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FuldaerZenung

Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Skadk Fulda.

49. Zahrg

Freitag, 6. Oktober 1922

Nr. 230

Aus dem besetzten Gebiet.

Monat G efängnis.

Preußischer Landtag.

Tie Rot der oberfchlefischen Flüchtlinge.

kes fei.

* Dom „Kullusmimster" in Lachsen.

trug, ehe sie ihn noch von Angesicht zu Angesicht ge­sehen. ,

Er nahm Gesina wie ein Kind in den Arm.

„Lebe wohl, Gesina, sei nicht bange, ich wünsche dir alles Guts und Liebe, und jo der Himmel will, sehen wir uns recht bald und froh wieder."

Er küßte sie auf die Stirn und eilte davon. Es war schwer, sie wieder zu verlieren.

Ehe Gesina das Dampfschiff bestiegen, hatte sie einen Brief an Frau Elnchorst in den Brieskasten geworfen und es war gerade Sonntag morgen, als der Postbote das Schreiben brachte, in dem sich Gesina für die schönen Spitzen und die herrlichen Rosen bedankte. Eben las Fran Erna ihrem Manne vor, da erschienen Hans und Adele. Frau Sternhof und Meta hatten sich dem Paar nicht an­geschlossen, da Adele gemeint, heute bedeutet ihr beide nur eine Störung, da sie sich vorgenommen, heute mit dem alten Herrn ernsthaft über das ersehnte Sanatorium zu sprechen, trotzdem sie wußte, Hans würde ihr solch Vorgehen sehr verdenken.

„Guten Morgen, Mamachen," Adele rieb ihre Wange zärüich an Frau Ernas Hand, die sie zum Gesicht hoch­führte, „guten Morgen, Papachen", auch Hermann Elm- horsts Hand wurde ähnlich geliebkost. Sie machte ein paar zierliche Bewegungen, die den scharfen Augen des alten Herrn als „einstuüiert" mißfielen. „Ach, es ist wun- dcrooll bei Euch," lobte sie, „und ich komme zu gern zu Euch heraus, ich freue mich schon deshalb immer auf die Sonntage."

„Hast du nicht schon wieder ein neues Kleid an?" un­terbrach sie Hermann Elmhorst.

Adele drehte sich langsam und kokett mehrmals herum.

„Jawohl, Papachen, ein ganz neues, ich hatte aber auch wirklich nichts Gescheites mehr zum Ausgehen."

Erna Elmhorst musterte das hellbraune feine Tuch­kostüm mit den aparten etwas lichteren Ripseinsätzen und Aufschlägen.

„Nun, eigentlich führst du uns fast jeden Sonntag irgend ein neues Garderobestück vor. Adele", sagte sie und in ihrer Stimme schwang ein leichter spöttischer Un­terton mi1

gewerbes aufzugeben. Sollte versucht werden, die Gastwirte zur Erhebung 6er geplanten Schemmer- stouer zu zwingen, so sehen sie keinen omOeicn Aus­weg, Äs zur Entlassung der Angestellten und Schließung der Betriebe zu schreiten.

Der prszeß gegen die Rathenaumörder, Der Führer des Rkord-Aukos im Verhör. Alkohol als Entschuldigung.

In der Weiterberatung am Mittwoch trat der Führer des Mordautos, Werner T e ch o w , vor den

Betugspreis: Monatlich 140 Mk. zugestellt frei ins Haus.

•• Abgeholt in der Geschäftsstelle 136 M. » Anzeigen: Kleinzeile nachEolonel8.002HL; ausw. 10,00Mk. Reklamezeile (Tertbreite) nach Colonelmaß 30 Mark.

Jm Kampf gegen die Not,

Maßnahmen gegen den wilden Devisenhoudel.

Der preußische Hmrdelsminister hat seine Sachoer- stündigenausschüsie aus Vertretern der Börsen, ter Banken, der wirtschaftlichen Spitzenverbände und der Parteien einberufen, um mit ihnen die Frage zu er­örtern, was vom preußischen HaySelsnünisterium als Aufsichtsbehörde über die Banken gegen die De- vifenspekulation getan werden könne.

Die Schlemmerfieuer.

