 7 hl. M., 8 Rosenkranzm. m Pr., 9 Hochamt m. Pr., nachm. 3 feiert. Vesper m. sakrament. Segen, 5 Pr. u. A. f. d. Terziaren der Stadt ,<ulba. Sodalität. st,10 Uhr.

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brennt nicht und in unseren Kojen ist vor Stätte nicht auszuhalten."

Wo ist denn der Koch?" fragte Mrs. Burke.

lieber Bord gespült! Mit dem Steuermann und drei anderen."

Erschüttert fattete Mrs. Burke die Hände.

Ich würde euch gern eine Mahlzeit kochen, Leute." sagte sie.Aber ich kann mich bei diesem Rollen und Schlingern nicht auf den Füßen halten. Steward, holen Sie einen Schinken aus der Speisekammer. Kaffee und Schiffszwieback stehen hier. Macht euch selber etwas zu essen zurecht. Großer Gott fünf Mann über Bord! Wieviel sind übrig geblieben?"

Neun Mann," erwiderte der Matrose mit bet ver­bundenen Stirn, und unmittelbar darauf betrat bee Rest der Schiffsmannschaft bie Kajüte.

Gib ben Leuten reichlich zu essen und heißen Kaffee, soviel sie wollen. Und einen Schluck Rum dazu", rief Mr. Burke von oben her seiner Frau zu. Dann wurden die Kajütentüren geschlossen und bald bot der wieder angenehm durchwärmte Raum ein Bild friedlichen Be­hagens, in bem mir die triefenden Südwester und Ort- rocke der Matrosen an das Toben der Elemente da brau« ßen erinnerten.

Kommt der Kapitän nicht herunter?" fragte Mr» Burke mit angstzitternder Stimme.Oben an Deck muß er ja zu Stein frieren."

Er wird bald hier fein, Madam," antwortete bat Bootsmann, respektvoll seinen Südwester abnehmend, von dem eine hart gefrorene Schneekruste klatschend zu Boden fiel.

Der Kapitän war gerade dabei, einen Eisberg zu beobachten, der auf uns zutreibt," warf einer der Leute ein.

Ich fühlte, wie mir bas Blut in den Adern erstarrte und atmete erst ein wenig erleichtert auf, als ein anderer Matrose seinem Kameraden tadelnd zurief:

War fällt Dir ein. die Tarnen zu erschrecken. In«! Der Eisblock tut dem Schiffe ja nichts.

Die Leute machten sich an die Arbeit. Einige rollten den durchnäßten Teppich zusammen, andere deckten ben Tisch, holten kchiffszwiedack und Marmelade cm, bee Speisekammer, schnitten den Schinken in Scheiben nnk brieten ihn über dem Ofenfeuer.

(Fortsetzung folgt)