Der Berliner Arbeitgeberverband im Gastwirtge­werbe beschloß m einer Versammlung, den Magistrat aufzufordcrn, jede Sonderbesteuerung des Gastwirts-

Ausland.

* Die österreichische Frage. In der Schluß­sitzung des Völkerbundsrates in Genf am Mittwoch wurden über die österreichische Frage drei Proto­kolle von Vertretern Englands, Frankreichs, Ita­liens, der Tjchescho-Slowakei und Oesterreichs un«

* Zerfall des italienischen Sozialismus. Da der in Rom tagende Sozialistenkongreß mit etwa drei­tausend Stimmen in der Mehrheit den Ausschluß der Rechtsstehenden beschloß, entstehen zwesi neue Parteien, deren eine ungefähr der deut­schen sozialdemokratischen Partei entspricht „ und achtzig Abgeordnete, darunter alle bekannten Führer sowre alle Organisationsleiter, zählt, während die andere nach Moskau gerichtete, an deren Spitze der „Avanti"-Direktor Senat steht, nur eiwa 42 Abge­ordnete umfaßt, obwohl sie auf dem Kongreß die Mehrheit hatte. Viel bemerkt wird, daß die Gesamt-

Gestna van Zngen.

Roman von Anny van Pan Huys.

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Sie trat an ihre Kommode und entnahm dem ober­sten Fach einen vertrockneten Strauß, bann trat sie damit an das Fenster und öffnete es. Langsam ließ sie den Strauß zum Fenster in den Garten hinuntergleiten. S-e waren gelb und dürr geworden, die köstlichen weihen Rosen, die Hans Elmhorsts Abschiedsgabe gewesen, und wenn man fest anfaßte, zerfielen sie förmlich in Staub.

Am Abend schenkte ihr Willem Bouwers einen Ring in Form eines Ankers, der aus vielen kleinen Diaman­ten zusammengesetzt war.

„Trag ihn zum Andenken an mich, Gesina, er ge­hörte einst meiner Mutier, er soll mein Hochzeitsgefchenk für dich sein."

Zwei Tage darauf machte Frau Knyoers wieder eine altmodisch wichtige Verbeugung vor Gesina. „Viel Glück in der neuen Heimat!" bann ging sie bis zum Auto mit, das Gesina und ihren Vormund nach dem Hafen brachte, wo die riesigen Indienfahrer anlegten. Es herrschte ein reges Leben. Gepäck wurde gebracht, Ma­trosen eilten hin unb her, und überall ein Abschiedneh­men. 3n manchen Augen glanzten Tränen, Indien war weit, und wer konnte wissen, ob man sich jemals wie- dersah-

„Viel Glücksucher sind unter deinen Mitpassagieren', sagte der Maler.

Gesina zuckte zusammen. „Bin ich etwas anderes, als eine Glückssucherin?" erwiderte sie und ihre Züge verfinsterten sich. „Bin ich etwas anderes als eine Abenteuerin?" , _

„Aber höre mal, itebfte, Frau Venus--

„Bitte, bitte, Onkel Bouwers, laß das Wort — wollen uns Lebewohl sagen, und dann geh fort, laß mich allein, sonst wird es mir zu schwer."

Armes Ding! dachte er mit herzlichem Mitleid, und ihr war es, als könne er die Gedanken hinter Gesinas Stirn erraten, als wüßte er, daß Gesina plötzlich eine entsetzliche Furcht vor der langen weiten Reise gepackt unb vor bem fremben Manne, dessen Namen sie schon

Die Wahl der RetchrprSsidenten

Bereits Anfang Dezember?

In der Reichskanzlei begannen Besprechungen der Reichsregierung mit den Parteiführern über die Wahl des Reichspräsidenten. Zunächst fand eine Aussprache des Vertreters des Reichskanzlers, des Vizekanzlers Bauer, mit den Vertretern der Koalitionsparteien statt. Daran schloß sich eine weitere mit den Vertretern der Deutschen Volks­partei und den Deutschnationalen. Die Bespre­chungen sind noch nicht abgeschlossen.

Mehrere Blätter erfahren über -die Frage des Termins für die Reichspräsidentenwahl, daß die ! Meinung vorgeherrscht habe, die Wahl bereits Anfang Dezember stattfinden zu lassen. Die endgültige Festsetzung des Termins soll in weiteren Beratungen mit den Parteiführern erfolgen. Das Reichskabinett wird sich am Donnerstag mit der Frage beschäftigen.

• SejSnonir weg-« Besitzes unbrauchbarer Waffen.

Vor dem brstischen Besatzungsgericht in Köln war cm Angeklagter beschuldigt, sich im unerlaubten Besitze eines Revolvers befunden zu haben. Er machte den .... - , „onnn x

Einwand, die Waffe sei für den Gebrauch untauglich I parket nur noch 73000 Organisierte umfaßt gewesen.' Der Präsident entgegnete, sie habe aber in ein paar Stunden repariert und gebrauchsfähig gemacht werden können unb verhängte eine Strafe von einem

Dr. Wirth dankte für die an ihn gerichteten Begru- ßunasworle und führte unter anderem aus: Sern Ziel fei, für die Verständigung alter Schichten des Volke's zu wirken und die mora- Äschen Kräfte zusammenzufasjen. An der Reichswehr sei es, außerhalb des politischen Getriebes der Ver­fassung und der Reputslik mit Freuden zu dienen. Es freue ihn, wahrnehmen zu können, wie die Treue zum Staat ihr nicht nur Sache des 'S et] t an- des, sondern auch Ausdruck richtiger Gesinnung sei. Der Kanzler ermahnte das Bataillon auch fernerhin treu 3um Reiche zu stehen, dessen Einigkeit zu erhalten die vornehmste und eb elfte Aufgabe des deutschen Vol-

Berantmortlicb für den reöatiioneUen Zeil: Dr. I. Kramer. Rotationsdruck u. Verw^ der Fuldaer Artiendruckerei in Fulda. Serninredtft Nr. 9. Dostlckeck - Konto 40ol Frankmrt a- M.

Wcksakstunden im Grient, i

Der Streit um die Provinz Thrazien.

Sedeutsame Abmachungen auf der Konferenz in I Rludania.

Am Mittwoch sind die militärischen Befehlshaber I >er an der Orientfrage hauptsächlich beteiligten Mächte'sin^Mudania zu einer Besprechung zusam- nengetreten. Es handelte sich bei dieser Bespre- hung um die Lösung von Fragen, die möglicher- I oeise kriegerische Auseinandersetzungen in sich schlie- I zen und der Ausgangspunkt neuer stürmischer Zei- | en für die ganze Welt werden können. Schon I setzt liegt eine Meldung vor, wonach zwischen der I Türkei und den westeuropäischen Groß- I staaten im Anschluß an die Besprechung in Mu- ! dania wichtige Abmachungen getroffen sind, die ! über die Ansprüche Griechenlands in der Orient- I frage zur Tagesordnung übergehen. Ein uns zu- I gegangenes Privat-Telegramm besagt:

wtb Paris, 5. Oki. 1922. (Id.) Rach einer | Meldung der „Chicago Tribüne" aus Pera ist ein militärisches Protokoll, das die Frage I des nahen Ostens regdk, inoffiziell an Bord des I französischen Kriegsschiffes „Edgar Quinet" bei Mudania unterzeichnet worden. Danach erhalten I die Griechen Befehl. Thrazien innerhalb 10 Tagen zu räumen. Lehnen sie dies ab. so werden die Alliierten die griechischen hä- I fen blockieren und der kemalistischen Armee werde der rlebergriff über die Meerenge und die Verjagung der Griechen aus Thrazien gestattd werden.

Die türkischen Rationalisten haben ferner ihre Einwilligung dazu gegeben, daß die Alliierten wäh­rend der Dauer der Ariedensverhandlungen in Konstantinopel bleiben. Es sollen aber na- tionaliii'sche ^ckrwaltungsstellen errichtet werden, | ttrortr"* 1 * * 4-^'1“'1- .zweiteilige Verwaltung eraek^'Saß -

Engländer und Türken haben die neutrale Zone zu räumen, wobei sich die Engländer aus Tschanak über die Dardanellen nach Gallipoli zu- rückziehen werden.

Das Protokoll umfaßt 6 Artikel, die ersten drei betreffen Thrazien, seine Räumung, die Gren­zen und die Rückerstattung, der 4. die neutrale Zone, der 5. die Räumung von Konstantinopel, der 6. die Maßnahmen gegen die Griechen, falls die Griechen die Durchführung der Forderungen ab­lehnen.

Der Berichterstatter fügt hinzu, die kemalistische Armee werde erst nach Thrazien einrücken, wenn der endgültige Friede unterzeichnet worden sei. Französische Truppen würden die eng­lischen und italienischen Abteilungen in Thrazien verstärken, bis die türkische Gendarmerie, die Polizei und die Venvaltungsbeamten an- langlen.

Neue türkische Nüstungeu.

Das türkische Informationsbüro meldet aus An­gora, der Minister für die nationale Verteidigung habe eine neue türkische Armee organisiert, die,aus 80000 Mann besteht unb die mit den den Griechen a b- genommenen Waffen ausgerüstet sei. Diese

Deutscher Reich.

* Berlin, 5. Okt. Die Botschafterkonferenz er­höhte die Bezüge der Mitglieder der interalliierten

I Kommission auf das Dreifache der bisherigen Sätze. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verordnung über den Verkehr mit Zucker im Betriebsjahr 1922-23.

* Der Reichskanzler bei der Reichswehr. In An­wesenheit des Reichskanzlers, des badischen Staatspräsi­denten und des Ministers des Innern, sowie des Reichswehrministers fand in Ko'nstanz eine Be­sichtigung des Konstanzer Reichswehrbataillons statt.

Abele dachte empört: Was geht bas Euch an, Ihr | bezahlt es ja nicht! Laut sprach sie mit kindlichem

I Augenauffchlag:

„Mama macht es Freude, Meta und mich ein bißchen I herauszuputzen."

Hans hatte Gesinas Brief bemerkt. „Ah, van Fräu- I lein van Ingen", rief er, „darf ich auch erfahren, was I sie schreibt?"

Er vergaß vollkommen Adeles Gegenwart.

Seine Mutter nahm den Brief an sich.

I „Ich wollte ihn, gerade als Ihr eintratet, dem Vater vorlesen. 3m übrigen heißt die junge Dame aber nichl mehr Fräulein, van Ingen, sondern Frau van Cooper."

Hans lächelle gequält. „Richtig, das vergaß ich einen I Augenblick."

I Er nahm auf dem altmodischen Sofa mit der breiten I Mahagoniumranbung Platz und Adele schob sich dicht an I ihn heran.

Frau Erna blieb stehen, während sie vorlas:

„Liebe, hochverehrte Frau Elmhorst! i

Welch freudige Ueberrajchung haben Sie unb Ihr Gatte mir mit Ihre Geschenke getan. Ich habe die herrliche Rosen vollgestaunt unb bin froh gewesen, weil ich boch die Rosen am besten liebe. Die köstlichen Spitzen will ich an ein Helles Kleid nähen unb immer an Sie denken, jo oft ich es trage. Ihrer» Herrn Sohn dank für die Glückwunschdepesche, aber Fuchsin hatte er mir darin nicht jagen müssen, weil nun die I Fuchsin schwer auf mein Herz liegt."

Adele lachte laut auf.

„Der Brief ist ja unsinnig in seinem schauderhaften I Deutsch, aber jage, Hans, was hat eigentlich der komische Ausdruck „die Fuchsin" zu bedeuten?"

„Darüber könnt Ihr Euch nachher allein auseinanber» I setzen", unterbrach Hermann Elmhorst schroff, „zunächst wirst du wohl das Zuendelesen des Briefes gestatten."

Adele schnitt eine kleine Grimasse, doch als sie die kühlen verweisenden Blicke des alten Herrn warnend I auf sich gerichtet sah, sagte sie unterwürfig:

I „Gewiß, Papachen, ganz wie du befiehlst, verzeih bitte

4 die Unterbreche»

Richtertisch. Er ist der 23 Jahre alte Hauptangeklagte, die Anklage gegen ihn tautet auf Mor b. lieber bie Dr» ganifation C befragt, verweigert er bie Aussage Darüber, wie er zum Eintritt m Die Organisation gekommen sei. Er hatte ein Taschengeld von 400 Mark monatlich er­halten, auch bie Aufwandsgelber finb ihm ersetzt wor­ben. Ueber ben Plan, den Minister Rathenau zu be­seitigen, berichtet er wie folgt: Eines Tages erzählte ihm fein Bruber, er habe von einem Plane gehört, den Mi- nifter Rathenau zu beseitigen. Der Plan sei a u s g e ■ gangen von einem gewissen Gymnasiasten Stuben- rauch. Dann habe er auch durch ben Angeklagten Stu-

Frau Erna las weiter:

„Nun bin ich vertraut und Cornelius van Cooper» Frau, morgen sticht ber Dampfer in die See, mit dem ich fort muß. Ich danke noch einmal, weil Sie mich dort jo gut an sich genommen haben unb bas soll nir mals in Vergeßlichkeit bei mir kommen.

Von Snbien schreibe ich auch halb.

Ich grüße Sie alle unb bin mit große Hochachtung

Ihre Gesina."

„Solche Faselotte!" rief Adele, ich meine, so eif Deutsch gehört in die Witzblätter, aber in keinen Brief.'

„Mein liebes Kind", verteidigte Frau Erna bie Brief, schreiberin, „bie deutsche Sprache ist sehr schwer und die Wortverdrehungen der jungen Frau durchaus zu be­greifen. Wenn sie z. B. schreibt: „Ich danke noch ein­mal, weil Sie mich dort so gut an sich genommen ha. ben," so meint sie natürlich: „Daß Sie sich dort meiner fo gut angenommen haben." Ich finde sogar, daß sie rasch und gut deutsch gelernt hat, denn als sie damals, vor ungefähr zwei Jahren, von ihrer nun verstorbenen Tante nach Deutschland mitgebracht wurde, hatte sie sehr wenig Vorkenntniffe."

Adele dachte verärgert, daß man in diesem Hause kein Wörtlein gegen die Rothaarige äußern durfte. Also ließ sie es. Was kümmerte sie denn auch diese Gesina, die jetzt längst irgendwo auf weitem Meere schwamm. Aber Dumm fand sie es von der Schwiegermutter, ber Fremden, die sie von Haut und Haar nichts anging, Spitzen zur Hochzeit zu schenken, für solche Geschenke roag sie doch da.

Hans saß stumm und in sich gekehrt.

"Adele blickte ihn von der Seite an. Er war frühe»- tmmer vergnügt gewesen unb verliebt, auf jedes ihr« koketten Mätzchen war er hereingefallen, aber seit furym war er wie verwandelt, manchmal hörte er tcunt jn, wenn sie ihm irgend etwas erzählte und wenn sie sm chrer Hochzeit sprach, meinte er nachlässig: Das fei je noch lange hin.

Ob er sie nicht mehr liebte? Unsinn, dazu war Ist viel zu hübsch, seine Stellung bei Gehemmt Walter

21dt« fei für die Besetzung Thraziens bestimmt Die Soldaten (eien in ben befreiten Gebieten ausgehoben worden.

Auch die Griechen vermehren ihre Streitkräfte.

Reuter meldet aus Athen, der Kriegsrmmster habe an alle kriegMenstfähigen Griechen, die nicht mobilisiert sind, einen Aufruf erlassen, als Frei­willige bis zur Beendigung des Krieges ins Heer eiivutreten.

Die Griechen von Gallipoli haben an die griechische Regierung telegraphiert, fte würden an chrer Seite tatkräftig für die Freiheit kämpfen.

Die verloren« Abdankungsurkunde.

Das offizielle Dokument über den Abgang des Königs Konstantin, 'bas verloren gegangen war, ist wieder gefunden worden und wird alsbald vom i Amtsblatt veröffentlicht werden.

Die klernafiatichen Flüchttinge.

Der Abtransport der Flüchtlinge aus Smyrna ist am Sonntag beendet worden. Insgesamt wurden 180 000 Flüchtlinge abtransportiert.

Die Dardanellen dem Völkerbund.

Ein Vorschlag der Japaner.

Im Verlaufe eines Interviews erklärte der ja- panische Botschafter in London, Baron Hayafhi, der kürzlich aus Genf zuriickgekehrt ist, dem Vertreter des Reuterschen Büros, die be st e Lö - j jung der Orient frage würde darin bestehen, die Frage der Freiheit der Meerengen dem Völker­bünde zu Überreifen. Die Türkei würde dann auf ge­fordert werden, Mtgliod des Bundes zu werden imb die | Freiheit der Meerengen würde dann auf diese Weise von einer Körperschaft gewährleistet werden, der die I Türkei als Mitglied angehört.

terzeichnet. ,

* Eine Faszistenbande ist nach der Südtiroler Hauptstadt Bozen gekommen, um in italienisch- nationalistischem Sinne eine Gewaltherrschaft aufzurichten. Die Faszisten haben das Rathaus und _ I die größte Schule der Stadt besetzt. Sie plakatierten die

MMMlWMWllWerNMllM Mobilisation des Faszismus in ganz Oberitalien J MII IW ü l . . ~ I und sagten die Selbstregelung der Provinzsrage an.

Urquhart verhandelt erneut in Berlin. I Preßorgan droht mit einer Strafexpedition nach

Wie das „Berl. Tagebl." von gut rmtemchteter 1 Nordtirol. Es wäre aber möglich, daß die Tiroler

Seite hört, wird der Präsident der Russo-asiatic- i ihnen dort mit ungebrannter Asche aufwarten wurden.

Gesellschaft m London, Leslie Urquhart, am Frei- 1 tag in Berlin zu einer neuen Konferenz erwartet, die sich ans den mit dem russischen Volkskommissar für Außenhandel, Krassin, vereinbarten Wiederauf­bauvertrag beziehen. Auf ruflischer Seite wird Litwinow die Verhandlungen führen.

Nach Erledigung einer Reche kleiner Vorlagen unb Vornahme der Wahl von acht Mitgliedern des Wahl- Prüfungsgerichts wird die Aussprache über Hilfsmaß­nahmen für Oberschlesien fortgesetzt. Aus den Aus- — führungen der verschiedenen Redner ergibt sich, daß ,n I * Vom „Kullusnumsier" in Lachsen. Die Der­bent deutsch gebliebenen Oberschlesien zahlreiche Flucht- I fassungswidrige Verordnung des sächsischen sozialisti- linge in höchst beklagenswerten Zustanden leben SBte I , An Kultusministers Meißner, wonach es Schülern der sozialistische Abg. 8ranz-Kat owttz aur,uhrte, tut ^^ten ist, an staatlich nicht anerkannten Feier- w-ij-

Schulen mit Flüchtlingen belegt werden mutzten, ruht ihre Opfer gefordert. Drei asraelitlsche Schuler des der Schulbetrieb seit drei Monaten ganz. Redner ! Dö belner Staatsrealgymnastums sind mit Karzer- fordert Freigabe der vielen leerstehenden Schlößer. I strafen belegt worden, weil sie entgegen der ge- Ministerialdireltor Lontze erklärt, datz bie Regierung 1 Ewen Verordnung des Kultusministers am jiidi- bemüht sei, soweit die Staatsfinanzen eS zulaffen, für | [Acn Neujahrsfeste ber Schule ferngeblieben waren. — Oberfchlesien altes zu tum was nur ntoßhef) Jet. I [an(™ wird dieser Herr Fleißner, ber „sächsische w Z'SSS»® J““*“'' ou6“i,OT • I SIM H-Nmmn-, -iMnIllch mch «rt-wn wrlxn?, > !-! " *

Der Aeltestenrat des Preutzischen Landtags be­riet erneut über die Geschäftslage. Arn Samstag er­folgt Vertagung bis zum 17. Oktober. Vom 17. ab finden Vollsitzungen statt. Sofort zu Begtnn werden Fragen des besetzten Gebietes behandelt. Darauf- bin tritt mit Rücksicht auf den deutsch-nationalen Par­teitag und die oberschlesischen Wahlen eine Ver­tagung bis zum 7. November ein. Am 27. Oktober ist eine kurze Unterbrechung der Vertagung vorgesehen, um die Städte- und Land gerne in b eorb nung zu beraten, wenn ber Staatsrat bis dahin die Bera- ' tungen beendet hat.